Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Absolutschwelle
    Die Absolutschwelle ist die geringste Intensität eines Reizes, die zu einer berichtbaren Wahrnehmung beim Beobachter führt.
  • Absorption
    Absorption ist die Schwächung der Lichtintensität an einer Grenzfläche von zwei Materialien. Absorption in den Rezeptoren ist die Grundlage des Sehens.
  • Achromatische Beleuchtung
    Achrormatische Beleuchtung bezeichnet eine Beleuchtung mit einer Wellenlängenmischung, die Grautöne ergibt.
  • Achromatopsie
    Achromatopsie ist die Unfähigkeit zur Diskrimination von Farbtönen durch Gehirnschädigung und damit eine besondere Form der Farbblindheit.
  • Adaptation
    Adaptation ist die Anpassung einer Sinnesleistung an konstante Umgebungssituationen.
  • Adaptives Verfahren (der Schwellenbestimmung)
    Ein adaptives Verfahren (der Schwellenbestimmung) verändert schrittweise den Reiz in Abhängigkeit von der Reaktion des Beobachters.
  • Agnosie
    Agnosie ist der Oberbegriff für neuronal bedingte Erkennungsstörungen ohne Beeinträchtigung des visuellen Systems.
  • Ähnlichkeit (Gestaltfaktor)
    Ähnliche Elemente werden nach diesem Gestaltfaktor zu einer Einheit zusammengefasst.
  • Akinetopsie
    Akinetopsie ist eine durch Gehirnschädigung hervorgerufene isolierte Unfähigkeit, Bewegungen wahrzunehmen.
  • Akkomodation
    Unter Akkomodation versteht man die Veränderung der Linsendicke des Auges durch die Ziliarmuskeln. Dadurch werden Abbilder auf der Retina fokussiert.
  • Aktionspotenzial
    Ein Aktionspotenzial ist eine schnelle Änderung des elektrischen Potenzials, die sich als Impuls in einer Nervenfaser fortsetzt. Die Veränderung umfasst einen Wechsel von –70 mV (Ruhepotenzial) auf +50 mV.
  • Aktivationsschwelle
    Ausmaß an Aktivation, das notwendig ist, um die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Stimulus zu lenken.
  • Aktives Berühren
    Beim aktiven Berühren untersucht ein Beobachter ein Objekt aktiv mit den Händen.
  • Alles-oder-nichts-Prinzip
    Annahme, dass in einem Kanal ankommende Information entweder vollständig weitergleitet oder vollständig ignoriert wird.
  • Altersschwerhörigkeit
    Die Altersschwerhörigkeit ist eine Variante eines Hördefizits durch Schädigung der Cochlea, die mit dem Alter eintritt. Sie äußert sich besonders bei hohen Frequenzen.
  • Amakrine Zellen
    Amakrine Zellen bilden einen Teil des Verarbeitungsweges in der Retina. Sie beeinflussen auch die Aktivität von Ganglienzellen.
  • Ansichtenabhängige Theorien
    Ansichtenabhängige Theorien nehmen an, dass bekannte Objekte als kleine Menge von prototypischen Ansichten gespeichert sind.
  • Ansichtsinvariante Theorien
    Ansichtsinvariante Theorien nehmen an, dass bekannte Objekte als Strukturbeschreibungen bestehend aus einer Menge von Elementen und den Beziehungen zwischen den Elementen gespeichert sind.
  • Anteriorer cingulärer Kortex
    Im mittleren (medialen), vorderen Bereich des Frontalhirns. Verschiedene Autoren nehmen an, dass die Neuronen dieses Bereichs verstärkt Signale aussenden, wenn ein Verhaltensfehler aufgetreten ist und/oder wenn durch das Auftreten von Konflikten, Hindernisse bei der Zielerreichung einer Handlung entstehen. Andere Theorien stehen dieser Annahme skeptisch gegenüber und meinen, dass diese Struktur genau wie der laterale präfrontale Kortex grundlegend in die exekutive Kontrolle involviert ist.
  • Aperture- oder Ausschnittproblem
    Das Aperture- oder Ausschnittproblem besagt, dass bei der Wahrnehmung eines Objektes in einem Ausschnitt die Bewegungsrichtung lokaler Elemente nicht eindeutig ist. Es ist also ein Problem der Mehrdeutigkeit.
  • Arbeitsgedächtnis
    Beschreibt den Teil des aktiven Gedächtnisses, der beim Ausführen einer Handlung aktiv ist und die dazu gehörigen Informationen online hält. Neben einem Speicher für visuell-räumliche Information wird ein Speicher für verbal-sprachliche Information (phonologischen Schleife) sowie ein episodischer Puffer unterschieden; zusätzlich wird eine zentrale Exekutive postuliert, die Steuerungs- und Kontrollfunktionen übernimmt.
  • Aroma
    Das Wahrnehmen von Aroma beruht wesentlich auf einer Interaktion von Geruchs- und Geschmackswahrnehmung.
  • Atmosphärische Farbverschiebung
    Atmosphärische Farbverschiebung ergibt sich durch das entfernungsbhängige Ausmaß an Lichtstreuung. Infolge der Streuung erscheinen die weiter entfernten Objekte blasser, blauer und kontrastärmer.
  • Attenuationstheorie der Aufmerksamkeit
    Die Attenuationstheorie der Aufmerksamkeitbesagt, dass auch Signale aus nicht beachteten Kanälen, wenn auch in abgeschwächter Form, weitergeleitet werden. Die Verarbeitung durchläuft eine Hierarchie von Verarbeitungsstufen. Welches Verarbeitungsniveau erreicht wird hängt u.a. von der verfügbaren Verarbeitungskapazität ab.
  • Auditive Aufmerksamkeit
    Selektion auditiver Signale, die für zielgerichtete Handlungen notwendig sind.
  • Aufmerksamkeit
    Mit Aufmerksamkeit werden Prozesse bezeichnet, mit denen wir Informationen, die für aktuelle Handlungen relevant sind, selektieren bzw. irrelevante Informationen deselektieren. Selektion beeinflusst die Wahrnehmung (Selektion für die Wahrnehmung) und die Handlungsplanung und -ausführung (Selektion für die Handlungskontrolle).
  • Aufmerksamkeitsblinzeln
    Beschreibt ein Wahrnehmungsphänomen, bei dem der zweite zweier kurz nacheinander präsentierter Zielreize nicht wahrgenommen wird.
  • Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
    Patienten mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden u.a. an erhöhter Ablenkbarkeit durch neue plötzlich auftretende Reize (Aufmerksamkeitsschwäche), erhöhter Impulsivität bis hin zur Hyperaktivität; neuropsychologische Theorien erklären das u.a. mit Dysfunktionen des präfrontalen Kortex und einer Minderversorgung mit dem Neurotransmitter Dopamin; als eine Folge davon wird eine verringerte Fähigkeit zum Schützen aktueller Aufgabenrepräsentation im Arbeitsgedächtnis diskutiert.
  • Augenbewegung
    Mithilfe von Augenbewegungen werden Objekte fixiert.
  • Augenfolgebewegung
    Die Augenfolgebewegung ist eine unwillkürliche Bewegung des Auges beim Verfolgen eines Objektes.
  • Automatischer Prozess

    Ein Automatischer Prozess läuft weitgehend kapazitätsfrei ab.

  • Automatizität/Automatisierung
    Begriff zur Beschreibung einer Eigenschaft von Informationsverarbeitungsprozessen: Automatische Prozesse benötigen keine Aufmerksamkeitsressourcen, laufen schnell ab, sind unvermeidbar und nicht dem Bewusstsein zugänglich. Allerdings lässt sich durch diese Merkmale nicht eindeutig entscheiden, ob ein Prozess automatisch oder nicht automatisch abläuft, da nie alle Merkmale notwendigerweise zutreffen und keine Einigkeit besteht welche(s) hinreichend für Automatizität sind (ist).
  • Axon
    Bei einem Axon handelt es sich um eine lange, zylindrische Struktur, welche die Information vom Zellköper eines Neurons zu den Endknöpfen weitergibt.
  • Bandbreite
    Die Bandbreite ist der Unterschied zwischen der tiefsten und der höchsten vorkommenden Frequenz in einem Schallsignal.
  • Basilarmembran
    Die Basilarmembran befindet sich im Innneohr in der Cochlea. Sie trägt das Cortische Organ.
  • Bauchrednereffekt
    Der Bauchrednereffekt ist ein Phänomen der Zusmmanearbeit von Hören und Sehen. Obwohl sich bei einer speziellen Anordnung eine Person und die Stimme nicht an einem Ort befinden, wird die Stimme aber trotzdem am Ort der Person wahrgenommen.
  • Bayes-Theorem
    Das Bayes-Theorem gibt an, wie man die A-priori-Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses mit den bedingten Wahrscheinlichkeiten für schon eingetretene Ereignisse kombinieren muss, um die A-posteriori-Wahrscheinlichkeit des Ereignisses zu bestimmen.
  • Bekanntheit (Gestaltfaktor)
    Elemente werden zu Figuren zusammengefasst, wenn diese Figuren bekannt oder bedeutungshaltig sind.
  • Berührungswahrnehmung
    Die Wahrnehmung einer passiven Berührung der Haut wird als Berührungswahrnehmung bezeichnet.
  • Bewegungsagnosie
    Bei einer Bewegungsagnosie oder Akinetopsie besteht infolge einer Gehirnschädigung die Unfähigkeit zur Wahrnehmung der Bewegung eines Objektes.
  • Bewegungsnacheffekt
    Als Bewegungsnacheffekt wird die Scheinbewegung eines Objektes bezeichnet, wenn der Beobachter vorher für etwa 30 Sekunden die Bewegung eines anderen Objektes anschaut.
  • Bewegungsparallaxe
    Bei der Bewegung eines Beobachters scheinen sich für ihn die Objekte in seiner Nähe schneller zu bewegen als weiter entfernt Objekte. Die Parallaxe ist ein Tiefenkriterium.
  • Bewegungstäuschung
    Eine Bewegungstäuschung ist eine Scheinbewegung. Infolge der Täuschung werden Bewegungen nicht bewegter Objekte wahrgenommen.
  • Bindungsproblem
    Mit Bindungproblem wird das Problem bezeichnet, wie die Aktivitäten von getrennt arbeitenden Gehirnarealen im Erkennungsprozess miteinander verknüpft werden.
  • Binokulare Disparität
    s. Disparität
  • Binokulare Tiefenkriterien
    Binokulare Tiefenkriterien sind die Kriterien, die infolge der Beidäugigkeit zur Verfügung stehen. Das bekannteste Kriterium ist die Disparität.
  • Binokulares Neuron
    Ein Neuron ist binokular, wenn es Erregungen aus beiden Augen verarbeitet.
  • Biologische Bewegung
    Die biologische Bewegung ist die Eigenbewegung eines Lebewesen.
  • Bipolare Zellen
    Bipolare Zellen in der Retina übermitteln Signale von den Rezeptoren zu den Ganglienzellen.
  • Blinder Fleck
    Ein blinder Fleck ist ein Bereich auf der Retina, der keine Rezeptoren enthält. An dieser Stelle verlässt der Sehnerv die Retina.
  • Bottom-up-Mechanismus
    Konzeptionierung von Prozessen als exogen initiiert und determiniert; d.h. stimulusgetriebene Prozesse. Je nach Autor wird von strengeren Definitionen ausgegangen, die voll automatische präattentive Prozesse fordern oder von Definitionen die ein Maß an Top-town-Modulation erlauben (s. hierzu den Komplementärbegriff „Top-Down-Mechanismus“).
  • Bottom-up-Prozess
    Bei einem Bottom-up-Prozess wird von einfachen Merkmalen eines Musters ausgehend eine komplexere Wahrnehmungsleistung vollbracht, ohne dass im Gedächtnis verfügbare Information benutzt wird. Der Prozess wird auch datengeleitet genannt.
  • Braille-Blindenschrift
    Die Braille-Schrift besteht aus einem System von erhabenen Punkten, wobei jedes Punktmuster für einen Buchstaben steht. Wahrgenommen werden die Punktmuster mit dem Tastsinn.
  • Charakteristische Frequenz
    Charakteristische Frequenz bedeutet, dass eine Faser des Hörnervs die größte Empfindlichkeit hat.
  • Chemische Sinne
    Chemische Sinne leisten die Wahrnehmung von Geschmack und Geruch. Sie extrahieren die Information auf der Grundlage einer chemischen Interaktion mit der Umgebung.
  • Chiasma opticum
    Im Chiasma opticum wechselt die Information aus dem nasalen Halbfeld eines Auges auf die jeweils andere Seite des Gehirns. Dadurch ist im primären visuellen Kortex jeweils eine Seite des Gesichtsfeldes in einer Hemisphäre repräsentiert.
  • Chromatizität
    Chromatizität bedeutet, dass die Farbe über die Ausgänge von drei verschiedenen Rezeptoren in unserem visuellen System kodiert wird.
  • Corpus geniculatem laterale (CGL)
    Corpus geniculatum laterale. Das CGL ist eine Station im Gehirn, auf der die eingehende Information aus der Netzhaut auf Nervenfasern zum primären visuellen Kortex geschaltet wird.
  • Corti-Organ
    Das Corti-Organ ist eine wichtige Struktur für das Hören, die insbesondere die Basilarmembran und die Haarzellen enthält.
  • Crossmodale Integration
    Integration von Informationen unterschiedlicher Sinnesmodalitäten (z.B. auditiv, visuell etc.).
  • Dendriten
    Dendriten sind Fortsätze an Zellkörpern, an denen Neurone Informationen empfangen.
  • Deprivation
    Mit Deprivation wird der Reizentzug in bestimmten Phasen der Entwicklung bezeichnet.
  • Dezibel
    Das Dezibel ist ein logarithmisches Maß für die Stärke des Schalldruckes bezogen auf einen Referenzton.
  • Dimensionsbasierte Aufmerksamkeit
    Annahme, dass Aufmerksamkeit anhand von Stimulusmerkmalen zugewiesen wird. Im Rahmen des Guided-Search-Modells heißt das, dass die Aufmerksamkeit durch Unterschiede zwischen Stimuli auf bestimmten Merkmalsdimensionen (wie Farbe, Form etc.) gelenkt wird (Salienzsignal). Dabei wird präattentiv, d.h. bevor Aufmerksamkeit ins Spiel kommt, für jedes Element im visuellen Feld berechnet, wie stark es sich von seinem Umfeld unterscheidet. Je höher der Kontrast zum Umfeld desto höher die Aktivation.
  • Disparation
    Der Unterschied zwischen den retinalen Bildern eines dreidimensionalen Objekts wird als Disparation bezeichnet.
  • Distaler Reiz
    Ein distaler Reiz ist das Objekt, das sich in einiger Entfernung von uns befindet. Im Gegensatz dazu entspricht der proximale Reiz der Stimulation an den Rezeptoren.
  • Dominanz
    Bei multimodaler Verarbeitung eines Reizes ist ein Sinnessystem dominant.
  • Doppeltätigkeiten
    Bei Doppeltätigkeiten müssen Personen zwei unabhängige Aufgaben ausführen. Unabhängig heißt, dass die Zielerreichung in der einen Aufgabe nicht von den spezifischen Resultaten der Verarbeitung in der anderen Aufgabe abhängig ist.
  • Doppelte Dissoziation
    Spezielles (und selten anzutreffendes) Befundmuster bei psychologischen Experimenten, das mit der Existenz unerscheidbarer Prozesse/Systeme interpretiert wird; z.B. zwei Aufgaben A und B werden gleichzeitig mit je einer Zweitaufgabe X und Y ausgeführt; doppelte Dissoziation ist gegeben, wenn A durch X aber nicht durch Y gestört wird und B durch Y aber nicht durch X.
  • Dorsale Bahn
    s. Wo-Bahn
  • Dorsaler Pfad der visuellen Verarbeitung
    Ein Verarbeitungspfad im Gehirn, dem höhere Funktionen visueller Verarbeitung zugeschrieben werden. Auch als Wo- oder Wie-Pfad bezeichnet, wird ihm die Berechnung räumlicher Information für die Wahrnehmung und/oder für motorische Handlungen wie Greifen oder Augenbewegungen zugeschrieben.
  • Dreidimensionale Repräsentation
    Die dreidimensionale Repräsentation entspricht der letzten Stufe des Erkennungsmodells nach Marr.
  • Dreifarbentheorie
    Gemäß der Dreifarbentheorie bzw. der Young-Helmholtz-Theorie beruht die Farbwahrnehmung auf drei Rezeptortypen mit jeweils unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit.
  • Dunkeladaptation
    Die Dunkeladaption stellt eine Erhöhung der Empfindlichkeit des visuellen Systems bei Verringerung der Beleuchtungsstärke dar.
  • Duplexstruktur
    Die Duplexstruktur entspricht der Vorstellung, das Zapfen und Stäbchen in der Retina unter verschiedenen Bedingungen arbeiten und deshalb auch als zwei verschiedene Systeme anzusehen sind.
  • Dynamische Kontrolle durch präfrontale Repräsentationen
    Von den Neuronen im präfrontalen Arbeitsgedächtnis wird eine Repräsentation der aktuellen Verhaltensaufgabe(n) einer Person und der Kontextinformationen für die Aufgabenerfüllung online aufrechterhalten wird; diese Repräsentation steuert dann in einem Top-down-Prozess (Bias-Signale) die Prozesse in anderen Arealen des Gehirns, wodurch die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf aufgabenrelevante Informationen beeinflusst werden kann.
  • Dysexekutives Syndrom
    Patienten mit diesem Syndrom leiden unter Störungen bei der Planung, Organisation und Realisierung zielgerichteter Handlungen. Auf der Makroebene des Verhaltens: Unfähigkeit, Verhaltenssequenzen zu erzeugen, zu planen und zu überwachen, die zur Erreichung von adäquaten Handlungszielen in Nichtroutinesituationen des alltäglichen Leben notwendig sind. Auf der Mikroebene: Symptome, wie die Unfähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, wenn gleichzeitig störende Stimuli dargeboten werden (erhöhte Distraktibilität), die Unfähigkeit zur flexiblen Verhaltensänderung, wenn gezeigtes Verhalten nicht mehr adäquat ist (Perseveration), auch gestörte Koordination beim Multitasking, Probleme beim Lernen durch Fehler, bei der Schätzung unbekannter Mengen und Größenordnungen.
  • d`
    Der Parameter steht für die Empfindlichkeit des Sinnessystems in der Signalerkennungstheorie.
  • Efferenzkopie
    Unter der Efferenzkopie versteht man die Kopie eines motorischen Signals, das vom motorischen Kortex an die Augenmuskulatur gegeben wird.
  • Eigenbewegung
    s. biologische Bewegung
  • Einfache Merkmalssuche
    Aufgabe in Experimenten des Paradigmas der visuellen Suche, bei denen sich der Zielreiz durch ein einzelnes Merkmal von (homogenen) Distraktorreizen unterscheidet.
  • Einfache Reaktionszeit
    Zeitliche Distanz zwischen dem Beginn der Präsentation eines Zielreizes und der Reaktion durch die Versuchsperson.
  • Einkapazitätsmodelle
    Gehen von der Existenz einer begrenzten zentralen Aufmerksamkeitskapazität aus, was auch für Modelle struktureller als auch gradueller Kapazitätsbegrenzungen gilt. Können viele Phänomene des menschlichen Multitaskings erklären, haben jedoch Probleme zu erklären, warum die Leistung bei Doppeltätigkeiten umso stärker verschlechtert ist, je ähnlicher sich die Aufgaben sind (Ähnlichkeitseffekte).
  • Einzelzellableitung
    Methode zur Untersuchung von Nervenzellenaktivität, bei der eine Elektrode direkt in eine einzelne Zelle eingesetzt wird. Dies geschieht entweder nach Entnahme von Gewebeproben oder durch Implantation der Elektrode beim betäubten Tier.
  • Elektromagnetische Wellen
    Elektromagnetische Wellen sind periodische Änderungen in der Stärke eines elektromagnetischen Feldes. Ein Beispiel dafür ist das Licht.
  • Elementarmerkmale
    Die Elementarmerkmale sind die grundlegenden individuellen Komponenten eines Musters.
  • Emergente Eigenschaften/Merkmale
    Als emergent bezeichnet man die Eigenschaften eines Musters, die den elementaren Bestandteilen des Musters nicht zukommen.
  • Endogene Orientierung
    (Intentionale, willentliche) Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf, die typischerweise durch eine relativ lange Latenz (>200ms) und relativ lange aufrechterhaltene Aktivation (>500ms) und eine willentlich kontrollierte Funktionsweise gekennzeichnet ist.
  • Ereigniskorrelierte Potenziale
    Kurz EKP, ist eine Untersuchungsmethode der Elektroenzephalografie (EEG), bei der elektrische Gehirnpotenziale mit Ereignissen (z.B. dem Präsentationsbeginn eines Stimulus) in zeitlichen Zusammenhang gebracht werden, um auf kognitive und neuronale Zusammenhänge bzw. Mechanismen zu schließen.
  • Eustachische Röhre
    Die Eustachische Röhre ist eine durchgehende Verbindung zwischen Mittelohr und Rachenhöhle.
  • Evolutionspsychologische Perspektive
    Lebewesen, und der Mensch im Besonderen, müssen vornehmlich dasjenige wahrnehmen, was für das Überleben als Individuum oder als Mitglied in der Gruppe lebenswichtig ist: Nahrung, Schutz, Artgenossen, Sexualpartner, Hindernisse, Orte, Wissen. In diesem Sinne sind Wahrnehmungsleistungen als Adaptationen an die Anforderungen der Umwelt entstanden.
  • Exekutive Kontrolle
    Zusammenfassender Begriff für eine Menge kognitiver Mechanismen, die die Zielerreichung in schwierigen Handlungssituationen ermöglichen. Solche Situationen können insbesondere dann auftreten, wenn der Kontext neuartig ist, besonders schwierige Handlungen auszuführen sind, Fehler vermieden werden müssen, eine Handlungsoption gegen eine andere automatisch aktivierte Option durchgesetzt werden muss, mehrere Handlungen oder Ziele koordiniert werden müssen.
  • Exekutive Teilfunktionen
    Begriff für kognitive Mechanismen, die an der Aufmerksamkeitskontrolle und exekutiven Kontrolle beteiligt sind. Je nach Autor werden unterschiedliche Teilfunktionen aufgelistet: z.B. Smith und Jonides - Wechsel der Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Aufgaben, Planung von Aufgaben zur Zielerreichung, selektive Aufmerksamkeit und Inhibition von aufgabenirrelevanten Informationen und Reaktionen, Codierung von zeitlichen und räumlichen Repräsentationen im Arbeitsgedächtnis. Früher hatte man ein kognitives System als Ausgangssystem für die verschiedenen Teilfunktionen gesehen, heute geht man davon aus, dass es neben einem gemeinsamen Kern für verschiedene Teilfunktionen auch voneinander unabhängig funktionierende Teilmechanismen gibt.
  • Exogene Orientierung
    Exogen (durch einen Reiz reflexartig) initiierte Ausrichtung der Aufmerksamkeit, die typischerweise durch eine kurze Latenz (~50 ms), eine transiente Aktivation (50-200ms) und eine (relativ) automatische Funktionsweise gekennzeichnet ist.
  • Extinktion
    Störung der visuellen Wahrnehmung, bei der Reize auf der kontralateral zur Hirnschädigung liegenden Raumseite nur vernachlässigt werden, wenn in beiden visuellen Halbfeldern ein Objekt zu sehen ist.
  • Farbadaptation
    Farbadaptation ist die Verschiebung des Farbeindrucks durch einen farbigen Adaptationsreiz.
  • Farbassimilation
    Farbassimilation bedeutet, dass ein Farbreiz die Farbe des umgebenden Farbreizes annimmt.
  • Farbblindheit, kortikal
    Farbblindheit, kortikal ist ein kortikales Phänomen. Sie kann ganz oder teilweise auftreten. Sie ist zu unterscheiden von Beeinträchtigungen des Farbensehens infolge fehlender Zapfen.
  • Farbkonstanz
    Nach der Farbkonstanz bleibt die Wahrnehmung des Farbtons eines Objektes gleich, auch wenn sich die Wellenlängenverteilung der Beleuchtung verändert.
  • Farbkörper
    Ein Farbkörper ist eine Darstellung der Beziehung zwischen Helligkeit, Sättigung und Farbton.
  • Farbmischexperiment
    Das Farbmischexperiment beruht auf einer Methode, bei der Beobachter die Farbe eines Leuchtfeldes durch Mischen von mindestens zwei Arten farbigen Lichts herstellen sollen.
  • Farbmischung
    Eine Farbmischung ist die Kombination von zwei oder mehr Farben zu einer neuen Farbe.
  • Farbmischung, additive
    Farbmischung, additive bedeutet eine Überlagerung von Licht unterschiedlicher Farbe.
  • Farbmischung, subtraktive
    Farbmischung, subtraktive ist das Resultat, das sich bei einer Mischung von unterschiedlichen Farbpigmenten ergibt.
  • Farbsimultankontrast

    Die Farbe einer Fläche ändert ihr Aussehen, wenn sie von einer Fläche mit einer anderen Farbe umgeben ist. Bezeichnet wird diese Wechselwirkung von Farben als Farbsimultankontrast.

  • Farbton
    Der Farbton ist die Wahrnehmung einer chromatischen Farbe.
  • Fechner'sche Gesetz
    Das Fechner'sche Gesetz besagt, dass die Empfindungsstärke eine logarithmische Funktion der Reizintensität ist.
  • Figur-Grund-Differenzierung
    Die Figur-Grund-Differenzierung ist die Separierung eines Musters in eine Figur und den Hintergrund. Diese Separierung erfordert in der Regel keine Aufmerksamkeit.
  • Fixation
    Fixationen sind Unterbrechungen in der Bewegung des Auges über eine Vorlage.
  • Flankierreizparadigma
    Experimentelles Vorgehen, bei dem Probanden einen zentral dargebotenen Zielreiz einer von zwei Kategorien zuordnen. Der Zielreiz wird flankiert von irrelevanten Stimuli, die entweder der gleichen Kategorie angehören, wie der Zielreiz, oder der anderen Kategorie. Von Interesse ist der Einfluss dieser Flankierreize auf die Kategorisierungleistung des Zielreizes.
  • Flexibilitäts-Persistenz-Problematik
    Umschreibt das Problem, dass handlungsleitende Repräsentationen im präfrontalen Kortex einerseits ausreichend flexibel (a) und andererseits ausreichend persistent (stabil) (b) sein müssen. Wenn (a) nicht gegeben ist, kann es zu Perseverationen kommen und beim Fehlen von (b), kann es zu einer erhöhten Ablenkbarkeit einer Person vom primären Verhaltensziel kommen.
  • Flussmuster
    Ein Flussmuster entsteht bei der Bewegung eines Beobachters relativ zur Umwelt. Aus der Art der Veränderungen im Flussmuster können Rückschlüsse über Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit gezogen werden.
  • fMRT
    Funktionelle Magnetresonanztomographie – bildgebende Methode zur Erfassung der Gehirnaktivität bei Informationsverarbeitungsprozessen. Beruht auf der Analyse von Magnetfeldänderungen, die durch sauerstoffangereichertes Blut während einer kognitiven Tätigkeit im Vergleich zu einer Bedingung ohne diese Tätigkeit entstehen.
  • Fokale Aufmerksamkeit
    Aufmerksamkeit, die sich lokal auf einen Ort, ein Objekt oder ein Merkmal beschränkt (darauf fokussiert).
  • Formant
    Ein Formant ist ein Bereich von Frequenzen mit einer starken Schallenergie. Sie treten in Spektrogrammen als schwarze Bänder in Erscheinung.
  • Formen
    Geschlossene Konturen, die eine Fläche im Gesichtsfeld vollkommen umschließen, bilden Formen.
  • Fourier-Analyse
    Die Fourier-Analyse ist ein mathematisches Verfahren zur Zerlegung eines komplexen Schwingungsmusters in eine Kombination von Sinuswellen.
  • Fovea
    Die Fovea centralis ist der Bereich schärfsten Sehens auf der Retina. Die Fovea enthält nur Zapfen.
  • Frequenz
    Die Frequenz ist die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Die Maßeinheit ist Hertz (Hz).
  • Frequenzband
    Ein Frequenzband ist ein Bereich von Frequenzen eines Schallsignals.
  • Frequenzspektrum
    Das Frequenzspektrum stellt die Sinuswellenkomponenten einer periodischen komplexen Schallschwingung dar. Aus dem Spektrum kann die Wellenlänge einer solchen Schwingung und deren Schallintensität angegeben werden.
  • Frontalhirn
    "Bereich des Gehirns der sich vor dem Sulcus centralis erstreckt; wird allgemein mit exekutiver Kontrolle (""supervisory attentional sysetm"") in Verbindung gebracht, wobei auch neuronale Bereiche außerhalb des Frontalhirns in Mechanismen exekutiver Kontrolle involviert sind."
  • Funktionelle Magentresonanztomografie
    Kurz fMRT, bezeichnet ein bildgebendes Verfahren, welches während einer kognitiven Aktivität aktivierte Gehirnareale, meist mittels Analyse von deren Sauerstoffverbrauch, darstellen kann.
  • Ganglienzelle
    Eine Ganglienzelle ist ein Neuron in der Netzhaut, das Signale von Amakrin- und Bipolarzellen verarbeitet. Die Axone der Ganglienzellen bilden den Sehnerv.
  • Gedächtnisfarben
    Unter Gedächtnisfarben versteht man die charakteristischen Farben eines Objektes, z. B. das Grün eines Blattes.
  • Gegenfarben
    Auf der Ebene des CGL wird die Farbinformation aus dem Auge in den Farbgegensätzen Rot-Grün und Blau-Gelb kodiert. Auf eine Erregung in einer Farbe reagiert ein solcher Farbkanal mit einer Hemmung in den Gegenfarben.
  • Gegenfarbentheorie
    Die Gegenfarbentheorie nimmt an, dass die Farbwahrnehmung auf drei antagonistischen Mechanismen beruht, einem Blau-Gelb-Mechanismus, einem Rot-Grün-Mechanismus sowie einem Schwarz-Weiß-Mechanismus. Es wird also angenommen, dass auf der Ebene nach der Rezeptorschicht die Farbinformation aus dem Auge in den Farbgegensätzen bzw. Gegenfarben Rot-Grün, Blau-Gelb und Schwarz-Weiß kodiert wird.
  • Gehörknöchelchen
    Die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel, liegen im Mittelohr und verstärken ein Schallsignal.
  • Gemeinsames Schicksal (Gestaltfaktor)
    Nach diesem Gemeinsames Schicksal (Gestaltfaktor) werden Elemente, die sich in eine Richtung bewegen, zu einer Einheit gruppiert.
  • Geon
    Ein Geon ist ein elementarer Teilkörper in der Theorie der Objekterkennung von Biederman.
  • Geruchsschema
    Das Geruchsschema ist ein historisch bedeutsames Klassifikationssystem für Gerüche. Unterschieden werden würzig, faulig, brenzlig, harzig, blumig, fruchtig.
  • Geschlossenheit (Gestaltfaktor)
    Linien, die eine Fläche umschließen, werden leichter als eine Einheit aufgefasst als diejenigen, die sich nicht zusammenschließen.
  • Geschmacksknospe
    Eine Geschmacksknospe ist eine Struktur in einer Zungenpapille, die Geschmacksrezeptoren enthält.
  • Gesichtsfeld
    Das Gesichtsfeld ist der Bereich, in dem bei unbewegtem Körper und unbewegtem Auge Objekte wahrgenommen werden können.
  • Gestaltfaktoren
    Gestaltfaktoren sind von der Gestaltpsychologie entwickelte Regeln, nach denen sich Elemente zu größeren Konfigurationen zusammenschließen sollen.
  • Gestaltpsychologie
    Die Gestaltpsychologie ist eine Richtung der Psychologie, die sich im Bereich der Wahrnehmung besonders mit den Prinzipien der Wahrnehmungsorganisation beschäftigte. Sie geht davon aus, dass das Ganze anders ist als die Summe seiner Teile.
  • Gradientenmodell
    Beschreibt die Vorstellung, dass die Auflösungskraft in der Mitte des Aufmerksamkeitslichtkegels am höchsten ist und zu seinen Rändern hin abfällt.
  • Graduelle Kapazitätsverteilung
    Begriff der umschreibt, dass Aufmerksamkeit graduell auf zwei verschiedene Prozesse verteilt werden kann, z.B. wenn zwei Aufgaben gleichzeitig ausgeführt werden. Ist mit der Idee verbunden, dass Aufmerksamkeit eine teilbare Ressource ist, die als eine Art „Brennstoff“ für das Funktionieren von menschlicher Informationsverarbeitung notwendig ist.
  • Größe (Gestaltfaktor)
    Reizmuster mit kleineren Flächen werden eher als Figuren gesehen als die mit größeren Flächen.
  • Größenkonstanz
    Nach der Größenkonstanz kann die physikalische Größe eines Objektes unabhängig von der Entfernung bzw. der Abbildgröße auf der Retina wahrgenommen werden.
  • Größenschätzung
    Die Größenschätzung ist ein Verfahren der subjektiven Einschätzung der wahrgenommenen Größe von Reizen und Intensitäten nach einem Merkmal. Die Urteile werden mithilfe von Zahlen ausgedrückt.
  • Grundfarbe
    s. Primärfarben
  • Grundfrequenz
    Die Grundfrequenz entspricht der niedrigsten Frequenz im Frequenzspektrum eines komplexen Tons.
  • Gummilinsenmetapher
    Erweiterung der Lichtkegelmetapher, die davon ausgeht, dass die Größe des Lichtkegels variabel ist.
  • Gute Fortsetzung (Gestaltfaktor)
    Elemente, die sich durch eine leicht geschwungene Linie verbinden lassen, werden nach diesem Gestaltfaktor zu einer Gruppe zusammengefasst.
  • Handlungsschema
    Schemata sind gespeicherte Strukturen, die Input- und Outputbedingungen einer Handlung und die jeweiligen Regeln der Handlung enthalten. Normalerweise werden die Schemata durch Lernen und Übung erworben (aber angeborene Schemata bei Reflexhandlungen), sie werden aktiviert, sobald ihre Aktivationsschwelle überschritten wurde.
  • Handlungssteuernde Selektion
    Vorstellung, dass die Selektion relevanter Information auf einer späten Verarbeitungsstufe stattfindet, nämlich bei der Auswahl der Reaktion (Handlungssteuerung). Alle eingehenden Reize werden also vollständig verarbeitet.
  • Haptik
    Unter Haptik versteht man die Wahrnehmung von Form und Oberfläche von Objekten.
  • Harmonische Frequenzen
    Harmonische Frequenzen sind sinusförmige Schwingungen, die ganzzahlige Vielfache eines Grundtons sind.
  • Hauptkarte der Aktivationen
    s. Theorie der gesteuerten Suche
  • Hautsinne
    Über die Hautsinne werden die Erregungen der Rezeptoren in der Haut vermittelt: Berührung, Schmerz, Temperatur.
  • Helligkeit
    Die Helligkeit entspricht der Intensität eines Farbreizes.
  • Helligkeitskonstanz
    Unter Helligkeitskonstanz versteht man die gleichbleibende Wahrnehmung der Objekthelligkeit bei verschiedenen Beleuchtungen.
  • Hemmung
    Eine Hemmung senkt die Auftretenswahrscheinlichkeit von Nervenimpulsen.
  • Herstellungsmethode
    Mit der Herstellungsmethode kann die Absolut- oder Unterschiedsschwelle gefunden werden. Der Proband verändert einen Reiz so lange, bis er wahrgenommen wird oder bis er als verschieden von einem anderen Reiz angesehen wird.
  • Hertz
    Hertz ist die Maßeinheit für Schwingungen einer Welle pro Sekunde.
  • Heuristische Regeln
    Heuristische Regeln haben sich aus frühen Wahrnehmungserfahrungen ergeben, auch aus der Sicht der Evolution, und werden bei der Interpretation von Wahrnehmungssituationen implizit genutzt.
  • Hierarchisch organisierte Verarbeitung
    Vorstellung, dass die Verarbeitung von Informationen in aufeinander folgenden Schritten von basalen zu höheren Stufen organisiert ist.
  • Homunkulus
    Ein Homunkulus ist die Bezeichnung für die neuronale Projektion des Körpers im somatosensorischen Kortex.
  • Horizontalzellen
    Die Horizontalzellen vermitteln in der Retina einen Kontakt zwischen benachbarten Rezeptoren. Dadurch entsteht eine gegenseitige Beeinflussung der Rezeptorausgänge.
  • Hornhaut
    Die Hornhaut ist eine durchsichtige Struktur des Auges, die vom Licht im Auge zuerst passiert wird. Sie hat einen lichtbrechenden Effekt.
  • Horopter
    Den Horopter bilden Objekte, die korrespondierende Punkte und damit die Disparität Null haben.
  • Hörschwellenkurve
    Die Hörschwellenkurve gibt für alle hörbaren Frequenzen den Schalldruckpegel für die Absolutschwelle an.
  • Hypothese der integrierten Kompetition
    Ein Ansatz einer Rahmentheorie zur Integration behavioraler und neuronaler Befunde, der davon ausgeht, dass Stimuli in einen Wettbewerb um die Handlungssteuerung treten, wobei der Wettbewerb z.B. durch aktuelle Handlungsziele beeinflusst wird.
  • Induzierte Bewegung
    Induzierte Bewegung wird die Scheinbewegung eines Objektes bezeichnet, die durch die Bewegung eines anderen Körpers ausgelöst wird.
  • Innenohr
    Das Innenohr umfasst die Cochlea mit den Rezeptoren für das Hören und die Bogenänge des Gleichgewichtsorgans.
  • Interaurale Pegeldifferenz
    Interaurale Pegeldifferenz ist der Unterschied im Schalldruckpegel an den beiden Ohren in Abhängigkeit von der räumlichen Position der Schallquelle.
  • Interauraler Laufzeitunterschied
    Interauraler Laufzeitunterschied ist der zeitliche Unterschied in der Ankunft von Signalen an den Ohren. Ein solcher Unterschied entsteht, wenn Schallwellen von einer Schallquelle kommen, die nicht genau vor oder hinter dem Beobachter ist.
  • Intermodaler Vergleich
    Der intermodale Vergleich ermöglicht es Personen, Objekte aus der Sicht von zwei Sinnessystemen zu vergleichen.
  • Interne Repräsentation
    Eine interne Repräsentation ist das innere Modell der Außenwelt.
  • Invariante
    Eine Invariante ist eine Struktureigenschaft, die sich bei Bewegung eines Beobachters nicht ändert.
  • Ipsilateral
    Auf der gleichen Seite (des Gehirns) liegend (s. auch kontralateral).
  • Isophone
    Isophone sind Kurven gleicher Lautstärke für Töne unterschiedlicher Frequenz.
  • Kälterezeptoren
    Kälterezeptoren sprechen in einem bestimmten Temperaturbereich auf ein Absinken der Temperatur an.
  • Kanonische Ansicht
    Die kanonische Ansicht hilft die Objekte besonders gut und schnell zu erkennen.
  • Kapazität/Ressource
    Begriff, der das Potenzial eines kognitiven Prozesses umschreibt, eine bestimmte Menge an „Arbeit“ leisten zu können. Je mehr von der Ressource/Kapazität vorhanden ist, desto mehr Arbeit kann geleistet werden. Wenn es zur Unterversorgung eines Prozesses mit Ressourcen kommt, sinkt die (Arbeits)Leistung. Wird stark in der Grundlagenforschung kritisiert, da es keine Möglichkeit gibt, den Ressourcenumfang einer Person objektiv zu bestimmen.
  • Kapazitätslimitiertes Verarbeitungssystem
    "Ein Informationsverarbeitungssystem, das in der Menge der Information begrenzt ist, die es gleichzeitig verarbeiten kann. Das Konzept spielt eine Rolle, wenn es darum geht den Flaschenhals (""bottleneck"") in einem Informationsverarbeitungsprozess zu identifizieren."
  • Kategoriale Wahrnehmung
    Kategoriale Wahrnehmung tritt in der Sprachwahrnehmung auf. Trotz eine großen Variation der Vokaleinsatzzeit nimmt ein Hörer in der Regel bei dieser Variation nur zwei Kategorien wahr.
  • Kinästhetische Wahrnehmung
    Kinästhetische Wahrnehmung bezeichnet die Wahrnehmung der Lage des Körpers in Raum und Zeit. Man spricht auch von Körperempfindung.
  • Kippfigur
    Eine Kippfigur ist ein Figur-Grund Muster, das sich beim Betrachten umkehrt. Oft erfolgt diese Umkehr von Figur und Grund automatisch in regelmäßigen Zeitabständen.
  • Klang
    Ein Klang besteht aus einem Grundton und mehreren Obertönen. Die Obertöne haben Frequenzen, die ganzzahige Vielfache der Fundamentalfrequenz des Grundtons sind.
  • Klangfarbe
    Verschiedene Musikinstrumente erzeugen Töne mit verschiedenen Klangfarben trotz gleicher Tonhöhe.
  • Kochlea
    In der Kochlea sind zwischen Basilarmembran und Tektorialmembran die Sinneszellen untergebracht.
  • Kohärenz der Wahrnehmung
    Unter Kohärenz versteht man die zusammenhängende Abfolge der Wahrnehmungsprozesse.
  • Komparator
    Der Komparator im Reafferenzprinzip ist eine Vergleichsinstanz, in der die Efferenzkopie und die afferenten Signale verglichen werden.
  • Konflikterkennung
    Wichtiger Begriff im Modell der dynamischen Kontrolle von Verhalten. Auftretende Konflikte zwischen angezieltem Verhalten und den aktuellen Verhaltensresultaten müssen entdeckt und deren Entstehung an nachgeordnete Prozesse gemeldet werden, wodurch adaptive Verhaltensänderung möglich wird. Zur Zeit wird von vielen Autoren angenommen, dass Konflikterkennung im Verhalten mit Aktivationsänderungen im anterioren cingulären Kortex (ACC) verbunden ist, obwohl eine kausale Rolle des ACC nicht gezeigt werden konnte.
  • Konjunktionssuche
    Aufgabe in Experimenten der visuellen Suche, bei denen sich der Zielreiz durch eine bestimmte Kombination von Merkmalen von den Distraktorstimuli unterscheidet.
  • Kontext
    Jeder Reiz wird in einem raumzeitlichen Kontext mit anderen Reizen wahrgenommen. Neben diesen äußeren Kontexten können auch innere Kontexte wie emotionaler Zustand oder verfügbares Wissen betrachtet werden.
  • Kontextabhängigkeit
    Mit Kontextabhängigkeit wird der Einfluss zeitlich und räumlich benachbarter Reize als auch kognitiver, sozialer und emotionaler Kontexte auf die Wahrnehmung bezeichnet.
  • Kontinuität (Gestaltfaktor)
    Nach diesem Gestaltfaktor werden verbundene Elemente als Figuren gesehen.
  • Kontralateral
    Auf der gegenüber liegenden Seite (des Gehirns) liegend (s. auch ipsilateral)
  • Kontrast
    Der Kontrast ist die Intensitätsamplitude zwischen hellen und dunklen Teilen eines Bildes.
  • Kontrastsensitivität
    Die Kontrastsensitivität charakterisiert die Unterscheidungsfähigkeit der Lichtintensität von zwei benachbarten Bildflächen.
  • Kontrastverstärkung
    Die Kontrastverstärkung ist ein Wahrnehmungseffekt. An einer Hell-Dunkel-Grenze wird im helleren Bereich ein schmales Band als noch heller und auf der dunkleren Seite ein schmales Band noch dunkler wahrgenommen.
  • Kontur
    Eine Objektgrenze, die durch Helligkeistkontraste definiert ist.
  • Konvergenz
    Diese Informationsquelle für räumliche Tiefe bezieht sich auf die Fixationsentfernung des Auges.
  • Korrespondenzproblem (Bewegungswahrnehmung)
    Das Korrespondenzproblem (Bewegungswahrnehmung) ergibt sich dadurch, dass Punkte in einem Einzelbild mit den Punkten im zeitlich darauf folgenden Bild verglichen werden müssen, um eine Scheinbewegung zu erzeugen.
  • Korrespondenzproblem (Tiefenwahrnehmung)
    Die Punkte von zwei Stereobildern müssen abgeglichen werden, um die Disparation zu erhalten.
  • Korrespondierende Punkte
    Alle Punke auf dem Horopter werden auf den Netzhäuten der beiden Augen auf korrespondierende Punkte abgebildet.
  • Kortikale Neurone
    In der Großhirnrinde liegende Nervenzellen.
  • Kortikale Repräsentation
    Eine kortikale Repräsentation ist der neuronale Erregungszustand, der im Ergebnis der Wahrnehmung entsteht.
  • Kortikale Verstärkung
    Die kortikale Verstärkung ist Ausdruck der vergrößerten Repräsentation fovealer Bereiche des Sehfeldes im visuellen Kortex.
  • Kreuzadaptation
    Bei einer Kreuzadaptation führt die konstante Reizung in einer Geschmacksqualität zu einer Änderung des Wahrnehmungseindrucks in einer anderen Qualität.
  • Kulturelle Einflüsse
    Kulturelle Einflüsse auf die Wahrnehmung können durch kulturelle Besonderheiten wie die Art der Schriftsprache ausgelöst werden.
  • Labeled Lines
    Labeled Lines beschreiben den Umstand, dass es für jede Sinnesmodalität spezialisierte Rezeptoren, Übertragungspfade und Gehirnareale gibt.
  • Lärm
    Lärm ist ein unerwünschtes Geräusch.
  • Lärmschwerhörigkeit
    Die Lärmschwerhörigkeit stellt eine chronische Ermüdung des Gehörs infolge einer andauernden Lärmwirkung dar.
  • Laterale Hemmung
    Laterale Hemmung ist ein Hemmprozess, der sich seitlich in einer neuronalen Schaltung ausbreitet. In der Retina sind daran Horizontal- und Amakrinzellen beteiligt.
  • Lateraler präfrontaler Kortex
    Bereich des Frontalhirns, der sich vor dem Sulcus präcentralis bis zum Polbereich des Frontalhirns erstreckt und dabei den seitlichen Bereich des Kortex umfasst. Kann sehr grob in den dorsolateralen und ventrolateralen präfrontalen Kortex unterschieden werden; ist u.a. in Arbeitsgedächtnisfunktionen wie das Aufrechterhalten und die Manipulation von Information sowie das Monitoring dieser Information involviert; spielt als neuronale Komponente eine wichtige Rolle bei der exekutiven Kontrolle.
  • Lautstärke
    Die Lautstärke ist die Schallintensität, angegeben in Dezibel.
  • Leistungs-Ressourcen-Funktionen
    Funktion, die den Zusammenhang zwischen aufgebrachten Ressourcen für einen kognitiven Prozess und der Leistung in diesem Prozess beschreiben soll. Unterschiedliche Arten von Leistungs-Ressourcen-Zusammenhängen sind denkbar.
  • Leuchtdichte
    Die Leuchtdichte ist die von einer beleuchteten Fläche reflektierte Lichtmenge.
  • Lichtkegelmetapher der Aufmerksamkeit
    Beschreibt visuelle Aufmerksamkeit als einen Lichtkegel („spotlight“), in dessen Schein liegende Stimuli weiterverarbeitet werden.
  • Linse des Auges
    Die Linse des Auges ist eine lichtbrechende Einheit, die in ihrer Krümmung durch Akkomodation verstellt werden kann.
  • Luminanzänderung
    Veränderung der Intensität der Leuchtkraft. In Versuchsdesigns verwendet als sehr effektive Reize zu Aufmerksamkeitsverschiebung.
  • Mach-Bänder
    Als Mach-Bänder bezeichnet man den Effekt der Kontrastverstärkung an der Hell-Dunkel-Grenze von Streifen unterschiedlicher Helligkeit.
  • Maskierung
    Die Maskierung ist die Abschwächung eines wahrgenommenen Reizes durch vorangehende oder nachfolgende Reize.
  • Maskierung (Hören)
    Ein Schallsignal setzt die Wahrnehmbarkeit eines anderen simultan oder danach auftretenden Schallsignals herab.
  • McGurk-Effekt
    Beschreibt den Effekt, dass zwei widersprüchliche Informationen, die unterschiedlichen sensorischen Modalitäten (z.B. Hören und Sehen) dargeboten werden, zu einer dritten integriert werden.
  • Mechanorezeptoren
    Mechanorezeptoren befinden sich in der Haut und sind für die Tastwahrnehmung zuständig.
  • Mehrfachbesorgungsaufgabe (Multiple-Errands-Test)
    Von Shallice entwickelte Aufgabe, um Planungs- und Überwachungsfähigkeiten z.B. von Frontalhirnpatienten zu erfassen; dabei müssen verschiedene Alltagsaufgaben nach bestimmten Regeln und innerhalb bestimmter Zeiten erledigt werden. Aus den Fehlern bei der Ausführung der Handlungen lassen sich Rückschlüsse auf das Planungsverhalten ziehen.
  • Mehrkapazitätsmodelle
    Nehmen an, dass es nicht nur eine zentrale Aufmerksamkeitskapazität, sondern mehrere spezifische Verarbeitungskapazitäten oder -module gibt. Können im Gegensatz zu Einkapazitätsmodellen Ähnlichkeitseffekte bei Doppeltätigkeiten gut erklären. Es ist schwierig a priori zu bestimmen, welche spezifischen Verarbeitungsmodule existieren. Wickens orientiert sich bei der Definition der Verarbeitungsmodule an der Unterscheidung von Sinnesmodalitäten (z.B. visuell und auditorisch) und Effektormodalitäten (z.B. Spracheffektoren, manuell) und kognitiven Prozessen.
  • Meißner-Körperchen
    Meissner-Körperchen reagieren besonders auf Vibrationen.
  • Melodie
    Die Melodie ist eine Folge von Tönen, wobei auch die Dauer der Töne festgelegt ist.
  • Merkel-Zellen
    Merkel-Zellen reagieren auf statischen Druck.
  • Merkmalsintergrationstheorie der Aufmerksamkeit
    Die MIT geht davon aus, dass sich visuelle Stimuli auf der Grundlage von basalen Merkmalen beschreiben lassen und anhand dieser Merkmale verarbeitet werden. Spezialisierte Merkmalsdetektoren nehmen Merkmale wie z.B. Farben wahr und repräsentieren diese auf topografisch organisierten Merkmalskarten. Auf einer späteren Verarbeitungsstufe, die fokale Aufmerksamkeit bedingt, werden diese Merkmale zu einer einheitlichen Objektrepräsentation intergiert.
  • Merkmalssalienz/Salienz
    Begriff aus der „Theorie der gesteuerten Suche“, der die Auffälligkeit eines Stimulus in Form einer Aktivierung beschreibt, der der Kontrast zwischen einzelnen Merkmalen einer Dimension zugrunde liegt. Dimensionsspezifische Salienzsignale werden zu einer Salienzaktivierung zusammengefasst, die die fokale Aufmerksamkeit steuert.
  • Metakontrast
    Metakontrast ist ein Maskierungsphänomen. Von zwei Reizen beeinflusst der zweite die Verarbeitung des ersten.
  • Metamere
    Metamere sind zwei Leuchtfelder, die zu einer identischen Wahrnehmung führen, aber verschiedene Wellenlängeverteilungen haben.
  • Methode der konstanten Reize
    Die Methode der konstanten Reize erlaubt eine Bestimmung der Absolut- und Unterschiedsschwelle. Es wird eine konstante Menge von Reizen verwendet.
  • Mittelohr
    Das Mittelohr zwischen Trommelfell und Innenohr besteht aus der eustachischen Röhre sowie Hammer, Amboss und Steigbügel.
  • Modalität
    Eine Modalität beschreibt einen primären Sinneseindruck, der durch ein Sinnessystem vermittelt wird.
  • Modalitätsspezifische Systeme
    Verarbeitungssysteme, die Informationen einer bestimmten Modalität (z.B. ausschließlich auditiv oder visuell) verarbeiten.
  • Modulare Organisation
    Verschiedene Funktionen werden verschiedenen Arealen im Kortex zugeordnet.
  • Modularität
    Modularität in einem System liegt vor, wenn das System aus autonomen Teilsystemen besteht, die durch spezifische Eigenschaften gekennzeichnet sind und die in weitgehender Isolation von anderen Teilsystemen untersucht werden können.
  • Module
    Module sind autonome biologisch trennbare Mechanismen, die für eine Aufgabe oder Funktion spezialisiert sind.
  • Mondtäuschung
    Die Mondtäuschung besteht darin, dass der Mond größer wahrgenommen wird, wenn er am Horizont steht. Die retinale Größe des Mondes ist dabei im Zenit und am Horizont konstant.
  • Monokulare Tiefenkriterien
    Monokulare Tiefenkriterien können aus dem retinalen Bild in einem Auge entnommen werden. Ein Beispiel für ein solches Kriterium ist die Verdeckung.
  • Motorisches Signal
    Ein motorisches Signal gelangt ausgehend vom motorischen Kortex an die Augenmuskulatur.
  • Multimodalität
    Multimodalität liegt vor, wenn Informationen von Reizen in mehreren Modalitäten verarbeitet werden.
  • Multiplexing
    Bezeichnet das schnelle Umschalten (eines Verarbeitungsmoduls) zwischen mehreren Kanälen, das notwendig wird, wenn nur ein Modul für die entsprechende Aufgabe zur Verfügung steht, jedoch ankommende Informationen von verschiedenen Kanälen verarbeitet werden müssen.
  • Multisensorische Integration
    s. crossmodale Integration
  • Multitasking
    Ursprünglich aus der Rechentechnik adaptierter Begriff, der dort beschreibt, dass ein Rechnungsprozessor mit der Informationsverarbeitung unterschiedlicher Aufgaben gleichzeitig befasst ist. In der Psychologie Begriff, der die gleichzeitige Ausführung mehrerer Handlungen durch eine Person beschreibt. Anhand der Leistungsverschlechterungen von Personen beim Multitasking werden Annahmen über die Struktur, Funktion und Mechanismen von Aufmerksamkeit abgeleitet.
  • N-back Aufgabe
    Mit dem Aufrechterhalten, Aktualisieren und dem Manipulieren von Arbeitsgedächtnisinhalten verbundenes experimentelles Paradigma. Dem Probanden wird eine Reihe von Gedächtnisitems kurz nacheinander dargeboten, die sich nach einer gewissen Zeit wiederholen können und er muss angeben, ob das aktuell dargebotene Item identisch mit dem N-zurück dargebotenen Item ist. Durch Variation des N (z.B. 0, 1, 2 etc.) kann die Belastung des Arbeitsgedächtnis stufenweise manipuliert werden.
  • Nacheffekte
    Nacheffekte bezeichnen die Wahrnehmung, die nach der Beendigung einer längeren Darbietung eines Reizes auftreten.
  • Nähe (Gestaltfaktor)
    Elemente, die einander nahe sind, werden nach diesem Gestaltfaktor zu Elementen zusammengefasst.
  • Nervenimpuls
    Ein Nervenimpuls ist eine schnelle Änderung des elektrischen Potenzials, die sich in einer Nervenfaser fortsetzt.
  • Neurokognitive Mechanismen
    Betrachtung der Informationsverarbeitung im Nervensystem aus der Perspektive funktionaler kognitiver Mechanismen.
  • Neuron
    Ein Neuron ist eine Nervenzelle mit Zellkörper, Axon und Dendriten.
  • Neuropsychologie
    Die Neuropsychologie ist die Wissenschaft von den Zusammenhängen zwischen Funktionen des Gehirns und psychischen Prozessen.
  • Neurotransmitter
    Beim Neurotransmitter handelt es sich um eine chemische Substanz, die durch eintreffende Impulse ausgeschüttet wird und eine erregende oder hemmende Funktion auf das empfangende Neuron ausübt.
  • New Look
    Mit New Look wurde eine Programm in der Wahrnehmungspsychologie bezeichnet, mit dem der Einfluss von Motivation und Kogniton auf die Wahrnehmung untersucht wurde.
  • Nicht korrespondierende Punkte
    Nicht korrespondierende Punkte sind alle Punkte, die nicht auf dem Horopter liegen, sie werden auf den Netzhäuten der beiden Augen abgebildet.
  • Obertöne
    Obertöne sind in einem Klang die Töne mit dem ganzzahligen Vielfachen der Frequenz eines Grundtons.
  • Objektbasierte Aufmerksamkeit
    Annahme, dass Aufmerksamkeit auf der Ebene von Objekten operiert und daher einzelnen Objekten zugewiesen werden kann.
  • Oekologische Optik

    Die ökologische Optik erfasst die potenzielle Umweltinformation in der Umgebung eines sich bewegenden Beobachters im theoretischen Ansatz von Gibson.

  • Off-Ganglienzelle
    Off-Ganglienzellen haben ein rezeptives Feld, das aus einem kreisförmigen hemmenden Zentrum und einem erregendem Umfeld besteht.
  • On-Ganglienzellen
    On-Ganglienzellen haben ein rezeptives Feld, das aus einem kreisförmigen erregenden Zentrum und einem hemmenden Umfeld besteht.
  • Organisationsprinzipien
    Die Organisationsprinzipien bilden die gestaltpsychologische Grundlage der Wahrnehmungsorganisation. Sie beschreiben, wie sich Elemente in der Wahrnehmung automatisch zu Gruppen organsieren.
  • Ortsbasierte Aufmerksamkeit
    Ortsbasierte Aufmerksamkeit ist die Annahme, dass Aufmerksamkeit ortsbasiert ist, d.h. allen visuellen Informationen eines umschriebenen Raums zugewiesen werden kann (unabhängig davon, ob die Information eine oder mehrere repräsentiert).
  • Ortsfrequenz
    Die Ortsfrequenz ist die Anzahl der Helligkeitsänderungen pro Sehwinkel.
  • Ortstheorie
    Die Ortstheorie des Hörens geht davon aus, dass unterschiedliche Frequenzen eine Erregung an unterschiedlichen Orten der Basilarmembran auslösen.
  • Pacini-Körperchen
    Pacini-Körperchen reagieren auf Druck und Vibration, besonders am Anfang und am Ende einer Stimulation.
  • Paradigma
    Ursprünglich ein Begriff für die „Weltanschauung“ oder „Ideologie“, der Vorstellungen oder Fragen definiert, die an ein bestimmtes Themengebiet gestellt werden. Im Zusammenhang mit empirisch-psychologischer Forschung wird Paradigma im Sinne eines aus der Theorie abgeleiteten Versuchsdesigns bzw. einer Klasse von Versuchsdesigns verwendet.
  • Paradigma des dichotischen Hörens
    Experimentelle Vorgehensweise, bei der dem Probanden (unterschiedliche) Nachrichten auf dem linken bzw. rechten Ohr zugespielt werden. Nur die auf einem Ohr ankommende Information ist dabei zu „beschatten“ (d.h. nachzusprechen „shadowing“). Von Interesse ist, welche (Art von) Informationen (physikalisch, semantisch) über das nicht „beschattete“ Ohr wahrgenommen wird.
  • Parallele Suche
    Konzept des Paradigmas der visuellen Suche, bei dem davon ausgegangen wird, dass alle präsentierten Stimuli gleichzeitig verarbeitet werden.
  • Parallele Verarbeitung
    Auf unterschiedlichen Kanälen eingehende Informationen werden gleichzeitig verarbeitet; im Gegensatz zu einer seriellen Verarbeitung.
  • Parallelität (Gestlatfaktor)
    Bereiche, die von parallelen Linien begrenzt sind, werden als Figuren gesehen.
  • Passives Berühren
    Das passive Berühren ist die Darbietung eines Reizes auf der Haut.
  • Performance Operating Characteristics
    In Performance Operationg Characteristics (POC) wird das Leistungsniveau in einer Aufgabe A mit dem Leistungsniveau in der einer anderen Aufgabe B in Verbindung gesetzt und durch eine Funktion beschrieben. Für die Erstellung von POC muss die Ausführung eines Aufgabenpaares A und B mehrmals unter verschiedenen Ausmaßen der Ressourcenverteilung auf A und B gemessen werden.
  • Peripherer Cue
    Ein Hinweisreiz (z.B. ein Aufleuchten des Hintergrunds) im Spatial-Cueing-Paradigma, der an dem (relativ zu einer zentralen Fixation peripheren) Ort positioniert ist, an dem der Zielreiz mit hoher Wahrscheinlichkeit erscheint.
  • Perseveration
    Immer wiederkehrendes und nur schwer zu unterbindendes Auftreten einer gleichen Handlung oder eines gleichen Gedanken, der nicht adäquat zur jeweiligen Situation sein kann.
  • Perspektive
    Die Perspektive erfasst die Einflüsse der Entfernung eines Objektes auf die Projektion in einer Ebene. Ein Beispiel ist die Konvergenz paralleler Linien mit wachsender Entfernung.
  • Perzept
    Ein Perzept ist das Ergebnis eines komplexen Wahrnehmungsprozesses, über das wir berichten können. In diesem Sinne ist es Bestandteil unseres phänomenalen Bewusstseins.
  • Perzeptive Selektion
    Vorstellung, dass die Selektion relevanter Information in einem sehr frühen Stadium der Verarbeitung stattfindet – nämlich unmittelbar nach bzw. zusammen mit der Wahrnehmung (Perzeption).
  • Perzeptiver Input
    Von den Wahrnehmungsorganen verarbeitete Information.
  • Phänomenales Bewusstsein
    Phänomenales Bewusstsein ist die Zusammenfassung aller geistigen Zustände und Ereignisse, die erlebt werden und subjektiven Charakter haben.
  • Phänomenologischer Zugang
    Ein phänomenologischer Zugang beruht auf der Methode einer Beschreibung unmittelbarer Wahrnehmungseindrücke durch eine Person.
  • Phantomglied
    Nach der Amputation eines Körpergliedes besteht die Wahrnehmung eines Schmerzes im amputierten Glied weiter.
  • Phonem
    Ein Phonem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit in einer Sprache. Die Änderung eines Phonems bewirkt die Änderung der Wortbedeutung.
  • Phonemdiskrimination
    Die Phonemdiskrimination bezeichnet die Unterscheidungsfähigkeit von Phonemen einer Sprache.
  • Phonetische Grenze
    Phonetische Grenze ist die Vokaleinsatzzeit, bei der die Wahrnehmung eines Lautes die Kategorie wechselt.
  • Photopisches Sehen
    Photopisches Sehen erfolgt mit den Zapfen.
  • Plastizität
    Plastizität ist die funktionale und strukturelle Anpassung neuronaler Systeme an die zu verarbeitenden Signale.
  • Populationscode
    Der Populationscode ist eine Repräsentation durch ein Aktivitätsmuster von kleineren Neuronennetzwerken.
  • Positronenemissionstomografie
    Kurz PET, bezeichnet ein bildgebendes Verfahren, welches aktivierte Gehirnareale mittels eines in das Blut injizierten schwach radioaktiven Markers, hochauflösend darstellen kann.
  • Potenzgesetz von Stevens
    Das Potenzgesetz von Stevens beschreibt den gesetzmäßigen Zusammenhang zwischen der physikalischen Reizintensität und der subjektiven Wahrnehmung. Die Gesetzmäßigkeit folgt einer Potenzfunktion.
  • Präfrontales Arbeitsgedächtnis
    Der seitliche Bereich des lateralen präfrontalen Kortex ist aktiv in Prozesse der Aufrechterhaltung, Aktualisierung und das Manipulieren von Information im Arbeitsgedächtnis involviert.
  • Prägnanz
    Nach diesem übergeordneten Prinzip der Einfachheit wird ein Muster so gesehen, dass es eine möglichst einfache und stabile Gestalt hat.
  • Primärer auditorischer Kortex
    Primärer auditorischer Kortex ist ein Areal im Temporallappen, der Signale der Hörbahn zuerst verarbeitet.
  • Primärer olfaktorischer Kortex
    Primärer olfaktorischer Kortex ist ein kleines Areal unter dem Temporallappen und erhält Signale von den Riechzellen.
  • Primärer somatosensorsicher Kortex
    Ein primärer somatosensorischer Kortex ist ein Areal im Kortex und erhält Signale von der Haut und den inneren Organen. Die Signale entstehen infolge von Berührung, Schmerz oder Temperatur.
  • Primärer visueller Kortex
    Die erste neokortikale Region, in der Information von der Retina verarbeitet wird.
  • Primärer visueller Kortex
    Kurz V1, eine Gehirnstruktur, die mit früher visueller Verarbeitung assoziiert wird.
  • Primärfarben
    Primärfarben sind Blau, Rot, Gelb und Grün. Alle wahrnehmbaren Farben können damit beschrieben werden.
  • Prismenbrille
    Eine Prismenbrille bricht den einfallenden Lichtstrahl in einer vorgegebenen Weise. Sie wird zur Untersuchung der Anpassungfähigkeit des visuellen Systems an neue Wahrnehmungssituationen eingesetzt.
  • Propriozeption
    Die Propriozeption umfasst die vestibuläre und kinesthetische Sinnesinformation, die für die Lagebestimmung des Körpers notwendig ist.
  • Prosopagnosie
    Die Prosopagnosie ist eine neuronal bedingte Störung der Gesichtererkennung bei intaktem Sehsystem.
  • Prototyp
    Ein Prototyp ist allgemein ein Objekt, das eine Klasse von Objekten am besten repräsentiert. In ansichtenabhängigen Theorien sind die gespeicherten Ansichten eines Objektes die Prototypen.
  • Proximaler Reiz
    Ein proximaler Reiz ist die reizbedingte Stimulation direkt an den Rezeptoren.
  • Psychologische Refraktärperiode
    Muss auf zwei aufeinander folgende Stimuli reagiert werden, so ist die Reaktionszeit auf den später präsentierten Stimulus um so länger, je kürzer der zeitliche Abstand (Interstimulusintervall) zwischen den beiden Stimuli ist. Dieser Zusammenhang wird theoretisch so erklärt, dass die Verarbeitung des ersten Stimulus abgeschlossen sein muss, bevor die eines neuen beginnen kann. In Analogie zur neuronalen Refraktäreperiode, wird dies als psychologische Refraktärperiode bezeichnet.
  • Psychologische Refraktärperiode
    Begriff, der die Annahme umschreibt, dass es zur Unterbrechung der Prozesse in einer Aufgabe B kommt, wenn gleichzeitig Engpassprozesse in einer Aufgabe A ablaufen. Die Dauer der Unterbrechung ist so groß, wie die Engpassprozesse in A andauert. Ursprünglich als Analogie zur Refraktärzeit eines Neurons gedacht, die entsteht, weil ein Neuron nach dem Feuern für kurze Zeit nicht für die Verarbeitung eines neuen Stimulus zur Verfügung steht. Für die Psychologische Refraktärperiode ist in den meisten Fällen ein struktureller Aufmerksamkeitsengpass verantwortlich, jedoch kann auch eine strategische Entscheidung, die Aufgabenbearbeitung kurz auszusetzen, dazu führen.
  • Psychometrische Funktion
    Die psychometrische Funktion stellt die relative Entdeckungshäufigkeit eines Reizes in Abhängigkeit von der Reizintensität dar.
  • Psychophysik
    Im klassischen Sinne umfasst die Psychophysik ein Methodeninventar zur Erfassung von Wahrnehmungsschwellen. Im allgemeineren Sinne ist es ein Ansatz, um den Zusammenhang zwischen Eigenschaften des physikalischen Reizes und der subjektiven Wahrnehmung zu erfassen.
  • Pupille
    Die Pupille ist die Öffnung des Auges, durch die das Licht in das Augeninnere fällt.
  • Qualität
    Eine Qualität ist eine Wahrnehmungsdimension innerhalb eines Sinnessystems. Ein Beispiel ist die Helligkeit innerhalb des visuellen Systems.
  • Reafferenz
    Das Prinzip der Reafferenz beinhaltet den Vergleich von zwei Signalen: des retinalen Bewegungssignals und einer Kopie des Signals für die Augenbewegungen. Die Erregungsmuster, die bei Eigenbewegung des Beobachters, insbesondere auch der Augen, entstehen, werden genutzt, um deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung abzuschätzen. Damit wird das Problem der Trennung von Augenbewegungen und Objektbewegungen gelöst.
  • Reaktionskriterium
    Das Reaktionskriterium in der Signalerkennungstheorie charakterisiert die Reizintensität, die überschritten sein muss, damit ein Beobachter den Reiz entdeckt.
  • Reflektierter Schall
    Reflektierter Schall erreicht die Ohren nach der Reflexion eines Schalls an Oberflächen wie beispielsweise Wänden.
  • Reflexion
    Durch die Reflexion wird an einer Oberfläche ein Anteil des einfallenden Lichts zurückgeworfen.
  • Reflexionsspektren
    Ein Reflexionsspektren stellen die Verteilung der Wellenlängen im reflektierten Licht oder im reflektierten Schall dar.
  • Reizentzug
    Deprivation bezeichnet den Ausfall einer Informationsquelle im Prozess der Entwicklung eines Sinnessystems.
  • Rekursive Dekomposition
    Die rekursive Dekomposition beschreibt die wiederholte Zerlegung eines Elements einer Strukturebene in kleinere Elemente auf der nächstfolgenden Ebene der Betrachtung. Im Ergebnis entsteht eine hierarchische Struktur aus mehreren Ebenen.
  • Repräsentation
    Eine Repräsentation ist der Zustand des kognitiven Systems, der dem Zustand der externalen Umwelt entspricht. Repräsentationen bilden äußere Gegebenheiten ab. Eine Repräsentation ist die Abbildung der Elemente und Relationen eines Systems auf die Elemente und Relatinoen in einem anderen System.
  • Restorationseffekt
    Mit dem Restorationseffekt wird die Ergänzung eines ausgelassenen Phonems in einem Wort bezeichnet, wenn diese Auslassung durch weißes Rauschen ersetzt wird.
  • Retina
    Die Retina oder Netzhaut ist ein mehrschichtiges neuronales Netzwerk im Augenhintergrund. Hauptbestandteile sind die Stäbchen und Zapfen.
  • Rezeptives Feld
    Rezeptives Feld ist derjenige Bereich beispielsweise im Gesichtsfeld oder auf der Haut, aus dem ein Neuron Information von den Rezeptoren erhält.
  • Rezeptives Feld
    Bereich von Nervenzellen, deren Signale eine einzelne Nervenzelle aktivieren.
  • Rezeptor
    Ein sensorischer Rezeptor ist für bestimmte Umweltsignale empfindlich und wandelt diese in bioelektrische Signale um. Bei Geruchs- und Geschmacksrezeptoren sind es Stellen, an denen die Moleküle der Geruchs- und Geschmacksstoffe gebunden werden.
  • Rezeptorpotenzial
    Ein Rezeptorpotenzial ist die elektrische Antwort eines Rezeptors auf eine Reizung.
  • Rhythmus
    Mit Rhythmus wird die Zeitstruktur einer Melodie beschrieben, also die Dauer der Töne und die Pausen.
  • Riechkolben
    Der Riechkolben ist eine Ausstülpung des Gehinrs, durch die Signale von der Riechschleimhaut in das Gehirn gelangen.
  • Riechschleimhaut
    Die Riechschleimhaut enthält die Rezeptoren der Nase.
  • Riechzelle
    Die Riechzellen haben auf einer Seite einen Fortsatz in Richtung der Riechschleimhaut.
  • Ruffini-Körperchen
    Die Ruffini-Körperchen sprechen auf Hautdehnung an.
  • Ruhepotenzial
    Das Ruhepotehzial ist der elektrische Potenzialunterschied zwischen der äußeren Umgebung und dem Inneren einer Nervenfaser, wenn keine Signale weitergeleitet werden.
  • Sakkaden
    Sakkaden sind ruckartige Bewegungen zwischen zwei Fixationen der Augen beim Lesen eines Textes oder dem Betrachten eines Bildes.
  • Salienz
    Die Salienz erfasst, wie stark sich ein Objekt innerhalb einer Szene von seiner Umgebung abhebt, sei es durch Farbe, Form oder Bewegung.
  • Sättigung
    Die Sättigung entspricht dem Anteil an Weiß in einem Farbreiz.
  • Schalldruckpegel
    Der Schalldruckpegel ist ein Maß für die Intensität des Schalls. Er wird relativ zu einem Referenzdruck in Dezibel gemessen.
  • Schallwellen
    Schallwellen sind Druckschwankungen in einem Medium, in der Regel in Luft.
  • Scheinbewegung
    Die Scheinbewegung ist eine Täuschung, bei der die Wahrnehmung einer kontinuierlichen Bewegung eines Objektes entsteht. Sie tritt auf, wenn zwei Lichtpunkte in einem bestimmten Abstand kurz nacheinander aufleuchten.
  • Scheinkonturen
    Es werden Konturen gesehen, obwohl sie im Reizmuster nicht als Kontraste vorhanden sind.
  • Schmerz
    Schmerz wird definiert als unangenehme sensorische oder emotionale Erfahrung, die mit einer aktuellen oder potenziellen Gewebeschädigung verbunden ist.
  • Schmerzsinn
    Der Schmerzsinn umfasst alle freien Nervenendungen in allen Körperregionen.
  • Sehbahn
    Die Sehbahn ist der neuronale Übertragungsweg der Information aus der Retina zum primären visuellen Kortex.
  • Sehwinkel
    Der Sehwinkel ist der Winkel, unter dem ein Beobachter zwei Punkte sieht. Er verändert sich mit der Entfernung des Beobachters von den Punkten.
  • selektive Adaptation
    Die selektive Adaptation bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine Person eine gewisse Zeitdauer einem bestimmten Reiz ausgesetzt wird und danach die Auswirkungen dieser Exposition auf die Wahrnehmung anderer Reize geprüft werden.
  • Selektive Aufmerksamkeit
    Die Mechanismen, die die Selektion der Teilmenge der auf den Organismus einströmenden sensorischen Reize vermitteln, die höheren Prozessen der Kontrolle von Denken und Handeln zugänglich gemacht werden.
  • Semantische Verarbeitung
    Verarbeitung von Information auf inhaltlicher Ebene; d.h. nicht basierend auf physikalischen Eigenschaften, sondern aufgrund ihrer Bedeutung.
  • Sensitivität
    Die Sensitivität ist der Kehrwert der Schwelle.
  • Sensorische Kodierung
    Übersetzung physikalischer Reize in elektrische Impulse im Nervensystem.
  • Sensorische Kompensation
    Von sensorischer Kompensation sprechen wir, wenn ein anderes Sinnessystem die Aufgabe eines ausgefallenen Sinnessystems übernimmt, dadurch aber nur eine geringere Leistungsfähigkeit erreicht wird.
  • Sensorische Substitution
    Sensorische Substitution bedeutet, dass die Leistungen eines Sinnessystems durch die Leistungen eines anderen ersetzt werden.
  • Sensorischer Speicher
    Auch Ultrakurzzeitgedächtnis; beschreibt einen Speicher, der sensorische Informationen präattentiv und vor ihrer Selektion für eine sehr kurze Zeitdauer (Millisekunden bis Sekunden) speichert.
  • Serielle Suche
    Aus Ergebnissen zur visuellen Suche nach Konjunktionszielreizen abgeleitete Annahme, die davon ausgeht, dass alle präsentierten Stimuli einzeln nacheinander verarbeitet werden.
  • Serielle Verarbeitung
    Mehrere Reize werden nacheinander, d.h. nicht zeitgleich, verarbeitet.
  • Signalerkennungstheorie
    Die Signalerkennungstheorie oder Signalentdeckungstheorie geht davon aus, dass die Entdeckung eines Reizes sowohl von der Empfindlichkeit des Sinnessystems als auch von einem Antwortkriterium abhängt. Es werden keine Schwellen angenommen.
  • Simultankontrast
    Der Helligkeitseindruck einer Fläche wird durch die Helligkeit der Umgebung verändert.
  • Skoptisches Sehen
    Skoptisches Sehen erfolgt mit den Stäbchen.
  • SOA
    Abkürzung für „stimulus onset asynchrony“. Diese ist der zeitliche Abstand zwischen dem Beginn der Präsentation zweier Stimuli.
  • Spatial-Cueing-Paradigma
    Experimentelles Vorgehen, bei dem Probanden vor der Präsentation eines Reizes, auf den sie so schnell wie möglich reagieren müssen, ein Hinweisreiz dargeboten bekommen, der ihnen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit (valide z.B. in 80% aller Fälle) den Ort anzeigt, an dem der Zielreiz erscheinen wird. Valide Zielreize reduzieren die Reaktionszeit, invalide dagegen erhöhen die Reaktionszeit.
  • Spektrogramm
    Ein Spektrogramm stellt für ein Schallsignal die Frequenzen und deren Intensitäten dar.
  • Stäbchen
    Bei Stäbchen handelt es sich um Photorezeptoren der Netzhaut, die für das Sehen bei geringer Helligkeit zuständig sind.
  • Stereoskop
    Das Stereoskop ist ein Gerät zur Darbietung von zwei leicht unterschiedlichen Bildern, so dass jedes Auge ein anderes Bild sieht. Die Disparität der so erzeugten Retinabilder führt zu einem Tiefeneindruck.
  • Stimmhaftigkeit
    Konsonanten, welche die Stimmbänder in Schwingung versetzen, werden als stimmhaft bezeichnet.
  • Stroop-Test
    Klassische Aufgabe der Psychologie nach Stroop (1935) zum Nachweis automatischer Informationsverarbeitungsprozesse; die Probanden müssen möglichst schnell die Farbe eines Farbwortes, z.B. des Wortes „Grün“ benennen. Die Benennungszeiten sind höher in der inkongruenten Bedingung, in der das Farbwort „Grün“ in roter Farbe gedruckt ist (Rot = richtige Antwort); im Gegensatz zur kongruenten Bedingung, in der das Farbwort „Grün“ in grüner Farbe gedruckt ist. Da das Lesen des Farbwortes automatisch erfolgt und nicht unterdrückt werden kann, interferiert die Wortinformation mit der Farbinformation (zu nennende Information) und führt zur Verlängerung der Benennungszeit in der inkongruenten Bedingung.
  • Subtraktionslogik bei fMRT
    Spezielle und grundlegende Logik bei der Anwendung bildgebender Verfahren; dabei wird neuronale Aktivation der angenommenen Prozesse A und B in Bedingung 1 gemessen. Zusätzlich wird neuronale Aktivation von Prozess A extra in Bedingung 2 gemessen; durch Subtraktion der Aktivation aus Bedingung 2 (Prozess A) von der Aktivation in Bedingung 1 erhält man eine übrig bleibende Aktivation, die mit Prozess B verbunden ist. Obwohl die Logik auf der kontrovers diskutierten Annahme beruht, dass sich Aktivation von B unabhängig von der in Prozess A verhält, wird sie häufig in Studien mit bildgebenden Verfahren angewendet.
  • Such-Reaktionszeit-Funktion
    Standardanalyse in Experimenten zur visuellen Suche. Eine Funktion, in der die Suchleistung (d.h. die Reaktionszeit) in Abhängigkeit der Displaygröße (d.h. der Anzahl Suchitems) und der Reaktion (Zielreiz anwesend; Zielreiz abwesend) dargestellt wird.
  • Superschmecker
    Superschmecker haben infolge einer anderen Verteilung der Rezeptoren auf der Zunge eine in der Regel höhere Empfindlichkeit für Geschmacksreize.
  • Supervisory Attentional System
    Komponente im Modell der Handlungssteuerung von Norman und Shallice. Steuert die Aktivierung und Selektion von Handlungsschemata durch selektive Erhöhung oder Verringerung ihrer Aktivationswerte relativ zu einer Aktivationsschwelle. Ist mit dem Funktionieren des Frontalhirns verbunden. Evidenz für die Existenz dieses Systems wird von Norman und Shallice aufgelistet, indem Handlungsfehler in Situationen beschrieben werden, in denen das SAS entweder durch andere Tätigkeiten abgelenkt ist oder durch Störungen des Frontalhirns nicht normal funktionieren kann.
  • Symbolische Repräsentation
    Eine Symbolische Repräsentation bildet die Elemente und ihre Beziehungen ab. Personen können in der Regel darüber Auskunft geben.
  • Symmetrie (Gestaltfaktor)
    Nach dieser Regel werden die Bereiche, die von symmetrischen Linien begrenzt sind, als Figuren gesehen.
  • Synapse
    Eine Synapse ist eine auf den Informationsaustausch zwischen zwei Neuronen spezialisierte Struktur.
  • Synästhesie
    Synästhesie liegt vor, wenn ein Reiz in einer Modalität auch eine Erregung in einer anderen Modlität hervorruft.
  • Szenenalayse
    Mit Szenenalalyse wird die Analyse der Segmentierung und Gruppierung visueller und auditiver Objekte bezeichnet.
  • Tastsinn
    Der Tastsinn umfasst die Wahrnehmung von Berührung, Druck und Vibrationen.
  • Tau
    Tau charakterisiert die Information, die die Zeit bis zur Kollision mit einem Objekt angibt.
  • Täuschung
    Eine Täuschung liegt vor, wenn eine Wahrnehmung nicht dem physikalischen Reizmuster entspricht.
  • Textur
    Als Textur bezeichnet man die visuell und haptisch wahrnehmbare Struktur einer Oberfläche, die sich durch die Größe und die Dichte der Elemente charakterisieren lässt, welche diese Fläche bilden.
  • Texturgradient
    Der Texturgradient ist ein Muster, das durch eine Textur auf einer Fläche erzeugt wird, die sich vom Beobachter weg erstreckt und auf der Retina als zweidimensionales Abbild repräsentiert wird.
  • Texturgrenzen
    Als Texturgrenzen bezeichnet man die Übergänge von einem Bereich mit einer bestimmten Textur zu einem Bereich mit davon verschiedener Textur.
  • Theorie der gesteuerten Suche
    "Die Theorie der gesteuerten Suche (""guided search"", GS) erklärt die Ergebnisse von Merkmals- und Kojunktionssuchen durch die Annahme von dimensionsbasierten Salienzaktivierungen, die in eine Gesamtsalienzrepräsentation integriert werden. Fokale Aufmerksamkeit wird dem Ort mit der höchsten Salienz zugewiesen. In Merkmalssuchen wird Aufmerksamkeit unmittelbar an den einzigen Ort mit einem hohen Salienzsignal gelenkt; den Ort, an dem sich (in Zielreiz-anwesend-Durchgängen) der Zielreiz befindet. In Merkmalskonjuntionssuchen müssen u.U. mehrere „Kandidaten“-Orte mit hoher Salienz seriell verarbeitet werden, bevor der Zielreiz gefunden wird."
  • Tiefenkriterien
    Tiefenkriterien sind Information über die räumliche Tiefe, die dem Netzhautbild realer Szenen entnommen werden kann.
  • Tonhöhe
    Die Tonhöhe ist eine Wahrnehmungsqualität des Schalls, die mit der Frequenz zusammenhängt.
  • Tonotop
    Die kortikale Repräsentation ist tonotop, weil ähnliche Töne in benachbarten Gehirnregionen repräsentiert sind.
  • Top-down-Mechanismus
    Konzeptionierung von Prozessen als endogen initiiert und determiniert; Prozesse die willens- oder wissensgetrieben sind (siehe hierzu auch den Komplementärbegriff „Bottom-Up-Mechanismus“).
  • Top-down-Prozess
    Bei einem Top-down-Prozess wird die Verarbeitung eingehender Information durch bereits im Gedächtnis vorhandene Information beeinflusst. Der Prozess wird auch begriffsgesteuert genannt.
  • Topografische Abbildung
    Eine geordnete Abbildung des Sehfeldes im visuellen Kortex ist eine topografische Abbildung.
  • Transduktion
    Unter Transduktion versteht man die Umwandlung eines physikalischen Reizes in bioelektrische Signale.
  • Transferfunktion
    Eine Transferfunktion beschreibt, wie die verschiedenen Frequenzen durch einen Filter abgeschwächt werden. Ein Beispiel ist die Abschwächung der Frequenzen eines Schallsignals beim Umlaufen des Kopfes, auch als kopfbezogene Transferfunktion bezeichnet.
  • Transformation
    Durch eine Transformation wird eine Repräsentation in eine andere umgewandelt. In der Sinnesphysiologie wird damit auch die Kodierung der Reizstärke durch Aktionspotenzialfrequenzen bezeichnet.
  • Transmodal
    Transmodal ist eine Eigenschaft eines Codes, wenn sie unabhängig von der Modalität ist. Die Intensität ist eine solche Eigenschaft.
  • Unaufmerksamkeitsblindheit
    Beschreibt ein Wahrnehmungsphänomen, bei dem (Merkmale unerwarteter) Objekte nicht wahrgenommen werden, wenn die Aufmerksamkeit nicht auf sie gerichtet ist.
  • Unilateraler Neglekt
    Störung der visuellen Wahrnehmung bei der Reize auf der kontralateral zur Hirnschädigung liegenden Raumseite vernachlässigt werden.
  • Univarianz
    Univarianz bedeutet, dass das gleiche Aktionspotenzial bei einem Zapfen durch zwei verschiedene Wellenlängen ausgelöst werden kann. Damit ist eine Unterscheidung von Wellenlängen nicht möglich.
  • Unterschiedsschwelle
    Die Unterschiedsschwelle ist diejenige Intensitätsänderung, die nötig ist, um einen Reiz von einem anderen zu unterscheiden.
  • Unterschwellige Wahrnehmung
    Unterschwellige Wahrnehmung arbeitet mit Reizen, die mit einer Intensität unterhalb der Absolutschwelle dargeboten werden.
  • Utilisationsverhalten
    Vor allem bei Patienten mit Störungen im Frontalhirn auftretendes Verhalten; ist dadurch gekennzeichnet, dass ein mit einem wahrgenommenen Stimulus (z.B Alltagsobjekt – Lichtschalter) natürlich verbundenes Verhalten nicht unterdrückt werden kann und deshalb ausgeführt wird, auch wenn es nicht adäquat zur Situation ist.
  • Ventrale Bahn
    s. Was-Bahn
  • Ventraler Pfad der visuellen Verarbeitung
    Ein Verarbeitungspfad im Gehirn, dem höhere Funktionen visueller Analyse zugeschrieben werden. Auch als Was-Pfad bezeichnet, wird dem ventralen Pfad die Verarbeitung der Identität von Objekten zugeschrieben.
  • Ventriloquismuseffekt
    Der sog. Bauchrednereffekt: Die Integration visueller und auditiver Information erfolgt derart, dass die Quelle auditiver Information (Stimme) einem visuellen Stimulus (Mundbewegung) zugordnet wird.
  • Veränderungsblindheit
    Beschreibt ein Wahrnehmungsphänomen, bei dem eine offensichtliche Veränderung in der visuellen Umgebung nicht wahrgenommen wird, da der entsprechenden Stelle keine Aufmerksamkeit zugewiesen wird.
  • Verdeckung
    Die Verdeckung ist ein monokulares Tiefenkriterium. Wenn ein Objekt ein anderes verdeckt, dann ist das verdeckende Objekt vor dem verdeckten.
  • Vergenz
    Die Vergenz erfasst in der horizontalen Ebene die Stellung der Augen zueinander.
  • Verteilung der Aufmerksamkeit
    Wird notwendig, wenn Personen mehrere Dinge (z.B. Handlungen oder Aufgaben) gleichzeitig ausführen müssen und dabei die gleichen Aufmerksamkeitsmechanismen, -prozesse und -ressourcen gefordert sind.
  • Vieth-Müller-Kreis
    Der Vieth-Müller-Kreis wird durch Objekte gebildet, deren Abbilder auf korrespondierende Punkte auf der linken und rechten Retina fallen.
  • Visuelle Aufmerksamkeit
    Selektion visueller Signale, die zielgerichtetem Erkennen, Denken und Handeln zugrunde liegen.
  • Visuelle Suche
    Experimentelles Vorgehen, bei dem Probanden eine (variable) Zahl an Distraktorstimuli präsentiert wird, unter denen sich (meist in der Hälfte der Durchgänge) ein Zielreiz befindet, der sich von den Distraktoren durch ein einzigartiges Merkmal oder eine einzigartige Merkmalskonjunktion unterscheidet. Aufgabe der Probanden ist es, die An- bzw. Abwesenheit des Zielreizes durch das Drücken einer von zwei Tasten so schnell und so genau wie möglich zu indizieren.
  • Vokaleinsatzzeit
    Die Vokaleinsatzzeit bezeichnet das kurze Zeitintervall zwischen dem Beginn eines Lautes und dem Einsatz der Schwingungen der Stimmbänder.
  • Wahrnehmung
    Wahrnehmung ist ein Prozess, mit dem wir die Informationen, die von den Sinnessystemen bereitgestellt werden, organisieren und interpretieren.
  • Wahrnehmungskonflikte
    Wahrnehmungskonflikte entstehen, wenn verschiedene Sinnessysteme widersprüchliche Informationen bereitstellen.
  • Wahrnehmungslernen
    Wahrnehmungslernen ist die relativ dauerhafte und oft sehr spezifische Veränderung von Wahrnehmungsleistungen.
  • Wahrnehmungsorganisation
    Die Wahrnehmungsorganisation ist eine Gruppierung kleiner Einheiten zu größeren Strukturen in der Wahrnehmung.
  • Wahrnehmungsschwelle
    Eine Wahrnehmungsschwelle markiert den Übergang von einer perzeptiven Erfahrung zu einer anderen als Resultat einer minimalen Änderung des physikalischen Reizes.
  • Wärmerezeptoren
    Wärmerezeptoren sprechen in einem bestimmten Temperaturbereich besonders auf Temperaturerhöhungen an.
  • Was-Bahn
    Die Was-Bahn oder ventrale Bahn ist in einem einfachen Modell der visuellen Verarbeitung im Gehirn eine Verbindung zwischen dem primären visuellen Kortex und dem Temporallappen. Entlang dieser Bahn erfolgt die Objekterkennung.
  • Weber'sches Gesetz
    Weber'sches Gesetz: es setzt Reizdifferenzen zu wahrgenommenen Unterschieden in Beziehung. Je größer der Reiz ist, umso mehr muss sich der Reiz von einem Standardwert unterscheiden, um noch als verschieden von diesem wahrgenommen zu werden.
  • Wernicke-Zentrum
    Das Wernicke-Zentrum in der linken Hemisphäre des Gehirns ist für das Verstehen von Sprache wichtig.
  • Wisconsin-Kartensortieraufgabe
    Erlaubt Perseverationstendenzen (z.B. Frontalhirnpatienten) zu erfassen. Die Probanden müssen Karten mit Symbolen mit unterschiedlichen Dimensionen sortieren. Das Kriterium für die Sortierung wird implizit durch den Versuchsleiter vorgegeben und muss durch geschicktes Sortierverhalten und durch Verarbeitung der Rückmeldung (richtig/falsch) durch den Probanden erkannt werden; aus den Sortierfehlern nach Wechsel des Sortierkriteriums kann auf Perseveration geschlossen werden.
  • Wo-Bahn
    Die Wo-Bahn oder dorsale Bahn ist in einem einfachen Modell der visuellen Verarbeitung eine Verbindung zwischen dem primären visuellen Kortex und dem Parietallappen. Entlang dieser Bahn erfolgt die Lokalisierung von Objekten.
  • Zapfen
    Zapfen sind Photorezeptoren, die vor allem bei heller Beleuchtung arbeiten und für das Farbensehen und die Detailwahrnehmung zuständig sind.
  • Zentraler Cue
    Ein Hinweisreiz (z.B. ein Pfeil) im Spatial-Cueing-Paradigma, der zentral positioniert ist und der die Seite, auf der der Zielreiz mit hoher Wahrscheinlichkeit erscheint, symbolisch indiziert.
  • Zentrales Engpassmodell
    Modell der Aufmerksamkeit das davon ausgeht, dass ein struktureller Engpass dafür sorgt, dass Aufmerksamkeit nur seriell nacheinander auf zentrale kognitive Prozesse, wie z.B. Entscheidungsprozesse, bei der Ausführung zweier Aufgaben verteilt werden kann.
  • Zielreizlokalisationsaufgabe
    Aufgabe, bei der Probanden so schnell wie möglich den Ort eines erscheinenden Zielreizes (z.B. durch Tastendruck) angeben müssen, ohne dass Merkmale bzw. die Identität des Zielreizes bekannt sein müssen.
  • Zilien
    Die Zilien sind mechanische Rezeptoren in Ohr und Gleichgewichtsorgan, die beim Verbiegen eine Erregung auslösen. In der Nase sind sie Träger der Rezeptormoleküle.
  • Zufallsstereogramm
    Ein Zufallsstereogramm wird aus zwei identischen Zufallsanordnungen von Punkten erzeugt, indem ein Bereich aus einem Muster räumlich im anderen Muster versetzt wird. Diese Versetzung ist nicht zu erkennen. Erst in einem Stereoskop sehen die Personen infolge der entstehenden Disparation ein Quadrat.
  • Zusammenarbeit der Sinne
    Bei einer multimodalen Verarbeitung kommt es zur Zusammenarbeit der Sinne. Ein typisches Beispiel ist die Aromawahrnehmung als Zusammenarbeit von Riechen und Schmecken.
  • Zweieinhalbdimensionale Skizze
    Diese Skizze entspricht der zweiten Stufe im Modell der Objekterkennung nach Marr. Sie repräsentiert die räumliche Orientierung und Tiefe der Oberflächen.
  • Zweipunktschwelle
    Die Zweipunktschwelle ist der kleinste Abstand zwischen zwei Berührungspunkten auf der Haut, bei dem noch zwei Punkte wahrgenommen werden.