Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • AAM: angeborener auslösender Mechanismus
    Angeborene auslösende Mechanismen binden die unmittelbare Ausführung von in Bereitschaft stehenden instinktiven Verhaltensweisen an das Auftreten von sogenannten Schlüsselreizen, die den Erfolg des jeweiligen Verhaltens nach evolutionärer Erfahrung sichern.
  • ABC Theorie: Antizipative Verhaltenskontrolle
    Die ABC Theorie beschreibt mutmaßliche Mechanismen zur Herausbildung von Strukturen einer antizipativen Verhaltenskontrolle (Anticipative Behavioral Control): In einem primären Lernprozess werden Verhaltensweisen mit verlässlich eintretenden Verhaltenseffekten verbunden. In einem sekundären Lernprozess werden Verhaltens-Effekt Verbindungen an das Verhalten verlässlich begleitende situative Bedingungen geknüpft. Es entstehen → Situations-Verhaltens-Effekt Tripel in denen festgehalten wird, welches Verhalten unter welchen Bedingungen zu welchen Konsequenzen führt.
  • Antizipationsbedürfnis
    Das Konzept 'Antizipationsbedürfnis' beinhaltet die Annahme eines elementaren Bedürfnisses nach Vorhersage der Konsequenzen des eigenen Verhaltens. Tiere mit einem solchen Bedürfnis streben danach, Effekte ihres Verhaltens möglichst präzise zu antizipieren, so dass Abweichungen der eintretenden von den vorhergesagten Effekten zu einer Anpassung der Effektantizipationen und/oder des Verhaltens führen. Auf diese Weise lernen die Tiere Konsequenzen ihres Verhaltens immer besser vorherzusagen und damit ihr Verhalten auch immer präziser zur Herstellung bestimmter Konsequenzen einzusetzen.
  • Appetenzverhalten
    Wenn für die Befriedigung eines aktuellen Bedürfnisses instinktives Verhalten in Bereitschaft steht, die aktuelle Situation aber keine Schlüsselreize bietet, um das Verhalten auszuführen, zeigen Tiere Unruhe und erhöhte Aktivität. Biologen sprechen vom Appetenzverhalten, das dem Auffinden einer Situation dient, in der das in Bereitschaft stehende Verhalten zur Ausführung gebracht werden kann.
  • Arbeitsgedächtnis
    Das Arbeitsgedächtnis ist ein System, das zum vorübergehenden Erhalt und zur Manipulation von Informationen dient und hilft, komplexe Aufgaben durchzuführen.
  • Assoziation
    Theoretisches Konstrukt zur Beschreibung von Verbindungen zwischen Gedächtnisinhalten (Repräsentationen), so dass die Aktivierung des einen Inhaltes die Aktivierung des anderen Inhaltes auslöst oder wenigstens dessen Aktivierung erleichtert.
  • Basiskonzepte
    In Konzepthierarchien (→ Taxonomien) gibt es in der Regel ein hervorgehobenes, typischerweise mittleres Abstraktionsniveau, das »Basisniveau« (»basic level«) genannt wird. Die auf diesem Abstraktions- oder Allgemeinheitsniveau unterschiedenen Konzepte werden »Basiskonzepte« (»basic level concepts«) genannt. Bei der spontanen Identifikation von Objekten wird in der Regel das jeweilige Basiskonzept gewählt. Eine Meise wird bspw. spontan eher als Vogel denn als Meise oder als Tier identifiziert. Basiskonzepte bestimmen somit die Kategorien unserer spontanen Wahrnehmung.
  • Behaviorismus
    Der Behaviorismus entstand zu Beginn des 20sten Jahrhunderts. Ihre Begründer hatten sich »auf die Fahnen geschrieben«, psychologische Forschung auf streng naturwissenschaftliche Weise zu betreiben, bei der es einzig darum geht, gesetzmäßige Beziehungen zwischen objektiv messbaren Größen zu erkennen. Annahmen über innere Prozesse und Zustände, wie etwa Ziele, Wünsche oder Erwartungen, die nur der Selbstbeobachtung (Introspektion) zugänglich sind und somit nicht objektiv gemessen werden können, sollten in Erklärungskonzepten keine Rolle spielen. Objektiv messbar waren zum damaligen Zeitpunkt nur die Situations- oder Reizbedingungen, unter denen man ein bestimmtes Verhalten beobachtete, und die Eigenschaften des Verhaltens selbst, etwa die Häufigkeit oder Intensität von Reaktionen. Dementsprechend waren Aufbau und Zerfall von Reiz-Reaktionsbeziehungen der zentrale Forschungsgegenstand des Behaviorismus. Durch die ausschließliche Konzentration auf Reiz-Reaktionsbeziehungen wurde die psychologische Grundlagenforschung von ihrem originären Gegenstand, den zwischen Situation und Verhalten vermittelnden inneren Prozessen, entfremdet.
  • Bewegungsdeterminierte Imitation
    Die Nachahmung von gesehenen Körperbewegungen mit dem Ziel, die raumzeitlichen Eigenschaften der gesehenen Bewegung möglichst getreu zu übernehmen.
  • Bildgebende Verfahren
    Die Entwicklung der funktionalen Neurowissenschaften beruht auf der Entwicklung folgender Techniken: der Positronenemissionstomografie (PET) und der funktionalen Magnetresonanztomografie (fMRI). Diese Techniken erlauben es, zusammen mit der Messung von ereigniskorrelierten Potenzialen (EKP), die Aktivität des Gehirns bei verschiedenen kognitiven Aufgaben zu messen und bildlich darzustellen. Man spricht in diesem Zusammenhang allgemein von bildgebenden Verfahren.
  • Bildüberlegenheitseffekt
    Bilder von Objekten werden sehr viel besser erinnert als ihre Bezeichnungen.
  • Blockierung
    Im Kontext von Lerntheorien bezieht sich 'Blockierung' auf das Phänomen, dass eine bereits bestehende Erwartung für eine verhaltensrelevante Situation (in der Regel der unbedingte Reiz US bei einer → klassischen Konditionierung) die Konditionierung neu hinzutretender Prädiktoren blockiert. Die neuen Reize werden nicht mehr als Prädiktoren in die Verhaltenssteuerung einbezogen.
  • Chunking
    Wenn in einer Verhaltensfolge mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende Handlungen gut vorhersehbar sind, werden sie zu Teilfolgen zusammengefasst. Man spricht von der Bildung von »chunks«. Die entsprechende Teilfolge (der »chunk«) kann dann aufgrund der Vorhersagbarkeit ihrer Elemente schnell und fehlerfrei ausgeführt werden.
  • deklaratives Gedächtnis
    Das deklarative Gedächtnis umfasst Gedächtnisinhalte, die in Form von Aussagen zum Ausdruck gebracht werden können. Die Inhalte können sich sowohl auf orts- und zeitunabhängige Fakten beziehen (das → semantische Gedächtnis) als auch auf orts- und zeitgebundene Erinnerungen an erlebte Episoden (das → episodische Gedächtnis). Das deklarative Gedächtnis wird vom → prozeduralen Gedächtnis für gelernte Verhaltensweisen unterschieden.
  • Devaluationstechnik
    Die Devaluationstechnik (Entwertungstechnik) bezieht sich auf ein experimentelles Vorgehen zur Untersuchung des Einflusses von Reizerwartungen auf das Verhalten von Tieren. Es wird zunächst ein bestimmtes Verhalten durch Belohnung an eine bestimmte Situation gebunden. Nach der Konditionierung wird die verabreichte Belohnung entwertet (devaluiert). In der Regel handelt es sich um eine Entwertung von Futter: Den Tieren wird, wenn sie von dem Futter fressen, bspw. etwas Lithium-Chlorid injiziert, was eine leichte Übelkeit auslöst. Das Futter wird ihnen auf diese Weise vergällt, so dass sie kaum noch davon fressen. Diese nachträgliche Devaluierung (Entwertung) der Belohnung führt zu einer Vermeidung des zuvor damit belohnten Verhaltens. Das Ergebnis zeigt, dass das Verhalten der Tiere durch die Erwartung der entwerteten Belohnung, durch die zu erwartenden Verhaltenseffekte also, determiniert wird.
  • differential outcome Effekt
    Tiere lernen schneller auf zwei Reizsituationen (S1 und S2) unterschiedlich zu reagieren (S1→R1 und S2→R2), wenn die Reaktionen zu unterschiedlichen (S1→R1-E1 und S2→R2-E2) anstatt zu gleichen Bekräftigungen (Effekten) führen. Dies ist der »differential outcome«-Effekt. Der »differential outcome«-Effekt zeigt, dass die konkrete Form der Belohnung von den Tieren gespeichert wird, so dass verschiedene Belohnungen die Unterscheidbarkeit von Verhaltensweisen erhöhen und damit das Diskriminationslernen beschleunigen. Die Tiere binden belohntes Verhalten eben nicht nur an die jeweils gegebene Situation, sondern sie bilden auch Vorstellungen darüber aus, welche Belohnungen (Effekte) sie mit welchem Verhalten erreichen können.
  • Effektgesetz
    Nach dem Effektgesetz wird die Verbindung zwischen einer Reizsituation (Si) und einem Verhalten (Ri) verstärkt (»reinforcement«), wenn das Verhalten zu einer Belohnung führt. In der Folge tritt das Verhalten umso wahrscheinlicher in der jeweiligen Situation auf, je häufiger seine Ausführung in dieser Situation belohnt wurde. Umgekehrt wird die Verbindung zwischen einer Situation und einem Verhalten geschwächt, wenn das Verhalten in der entsprechenden Situation zu keiner Belohnung bzw. zu einer Bestrafung führt (»punishment«). In der Folge tritt das Verhalten in der Situation zunehmend seltener auf.
  • Enkodierspezifität
    Nach dem Prinzip der Enkodierspezifität hängt das Behalten vom Ausmaß der Überlappung der Enkodier- und Abrufsituation ab.
  • episodisches Gedächtnis
    Das episodische Gedächtnis umfasst Erinnerungen an persönliche Erlebnisse in einem konkreten raum-zeitlichen Kontext, etwa daran, was ich zum Frühstück gegessen habe, wer mir gestern auf dem Bahnhof begegnet ist, oder wo ich am 11. September 2001 gewesen bin, als der Anschlag auf das World Trade Center in New York stattfand. Die Erinnerung an diese Erfahrungen ist ein bewusster Vorgang.
  • Ereigniskorrelierte Potentiale
    Ereigniskorrelierte Potenziale (EKP) sind kleine systematische Spannungsschwankungen im Elektroenzephalogramm (EEG), die einem diskreten Ereignis, z. B. einer visuellen Reizdarbietung, vorhergehen oder nachfolgen..
  • Erlernte Hilflosigkeit
    Das Konzept der erlernten Hilflosigkeit wurde von Seligman im Ergebnis von Tierversuchen entwickelt. In den Versuchen machten beispielsweise Hunde zunächst die Erfahrung, dass sie, egal was sie taten, einem leichten elektrischen Schlag nicht entfliehen konnten. In nachfolgenden Situationen bemühten sie sich nicht mehr, schmerzhaften Reizen auszuweichen, sondern erduldeten sie. Die Tiere, so interpretierte Seligman, hatten gelernt, dass sie hilflos sind und waren es dadurch auch. Vergleichbar kann auch beim Menschen die Erfahrung, dass 'Bestrafungen' willkürlich erfolgen und durch eigenes Verhalten nicht vermieden werden können, zu erlernter Hilflosigkeit führen.
  • Exemplarrepräsentation
    In Exemplartheorien wird angenommen, dass Konzepte für ihre Repräsentation weder einer Abstraktion von Merkmalen (→ Merkmalsrepräsentation) noch eines Prototyps (→ Prototyprepräsentation) bedürfen, sondern allein durch die Objekte repräsentiert sind, die als zum Konzept gehörend erlebt wurden.
  • Explizites Behalten
    Explizites Behalten beruht auf bewusstem Erinnern. Die Absicht, sich zu erinnern, ist für den Behaltenstest konstitutiv.
  • Frame
    Das Konzept 'Frame' bezeichnet hypothetische Gedächtnisstrukturen, in denen die räumliche Anordnung von Objekten in einer vertrauten Szenerie oder von Teilen eines vertrauten Objektes gespeichert werden. Wenn es sich um hierarchische Ganzes-Teil-Strukturen handelt wie bspw. bei Küche-Herd-Klappe-Griff, oder bei Körper-Arm-Hand-Finger usw. kann man auch in Analogie u → Taxonomien von Partonomien sprechen.
  • funktionale Äquivalenz
    Zwei Objekte sind funktional äquivalent, wenn sie im Kontext eines bestimmten Verhaltens ausgetauscht werden können, ohne das Verhaltensziel zu gefährden. Das Erleben funktionaler Äquivalenz ist die vermutlich wichtigste Ursache für die spontane Zusammenfassung individuell unterschiedlicher Objekte zu einheitlichen Konzepten.
  • Generalisierung
    Ist ein bedingter Reflex (→ klassische Konditionierung) auf einen bestimmten bedingten Reiz (CS) erworben, wird die bedingte Reaktion (CR) auch auf Reize generalisiert, die dem verwendeten CS hinreichend ähnlich sind. Ist beispielsweise eine Lidschlussreaktion auf einen Ton von 1000 Hertz (Hz) konditioniert worden, erfolgt der Lidschluss auch auf tiefere (etwa 800 Hz) oder höhere Töne (etwa 1200 Hz). Der bedingte Lidschlussreflex wird jedoch schwächer, je stärker der aktuell verwendete Ton vom konditionierten Ton abweicht (Generalisierungsgradient). Die Generalisierung bedingter Reflexe verweist darauf, dass nicht äußere Reize, sondern die von diesen Reizen ausgelösten neuronalen Aktivierungen konditioniert werden. In der Folge überträgt sich die Tendenz, die CR auszulösen, auf alle Reize, die eine hinreichend ähnliche Aktivierung im ZNS hervorrufen wie der CS.
  • Generierungs-Rekognitionstheorie
    Nach dieser Theorie beruht der Free Recall darauf, dass zuerst Kandidaten generiert werden und dann geprüft wird, ob sie in der Lernliste vorkamen. Für das Wiedererkennen reicht dagegen der Rekognitionsprozess aus. Das Generieren entspricht der Reaktivation relationaler Information und das Rekognizieren der Reaktivation itemspezifischer Information.
  • Handlungsausführungseffekt
    Handlungsphrasen (wie »den Ball werfen«). werden deutlich besser erinnert, wenn die Handlungen auch ausgeführt werden. Man spricht auch vom Tu-Effekt.
  • Handlungsschemata
    Handlungsschemata sind Repräsentationsstrukturen, in denen das Wissen über typische Akteure, Objekte, Orte, Instrumente, Ziele usw. von Handlungen im Gedächtnis gespeichert werden.
  • Hippocampus
    Der Hippocampus ist die zentrale Grundlage für das episodische Erinnern. Seine operative Entfernung hat schwerste Beeinträchtigungen des episodischen Erinnerns zur Folge .
  • Ideomotorisches Prinzip
    Nach dem ideomotorischen Prinzip werden willkürliche Körperbewegungen durch eine Antizipation ihrer sensorischen Effekte determiniert.
  • Imitation
    Imitation' bezeichnet die Nachahmung eines gesehenen Verhaltens im eigenen Verhalten. Imitation setzt voraus, dass die visuellen Muster gesehenen Verhaltens in motorische Impulse übersetzt werden, die zu gleichen oder wenigstens ähnlichen eigenen Verhaltensweisen führen. An dieser visuell-motorisch Übersetzung sind vermutlich sogenannte → Spiegelneuronen beteiligt.
  • Implizites Behalten
    Implizites Behalten bezieht sich auf Behaltensleistungen, deren sich die »erinnernde« Person nicht bewusst ist. Solche Behaltensleistungen, werden in impliziten perzeptuellen und konzeptuellen Behaltenstests erfasst.
  • Implizites Lernen
    Implizites Lernen liegt dann vor, wenn eine Absicht zu lernen nicht gegeben ist und der Lernvorgang selbst unbewusst bleibt. In der Regel handelt es sich um unbewusste Anpassungen des Verhaltens an verdeckte Struktureigenschaften des Lernmaterials.
  • Instinktives Verhalten
    Instinktives Verhalten bezieht sich auf die Bewältigung elementarer Lebensanforderungen wie Fortpflanzung, Nahrungsbeschaffung, Aufzucht der Nachkommen usw. Bei jeder Spezies finden sich dementsprechend Verhaltensmuster etwa für das Anschleichen an Beutetiere, für die Paarung, für den Nestbau oder die Fütterung des Nachwuchses. Diese Verhaltensmuster sind in ihrer Grundform angeboren, werden aber durch Erfahrung an die Umgebung angepasst.
  • Instrumentelle (operante) Konditionierung
    Ausgangspunkt einer instrumentellen Konditionierung ist die Ausführung frei gewählter Verhaltensweisen (R1 … Rn) unter definierten Reizbedingungen. Wird nun ein bestimmtes Verhalten (Ri) bei bestimmten Reizbedingungen (Si) hinreichend verlässlich belohnt bzw. bestraft, erhöhen bzw. verringern sich Häufigkeit und/oder Intensität des Auftretens des jeweiligen Verhaltens (Ri) unter den jeweiligen Reizbedingungen (Si). Durch instrumentelle Konditionierung werden neue Verhaltensweisen zur Herstellung erwünschter bzw. zur Vermeidung unangenehmer Situationen in Abhängigkeit von der jeweils gegebenen Situation gelernt.
  • Interferenzeffekte
    Effekte des Vergessens, die darauf beruhen, dass sich Speicherinhalte wechselseitig stören.
  • Kategorienbildung (Konzeptbildung)
    Konzepte werden gebildet, wenn die Erfahrung gemacht wird, dass auf individuell unterschiedliche Objekte gleiches Verhalten angewendet werden kann, um ein gegebenes Ziel zu erreichen. Die entsprechenden Objekte werden dann als eine Kategorie funktional äquivalenter Objekte, und damit als ein Konzept, im Gedächtnis einheitlich repräsentiert.
  • Klassische Konditionierung
    Die klassische Konditionierung geht von unbedingten (physiologisch vermittelten) Reiz-Reaktionsverbindungen aus, wie beispielsweise das Speicheln auf die Gabe von Futter. Wird nun der unbedingte Reiz (US, z.B. Futter) verlässlich durch einen weiteren Reiz (z.B. ein Ton) angekündigt, tritt eine der unbedingten Reaktion ähnliche Reaktion auch auf den neuen Reiz ein (z.B. Speicheln auf den Ton): Der prädiktive Reiz wird zum bedingten (konditionierten) Reiz (CS) und die auf ihn eintretende Reaktion zur bedingten (konditionierten) Reaktion (CR). Das Eintreten der CR auf den CS wird bedingter Reflex genannt. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass erworbene bedingte Reflexe wieder schwächer werden und die CR schließlich völlig ausbleibt, wenn der bedingte Reiz wiederholt ohne US dargeboten wird. Es handelt sich beim bedingten Reflex also um eine nicht dauerhafte, wieder auflösbare Verbindung.
  • konditionierte Hemmung
    Wenn Im Rahmen einer → Klassischen Konditionierung ein Reiz hinreichend verlässlich das Nichteintreten eines unbedingten Reizes (US) ankündigt erwirbt er die Tendenz, eine bereits ausgebildete konditionierte Reaktion zu unterdrücken. Im Gegensatz zu einem aktivierenden konditionierten Reiz (CS+) spricht man von einem hemmenden CS (CS-) oder einer konditionierten Hemmung.
  • Kontiguität
    Die Kontiguität zwischen zwei Reizen ist bestimmt durch die Wahrscheinlichkeit, mit der beide Reize in einem raum-zeitlichen Zusammenhang gemeinsam auftreten.
  • Kontingenz
    Die Kontingenz zwischen zwei Reizen wird durch den Anstieg der Wahrscheinlichkeit bestimmt, mit der einer der beiden Reize eintritt wenn der andere Reiz gegeben ist. Die stärkste Kontingenz besteht, wenn der eine Reiz nur dann eintritt, wenn auch der andere Reiz gegeben ist. Keine Kontingenz besteht, wenn das Eintreten des einen Reizes die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des anderen Reizes nicht verändert. Eine negative Kontingenz besteht, wenn das Eintreten des einen Reizes die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des anderen Reizes reduziert.
  • Konzept
    Konzepte (oder auch Begriffe) sind untereinander assoziierte (→ Assoziation) Gedächtnisrepräsentationen, in denen Informationen über Klassen von Objekten und/oder Erscheinungen zusammenfassend gespeichert werden.
  • Konzeptbildung
    Konzeptbildung ist der Prozess der erfahrungsabhängigen Herausbildung von Konzepten. Aus behavioristischer Perspektive wird Konzeptbildung als Aufbau von Assoziationen zwischen konkreten Objekten bzw. den von ihr wahrgenommenen Merkmalen (Reizen, S) und konzeptuellen Zuordnungen (Reaktionen, R) verstanden. Im 'Informationsverarbeitungsansatz' werden Konzeptbildungen dagegen als strategiegeleitete Bildung von Hypothesen über die das Konzept kennzeichnenden Merkmale untersucht. Unter natürlichen Bedingungen bilden sich Konzepte vermutlich spontan aus der Erfahrung → funktionaler Äquivalenzen im Handeln.
  • Konzeptbildungsexperimente
    Experimente zur Untersuchung der lernabhängigen Herausbildung von Konzepten. In der Regel wird vom Experimentator ein Konzept vorgegeben, dessen Merkmalscharakteristik von den Versuchspersonen anhand von Informationen über die Konzeptzugehörigkeit einzelner Objekte herausgefunden werden soll. In diesen Experimenten wird somit die Findung und nicht die originäre (Neu)Bildung eines Konzeptes untersucht.
  • Kurzzeitspeicher
    Der Kurzzeitspeicher (KZS) ist der Kern der klassischen Mehrspeichertheorie. Durch ihn kommt Information in den Langzeitspeicher (LZS) und in ihn wird Information aus dem LZS geholt, um mitgeteilt zu werden. Beide Speicher arbeiten unabhängig voneinander.
  • Latentes Lernen
    Bei der Untersuchung → instrumentellen Konditionierens ist schon früh festgestellt worden, dass Tiere auch dann neue instrumentelle Verhaltensweisen erwerben, wenn sie für deren Ausführung keine Belohnung/Bestrafung erhalten. Dieses 'Lernen ohne Belohnung' wurde latentes Lernen genannt (vgl. → implizites Lernen). Die Existenz latenten Lernens stellt die generelle Gültigkeit des → Effektgesetzes in Frage, das die Bildung von Reiz-Reaktionsbeziehungen von Belohnungen abhängig macht.
  • Lerndisposition
    Tiere und wahrscheinlich auch Menschen sind genetisch disponiert (prepared), in elementaren Verhaltensbereichen die Aufmerksamkeit jeweils auf diejenigen Reize zu richten, die sich im Laufe der Evolution für den jeweiligen Verhaltenserfolg als wichtig erwiesen haben. Tinbergen hat in diesem Zusammenhang von Lerndispositionen gesprochen, die dafür sorgen, dass bestimmtes Verhalten an bestimmte Reize schnell, an andere Reize aber nur schwer gebunden wird.
  • Lerntheorie
    Lernen manifestiert sich als Änderung verhaltenssteuernder Strukturen im Resultat von Erfahrungen. Jede Lerntheorie sollte wenigstens zu drei Dingen verbindliche Aussagen machen: Erstens zu den Strukturen und Mechanismen, die der Generierung und Ausführung von Verhalten zugrunde liegen. Zweitens zu den möglichen Änderungen in diesen Strukturen und Mechanismen, und drittens dazu, welche Erfahrungen zu welchen Änderungen führen.
  • Linguistische Kategorien/Konzepte
    Linguistische Kategorien oder Konzepte sind Zusammenfassungen von sprachlichen Elementen nach ihrer linguistischen Äqivalenz. Darunter fallen kategoriale Zusammenfassungen von Wortklassen wie bspw. _Substantive_ oder _Verben_, bis hin zu kategorialen Zusammenfassungen von lyrischen Formen wie bspw. _Ballade_ oder _Limerick_.
  • Mehrspeichermodell
    Statt von Gedächtnis sprach man von Speicher und entwickelte eine Mehrspeichertheorie des Gedächtnisses, in der man insbesondere einen Kurzeitspeicher und einen Langzeitspeicher unterschied.
  • Merkmalsrepräsentation
    Das Konzept 'Merkmalsrepräsentation' bezieht sich auf die Auffassung, dass Konzepte vor allem durch die typischen und/oder häufigen Merkmale der zu ihnen gehörenden Objekte repräsentiert sind. Drei Arten von Merkmalen werden vermutlich bevorzugt repräsentiert: handlungsrelevante Merkmale, Unterscheidungsmerkmale und Entdeckensmerkmale.
  • Modelle der Wortverarbeitung
    Modelle der Wortverarbeitung unterscheiden insbesondere, die Verarbeitung der Wortoberfläche (Lautgestalt und Schriftbild) und der Wortbedeutung.
  • Multimodales Gedächtnismodell
    Das multimodale Gedächtnismodell unterscheidet zwischen einem konzeptuellen System und präsemantischen Eingangs- und Ausgangssystemen. Diese Trennung legt nahe, die Prozesse in den verschiedenen Systemen unabhängig voneinander zu variieren und ihren Einfluss auf Erinnerungsleistungen zu messen.
  • Nennkonzept
    Nennkonzepte werden nur deshalb gebildet weil es ein Wort für sie gibt. Die einzige Verhaltenserfahrung, die zur Bildung von Nennkonzepten anregt, besteht somit in der Anwendung des Wortes als Bezeichnung für Objekte oder Sachverhalte, zu denen darüber hinaus kein Verhaltensbezug besteht. So kann bspw. das Konzept _Sextant_ als Repräsentation aller Erscheinungen gebildet werden, die als Sextant bezeichnet wurden, ohne jemals einen Sextanten auch nur in der Hand gehabt zu haben.
  • Organisationsansatz
    Die Grundvorstellung dieses Ansatzes ist, dass wir die zu erinnernden Reize wiederfinden müssen. Hierbei sind die kategorialen Beziehungen zwischen den Lernreizen wichtig. Sie stellen ein zentrales Organisationsprinzip unseres semantischen Wissens. Außer über kategoriales Wissen verfügen wir auch über andere Wissensschemata. Hierzu gehören Schemata für Ereignisse und Handlungen sowie für räumliche Anordnungen von Objekten..
  • Phonologische Schleife
    Die phonologische Schleife entspricht weitgehend dem Kurzzeitspeicher des klassischen Mehrspeichermodells. Sie besteht aus einem phonologischen Speicher und einem artikulatorischen Kontrollprozess zur Wiederholung und Aufrechterhaltung der Reize im phonologischen Speicher.
  • Positives und negatives Patterning
    Wenn im Rahmen der → klassischen Konditionierung zwei Reize gleichzeitig konditioniert werden, spricht man von positivem patterning wenn der unbedingte Reiz (US) nur dann dargeboten wird, wenn beide Reize gleichzeitig gegeben sind. Negatives Patterning liegt vor, wenn der US nur dann dargeboten wird, wenn jeweils nur einer der beiden Reize gegeben ist.
  • Primäre und sekundäre Verstärker
    Zur → instrumentellen Konditionierung von Verhaltensweisen werden zumeist Belohnungen eingesetzt, die elementare physiologische Bedürfnisse der Tiere unmittelbar befriedigen. In aller Regel erhalten hungrige Tiere Futter und durstige Tiere Wasser. Man spricht von primären Verstärkern. Als Verstärker können aber auch neutrale Reize dienen, wenn sie mit einem primären Verstärker assoziiert werden, bspw. ein Ton, der als Prädiktor von Futter konditioniert wurde. Man spricht dann von einem konditionierten oder sekundären Verstärker.
  • Prototypenrepräsentation
    Das Konzept 'Prototypenrepräsentation' bezieht sich auf die Auffassung, dass Konzepte vor allem durch einen Prototyp repräsentiert sind, der entweder die 'durchschnittliche' Erscheinungsform der zum Konzept gehörenden Erscheinungen wiedergibt (anschaulicher Prototyp) oder eine 'durchschnittliche' Merkmalsbeschreibung der zum Konzept gehörenden Erscheinungen liefert (merkmalsbasierter Prototyp).
  • Prozedurales Gedächtnis
    Das prozedurale Gedächtnis umfasst die Speicherung von erworbenen Strukturen zur Steuerung körperlichen und sprachlichen Verhaltens. Das sind vor allem Handlungsroutinen wie bspw. zum Ergreifen eines Objektes, zum Fahrradfahren, oder zum Schreiben.
  • Prozessmodelle des Gedächtnisses
    Danach ist das episodische Erinnern eine Folge der Prozesse, die während des Enkodierens und Abrufens ablaufen. Das Erinnern besteht in der Reaktivation der Enkodierprozesse im Behaltenstest, die durch mehr oder weniger Hinweisreize (»cues«) ausgelöst werden. Zentral ist dabei die Unterscheidung von itemspezifischen und relationalen Prozessen.
  • raum-zeitliche Strukturen
    Raum-zeitliche Strukturen sind durch die Summe aller gegebenen räumlichen und/oder zeitlichen Beziehungen zwischen der Menge der jeweils betrachteten Elemente gegeben. In Verhaltensfolgen beziehen sich bspw. raum-zeitliche Strukturen auf die räumliche und zeitliche Aufeinanderfolge der einzelnen Verhaltensschritte.
  • Relationale Strukturen
    Relationale Strukturen sind durch die Summe aller gegebenen relationalen Beziehungen zwischen der Menge der jeweils betrachteten Elemente gegeben. In Verhaltensfolgen schaffen beispielsweise Wiederholungen oder Spiegelungen der Abfolge von Verhaltensschritten eine relationale Struktur.
  • Rescorla-Wagner Modell
    Das Rescorla-Wagner-Modell (RWM) ist der bis heute einflussreichste Versuch einer theoretischen Integration von Befunden zum assoziativen Lernen bei Tieren. Nach dem RWM verändert sich die Stärke von Assoziationen nach Maßgabe der Differenz zwischen der Erwartung und der Wahrscheinlichkeit des Eintreffens eines kritischen Ereignisses. Der Kernsatz des RWM lautet: Organisms only learn if events violate their expectations. Lernen setzt danach die Existenz von Erwartungen (expectations) voraus.
  • semantische Relation
    Semantische Relationen charakterisieren den Typ von Beziehungen zwischen Konzepten. So stehen bspw. _Tasse_ und _Henkel_ in einer Ganzes-Teil Relation, _Tasse_ und _Becher_ in einer Nebenordnungsrelations und _Tasse_ und _trinken_ in einer Instrumentrelation zueinander in Beziehung.
  • semantisches Gedächtnis
    Das semantische Gedächtnis umfasst das Wissen über Fakten und Konzepte, etwa das Wissen, dass Paris die Hauptstadt Frankreichs ist, dass Benzin aus Erdöl hergestellt wird, oder dass reife Tomaten rot sind.
  • Seriale Positionskurve
    Lässt man eine Liste von Wörtern, die deutlich länger ist als die Nachsprechspanne nach einmaliger Darbietung, frei erinnern und stellt die Behaltensleistung für die einzelnen Listenwörter nach der Abfolge ihrer Darbietung beim Lernen dar, so erhält man die seriale Positionskurve. Es zeigt sich, dass die zuerst (Primacy-Effekt) und die zuletzt dargebotenen Wörter (Recency-Effekt) besser behalten werden als die in der Listenmitte dargebotenen Wörter.
  • Serielles Lernen
    Serielles Lernen' bezieht sich auf das Erlernen von Reiz und/oder Verhaltensfolgen. In einem typischen Experiment zum seriellen Lernen reagieren die Versuchspersonen mit festgelegten Reaktionen auf nacheinander dargebotene Reize (Serielle Wahlreaktion). In der Aufeinanderfolge der Reize und Reaktionen werden → statistische, → raum-zeitliche und/oder → relationale Strukturen realisiert. Es wird untersucht, inwieweit diese Strukturen zum Erlernen der Folge beitragen.
  • Situations-Verhaltens-Effekt Tripel
    Situations-Verhaltens-Effekt-Tripel sind vermutete Gedächtnisrepräsentationen, in denen Erfahrungen darüber gespeichert werden, welches Verhalten für das Erreichen welcher Ziele unter welchen Bedingungen erfolgversprechend ist. Den Lernvorgang zum Aufbau der Tripel muss man sich vermutlich als einen kontinuierlichen Prozess vorstellen, bei dem jede Ausführung willkürlichen Verhaltens zu einer Stärkung und/oder Schwächung von Verhaltens-Effekt- und Situations-Verhaltens-Beziehungen füht (→ ABC Theorie). Sind zur Erreichung von Zielen mehrere Tripel so miteinander verkettet, dass die Effekte der jeweils vorangehenden Handlung die Situationsbedingung für die folgende Handlung erzeugen oder werden Handlungen in immer wieder derselben Reihenfolge ausgeführt, verketten sich die Repräsentationen von Situations-Verhaltens-Effekt-Tripeln zu »chunks«, die dann als Handlungseinheit aufgerufen und ausgeführt werden können(→ chunking).
  • Skinner Box
    Skinner Box' bezeichnet einen Experimentierkäfig zur Untersuchung → instrumenteller Konditionierung bei Tieren. Eine typische Skinner Box ermöglicht die Ausführung verschiedener Verhaltensweisen, wie etwa das Drücken eines Hebels, das Zerren an einer Schnur, das Kratzen an einer Sperre oder das Picken auf eine Scheibe. Darüber hinaus ist die Box mit Vorrichtungen ausgestattet, mit denen Belohnungen wie Futterkugeln oder Wassertropfen, aber auch ein leichter elektrischer Schlag als Bestrafung verabreicht werden können. Schließlich gibt es Vorrichtungen für die Darbietung von visuellen und/oder akustischen Reizen.
  • Skript
    Das Konzept 'Skript' bezeichnet hypothetische Gedächtnisstrukturen, in denen die typische zeitliche Anordnung vertrauter Geschehnisse gespeichert werden. Für einen Restaurantbesuch könnte bspw. die Abfolge: Tisch aussuchen - Setzen - Speisekarte studieren - Essen bestellen - Speisen - Rechnung verlangen - Bezahlen ... als typische Abfolge der Ereignisse gespeichert sein.
  • Spiegelneuronen
    Spiegelneuronen sind neuronale Strukturen, die nicht nur dann aktiv sind (feuern) wenn bestimmte Bewegungen und/oder Handlungen ausgeführt werden, sondern auch dann, wenn eine solche Bewegung und/oder Handlung beobachtet wird. In den Aktivitäten der Spiegelneuronen werden wahrgenommene Handlungen gewissermaßen intern als eigene Handlungen motorisch gespiegelt, und eigene Handlungen werden als extern wahrgenommene Handlungen sensorisch gespiegelt.
  • Statistische Strukturen
    Statistische Strukturen sind durch die Summe aller gegebenen statistischen Beziehungen zwischen der Menge der jeweils betrachteten Elemente gegeben. In Verhaltensfolgen schaffen beispielsweise Abweichungen von einer gleichwahrscheinlichen Aufeinanderfolge der einzelnen Verhaltensschritte eine statistische Struktur.
  • Taxonomien
    Taxonomien sind hierarchische Ordnungen von Objektkonzepten, in denen auf der jeweils nächsthöheren Ebene mehrere nebengeordnete Konzepte durch ein allgemeineres übergeordnetes Konzept zusammengefasst werden, bspw. Rosen, Tulpen, Nelken, usw. im Konzept _Blume_ und Blumen, Bäume, Sträucher, usw. wiederum im Konzept _Pflanze_.
  • Unbeabsichtigtes Verhaltens-Effekt-Lernen
    Unbeabsichtigtes Verhaltens-Effekt Lernen liegt vor, wenn Verhaltensweisen auch mit nur beiläufig eintretenden Effekten verbunden werden, die mit dem jeweiligen Verhalten weder angestrebt und auch sonst nicht beabsichtigt wurden. Beiläufige Effekte müssen aber vermutlich beachtet werden, um mit dem vorangehenden Verhalten verbunden zu werden.
  • Unwillkürliches Verhalten
    Unwillkürliches Verhalten ist nicht auf das Erreichen eines bestimmten Ziels ausgerichtet. Es wird aktiviert‚ weil eine bestimmte (innere oder äußere) Situation gegeben ist.
  • Verarbeitungstiefe-ansatz
    Danach ist das Behalten eine Funktion der Verarbeitungstiefe. Sie verläuft nach dem ursprünglichen Ansatz von der strukturellen über die phonologische zur semantischen Verarbeitung.
  • Vergessen
    Vergessen wird einerseits dem Spurenzerfall über die Zeit und andererseits der Interferenz durch das Überlagern von Gedächtnisspuren zugeschrieben. Allgemein wird die Interferenz als der entscheidende Faktor beim Vergessen angesehen. Vergessen kann auch eine temporäre Erschwerung des Zugriffs auf bestimmte Gedächtnisspuren bedeuten. Erinnerungen können andere blockieren. Man spricht von abrufinduziertem oder erinnerungsinduziertem Vergessen. Beim gerichteten Vergessen versuchen wir bewusst zu beeinflussen, ob wir etwas erinnern oder vergessen wollen.
  • Vorbereitete Reflexe
    Wenn eine bestimmtes intendiertes Verhalten in Bereitschaft steht, können vertraute passende Reizbedingungen die Ausführung des Verhaltens unmittelbar triggern. Anders als bei einem unbedingten Reflex (→ Klassisches Konditionieren) bestimmt aber nicht der Reiz das Verhalten, sondern der Reiz bringt lediglich ein bereits intendiertes Verhalten zur Ausführung. In diesem Sinne kann man von vorbereiteten Reflexen sprechen.
  • Wiedererkennen (retrieval-, vertrautheitsbasiert)
    Beim Wiedererkennen werden zwei Prozesse unterschieden. Das vertrautheits-basierte Wiederekennen beruht darauf, dass Items einem sehr vertraut erscheinen. Beim retrieval-basierten Wiedererkennen werden Reize dagegen bewusst wiedererkannt.
  • Willkürliches Verhalten
    Willkürliches Verhalten ist auf ein Ziel gerichtet. Es wird nicht aktiviert, weil eine bestimmte Situation gegeben ist, sondern um eine bestimmte (angestrebte) Situation herzustellen. Fast das gesamte Verhalten ist willkürlich.
  • Zieldeterminierte Imitation
    Die Nachahmung von gesehenen Handlungen, um mit eigenen Körperbewegungen das vermutete Ziel der gesehenen Handlung zu erreichen.