Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Arbeitslosigkeit
    Eine Situation, die gekennzeichnet ist durch 1. das Nichtvorhandensein einer Erwerbsarbeit 2. Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt 3. Suche nach Erwerbsarbeit. Details der Definition von Arbeitslosigkeit variieren in verschiedenen Ländern, diese drei Kernelemente sind aber immer enthalten.
  • Beruf-Familie-Konflikt (B-F-Konflikt)
    Der B-F-Konflikt bezeichnet Störungen des Familienlebens (F) durch gleichzeitige Anforderungen im beruflichen Bereich (B).
  • Berufliche Entwicklungsaufgaben
    Ein wichtiger Auslöser beruflicher Entwicklungsprozesse sind sog. Entwicklungsaufgaben, die als geteilte normative Erwartungen von der sozialen Umgebung an das Individuum herangetragen werden. Die erfolgreiche Bewältigung einer Entwicklungsaufgabe führt zu Zufriedenheit und Anerkennung, während das Versagen bei einer Entwicklungsaufgabe das Individuum unglücklich macht, auf Ablehnung durch die Gesellschaft stößt und zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Entwicklungsaufgaben führt.
  • Berufliche Passung
    Das normative Passungsmodell der Berufsfindung postuliert die Wichtigkeit einer objektiven Passung zwischen individuellen Lernpotenzialen und den spezifischen Anforderungen bestimmter Berufe sowie der Passung zwischen den Bedürfnissen von Personen und den Gratifikationen, die sie innerhalb eines bestimmten Berufes erlangen können. Für die Laufbahnentwicklungstheorie kommt es dagegen weniger darauf an, was eine Person objektiv leisten kann und leistet und wie gut sie objektiv zu einem bestimmten Beruf passt, sondern wie die betroffene Person selbst die individuelle Passung wahrnimmt und einordnet. Die Kongruenz mit dem Selbstkonzept einer Person ist dort also die entscheidende Größe beruflicher Passung.
  • Bürgerschaftliches Engagement
    Der besonders in der politischen Diskussion verwendete Begriff hebt die gesellschaftliche Bedeutung freigemeinnützigen Engagements hervor. Bürgerschaftliches Engagement ist freiwillig, nicht auf materiellen Gewinn gerichtet, gemeinwohlorientiert, findet im öffentlichen Raum statt und wird i. d. R. gemeinschaftlich ausgeübt. Die Bezeichnung „bürgerschaftlich“ betont Motive und Wirkungen wie etwa die Übernahme von Verantwortung für andere oder den Erwerb gemeinschaftlicher Kompetenz. Der Begriff wird zunehmend auch auf das Engagement, das von Unternehmen geleistet wird, ausgedehnt. Viele der bürgerschaftlich bzw. freiwillig Engagierten präferieren die Bezeichnungen „Freiwilligenarbeit“ oder „Ehrenamt“ für ihre Tätigkeit.
  • Direktmarketing
    Beim Direktmarketing entsteht ein direkter Kontakt zwischen Kunde und Unternehmen. Dies kann geschehen, indem das Unternehmen die Kunden etwa in Anschreiben oder Anrufen direkt anspricht. Zum Direktmarketing zählen aber auch Formen, in denen umgekehrt der Kunde den Kontakt mit dem Unternehmen aufnimmt, etwa indem er das Unternehmen anruft, eine Mail schickt oder direkt dort Waren bestellt.
  • Diskonfirmationsparadigma
    Das Diskonfirmationsparadigma erklärt die Entstehung von Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit durch den Vergleich der erwarteten Leistung (Soll-Leistung) mit der vom Kunden subjektiv wahrgenommenen Leistung (Ist-Leistung). Werden die Erwartungen erfüllt (Konfirmation) bzw. übererfüllt (positive Diskonfirmation), entsteht Zufriedenheit, bei Nichterfüllung (negative Diskonfirmation) Unzufriedenheit.
  • Einstellungsübertragung
    Die Einstellung zur Werbung wird auf die beworbene Marke übertragen. Handelt es sich um emotionale Werbung, wird die Übertragung mit Merkmalen der Werbegestaltung und nicht mit deren Argumenten begründet.
  • Elaboration-Likelihood-Model (ELM, auch: Verarbeitungs-Wahrscheinlichkeits-Modell)
    Das ELM unterscheidet zwischen zentraler und peripherer Verarbeitung von Argumenten/Informationen. Beim zentralen Weg, der bei hoher Motivation/Fähigkeit wahrscheinlich ist, wirkt sich vor allem die Qualität von Informationen auf Einstellungsänderungen aus. Beim peripheren Weg (bei niedriger Motivation/Fähigkeit) hingegen sind periphere Reize (z. B. der Status des Senders) entscheidend.
  • Emotionale Konditionierung
    Ein unbekannter Markenname wird gemeinsam mit emotionsauslösenden Reizen (Begriffe, Bilder, Gerüche, Musik) dargeboten, sodass die emotionale Bedeutung der Reize auf die Marke übertragen wird.
  • Emotionale Werbung
    Emotionale bzw. transformationelle Werbebotschaften versuchen, angenehme Gefühle, Emotionen oder Stimmungen zu erzeugen und sie auf die beworbenen Marken zu übertragen.
  • Entscheidungsstrategie
    Entscheidungsstrategien beschreiben unterschiedliche Vorgehensweisen bei Kaufentscheidungen. Im Vordergrund steht dabei, welche Produkte und welche Produkteigenschaften in welcher Reihenfolge beachtet werden. Die Strategien unterscheiden sich in der aufgenommenen Informationsmenge, dem produkt- vs. eigenschaftsorientierten Vorgehen, dem kompensatorischen vs. nonkompensatorischen Vorgehen und der Selektivität, mit der Produkte oder Eigenschaften herausgegriffen werden.
  • Erfolg beruflicher Selbstständigkeit
    Sammelbegriff für ökonomische und psychologische Bewertungskriterien beruflich selbstständigen und/oder unternehmerischen Verhaltens. Ökonomische Kriterien sind Umsatzzahlen, Gewinnmargen, Investitionen und Wachstumskennziffern, psychologische Kriterien tätigkeitsbezogene Gefühlsbindungen, die Selbsteinschätzung unternehmerischer Leistungen, Arbeitszufriedenheit und Wohlbefinden.
  • Explizite Verfahren
    Verfahren, deren Zielsetzung für die Testperson leicht durchschaubar ist, z. B. wenn direkt nach einer Einstellung, Erinnerung oder Verhaltensabsicht gefragt wird. Explizite Verfahren sind gut interpretierbar, können aber nur das erfassen, was der Testperson bewusst ist und was diese auch preisgeben will.
  • Externalisierung
    Abwälzung eigener Verantwortung auf andere. Abgewälzt werden entweder Aufwendungen, z. B. für die Regeneration eines durch Tagebau zerstörten Ökosystems, oder Lasten, z. B. Lärmbelästigung. Es sind Kosten, die der Abwälzende selbst tragen müsste, indem er die Aufwendungen begleicht oder die Belastung vermeidet. Durch die Unterlassung macht er sie zu externen Kosten, spart also interne Kosten ein. Es sind private Kosten, wenn sie durch eine private Nutzung (Fischfang, Autofahren) entstehen. Es sind öffentliche Kosten, wenn sie für ein Gemeinschaftsgut (Denkmal, Polizei) anfallen.
  • Familie-Beruf-Konflikt (F-B-Konflikt)
    F-B-Konflikte bezeichnen Störungen des Berufslebens (B) durch gleichzeitige Anforderungen im familiären Bereich (F).
  • Feedbackeffekt
    Produkte, die unter einer Marke geführt werden, können einen Einfluss auf das Image der Marke haben. Ist dies der Fall, spricht man von einem Feedbackeffekt. Feedbackeffekte können bei erfolgreichen Produkten auftreten, aber im ungünstigen Fall auch bei Produkten, die aufgrund von Fehlern oder mangelnder Qualität schlecht beurteilt werden.
  • Förderung beruflicher Selbstständigkeit
    Summe von Maßnahmen mit dem Ziel, die individuelle Bereitschaft, sich beruflich selbstständig zu machen, zu verstärken und die Häufigkeit von Unternehmensgründungen zu erhöhen. Fördermaßnahmen in der Ausbildung sind Teil universitärer Studiengänge. Zu den Fördermaßnahmen in der Weiterbildung gehören Existenzgründerseminare sowie Beratungs- und Coachingangebote.
  • Freigemeinnützige Tätigkeit
    Unter freigemeinnütziger Tätigkeit wird unbezahlte, organisierte, soziale Arbeit verstanden, die mit einem Zeitaufwand verbunden ist und persönlich erbracht wird. Daher wird etwa das Spenden von Geld in dieser Definition nicht mit eingeschlossen. Freigemeinnützige Tätigkeiten einer bestimmten Person könnten prinzipiell auch von einer anderen Person ausgeführt werden und könnten bezahlt werden, sofern es für die entsprechenden Leistungen einen Markt oder staatliche Finanzierung gäbe.
  • Gefühl als Motiv
    Das Modell betont die motivierende Wirkung von Gefühlen, die in der Werbung als Folge der Nutzung der beworbenen Marken in Aussicht gestellt werden.
  • Geldillusion
    Personen orientieren ihr Denken und wirtschaftliches Handeln nicht am realen, sondern am nominalen Wert des Geldes (also seinem Zahlenwert). Der Geldillusion unterliegt beispielsweise eine Person, die eine Erhöhung ihres Nominallohns von 3 % zum Anlass nimmt, ihre Nachfrage nach Konsumgütern zu steigern, obwohl die Inflationsrate ebenfalls 3 % beträgt und ihr Reallohn somit unverändert geblieben ist.
  • Gesundheitsförderung
    Gesundheitsförderung umfasst alle der Gesundheit dienlichen Maßnahmen einer Gesellschaft. Die Gesundheitsförderung zielt insbesondere auf die Förderung von Ressourcen ab und will damit die Entwicklung positiver Gesundheit stärken.
  • Gesundheitskompetenz
    Gesundheitskompetenzen sind die Fähigkeiten eines Individuums oder einer Gruppe, Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die eigene Gesundheit auswirken.
  • Glaubwürdigkeit
    Glaubwürdigkeit ist im engen Sinne eines der zentralen Merkmale des Senders, die darüber entscheiden, ob die Kommunikation überzeugend wirkt. Wichtige Determinanten sind Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz. Im weiteren Sinne bezieht sich Glaubwürdigkeit auch auf Merkmale der Botschaft, des Kontextes und des Kanals der Kommunikation.
  • Herdenverhalten
    Uniformes Verhalten von Marktteilnehmern (z. B. dass nahezu alle plötzlich bestimmte Aktien kaufen wollen) selbst in Situationen, in denen dies objektiv von der Informationslage her nicht gerechtfertigt ist.
  • Heuristic-Systematic-Model (HSM, auch: heuristisch-systematisches Modell)
    Das HSM besagt, dass Menschen Informationen systematisch (bei hoher Motivation/Fähigkeit) und heuristisch (bei niedriger Motivation/Fähigkeit) verarbeiten können. Somit ist das HSM dem ELM sehr ähnlich. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass das HSM zusätzlich zwischen drei Motiven unterscheidet: dem Verteidigungsmotiv, nach dem Menschen ihre Meinungen beibehalten möchten, dem Wahrheitsmotiv, nach dem Menschen sich eine realistische Meinung bilden möchten, und dem sozialen Motiv, nach dem Menschen bestimmte soziale Ziele (z. B. Anerkennung) erreichen möchten.
  • Hierarchie-von-Effekten-Modell
    Vor allem in den 1970er Jahren bekannt gewordene Unterscheidung von verschiedenen Werbewirkungsmodellen, wobei diese eine unterschiedliche „hierarchische“ Abfolge von Werbewirkungseffekten unterstellen. Die drei bekanntesten Hierarchie-von-Effekten-Modelle sind die Lernhierarchie („learn-feel-do“), die Dissonanz-Attributions-Hierarchie („do-feel-learn“) und die Geringes-Involvement-Hierarchie („learn-do-feel“).
  • Imagetransfer
    Als Imagetransfer bezeichnet man die Übertragung eines Markenimages auf Produkte, die unter der Marke geführt werden. Einen Imagetransfer erhofft man sich insbesondere bei Produkten, die im Rahmen einer Produktlinien- oder Markenerweiterung neu unter der Marke geführt werden.
  • Implizite Verfahren
    Verfahren, deren Zielsetzung nicht unmittelbar durchschaut werden kann, z. B. projektive Techniken oder Reaktionszeitverfahren. Hierdurch lassen sich auch kritische Themen, schwer verbalisierbare Sachverhalte und Unbewusstes erfassen. Die erhobenen Daten sind allerdings häufig mehrdeutig und schwer interpretierbar.
  • Involvement
    Unter Involvement ist ein individueller, interner Zustand der Erregung oder Aktiviertheit eines Menschen zu verstehen, wobei dieser Zustand unterschiedlich intensiv sein kann, unterschiedlich lange andauern kann und im Allgemeinen auch auf bestimmte Objekte oder Ereignisse gerichtet ist.
  • Kohärenzgefühl
    Kohärenzgefühl beschreibt das Gefühl eines Menschen, das Leben sei verstehbar, sinnvoll und bewältigbar.
  • Kommerzialisierung
    Der Prozess der Transformation von marktfreien Ansprüchen, Tätigkeiten und Tauschrelationen in marktgängige Produkte und Dienstleistungen, also der Verwandlung von informellen in professionelle Dienste und von menschlichen Beziehungen in Waren („commodities“). Zum Problem wird dieser kulturelle Prozess durch die Externalisierung, soweit diese die Marktgüter verbilligt und dadurch die Balance der marktfreien und der marktgängigen Güter gefährdet.
  • Kommunikationskomponenten
    Kommunikationskomponenten sind der Kontext, der Sender, die Botschaft, der Kanal und der Empfänger.
  • Konsumentensouveränität
    Der Begriff ist an das Konzept der Volkssouveränität angelehnt und soll ausdrücken, dass die Konsumenten durch ihre Kaufentscheidungen die Produktion gemäß ihren Bedürfnissen steuern, ähnlich wie die Wähler durch ihre Wahlentscheidungen. Wie bei den politischen Wahlen setzt dies voraus, dass den Konsumenten geeignete Alternativen angeboten werden, dass sie äußere und innere Entscheidungsfreiheit haben und dass sie zutreffend informiert sind.
  • Kontingenzansatz
    Der Kontigenzansatz beschreibt bei Kaufentscheidungen, wie die Wahl einer Entscheidungsstrategie in Abhängigkeit von Zielen der Konsumenten und Kontextfaktoren getroffen wird.
  • Kontraproduktivität
    Die Summe von Maßnahmen und Verhaltensweisen, die zur Schädigung öffentlicher Güter beitragen.
  • Kundenbindung
    Kundenbindung umfasst das bisherige Wiederkauf- und Weiterempfehlungsverhalten von Kunden sowie die Absicht zum Wiederkauf, Zusatzkauf bzw. zur Weiterempfehlung.
  • Kundenzufriedenheit
    Kundenzufriedenheit ist die kognitive und emotionale Bewertung der gesamten Erfahrungen mit einem bestimmten Anbieter und dessen Produkten.
  • Latente Funktionen von Arbeit
    Nach Jahoda (1983) ermöglicht Erwerbsarbeit – ohne dass dies ihr eigentlicher Zweck wäre – das Erleben von fünf Arten von Erfahrungen, die wichtig für die Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit sind. Diese fünf latenten Funktionen sind: Zeitstruktur, Sozialkontakt, Teilhabe an kollektiven Zielen, Status/Identität und Aktivität. Im Fall von Arbeitslosigkeit kommt es zu einem Mangel hinsichtlich dieser fünf latenten Funktionen, was zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit führt.
  • Manipulation
    Manipulation besteht, wenn folgende Kriterien einer Kommunikation erfüllt sind: 1) Der Sender beeinflusst den Empfänger bewusst. 2) Der Sender nimmt keine Rücksicht auf mögliche Nachteile für den Empfänger. 3) Der Sender verfolgt damit den eigenen Vorteil. 4) Der Sender verwendet dabei nicht oder kaum zu durchschauende Techniken und lässt dem Empfänger damit das Gefühl der freien Entscheidung.
  • Markenarchitektur
    Die Anordnung und Verbindung von Marken in einem Unternehmen wird als Markenarchitektur bezeichnet. Unternehmen können Marken isoliert (Einzelmarkenstrategien) oder aber in verschiedener Art und Weise miteinander verbunden führen. So ist es beispielsweise möglich, unter einer Dachmarke verschiedene Submarken zu führen.
  • Markenbekanntheit
    Die Anzahl von Personen, die eine Marke kennen, wird als Markenbekanntheit bezeichnet. Es wird in der Marktforschung unterschieden, ob die Markenbekanntheit gestützt (Kennen Sie die Marke XY? – ja/nein) oder ungestützt (Welche Marken im Bereich XY kennen Sie?) erfasst wird.
  • Markenerweiterung
    Die Erweiterung einer Marke in eine neue Produktkategorie wird als Markenerweiterung bezeichnet (z. B. von Porsche Automobilen zu Porsche Sonnenbrillen).
  • Markenidentität
    Die Gesamtheit der wesensprägenden Eigenschaften einer Marke, die diese unverwechselbar machen, wird als Markenidentität bezeichnet. Die Markenidentität ist ein Konzept der Markenführung.
  • Markenimage
    Die Wahrnehmung einer Marke durch die Verbraucher. Das Markenimage entspricht im Gedächtnis repräsentierten Assoziationen und Wissensstrukturen.
  • Market Research Online Community (MROC)
    Zu Marktforschungszwecken erschaffene, geschlossene Online Community. In MROCs untersuchen Marktforscher mit ausgewählten Versuchspersonen spezifische Fragestellungen unter Verwendung vielfältiger Methoden.
  • Marketingmix
    Unter dem Begriff „Marketingmix“ fasst man die verschiedenen Tätigkeitsfelder des Marketings zusammen. Mit der Bezeichnung „Mix“ soll dabei angedeutet werden, dass das Marketing auf das Zusammenspiel dieser Felder ausgerichtet und somit keine auf ein Gebiet allein beschränkte Tätigkeit ist. Üblicherweise unterscheidet man vier Elemente des Marketingmix: Produktpolitik, Preis- und Konditionenpolitik, Vertriebspolitik, Kommunikationspolitik.
  • Nachhaltigkeit
    Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Erhaltung und Kultivierung der natürlichen und gesellschaftlichen Lebens- und Produktionsgrundlagen anzustreben, damit auch die künftigen Generationen keine geringere Chance haben als die heutigen, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Eine kürzere Formulierung dafür ist „die Substanz erhalten“, eine konkretere „keine nichtabsorbierbaren privaten Kosten auf Umwelt und Gesellschaft abwälzen (externalisieren)“.
  • Online Access Panel
    Pool von Personen, die sich bereit erklärt haben, gelegentlich an Untersuchungen via Internet teilzunehmen.
  • Outplacement
    Eine vom Arbeitgeber finanzierte Beratungsleistung, bei der einem freizusetzenden Mitarbeiter Unterstützung bei der Suche nach einem neuen, qualifikations- und bedürfnisangemessenen Arbeitsplatz gegeben wird. Die Beratung findet üblicherweise als Einzel- und teilweise auch als Gruppenberatung statt und umfasst verschiedene Elemente wie z. B. Aufarbeitung der Trennungserfahrung, Situationsanalyse, Zielformulierung, Erstellung eines Stärken- und Schwächenprofils, Planung des Vorgehens bei der Bewerbung, Unterstützung bei der Formulierung von Bewerbungsunterlagen, Training für Bewerbungsgespräche und Supervision des Bewerbungsprozesses.
  • Persuasion
    Persuasion ist die Veränderung von Einstellungen durch soziale Einflussnahme im Rahmen von Kommunikationsakten.
  • Positiver Transfer
    Positiver Transfer bezeichnet im Rahmen der Lebensgestaltung das Ausmaß, in dem die Teilhabe an und das positive Erleben in einem Lebensbereich (z. B. Berufsarbeit) durch die Fähigkeiten und Erfahrungen erleichtert werden, die sich aus der Teilhabe an einem anderen Lebensbereich (z. B. Familie) ergeben.
  • Preisstruktur
    Zur Preisstruktur zählt alles, was die Aufteilung und Kommunikation von Preisen betrifft. Preisstrukturen können sich auf den effektiven Preis eines Produktes auswirken. Dies gilt z. B., wenn sich der Preis auf eine Grundgebühr und Einheitenpreise aufteilt. Zu Preisstrukturen gehören aber auch rechnerisch irrelevante Variationen bei der Darstellung von Preisen. So ist es z. B. ökonomisch irrelevant, ob man für ein mehrdimensionales Angebot einen Pauschalpreis angibt oder ob man bei gleicher Endsumme für einzelne Komponenten des Angebots die Preise eigens ausweist. Diese beiden unterschiedlichen Kommunikationsformen desselben Endpreises werden allerdings von Konsumenten als unterschiedlich attraktiv bewertet.
  • Priming
    Priming ist die Beeinflussung der kognitiven Verarbeitung von Reizen durch eine vorhergehende Aktivierung impliziter Gedächtnisinhalte. Diese zumeist unbewusst ablaufende Bahnung kann sowohl durch visuelle und auditorische als auch taktile oder olfaktorische Reize ausgelöst werden. Erleichtert der vorangegangene Reiz die Verarbeitung des folgenden Stimulus, spricht man von positivem Priming, wird die Verarbeitung hingegen erschwert, wird dieser Vorgang als negatives Priming bezeichnet.
  • Produktlinienerweiterung
    Die Ausdehnung einer Marke innerhalb einer Produktkategorie, z. B. durch die Spezifizierung eines vorhandenen Produkts, wird als Produktlinienerweiterung bezeichnet (z. B. Hinzufügen eines „Shampoo for Men“ zur Shampoo-Serie).
  • Psychologische Marktforschung
    Die systematische Sammlung, Analyse und Interpretation von Informationen über Konsumenten und deren Motive, Wünsche, Bedürfnisse und subjektive Vorstellungen mit dem Ziel, das Konsumentenverhalten zu erfassen und ursächlich zu verstehen.
  • Rationale Kaufentscheidung
    Eine rationale Kaufentscheidung meint die Wahl des optimalen Produkts, das i. d. R. durch die Beachtung, Gewichtung und Integration aller Informationen über die angebotenen Produkte ermittelt wird.
  • Salutogenese
    Salutogenese beschreibt personale und soziale Ressourcen, die Belastungen erfolgreich bewältigen helfen und die Gesundheit fördern. Im Vordergrund steht die Frage, was den Menschen gesund erhält, und nicht, was den Menschen krank macht (Pathogenese).
  • Schattenwirtschaft
    Schattenwirtschaft wird als Oberbegriff für alle wirtschaftlichen Tätigkeiten angesehen, die außerhalb der statistisch erfassten Wirtschaft stattfinden.
  • Social Entrepreneur
    Unternehmer, der nicht in wirtschafts-, sondern bürgernahen Sektoren aktiv ist und weniger von individuellen Erwerbsinteressen geleitet wird als von Interessen, sich dort zu engagieren, wo aufgrund problematischer gesellschaftlicher Entwicklungen und sozialer Missstände Veränderungen erforderlich sind (Bekämpfung von Armut, Analphabetismus, Umweltzerstörung, Schutz von Kindern, Benachteiligten, Minderheiten).
  • Soziales Dilemma
    Ein soziales Dilemma bezeichnet einen Konflikt, in dem die individuell gewinnbringende Handlung, würde sie von allen gewählt werden, für die Gesamtheit einen Verlust darstellt.
  • Tätigkeitsgesellschaft
    Vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit in früh industrialisierten Ländern gerät das Modell der Lohnarbeitsgesellschaft immer stärker in die Kritik. Erwerbsarbeit, als eine Form von Tätigkeit, soll künftig stärker in Bezug zu anderen Tätigkeitsformen wie z. B. Hausarbeit und freigemeinnützige Arbeit gesetzt werden. Ziel ist die Neubewertung des gesamten Spektrums menschlicher Tätigkeit, wobei dies nicht nur anhand geldökonomischer Werte gemessen werden soll. Durch die Gleichgewichtung unterschiedlicher Tätigkeiten in der Gesellschaft soll die Arbeitslosigkeit reduziert und gleichzeitig eine Aufwertung anderer Tätigkeitsformen außerhalb der Erwerbsarbeit ermöglicht werden.
  • Teuro-Illusion
    Im deutschsprachigen Raum nachgewiesenes Phänomen, dass im Zusammenhang mit der Einführung des Euros systematisch stärkere Preissteigerungen wahrgenommen werden als tatsächlich erfolgt sind. Dieses Phänomen beruht v. a. auf der Erwartung von Preissteigerungen und auf dem Mechanismus der selektiven Fehlerkorrektur: Je höhere Preissteigerungen erwartet werden, desto höhere Preissteigerungen werden auch wahrgenommen. Bei der Umrechnung von der alten Währung in die neue werden nur solche Rechenfehler korrigiert, die den Erwartungen widersprechen, nicht jedoch solche, die mit ihnen im Einklang stehen.
  • Theorie der Schutzmotivation
    Diese Theorie zeigt auf, wie Motivation und Fähigkeit von Rezipienten erhöht werden können, um Einstellungs- und Verhaltensänderungen zu erreichen.
  • Tracking im Internet
    (Teil-)verdeckte Verhaltenserfassung im Internet. Es existieren mehrere Anwendungsbereiche, wie die Nutzung allgemeiner Internetseiten, sozialer Netzwerke, E-Commerce-Seiten oder mobiler Endgeräte (z. B. Smartphones).
  • Trade-off
    Wenn kein Produkt zwei wichtige Produkteigenschaften in sich vereint, muss ein Kompromiss gewählt werden, d. h. es wird zugunsten einer positiv ausgeprägten Produkteigenschaft auf eine andere positive Eigenschaft verzichtet und dafür eine negative Ausprägung dieser Eigenschaft in Kauf genommen.
  • Transformationelle Werbung
    Konsumenten erleben die gleichen Gefühle wie die Protagonisten in der Werbung, wenn sie die beworbenen Marken verwenden.
  • Unternehmerische Persönlichkeit
    Typus von Person, die aufgrund einer genetischen Prädisposition, frühkindlichen Prägung und Sozialisation im Elternhaus eine Affinität zu beruflicher Selbstständigkeit besitzt. Die unternehmerische Persönlichkeit zeichnet sich durch Eigenschaften und Kompetenzen aus, deren Ausprägungen empirisch fundierte Unterschiede zu abhängig beschäftigten Personen erkennen lassen.
  • Urteilsheuristik
    Kognitive „Faustregeln“ bei der Urteilsbildung, die in vielen Situationen hinreichend genaue Urteile bei geringem Verarbeitungsaufwand erlauben. Sie machen sich einen regelhaften Zusammenhang zwischen leicht zu verarbeitenden Hinweisreizen und der infrage stehenden Urteilsdimension zunutze. Da der Zusammenhang zwischen diesen Hinweisreizen und der tatsächlichen Ausprägung des Urteilsgegenstands jedoch nicht perfekt ist, kann es zu systematischen Urteilsverzerrungen oder Urteilsfehlern kommen.
  • Vandalismus
    Vandalismus bezeichnet die bewusste illegale Beschädigung oder Zerstörung fremden Eigentums.
  • Werbewirkungsmodell
    Ein System von theoretischen Aussagen, das empirisch überprüfbare Hypothesen über das Zusammenspiel verschiedener psychologischer Prozesse bei der Entstehung von Werbewirkung formuliert.
  • Work-Life-Balance
    Work-Life-Balance bezeichnet ein Themengebiet, in dessen Vordergrund Fragen zur funktionalen alltags- und biografiebezogenen Relation zwischen Berufs- und Privatleben stehen. Der Prozess der Balancierung dient der Maximierung positiver Erlebensqualitäten bzw. Minimierung negativer Erlebensqualitäten in den verschiedenen Lebensbereichen.
  • Zwei-Prozess-Modell
    Eine Familie von Modellvorstellungen, in denen angenommen wird, dass in Abhängigkeit von einem oder mehreren Moderatoren (Randbedingungen) einer von zwei Prozessen besonders bedeutsam ist. Beispiele für Zwei-Prozess-Modelle sind das Verarbeitungswahrscheinlichkeitsmodell und das heuristisch-systematische Modell.
  • Zweiseitige Argumentation
    Als Argument wird eine Aussage bezeichnet, die als Begründung für eine weitere Aussage herangezogen wird. Zweiseitige Argumentation besagt, dass neben Argumenten, die für eine bestimmte Meinung/Entscheidung sprechen (einseitige Argumentation), auch Gegenargumente genannt werden.