Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Absicht/Zielintention
    "Definiert erwünschten Endzustand der bisher noch nicht erreicht worden ist. Somit handelt es sich hierbei um ""Ziele"" im landläufigen Sinne."
  • Abwehr
    Abwehr ist eine Form der Bewältigung negativer Emotionen durch Vermeidung der (selbstkonfrontativen) Auseinandersetzung mit dem Erlebten.
  • Adaptationsniveau
    Nach Helson indifferente Nullpunkt-Lagen von Bezugssystemen, die jedem Wahrnehmungseindruck und jedem Beurteilungsvorgang zugrunde liegen. Das Adaptationsniveau verschiebt sich ständig in Richtung der gemachten Erfahrungen.
  • Affektregulation
    "Fähigkeit, die durch die (selbstkonfrontative) Auseinandersetzung mit unangenehmen Erfahrungen ausgelöste negative Emotion dauerhaft herunterzuregulieren, so dass sie in das Netzwerk eigener Erfahrungen (d. h. in das ""Selbst"") integriert wird."
  • Aktivationspotential
    Situationsvariablen, die das Individuum aktivieren (anregen), ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Nach Berlyne sind dies vor allem solche Merkmale einer Situation, die inkongruent oder im Konflikt sind mit den Erwartungen der Person. Daneben spielen auch affektiv starke externale Stimuli (z.B., bedrohliches Tier) oder internale Bedürfnisse eine aktivierende Rolle.
  • Akzeptanz von Zielen
    In der ersten Phase des Handlungsprozesses legen Menschen Ziele für zukünftige Handlungen fest. Die damit verbundenen motivationalen Prozesse können rational-reflektierend oder unbewusst, irrational und spontan ablaufen. Dabei ist nicht so entscheidend, ob die Ziele fremdgesetzt, vereinbart oder als eigene Ziele definiert sind, wichtig ist allein die Akzeptanz von Zielen.
  • Amygdala
    Teil des limbischen Systems, der aus rund 15 verschiedenen Kernen besteht. Er arbeitet im Vorbewussten und wird häufig als diejenige Hirnstruktur betrachtet, die für das emotionale Färben von Informationen zuständig ist. - Ist mit einer Vielzahl von Gehirnregionen verschaltet und erhält sensorische Informationen aus dem Thalamus und Neokortex. - Kann charakterisiert werden als eine Motivationseinheit, die sich auf etwas richtet und deren Aktivität durch sensorische Informationen aus allen Phasen der kognitiven Verarbeitung beeinflusst wird.
  • Anreiz
    Konstrukt, das situative Reize bezeichnet, die einen Motivationszustand anregen können. Im Kern dieses Konstruktes stehen dabei affektive Reaktionen, die eine grundlegende (basale) Bewertung vornehmen.
  • Anschlussmotivation
    Das zeitlich überdauernde Bestreben, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und eine wechselseitig positive Beziehung aufzubauen, die alle Beteiligten als bereichernd erleben.
  • Anspruchsniveau
    "Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe, den eine Person bewältigen will, um mit ihrer Leistung zufrieden sein zu können. - Kann auf zwei Wegen erfasst werden: Durch die freie Wahl von Aufgaben, die in ihrem Schwierigkeitsgrad variieren; oder durch die Setzung eines Leistungsziels für eine Aufgabe, die im Hinblick auf Kriterien der Menge und Qualität unterschiedlich gut gemeistert werden kann."
  • Äquivalenzklassen von Situationen
    Äquivalenzklassen von Situationen ähneln sich hinsichtlich bestimmter Strukturmerkmale, z.B., indem sie Leistungshandeln oder aber Intimität erleichtern, indem sie sehr rasche Entscheidungen erfordern oder aber gründliches, langes Abwägen nahelegen.
  • ARAS
    Aufsteigendes retikuläres Aktivationssystem
  • Attributionale Theorien
    Theorien, die sich mit den Fragen nach den Auswirkungen von Attributionen (Ursachenzuschreibungen) auf Verhalten und Erleben befassen. Die zugeschriebenen Ursachen eines Handlungsergebnisses determinieren die nachfolgenden Erwartungen sowie affektive Reaktionen, die ihrerseits Einfluss auf die Motivation und das Verhalten nehmen. Attributionstheoretische Überlegungen sind u.a. zur Erklärung der Genese von Depressionen, aggressiven Verhaltens oder auch Hilfeverhaltens von zentraler Bedeutung.
  • Attributionsstil
    Persistierende Persönlichkeitseigenschaft, die durch ein individuell bevorzugtes Attributionsmuster gekennzeichnet ist. - Bezeichnet somit die Neigung einer Person, bestimmte Ursachenerklärungen relativ situationsunabhängig anzuwenden. So werden beispielsweise beim depressionstypischen Attributionsstil Erfolge eher externalen, variablen und spezifischen Ursachenfaktoren (z.B. Glück) zugeschrieben, Misserfolge hingegen eher internalen, stabilen und globalen (z.B. mangelnde Fähigkeiten).
  • Attributionstheorien
    Eine Gruppe von Theorien, die sich mit dem Zustandekommen von Attributionen (Ursachenzuschreibungen) befassen. Attributionstheorien beschreiben zum einem die Mechanismen und Informationsprozesse, aufgrund derer Handlungen oder Ereignisse einer bestimmte Ursachen zugeschrieben werden. Zum anderen geben sie Antworten darauf, wann und aus welchem Grund Attributionen auftreten und wie lange und wie intensiv nach den Ursachen eines Ereignisses gesucht wird.
  • Aufforderungscharakter
    Objekte, die der Entspannung oder der Bedürfnisbefriedigung dienen können, gewinnen einen so genannten Aufforderungscharakter, eine Valenz, die sie aus ihrer Umgebung heraushebt und zielgerichtetes Aufsuchungsverhalten anzieht.
  • Aufsuchen – Meiden
    Fundamentale Verhaltensausrichtungen, die sich durch positive und negative Zielvalenzen ergeben.
  • Bedürfnis
    Spezifischer Mangel- oder Störungszustand im Organismus (wie Hunger, Durst oder Schmerz), der einen unspezifischen Trieb von bestimmter Stärke und mit verhaltensaktivierender Funktion hervorruft.
  • Betaendorphin
    Ein natürlich vorkommendes Opioid, das mit der Motivation, sich putzen zu lassen, in Zusammenhang zu stehen scheint. Der Spiegel dieses Opioids im Nervensystem nimmt bei Tieren beim Putzen zu.
  • Bewusstseinslage
    Bestimmte Art von kognitiver Orientierung, die für die Erledigung der in einer bestimmten Handlungsphase anstehenden Aufgabe förderlich ist.
  • Bezugsnormen
    Gütemaßstäbe (oder Standards), mit deren Hilfe die Qualität einer Leistung bewertet werden kann. Bei einer individuellen Norm werden aktuelle Leistungen in Relation zu eigenen früheren Leistungen bewertet. Bei einer sozialen Norm wird die eigene Leistung in Relation zur Leistung relevanter anderer Personen bewertet. Bei einer sachlichen Norm erfolgt die Leistungsbewertung nach einem vorab festgelegten Kriterium (z.B. Lernerfolg), das einer Aufgabe immanent ist (z.B. die Anzahl oder der Prozentsatz an Aufgaben, deren Lösung erforderlich ist, um von einem Lernerfolg sprechen zu können).
  • Biopsychologie
    Teilgebiet der Psychologie, das die Zusammenhänge zwischen neuronalen, hormonellen und biochemischen Prozessen im Körper und Verhalten erforscht. Es versucht mit Hilfe von experimentellen und klinischen Methoden zu untersuchen, wie sich psychologische Zustände und Vorgänge (Verhalten) und biologische Strukturen und Funktionen wechselseitig beeinflussen. Es betrachtet Lebensprozesse aller Organe, jedoch vorrangig die Funktionsweise des Gehirns.
  • Charisma
    Die Fähigkeit von Führungspersönlichkeiten, ihren Gefolgsleuten ein Gefühl von Macht, Kontrolle und Selbstbestimmtheit zu vermitteln.
  • Cholecystokinin (CCK)
    Neurohormon, das verstärkt ausgeschüttet wird, je mehr Essen in den Darm gelangt. Es wirkt auf den Nervus vagus ein, der ein Signal für die Sättigung an das Gehirn aussendet. Daher trägt es dazu bei, die Motivation zum Essen zu hemmen. Ein hoher Spiegel des Cholecystokinin (CCK) führt zu Übelkeit.
  • Cortex, lateral präfrontaler (LPFC)
    Einer der phylogenetisch am spätesten entwickelten Teile des Cortex. Er wirkt an vielen wichtigen geistigen Funktionen mit, einschließlich der Sprache (Broca-Areal), des Arbeitsgedächtnisses, der Enkodierung und des Abrufs von Gedächtnisinhalten sowie der motorischen Steuerung. Aus motivationaler Sicht am wichtigsten: Er ist der Ort im Gehirn, an dem Ziele und komplexe Pläne zur ihrer Umsetzung repräsentiert sind. Zweitens kann er die Aktivierung der zentralen Motivationsstrukturen des Gehirns (wie etwa der Amygdala) regulieren.
  • Cortex, orbitofrontaler (OFC)
    Teil des Cortex, der sich direkt oberhalb der Augenhöhlen auf der ventralen Seite des frontalen Cortex befindet. Er erhält stark verarbeitete olfaktorische, visuelle, auditorische und somatosensorische Informationen. Er ist einer der drei Hauptakteure im Netz der Anreizmotivation des Gehirns. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Valenz einer breiten Vielfalt primärer und konditionierter Verstärker, einschließlich wahrgenommener Gesichtsausdrücke, verschiedener Nahrungsbestandteile des Essens, finanzieller Gewinne und Verluste sowie angenehmer Berührungen.
  • Determinierende Tendenz
    Unbewusste Einstellungen und Tendenzen, die von der gestellten Aufgabe gestiftet wurden und dann die kognitiven Prozesse steuern, ohne dass sie noch bewusst sein oder willkürlich kontrolliert werden müssten.
  • Eigenschaft
    Neuropsychische Struktur, die viele Reize funktionell äquivalent macht und konsistente äquivalente Formen von Handlung und Ausdruck einleitet und ihren Verlauf lenkt.
  • Entwicklungsaufgaben
    Altersnormative Herausforderungen an die individuelle Entwicklung, die sich aus der biologischen Reifung, den kulturellen Traditionen und altersgradierten sozialen Institutionen (z.B. Schulsystem) ergeben.
  • Erwartungs-mal-Wert-Theorie
    Besagt, dass bei der Wahl zwischen mehreren Handlungsalternativen jene bevorzugt wird, bei der das Produkt von erzielbarem Wert (Anreiz) mit der Wahrscheinlichkeit, ihn zu erzielen (Erwartung), maximal ist.
  • Evolutionäre Psychologie
    Der Versuch, das Sozialverhalten des Menschen als einen evolutionären Anpassungsprozess mit dem ultimaten Ziel der Fitnessmaximierung zu verstehen.
  • Explizite Motive
    Solche Motive, die sich eine Person selbst zuschreibt und die daher mit Methoden des Selbstberichts (in der Regel Fragebögen) erfasst werden können.
  • Extrinsische Motivation
    Wird als Gegenteil von intrinsischer Motivation verstanden und entsprechend unterschiedlich definiert.
  • Feldtheorie
    Theorie von Kurt Lewin, nach der Verhalten von dem zu einem bestimmten Zeitpunkt existierenden Feld determiniert wird. Nach Lewin sind die Kräfte zu analysieren, die in der Gegenwart auf eine Person einwirken, maßgeblich für die Erklärung und Vorhersage von Verhalten und nicht, wie etwa in der Psychoanalyse, frühkindliche Erfahrungen. Für die Verhaltenserklärung und -vorhersage muss jeweils die Gesamtsituation berücksichtigt werden, d.h. das gesamte Kräftefeld, bei dem jeder Teil eines Feldes mit anderen interagiert.
  • Flow-Erleben
    Das selbstreflexionsfreie, gänzliche Aufgehen in einer glatt laufenden Tätigkeit, bei der man trotz voller Kapazitätsauslastung das Gefühl hat, den Geschehensablauf noch gut unter Kontrolle zu haben.
  • Förderung zielorientierten Handelns
    Auf der Basis von Erkenntnissen über die Beziehungen zwischen Gruppenzielen und Leistungsergebnissen ist eine Reihe von Methoden zur Unterstützung von Führungs- und Lehrkräften entwickelt worden, die zur Verbesserung von Arbeitsmotivation und Leistung bei Mitarbeitern in Organisationen und bei Lernenden sowie Lehrenden in Bildungseinrichtungen eingesetzt werden können. Hierzu gehören zum Beispiel die Nutzung interdependenter Aufgaben bei der Vereinbarung von Gruppenzielen, gruppenbezogene Leistungsrückmeldung, sowie Tranparenz des Einflusses von Einzel- auf Gruppenleistung.
  • Furcht vor Misserfolg
    Damit wird die „Vermeidungskomponente“ (Misserfolgsmotiv) des Leistungsmotivs bezeichnet. Personen mit hohem Misserfolgsmotiv meiden Aufgaben, die herausfordernd sind (d.h. Aufgaben, bei denen Erfolg und Misserfolg annähernd gleich wahrscheinlich sind). Sie führen Misserfolge auf Merkmale der eigenen Person zurück (v.a. auf Mangel an Fähigkeit) und erleben selbstwertbelastende Emotionen, wenn ein Misserfolg eintritt.
  • Furcht vor Zurückweisung
    Die Stärke des Motivs Furcht vor Zurückweisung gibt Auskunft darüber, mit wie vielen negativen oder ambivalenten Emotionen und Erwartungen eine Person die Kommunikation mit wenig bekannten anderen Personen aufnimmt.
  • Generalisierte Zielorientierungen
    Explizite Motive, die eine habituelle Zielorientierung in einem bestimmten Bereich widerspiegeln, besonders im Leistungsbereich. Relevante Dimensionen sind Wirksamkeits- versus Leistungsorientierung und Aufsuchen- versus Meidentendenz.
  • Gruppenziele
    Gruppenaufgaben und die ihnen entsprechenden Zielsetzungen sind in der Regel sehr viel komplexer strukturiert als Einzelaufgaben mit ihren individuellen Zielsetzungen. Erfolgreiche Handlungsabläufe, die zur Zielerreichung führen, werden in Gruppen nur dann möglich, wenn die Gruppenmitglieder, die in ihrem Leistungsverhalten sehr häufig voneinander abhängig sind, interagieren.
  • Habit
    Der automatische Ablauf von Handlungen, die ursprünglich bewusst gesteuert waren.
  • Handlung
    "Alle Aktivitäten oder Verhaltensweisen denen eine „Zielvorstellung"" zugrunde liegt."
  • Handlungsorientierung
    Bezeichnet individuelle Unterschiede in der Fähigkeit zur Affektregulation (Gegenpol: Lageorientierung).
  • Handlungsverlauf
    Wird im Rubikon-Modell der Handlungsphasen als ein zeitlicher und somit horizontaler Pfad verstanden, der mit den Wünschen einer Person beginnt und mit der Bewertung des jeweils erreichten Handlungszieles endet.
  • Heterogenistische Willenstheorien
    Heterogenistische Willenstheorien versuchen, Willensphänomene rein introspektiv zu ergründen.
  • Hoffnung auf Anschluss
    Die Stärke des Motivs Hoffnung auf Anschluss gibt Auskunft darüber, mit wie viel positiven Emotionen und Erwartungen eine Person die Kommunikation mit wenig bekannten anderen Personen aufnimmt.
  • Hoffnung auf Erfolg
    Damit wird die „Annäherungskomponente“ (Erfolgsmotiv) des Leistungsmotivs bezeichnet. Personen mit hohem Erfolgsmotiv werden maximal motiviert, wenn bei einer Aufgabe mittelhohe Erfolgserwartungen bestehen. Sie führen Erfolge auf Merkmale der eigenen Person zurück (Anstrengung und Fähigkeit) und erleben intensivere Gefühle des Stolzes über gelungene Leistungen als Personen, bei denen dieses Motiv vergleichsweise niedriger ausgeprägt ist.
  • Homöostase
    Verschiedenen Motivationstheorien basieren auf der Grundannahme, dass Organismen nach der Aufrechterhaltung dieses organismischen Gleichgewichtszustandes streben. Gibt es Abweichungen vom Gleichgewichtszustand, entsteht Energie, den Gleichgewichtszustand wieder herzustellen.
  • Hypothalamus
    Eine Hirnstruktur im Dienzephalon (Zwischenhirn), direkt unter dem vorderen Teil des Thalamus. Sie steuert die Hormonfreisetzung aus der Hypophyse und spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung verschiedener motivationaler Zustände und der Kontrolle der vegetativen Funktionen (Temperatur, Blutdruck, Osmolarität, Hunger, Durst, zirkadiane Rhythmik, Schlaf, Sexual- und Fortpflanzungsverhalten).
  • Ideomotorisches Grundprinzip
    Grundprinzip, nach dem Willensprozesse von selbst zur Entscheidung drängen.
  • Implizite Eigenschaften
    "Implizite Eigenschaften üben ihren Einfluss auf die Wahrnehmung, Handlung und den Ausdruck von Menschen aus, ohne dass das dem Individuum jederzeit oder auch nur teilweise bewusst ist; vergleichbar mit dem Autopiloten eines Flugzeugs, der die Maschine automatisch steuert und nur in Notfällen vom Piloten bemerkt wird."
  • Implizite Motive
    Solche Motive, die der Introspektion nicht zugängig sind und die daher mit indirekten Tests (z.B. dem Thematischen Apperzeptionstest), statt mit direkten Methoden (z.B. Fragebögen) erfasst werden.
  • Instrumentalität
    Grad der Erwartung, dass ein Handlungsergebnis die betreffende Folge nach sich zieht oder ausschließt.
  • Integiertes Überblicksmodell von Motivation und Handeln
    Integration des erweiterten Modells motivierten Handelns mit dem Handlungsphasenmodell
  • Intimitätsmotivation
    "Bedürfnis, mit gut bekannten Personen eine enge, offene, vertrauensvolle und harmonische - man könnte auch sagen ""tiefe"" - Beziehung einzugehen, die für sich selbst als wertvoll erachtet wird."
  • Intrinsische Motivation
    "Wird oft verstanden (a) als Motivation, bei der eine Tätigkeit um ihrer selbst willen ausgeführt wird; (b) als Motivation, deren Ursprung in der Person selbst liegt und auf Selbstbestimmung basiert oder auch (c) als Motivation, bei der Tätigkeit und angestrebtes Resultat gleichthematische Anreize haben. Daneben gibt es weitere Begriffsvarianten."
  • Kapazitätsu?berzeugungen
    Überzeugungen darüber, auf die wirksamen Kausalfaktoren in einem Bereich (z.B. Schule, akademische Fähigkeiten) Zugriff zu haben (z. B. selbst fähig zu sein).
  • Kausalattributionen
    Subjektive Ursachenzuschreibung für Handlungsergebnisse. Personen versuchen, die Ursachen von Ereignissen zu verstehen und auf dieser Grundlage zukünftiges Verhalten vorherzusagen und zu kontrollieren. Die Kenntnis von kausalen Zusammenhängen dient dabei vorwiegend der Adaptation des eigenen Verhaltens an die Umwelt mit dem Ziel, das eigene Handeln effektiver zu gestalten.
  • Kausaldimensionen
    Eigenschaften von festgelegten Ursachenfaktoren, hinsichtlich derer einzelne Ursachenfaktoren (Glück, Anstrengung usw.) klassifiziert werden können. Von besonderer Bedeutung sind: Lokation, Stabilität über die Zeit, Kontrollierbarkeit und Globalität.
  • Kausale Schemata
    Konfigurationskonzepte über das Zusammenwirken verschiedener Ursachen. Ist eine vollständige Informationsverarbeitung aufgrund fehlender Informationen oder mangelnder Ressourcen wie Zeit oder Motivation nicht möglich, können kausale Schemata zur Ursachenerklärung herangezogen werden. Kausale Schemata sind auf Erfahrungen basierende Annahmen über mögliche Ursachen von Ereignissen.
  • Kausalitätsu?berzeugungen
    Überzeugungen dazu, wie und durch welche Einflüsse (z. B. Anstrengung, Fähigkeit, gute Beziehungen zum Lehrer) man bestimmte Ereignisse (z. B. gute Schulnoten zu bekommen) für kontrollierbar hält.
  • Konflikt
    Nach Kurt Lewin eine Situation, in der gleichzeitig entgegengesetzt gerichtete, dabei aber annähernd gleichstarke Kräfte auf das Individuum einwirken.
  • Konsistenz des Verhaltens
    Konsistenz des Verhaltens bedeutet, dass Menschen über bestimmte Äquivalenzklassen von Situationen hinweg Reize ähnlich interpretieren und handeln.
  • Kovariationsmodell
    Normatives Modell von Kelley (1967), das beschreibt wie Attributionen rationalistisch vorgenommen werden. In diesem Modell wird davon ausgegangen, dass ein beobachteter Effekt mit seiner Ursache kovariiert und ein Effekt derjenigen Ursache zugeschrieben wird, die vorhanden ist, wenn der Effekt vorhanden ist und die nicht vorhanden ist, wenn auch der Effekt fehlt. Insbesondere werden Kovariationen des Effekts mit handelnden Personen (Konsensus), Entitäten (Distinktheit) sowie Zeitpunkten bzw. Modalitäten (Umstände) betrachtet.
  • Lageorientierung
    Bezeichnet individuelle Unterschiede in der Unfähigkeit, negative Erfahrungen selbstkonfrontativ und nachhaltig zu bewältigen (Gegenpol: Handlungsorientierung).
  • Leistungsanreize
    In der Leistungsmotivationstheorie die Schwierigkeit einer Aufgabe. Je schwieriger eine Aufgabe ist, desto größer ist der Stolz, wenn die Aufgabe bewältigt wird (Erfolgsanreiz). Umgekehrt ist die Beschämung, die bei einem Misserfolg erlebt wird, umso größer, je einfacher eine Aufgabe ist (Misserfolgsanreiz). Bei Aufgaben mittlerer Schwierigkeit halten sich Erfolgsanreiz und Misserfolgsanreiz die Waage, sodass die Richtung des Leistungsverhaltens (Annäherung vs. Vermeidung) durch die relative Stärke von Erfolgsmotiv und Misserfolgsmotiv bestimmt wird (s.a. Valenz).
  • Leistungsmotiv
    "Das zeitlich überdauernde Bestreben, sich im eigenen Tun mit Gütestandards auseinanderzusetzen, die Qualität und Effektivität des eigenen Handelns und seiner Ergebnisse stetig zu verbessern und stolz auf eigene Leistungserfolge sein zu können (s.a. Hoffnung auf Erfolg; Furcht vor Misserfolg)."
  • Leistungsrückmeldung
    Beeinflusst neben der Zielbindung den Prozess der Zielverfolgung und unterstützt dabei auch die Entscheidung für oder gegen die Weiterverfolgung eines Ziels. Besonders effektiv für zielorientiertes Handeln ist es, wenn sie aus der Aufgabe selbst kommt, und zwar dann, wenn man eigenständig kontrollieren kann, inwieweit die aktuelle Bearbeitung dem zuvor entwickelten Handlungsplan entspricht.
  • Leptin
    Hormon, das auf den Hypothalamus einwirkt, um die Nahrungsaufnahme zu hemmen. Je mehr Fett es im Körper gibt, desto mehr davon wird produziert. Es dient dem Gehirn als Signal für die Menge des Fetts, das im Körper gespeichert ist, und trägt dazu bei, langfristig das Körpergewicht zu regulieren. Es wirkt auch als kurzfristiges Signal: Der Spiegel im Blut nimmt gegen Ende einer Mahlzeit zu, fördert damit das Sättigungsgefühl und umgekehrt auch das Hungergefühl.
  • Lernen, latentes
    Besagt, dass sich Lernen nicht unmittelbar im Verhalten niederschlagen muss, d. h. Gelerntes wird ohne Motivation nicht im Verhalten ausgedrückt. Durch Lernen werden lediglich Wissensstrukturen (Lernfaktor) gebildet.
  • Motiv
    """Intelligentes"" Bedürfnis, in dem Sinne, dass es ein Bedürfnis mit autobiografischen (überwiegend vorbegrifflichen und vorsprachlichen) Erfahrungen verknüpft, welche die Sensibilität für Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung in einer Vielzahl von Situationen erhöht."
  • Motivation
    Wird für motivationale Prozesse benutzt, welche das Setzen von Zielen betreffen. Hier geht es also darum, welche Ziele eine Person anstreben will.
  • Motivationale Kompetenz
    Fähigkeit, aktuelle und künftige Handlungssituationen so mit den eigenen Tätigkeitsvorlieben in Einklang zu bringen, dass effizientes Handeln auch ohne ständige Willensanstrengungen möglich wird.
  • Motivationale Kongruenz
    "Grad der Übereinstimmung zwischen impliziten und expliziten Motiven innerhalb der gleichen Domäne (z.B. Leistung, Macht, Gesellung; s.a. auch Implizite bzw. Explizite Motive). Bei hoher Übereinstimmung (beide Motivarten sind innerhalb einer Domäne hoch ausgeprägt) ist mit hoher Effizienz im Handeln und mit dem Vorherrschen positiver Stimmungen und positiven Lebenseinstellungen assoziiert. Niedrige Übereinstimmung liegt vor, wenn innerhalb einer Domäne eines der beiden Motive hoch, das andere hingegen niedrig ausgeprägt ist. Die damit verbundenen motivationalen Konflikte sind mit Beeinträchtigungen des Wohlbefindens verknüpft. Sind beide Motivarten niedrig ausgeprägt, werden innerhalb der zugehörigen Domäne weder Zufriedenheit noch Unzufriedenheit erlebt."
  • Motivmessung
    Implizite Motive werden gemessen durch spezielle Verfahren (TAT, Gitter-Technik), in denen das Motiv bildsituativ angeregt wird.
  • Mütterliches Kontingenzverhalten
    Verhalten der Mutter, das dem kindlichen Verhalten unmittelbar zeitlich folgt.
  • Neuropeptid Y
    Ein aus 36 Aminosäuren bestehendes Molekül, das v. a. im Gehirn und an noradrenergen Rezeptoren des peripheren Nervensystems wirksam ist. Es ist in hoher Konzentration im ZNS, im Nebennierenmark, in sympathischen Ganglien und adrenergen Neuronen des peripheren Nervensystems zu finden. Es ist an der Regulation von Hunger (wirkt Appetit steigernd), Insulinfreisetzung, gastrointestinaler Motilität sowie Angst beteiligt und kontrolliert epileptische Krämpfe.
  • Orientierungsreaktion
    Orientierungsreaktion ist ein kurzfristiger Prozess, der nach einer einschneidenden Änderung physiologischer und psychologischer Vorgänge im Reizfeld eine erhöhte Informationsempfänglichkeit und Handlungsbereitschaft auslöst.
  • Primares Kontrollpotenzial
    Die Kapazität eines Individuums, durch das eigene Verhalten Ereignisse und die Umwelt zu beeinflussen. Dieses Kontrollpotenzial kann momentan oder über den Lebenslauf hinweg aufgefasst und optimiert werden.
  • Primäres Kontrollstreben
    Bestreben, durch das eigene Verhalten Ereignisse und die Umwelt zu beeinflussen.
  • Quasi-Bedürfnisse
    Nach Kurt Lewin aus echten Bedürfnissen abgeleitet. Sie sind vorübergehender Natur und entstehen häufig durch die Vornahme, etwas Bestimmtes, was dem Erreichen des Zieles dient, zu tun.
  • Reaktions-Evokations-Potenzial
    Multiplikative Verknüpfung von Trieb, situativem Anreiz und situationsrelevanten Verhaltensgewohnheiten (habits), also eine Kombination von energetisierenden und assoziativen Motivationsfaktoren.
  • Rebound-Effekt
    Beschreibt ein Phänomen bei dem nach dem »Erlöschen« eines Ziels, das mit der Unterdrückung bestimmter Gedanken zu tun hat, diese wieder verstärkt zum Tragen kommen.
  • Schüchternheit
    Kann als Konflikt von hoher Hoffnung auf Anschluss bei gleichzeitig hoher Furcht vor Zurückweisung verstanden werden.
  • Sekundäres Kontrollstreben
    Bestreben, durch die Veränderung der eigenen Innenwelt (Zielauswahl, Interpretationen) entweder das eigene Zielengagement durch volitionale Selbstverpflichtung oder die eigene Zieldistanzierung durch Abwertung und selbstprotektive Interpretationen zu unterstützen.
  • Selbst
    Bezeichnet ein Netzwerk, das aus vielen persönlichen Erfahrungen ein Gesamtbild eigener Bedürfnisse, Fähigkeiten, Werte und sozial verträglicher Umsetzungsformen entwickelt, das bei persönlichen Entscheidungen ermöglicht, die Handlungsoption zu wählen, die allen in dieses Gesamtbild integrierten Randbedingungen gleichzeitig berücksichtigt.
  • Selbstkontrolle
    "Fähigkeit, ein Ziel auch gegen konkurrierende (u. U. attraktivere) Handlungsoptionen (""Versuchungsquellen"") und Distraktoren durchzusetzen (vergleichbar mit einer Art ""inneren Diktatur"")."
  • Selbstregulation
    "Fähigkeit, ein Ziel mit der Gesamtheit aller relevanten Lebenserfahrungen, Bedürfnisse (eigene und fremde), Fähigkeiten, Werte (eigene und fremde) und kontextangemessenen Handlungsmöglichkeiten abzustimmen (d. h. mit dem ""Selbst"") und alle zur Umsetzung des Ziels notwendigen emotionalen Ressourcen zu mobilisieren, wenn das Ziel .als ""selbstkompatibel"" beurteilt werden kann."
  • Selbststeuerung
    Selbststeuerung ist ein Bündel von Fähigkeiten, die sämtliche mentalen Funktionen so koordinieren, dass das für eine Aufgabe optimale Zusammenspiel aller relevanten Prozesse ermöglicht wird.
  • Soziale Bindung
    Entsteht durch das allmähliche Vertrautwerden mit einzelnen anderen Menschen. Dabei werden drei Phasen unterschieden. Die primäre Vertrautheit betrifft die Pflegepersonen in der Familie - insbesondere die Mutter. Durch die sekundäre Vertrautheit betrifft einzelne Personen außerhalb der Familie, die am Ende zu Lebenspartnerschaften führen können. Als tertiäre Vertrautheit wird die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern bezeichnet.
  • Soziale Kontrolle
    Das Vermögen einer Person, das Verhalten und Erleben einer anderen Person im Sinne der eigenen Intentionen zu verändern.
  • Tätigkeitsanreize
    Tätigkeitsanreize (auch tätigkeitsspezifische Vollzugsanreize) sind Anreize, die im Vollzug der Tätigkeit selbst liegen und ihr unabhängig von den Anreizen des angestrebten Endresultates (Zwecks) zukommen können.
  • Trieb
    In der Psychoanalyse und der Verhaltenstheorie (behavioristische Lerntheorie) ein inneren Antrieb, der Verhalten zur Befriedigung von Bedürfnissen antreibt. Bedürfnis führt (über innere Stimulation) zu Trieb. Trieb führt in linearer Funktion zu erhöhter Aktivität.
  • Valenz
    "Damit wird in der Leistungsmotivationstheorie das Produkt aus Motiv und Anreiz bezeichnet. Ein Erfolgsanreiz (Aufgabenmerkmal) wirkt demzufolge stärker, wenn ein hohes Erfolgsmotiv (Personenmerkmal) vorhanden ist (Valenz des Erfolgs = Erfolgsanreiz × Erfolgsmotiv). Analog dazu wirkt ein Misserfolgsanreiz stärker, wenn eine Person über ein hohes Misserfolgsmotiv verfügt (Valenz des Misserfolgs = Misserfolgsanreiz × Misserfolgsmotiv). Als Kriterium wird zumeist die Intensität leistungsbezogener (Erwartungs-)Emotionen bestimmt (erwartete Zufriedenheit bei Erfolg; erwartete Unzufriedenheit bei Misserfolg). Personen, bei denen das Erfolgsmotiv stärker als das Misserfolgsmotiv ausgeprägt ist, erleben nach Erfolg mehr Zufriedenheit und nach Misserfolg weniger Unzufriedenheit als Personen, bei denen das Misserfolgsmotiv stärker als das Erfolgsmotiv ausgeprägt ist."
  • Vasopressin
    Ein wichtiges Hormon zur Regulation des Wasserhaushaltes. Es scheint darüber hinaus bedeutsame Wirkungen auf das zwischenmenschliche Bindungsverhalten zu haben, es ist ausschlaggebend für die Ausbildung der Paarbindung bei Tieren. Der Spiegel im Blut nimmt während der Paarungszeit rapide zu.
  • Verhaltens-Ereignis-Kontingenz
    Enger zeitlicher Zusammenhang zwischen einem Verhalten und einem Ereignis.
  • Volition
    Diejenige Form der Motivation, die sich auf das Zielstreben bezieht. Unter diesem werden alle motivationsregulatorischen Phänomene verstanden, die sich um das Erreichen vorhandener Ziele drehen. Somit steht hier die Frage im Vordergrund, wie die Umsetzung einer bereits gesetzten Zielintention reguliert wird.
  • Vorsatz/Durchführungsintention
    Steht im Dienste einer Zielintention und ist ein Wenn-Dann-Plan der die Realisierung der Zielintention unterstützt. Es wird in dem Plan eine Situation/innerer Zustand definiert, bei deren/dessen Eintreten ein bestimmtes zielförderliches Verhalten gezeigt werden soll.
  • Wirksamkeitsstreben
    Streben danach, die Aussenwelt durch eigenes Handeln wirksam zu beeinflussen.
  • Yerkes-Dodson-Regel
    Besagt, dass für eine gegebene Aufgabenschwierigkeit ein bestimmter mittlerer Aktivationsgrad am leistungsförderlichsten ist.
  • Zeigarnik-Effekt
    Danach können unterbrochene Handlungen besser behalten werden als erledigte. Grundlage ist die Annahme Kurt Lewins, dass Intentionen „gespannte Systeme“ darstellen. Die Spannung bleibt so lange erhalten, bis die Intention erledigt ist.
  • Zielbindung
    Zustand, der bewirkt, dass ein Ziel über einen längeren Zeitraum verfolgt wird und auch bei auftauchenden Hindernissen oder Misserfolgen beibehalten wird.
  • Zieldistanzierung
    Deaktivierung einer Zielintention durch Anstrengungsentzug und motivationale Distanzierung vom Ziel.
  • Zielengagement
    Aktives Streben nach Zielerreichung durch behaviorale und volitionale Mittel.
  • Zielhierarchie
    In der Regel existieren im psychischen System von Menschen viele Ziele, die jedoch nicht alle ihre aktuell ablaufenden Handlungen steuern und die häufig in einer hierarchischen Weise aufeinander bezogen sind. Auf die Spitze einer Zielhierarchie, die oft nur von einem Ziel oder einigen wenigen gebildet wird, sind die unterordneten Ziele ausgerichtet.
  • Zielimagination
    Wahrnehmungsanaloge und gefühlsfokussierende mentale Simulation von Situationen, in denen ein erwogenes Ziel verfolgt und ggf. erreicht werden kann. - Verstärkt selektiv die Bindung an Ziele, deren zugehörige Handlungen und Ergebnisse mit den impliziten Motiven der Person übereinstimmen (s.a. Motivationale Kongruenz).
  • Zielkonflikte
    Bei der Vielzahl der im psychischen System von Menschen existierenden Ziele muss man davon ausgehen, dass zur gleichen Zeit mehr als ein Ziel verhaltenswirksam wird. Das gleichzeitige Verfolgen unterschiedlicher Handlungsziele stellt jedoch hohe Anforderungen an die Handelnden, denen sie häufig nur unter Leistungseinbußen oder manchmal auch gar nicht gewachsen sind.
  • Zielkonzept
    Ziele sind Vorwegnahmen von Handlungsfolgen, die mehr oder weniger bewusst zustande kommen. Sie beziehen sich auf zukünftige, angestrebte Handlungsergebnisse und beinhalten zugleich auch eine kognitive Repräsentation dieser Handlungsergebnisse.
  • Zielverfolgung
    Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine störungsarme Zielverfolgung ist eine selbstbestimmte Vorgehensweise. Sie ist immer dann zu beobachten, wenn sich die Handlungsziele im Einklang mit den eigenen Motiven und den persönlichen Zielen höherer Ordnung befinden.