Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • anteriorer cingulärer Kortex
    Der anteriore cinguläre Kortex besorgt die Überwachung von Handlungen und ihrer Folgen und signalisiert an den DLPFC, falls eine Auffrischung des Handlungsziels erforderlich sein sollte.
  • Aufgabenwechsel
    Menschen können im Alltag zwischen verschiedenen Handlungen hin und her schalten und nicht selten mehrere Handlungen gleichzeitig ausführen. Ob ein Aufgabenwechsel kognitive Kosten verursacht und welche er verursacht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der zur Verfügung stehenden Zeit oder der Ähnlichkeit der Aufgaben.
  • Basalganglien
    Eine besonders wichtige Funktion der Basalganglien besteht in der Produktion von Dopamin, einem Neurotransmitter, der zahlreiche kognitive und motorische Prozesse moduliert. Dopamin-produzierende Neurone modulieren u.a. die Arbeitsweise des DLPFC und spielen eine Rolle beim Erwerb kognitiver und motorischer Fertigkeiten.
  • bedingte Automatizität
    Die Vornahme, eine bestimmte Handlung auszuführen, scheint den kognitiven Apparat in eine Art Reflexmaschinerie zu transformieren, die dafür sorgt, dass Reizmerkmale, die zu der intentional vorbereiteten Handlung passen, mehr oder weniger automatisch verarbeitet werden. Die eigentliche Handlung gleicht einem Reflex, es ist aber ein Reflex, der im Dienst der Intention steht und durch sie erst ermöglicht wird.
  • Bindungs-Problem
    Wie können Gehirne, die nach dem Prinzip der verteilten Kodierung arbeiten, kohärente Repräsentationen von Wahrnehmungs- und Handlungsereignissen generieren? Um das Bindungs-Problem zu lösen, wird diskutiert, dass räumlich verteilte Neuronenpopulationen, die verschiedene Aspekte ein und desselben Ereignisses kodieren, ihre Entladungsmuster zeitlich synchronisieren und so signalisieren, welche der aktivierten Kodes zusammengehören und welche nicht.
  • Dissoziationen von Wahrnehmung und Handlung
    Nach der Logik linearer Modelle der Informationsverarbeitung werden Reize zunächst einem Wahrnehmungsprozess unterzogen, der der Handlungsplanung stets vorausgeht und sie inhaltlich bestimmt. Zweifel an dieser Idee weckt die Beobachtung, dass zahlreiche wahrnehmungs- und handlungsbezogene Prozesse gleichzeitig stattfinden. Dieser Umstand führt zu zahlreichen sog. Dissoziationsphänomenen, d.h. Beobachtungen unterschiedlicher Auswirkungen natürlicher und experimenteller Variationen auf Wahrnehmung einerseits und Handlung andererseits.
  • distale Repräsentation
    Ein theoretisches Problem für zielgerichtetes Handeln (wie auch für die bewusste Wahrnehmung) besteht darin, dass die kognitiven Repräsentationen von Handlungszielen sich ausnahmslos auf die distalen Eigenschaften von Handlungen (d.h. die objektiv messbaren Eigenschaften von Handlungskonsequenzen wie z.B. die neue Position einer Hand nach einer Bewegung) beziehen, nicht aber auf deren proximale Eigenschaften (die zur Bewegung erforderlichen muskulären Kommandos), obwohl doch die proximalen Eigenschaften die distalen Eigenschaften erst hervorrufen.
  • dorsolateraler präfontaler Kortex
    Der dorsolaterale präfontale Kortex repräsentiert das Handlungsziel und ist verantwortlich für die Aktivierung, Implementierung und Konfigurierung exekutiver Kontrollprozesse.
  • ECTVA-Modell
    Versucht zu erklären, auf welche Art und Weise Handlungsziele die Informationsverarbeitung strukturieren können: Die Etablierung eines Handlungsziels führt zur Spezifizierung von vier variablen Kontrollparametern - einer dieser Parameter legt fest, welche Kategorisierungen man vorzunehmen beabsichtigt; ein zweiter bestimmt die Merkmale, die die handlungsrelevanten Reizereignisse kennzeichnen; ein dritter beeinflusst, wie komplexe Reizereignisse perzeptuell strukturiert werden; ein vierter kontrolliert, ob man schnell und riskant oder langsam und präzise reagiert.
  • Erwerb von Handlungszielen
    Aus ideomotorischer Perspektive geschieht der Erwerb von Handlungszielen im Zuge von Lernprozessen, die registrieren, welche sensorischen Effekte mit der Ausführung bestimmter Bewegungen einhergehen. Das wiederholte Registrieren solcher Bewegungs-Effekt-Sequenzen führt zur Bildung von bidirektionalen Bewegungs-Effekt-Assoziationen.
  • Faktoren, die die Handlungsauswahl beeinflussen
    Wahl der Handlungsalternativen: Die Reaktionszeit nimmt kontinuierlich mit der Anzahl der Reaktionsalternativen zu. Reiz-Reaktions-Kompatibilität: Reaktionskompatible Reize erleichtern die Reaktionsauswahl, wahrscheinlich weil Reize Reaktionen mit Merkmalsüberlappung automatisch aktivieren. Wiederholung: Bei kurzen zeitlichen Abständen zwischen den Reaktionen begünstigen Reaktionswiederholungen die Leistung. Übung: Ausdauernde Übung führt zur Beschleunigung von Prozessen, die bei der Auswahl von Handlungen beteiligt sind. Automatische Auswahl: Lange Übung bestimmter Reiz-Reaktions-Kombinationen kann dazu führen, dass der Prozess der Reaktionsauswahl übersprungen werden kann, indem man ihn dem Reiz überlässt.
  • fehlerbezogenes Lernen
    Diese Form des Lernens basiert auf einem Vergleich intendierter und antizipierter Effekte von Handlungen mit den tatsächlich eintretenden Effekten, wobei mithilfe der registrierten Fehler interne Modelle von Handlungs­Effekt­Beziehungen generiert werden. Diese Modelle dienen dazu, um die sensorischen Konsequenzen einer Handlung vorhersagen. Das dafür wesentliche Fehlersignal ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen den vorhergesagten und tatsächlich eingetretenen Effekten einer Handlung, und es wird dazu benutzt, um die Antizipationen den tatsächlich eintretenden Effekten immer genauer anzupassen.
  • Fehlerregistrierung
    Die Suche nach den möglichen Mechanismen der Fehlerregistrierung hat unter anderem eine Komponente im ereigniskorrelierten Potenzial zu Tage gefördert, die sehr sensibel auf Fehler reagiert. Sie wird in der Literatur unter zwei verschiedenen Namen geführt und entweder als Ne oder als Event Related Negativity (ERN) bezeichnet. Die ERN tritt vornehmlich in drei Situationen auf: wenn eine Person in einem Wahlrechts und Experiment einen Fehler macht oder zu spät reagiert und nach Feedback zur Reaktionsgenauigkeit. Die Komponente resultiert aus der Aktivität von Neuronenpopulationen im Bereich des ACC, einem kortikalen Areal dem eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Handlungen zugeschrieben wird.
  • fertigkeitsbasierte Fehler
    Entstehen durch das fehlerhafte Funktionieren von im Prinzip angemessenen kognitiven Prozessen (so genannte Flüchtigkeitsfehler).
  • Format von Zielrepräsentationen
    Der ideomotorischen Denktradition zufolge beziehen sich Handlungsziele auf die wahrnehmbaren Effekte von Bewegungen wie z.B. auf den gefühlten Druck, den hörbaren Klick und die sichtbare Bewegung einer Taste, mit deren Hilfe man die Zimmerbeleuchtung ein- oder ausschaltet.
  • Funktion von Handlungszielen
    Die Etablierung eines Handlungszieles, sei es infolge eigener Abwägung oder durch die Übernahme einer Aufgabe, konfiguriert das kognitive Verarbeitungssystem und die an der Verarbeitung beteiligten Prozesse in einer Weise, die die Erreichung dieses Zieles ermöglicht.
  • gemeinsame Repräsentation von Wahrnehmung und Handlung
    TEC geht davon aus, dass wahrgenommene Ereignisse und produzierte Ereignisse (eigene Handlungen) in einem gemeinsamen Repräsentationsmedium kodiert sind.
  • Gewichtung von Merkmalsdimensionen
    TEC geht davon aus, dass Handlungsziele nicht nur die Auswahl von Handlungen beeinflussen, sondern auch die Verarbeitung von Merkmalen derjenigen Dimensionen begünstigen, die die für diese Handlungen wichtigen Informationen kodieren. Intentionen führen laut TEC unter anderen zu einer zieldienlichen Gewichtung von Merkmalsdimensionen.
  • Handlung
    Unter einer Handlung wird eine Bewegung, die zum Zwecke der Erzeugung ganz bestimmter, intendierter Effekte ausgeführt wird, verstanden: Man betätigt den Lichtschalter, um das Licht ein oder aus zu schalten, man fährt Fahrrad, um an einen anderen Ort zu gelangen, und man redet, um anderen etwas mitzuteilen.
  • Handlungsauswahl
    Die Frage der Handlungsauswahl, ist unter zwei Perspektiven behandelt worden: Sensomotorische Ansätze haben sich vor allem mit der reizinduzierten Auswahl von reaktiven Handlungen beschäftigt; ideomotorische Ansätze mehr mit der Frage, wie das Handlungsziel die Auswahl einer Handlung ermöglicht und steuert.
  • Handlungseffekt-Blindheit
    Handlungseffekt-Blindheit beobachtet man in Experimenten, in denen Personen den Druck einer linken bzw. rechten Taste vorbereiten. Vor der Ausführung dieser Handlung werden sie mit einem maskierten, kaum sichtbaren visuellen Pfeil konfrontiert, der nach links oder rechts weist. Den Versuchspersonen ist es praktisch unmöglich, reaktionskompatible Pfeile zu erkennen. Die Vorbereitung eines linken oder rechten Tastendrucks macht also einen nach links bzw. rechts weisenden Pfeil mehr oder weniger unsichtbar.
  • Handlungsfehler
    Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Analyse der Handlungsfehler höchst interessant: Wenn wir gelungenes Handeln als das erfolgreiche Vermeiden von Fehlern interpretieren, dann befördert ein besseres Verständnis der Ursachen von Fehlern notwendigerweise auch unsere Einsicht in gelingende Handlungskontrolle.
  • Handlungsplan
    Handlungsleitende Repräsention, die im Vorhinein diejenigen Handlungsparameter spezifiziert, die für die gelingende Ausführung einer Handlung und für die Erreichung des intendierten Handlungsziels kritisch sind. Der Handlungsplan ist weder vollständig noch muskelspezifisch, sondern beschränkt sich auf die globalen Aspekte einer Handlung. Die nähere Ausgestaltung der Bewegungsdetails und die Anpassung der Handlung an situative Bedingungen wird untergeordneten sensomotorischen Schleifen überlassen, die für die online-Spezifikation der erforderlichen Bewegung verantwortlich sind.
  • Handlungssequenzen
    Die in vielen Experimenten verwendeten, oft weitgehend ballistischen Bewegung fungieren im Alltag oft nur als Elemente ganze Bewegungsketten, sie sind sozusagen die Bausteine des Handelns. Anders als in vielen Experimenten benutzen wir Computertastaturen nicht, um einzelne Tasten nieder zu drücken, sondern um ganze Wörter, Sätze und Texte zu fabrizieren. Die Notwendigkeit, einzelne Handlungselemente zu umfassenderen Handlungsplänen zusammenzufassen, stellt die planende Person vor ein wichtiges Problem: die Komponenten müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden und in dieser Reihenfolge ausgeführt werden.
  • Handlungssteuerung
    Gesamtheit der Prozesse, die verantwortlich sind für die Planung, die Initiierung und die Ausführung von Handlungen und deren Überwachung. Die gelingende Handlungssteuerung setzt intakte Funktionsschleifen kortikaler und subkortikaler Strukturen voraus, die den frontalen Kortex, den prämotorischen und motorischen Kortex, die Basalganglien und das Kleinhirn umfassen.
  • Handlungsziel
    Unter einem Handlungsziel wird i.d.R. das angestrebte Produkt einer Handlung, der durch sie zu erreichende Endzustand verstanden.
  • Homunculus
    Von einem Homunculus wird dann gesprochen, wenn man in der Theoriebildung ein Phänomen oder ein Verhalten dadurch "erklärt", dass man ein (funktional oder neuroanatomisch definiertes) System einführt, welches das zu erklärende Phänomen hervorbringt (wenn man beispielsweise postuliert, dass willkürliches Handeln durch ein System des Willens hervorgebracht wird).
  • ideomotorische Ansätze
    Ideomotorische Ansätze gehen davon aus, dass die theoretische Analyse der Handlungssteuerung beim Wechselspiel zwischen einer Intention und der Auswahl intentionsdienlicher Handlungen oder Handlungseigenschaften beginnt. Reizereignisse sind hier nicht die Ursache von Handlungsentscheidungen, sondern deren Ergebnis: Handlungen dienen zur Erzeugung von Ereignissen (Handlungseffekten), die ihrerseits wahrgenommen und im Lichte der momentanen Intention bewertet werden.
  • Integration von Handlungsmerkmalen
    Handlungspläne bzw. motorische Programme stellen keine in sich geschlossenen Einheiten dar, sondern eher Netzwerke von funktionell und anatomisch verteilten Repräsentation. Die Programmierung einer Handlung besteht aus der Spezifikation ihrer wesentlichen Merkmale, der Aktivierung der entsprechenden Merkmalskodes und der Integration der aktivierten Kodes in einen Handlungsplan.
  • Interaktionen von Wahrnehmung und Handlung
    Nach der Logik linearer Modelle erfordert der Übergang von der Wahrnehmung zur Handlung einen Übersetzungsprozess, der die jeweils relevante Reizinformation auswählt und in eine passende Reaktion transformiert. Zweifel an dieser Idee wecken Beobachtungen, die zeigen, dass irrelevante Reizinformation Handlungen direkt aktivieren und manchmal sogar auslösen kann.
  • intuitive Handlungsauswahl
    Eine Fülle von Tier- und Human-Studien stützt die Idee, dass die affektiven Folgen von Handlungen (ihre Valenz) deren Selektion beeinflussen: Handlungen, die wiederholt zu positivem affektiven Konsequenzen geführt haben, werden in der Zukunft mit größerer Wahrscheinlichkeit ausgewählt, während für Handlungen mit negativen affektiven Konsequenzen die Selektionswahrscheinlichkeit abnimmt.
  • Kettenmodell
    Frühere Sequenzierungsmodelle nahmen an, dass die Ausführung von Handlungssequenzen durch assoziative Ketten kontrolliert wird. Es wird ein Kettenmodell angenommen, von welchem verschiedene Versionen existieren: Diese Versionen unterscheiden sich darin, ob sie Assoziationen zwischen Repräsentationen benachbarter Reize für die Sequenzbildung verantwortlich machen, Assoziationen zwischen Repräsentationen benachbarter motorischer Aktionen oder Assoziationsketten zwischen Repräsentationen von Handlungseffekten.
  • Kleinhirn
    Strukturen des Kleinhirn sind an der Regulation des Muskeltonus beteiligt, an der Kontrolle der Stütz- und Gangmotorik und an der Koordination von Bewegungsabläufen. Sie sind involviert beim motorischen Lernen und bei der Vorhersage der sensorischen Konsequenzen konkreter Bewegungen.
  • Konflikttheorie des ACC
    Jüngere Untersuchungen haben gezeigt, dass Neuronenpopulationen im Bereich des ACC nicht allein das Auftreten von Fehlern signalisieren, sondern jedwede Art von kognitiven Problemen während der Verarbeitung. Diese Beobachtungen haben die Konflikttheorie des ACC motiviert, der zu Folge der ACC das kognitive System hinsichtlich des Auftretens kognitiver Konflikt überwacht. Wenn ein Konflikt festgestellt wird, meldet der ACC dies an Instanzen der kognitiven Kontrolle, die infolgedessen unmittelbar verstärkt wird, indem die Sensibilität gegenüber aufgabenrelevanter Information erhöht wird.
  • Locus-of-Slack-Methode
    Ein wichtiges Werkzeug bei der Lokalisierung von Verarbeitungsengpässen stellt die so genannte Locus-of-Slack-Methode dar. In Untersuchungen, die diese Methode verwenden, bearbeiten Versuchspersonen zwei Aufgaben, deren zeitliche Überlappung variiert. Die Grundüberlegung ist die, dass für die Bearbeitung einer Aufgabe eine Reihe von Verarbeitungsstufen durchlaufen werden müssen. Manche dieser Verarbeitungsstufen können zeitgleich oder parallel durchlaufen werden, andere hingegen stellen einen Verarbeitungsengpass dar. Um zu ermitteln, welche kognitiven Prozesse Verarbeitungsengpässe darstellen und welche nicht, erfordert die Methode die systematische Variation der Verarbeitungsdauer der hypothetischen Stufe in einer von zwei zeitlich mehr oder weniger überlappenden Aufgaben. Interagieren Verarbeitungsdauer und das Ausmaß der zeitlichen Überlappung, dann wird davon ausgegangen, dass die betreffende Verarbeitungsstufe einen Engpass darstellt.
  • mentale Ressourcen
    Menschen können bei der Ausführung von Mehrfachtätigkeiten strategisch beeinflussen, welche von zwei Aufgaben mehr oder weniger unter der Doppeltätigkeit leidet. Man kann also die Effizienz einer Handlung zu Lasten einer anderen Handlung optimieren. Dies ist dahingehend interpretiert worden, dass mentale Ressourcen bei Menschen über einen bestimmten Umfang zur Verfügung stehen, die sie strategisch bestimmten Aufgaben oder Prozessen zuweisen können. Je mehr Ressourcen zur Verarbeitung der einen Aufgabe zur Verfügung gestellt werden, desto weniger Ressourcen bleiben für die Verarbeitung der anderen Aufgabe übrig.
  • Motorische Modelle
    Im Rahmen systemtheoretischer Ansätze werden beim motorischen Lernen interne Motorische Modelle erworben und adaptiert. Inverse Modelle stellen Informationen darüber bereit, welche motorischen Kommandos erforderlich sind, um bestimmte Bewegungseffekte zu erzielen; Vorwärtsmodelle dienen dazu, um umgekehrt auf Basis der motorischen Kommandos die sensorischen Konsequenzen vorherzusagen, die sich im Zuge und als Konsequenz der Ausführung von Bewegungen ergeben.
  • Motorischer Homunculus
    Somatotope Karte der Skelettmuskulatur im primär-motorischen Kortex. Diese Karte ist stark verzerrt; besonders wichtige Teile des Bewegungsapparates wie z.B. Hand und Mund sind stark überrepräsentiert, während andere wie z.B. der Rumpf stark unterrepräsentiert sind.
  • motorisches Priming
    Motorisches Priming beobachtet man in Studien, in denen ein so genanntes Vorbereitungssignal über verschiedene Merkmale einer auszuführenden Handlung informiert. Diese Studien zeigen, dass die Vorinformation über die Merkmale einer auszuführenden Handlung zumindest unter manchen (noch näher zu spezifizierenden Umständen) die Vorbereitung von Handlungsparametern erlaubt.
  • motorisches Programm
    Handlungsleitende motorische Strukturen gelten nach einem Vorschlag von Keele (1968) häufig als motorisches Programm. Der ursprünglichen Definition von Keele (1968) zufolge ist ein motorisches Programm »a set of muscle commands that are structured before a movement sequence begins, and that allows the entire sequence to be carried out uninfluenced by peripheral feedback«. Wie bei einem Computerprogramm ist hier die Idee, dass die einzelnen Schritte einer Handlung oder Handlungssequenz zusammengestellt, ggf. bearbeitet und schließlich zu einem Programm kompiliert werden. Dieses Programm kann abgespeichert und im Bedarfsfall aufgerufen und gestartet werden, worauf es dann bis zum Ende durchläuft. Dafür, dass ein motorisches Programm existiert, sprechen drei Beobachtungen: Bereits erworbene Handlungen können vollständig endogen (allein auf der Basis einer internen Kontrollstruktur) gesteuert werden (Unabhängigkeit von sensorischer Rückmeldung), die Planung komplexer Handlungen dauert länger als die Planung einfacher Handlungen (Komplexitätseffekte) und schließlich zeigen sich bereits vor der Beendigung eines Handlungsschritts Anzeichen des nächsten Handlungsschritts (Antizipation späterer Handlungselemente).
  • multistabile Scheinbewegungen
    Bewegungen, bei denen die Art oder Richtung der Bewegung für die Betrachter nicht eindeutig ist. Ein Beispiel ist die Barber-Pole-Illusion, die durch die Bewegung eines Streifenmusters hinter einer Öffnung entsteht. Ist diese Öffnung ein horizontal gestrecktes Rechteck, so scheinen sich die Streifen horizontal zu bewegen (von links nach rechts oder von rechts nach links). Ist die Öffnung ein vertikal gestrecktes Rechteck, scheinen sich die Streifen in vertikalen Richtung zu bewegen (von oben nach unten oder von unten nach oben). Ist die Öffnung dagegen quadratisch, ist die Richtung der wahrgenommenen Bewegung uneindeutig: Die Streifen bewegen sich mal in vertikaler und mal in horizontaler Richtung.
  • Multitasking
    Der Begriff Multitasking bezieht sich auf die Fähigkeit, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig auszuführen. Untersuchungen der Fähigkeit zu Multitasking ermitteln die Kosten, die bei der gleichzeitigen Ausführung mehrerer Aufgaben entstehen. Je grösser diese Kosten, desto geringer sind die Fähigkeiten zu Multitasking.
  • optische Täuschungen
    Optische Täuschungen bieten die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Wahrnehmung und Handlung zu studieren. In entsprechenden Experimenten zeigt sich, dass es möglich ist, dass ein und derselbe sensorische Input die Wahrnehmung und die Steuerung manueller Handlungen und die bewusste Wahrnehmung ganz unterschiedlich beeinflusst; die Steuerung von Bewegungen ist oft immun gegenüber Täuschungen der Wahrnehmung.
  • orbitofrontaler Kortex (OFC)
    Strukturen des OFC repräsentieren die affektiven Konsequenzen von Handlungen und beeinflussen Entscheidungen zwischen alternativen Handlungen nach Maßgabe der jeweils zu erzielenden Belohnungen.
  • PDP-Modell der Handlungskontrolle
    Menschen können sehr häufig mit ein und demselben Reiz verschiedene, miteinander inkompatible Tätigkeiten ausführen. Das PDP-Modell der Handlungskontrolle versucht zu erklären, wie unser kognitiver Apparat sicher stellt, dass i.d.R. nur eine der möglichen Handlungsalternativen zum Zuge kommt und andere nicht.
  • Pfade der visuellen Informationsverarbeitung
    Zahlreiche Befunde weisen darauf hin, dass die Verarbeitung visueller Information entlang zweier separater kortikaler Pfade erfolgt, einem so genannten ventralen Pfad, der vom primären visuellen Kortex in die inferotemporalen Kortex projiziert und einem so genannten dorsalen Pfad, der vom primären visuellen Kortex in den posteriorparietalen Kortex projiziert. Der ventrale Verarbeitungspfad spielt eine zentrale Rolle für die Objekterkennung und stellt Information über die Identität von Objekten bereit. Der dorsale Pfad stellt hingegen Information die für die visuelle Kontrolle von Handlungen benötigt wird: Information über die Größe von Objekten, ihre Orientierung und Position im Raum sowie Informationen über die Richtung und Geschwindigkeit bewegter Objekte.
  • Plastizität des Gehirns
    Neuronale Netzwerke sind gekennzeichnet durch Plastizizät und Flexibilität und passen sich fortlaufend durch Modifizieren, Installieren und Eliminieren von Verbindungen an die Gegebenheiten des Organismus und seine Aktivitäten an.
  • primär-motorischer und lateraler prämotorischer Kortex
    Neurone im primär-motorischen und lateral prämotorischen Kortex kodieren eine Reihe motorischer Parameter (wie etwa die Richtung und die Geschwindigkeit von Bewegungen, die Stellung von Gelenkwinkeln und Muskelkräfte) und steuern selbst komplexe Bewegungsabläufe.
  • Prinzip der verteilten Kodierung
    Das menschliche Gehirn repräsentiert Merkmale von Handlungen (wie Merkmale von sensorischen Ereignissen) nicht durch einzelne Neurone (die überwiegend merkmalsspezifisch operieren) oder lokale Neuronenverbände, sondern durch neuronale Aktivität, die sich praktisch über das ganze Gehirn verteilt.
  • Prismen-Adaptations-Versuche
    Eine Möglichkeit, die Beziehung zwischen Wahrnehmung und Handlung zu studieren, besteht darin, die Art dieser Beziehung zu verändern. Das geschieht beispielsweise in Versuchen, in denen Personen Umkehrbrillen tragen, die durch ein Spiegelsystem realisiert werden können, das „oben“ und „unten“ sowie „links“ und „rechts“ vertauscht.
  • proaktive Interferenz
    Einer der Faktoren, die zur Größe von Wechselkosten beitragen. Das Ausführen einer Aufgabe übt einen störenden, proaktiven Effekt auf darauf folgende Aufgaben aus, und zwar umso mehr, je schneller die Aufgaben aufeinanderfolgen.
  • Psychologische Refraktär-Periode (PRP)
    Der Begriff Psychologische Refraktär-Periode impliziert, dass sich bei der Verarbeitung von Information Verarbeitungsengpässe ergeben und zwar dadurch, dass manche kognitive Prozesse nur für eine Aufgabe zugleich zur Verfügung stehen. Diese Prozesse werden auch als kognitive‘Flaschenhälse‘ bezeichnet. Nach Telford (1931) erklärt diese Annahme, warum Doppelaufgabenkosten entstehen, wenn wir eine Aufgabe zeitgleich mit oder in enger zeitlicher Nachbarschaft zu einer anderen Aufgabe ausführen.
  • Reaktions-Effekt-Kompatibilität
    Personen können motorische Aktionen schneller ausführen, wenn Merkmale der Handlungseffekte, die durch sie bewirkt werden, mit Merkmalen der Bewegung (beispielsweise ihrem Ort, ihrer Dauer oder Intensität) übereinstimmen.
  • regelbasierte Fehler
    Entstehen in Situationen, in denen kognitive "Wenn-Dann-Regeln" bereit liegen, die aber unter den gegebenen Umständen falsch angewendet werden.
  • regelgeleitete Handlungsauswahl
    Die assoziative bzw. regelgeleitete Handlungsauswahl übersetzt bestimmte, vorab definierte Reize nach Maßgabe bestimmter Regeln in zugeordnete Reaktionen.
  • Reiz-Reaktions-Kompatibilität
    Personen können Reaktionen leichter, besser und schneller ausführen, wenn Reize und Reaktionen dimensional überlappen: Zahlreiche Effekte der Reiz-Reaktions-Kompatibilität sind über die Jahre berichtet worden. Manche davon sind räumlich, wenn beispielsweise räumliche Merkmale von Reizen mit räumlichen Merkmalen von Reaktionen überlappen, viele davon nicht-räumlich. Beispielsweise können sprachliche Reaktionen schneller abgegeben werden, wenn sie durch auditive Signale statt visuelle Signale angezeigt werden, während schriftliche Reaktionen schneller auf visuelle als auf auditive Signale ausgeführt werden.
  • reizgetriebene Zielaktivierung
    Einer der Faktoren, die zur Größe von Wechselkosten beitragen. Die Verarbeitung eines Reizes im Kontext einer bestimmten Aufgabe führt zur Assoziation zwischen diesem Reiz, der zugehörigen Reaktion und der entsprechenden Aufgabe. Tritt dieser Reiz wieder auf, dann werden die frühere Reaktion und die entsprechende Aufgabe wieder aktiviert. Dies kann zu Beeinträchtigungen bei der Wahl eines neuen Aufgabensets führen.
  • Schematheorie
    Nach der Schematheorie von Schmidt (1975) besteht die Programmierung einer Handlung in der Reaktivierung eines Schemas (d.h. eines generalisierten motorischen Programms) und dessen anschließender Parametrisierung. In dem Schema sind dabei die invarianten, häufig wiederkehrenden Merkmale der betreffenden Handlung enthalten, während sich die offenen Parameter auf variable, situationsbedingte Merkmale beziehen.
  • sensomotorische Ansätze
    Sensomotorische Ansätze der Handlungssteuerung sind dem neurophysiologischen Reflexbogen nachgebildet. Beginnend mit Wahrnehmungsprozessen versuchen sie, den Weg von der Einwirkung von Umweltenergie auf sensorische Rezeptoren bis hin zur Muskelaktivierung als aufeinander folgende Stufen der Informationsvearbeitung zu beschreiben (von sensorischer Vorverarbeitung über die Reizidentifikation zur Reaktionsauswahl und der daran anschließenden Reaktionsausführung).
  • Sequenzierung von Handlungselementen
    Die Planung von Handlungen, die aus mehreren Elementen bestehen, stellt die handelnde Person vor das Sequenzierungsproblem. Zur Lösung dieses Problems sind eine Reihe von Modellen vorgeschlagen worden: Frühe Sequenzierungsmodelle nahmen an, dass die Ausführung von Handlungssequenzen durch assoziative Ketten kontrolliert wird. Verschiedene Versionen von Verkettungsmodellen unterscheiden sich darin, ob sie Assoziationen zwischen Repräsentationen benachbarter Reize für die Sequenzbildung verantwortlich machen, Assoziation zwischen Repräsentationen benachbarter motorische Aktionen oder Assoziationsketten zwischen Repräsentationen von Handlungseffekten. Jüngere Sequenzierungsmodelle schlagen vor, dass Handelnde Handlungssequenzen steuern, indem sie ihre Handlungen kognitiv strukturieren und funktionale Einheiten und Untereinheiten bilden.
  • Sequenzierungsfehler
    Die Tatsache, dass gelegentlich Sequenzierungsfehler auftreten, weist darauf hin, dass die Sequenzierung von Elementen einer Handlung eine besondere kognitive Leistung darstellt. Beim Sprechen beispielsweise findet man gelegentlich Vertauschungen von Buchstaben oder Silben innerhalb eines Wortes oder auch zwischen verschiedenen Worten desselben Satzes. Alle nötigen Elemente der korrekten Äußerung (Buchstaben, Silben, Wörter) sind vorhanden, die Reihenfolge stimmt aber nicht.
  • Spiegelneurone
    Neurone mit sensumotorischen Eigenschaften im prämotorischen Kortex, die sowohl der Wahrnehmung als auch der Handlung dienen. Die Existenz solcher Neurone weist auf die enge Beziehung zwischen Wahrnehmung und Handlung hin.
  • supplementär motorisches Areal
    Das supplementär motorische Areal spielt eine wichtige Rolle bei der Selektion, Planung und Sequenzierung zielgerichteter Handlungen und scheint auch für die bewusste Wahrnehmung der Intentionalität einer Handlung von Bedeutung zu sein.
  • Theorie der Ereigniskodierung
    Arbeitsmodell der menschlichen Kognition und Handlungssteuerung, das nicht den Reiz an den Anfangspunkt der Analyse stellt, sondern die Intentionalität des Akteurs, seine aktuellen Handlungsdispositionen und Handlungsmöglichkeiten. Im Vordergrund steht nicht die Frage, wie man auf Reize reagiert, sondern wie man Handlungsdispositionen in Handlungen umsetzt. Drei Basisannahmen: (i) Wahrgenommene Ereignisse und produzierte Ereignisse (eigene Handlungen) sind in einem gemeinsamen Repräsentationsmedium kodiert („common coding“). (i) Die Repräsentation der Ereignisse erfolgt durch Kodes ihrer Merkmale; Ereignisse werden also „verteilt“ repräsentiert und nicht z.B. durch abstrakte Symbole. (iii) Die Kodes beziehen sich auf die distalen Eigenschaften der repräsentierten Ereignisse.
  • Theorie des globalen Arbeitsraumes
    Nach der Theorie des globalen Arbeitsraumes werden Zielvorstellungen in Form einer ineinander verschachtelten Zielhierarchie im sog. globalen Arbeitsraum repräsentiert, der im Wesentlichen zwei Funktionen hat: Erstens strukturieren Handlungsziele die Informationsverarbeitung, indem sie die Arbeitsweise von spezialisierten Prozessoren beinflussen. Diese Prozessoren (die die Gesamtheit der angeborenen und erworbenen kognitiven Fertigkeiten repräsentieren) sind modular organisiert, d.h. sie können Informationen zwar bearbeiten und weiterleiten, sich aber nicht direkt mit anderen Prozessoren austauschen. Dieser Austausch funktioniert indirekt über den globalen Arbeitsraum, zu dem die spezialisierten Prozessoren ihre Ergebnisse weiterleiten und sie dort für den gesamten kognitiven Apparat und alle beteiligten Module erreichbar zur Verfügung stellen.
  • Verarbeitungsengpass
    Untersuchungen zur Mehrfachtätigkeit zeigen, dass verschiedene kognitive Prozesse beim Multitasking einen Verarbeitungsengpass verursachen: Bei Mehrfachtätigkeiten kann die Organisation von Information im Arbeitsgedächtnis und der Umgang mit dieser Information Engpässe kreieren. Zahlreiche Befunde sprechen auch für die Existenz eines Verarbeitungsengpass bei der Reaktionsauswahl; die Aktivierung von Reaktionsrepräsentationen für mehrere Aufgaben scheint nicht parallel erfolgen zu können. Schließlich erschwert die Initiierung einer Reaktion die Auswahl oder Initiierung anderer Reaktionen. hier bin ich mir seh unsicher, ob es einen großen Unterschied macht, wenn ich es in die Einzahl schreibe.
  • Verarbeitungsmodelle der Doppelaufgaben-Interferenz
    Verarbeitungsmodelle der Doppelaufgaben-Interferenz schreiben die Leistungsverschlechterung bei Mehrfachtätigkeit bestimmten Verarbeitungsstufen zu. Sie gehen davon aus, dass manche Verarbeitungsstufen ohne besondere Kosten von mehreren Aufgaben zugleich in Anspruch genommen werden können, andere hingegen nur seriell arbeiten und nur für jeweils eine Aufgabe zugleich zur Verfügung stehen. Maßgeblich für den Erfolg der Verarbeitungsmodelle war die Entwicklung der Locus-of-Slack-Methode, mit deren Hilfe Verarbeitungsengpässe systematisch identifiziert werden können.
  • verteilte Repräsentation von Wahrnehmung und Handlung
    TEC geht davon aus, dass Handlungen (wie andere Ereignisse auch) verteilt repräsentiert sind, d.h. durch ein ganzes Netzwerk von Merkmalskodes. Um ein derartiges Netzwerk für die spätere Ausführung einer Handlung vorzubereiten, müssen die wesentlichen Merkmalskodes aktiviert, d.h. in einen Zustand erhöhter Bereitschaft versetzt werden. Um sicherzustellen, dass bei der gleichzeitigen Kodierung die beteiligten Kodes nicht durcheinander geraten, nimmt TEC einen Integrationsprozess an, der die zum selben Ereignis gehörenden Kodes zusammen bindet.
  • Wahrnehmungs-Handlungs-Zyklus
    Zahlreiche Autoren haben darauf hingewiesen, dass ein Wahrnehmungs-Handlungs-Zyklus vorliegt:Interne Wissensschemata steuern die zielgerichtete Exploration der Umwelt. Dies führt zur Wahrnehmung von Objekteigenschaften, die das betreffende Schema entweder bestätigen oder (an die Wirklichkeit) anpassen. Wahrnehmung besteht demnach in einem fortlaufenden Zyklus von der Registrierung von Umweltinformation, der Integration dieser Information in Objektschemata, der dadurch gesteuerten, zielgerichtete Exploration, die weitere Information erzeugt, usw. Wahrnehmung ist also aktiv, weil es ja meist zielgerichtete Handlungen sind, die wahrnehmbare Information erst erzeugt.
  • wissensbasierte Fehler
    Entstehen vor allem in neuartigen, ungewohnten Situationen, in denen Handlungen ad hoc geplant werden müssen.
  • zielinduzierte Handlungsauswahl
    Das Postulat des ideomotorischen Ansatzes der Handlungssteuerung besteht darin, dass Handlungen durch Kodes ihrer sensorischen Effekte repräsentiert sind. Nach dieser Überlegung enthalten Repräsentationen von Handlungen auch Information über die durch diese Handlungen zu erreichenden Zustände. Dies erlaubt die Auswahl von Handlungen im Hinblick auf ihr Potential, den jeweils intendierten Zustand zu erreichen.
  • Zwei-Drittel-Potenz-Gesetz
    Beschreibt den Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit von Bewegungen und der produzierten Bewegungsbahn; die Geschwindigkeit von Bewegung, mit denen gekrümmte Figuren wie beispielsweise hinsetzen oder Kreise gezeichnet werden, hängt von dem Radius der Krümmung ab: je enger die Kurve, desto langsamer die Bewegung.
  • Zwei-Prozess-Modelle der Reaktionsauswahl
    Zwei-Prozess-Modelle der Reaktionsauswahl nehmen an, dass beispielsweise in Kompatibilitätsaufgaben Reize entlang zweier Routen verarbeitet werden, einer intentionalen und einer automatischen Route. Auf der intentionalen Route wird das relevante Reizmerkmal verwendet, um die korrekte Reaktion zu finden. Diese wird schließlich identifiziert, das dazugehörige motorische Programm wird abgerufen und ausgeführt. Entlang der automatischen Route können sowohl relevante als auch irrelevante Reizmerkmale merkmalsüberlappende Reaktionen aktivieren. Werden auf diese Weise Reaktionen automatisch aktiviert, dann müssen sie mit der intentional aktivierten Reaktion verglichen werden. Stimmen beide überein, dann wird die aktivierte Reaktion ausgeführt. Stimmen sie jedoch nicht überein, wie bei Reiz-Reaktions-Inkompatibilität zu erwarten, muss die automatisch aktivierte Reaktion abgebrochen werden, bevor die intentional aktivierte Reaktion zur Ausführung gelangen kann. Dies kostet Zeit und führt zu einer Verlängerung der Reaktionszeit.