Allgemeine Psychologie für Bachelor: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

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Allgemeine Psychologie für Bachelor: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

ISBN: 
978-3-642-12709-0

Die allgemeine Psychologie in 4 kompakten Bänden! – Stellen Sie sich je nach Studien- und Prüfungsschwerpunkten aus dieser neuen Reihe die Module zusammen, die Sie benötigen. Dieser Band enthält alle prüfungsrelevanten Themen des Faches „Wahrnehmung und Aufmerksamkeit“ – von allgemeinen Prinzipien der Wahrnehmung und den Eigenschaften der Sinnessysteme über die Psychophysik bis hin zu den speziellen Wahrnehmungsleistungen des visuellen, auditiven, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinns im ersten Teil, sowie zentralen Themen der Aufmerksamkeitsforschung wie selektiver Aufmerksamkeit und die Bedeutung der Aufmerksamkeit für Handlungen im zweiten Teil.

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Die prüfungsrelevanten Themen des Faches sind vollständig abgedeckt und sehr lernfreundlich aufbereitet durch zahlreiche Fallbeispiele, vierfarbige Abbildungen, Bezüge zur Berufspraxis, Definitionen, Lernziele, Kontrollfragen und vertiefende Literatur. Das Buch ist gleichzeitig sehr kompakt: eine ausführliche Randspalte (fast-track) bietet das Wichtigste in Kürze – damit auch unter Zeitdruck alles Wesentliche hängenbleibt.

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BegriffErklärung
AbsolutschwelleDie Absolutschwelle ist die geringste Intensität eines Reizes, die zu einer berichtbaren Wahrnehmung beim Beobachter führt.
AbsorptionAbsorption ist die Schwächung der Lichtintensität an einer Grenzfläche von zwei Materialien. Absorption in den Rezeptoren ist die Grundlage des Sehens.
Achromatische BeleuchtungAchrormatische Beleuchtung bezeichnet eine Beleuchtung mit einer Wellenlängenmischung, die Grautöne ergibt.
AchromatopsieAchromatopsie ist die Unfähigkeit zur Diskrimination von Farbtönen durch Gehirnschädigung und damit eine besondere Form der Farbblindheit.
AdaptationAdaptation ist die Anpassung einer Sinnesleistung an konstante Umgebungssituationen.
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Frage 1 von 96
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  • Worin bestehen die Aufgaben der Wahrnehmung?

    Lösung

    Die Wahrnehmung hat aus evolutionsbiologischer Sicht die Handlungsfähigkeit eines Organismus zu sichern. Spezielle Anforderungen an die Wahrnehmung ergeben sich aus Aufgaben wie der Suche nach Nahrung, nach Schutz, nach Artgenossen oder Sexualpartnern, der Überwindung von Hindernissen oder der Suche nach bestimmten Orten. Im kulturellen Kontext entstehen vollkommen neue Anforderungen etwa aus der Nutzung der Medien oder aus Wahrnehmungsleistungen bei hohen Geschwindigkeiten im Verkehr.
  • Welche Rolle hat die Wahrnehmung in der Kommunikation?

    Lösung

    In der Kommunikation sind verbale und nichtverbale (Gestik, Mimik) Informationen wahrzunehmen und zu interpretieren.
  • Beschreiben Sie das Wechselspiel von Wahrnehmung und Aufmerksamkeit?

    Lösung

    Die Wahrnehmung liefert uns niemals einen wirklichen Überblick über alle augenblicklich verfügbaren Informationen einer Szene, sondern immer nur einen Teil – und zwar den Teil, der für unsere Handlungen jeweils wichtig oder besonders interessant ist. Verschiedene Aspekte einer Situation können dabei ausgewählt werden.
  • Worin besteht die Schwierigkeit des Multitasking und was sagt das über Aufmerksamkeit aus?

    Lösung

    Die Schwierigkeiten des Multitasking ergeben sich, wenn gleichzeitig mehrere Handlungen ausgeführt werden müssen oder wenn die Ausführung einer Handlung durch andere Information abgelenkt wird. Die Aufmerksamkeit muss dann wegen der Begrenzungen auf die verschiedenen Aspekte aufgeteilt werden. Um diese Situation erfolgreich zu bewältigen, muss eine Kontrolle der Aufmerksamkeit erfolgen.
  • Wodurch ergeben sich Begrenzungen und Selektivität der Wahrnehmung?

    Lösung

    Begrenzungen der Wahrnehmung ergeben sich aus der beschränkten Anzahl von Sinnessystemen und den Restriktionen im Arbeitsbereich der Rezeptoren. So können beispielsweise durch die Rezeptoren des Auges nur bestimmte Bereiche aus dem Spektrum elektromagnetischer Wellen verarbeitet werden. Besonders bedeutsam ist diese Selektivität durch Aufmerksamkeitsprozesse. Die Kontrolle der Selektivität wird durch Eigenschaften der äußeren Reize als auch durch die Absichten und Ziele der wahrnehmenden Person, ihrer Motivation und ihrer emotionalen Zustände bestimmt.
  • Erläutern Sie die Konstruktivität der Wahrnehmung.

    Lösung

    Mit Konstruktivität wird umschrieben, dass während der Verarbeitung eines Reizes Ergänzungen vorgenommen werden. So nehmen wird die im Wechsel aufleuchtenden Lichtpunkte unter bestimmten Bedingungen als Bewegung eines Lichtpunktes wahr, bestimmte Anordnungen von schwarzen und hellen Flächen führen zur Wahrnehmung von Scheinkonturen.
  • In welchem Sinne ist Wahrnehmung korrekt?

    Lösung

    Die Wahrnehmung ist nicht korrekt im Sinne der Erzeugung eines Abbildes wie ein Spiegel. Korrekt ist die Wahrnehmung im Hinblick auf die Erzeugung interner Repräsentationen, die erfolgreiches Handeln ermöglichen. Die Wahrnehmung liefert also die Information, die für ein zielgerichtetes und effektives Handeln benötigt wird.
  • Was versteht man unter der Modularität der Wahrnehmung?

    Lösung

    Die Modularität drückt aus, dass das Wahrnehmungssystem als hierarchisch strukturierte Anordnung von relativ unabhängig arbeitenden Teilsystemen aufgefasst werden kann. Eine dieser Ebenen bilden die Sinnessysteme, innerhalb der Systeme sind es Verarbeitungsinstanzen für bestimmte Qualitäten wie Farbe, Form und Geschwindigkeit eines Objektes.
  • Welche Repräsentationen spielen in der Wahrnehmung eine Rolle?

    Lösung

    Innerhalb der Wahrnehmung sind wenigstens zwei Arten von internen Repräsentationen zu unterscheiden: eine modalitätsabhängige neuronale Repräsentation für die verschiedenen Sinnessysteme und eine modalitätsunabhängige amodale Repräsentation. Diese amodale Repräsentation ist die symbolische Repräsentation, in der Elemente und die Beziehungen zwischen Elementen für eine Situation gespeichert sind.
  • Was war die entscheidende Idee der Gestaltpsychologie?

    Lösung

    Die entscheidende Idee der Gestaltpsychologie besagt, dass eine Gesamtheit von Elementen Eigenschaften besitzen kann, welche die einzelnen Elemente allein nicht haben. Beispiele sind die Melodie als Eigenschaft einer Folge von Tönen oder die Bewegungen eines Lichtpunktes als Folge des wechselnden Aufleuchtens von zwei statischen Lichtpunkten.
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Wahrnehmung und Evolution?

    Lösung

    Die Wahrnehmung ist in der Evolution als Anpassungsleistung von Organismen an die Bedingungen ihrer Lebensumwelten entstanden. Solche Anforderungen ergaben sich aus der Suche nach Nahrung, aus dem Bedürfnis nach der Suche von Schutz, aus der Suche nach Partnern für die Fortpflanzung oder allgemein aus den Anforderungen eines sozialen Lebens. Die so ausgebildeten Eigenschaften trägt das Wahrnehmungssystem in sich. Implizit werden sie in den Wahrnehmungsprozessen wirksam, auch wenn sich die heutigen Bedingungen für die Wahrnehmung von denen unterscheiden, unter denen sie sich herausgebildet hat. Beispiele sind heutige virtuelle Umwelten oder die Wahrnehmung eines sich sehr schnell bewegenden Wahrnehmenden.
  • Was versteht man unter der Transduktion?

    Lösung

    Transduktion ist der Prozess der Übersetzung einer Rezeptorreizung in ein neuronales elektrisches Signal.
  • Worauf beruht die Kommunikation im Gehirn?

    Lösung

    Die Kommunikation zwischen den Neuronen im Gehirn erfolgt auf der Grundlage elektrischer Impulse.
  • Was versteht man unter der Adaptation in Sinnessystemen?

    Lösung

    Unter der Adaptation versteht man die Anpassung eines Sinnessystems an relativ konstante Wahrnehmungsbedingungen. Ein Beispiel ist die Dunkeladaptation des visuellen Systems.
  • Was ist ein rezeptives Feld?

    Lösung

    Das rezeptive Feld eines Neurons ist der Ausschnitt aus dem Sehfeld, aus dem Reize das Neuron erregen.
  • Was versteht man unter Plastizität?

    Lösung

    Plastizität ist die Anpassung neuronaler Systeme an bestimmte Eigenschaften der vorrangig zu verarbeitenden Reize. Dies kann zu Änderungen in der Funktionalität neuronaler Areale führen. Infolge der Plastizität ergibt sich eine Erfahrungsabhängigket der Funktionalität neuronaler Systeme.
  • Welches Problem wollte die klassische Psychophysik lösen?

    Lösung

    Die klassische Psychophysik wollte das Messproblem für die Beziehung zwischen Reiz und subjektiver Empfindung lösen.
  • Was ist die adaptive Methode der Schwellenbestimmung?

    Lösung

    Bei der adaptiven Methode der Schwellenbestimmung erfolgt die Auswahl des nächsten Reizes auf der Grundlage der letzen Antwort der urteilenden Person. War die Antwort richtig, so wird ein Reiz mit erhöhter Intensität dargeboten, war die Antwort falsch, so wird die Intensität des zu beurteilenden nächsten Reizes verringert. Auf diese Weise, tastet man sich an die Schwelle heran.
  • Welches Problem der klassischen Psychophysik löst die Signalerkennungstheorie?

    Lösung

    Die Signalerkennungstheorie löst das Problem der Trennung der Sensitivität eines sensorischen Systems von den Urteilsbesonderheiten der Person. Dazu werden sowohl die richtigen als auch die falschen Antworten einer Person in die modellgeleitete Auswertung einbezogen.
  • Welcher Zusammenhang wurde von Stevens mit welcher Methode gefunden?

    Lösung

    Stevens fand mit der Methode der Größenschätzung ein Potenzgesetz für den Zusammenhang zwischen Reizintensität und Empfindungsstärke.
  • Was versteht man unter dem intermodalen Vergleich?

    Lösung

    Beim intermodalen Vergleich wird die Stärke eine Empfindung in einer Modalität durch die Stärke einer Empfindung in einer anderen Modalität ausgedrückt. Eine Person könnte aufgefordert sein, die Helligkeit eines Lichtreizes durch die Einstellung der Lauheit eines Tons auszudrücken.
  • Welche Funktion haben Hornhaut, Linse, Pupille und Retina?

    Lösung

    Hornhaut und Linse führen zu einer Brechung und damit Bündelung des einfallenden Lichtes. Durch die Pupille werden die Lichtmenge und die Tiefenschärfe beeinflusst. Auf der Retina entsteht bei normalsichtigem Auge ein scharfes Abbild, das durch die Transduktion in der Rezeptorschicht der Retina in neuronale Signal transformiert wird.
  • Wie verteilen sich die Rezeptoren auf der Retina?

    Lösung

    Die Zapfen sind vor allem in der Fovea konzentriert, wobei auch die Verteilung der unterschiedlichen Zapfentypen nicht gleichmäßig ist. Die Stäbchen haben ihre höchste Konzentration etwa 20 Grad von der Sehachse entfernt.
  • Was ist eine konvergente Schaltung und was leistet sie?

    Lösung

    In einer konvergenten Schaltung werden die Ausgänge mehrerer räumlich benachbarter Rezeptoren auf eine Ganglienzelle gebündelt. Eine solche Ganglienzelle feuert, wenn die Summe der Aktivitäten dieser Rezeptoren eine Schwelle überschreitet.
  • Wie sieht das rezeptive Feld eines ON-Zentrum-Neurons aus?

    Lösung

    ON-Ganglienzellen haben rezeptive Felder mit einem kreisförmigen Bereich, in dem ein Reiz die Aktivität erhöht, und darum einem ringförmigen Bereich, in dem ein Reiz die Aktivität absenkt.
  • Erläutern Sie die Dunkeladaptation!

    Lösung

    Die Dunkeladaptation stellt die zeitlich erstreckte Anpassung des Sehsystems an Licht sehr geringer Helligkeit dar. Bei Eintritt der Dunkelheit arbeiten die Zapfen. Langsam steigt die Empfindlichkeit. Ab einer bestimmten Stelle, auch Kohlrauschknick genannt, übernehmen die empfindlicheren Stäbchen die Arbeit. Auch sie steigern mit fortlaufender Zeit ihre Empfindlichkeit weiter. Die höchste Empfindlichkeit für schwaches Licht wird nach etwa 20 Minuten erreicht.
  • Welche Hypothese der Verarbeitung wurde durch Mishkin, Ungerleider und Macko (1983) mit welchem Experiment begründet?

    Lösung

    Die Autoren konfrontierten Primaten mit einer Objektunterscheidungsaufgabe und einer Positionsunterscheidungsaufgabe. Bei einer Temporallappenschädigung war die Objektlokalisation möglich, die Unterscheidungsaufgabe dagegen nicht. Bei einer Schädigung im Parietallappen war es umgekehrt. Durch dieses Experiment wurde die Trennung einer Was-Bahn von einer Wo-Bahn der Verarbeitung wahrscheinlich gemacht.
  • Welches Ergebnis spricht für die Modularität der Verarbeitung im Gehirn?

    Lösung

    Milner und Goodale (1995) berichten über Ausfälle einer Patientin nach einer Vergiftung. Eine Besonderheit wies die Patientin auf, wenn sie eine Karte in einen Schlitz mit einer bestimmten Orientierung stecken sollte, ähnlich wie einen Schlüssel in ein Schloss. Das Handeln war bei der Patientin nicht beeinträchtigt. Sie konnte die Karte richtig in den Schlitz stecken. Was sie aber nicht konnte, zeigte sich beim Vergleichen von Orientierungen. Sie konnte nicht demonstrieren, wie die Karte zu halten war, damit sie in eine vorgegebene Orientierung passte. Vergleichspersonen haben damit überhaupt keine Schwierigkeiten. Andere Berichte zeigen, dass es auch Patienten gibt, die den Vergleich beherrschten, aber nicht korrekt handeln konnten. Damit ist dies ein Beispiel für eine doppelte Dissoziation von zwei Teilsystemen der visuellen Verarbeitung: Ein Teilsystem ist für das Handeln zuständig, das andere für das Erkennen.
  • Was versteht man unter lateraler Hemmung und welche Kontrastphänomene können damit erklärt werden?

    Lösung

    Die laterale Hemmung entsteht durch eine Verschaltung in der Netzhaut. Die Hemmung breitet sich in dieser Verschaltung auf räumliche Nachbarn aus und senkt deren Erregungen ab. Damit lassen sich die Kontrastverstärkung der Mach-Bänder und die Phänomene beim Hermann-Gitter erklären.
  • Wieso kann der Koffka-Ring nicht mit lateraler Hemmung erklärt werden?

    Lösung

    Die Phänomene beim Koffka-Ring können mit lateraler Hemmung nicht vollständig erklärt werden. Obwohl ein Halbring vor hellem Hintergrund und ein Halbring vor dunklem Hintergrund erscheinen, wird der Ring insgesamt als einheitlich grau wahrgenommen. Würde sich die Kontrastverstärkung durchsetzen, sollte sich der Graueindruck der beiden Ringhälften unterscheiden. Erst ein Trennstrich an der Berührungsstelle der beiden Ringhälften macht diesen Kontrasteffekt sichtbar.
  • Wie kann das Auflösungsvermögen des Auges gemessen werden?

    Lösung

    Das Auflösungsvermögen des Auges kann u. a. mit Streifenmustern gemessen werden. Ein solches Muster besteht aus einer Anzahl von Wechseln der Grauwerte benachbarter Streifen. Die Anzahl der Wechsel wird auf den Sehwinkel bezogen. Mit Schwellenverfahren wird der Kontrast bestimmt, bei dem die Streifen gerade noch zu sehen sind.
  • Erläutern Sie die Methode der selektiven Adaptation an einem Beispiel!

    Lösung

    Die selektive Adaptation kann am Beispiel der Kontrastempfindlichkeit erläutert werden. Der Nachweis erfolgt in drei Schritten: 1. Es wird für alle Ortsfrequenzen die Kontrastempfindlichkeit gemessen. 2. Für eine kritische Ortsfrequenz wird eine Adaptation des visuellen Systems durchgeführt. Das kritische Muster wird also längere Zeit gezeigt. 3. Der erste Schritt wird wiederholt. In einem Bereich um die kritische Frequenz gibt es dann eine Verminderung der Kontrastempfindlichkeit, die sich in Differenzen der im 1. und 3. Schritt erhobenen Kurven ausdrückt.
  • Welche Arten von Farbmischungen werden unterschieden?

    Lösung

    Es werden eine additive und eine subtraktive Farbmischung unterschieden. Bei der additiven Farbmischung wird Licht unterschiedlicher Farbe gemischt. Der Farbeindruck dieser Mischung entsteht im visuellen System. Bei der subtraktiven Farbmischung, einem Absorptionsphänomen, werden Farbpartikel gemischt. Verarbeitet werden nur die in dieser Mischung nicht absorbierten Wellenlängen des auffallenden Lichts.
  • Was sind Metamere?

    Lösung

    Als Metamere bezeichnet man zwei Leuchtfelder, die zu einer identischen Wahrnehmung führen, aber verschiedene Wellenlängeverteilungen haben.
  • Welche Phänomene kann die Dreifarbentheorie nicht erklären?

    Lösung

    Die Dreifarbentheorie kann das Auftreten farbiger Nachbilder in der Gegenfarbe nicht erklären. Auch die Wirkung von Farbkontrasten ist nicht erklärbar.
  • Nennen Sie zwei Phänomene zur Interaktion von Farben in der Wahrnehmung?

    Lösung

    Phänomene der Wechselwirkung von Farben sind die Farbassimilation und der Farbkontrast. Der Farbkontrast besagt, dass eine Farbfläche den Farbeindruck in Richtung der Gegenfarbe verändert. Farbassimilation bedeutet, dass eine Farbfläche den Farbeindruck eines in der Fläche liegenden Musters aufnimmt. Es sieht so aus, als würde die Farbe der Musters streuen.
  • Welche Funktion hat die Bewegungswahrnehmung in der Verhaltensorganisation?

    Lösung

    Die Bewegungswahrnehmung ist eine Grundlage für die Wahrnehmung von Objekten, da Bewegung als Kriterium für die Trennung von Figur und Hintergrund genutzt werden kann. Die Ermittlung von Richtung und Betrag der Geschwindigkeit einer Bewegung ist für die Handlungskontrolle wichtig.
  • Wie funktioniert ein Bewegungsdetektor?

    Lösung

    Ein neuronaler Bewegungsdetektor ergibt sich unter Ausnutzung einer Verzögerungsschaltung in einem Netzwerk. Nehmen wir eine Bewegung eines Lichtpunktes von links nach rechts an. Wird das Signal des dabei zuerst erregten linken Rezeptors so verzögert, dass sein Ausgang mit dem Ausgang des danach erregten rechten Rezeptors zusammentrifft, so kann eine Schwelle überschritten und Bewegung signalisiert werden. Bewegt sich z. B. ein Lichtpunkt von rechts nach links, können die beiden Erregungen dieser Rezeptoren nicht zu einem Zeitpunkt zusammentreffen. Es wird keine Bewegung signalisiert.
  • Was versteht man unter Scheinbewegungen? Nennen Sie Beispiele!

    Lösung

    Eine Scheinbewegung ist das Auftreten eines Bewegungseindrucks, wenn statische Lichtpunkte in einem bestimmten raumzeitlichen Abstand aufleuchten. Beispiele dafür sind die Bewegungseindrücke bei der Lichtreklame, wenn Leuchten in bestimmten zeitlichen Abstand aufleuchten und einen Bewegungseindruck erzeugen. Ein anders Beispiel ist das Kino, bei dem eine endliche Anzahl von Bildern pro Zeiteinheit gezeigt wird, die aber trotzdem zu einem Bewegungseindruck führen.
  • Erläutern Sie das Ausschnitt- und das Korrespondenzproblem der Bewegungswahrnehmung!

    Lösung

    Das Ausschnittproblem ergibt sich aus der Tatsache, dass sich Teile eines Objektes, die in verschiedenen Ausschnitten des Sehfeldes liegen, scheinbar in unterschiedlichen Richtungen bewegen können. Trotzdem wird allgemein eine einheitliche Objektbewegung wahrgenommen. Das Korrespondenzproblem tritt auf, wenn zwei Einzelbilder eines Objektes verglichen werden müssen. Damit ein Bewegungseindruck entsteht, müssen die Punkte der Bilder einander entsprechend zugeordnet werden. Diese Zuordnung markiert das Korrespondenzproblem.
  • Was wird unter optischem Fluss verstanden?

    Lösung

    Der optische Fluss ist die zeitliche Änderung einer räumlichen Anordnung von Objekten. Ein Beispiel dafür ist die Änderung bei der Annäherung eines Objektes an den Beobachter.
  • Welche Rolle spielt der Komparator beim Reafferenzprinzip?

    Lösung

    Der Komparator ist eine Vergleichsinstanz. Er vergleicht eine Efferenzkopie mit dem Bewegungssignal aus der Retina. Durch diesen Vergleich kann entschieden werden, ob ein Bewegungssignal über eine Bewegung des Objektabbildes über die Retina von einer Augenbewegung (Ausdruck davon ist die Efferenzkopie) oder von einer Bewegung des beobachteten Objektes herrührt.
  • Welche Funktion hat die Tiefenwahrnehmung?

    Lösung

    Eine effektive Handlungskontrolle setzt Information über die Lage der Objekte im Raum und zueinander sowie über die Entfernungen voraus. Die Tiefenwahrnehmung übernimmt diese Funktion.
  • Was unterscheidet monokulare von binokularen Tiefenkriterien?

    Lösung

    Monokulare Tiefenkriterien wie die Verdeckung können mit einem Auge ermittelt werden. Binokulare Tiefenkriterien wie die Disparität setzen Beidäugigkeit voraus.
  • Erläutern Sie die Bewegungsparallaxe und den Texturgradienten?

    Lösung

    Bei einer Bewegung eines Beobachters scheinen sich nahe liegende Objekte schneller zu bewegen als entferntere Objekte. Der Texturgradient beschreibt den Eindruck, der entsteht, wenn eine Fläche, die sich vom Beobachter weg erstreckt, auf der Retina abgebildet wird. In dieser Abbildung werden die Elemente, die diese Textur bilden, immer kleiner. Es entsteht ein Gradient. Ein Beispiel ist die Wahrnehmung eines Strandes, der von Kieselsteinen bedeckt ist.
  • Was sind korrespondierende Punkte bei der Abbildung von Objekten auf der Retina?

    Lösung

    Korrespondierend sind Punkte im Raum dann, wenn sie auf der linken und rechten Retina an der gleichen räumlichen Stelle liegen.
  • Worin besteht das Korrespondenzproblem bei der Tiefenwahrnehmung?

    Lösung

    Das Korrespondenzproblem ergibt sich, wenn wir die Abbildung einer Punktmenge in der linken und rechten Retina betrachten. Die Abbildpunkte müssen richtig zugeordnet werden, um die Punktanordnung korrekt rekonstruieren zu können.
  • Wie wird nach dem Ansatz von Bayes die Mehrdeutigkeit von Anordnungen aufgelöst?

    Lösung

    Der mathematische Ansatz von Bayes erlaubt eine Abschätzung der Auftretenswahrscheinlichkeit einer Anordnung unter Verwendung des Vorwissens.
  • Wie erfolgt die Kombination von Tiefenkriterien bei der Ermittlung der Objektentfernung?

    Lösung

    Verschiedene Tiefenkriterien stehen zur Ermittlung der Objektentfernung zur Verfügung. Eine theoretisch denkbare und empirisch nachgewiesene Kombinationsregel ist eine additive Verknüpfung. Dies bedeutet, dass der Tiefeneindruck ums so deutlicher wird, je mehr Tiefenkriterien zur Verfügung stehen. Dabei können die einzelnen Kriterien je nach Verlässlichkeit unterschiedlich gewichtet sein.
  • Wie kann die Objektkonstanz über die Tiefenwahrnehmung erklärt werden?

    Lösung

    Die Konstanz eines Objektes, insbesondere seiner Größe, kann unter Verwendung der Entfernung hergestellt werden. Je weiter ein Objekt entfernt ist, umso kleiner ist sein retinales Abbild. Die wahre Größe kann daher aus der Abbildgröße und der Entfernung ermittelt werden.
  • Was sind Scheinkonturen? Geben Sie ein Beispiel!

    Lösung

    Scheinkonturen sind das Ergebnis der Wirkung von Organisationsprinzipien der Wahrnehmung. Ein Beispiel sind die Kanten des Würfels in Kap. 2. Obwohl diese Kanten nicht da sind, werden sie in der speziellen Anordnung von schwarzen Kreissegmenten gesehen.
  • Was sind emergente Eigenschaften?

    Lösung

    Verschiedene Elemente können zu einem Objekteindruck zusammengefasst werden. Dabei kann das wahrgenommen Objekt Eigenschaften zugeschrieben bekommen, welche die einzelnen Elemente nicht haben.
  • Erläutern Sie drei Gestaltprinzipien und das Prinzip der Prägnanz!

    Lösung

    Beispiele für Gestaltprinzipien sind Ähnlichkeit, Nähe und gemeinsames Schicksal. Ähnliche Elemente schließen sich zu Gruppen zusammen. Nahe beieinander liegende Elemente bilden gegenüber weiter entfernten Objekten ebenso Gruppen. Nach dem Prinzip des gemeinsamen Schicksals bilden Elemente, die sich mit einer Geschwindigkeit in die gleiche Richtung bewegen, eine Gruppe. Das Prägnanzprinzip besagt, dass von den möglichen Interpretationen einer Elementeanordnung bevorzugt die gewählt wird, die zu einer einfachen und stabilen Struktur der Anordnung führt.
  • Welche Probleme müssen bei der Objekterkennung gelöst werden?

    Lösung

    Eines der Probleme besteht darin, wie ein statisches, ansichtenabhängiges und zweidimensionales Abbild eines Objektes zu einer dreidimensionalen Objektrepräsentation führt. Ein anderes Problem ist die Strukturierung der Gesamtsituation in Elemente und ihre Beziehungen. Ein drittes Problem ist die Sicherung der Objektkonstanz bei sehr variablen Wahrnehmungsbedingungen. Im kulturellen Kontext ist die Lernabhängigkeit von Leistungen der Objekterkennung ein weiteres Problem.
  • Erläutern Sie die wesentlichen Bestandteile der Komponententheorie von Treisman?

    Lösung

    Die Komponententheorie von Treisman besteht aus vier Teilen. Auf einer Ebene müssen die Merkmale eines Objekts erfasst werden. Auf der nächsten Stufe werden die Merkmale durch einen ortsgebundenen Aufmerksamkeitsmechanismus an räumliche Positionen gebunden. Daraus wird eine zeitweilige Objektrepräsentation aufgebaut. In diese Repräsentation fließt auch das Wissen über Objekte im langzeitigen Gedächtnis ein.
  • Beschreiben Sie die Unterschiede der ansichtenabhängigen und ansichtenunabhängigen Ansätze der Objekterkennung!

    Lösung

    Ansichtenabhängige Ansätze gehen davon aus, dass Prototypen gespeichert sind; für jede häufig auftretende Ansicht ein Prototyp. Im Erkennungsprozess muss dann eine Transformation so stattfinden, dass die Objektrepräsentation sich mit einem Prototyp deckt. Ansichtenunabhängige Theorien gehen davon aus, dass es für Objekte Komponenten gibt, die unabhängig von der Ansicht für die Erkennung genutzt werden können. Diese Komponenten und ihre Beziehungen sind die Basis für den Erkennungsvorgang. Ein Beispiel sind die Geone von Biederman.
  • Begründen Sie die Kontextabhängigkeit der Wahrnehmung am Beispiel der Objekterkennung!

    Lösung

    Die Kontextanhängigkeit der Wahrnehmung zeigt sich bei der Beeinflussung der Erkennung von Objekten in Szenen. Die Erkennungszeit variiert mit dem Szenenkontext. Wird ein Objekt an einer typischen Position einer bekannten Szene gezeigt, so geht die Erkennung besonders schnell. Der kontextuelle Szenenrahmen wird besonders schnell für die Objekterkennung wirksam.
  • Wie lässt sich ein Geräusch darstellen?

    Lösung

    Ein Geräusch lässt sich als Mischung von sinusförmigen Tonsignalen unterschiedlicher Wellenlänge und Amplitude darstellen.
  • Was besagt die Ortstheorie der Frequenzunterscheidung?

    Lösung

    Die Grundannahme der Ortstheorie ist, dass jeder Tonhöhe eine räumliche Position auf der Basilarmembran entspricht. Zwei Töne unterschiedlicher Tonhöhe erregen also die Rezeptoren an unterschiedlichen Orten dieser Membran.
  • Welche Faktoren bestimmen das Lautstärkeurteil einer Person?

    Lösung

    Die Lautstärke hängt vom Schalldruckpegel und von der Frequenz ab. Einfluss haben aber auch kognitive Faktoren, wie die Beziehung der Verursachung eines Schallereignisses zum Hörer. Selbsterzeugter Schall wird weniger laut empfunden als fremderzeugter Schall.
  • Was versteht man unter einer Maskierung im auditiven Bereich?

    Lösung

    Maskierung ist eine Verdeckung oder Schwächung eines Tons durch einen nachfolgenden oder vorangehenden Ton.
  • Welche Informationen werden zur Ortung einer Schallquelle ausgenutzt?

    Lösung

    Zwei der wesentlichen Informationen zur Ortung einer Schallquelle sind der interaurale Laufzeitunterschied und die interaurale Schallpegeldifferenz. Ein seitlich vom Kopf erzeugter Schall kommt an dem Ohr, das auf dieser Seite liegt, etwas früher und mit etwas größerer Intensität an. Diese Unterschiede sind frequenzabhängig. In Abhängigkeit von der Position der Schallquelle ändert sich auch die Frequenzzusammensetzung, weil die Filtereigenschaften der Ohrmuschel von der Schallrichtung abhängen.
  • Worin zeigt sich die Konstruktivität der auditiven Wahrnehmung?

    Lösung

    Die Konstruktivität der auditiven Wahrnehmung zeigt sich beispielsweise beim Restorationseffekt. Wird in einem Sprachsignal ein Phonem herausgeschnitten und durch weißes Rauschen ersetzt, hören die Beobachter trotzdem das Phonem. Es wird auf dem Verarbeitungsweg des Sprachsignals ergänzt, obwohl es nicht dargeboten wurde.
  • Was sind Formanten in einem Spektrogramm?

    Lösung

    Ein Spektrum ist eine Darstellung der Frequenzen in einem Schallereignis. Neben der Verteilung der Frequenzen in der Zeit in einer zweidimensionalen Anordnung wird über den Schwärzungsgrad auch die Amplitude dargestellt. In einem solchen Spektrum können bestimmte Frequenzbereiche mit großer Amplitude auftreten. Diese ausgezeichneten Frequenzbereiche sind die Formanten. Sie können in einem Spektrum leicht erkannt werden.
  • Was versteht man unter kategorialer Wahrnehmung?

    Lösung

    Von kategorialer Wahrnehmung spricht man, wenn bei relativ geringer Änderung eines physikalischen Parameters die Wahrnehmung umspringt. Ein Beispiel für einen solchen Parameter ist die Vokaleinsatzzeit bei der Phonemunterscheidung. Dieser Parameter kann in gewissen Bereichen stark variieren, ohne dass sich die Phonemwahrnehmung ändert. Es gibt aber einen relativ kleinen Bereich dieses Parameters, in dem eine geringe Änderung der Vokaleinsatzzeit zu einer Änderung der Phonemwahrnehmung führt.
  • Was sind die wichtigsten Rezeptoren in der Haut?

    Lösung

    Die wichtigsten Rezeptoren der Haut sind Merkel-Körperchen, Ruffini-Körperchen, Pacini-Körperchen und Merkel-Zellen. Sie unterscheiden sich in der Adaptationsgeschwindigkeit und der Frequenzabhängigkeit.
  • Was versteht man unter Zweipunktschwelle?

    Lösung

    Die wichtigsten Rezeptoren der Haut sind Merkel-Körperchen, Ruffini-Körperchen, Pacini-Körperchen und Merkel-Zellen. Sie unterscheiden sich in der Adaptationsgeschwindigkeit und der Frequenzabhängigkeit.
  • Wodurch wird die Schmerzwahrnehmung bestimmt?

    Lösung

    Die Schmerzwahrnehmung wird durch Rezeptoren (freie Nervenendigungen) bestimmt und durch kognitive Faktoren stark modifiziert. Eine Beeinflussung der Aufmerksamkeitszuwendung zu Schmerzreizen hat Auswirkungen auf die Schmerzwahrnehmung.
  • Was ist der sensorische Homunkulus und wie verändert er sich erfahrungsabhängig?

    Lösung

    Der sensorische Homunkulus stellt die Repräsentation der gereizten Körperbereiche im Gehirn dar. Je empfindungssensibler ein Körperbereich ist, umso größer ist das zugeordnete Gehirnareal. So ist auch jedem Körperteil, z. B. Finger, ein solches Areal zugeordnet. Durch zunehmende Übung verändert sich das Areal.
  • Was versteht man unter der haptischen Wahrnehmung?

    Lösung

    Haptische Wahrnehmung bezeichnet die Wahrnehmung von Oberflächen und Formen von Objekten durch das aktive und passive Berühren.
  • Was sind die Grundqualitäten der Geschmackswahrnehmung?

    Lösung

    Die Grundqualitäten der Geschmackswahrnehmung sind salzig, sauer, bitter und süß. Hinzu kommt noch umami als Geschmacksqualität in Verbindung mit glutatmathaltigen Stoffen.
  • Worin bestehen die Besonderheiten der Aromawahrnehmung?

    Lösung

    Die Aromawahrnehmung ist eine Leistung der Zusammenarbeit von Geschmacks- und Geruchssinn.
  • Wie lassen sich individuelle Unterschiede in der Geschmackswahrnehmung begründen?

    Lösung

    Individuelle Unterschiede in der Geschmackswahrnehmung lassen sich über Unterschiede in der Dichte von Geschmacksrezeptoren auf der Zunge begründen. Eine Gruppe, die Superschmecker, hat eine große Dichte und damit erhöhte Empfindlichkeit.
  • In welchem Zusammenhang stehen Geruchsintensität und emotionale Bewertung?

    Lösung

    Es gibt keinen linearen Zusammenhang zwischen Geruchswahrnehmung und emotionaler Bewertung. In bestimmten Bereichen kann die erhöhte Reizintensität zu erhöhter emotionaler Bewertung führen. Bei zu hohen Intensitäten kann sich dieser Zusammenhang dann umkehren.
  • Erläutern Sie die Geruchsadaptation!

    Lösung

    Die Geruchsadaptation ist die Anpassung der Geruchswahrnehmung an eine dauerhafte Reizung. Im Ergebnis dieses zeitlichen Kontexteffektes wird der Wahrnehmungseindruck schwächer.
  • Welche Arten des Zusammenwirkens verschiedener Modalitäten können unterschieden werden?

    Lösung

    Beim Zusammenwirken verschiedener Sinne kann Dominanz, Substitution und Kompensation unterschieden werden. Dominanz bedeutet, dass sich ein Sinnessystem gegenüber dem anderen durchsetzt. Bei der Substitution übernimmt ein Sinnessystem die Funktion des anderen, allerdings nicht auf einem vergleichbaren Niveau. Von Kompensation spricht man dagegen, wenn die Leistungsfähigkeit auf dem gleichen Niveau erreicht wird. Es gibt auch Wechselwirkungen derart, dass sich aus der Zusammenarbeit der Sinnessysteme eine andere Qualität der Wahrnehmung ergibt.
  • Geben Sie ein Beispiel für eine konstruktive Lösung beim Zusammenwirken verschiedener Modalitäten!

    Lösung

    Ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Hören und Sehen: Die Interpretation einer dynamischen visuellen Anordnung ändert sich beispielsweise durch einen irrelevanten auditiven Reiz zu einem bestimmten Zeitpunkt im Ablauf des visuellen Ereignisses.
  • Welche Auswirkungen kann der Ausfall einer Informationsquelle für die neuronale Organisation der Wahrnehmung haben?

    Lösung

    Durch den Ausfall eines Rezeptorsystems werden die zugeordneten neuronalen Areale nicht mehr gebraucht. Diese Areale können dann für andere Funktionen der intakten Sinnessysteme genutzt werden.
  • Was versteht man unter Synästhesie und wie äußert sie sich in Wahrnehmungs- und Gedächtnisleistungen?

    Lösung

    Synästhesie ist die Auslösung eines Wahrnehmungseindrucks in einer Modalität durch eine Erregung in einer anderen Modalität. Diese zusätzliche Information kann die Unterscheidungsfähigkeit von Reizen erhöhen und darüber Such- und Behaltensprozesse beeinflussen.
  • Mit welchen theoretischen Ansätzen lässt sich begründen, dass kulturelle Einflüsse auf die Wahrnehmung zu erwarten sind?

    Lösung

    Alle Ansätze, die einen Top-down-Einfluss auf die Wahrnehmung thematisieren, müssen davon ausgehen, dass kulturabhängiges, in einem Lernprozess erworbenes Wissen einen Einfluss auf die Wahrnehmung hat. Am bekanntesten ist der Versuch des „New Look“, die Wahrnehmung über die Analyse des Einflusses von Motiven, Bedürfnissen und Erwartungen auf die Wahrnehmung zu analysieren.
  • Was konnten Werker und Teas mit ihren Experimenten zur Phonemdiskrimination zeigen?

    Lösung

    Werker und Teas konnten mit ihren Experimenten zur Phonemdiskrimination in verschiedenen Sprachumgebungen zeigen, dass die anfängliche Fähigkeit zur Unterscheidung von Phonemen auch in anderen als der Umgebungssprache mit zunehmender Erfahrung im Umgang mit dieser verloren geht. Die Phonemunterscheidung wird so kanalisiert, dass sie den Anforderungen der Umgebungssprache entspricht.
  • Welche Unterschiede in der Kontextabhängigkeit wurden mit welchem Test gefunden?

    Lösung

    Kulturelle Einflüsse auf die Kontextabhängigkeit der Wahrnehmung wurden mit dem „Rod-and-Frame-Test“ gefunden. Die Beurteilung der Linie in diesem Text erwies sich in unterschiedlichen Kulturen als unterschiedlich kontextabhängig. Westliche Kulturen sind danach in Wahrnehmungsurteilen weniger stark vom Gesamtkontext beeinflusst als ostasiatische Kulturen.
  • Was ist für Lernprozesse in der Wahrnehmung charakteristisch?

    Lösung

    Lernprozesse sind für verschiedene Wahrnehmungsleistungen gefunden wurden. Eine der praktisch bedeutsamen Erkenntnisse ist, dass die Lernleistung sehr stark vom Lernkontext abhängt. Die Übertragung der Lernleistung gelingt oft nur für Kontexte, die eine Ähnlichkeit zum Lernkontext aufweisen.
  • Welche altersbedingten Veränderungen in der Wahrnehmung sind zu erwarten?

    Lösung

    Mit dem Alter können verschiedene Veränderungen infolge der Veränderung an den Sinnessystemen auftreten. Beispiel sind die Altersweitsichtigkeit oder die Altersschwerhörigkeit. Beispielsweise kann sich die Dynamik der Einstellung der Pupillenweite verändern oder die Flexibilität in der Einstellung der Linsenkrümmung verringern.
  • Was macht die Analyse der Wahrnehmungsprozesse von Kleinkindern neben dem praktischen Wert für die Wahrnehmungspsychologie so bedeutsam?

    Lösung

    Die Analyse von Wahrnehmungsprozessen bei Kleinkindern ermöglicht eine Überprüfung von Hypothesen über die Grundleistungen, wie Adaptationsleistungen in der Evolution entstanden sind. Diese Leistungen bilden das Gerüst, von dem aus die Entwicklung analysiert werden kann.
  • Wie kann überprüft werden, welche Verarbeitungsstufe die nicht beachtete Information im Paradigma des dichotischen Hörens erreicht hat?

    Lösung

    Broadbents Filtertheorie nimmt an, dass überhaupt keine Information über den nicht beachteten Kanal verarbeitet wird (Alles-oder-nichts-Prinzip). Dieser Annahme widerspricht eine Reihe von Befunden, für die Treisman in ihrer Attenuationstheorie eine Erklärung bietet. Wie der Name nahelegt, wird in dieser Theorie davon ausgegangen, dass nicht beachtete Information in abgeschwächter (attenuierter) Weise verarbeitet wird. Ähnlich wie in der Filtertheorie durchläuft aus den sensorischen Systemen stammende Information eine Hierarchie von Verarbeitungsstufen (physikalische Reizmuster ® Silben ® Wörter ® usw.). Verändert man nun die auf dem nicht beachteten Ohr zugespielten Botschaften in Bezug auf Eigenschaften, die unterschiedlichen Verarbeitungsniveaus entsprechen (z. B. physikalisch: Tonhöhe; semantisch: Wortbedeutung), so lässt sich das erreichte Verarbeitungsniveau dadurch feststellen, ob die Veränderung von den Probanden berichtet bzw. das Verhalten indirekt beeinflusst wird (z. B. durch Veränderung des psychogalvanischen Hautwertes bei Nennung des Names der Heimatstadt)
  • Anhand welcher Befunde kann erklärt werden, dass visuelle Aufmerksamkeit durch Dimensionen determiniert ist?

    Lösung

    Ergebnisse aus Experimenten zur visuellen Suche zeigen, dass ein Zielreiz, der sich durch ein auffälliges Merkmal von einer variablen Menge von Distraktoren unterscheidet, schnell und scheinbar ohne Anstrengung gefunden wird (die Suchleistung ist unabhängig von der Distraktormenge), wobei das spezifische Merkmal keine Rolle spielt.
    Ein roter Apfel in einem Korb voller grüner Äpfel springt dem Beobachter ins Auge, genau so, wie ein grüner Apfel unter roten.
    Unterscheidet sich der Zielreiz durch eine einzigartige Konjunktion von Merkmalen von den Distraktoren, so ist eine Integration über Dimensionen hinweg notwendig (die Suchleistung ist abhängig von der Distraktormenge), wobei wieder die spezifischen Merkmale unwichtig sind. Die Entscheidung, ob sich ein kleiner roter Apfel unter großen roten Äpfeln und kleinen grünen Äpfeln befindet, ist genau so schwierig, wie die Suche nach einem großen grünen unter kleinen grünen und großen roten Äpfeln. Ein limitierender Faktor der visuellen Aufmerksamkeit können also Merkmalsdimensionen sein. Theoretische Modelle, die von einer dimensionsbasierten Kontrolle der Aufmerksamkeit ausgehen, sind Treismans Merkmalsintegrationstheorie und Wolfes Modell der gesteuerten Suche.
    Alternative Ansätze nehmen an, dass Aufmerksamkeit orts- bzw. objektbasiert ist; d. h., die visuellen Informationen in einem umschriebenen Bereich des visuellen Feldes werden selektiert bzw. Aufmerksamkeit setzt auf der Ebene integrierter Objekte ein.
  • Durch welche Eigenschaften zeichnen sich visuelle Suchen nach Merkmals- bzw. Konjunktionszielreizen aus?

    Lösung

    Bei Merkmalssuchen ist die Such-Reaktions-Zeit unabhängig von der Menge der Distraktoren und der Suchbedingung. Die Zeit für die Entscheidung, ob sich ein Zielreiz in einem Display befindet oder nicht, wird durch die Anzahl der Objekte im Suchdisplay (Displaygröße) nicht beeinflusst. Im Detail heißt das, dass sich die Reaktionszeiten in Durchgängen mit bzw. ohne Zielreiz nicht unterscheiden. Die Steigung der Suchfunktionen, die die Suchreaktionszeit in Abhängigkeit von der Displaygröße darstellen, ist flach. Der y-Achsen-Abschnitt der Suchfunktion (der Zeitpunkt, zu dem die Suchfunktion die y-Achse durchschneidet), der ein Maß für die Schwierigkeit der Suche darstellt, ist bei Merkmalssuche niedriger als bei Konjunktionssuchen. Insgesamt legen die Suchleistungen in Merkmalssuchen nahe, dass die Entscheidung auf Grundlage einer parallelen Analyse aller Suchitems getroffen wird. In Merkmalskonjunktionssuchen sind die Suchfunktionen abhängig von der Displaygröße und der Suchbedingung (Zielreiz ab- bzw. anwesend). Die Suchfunktion steigt (linear) mit der Displaygröße an und die Steigung der Suchfunktionen für Zielreiz-abwesend- zu Zielreiz-anwesend-Durchgänge ist bei ungefähr 2:1. Dieses Muster legt den Schluss nahe, dass in Durchgängen ohne Zielreiz zur korrekten Feststellung, dass sich kein Zielreiz im Display befindet, alle Displayitems abgesucht werden müssen; man spricht daher von einer exhaustiven Suche. In Durchgängen mit Zielreiz wird dieser gefunden, nachdem (statistisch) die Hälfte aller Suchitems inspiziert wurde; man spricht von einer selbstbeendenden Suche. Insgesamt legen die Suchleistungen in Konjunktionssuchen nahe, dass die Entscheidung über die An- bzw. Abwesenheit eines Zielreizes auf Grundlage einer seriellen Analyse getroffen wird, in der ein Item nach dem anderen verarbeitet wird.
  • Welche behavioralen und neurokognitiven Erklärungen existieren für Neglekt?

    Lösung

    Patienten mit unilateralem Neglekt haben Schwierigkeiten, Reize auf der kontralateral zu einer Hirnschädigung liegenden Raumseite zu explorieren. Meist liegt eine Schädigung im rechten inferioren posterioren parietalen Kortex vor; dabei werden Stimuli im linken visuellen Halbfeld vernachlässigt, während Stimuli im rechten, ipsilateral zur Läsion gelegenen Halbfeld weitgehend unbeeinträchtigt bleiben. Neglekt kann als Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit interpretiert werden, die sich als ein Defizit der ortsbezogenen Aufmerksamkeit ausdrückt. Diese Interpretation stützt sich auf Untersuchungen, die zeigen, dass die primären sensorischen und motorischen Strukturen meist intakt sind, dass also die Anfangs- und Endphase der sensumotorischen Verarbeitung funktionieren sollte. Allerdings ist diese Verarbeitung nicht ausreichend, um eine bewusste Repräsentation zu erzeugen, die intentionales Handeln ermöglichen würde. Unter der Annahme, dass Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle bei der Erzeugung bewusster Repräsentation spielt, kann Neglekt als attentionale Beeinträchtigung angesehen werden.
  • Auf welche Weise können die behaviorale und die neurokognitive Analyseebene integriert werden?

    Lösung

    Die Integration behavioraler und neurokognitiver Forschungsergebnisse steht an ihrem Anfang. Ein Vorschlag in die Richtung ist die „Hypothese der integrierten Kompetition“. Im Zusammenhang mit der visuellen Verarbeitung macht die Hypothese im Wesentlichen drei Grundannahmen:
    1. Die Verarbeitung visueller Stimuli erfolgt in den verteilten visuellen Gehirnsystemen in kompetitiver Weise. Eine erhöhte neuronale Reaktion auf ein Objekt ist verbunden mit einer verminderten Antwort auf andere Objekte. Dies ist das neuronale Äquivalent zur attentionalen Kompetition auf behevioraler Ebene.
    2. Verhaltensrelevante Objekte bekommen durch Präaktivation bzw. Bahnung der relevanten neuronalen Populationen einen kompetitiven Vorteil. Wenn beispielsweise eine Aufgabe das Beachten der Farbe „Rot“ bedingt, werden die auf rot reagierenden Neuronen in farbselektiven Teilen der visuellen Verarbeitung präaktiviert. Dieses Priming kann als neuronales Äquivalent zu einem attentionalen Bias auf Verhaltensebene betrachtet werden.
    3.Die Kompetition erfolgt in integrierter Weise zwischen den Gehirnsystemen. Das heißt, wenn ein Objekt in einem Teil dieses visuellen Netzwerkes dominiert, tendiert es dazu, das gesamte Netzwerk zu kontrollieren. Das gesamte Netzwerk entwickelt sich durch die übergreifende Dominanz dieses einen Objekts hin zu einem Zustand, in dem das Objekt überall dominant ist. Dadurch werden die verschiedenen Eigenschaften des Objekts der Handlungssteuerung zugänglich gemacht.
    Kompetition ist objektbasiert und Aufmerksamkeit wird als ein Zustand des gesamten Netzwerks betrachtet.
  • Welche Faktoren bestimmen die Leistung von Personen in Situationen, in denen mehrere Aufgaben gleichzeitig ausgeführt werden sollen?

    Lösung

    Ähnlichkeit der Aufgaben bezüglich der zu nutzenden Input- und Outputsysteme und der involviertenkognitiven Prozesse bei der Informationsverarbeitung, Übung der Aufgaben, Schwierigkeit der Teilaufgaben, Planung und Organisation optimaler Aufgabenkoordination.
  • Welche Arten der Aufteilung von Aufmerksamkeit zwischen kognitiven Prozessen kennen Sie?

    Lösung

    Alles-oder-Nichts-Verteilung; zum Beispiel als Erklärung für das Phänomen der psychologischen Refraktärperiode; diese Art der Verteilung führt zu einer seriellen Anordnung kognitiver Prozesse wobei ein Prozess 1 beendet sein muss bevor ein nächster Prozess 2 beginnen kann, wenn es zwischen beiden zur Alles-oder-Nichts-Verteilung der Aufmerksamkeit kommt.
    Graduelle Aufteilung der Aufmerksamkeit zwischen den Prozessen, wobei die Menge an Aufmerksamkeit, die einer Aufgabe A zugeteilt wird, nicht mehr für die Ausführung einer Aufgabe B zur Verfügung steht.
    Bei sehr grober zeitlicher Auflösung von Prozessen (z. B. mehrere Sekunden) ist es methodisch äußerst schwierig zwischen beiden Arten zu unterscheiden, da ein schnelles Hin- und Herschalten der Aufmerksamkeit (mit jeweiliger Alles-oder-Nichts-Verteilung; „Multiplexing“) den Eindruck einer gleichzeitigen und graduellen Verteilung der Aufmerksamkeit erzeugen kann.
  • Unter welchen Verhaltensbedingungen ist das Wirksamwerden und die Funktionsweise exekutiver Kontrolle besonders gut zu beobachten?

    Lösung

    Kognitive Mechanismen der exekutiven Kontrolle sind insbesondere dann gut zu beobachten, wenn die Zielerreichung während einer ablaufenden Handlung schwierig ist. Das können Situationen sein, in denen z. B. der Kontext für oder die Handlungen selbst neuartig sind, besonders schwierige Teilhandlungen auszuführen sind, Fehler vermieden werden sollen, eine Handlungsoption gegen eine andere automatisch aktivierte Handlung durchgesetzt werden muss oder mehrere Handlungen (wie bei Doppeltätigkeiten) koordiniert werden müssen.
  • Welche exekutiven Funktionen sind mit dem Funktionieren des lateralen präfrontalen Kortex verbunden?

    Lösung

    Zum Beispiel: Planung und Antizipation von Verhalten und Verhaltenszielen, Aufrechterhaltung von aufgabenrelevanten Repräsentationen, flexibler Wechsel zwischen Handlungsalternativen und Reaktionen, Unterdrückung von nicht adäquaten Reaktionen, Koordination von multiplen Aufgaben und multiplen Handlungszielen. Je nach Autor können jedoch noch Teilfunktionen hinzukommen oder durch andere ersetzt werden.
  • Auf welche Befunde stützen sich die jeweiligen Annahmen zu den jeweiligen Funktionen?

    Lösung

    1. Planung und Antizipation von Verhalten und Verhaltenszielen: Alltagsprobleme von Patienten mit Frontalhirnstörungen und Leistungsdefizite dieser Patienten bei Aufgaben wie der Mehrfachbesorgungsaufgabe („Multiple Errands Test“) oder der Problemlöseaufgabe Turm von London.
    2. Aufrechterhaltung von aufgabenrelevanten Repräsentationen: Befunde aus Patientenstudien zeigen, dass Patienten mit Frontalhirnläsionen bei solchen Arbeitsgedächtnisanforderungen besonders gestört sind, die die Aufrechterhaltung der Information und ihren Schutz vor Interferenz durch zusätzliche Stimuli fordern. Weiterhin zeigen Befunde mit bildgebenden Verfahren, dass es im lateralen präfrontalen Kortex zur verstärkten neuronalen Aktivität kommt, je mehr Information im Arbeitsgedächtnis gespeichert und verarbeitet werden muss.
    3. Flexibler Wechsel zwischen Handlungsalternativen und Reaktionen: Patienten mit Störungen im Frontalhirn weisen besondere Schwierigkeiten bei der Wisconsin-Kartensortieraufgabe auf; diese Schwierigkeiten werden mit dem Begriff der Perseveration umschrieben.
    4. Unterdrückung von nicht adäquaten Reaktionen: Schwierigkeiten bei der Unterdrückung von nicht adäquaten Reaktionen machen sich bei Patienten mit Störungen im Frontalhirn durch das Utilisationsverhalten bemerkbar.
    5. Koordination von multiplen Aufgaben und multiplen Handlungszielen: Befunde aus Patientenstudien zeigen, dass Patienten mit Frontalhirnläsionen besondere Schwierigkeiten in Multitasking-Anforderungen im Vergleich zu Gesunden aufweisen. Weiterhin weisen Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren darauf hin, dass der laterale präfrontale Kortex zusätzlich aktiviert ist, wenn Personen zwei Aufgaben gleichzeitig miteinander koordinieren müssen, im Vergleich zur isolierten Ausführung der einzelnen Aufgaben.
  • Warum kommt es bei Patienten mit Läsionen des Frontalhirns häufig zur Perseveration und zum Utilisationsverhalten?

    Lösung

    Nach einer Theorie von Norman und Shallice hat das Frontalhirn die Funktion eines Supervisory Attentional System (SAS). Das SAS kann die Selektion und die Ausführung von Handlungen in komplexen Situationen dadurch steuern, dass die Aktivationswerte von Handlungsschemata selektiv den jeweiligen Bedürfnissen der Situation entsprechend verändert werden. Zusätzliche Quellen durch die sich die Aktivationswerte eines Handlungsschemas speisen sind z. B. Aktivation durch andere Schemata und Aktivation durch externe oder interne Informationen. Da bei einem Frontalhirnpatienten das SAS als Quelle der intentionalen Änderung der Aktivationswerte von Handlungsschemata ausfällt, führt die gegenseitige Aktivierung durch jeweils aktive Handlungsschemata und z. B. durch verarbeitete Stimulusinformationen, welches Schema ausgeführt wird. Beim Perseverationsverhalten aktiviert ein und dasselbe Handlungsschema sich immer wieder selbst, ohne dass dessen Ausführung durch die SAS unterbrochen wird. Beim Utilisationsverhalten aktiviert die bloße Anwesenheit eines Stimulus im Sichtfeld des Patienten (z. B. ein Glas Saft) das mit diesem Stimulus verbundene Handlungsschema (Saft austrinken etc.) und es kommt zur unmittelbaren Ausführung der Handlung, weil das SAS nicht eingreifen kann, wenn die Handlung nicht zur Situation passt (z. B. Glas einer anderen Person).
  • Fertig!

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