Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • 11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase-Typ 2 (11β-HSD2)
    Ein Enzym, welches hormonell aktives Kortisol in hormonell inaktives Kortison umwandelt und in großen Mengen in der Plazenta, aber auch in anderen Organen und Drüsen (z. B. Speicheldrüse) vorhanden ist.
  • Adenohypophyse
    Hypophysenvorderlappen, welcher glandotrope und nichtglandotrope Hormone produziert und in die Blutbahn sezerniert.
  • Adhärenz
    Einhaltung der vom Arzt oder Therapeuten gemeinsam mit dem Patienten vereinbarten Empfehlungen (z. B. Verbesserung des Gesundheitsverhaltens) zur Erreichung eines Therapieziels. Wichtig ist dabei, dass der Patient aktiv eingebunden wird und gemeinsam eine individuell passende Behandlung erarbeitet wird. Beide Seiten tragen somit gemeinsam die Verantwortung für die Umsetzung und den Therapieerfolg.
  • Adhäsionen
    Verwachsungen im Bauchraum.
  • Adipositas
    Fettsucht oder Fettleibigkeit. Adipositas ist eine komplexe, chronische, über das Normalmaß hinausgehende generalisierte Vermehrung des Fettgewebes im Körper. Sie entsteht, wenn die Energiezufuhr (vor allem durch fettreiche Ernährung) den Energieverbrauch übersteigt. Die Klassifizierung der Adipositas erfolgt mit Hilfe des Body Mass Index (BMI).
  • Adnexitis
    Chronisch-rezidivierende Entzündungen der Eileiter und der Eierstöcke.
  • Adrenalin
    Hormon aus dem Nebennierenmark, das dem Einfluss des autonomen Nervensystems unterliegt. Unterstützt die Aktivität des sympathischen Nervensystems.
  • Adrenokorticotropes Hormon (ACTH)
    Hormon, das aus der Hypophyse nach Stimulation durch CRH ausgeschüttet wird und die Synthese und Freisetzung von Glukokortikoiden aus den Nebennierenrinden bewirkt.
  • Aids („acquired immunodeficieny syndrome“)
    Entwickelt sich, wenn im Verlauf einer HIV-Infektion die CD4+-T-Zellen abfallen und opportunistische Infektionen auftreten.
  • Algesimetrie
    Schmerzmessung, im engeren Sinne objektive Schmerzmessung, z. B. anhand von psychophysiologischen Kennwerten.
  • Allergien
    Allergien sind Intoleranzreaktionen gegenüber Substanzen (sog. Antigenen), die normalerweise nicht für den Körper schädlich sind. Die Sensibilisierung beruht auf einer Fehlregulation von erworbenen, antigenspezifischen Immunreaktionen. Ausgangspunkt ist die Aktivierung von speziellen, im Blutkreislauf zirkulierenden Untergruppen von T-Lymphozyten, den T-Helfer-Zellen (TH1-Zellen bei Kontaktdermatitis, T-H2-Zellen bei Neurodermitis). Diese T-Lymphozyten werden durch Botenstoffe (sog. Zytokine wie z. B. Interleukine) aktiviert und treten ins Gewebe (Haut, Schleimhaut der Bronchien) über. Dort produzieren sie selbst ebenfalls Zytokine, die u.a. wiederum Mastzellen zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (z. B. Histamin) stimulieren. Diese Substanzen sind auch für die begleitenden Entzündungsreaktionen (sowie Juckreiz bei Hautkrankheiten) verantwortlich. Darüber hinaus stimulieren die T-Lymphozyten auch die B-Zellen zur Produktion von IgE-Antikörpern, die für die Erkennung, Bindung und Beseitigung von Antigenen zuständig sind. Entsprechend den Unterschieden in den beteiligten Immunmechanismen und der hieraus resultierenden zeitlichen Dynamik unterscheidet man unterschiedliche Typen von Allergien (Typ I, II, III und IV).
  • Allostase
    Adaptiver Prozess, durch den der Körper unter Stress durch physiologische und psychologische Anpassungsleistungen Stabilität zu erreichen versucht.
  • Amenorrhö
    Ausbleiben der Menstruation.
  • Amenorrhö, funktionelle hypothalamischen (FHA)
    Eine nicht durch organische Ursachen bedingte Amenorrhö.
  • Amniozentese
    Fruchtwasserpunktion.
  • Amygdala
    Gehirnregion des Limbischen Systems. Vermittelt Emotionen und emotionales Gedächtnis (vor allem bei der Furchtkonditionierung) und beeinflusst Stressreaktionen.
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
    Neurodegenerative Erkrankung, die zu einer fortschreitenden Zerstörung des willkürmotorischen Systems führt.
  • Analgetika
    Schmerzhemmende Medikamente. Man unterscheidet nichtsteroidale Analgetika von narkotischen, d. h. auf Opiaten basierende Analgetika.
  • Androgene
    Männliche Geschlechtshormone, z. B. Testosteron.
  • Androgenisierung
    „Vermännlichung“ bzw. Entwicklung von Merkmalen und Symptomen, die durch eine erhöhte Androgenexposition induziert werden.
  • Angina pectoris
    Engegefühl, Druckgefühl und Schmerzen in der Brust, oft Ausdruck einer koronaren Minderdurchblutung.
  • Angiogenese
    Ausbildung der Mikrozirkulation bzw. Blutzufuhr für eine Zelle.
  • Angiopathie
    Pathologische Veränderungen der Blutgefäße (z. B. der Gefäßwände), z. B. bei Diabetes mellitus.
  • Angststörung, pränatale
    Eine Angststörung während der Pränatalzeit, deren Symptome weitgehend einer üblichen Angststörung entsprechen, sich aber vor allem auf das Wohlergehen des ungeborenen Kindes, die Schwangerschaft und Geburt beziehen.
  • Anhydrisch
    Ohne Wassergehalt; Stoffe, die elektrischen Strom leiten können.
  • Anovulation
    Ausbleiben des Eisprungs.
  • Anpassungsstörung
    Psychische Störung, die als Reaktion auf belastende Lebensereignisse wie z. B. einen schweren medizinischen Krankheitsfaktor eintreten kann (im Gegensatz zu „Aufgrund-Störung“).
  • Antigen
    Antigene sind Moleküle, an die sich Antikörper oder Rezeptoren von T-Lymphozyten binden können. Oft wird der Begriff Antigen mit dem Begriff Immunogen gleichgesetzt. Als Antigene können komplexe Fremdmoleküle (z. B. Polysaccharide, Proteine, Proteoglykane), aber auch fremde Körperzellen, Bakterien und ihre Toxine oder manche Viren fungieren.
  • Antikörper
    Antikörper werden vom Immunsystem als Reaktion auf ein spezifisches Antigen gebildet, um dieses durch Komplementbildung unschädlich zu machen. Als Antigene können komplexe Fremdmoleküle (z. B. Polysaccharide, Proteine, Proteoglykane), aber auch fremde Körperzellen, Bakterien und ihre Toxine oder manche Viren fungieren.
  • Anus praeter
    Künstlicher Darmausgang.
  • Apathie
    Antriebs- oder Autoregulationsdefizit; im Unterschied zur Depression durch spezifische externale Cues relativ leicht aufhellbar.
  • Aufgrund-Störung
    Psychische Störung, deren Auftreten eindeutig durch körperliche (z. B. hirnorganische) Veränderungen entstanden ist (im Gegensatz zur „Anpassungsstörung“, s. dort).
  • Autoantigen
    Autoantigene (Synonym: Selbstantigene) sind körpereigene Moleküle, die bei Vorhandensein einer Autoimmunität als Antigene fungieren.
  • Autoimmunität
    Aufgrund einer Störung von Kontrollmechanismen (z. B. der Suppressor-T-Lymphozyten) kann sich das Immunsystem (v. a. zytotoxische T-Lymphozyten) gegen körpereigenes Gewebe (z. B. Haut, Bindegewebe) wenden.
  • Baby Blues
    Eine negative Verstimmung in den ersten Tagen nach der Entbindung, die mit emotionaler Labilität, Empfindlichkeit und Weinen einhergeht. Die Symptome klingen nach wenigen Tagen wieder ab.
  • Backward Chaining
    Aufbau einer „Verhaltenskette“ (s. dort) von seinem letzten Glied her.
  • Baroreflexe, arterielle
    Sie ermöglichen eine Optimierung der Herzarbeit, da sie bei Blutdruckabfall eine Beschleunigung der Herzrate, bei Blutdruckanstieg eine Verlangsamung der Herzrate bewirken. Die für die Integration zuständigen Hirnstammmechanismen beeinflussen eine Reihe anderer Faktoren wie z. B. Hormonausschüttung des Nebennierenmarks, Gefäßtonus, Wachheit und Empfindlichkeit gegenüber aversiven Reizen.
  • Basalganglien
    Im Endhirn gelegene Kerngruppe (u. a. Ncl. caudatus, Putamen, Globus pallidus internus u. externus), die Teil zahlreicher, von präfrontalen Kortexabschnitten ausgehender Regelkreissysteme sind. Über die Basalganglien werden motorische Abläufe im raum-zeitlichen Kontext moduliert und auch wichtige nichtmotorische Funktionen (u. a. bestimmte Aufmerksamkeitsfunktionen) mit gesteuert.
  • Belastungsstörung, postpartale posttraumatische
    Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) als Reaktion auf eine Geburt, die subjektiv als traumatisch erlebt wurde.
  • Bewältigung
    Bemühungen einer Person mit spezifischen externalen und/oder internalen Bedingungen umzugehen.
  • Biofeedback
    Verfahren, bei dem die Person Kontrolle über körperliche Vorgänge durch optische oder akustische Rückmeldung der jeweiligen Körpersignale erlernt.
  • Biofeedbacktraining, anorektales
    Die Funktionen der Beckenbodenmuskulatur, der Analsphinkter oder des Rektums werden mithilfe elektromyografischer Erfassung in visuelle oder auditorische Signale umgewandelt. Der Patient kann so lernen die Schließmuskeln des Analkanals zu beeinflussen.
  • Body Mass Index (BMI)
    Index zur Bestimmung des Gewichtsstatus; wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch die quadrierte Körperlänge in Metern dividiert wird.
  • Brain Derived Neurotrophic Factor (BDNF)
    Protein, das auf Neurone des zentralen und peripheren Nervensystems wirkt und das neuronale Wachstum fördert.
  • Brain-Computer Interface
    Neurofeedbacksystem, welches die Hirnstromaktivität über einen Computer wahrnehm- und damit steuerbar macht.
  • Brustkrebs (Mammakarzinom)
    Karzinom der Brustdrüse; häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
  • Chronifizierung
    Zeitliche Entkoppelung des Schmerzerlebens von ursprünglich vorhandenen organischen Ursachen. Dabei verliert der Schmerz seine ursprüngliche Funktion als Warnsignal.
  • Chronobiologie
    Fachgebiet über die zeitliche Organisation biologischer Systeme.
  • Circulus vitiosus
    Teufelskreis.
  • Colitis
    Oberbegriff für akut oder chronisch verlaufende Entzündungen des Dickdarms.
  • Colitis ulcerosa
    Chronisch entzündliche Darmerkrankung. Sie ist jedoch, im Gegensatz zum Morbus Crohn, auf den Dickdarm beschränkt und es kommt zu Entzündungen der Dickdarmschleimhaut in Form von flächigen Geschwüren (zumeist im Mastdarm).
  • Compliance des Patienten
    Konzept, dass der Patient die Verordnungen des Arztes einhalten soll. Dieses Konzept wird heute zugunsten des „Empowerments“ verlassen. Im Vordergrund stehen dabei die Einsicht des Patienten und seine Selbstverantwortung. Begrifflich abgelöst durch „Adhärenz“.
  • Compliance, rektale
    Dehnbarkeit der Enddarmwand.
  • Computertomografie
    Röntgenuntersuchung, die schichtweise Bilder aus dem Körperinneren liefert.
  • Constraint Induced Movement Training/Therapy (CIMT)
    Kortikale Reorganisation (s. dort) als Folge des gezielten Gebrauches eines geschädigten somatischen Funktionssystems bei gleichzeitigem systematischen Nichtgebrauch kompensatorisch einsetzbarer somatischer Funktionen.
  • Coping
    Bewältigung von Belastungen.
  • Coping-Hypothese
    Beschreibt einen Zustand mangelnder Alltagsbewältigung als Folge diskreter, aber verkannter neuropsychologischer Teilleistungsstörungen (bes. der geteilten und selektiven Aufmerksamkeitsleitungen etc.) nach einer sonst gut verheilten Hirnschädigung (z. B. SHT, Blutungen, Tumoren etc.).
  • Corpus callosum
    Balken (bestehend aus Nervenfasern), welcher die beiden Großhirnhälften (Hemisphären) miteinander verbindet.
  • Corpus luteum
    Gelbkörper. Eine vorübergehend aktive Hormondrüse, welche sich nach der Ovulation aus den im Ovar zurückgebliebenen Follikelzellen bildet und zu einem großen Anteil Progesteron und zu einem geringeren Anteil Östrogen produziert.
  • Darmerkrankungen, funktionelle
    Beeinträchtigende Beschwerden und Schmerzen im Verdauungstrakt, ohne dass ein pathophysiologisches Korrelat identifiziert werden kann.
  • Darmlumen
    Der von der Darmwand umschlossene Hohlraum.
  • Defäkografie
    Funktionelle Röntgenaufnahme des Enddarms, die die Beurteilung morphologischer Auffälligkeiten sowie funktioneller Veränderungen während der Rektumentleerung erlaubt.
  • Depression, postpartale
    Eine depressive Störung, die im 1. Jahr nach der Geburt auftritt. Das klinische Bild einer postpartalen Depression entspricht weitgehend dem klinischen Bild einer üblichen Depression, außer dass sich die dysfunktionalen Gedanken und Gefühle mehrheitlich auf das neugeborene Kind und die neue Mutterrolle beziehen.
  • Depression, pränatale
    Eine depressive Störung während der Pränatalzeit, deren Symptome weitgehend einer üblichen depressiven Störung entsprechen, sich aber vor allem auf das ungeborene Kind, die Schwangerschaft und Geburt beziehen.
  • Depression, sekundäre
    Depressionssyndrom, welches als direkte Folge des gestörten Transmitterhaushaltes einer – oft neurodegenerativen – Erkrankung entsteht.
  • Depression, subsyndromale
    Auch "subklinische" Depression genannt; spezifisches Depressionssyndrom, welches nicht den vollständigen Kriterienkatalog der zugehörigen spezifischen Depression aufweist. Tritt u. a. häufig bei neurologischen Erkrankungen auf.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS)
    Träger der genetischen Information einer Zelle.
  • Diabetes mellitus
    Zuckerkrankheit. Diabetes mellitus ist die häufigste endokrine Störung und Krankheitsbegriff für verschiedene Formen der Glukosestoffwechselstörung mit unterschiedlicher Ätiologie und Symptomatik. Gemeinsames Kennzeichen der verschiedenen Formen ist ein relativer oder absoluter Mangel an Insulin (Blutzucker).
  • Diarrhöen
    Durchfälle, flüssiger Stuhl.
  • Diathese-Stress-Modell
    Ein verhaltensmedizinisches Modell zur Entstehung psychophysiologischer Störungen, bei dem prädisponierenden Faktoren (Diathese) und auslösenden Stressoren (Stress) gleichermaßen Bedeutung zugemessen wird.
  • DSM:316
    Kategorie im DSM-IV, über welche psychische Störungen codiert werden, die sich durch die Interaktion psychischer Zustände und medizinischer Krankheitsfaktoren auszeichnen. Im Unterschied zur „Aufgrund-Störung“ “ oder „Anpassungsstörung“ (s. dort) kommt es hier auch zu einer erheblichen Beeinflussung des klinischen Erscheinungsbildes eines medizinischen Krankheitsfaktors durch emotionale und/oder behaviorale Faktoren (s. auch „ICD:F54).
  • Dyslipidämie
    Fettstoffwechselstörung, die sich in einer Veränderung von Triglyzerid- und/oder Cholesterinspiegeln äußert.
  • Dysmenorrhö
    Schmerzhafte Regelblutung.
  • Effektstärke
    Deskriptive Größe für die Beschreibung der Wirksamkeit von Therapien, ermittelt durch den Vergleich der Mittelwerte von behandelten und unbehandelten Patienten in Relation zur Standardabweichung. Eine Effektstärke von ES = 0,80 gilt konventionell als Indikator „großer“ Wirksamkeit.
  • Eifollikel
    Auch als Follikel bezeichnet. Eizelle, die während der Follikelphase des Menstruationszyklus im Ovar zu einem befruchtungsfähigen Ei heranreift.
  • Emotionsregulation
    Steuerung von aufkommenden starken Gefühlen und Stimmungen.
  • Endometriose
    Schmerzhafte, chronische gynäkologische Erkrankung, bei der sich endometriumähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter befindet und sich zyklisch, unter dem Einfluss von Östrogen und Progesteron aufbaut und wieder abblutet.
  • Endometrium
    Gebärmutterschleimhaut.
  • Endometriumablation
    Operative Abtragung der Gebärmutterschleimhaut.
  • Endometriumkarzinom
    Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut.
  • Endoskopie (Spiegelung)
    Medizinische Technik, mit deren Hilfe es möglich ist, ohne oder nur mit einem kleinen chirurgischen Eingriff in Körperhöhlen oder Hohlorgane für diagnostische und therapeutische Maßnahmen einzudringen.
  • Endosonografie
    Ultraschalluntersuchung, die nicht von außen durch die Haut, sondern von innen durch ein Hohlorgan durchgeführt wird.
  • Epidemiologie
    Disziplin, die sich mit der Häufigkeit von Neuerkrankungen bzw. der Verbreitung von Erkrankungen und auch ihren Ursachen in Populationen beschäftigt.
  • Epigenetik
    Über epigenetische Mechanismen (z. B. Methylierung, Histonmodifikation) können Umwelteinflüsse die Aktivität von Genen erhöhen oder vermindern, ohne die Sequenz der DNA zu verändern.
  • Epigenetische Einflüsse
    Einflüsse, die nicht auf Abweichungen in der Sequenz der genetischen Information in der DNS (Desoxyribonukleinsäure) der Zelle zurückgehen, sondern auf eine (ggf. auch vererbbare) Änderung der Genregulation und Genexpression unter dem Einfluss von Umweltfaktoren.
  • Erbrechen, antizipatorisches
    Siehe „Übelkeit, antizipatorische“.
  • Ernährung, enterale
    Elementardiät („Astronautenkost“), hochkonzentrierte Nahrung, die z. B. über eine Sonde direkt in den Magen appliziert werden kann und die schnell resorbiert wird.
  • Ernährung, parenterale
    Ernährung unter Umgehung des Verdauungstraktes (z. B. Infusion).
  • Erschöpfungssyndrom, chronisches („chronic fatigue syndrome“; CFS)
    Ist durch eine medizinisch nicht ausreichend erklärte Erschöpfung von mindestens 6 Monaten Dauer definiert, die nicht das Resultat einer fortwährenden Anstrengung ist, die nicht durch Ruhe gemildert werden kann und die zu einer substanziellen Reduktion von beruflichen und sozialen Aktivitäten führt. Weiter müssen mindestens 4 von 8 begleitenden Symptomen vorliegen; dazu gehören nicht erholsamer Schlaf, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Muskelschmerzen, Halsschmerzen und empfindliche Lymphknoten.
  • Exazerbation
    Verschlechterung (im Zusammenhang mit körperlichen Zuständen gebräuchlich).
  • Expressives Schreiben
    Patienten schreiben ein- bis dreimal jeweils 20–30 Minuten über belastende Ereignisse in ihrem Leben oder Belastungen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung. Nachweislich lässt sich das Befinden der jeweiligen Patienten durch diese Intervention günstig beeinflussen.
  • Fatigue
    Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom, häufig auftretend u.a. im Zusammenhang mit neurologischen Krankheiten.
  • Fertilität
    Fruchtbarkeit.
  • Fibromyalgiesyndrom („fibromyalgia syndrome“; FMS)
    Wird nach Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) diagnostiziert, wenn chronische Schmerzen auf beiden Seiten des Körpers, und zwar sowohl im unteren wie auch im oberen Bereich sowie im Bereich des Achsenskeletts vorliegen.
  • Fistel
    Pathologische, röhren- oder röhrennetzartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und anderen Organen, bzw. der Körperoberfläche.
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
    Sexualhormon, welches zur Gruppe der Gonadotropine zählt und von der Hypophyse pulsatil ausgeschüttet wird. FSH regt bei der Frau während der Follikelphase des Menstruationszyklus die Reifung eines dominanten Eifollikels in den Ovarien und dadurch die Östrogenproduktion an. Beim Mann stimuliert FSH die Spermienbildung in den Hoden.
  • Frühgeburt
    Eine Geburt, die vor der 37. Schwangerschaftswoche erfolgt.
  • Gastroskopie
    Endoskopie des Magens.
  • Geburtshilfe
    Ein Fachgebiet der Gynäkologie, welche sich mit der medizinischen Überwachung, Betreuung und Pflege von Frauen und ihren Kindern während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett beschäftigt.
  • Gefäßbett, arterielles
    In diesem Gefäßgebiet herrscht hoher Blutdruck. Alle Manifestationen der Arteriosklerose befinden sich in diesem Gefäßgebiet, was für die Bedeutung druckbedingter Kräfte bei diesem Prozess spricht.
  • Gen
    Funktionelle Einheit der DNA, die die genetische Information für ein Genprodukt (Proteinmolekül) enthält.
  • Genotypus
    Summe aller genetischen Informationen, die ein Mensch über die Vererbung erhalten hat.
  • Glukagon
    Kataboles Hormon. Antagonist des Insulins, wird freigesetzt, um die Bereitstellung von in der Leber gespeicherter Glukose zu aktivieren.
  • Glukokortikoide
    Zählen zu den Steroidhormonen, werden in der Nebennierenrinde gebildet. Der Name leitet sich ab von ihrer wichtigen Funktion beim Glucose-Stoffwechsel. Das wichtigste Glukokortikoid beim Menschen ist das Kortisol.
  • Glukosetoleranztest, oraler
    Belastungstest, der erfasst, wie effektiv Glukose verstoffwechselt wird. Wird eingesetzt, um eine gestörte Glukosetoleranz (Prädiabetes) oder einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) zu diagnostizieren.
  • Glykogenolyse
    Bereitstellung von in der Leber gespeicherter Glukose, Mechanismus, der dazu dient, den Glukosespiegel zu regulieren (Glukohomöostasis).
  • Go/No-Go-Aufgabe
    Testverfahren zur Überprüfung der Fähigkeit, Handlungsimpulse zu unterdrücken.
  • Gonaden
    Geschlechtsdrüsen. Bei der Frau werden die Gonaden als Ovarien und beim Mann als Hoden bezeichnet.
  • Gravidität
    Schwangerschaft.
  • Grazing
    Ständiger Konsum kleinerer Nahrungsmengen über einen längeren Zeitraum.
  • Gruppentherapie, supportiv-expressive
    Verfahren, das in der Therapie von Krebspatienten eingesetzt wird mit dem Ziel, unterstützende Beziehungen zwischen den Gruppenmitgliedern aufzubauen, tiefe emotionale Reaktionen im Hinblick auf die Krebserkrankung und die Angst gegenüber Tod und Verlust auszudrücken und Problemsituationen beim Umgang mit Ärzten, Pflegepersonal und der Familie zu bearbeiten.
  • Gruppentraining, operantes
    Ein verhaltenstherapeutisches Training, bei dem in der Gruppe Schmerzverhalten abgebaut und gesundes Verhalten erlernt wird.
  • Gynäkologie
    Fachgebiet der Medizin, welche sich mit der Prävention, Diagnose und Behandlung von Störungen und Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und des weiblichen Reproduktionssystems befasst.
  • Habit Reversal
    Wörtlich: Umkehrung einer Gewohnheitsbildung; verhaltenstherapeutisches Verfahrung zur Behandlung von „nervous habits and tics“.
  • Habituation
    Einfacher Lernvorgang, Gewöhnung, d. h. Minderung von Aufmerksamkeitsfokussierung und Aktivierungsreaktionen auf wiederkehrende oder anhaltende Reize (ohne Handlungsaufforderungscharakter).
  • Harninkontinenz
    Unfreiwilliger Harnabgang.
  • HbA1C
    Glykiertes Hämoglobin, das in etwa die mittlere Blutglukosekonzentration der letzten 2–3 Monate als „Langzeitzuckerwert“ widerspiegelt.
  • Head’sche Zonen
    Hautzonen, in denen Schmerz auftritt, obwohl Eingeweideschmerz vorliegt. Die Ursache hierfür liegt in der Konvergenz sensibler Nervenfasern von Haut und Eingeweiden im selben Rückenmarksabschnitt.
  • Helicobacter pylori
    Stäbchenbakterium, das den menschlichen Magen besiedeln kann. Die Infektion mit Helicobacter pylori kann zu einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und/oder Geschwüren führen.
  • Heritabilitätsrate
    Maß für den genetischen Einfluss auf Eigenschaften. Gibt den durch Gene erklärbaren Anteil der Varianz eines Merkmals an.
  • Herzinfarkt
    Mangeldurchblutung eines Herzmuskelbezirks infolge Verschlusses einer Koronararterie mit Zelltod.
  • Herzkrankheit, koronare
    Erkrankung des Herzens, die durch Engstellen oder Verschlüsse in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) verursacht wird.
  • Herzrate
    Häufigkeit der Herzschläge pro Minute. Normal sind 60–100 Schläge pro Minute. Während des Schlafs kann die Herzrate bei gut Trainierten auf Werte um 40 pro Minute absinken, während Belastung kann sie auf 200 pro Minute steigen. Man spricht in diesen Fällen von Bradykardie oder Tachykardie. Tritt eine Tachykardie oder Bradykardie unter inadäquaten Bedingungen auf, so sollte an Rhythmusstörungen gedacht werden.
  • Herzratenvariabilität
    Die Herzrate ist nicht konstant. Aufgrund autonomer Einflüsse variiert die Herzrate erheblich. Diese Variationen können herangezogen werden, um an der Körperoberfläche Informationen über die Aktivität des Vagusnervs (Parasympathikus) und über die Balance zwischen der sympathischen und vagalen Aktivität zu erhalten.
  • High Density Lipoprotein
    Lipoprotein aus einer hohen Dichteklasse; dient als Transportvehikel fettähnlicher Substanzen im Blutplasma.
  • Hippocampus
    Vermittelt das deklarative, kontextgebundene Gedächtnis sowie Lernen (Konditionierung) und kontrolliert die Stresshormonachse. Exzessive Glukokortikoidfreisetzung und Stress schädigen den Hippocampus.
  • HIV („human immunodeficiency virus“)

    Retrovirus, der CD4+-T-Zellen und Zellen des Monozyten/Makrophagensystems infiziert und zerstört. Diese langsame Verringerung von CD4+-Zellen in der Peripherie ist charakteristisch für die HIV-Erkrankung.

  • Hormone
    Chemische Botenstoffe, die typischerweise in die Blutbahn freigesetzt werden und Informationen im gesamten Organismus an Zielzellen vermitteln, welche mit Rezeptoren für die Hormone ausgestattet sind. Hormone beeinflussen physiologische Funktionen und Verhalten.
  • Hormonrezeptoren
    Spezifische Bindungsstellen für Hormone, welche die Effekte der Hormone in Zielzellen vermitteln. Man unterscheidet Membranrezeptoren und Steroidhormonrezeptoren.
  • Hyperalgesie
    Übermäßige Schmerzempfindlichkeit. Es wird die primäre Hyperalgesie (Schmerzüberempfindlichkeit im Zentrum einer Verletzung) von der sekundären Hyperalgesie, welche die Überempfindlichkeit der angrenzenden Hautareale beschreibt, unterschieden.
  • Hyperemesis gravidarum
    Übermäßiges Schwangerschaftserbrechen.
  • Hyperglykämie
    Erhöhter Zuckergehalt des Blutes (zu hohe Blutglukose); Leitsymptom des Diabetes mellitus.
  • Hyperinsulinämie
    Vermehrte pankreatische Ausschüttung von Insulin, oft eine Folge einer Reduktion der Insulinsensitivität bei Typ-2-Diabetes.
  • Hyperlipidämie
    Erhöhung von Serumlipiden; Oberbegriff für Hypercholesterinämie und Hypertriglyzeridämie. Die Mehrzahl der Hyperlipidämien resultiert aus einer Kombination von erblichen und nutritiven Faktoren. Ursachen sekundärer Hyperlipidämien können Essstörungen, Diabetes mellitus u. a. sein.
  • Hypersensibilitätshypothese
    Besagt, dass Patienten mit funktionellen Darmerkrankungen durch eine besondere Empfindlichkeit der Darmwand gekennzeichnet sind und deshalb möglicherweise normale Motilitätsmuster zu unangenehmen oder schmerzhaften Empfindungen führen können.
  • Hypertonie, primäre
    Nicht organisch bedingter Bluthochdruck.
  • Hypnosetherapie (Hypnotherapie, Hypnosepsychotherapie)
    Therapieformen, die anstreben, Trancezustände psychotherapeutisch therapeutisch zu nutzen.
  • Hypoglykämie
    Unterzuckerung; zu niedrige Blutglukosespiegel.
  • Hypothalamisch-hypophysäres System
    Neuroendokrine Schnittstelle zwischen Hypothalamus und Hypophyse, über welche das Gehirn die periphere Hormonfreisetzung kontrolliert.
  • Hypothalamus
    Kontrolliert Vitalfunktionen und steuert die Hormonfreisetzung aus der Hypophyse. Wichtige Struktur für die Koordination der Stressreaktion.
  • Hypoventilation, alveoläre
    Gasaustauschstörung, die mit einer ungenügenden Belüftung der Lungenkapillaren einhergeht. Folgeerscheinungen können ein Sauerstoffmangel und ein erhöhter Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut sein.
  • Hysterektomie
    Operative Entfernung der Gebärmutter.
  • In-vitro-Fertilisation (IVF)
    Ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei der die männlichen Samenzellen in einem speziellen Kulturmedium außerhalb des weiblichen Körpers mit der weiblichen Eizelle zusammengebracht werden.
  • Infektionen
    Infektionen beruhen auf dem Eindringen von Viren in den Körper, in dem sie sich vermehren. Die Übertragung kann durch direkten Kontakt über die Haut, indirekt (z. B. Körpersekrete) oder durch Überträger (Mücken) erfolgen. Die Immunabwehr beruht auf der Bildung von Antikörpern, die die Viren binden und der Phagozytose durch Makrophagen bzw. der Vernichtung durch zytotoxische T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen zuführen. Durch spezifische Gedächtnis-T-Lymphozyten wird eine Immunität gegen die Viren entwickelt. Nach der Primärinfektion kann jedoch auch eine latente, subklinische Infektion bestehen bleiben, die durch exogene oder endogene Faktoren reaktiviert wird, wenn die Immunabwehr geschwächt wird.
  • Infertilität
    Unvermögen eine Schwangerschaft bis zu einer Lebendgeburt auszutragen.
  • Inhibiting-Hormone
    Hypothalamische Hormone, welche die Freisetzung von Hormonen aus der Adenohypophyse hemmen (z. B. Prolactin Release-Inhibiting Hormon).
  • Injektion, subkutan
    Injektion in die Unterhaut.
  • Insemination
    Ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei der männliche Samenzellen in die Gebärmutter eingebracht werden.
  • Insulin
    Lebenswichtiges Hormon der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), das in den β-Zellen der Langerhans-Inseln produziert wird, Antagonist des Glukagon.
  • Insulinresistenz
    Die Körperzellen (Muskel, Fett) reagieren zu wenig bis gar nicht auf Insulin, sie sind resistent; pathologischer Mechanismus in der Entstehung von Typ-2-Diabetes.
  • Insulinsubstitution
    Ersetzen des vom eigenen Körper nicht mehr oder nicht mehr ausreichend produzierten Hormons Insulin durch Gaben von Insulin mittels Injektion oder Insulinpumpe
  • Interferone
    Proteine, die von Zellen im Rahmen der Immunantwort auf bakterielle oder virale Infektionen gebildet werden und antivirale, antiproliferative und immunmodulatorische Wirkungen besitzen.
  • Interleukine
    Von Leukozyten sezernierte Proteine, die als lösliche Bestandteile des Immunsystems (humorale Immunität) die Kommunikation zwischen Zellen des Immunsystems ermöglichen und der Immunregulation dienen.
  • Interozeption
    Auch als Interzeption bezeichnet; Wahrnehmung körperinterner Reize.
  • Intervention
    Behandlung von bestehenden Krankheiten und Störungen in ihrer Akutphase; zielt auf eine Heilung des Patienten ab.
  • Inzidenz
    Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung innerhalb eines bestimmten Zeitraums (meist auf ein Jahr bezogen).
  • Kanzerogene
    Faktoren, die das Auftreten maligner Tumoren erhöhen, im Wesentlichen unterschieden in chemische (organische und anorganische) und physikalische (ionisierende und ultraviolette Strahlen) Kanzerogene.
  • Karzinom, kolorektales
    Bösartiger Tumor im Dick- und Mastdarmbereich.
  • Karzinome
    Maligne (bösartige) Neubildungen (NeopIasien), die ihren Ursprung im Epithelgewebe haben.
  • Kausalattributionen, krankheitsbezogene
    Vermutungen des Patienten über die Ursachen einer Erkrankung.
  • Ketoazidose
    Übersäuerung des Blutes durch Fettsäuren, die bei Abbau von Fett zur Glukosebereitstellung entstehen. Akutkomplikation bei Diabetes, die unbehandelt zu Bewusstlosigkeit führen kann (synonym: diabetisches Koma).
  • Kleinhirn
    Cerebellum. Koordiniert schnelle zielgerichtete Bewegungen und Bewegungsabläufe und ist wichtig für die Spracherkennung und andere Wahrnehmungsleistungen.
  • Klimakterisches Syndrom
    Symptomkomplex bestehend aus körperlichen und psychischen Beschwerden, welche während des Klimakteriums auftreten können.
  • Klimakterium
    Wechseljahre. Die Zeit vor und nach der letzten Menstruationsblutung (Menopause) einer Frau. (Kap. 10)
  • Kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansatz
    Techniken der Verhaltenstherapie, die mit Neu-Erlernen und Umstrukturieren von krankheitsverstärkenden Denkweisen und Verhalten arbeitet.
  • Kohärenz
    Fähigkeit Anforderungen des Lebens als Herausforderungen und nicht als Überforderungen zu erleben. Ein Individuum mit hoher Kohärenz antizipiert und bewertet belastende Umweltereignisse vor dem persönlichen Hintergrund eines überdauernden Vertrauens in die eigene Person.
  • Kohärenzgefühl
    Gefühl der Zuversicht, dass innere oder äußere Erfahrungen sinnhaft, verstehbar und zu bewältigend sind.
  • Komorbidität
    gleichzeitige Auftreten von mindestens zwei Erkrankungen und/oder Störungen bei der gleichen Person.
  • Kompensation
    Ausgleich eines ausgefallenen somatischen Funktionssystems durch ein Alternativverhalten.
  • Konditionierung, klassische
    Nach mehrmaligem, gemeinsamem Auftreten eines unkonditionierten Reizes (UCS) mit einem neutralen Reiz wird gelernt, dass der vormals neutrale Reiz einen Hinweis auf den UCS darstellt. Dieser Lernprozess führt dazu, dass der neutrale Reiz zu einem konditionierten Reiz (CS) wird, und die vorher unkonditionierte Reaktion (UR) durch den CS ausgelöst wird (konditionierte Reaktion, CR).
  • Konditionierung, operante oder instrumentelle
    Die Auftretenshäufigkeit eines Verhaltens wird durch die Konsequenzen darauf bedingt. Verhaltensweisen bzw. physiologische Reaktionen treten häufiger auf, wenn ihnen ein verstärkender Reiz folgt. Bei aversiven Konsequenzen nehmen sie ab.
  • Konditionierungsprozesse
    Prozesse des respondenten und operaten Lernens (s. Lernen).
  • Konsiliartätigkeit
    Untersuchung und Behandlungsempfehlung oder Mitbehandlung des Patienten durch den Konsiliarius (psychologischer Psychotherapeut/Psychiater) aufgrund einer Aufforderung durch den behandelnden Arzt.
  • Kontinenz, rektoanale
    Das Vermögen, die Entleerung von Stuhl aus dem Enddarm willkürlich zu steuern.
  • Kontingenzmanagement
    Steuerung von Verhaltensraten durch Einflussnahme auf die Konsequenzen eines Verhaltens (d. h. die Verstärkungs- und Bestrafungsmechanismen).
  • Koronarangiografie
    Röntgenverfahren mit Kontrastmittel zur Darstellung der Herzkranzgefäße durch Einführung eines Katheters in eine große Arterie (A. brachialis oder A. femoralis).
  • Kortex, zerebraler
    Großhirnrinde. Zuständig für Interpretation von sensorischen Reizen und für höhere motorische Kontrolle sowie Denken, Problemlösen und Zuordnen von Assoziationen. Der präfrontale Kortex, Teil des zerebralen Kortex, kontrolliert Emotionen und Impulse.
  • Kortikosteroide
    Chemisch veränderte Abkömmlinge der Glukokortikoide, vor allem immunsuppressive Wirkung.
  • Kortikotropin-Releasing-Hormon („corticotropin releasing hormone“, CRH)
    Hormon, das durch den Hypothalamus freigesetzt wird und die Hypophyse zur Abgabe von ACTH stimuliert, das wiederum stimulierend auf die Nebennierenrinde wirkt, wo Kortisol produziert wird. Auch durch die Plazenta wird dieses Hormon gebildet. Erhöhte Werte sind ein möglicher Hinweis auf eine Frühgeburt.
  • Kortisol
    Hormon, das in der Nebennierenrinde, nach Stimulation durch ACTH aus der Hypophyse, gebildet wird und zahlreiche metabolische und immunmodulatorische Effekte hat. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Koordination der Stressreaktion.
  • Krankheitsmodell, subjektives
    Individuelle Annahmen über die eigene Erkrankung bezüglich der Ursachen, Folgen, Einflussmöglichkeiten und des Verlaufs.
  • Krankheitsverhalten („sickness behavior“)
    Die individuelle Art und Weise, mit der ein Individuum ein Symptom bzw. eine Erkrankung wahrnimmt, sie kognitiv und emotional bewertet und darauf reagiert. Im Sinne von Konstellation unspezifischer Symptome (wie Schwäche, Unwohlsein, Lustlosigkeit und Konzentrationsschwäche) und von Symptomen der Depression, Lethargie und Appetitlosigkeit im Verlauf von Infektionen, vermittelt durch proinflammatorische Zytokine (vor allem Interleukin (IL-)1β, IL-6 und Tumornekrosefaktor-α). Symptome lassen sich tierexperimentell auch durch direkte Zytokininjektion in das ZNS auslösen. Symptome treten auch im Rahmen der Chemotherapie von Krebspatienten auf.
  • Kurativ
    Eine Therapie, die auf die Heilung eines pathologischen Zustands ausgerichtet ist.
  • Laktosemalabsorption
    Milchzuckerunverträglichkeit
  • Laparoskopie
    Spiegelung des Bauchraumes und der entsprechenden Organe durch Einführung einer Sonde mit einer Optik nach Punktion der Bauchdecke.
  • Learned non-Use
    Gelernter Nichtgebrauch; Unterlassen einer Verhaltensweise aufgrund differenzieller Bestrafung einer Reaktion und gleichzeitiger Belohnung einer kompensatorischen Reaktion.
  • Lebensqualität
    Individuelle Sicht der eigenen Position im Kontext der Kultur und des Wertesystems, in dem eine Person lebt.
  • Leptindefizienz
    Mangel an Leptin.
  • Lernen, operantes
    Instrumentelle Konditionierung. Von B. F. Skinner besonders ausführlich untersuchte Form des Lernens, die auf Belohnung und Bestrafung von Verhaltensreaktionen basiert.
  • Lernen, respondentes
    Klassische Konditionierung. Von I. Pawlow besonders ausführlich beschriebene Form des Lernens von assoziativen Verbindungen zwischen neutralen und biologisch bedeutsamen Reizen.
  • Leukozyten
    Weiße Blutkörperchen; die wichtigsten Zellen des Immunsystems.
  • Liaisontätigkeit
    Regelmäßige Teilnahme des psychologischen Psychotherapeuten oder psychiatrischen/psychosomatischen Arztes an den Aktivitäten der jeweiligen Station in Form von Teilnahme an Visiten, Stationsbesprechungen oder informellen Besuchen auf der jeweiligen Station. Die Patientenmitbehandlung wird innerhalb dieser Kontakte mit dem medizinischen Personal vereinbart.
  • Life Events
    Diskrete, beobachtbare Ereignisse von kurzer Dauer, die bedeutsame Veränderungen mit sich bringen.
  • Limbisches System
    Hirnstruktur, die an der Steuerung aller Verhaltens- und Denkprozesse und insbesondere der emotionalen Prozesse beteiligt ist (Verbindung von neokortikalen und Stammhirnfunktionen).
  • Lipolyse
    Enzymatischer Abbau von Fettgewebe durch Lipasen, u. a. zur Energiebereitstellung in Form freier Fettsäuren.
  • Low-Carb-Diät
    Ernährungsform, die eine Reduzierung des Kohlenhydratanteils an der täglichen Nahrungsaufnahme fokussiert.
  • Lungenkrebs
    Zweithäufigster maligner Tumor beim Mann; steigende Inzidenz (dritthäufigster Tumor) bei Frauen. In Bezug auf die Mortalität aktuell häufigste Todesursache durch Krebs bei Männern und zweithäufigste krebsassoziierte Todesursache bei Frauen.
  • Lupus erythematodes, systemischer (SLE)
    Eine den gesamten Organismus betreffende Autoimmunerkrankung, die durch die Bildung von Auto-Antikörpern, die sich gegen Bestandteile des Zellkerns richten, charakterisiert ist.
  • Luteinisierendes Hormon (LH)
    Sexualhormon, welches zur Gruppe der Gonadotropine zählt und von der Hypophyse pulsatil ausgeschüttet wird. LH regt bei der Frau während der Lutealphase des Menstruationszyklus die Entwicklung des Corpus luteum in den Ovarien und dadurch die Progesteronproduktion an. Vorher löst noch ein drastischer LH-Anstieg in der Mitte des Menstruationszyklus die Ovulation aus. Beim Mann stimuliert LH die Androgenproduktion in den Hoden.
  • Lymphozyten
    Eine Subklasse von Leukozyten, die aus lymphoiden Stammzellen im Knochenmark, Lymphknoten, Thymus und Milz gebildet werden und hauptsächlich über die Lymphbahnen ins Blut gelangen. Es werden B-Lymphozyten (Träger der humoralen Immunität) und T-Lymphozyten (Träger der zellulären Immunität) unterschieden.
  • Magenpouch
    Künstlicher, verkleinerter Magen.
  • Magenresektion
    Chirurgische Entfernung des Magens oder von Teilen des Magens.
  • Magnetenzephalografie
    Messung des Magnetfeldes, das durch die Bewegung elektrischer Ladungen in den Nervenzellen erzeugt wird. Sie ermöglicht die Abbildung kortikaler Aktivitäten mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung.
  • Magnetresonanztomografie
    Bildliche Darstellung (in Form von Grautönen) von unterschiedlichen Geweben und Funktionen von Geweben, besonders des Gehirns, unter Nutzung magnetischer Energie. Die funktionelle MRT entdeckt Felder mit hoher Sauerstoffaufnahme in aktiven Gehirnbereichen.
  • Major Histocompatibility Complex (MHC) oder Haupthistokompatibilitätskomplex
    Die Gene des MHC codieren die Proteine, die die immunologische Individualität des Menschen ausmachen und eine Unterscheidung von körpereigenen und körperfremden Zellen erlauben.
  • Makrophagen
    Einkernige Zellen des Immunsystems, die die Fähigkeit zur Zerstörung von Bakterien, Zelltrümmern und Fremdkörpern besitzen.
  • Mammografie
    Röntgenuntersuchung zur Kontrastdarstellung der weiblichen Brust.
  • Manning-Kriterien
    Diagnostische Kriterien zur positiven Diagnose des Reizdarmsyndroms.
  • Manometrie, anorektale
    Druckmessung des Enddarms und der Verschlussmuskulatur.
  • Megakolon
    Akute Erweiterung und Aufdehnung des Kolons mit schwerer Kolitis. Die Darmwand kontrahiert nicht mehr und es erfolgt kein Weitertransport von Darminhalt.
  • Megarektum
    Verlust der Wandspannung des Enddarms, häufige Ursache für Verstopfung.
  • Menarche
    Erste Menstruation.
  • Menopause
    Letzte spontane Menstruationsblutung.
  • Menorrhagie
    Zyklusstörung, welche sich durch zu starke und zu lang andauernde Regelblutungen kennzeichnet.
  • Metabolisches Syndrom
    Kombination von Fettsucht, Hyperlipoproteinämie, Hypertonie, Diabetes mellitus und Gicht. Erhöhtes Auftreten von Fettleber, Cholelithiasis und ischämischer Herz- und Gefäßkrankheit.
  • Metastasen
    Tumorbildung bzw. Weiterwachsen eines Tumors an entfernter Stelle durch Fernabsiedelung des Tumors. Erfolgt durch „Verschleppung, Wegzug“ der Tumorzellen über die Blutbahn oder den Lymphweg mit Durchsetzung der regionären Lymphknoten.
  • Metrorrhagie
    Zyklusstörung, welche sich durch azyklische Zwischenblutungen kennzeichnet.
  • Modelllernen
    Form des Lernens, die durch Beobachtung eines Modells vermittelt wird.
  • Morbus Crohn
    Chronisch entzündliche Darmerkrankung, die mit rezidivierenden akuten Schüben einhergeht und alle Abschnitte des Gastrointestinaltrakts betreffen kann.
  • Mortalität
    Sterblichkeit oder Sterberate.
  • Motilität, gastrointestinale
    Eigenbewegungen des Verdauungstraktes, die für Durchmischung und Transport des Nahrungsbreis sorgen.
  • Motilitätshypothese
    Besagt, dass die Beschwerden im Verdauungstrakt bei Patienten mit funktionellen Darmerkrankungen durch veränderte Motilitätsmuster zustande kommen.
  • Muskelspasmen, reflektorische
    Reflexartig auftretende Muskelkrämpfe.
  • N. vagus (Nervus vagus)
    Der zehnte und längste Hirnnerv, welcher hauptsächlich parasympathische Afferenzen und Efferenzen enthält.
  • Natürliche Killerzellen
    Subklasse von Lymphozyten, die ohne vorherige Antigenexposition im Rahmen der angeborenen (konstitutiven) Immunität Zielzellen zerstören können.
  • Neoplasien
    Neubildungen von Gewebe. Speziell: maligne Neoplasien: bösartige Neubildungen als Begriff für Krebserkrankungen.
  • Nervensystem
    Das Nervensystem setzt sich aus dem zentralen und dem peripheren Nervensystem zusammen, wobei letzteres weiter in das somatische und autonome Nervensystem unterteilt werden kann. Letzteres besteht wiederum aus dem sympathischen, parasympathischen und enterischen Nervensystem (= Darmnervensystem).
  • Nervensystem, autonomes
    Steuerung unwillkürlicher Organfunktionen und viszerale Wahrnehmung. Umfasst Sympathikus, Parasympathikus und das Darmnervensystem.
  • Nervensystem, enterisches
    Darmnervensystem, Eingeweidenervensystem.
  • Nervensystem, parasympathisches
    Teil des autonomen Nervensystems, in der Regel, jedoch nicht obligat, Gegenspieler des sympathischen Nervensystems. Transmittersubstanz des parasympathischen Nervensystems ist Azetylcholin, sowohl im Bereich der nikotinergen Ganglienrezeptoren als auch im Bereich der muskarinergen Rezeptoren am innervierten Organ.
  • Nervensystem, peripheres
    Teil des Nervensystems, bestehend aus somatischem und autonomem Nervensystem.
  • Nervensystem, somatisches
    Steuerung von Willkürbewegungen und somatosensorische Wahrnehmung aus Muskeln, Gelenken und der Haut.
  • Nervensystem, sympathisches
    Teil des autonomen Nervensystems, in der Regel, jedoch nicht obligat, Gegenspieler des parasympathischen Nervensystems. Transmittersubstanz des sympathischen Nervensystems ist Noradrenalin, im Bereich der nikotinergen Ganglienrezeptoren jedoch Azetylcholin.
  • Nervensystem, zentrales
    Teil des Nervensystems, bestehend aus Rückenmark und Gehirn.
  • Neurofeedback
    Form des Biofeedback, bei dem der Patient eine Rückmeldung über das eigene Hirnstrommuster erhält.
  • Neurohypophyse
    Hypophysenhinterlappen, welcher die Hormone Vasopressin und Oxytozin, die über axonalen Transport vom Hypothalamus zur Neurohypophyse gelangen, in die Blutbahn freisetzt.
  • Neuron
    Auf die Übertragung von Informationen spezialisierte Zelle im Nervensystem, bestehend aus Soma mit Zellkern, Dendriten, Axon und Endknöpfchen.
  • Neuropathie, periphere
    Schädigung des peripheren Nervensystems, v. a. in den unteren Extremitäten, gekennzeichnet durch Sensibilitätsstörungen (Parästhesien), Sensibilitätsverlust oder Schmerzen in den Beinen.
  • Neuropeptide
    Proteine, welche im Nervensystem als Botenstoffe wirken. Wichtige Neuropeptide sind das CRH, das Neuropeptid Y und das Oxytozin.
  • Neurotransmission
    Interzelluläre Übertragung von Informationen.
  • Neurotransmitter
    Botenstoffe zur Übertragung von Informationen zwischen Neuron und Zielzelle. Zu den wichtigsten Neurotransmittern gehören die schnellen Aminosäuren (Glutamat, GABA), das Azetylcholin, die Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) und das Serotonin.
  • Night Eating Syndrome
    Essstörung, bei der mindestens 25% der täglichen Nahrungsaufnahme nachts bzw. nach dem Abendessen geschieht.
  • Noradrenalin
    Hormon, das durch das Nebennierenmark freigesetzt wird; gleichzeitig auch Transmitter. Unterstützt die Aktivität des sympathischen Nervensystems.
  • Nozizeption
    Physiologischer Prozess der Übertragung eines noxischen Reizes von der Peripherie ins Gehirn.
  • Obstipation
    Verstopfung
  • Obstruktion, funktionelle
    Beckenbodenfunktionsstörung mit Stuhlentleerungsstörung. Ursache ist eine temporäre Verlegung des Defäkationsweges, die beim Pressen zur Stuhlentleerung auftritt. Typische Symptome sind heftiges Pressen bei mehrmals aufeinander folgenden Toilettenbesuchen, Blockierungsgefühl beim Pressen und Gefühl der unvollständigen Darmentleerung, sowie Versuche, den Enddarm manuell zu entleeren.
  • Oligomenorrhö
    Zyklusstörung, welche sich durch zu seltene Regelblutungen aufgrund zu langer Blutungsintervallen kennzeichnet.
  • Onkogene
    Gene nach deren Aktivierung der maligne Phänotyp eines Tumors gefördert wird.
  • Östrogen
    Weibliches Geschlechtshormon, das von den Eierstöcken (Ovarien) gebildet wird. Mitverantwortlich für die Regulation des menstruellen Zyklus. Wird häufig menopausalen Frauen mit klimakterischen Beschwerden (u. a. Hitzewallungen etc.) verabreicht.
  • Ovarsyndrom, polyzystisches (PCO)
    Endokrine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse, welche zu einer erhöhten Produktion männlicher Sexualhormone (Androgene) führt und sich in einem heterogenen Symptombild äußert (z.B. Zyklusstörungen, Sterilität, Androgenisierung).
  • Ovulation
    Eisprung.
  • Palliativtherapie
    medizinische Behandlung, die nicht auf eine Heilung einer bestehenden Grunderkrankung abzielt, sondern auf die Abschwächung der Folgen einer meist letalen Krankheit.
  • Panikstörung, postpartale
    Eine Panikstörung post partum, welche durch exzessive Ängste um das Wohlergehen des neugeborenen Kindes gekennzeichnet ist.
  • Parasympathikus
    Teil des autonomen Nervensystems, welcher den Sympathikus funktionell antagonisiert. Der Einfluss des Parasympathikus überwiegt unter Ruhebedingungen und unterstützt Nahrungsaufnahme und Verdauung, Reproduktion und Erholung.
  • Parität
    Die Zahl der Geburten einer Frau.
  • Paruresis
    Spezialform der sozialen Phobie, bei dem betroffene Frauen und Männer Schwierigkeiten haben bzw. es ihnen nicht möglich ist, in öffentlichen Toiletten, in denen andere anwesend sind oder die Gefahr besteht, dass andere dazustoßen, zu urinieren. Entsprechende Situationen werden unter großer Angst ertragen oder vermieden.
  • Passagestörung
    Verstopfung infolge eines insgesamt verzögerten Transports von Material durch den Darm.
  • Pathogen
    Ein krankheitsverursachender Organismus.
  • Pathomechanismus
    Synonym zum Begriff Pathogenese. Beide Begriffe beziehen sich auf die kausale Erklärung von physischen und/oder psychischen Vorgängen, die zu einer Erkrankung führen.
  • Perinatalperiode
    Zeitspanne von der 22. Schwangerschaftswoche bis zum vollendeten 7. Tag nach der Geburt.
  • Perinatologie
    Zweig der Heilkunde, der sich auf Probleme rund um die Geburt spezialisiert.
  • Perzentil
    Prozentrang.
  • Pfortadersystem
    Blutgefäßsystem im Hypophysenstiel, welches den Hypothalamus mit der Adenohypophyse verbindet. Über dieses Blutgefäßsystem gelangen hypothalamische Freisetzungs- und Hemmhormone zur Adenohypophyse.
  • Phantomschmerzen
    Schmerzen nach Amputation eines Körperteils, die in das nicht mehr vorhandene Körperteil projiziert werden.
  • Plazenta
    Ein hormonproduzierendes Organ, welches sich während der Schwangerschaft in der Gebärmutter bildet und Mutter und Fetus miteinander verbindet. Dadurch ermöglicht die Plazenta den Transport maternaler Nährstoffe zum Fetus und den Abbau fetaler Stoffwechselendprodukte. Zudem übernimmt die Plazenta eine schützende Barrierefunktion für den Fetus.
  • Polymenorrhö
    Zyklusstörung, welche sich durch zu häufige Regelblutungen aufgrund von zu kurzen Blutungsintervallen kennzeichnet.
  • Polymorphismus
    Auftreten von Sequenzvariationen in den Genen einer Population.
  • Positive Korrektheit
    Prozentsatz der Erkrankten an, die durch einen Screeningtest richtig als krank identifiziert werden. Eine positive Korrektheit von 25% bedeutet also, dass (nur) 25% der vom Test als krank Identifizierten tatsächlich krank sind und 75% der positiven Testergebnisse falsch-positiv sind.
  • Positronenemissionstomografie
    Bildliche Darstellung (mit unterschiedlicher Farbgebung) des Funktionszustandes des Gehirns unter Nutzung der Emission von injizierten Radioisotopen. Stoffwechselaktive Zellbereiche werden als rotgelbe Farbflecke dargestellt.
  • Post partum
    Nach der Geburt.
  • Postpartalzeit
    Zeitspanne nach der Geburt bis ungefähr 1 Jahr danach.
  • Postprandial
    Nach der Nahrungsaufnahme.
  • Präbariatrisch
    Vor Beginn einer medizinischen Behandlung des Übergewichts.
  • Prädiabetes
    Vorform“ des Typ-2-Diabetes, bei dem Nüchternglukosespiegel, orale Glukosetoleranz oder HbA1C-Wert über den normalen Grenzwerten, aber noch unterhalb der Kriterien für eine Diagnose eines Diabetes liegen.
  • Präeklampsie (EPH-Gestose)
    Schwangerschaftsvergiftung, einhergehend mit Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen im Körper.
  • Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)
    Schwere Form des prämenstruellen Syndroms, bei der vor allem die psychischen Beschwerden im Vordergrund stehen.
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS)
    Ausgeprägte, periodisch auftretende körperliche und psychische Beschwerden, welche 7–10 Tage vor der Menstruation auftreten und wenige Tage nach Einsetzen der Menstruation wieder abklingen.
  • Prävalenz
    Häufigkeit einer Erkrankung zu einem Zeitpunkt (Punkprävalenz) oder innerhalb einer Zeitspanne (z. B. Lebenszeitprävalenz), meist auf 10.000 oder 100.000 Personen einer Population bezogen.
  • Prävention
    Alle Vorkehrungen zur Erhaltung von Gesundheit.
  • Prävention, primäre
    Tatsächliche Vorbeugung von Erkrankungen und/oder Störungen.
  • Prävention, sekundäre
    Vorbeugende Maßnahme zur Gesundheitserhaltung, nachdem ein Risikofaktor, der die Gesundheit bedrohen könnte, aufgetreten ist.
  • Proctalgia fugax
    Kurzdauernde, krampfartige Schmerzzustände im Anal- und Enddarmbereich.
  • Proctalgie
    Schmerzen im Bereich von unterem Mastdarm und After, häufig kurzzeitig und krampfartig.
  • Progesteron
    Weibliches Geschlechtshormon, das primär von den Eierstöcken und dem Gelbkörper (Corpus luteum) abgegeben wird. Zusammen u. a. mit Östrogenen wichtig für die Regulierung des menstruellen Zyklus.
  • Progressive Muskelrelaxation
    Entspannungsmethode, bei welcher der Entspannungszustand über die nach einer willkürlichen Anspannung erfolgende physiologische Gegenregulation eingeleitet wird.
  • Prolaktin
    Hormon, das aus der Hypophyse freigesetzt wird. Spielt eine wichtige Rolle für die Brusternährung direkt nach der Entbindung. Hohe Konzentrationen können für das Ausbleiben der Menstruation und Infertilitätsprobleme verantwortlich sein.
  • Propriozeption
    Wahrnehmung der Aktivität von Muskel-, Sehnen- und Gelenkaktivität.
  • Prostatakarzinom
    Krebserkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata); häufigstes Karzinom beim Mann.
  • Pruritus vulvae
    Starker Juckreiz der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane.
  • Psychoedukation
    Vermittlung von Wissen an Patienten und deren Angehörige über physische und psychische Erkrankungen.
  • Psychoneuroendokrinologie
    Untersuchung der wechselseitigen Zusammenhänge zwischen Verhalten und Erleben einerseits und dem endokrinen System andererseits.
  • Psychoneuroimmunologie
    Interdisziplinäres Forschungsgebiet, das die funktionellen Beziehungen zwischen dem Nervensystem, dem Endokrinum und dem Immunsystem analysiert.
  • Reizdarmsyndrom („irritable bowel syndrome“; IBS)
    Funktionelle Störung des Magen-Darm-Traktes. Gemäß den Rom-III-Kriterien ist es durch wiederkehrende Episoden abdomineller Schmerzen oder Beschwerden charakterisiert, die mindestens 3 Tage andauern und in den vergangenen 3 Monaten mindestens einmal pro Monat vorgekommen sein müssen. Weiter sollen mindestens 2 von den 3 folgenden Kriterien erfüllt sein: 1. Schmerzen und Beschwerden werden durch Stuhlgang gelindert; 2. der Beginn ist mit einer Veränderung der Stuhlfrequenz verbunden; 3. der Beginn ist mit einer Veränderung der Stuhlform verbunden. Nach Ausschluss relevanter Differenzialdiagnosen, gilt das Reizdarmsyndrom als belastend, aber wenig bedrohlich.
  • Reizdarmsyndrom, postinfektiöses
    Untertyp des Reizdarmsyndroms, welches als Folge eines Magen-Darm-Infektes angesehen wird.
  • Reizkontrolle
    Siehe „Stimuluskontrolle“.
  • Rektoskopie
    Enddarmspiegelung.
  • Rektum
    Enddarm
  • Releasing-Hormone
    Hypothalamische Hormone, welche die Freisetzung von Hormonen aus der Adenohypophyse stimulieren.
  • Remission
    Verbesserung, Nachlassen von Symptomen.
  • Reorganisation, kortikale
    Wiederherstellung oder Neuordnung zerebraler Funktionssysteme als Folge des Verhaltens.
  • Reproduktionstechnik, assistierte
    Medizinische Methoden und Techniken zur Herbeiführung einer Schwangerschaft.
  • Resilienz
    Fähigkeit unter widrigen Umständen durch adäquates Coping psychisch gesund zu bleiben.
  • Ressourcen
    Positive materielle und immaterielle Mittel zur Erhaltung oder Wiederherstellung von Gesundheit.
  • Ressourcenaktivierung
    Mittel, um in der Psychotherapie geschätzte und positive materielle und immaterielle Mittel zur Steigerung des Wohlbefindens einer Person zu aktivieren.
  • Restitution
    Wiederherstellung eines ausgefallenen somatischen Funktionssystems durch Übung und/oder Lernen.
  • Rezidiv
    Rückfall, Wiederauftreten einer Krankheit nach Abheilung. Speziell bei Krebserkrankungen: erneutes Auftreten bzw. Nachwachsen einer Geschwulst nach operativ unvollständiger oder nur teilweiser Entfernung des Tumorgewebes.
  • Rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis)
    Chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke, die zu Gewebeveränderung der Gelenkhaut und in Folge zu Zerstörung von Knorpel, Knochen und Halteapparat führen kann.
  • Rom-Kriterien
    Diagnostische Kriterien zur positiven Diagnose des Reizdarmsyndroms, Nachfolge der Manning-Kriterien.
  • Sarkome
    Bösartige Neubildungen, die vom embryonalen Bindegewebe ausgehen.
  • Schlafapnoe
    Schlafbezogene Atmungsstörung, die durch Atemstillstände während des Schlafens gekennzeichnet ist.
  • Schlaganfall
    In der Regel Mangeldurchblutung eines Gehirnbereichs infolge Verschlusses einer Zerebralarterie mit Zelltod.
  • Schlagvolumen
    Mit Schlagvolumen wird die in einer Herzaktion beförderte Blutmenge bezeichnet. Eine Reihe intra- und extrakardialer Mechanismen bewirkt, dass das Schlagvolumen relativ konstant bleibt.
  • Schmerzdiagnostik, multiaxiale
    Eine auf einer mehrdimensionalen Taxonomie des Schmerzes basierende Diagnostik, die somatische, psychologische, verhaltensbezogene und psychophysiologische Variablen gleichermaßen berücksichtigt.
  • Schmerzextinktion
    Löschung von Schmerzempfinden im Sinne des Verlernens von operanten oder respondenten Lernmechanismen (s. Lernen).
  • Schmerzgedächtnis, somatosensorisches
    Zentralnervöse Veränderungen, u. a. im primären somatosensorischen Kortex, die durch lang anhaltende und/oder intensive Schmerzzustände entstehen.
  • Schmerzhemmung, deszendierende
    Hemmung der spinalen Weiterleitung von nozizeptiven Reizen durch absteigende Nervenbahnen von bestimmten Zentren des Hirnstammes wie dem periaquaeduktalen Grau, den Raphé-Kernen und dem Locus coeruleus.
  • Schmerzpersönlichkeit
    Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschaften einer Person, die dazu geeignet sind, diese Person für chronische Schmerzen anfällig zu machen.
  • Schmerzverhalten
    Der beobachtbare Schmerzausdruck wie z. B. Humpeln, Stöhnen.
  • Schmerzverstärkung
    Verschiedene physiologische und psychologische Prozesse, die dazu geeignet sind, Schmerz zu verstärken.
  • Schwangerschaft
    Die Zeitspanne zwischen der Befruchtung der Eizelle durch das Spermium und der Geburt des Kindes.
  • Screeningtest
    Suchtest, Früherkennungstest: Test zur frühen Identifizierung eines klinisch noch symptomlosen Krankheitsstadiums.
  • Selbstregulation
    Im Kontext der Verhaltensmedizin das Prinzip der durch selbst initiierte Lernprozesse bewirkten Steuerung körperlicher Funktionssysteme.
  • Sensation Seeking
    Persönlichkeitsmerkmal, das ein Streben nach Abwechslung und neuen Erlebnissen bedingt, um eine ständige Spannung zu erleben.
  • Sensibilisierung, zentrale
    Erhöhte Empfindlichkeit im Nervensystem bei pathophysiologischen Schmerzzuständen.
  • Sensitivierung
    Sinneswahrnehmungen werden trotz permanenter Darbietung nicht schwächer, sondern eher stärker.
  • Sensitivität
    Prozentsatz von Personen, die in einem Screeningtest als erkrankt identifiziert wurden und bei denen auch tatsächlich die Erkrankung vorliegt, d. h. der Prozentsatz, der korrekterweise als krank identifiziert wurde.
  • Sexuelle Funktionsstörungen
    Störungen, welche 1. die sexuelle Lust, 2. die sexuelle Erregung, 3. das Erleben und die Kontrolle des Orgasmus und 4.Schmerzen beim Geschlechtsverkehr betreffen.
  • Shaping (-Prozedur)
    Verhaltenstherapeutische Technik des Verhaltensaufbaus, welche auf der kontingenten Verstärkung zunächst nur ansatzweise erwünschten Verhaltens beruht und bei der das Belohnungskriterium im Lernverlauf systematisch erschwert wird.
  • Social Jetlag
    Diskrepanz zwischen sozialen und zirkadianen Zeitgebern.
  • Somatic Symptom Disorder
    Es muss mindestens ein körperliches Symptom über mindestens 6 Monate vorliegen, das Leiden und Beeinträchtigung im Alltag verursacht. Zusätzlich dazu muss nun auch mindestens ein psychologisches Klassifikationskriterium vorliegen, nämlich entweder übertriebene und anhaltende Gedanken über die Ernsthaftigkeit der Beschwerden, eine anhaltende starke Angst um die eigene Gesundheit oder die Symptome oder ein exzessiver Zeit- oder Energieaufwand in Bezug auf die Symptome oder Gesundheitssorgen.
  • Sonografie
    Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren.
  • SORKC-Modell
    SORKC steht für Situation-Organismus-Reaktion-Kontingenz-Konsequenzen. Das Modell dient als Basis zur Analyse von Verhalten in konkreten Situationen, im funktionellen Zusammenhang mit vorausgehenden und nachfolgenden Bedingungen.
  • Spermieninjektion, intrazytoplasmatische (ICSI)
    Ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei der die männlichen Samenzellen in einem speziellen Kulturmedium außerhalb des weiblichen Körpers direkt in die Eizelle hineingespritzt werden.
  • Spezifität
    Prozentsatz von Personen, die in einem Screeningtest als gesund identifiziert wurden und bei denen auch tatsächlich keine Erkrankung vorliegt, d. h. der Prozentsatz, der korrekterweise als gesund identifiziert wurde.
  • Sphincter Oddi
    Verschlussmuskel im Gallen- bzw. Pankreasgang. Eine Störung der Funktion kann zu heftigen, rechtsseitigen Oberbauchschmerzen führen.
  • Spontanabort
    Spontaner, nicht künstlich induzierter Verlust der Schwangerschaft vor Erreichen der Lebensfähigkeit des ungeborenen Kindes. Es wird zwischen Frühabort (Schwangerschaftsverlust vor der 12. Schwangerschaftswoche) und Spätabort (Schwangerschaftsverlust nach der 12. Schwangerschaftswoche) unterschieden.
  • Stenose
    Verengung
  • Sterilität
    Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs.
  • Stillamenorrhö
    Ausbleiben der Menstruation während der Stillzeit.
  • Stimulus, konditionierter (CS)
    Begriff aus dem Bereich der klassischen Konditionierung: Reiz, der durch seine vorangehende Kopplung mit einem unkonditionierten Stimulus (US) auch ohne den US eine (konditionierte) Reaktion auslöst.
  • Stimulus, unkonditionierter (US)
    Der Reiz, der in einer Versuchsanordnung der klassischen Konditionierung ungelernt eine (unkonditionierte) Reaktion (UR) herbeiführt: So führt beispielsweise die Präsentation von Futter (US) ungelernt zu Speichelfluss (UR). Als US werden auch Pharmaka eingesetzt.
  • Stimuluskontrolle
    Steuerung von Verhaltensraten durch Einflussnahme auf Kontextvariable (d.h. spezifische Stimuli).
  • Stomatherapie
    Behandlung und Versorgung eines künstlichen Harn- oder Darmausgangs.
  • Stress
    Entsteht als Folge von Person-Umwelt-Interaktionen, und zwar immer dann, wenn eine bestimmte Situation vom Individuum als gefährlich bewertet wird und die eigenen Ressourcen gleichzeitig als nicht ausreichend zur Bewältigung der Situation eingeschätzt werden. Häufig berichtete Stressoren sind Traumatisierungen, chronische Belastungen, kritische Lebensereignisse und/oder alltägliche Belastungen.
  • Stress, akuter
    Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.
  • Stressmanagement, kognitiv-behaviorales
    Das verhaltenstherapeutisch basierte kognitiv-behaviorale Stressmanagement („cognitive behavioral stress management“) beinhaltet Komponenten der kognitiven Stressbewältigung und unterschiedliche Entspannungstechniken; zudem werden Gruppeninteraktionen trainiert.
  • Stressoren, chronische
    Stress auslösende Ereignisse oder Reize, die von kontinuierlicher Präsenz ohne ein vorhersehbares Ende sind.
  • Stressreagibilität
    Ansprechen eines physiologischen Parameters, z. B. des Blutdrucks, auf Stress. Entspricht weitgehend dem Ausdruck Stressreaktivität.
  • Stressulkus
    Akut entstehendes Ulkus (zumeist im Magen) aufgrund einer plötzlich einsetzenden schweren Grunderkrankung (Polytrauma, Verbrennungen, Sepsis etc.).
  • Stuhlinkontinenz
    Verlust der Kontrolle über das Stuhlgangsverhalten, verschiedene Schweregrade sind möglich.
  • Sympathikus
    Teil des autonomen Nervensystems, welcher den Parasympathikus funktionell antagonisiert. Der Einfluss des Sympathikus überwiegt unter Aktivierungsbedingungen und schafft die Voraussetzung für eine gesteigerte Leistung.
  • Sympathoadrenomedulläres System (SAM)
    Wichtiges Subsystem des Sympathikus und zentrale Komponente der Kampf-oder-Fluch-Reaktion („fight or flight“), bei dem sympathische Nerven das Nebennierenmark innervieren, wo sie unter anderem die Adrenalin- und Noradrenalinfreisetzung anregen.
  • Symptomwahrnehmung, fehlerhafte
    Symptome werden unvollständig wahrgenommen oder unter- bzw. überschätzt.
  • Synapse
    Verbindungsstelle zur Übertragung von Informationen von einem Neuron auf ein anderes Neuron, eine Muskelzelle oder ein Organ, bestehend aus präsynaptischem Endknöpfchen, synaptischem Spalt und postsynaptischer Membran.
  • Synaptogenese
    Ausbildung von synaptischen Verbindungen.
  • Syndrome, funktionelle somatische
    Es handelt sich um einen übergeordneten Begriff, der zusammenfassend für eine Vielzahl von Beschwerdebildern steht, die alle durch das Vorhandensein (spezifischer) medizinisch nicht ausreichend erklärter Beschwerden charakterisiert sind.
  • Teilhabe
    Im Kontext der Verhaltensmedizin, Neuropsychologie und Klinischen Psychologie das Prinzip der möglichst umfassenden Teilnahme am sozialen Geschehen trotz funktioneller Einschränkungen.
  • Telomere
    Mit Proteinen verwobene DNA-Abschnitte an den Enden der Chromosomen, die selbst keine codierende Erbinformation enthalten. Sie schützen die Chromosomen und sorgen für chromosomale Stabilität.
  • Thalamus
    Verschaltet einkommende Reize aus den Sinnessystemen und leitet sie an höhere Zentren weiter.
  • Tor-Kontroll-Theorie
    Theorie nach Melzack und Wall, welche die präsynaptische Hemmung der Weiterleitung nozizeptiver Signale im Rückenmark postuliert. Das wichtige Konzept der absteigenden Hemmung wurde in diesem Modell erstmals formuliert.
  • Totgeburt (intrauteriner Fruchttod)
    Bezeichnung für das Versterben des Feten nach der 24. Schwangerschaftswoche bzw. ab einem Gewicht von 500g.
  • Transaktionales Stressmodell
    Lazarus definiert eine Stresssituation als einen Wechselwirkungsprozess zwischen situationalen Anforderungen und der Bewertung durch die betroffene Person.
  • Trier Sozialer Stresstest (TSST)
    Einer der meist angewandten Stresstests, welcher aus einer Instruktion, einer Vorbereitungsphase und dem eigentlichen Stresstest besteht, welcher sich aus einem fiktivem Bewerbungsgespräch und Kopfrechenaufgaben zusammensetzt.
  • Tumorsuppressorgene
    Gene, deren Funktionsverlust die Entstehung bzw. Progression von Tumoren fördert.
  • Übelkeit, antizipatorische
    Auftreten von Übelkeit und/oder Erbrechen noch vor Erhalt einer erneuten Infusion oder oralen Gabe von Pharmaka, die im Rahmen der zytotoxisch-zytostatischen Chemotherapie oder auch der Strahlentherapie bei Krebspatienten eingesetzt werden. Symptome lassen sich über klassische Konditionierung erklären.
  • Überlaufinkontinenz
    Stuhlinkontinenz infolge einer Stuhlansammlung (Kotballen) im Darm, an der flüssiger Stuhl unbemerkt vorbeifließt. Die Überlaufinkontinenz ist Folge einer Verstopfung, meistens einer funktionellen Obstruktion des Beckenbodens.
  • Ulcus duodeni
    Zwölffingerdarmgeschwür
  • Ulcus ventriculi
    Magengeschwür.
  • Unimorbidität
    Vorliegen einer einzigen Erkrankung oder Störung.
  • Unterbauchbeschwerden, chronische
    Chronische Schmerzen im Unterbauchbereich, welche unabhängig vom Menstruationszyklus auftreten und die alltäglichen Tätigkeiten und die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
  • Unterstützung, soziale
    Ressource, die es Menschen ermöglicht, soziale, emotionale und materielle Unterstützung durch andere Personen zu bekommen.
  • Uteroplazentäre Durchblutungsstörungen
    Störungen in der plazentaren Durchblutung mit der Folge von fetalen Wachstumsstörungen.
  • Uterusexstirpation (Hysterektomie)
    Chirurgische Entfernung der Gebärmutter.
  • Vagusnerv
    Siehe auch N. vagus; der zehnte und längste Hirnnerv, welcher hauptsächlich parasympathische Afferenzen und Efferenzen enthält.
  • Validität
    Ein Urteil zur Eignung erhobener Werte als Kennzahlen für die zu untersuchende Fragestellung.
  • Vasodilatation
    Erweiterung der Gefäße.
  • Vasokonstriktion
    Verengung der Gefäße.
  • Verhaltensanalyse
    Psychologisches Diagnoseverfahren, bei dem verhaltenssteuernde Bedingungen wie z. B. auslösende und aufrechterhaltende Faktoren über die systematische Selbst- oder Fremdbeobachtung identifiziert werden.
  • Verhaltenskette
    Mehrere nacheinander geschaltete Verbindungen aus Stimuli und Reaktionen, wobei die Konsequenz einer Reaktion wiederum das Folgeverhalten auslöst.
  • Verhaltensmedizin
    Anwendung verhaltenstherapeutischer Methoden in der Medizin und die empirische Erforschung der Zusammenhänge zwischen Verhalten, somatischen Erkrankungen und Problemen der Gesundheitsversorgung.
  • Verlauf, finaler
    Endgültiger, auf den unvermeidlichen Tod hinauslaufender Krankheitsverlauf.
  • Verstärkung, negative
    Die Wegfall einer negativen (aversiven) Konsequenz durch ein Verhalten führt zu einer erhöhten Auftretenswahrscheinlichkeit der vorausgehenden Reaktion.
  • Verstärkung, positive
    Die Darbietung einer positiven Konsequenz führt zu einer erhöhten Auftretenswahrscheinlichkeit der vorhergehenden Reaktion.
  • Verstärkung, somatosensorische
    Durch eine verstärkte Aufmerksamkeit auf körperliche Vorgänge und die Fehlbewertung dieser werden Symptome intensiver wahrgenommen.
  • Wahrnehmung, viszerale
    Informationsübertragung aus den inneren Organen zum ZNS über viszerale Afferenzen des autonomen Nervensystems, beispielsweise mechanische Dehnung, Druck, chemische Reize und Schmerzreize.
  • Waist to Height Ratio (WHtR)
    Verhältnis von Hüftumfang und Körpergröße. Maßzahl zur Erfassung der Fettverteilung.
  • Waist to Hip Ratio (WHR)
    Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang; dient der Bestimmung des Fettverteilungsmusters.
  • Wochenbett
    Phase der ersten 6–8 Wochen nach der Entbindung, in der sich die durch die Schwangerschaft bedingten physiologischen Veränderungen zurückbilden, die Wunden der Geburt verheilen und die Milchproduktion einsetzt.
  • Zervixkarzinom
    Gebärmutterhalskrebs.
  • Zwangsstörung, postpartale
    Eine Zwangsstörung post partum, welche durch wiederkehrende Zwangsgedanken, dem Kind absichtlich oder unabsichtlich einen Schaden zuzufügen, gekennzeichnet ist.
  • Zytoarchitektonisch
    Die Zusammensetzung eines Gewebes betreffend bezüglich Größe, Anordnung, Dichte und Form der vorliegenden Zellen.
  • Zytokine
    Von einer Vielzahl von Zellarten gebildete Substanzen, die als interzelluläre Mediatoren allgemein zur Kommunikation zwischen Zellen dienen (z. B. Lymphokine, Interleukine, Monokine, Wachstumsfaktoren). Bestandteile des humoralen Anteils des Immunsystems.
  • Zytostatika
    Medikamente zur Verhinderung der Zellteilung und des Zellwachstums; werden häufig zur Krebsbehandlung eingesetzt.