Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Axiome der Kommunikation nach Watzlawick
    Ein Modell, welches fünf Basisannahmen menschlicher Kommunikation formuliert: 1. Axiom zur Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren, 2. Axiom zum Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation, 3. Axiom zur Interpunktion von Ereignisfolgen, 4. Axiom zu digitaler vs. analoger Kommunikation und 5. Axiom zu symmetrischer vs. komplementärer Kommunikation.
  • Ergebnisse bzw. Folgen des kommunikativen Handelns
    Betreffen die Wirkungen der Kommunikationsprozesse auf die Beteiligten: Bei den Adressierten entsteht zum einen ein Eindruck bezüglich des Sendenden, zum anderen ein Eindruck bezüglich des in der Botschaft angesprochenen Themas.
  • Erklärungen
    Erfolgen in der Regel als Interaktion zwischen einer Person die einer anderen eine Erklärung anbietet. Gute Erklärungen sind u. a. unter Berücksichtigung der Problematik, des Vorwissens und anderer Charakteristika des Gegenübers formuliert. Sie können interpretativ, deskriptiv, oder begründend sein. Interpretative Erklärungen beziehen sich auf die Fragen nach dem WAS (z. B. „Was bedeutet das für meine Prüfungsnote?“). Im Zentrum der Erklärung steht das Deuten oder Klären eines Sachverhalts bzw. Spezifizieren der zentralen Bedeutung einer Aussage bzw. eines Ausdruckes. Deskriptive Erklärungen behandeln Fragen nach dem WIE (z. B. „Wie kann ich mich optimal auf eine mündliche Prüfung vorbereiten?“). Im Mittelpunkt der Erklärung stehen folglich Prozesse, Strukturen und Vorgehensweisen. Begründende Erklärungen beziehen sich auf die Frage WARUM (z. B. „Warum muss ich mich eigenverantwortlich um das Vorhandensein notwendiger Technik für meine Präsentation bemühen?“). Diese Erklärungen beinhalten Begründungen, die beispielsweise auf Prinzipien oder Motive verweisen. Begründende Erklärungen lassen sich unterteilen in kausale Erklärungen, die auf Ursache-Folge-Beziehungen fokussieren und funktionale Erklärungen, die sich auf Funktionen beziehen.
  • Feedback
    Während der Interaktion vermittelte Informationen, die Teilnehmende ihren Gegenübern als Reaktion auf Information oder Handeln rückmelden. Diese können die weitere Kommunikation beeinflussen. Es kann zwischen internal und external übermitteltem Feedback unterschieden werden. Internales Feedback bezeichnet Rückmeldungen aus dem eigenen Körper (z. B. Herzklopfen während eines Vortrages als Zeichen der Nervosität). External übermitteltes Feedback nehmen wir visuell, auditiv oder taktil aus unserer Umgebung auf (z. B. interessierter Gesichtsausdruck der Zuhörenden während des Vortrages; begeistertes Klatschen nach der Zuhörenden nach einem Vortrag; Schulterklopfen nach einer erfolgreichen Verteidigung der Diplomarbeit).
  • Fragen
    Dienen dazu, Konversationen zu initiieren, aufrechtzuerhalten und zu leiten. Antworten können von dem Fragentyp, der Formulierung sowie von formalen Aspekten der Fragen beeinflusst werden. Fragentypen sind beispielsweise offene Fragen, geschlossene Fragen und Suggestivfragen.
  • Haptische Signale
    Berührungen, die im Kommunikationsverlauf eingesetzt werden können und häufig zu einer positiven Beurteilung der berührenden Person führen. Unter welchen Umständen man wen wie berühren darf, unterliegt gesellschaftlichen Normen, die kontextabhängig sind und kulturell variieren.
  • Individualkommunikation
    Informationsaustausch zwischen einer potenziell begrenzten Anzahl an Individuen, der sich in die Subkategorien direkte Individualkommunikation und medienvermittelte Individualkommunikation differenzieren lässt.
  • Integratives Kommunikationsmodell nach Hargie und Kollegen
    Unterscheidet sechs Bestandteile von Kommunikation: 1. Merkmale der Person und Merkmale der Situation (= Person-Situation-Kontext), 2. Ziel(-e), 3. vermittelnde Prozesse, 4. Antwortverhalten, 5. Feedback und 6. Wahrnehmung. Barrieren, die den Kommunikationsprozess erschweren, können auf jeder der sechs Stufen auftreten.
  • Interpersonale Kommunikation
    Mindestens zwei Individuen nehmen einen Informationsaustausch vor. Je nach Anzahl der empfangenden Personen werden zwei Subtypen unterschieden. Ist die Anzahl empfangender Personen potenziell begrenzt handelt es sich um den Subtyp Individualkommunikation. Ist die Anzahl empfangender Personen potenziell unbegrenzt, handelt es sich um den Subtyp Massenkommunikation.
  • Intrapersonale Kommunikation
    Die Informationsaufnahme und Informationsverarbeitung erfolgt innerhalb eines Individuums (z. B. Selbstgespräche). Ziele dieser Kommunikation sind u. a. Selbstmotivation sowie Selbst- und Zeitmanagement.
  • Kommunikationsformen
    Lassen sich u. a. nach der Anzahl der Adressaten in intrapersonale Kommunikation und interpersonale Kommunikation unterteilen. Auf einer darunterliegenden Ebene können Individualkommunikation und Massenkommunikation als Formen der interpersonalen Kommunikation unterschieden werden. Auf einer darunter liegenden Ebene können Individual- und Massenkommunikation weiter unterteilt werden, da beide Formen sowohl direkt als auch medienvermittelt erfolgen können. Schließlich können medienvermittelte Individualkommunikation und medienvermittelte Massenkommunikation in nicht-digital vermittelte (d. h. setzt keinen PC voraus) und digital vermittelte Kommunikation (setzt PC voraus) unterschieden werden.
  • Kommunikationsmetapher
    Ein bildhafter Vergleich, der dazu dient das Konstrukt Kommunikation mit Hilfe vorhandener Erfahrungen zu veranschaulichen (z. B. Metapher der Übertragung von Botschaften oder Container-Metapher).
  • Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
    Unterscheidet vier Seiten einer Nachricht: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Menschliche Kommunikation kann nach diesem Modell analysiert werden. Dies kann jeweils mit Blick auf die sendende oder die empfangende Person erfolgen.
  • Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver
    Ein Encoder-/Decoder Modell, welches die Übertragung von Botschaften thematisiert. Die dabei unterschiedenen Elemente der Kommunikation sind Sender, Kodierer, Signal, Kanal, Dekodierer, Empfänger sowie mögliche Störungen.
  • Kommunikationspsychologie
    Ist eine vergleichsweise junge Teildisziplin der Psychologie. Sie beschäftigt sich mit Einflussfaktoren auf Kommunikation, Kommunikationsverhalten und Ergebnissen bzw. Folgen des kommunikativen Handelns.
  • Kommunikationsregeln nach Rogers
    Ein Modell das Grundlagen für den Aufbau einer unterstützenden therapeutischen Beziehung beschreibt. Die drei dort beschriebenen Basiskomponenten für therapeutisches Handeln sind Empathie, Kongruenz sowie emotionale positive Wertschätzung.
  • Kommunikative Kompetenz (Kommunikationskompetenz)
    Bezeichnet die Fähigkeit von Kommunizierenden, angemessenes Verhalten auszuwählen und so interpersonale Ziele zu erreichen, ohne Interessen des Gegenübers massiv zu verletzen. Sie ist ein Aspekt der sozialen Kompetenz und stellt einen wichtigen Faktor für Erfolg im beruflichen und privaten Leben dar. Kommunikative Kompetenz umfasst einerseits die Fähigkeit, angemessene Wege für die Übertragung einer Botschaft zu finden und andererseits die Fähigkeit, das Befinden und Anliegen eines Gegenübers zu erkennen.
  • Körpersprache
    Eine Unterform von nonverbaler Kommunikation, wobei jede Körpersprache nonverbale Kommunikation ist, aber nicht jede nonverbale Kommunikation ist auch Körpersprache. Ein Beispiel: Wenn Klaus Ines zunickt, ist das Körpersprache. Er nutzt seinen Körper und nur diesen, um mit ihr zu kommunizieren. Fährt er mit einem Porsche an ihr vorbei, um ihr zu imponieren, ist das ebenfalls nonverbale Kommunikation, aber keine Körpersprache. Er nutzt ein Statussymbol zur Kommunikation. Körpersprache umfasst Gestik, Kopfbewegungen, Körperhaltung, Augen- und Blickkontakt sowie den Gesichtsausdruck.
  • Lachen und Humor
    Lachen erfüllt vor allem kommunikative Funktion und erfolgt nicht nur in Gesprächen mit befreundeten, sondern auch mit fremden Personen. Humor kann von Gruppen genutzt werden, um die soziale Bindung zu stärken bzw. Gruppenkohäsion aufzubauen, Stress entgegenzuwirken, aggressiven Gefühlen Ausdruck zu verleihen oder sich gegen Angriffe von außen abzuschirmen.
  • Massenkommunikation
    Kommunikation mit öffentlicher Informationsvermittlung und potenziell unbegrenzter Zahl empfangender Personen. Die wichtigsten Bestimmungspunkte von Massenkommunikation sind in Anlehnung an Maletzke (1972): 1) Aussagen sind meist öffentlich; 2) meist dienen Medien als Mittel zur Verbreitung der Botschaft; 3) die Verbreitung erfolgt meist indirekt; 4) es handelt sich meist um eine einseitige Kommunikation und 5) die Empfangenden werden als disperses Publikum verstanden. Dispers bezeichnet hierbei den Umstand, dass sich die Empfangenden in der Regel nicht untereinander kennen, dass sie keine Beziehungen zueinander haben. Die Empfangenden bilden einen großen Personenkreis, der weder in sich homogen noch genau definierbar ist. Massenkommunikation kann in direkte Massenkommunikation ohne Einsatz von Medien und medienvermittelte Massenkommunikation mit Einsatz von Medien unterteilt werden.
  • Merkmale der Person
    Können prägend auf den Kommunikationsprozess einwirken. Sie umfassen das (Vor-) Wissen einer Person, ihre Motive, ihre Einstellungen, ihre Persönlichkeit, ihre Emotionen, ihr Alter und Geschlecht. Die Persönlichkeit wirkt beispielsweise insofern auf den Kommunikationsprozess ein, als gezeigt wurde, dass Personen mit geringer Selbstwertschätzung in Konfliktsituationen die Kommunikation über E-Mail bevorzugen wohingegen Personen mit hoher Selbstwertschätzung die Face-to-Face-Kommunikation präferieren, um interpersonell schwierige Situationen zu klären.
  • Merkmale der Situation
    Beeinflussen neben Personenfaktoren den Rahmen eines Kommunikationsprozesses. Die Schlüsselmerkmale einer Situation sind Zielstruktur (d. h. Welche Ziele bestehen in der Situation und durch welche Teilschritte sind diese zu erreichen?), Rollen (d. h. Welches Verhalten ist in der Situation angemessen und welches Verhalten wird von mir erwartet?), Umgebung (d. h. Wie fühlen sich die Interagierenden in der Gesprächsumgebung?) sowie Sprache und Sprechweise (d. h. Welche Anforderungen stellt die Situation an Sprachstil und Ausdrucksvermögen?).
  • Nonverbale Kommunikation
    Legt den Fokus auf der Art und Weise, WIE wir etwas sagen. Nonverbale Kommunikation kann simultan erfolgen (d. h. beide Interagierende können gleichzeitig nonverbal kommunizieren; z. B. durch gegenseitigen Blickkontakt Interesse und Aufmerksamkeit bekunden), verläuft eher kontinuierlich (d. h. ohne klaren Anfang und Ende) und gibt häufig Aufschluss über emotionale Belange. Sie umfasst haptische Signale, Körpersprache, Proxemik und Aspekte der äußeren Erscheinung.
  • Physische Charakteristika
    Bilden die Basis, auf der sich Eindrücke über Ethnie, Geschlecht oder Alter einer Person entwickeln. Wie wir unser Gegenüber wahrnehmen, wird unter anderem von dessen Attraktivität, Körpergröße, -form    und Kleidung beeinflusst.
  • Proxemik
    Umfasst Aspekte der Territorialität, des persönlichen Raumes und der interpersonellen Distanz sowie Fragen der Ausrichtung und Sitzanordnung.
  • Psychologische Kommunikationsmodelle
    Können nach Krauss und Fussel (1996) je nach ihrer Schwerpunktsetzung in vier Modellkategorien unterteilt werden. Unterschieden werden Encoder-/Decoder-Modelle, Intentionsorientierte Modelle, Modelle der Perspektivübernahme und Dialog-Modelle.
  • Verbale Kommunikation
    Legt den Fokus in der Regel auf den Inhalt der Botschaft. Verbale Kommunikation verläuft in der Regel sequenziell (d. h. meist wechseln sich die Interagierenden in ihrer Sprechrolle ab), nutzt Symbole in Form von Wörtern und adressiert vor allem kognitive Belange.
  • Ziele
    Eine mentale Repräsentation angestrebter Endzustände, welche Inhalts- und Prozesselemente beinhaltet. Es lassen sich beispielsweise instrumentelle von konsumatorischen, sowie explizite von impliziten Zielen unterscheiden.
  • Zuhören
    Ermöglicht es, Aufmerksamkeit zu bekunden und die Botschaft, die das Gegenüber mitteilen will, zu fokussieren. Auch bildet Zuhören die Basis für kritische Reflektionen über das Gesagte. Eine Spezialform des Zuhörens bildet das aktive Zuhören.
  • Bestimmungstücke der Kommunikation nach Six et al. (2007)
    Six et al. (2007) nennen sechs Bestimmungsstücke der Kommunikation. Es liegen vor: 1. Teilnehmende, 2. eine Botschaft, 3. Kommunikationsmittel und -modalitäten. Kommunikation ist: 4. kontextgebunden, 5. interaktiv und 6. mehr oder weniger intentional.