Lexikon

  • Begriff
    Erklärung
  • A posteriori
    Berechnung von Kennwerten nach der Durchführung einer Untersuchung
  • Der Unterschied zwischen zwei Gruppen wird im Nachhinein auf Signifikanz geprüft (Varianzanalyse)
  • A priori
    Berechnung von Kennwerten vor der Durchführung einer Untersuchung
  • Über den Unterschied zwischen zwei Gruppen besteht bereits vor der Untersuchung eine (meist gerichtete) Hypothese
  • A&O-Psychologie
    siehe: Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Die Tendenz, dorthin zu greifen, wo ein Objekt zuletzt gefunden wurde, statt es dort zu suchen, wo es tatsächlich versteckt wurde.
  • Phänomen, dass Kinder, die noch nicht über Objektpermanenz verfügen, dazu tendieren, ein Objekt, das vor ihren Augen nacheinander an mehreren Orten versteckt wurde, an dem Ort suchen, wo das Objekt zuerst versteckt wurde.
  • Bei einer A-priori-Teststärkeanalyse („a priori/prospective power analysis“) werden vor Durchführung einer Untersuchung Signifikanzniveau, Teststärke und interessierende Effektgröße festgelegt, um auf dieser Basis den optimalen“ Stichprobenumfang („sufficient sample size“) zu bestimmen. Dies ist der notwendige Mindeststichprobenumfang, um anhand eines statistischen Nil-Nullhypothesen- Signifikanztests mit ausreichender Teststärke eine aussagekräftige Entscheidung über das Hypothesenpaar zu treffen. Die notwendige Festlegung der interessierenden Effektgröße ist gleichbedeutend mit der Anforderung, eine (in der Regel gerichtete) spezifische H1 zu formulieren, d. h. bei der Untersuchungsplanung nicht nur zu postulieren, dass ein Effekt existiert, sondern auch seine Größe bzw. zumindest seine Größenordnung anzugeben. In der Praxis wird hier häufig mit groben Effektgrößenklassifikationen gearbeitet, d. h. ein kleiner, mittlerer oder großer Effekt postuliert.
  • AAM: angeborener auslösender Mechanismus
    Angeborene auslösende Mechanismen binden die unmittelbare Ausführung von in Bereitschaft stehenden instinktiven Verhaltensweisen an das Auftreten von sogenannten Schlüsselreizen, die den Erfolg des jeweiligen Verhaltens nach evolutionärer Erfahrung sichern.
  • sind systematisierende Darstellungen komplexer Zusammenhänge.
  • ABC Theorie: Antizipative Verhaltenskontrolle
    Die ABC Theorie beschreibt mutmaßliche Mechanismen zur Herausbildung von Strukturen einer antizipativen Verhaltenskontrolle (Anticipative Behavioral Control): In einem primären Lernprozess werden Verhaltensweisen mit verlässlich eintretenden Verhaltenseffekten verbunden. In einem sekundären Lernprozess werden Verhaltens-Effekt Verbindungen an das Verhalten verlässlich begleitende situative Bedingungen geknüpft. Es entstehen → Situations-Verhaltens-Effekt Tripel in denen festgehalten wird, welches Verhalten unter welchen Bedingungen zu welchen Konsequenzen führt.
  • Bei der Abduktion („abduction“) beginnt der Erkenntnisprozess wie bei der Induktion mit den Daten, allerdings werden im Unterschied zur Induktion nicht die in den Daten erkennbaren Muster schrittweise systematisch herausgearbeitet, sondern es werden gerade die unverständlichen Merkmalskombinationen betrachtet und durch einen plötzlichen gedanklichen Sprung wird eine neue erklärende Hypothese gebildet. Die Abduktion ist also ein kreativer Prozess der Generierung neuer Hypothesen aus Daten, wobei vor allem die geistige Haltung der Forschenden entscheidend ist (zur Einführung in die Abduktion s. Reichertz, 2003). In der qualitativen Sozialforschung wird neben der Induktion auch die Abduktion zum Erkenntnisgewinn herangezogen.
  • Abergläubisches Verhalten (superstitious behavior)
    Die Beobachtung, dass Tiere spontan Verhalten produzieren, selbst wenn es keine Kontingenz zwischen diesem Verhalten und der Verstärkung gibt.
  • Kinder mit einem soziometrischen Status, die durch Unbeliebtheit bei vielen und Beliebtheit bei wenigen Peers gekennzeichnet ist.
  • abhängige Persönlichkeitsstörung
    Unselbstständigkeit, anklammerndes Verhalten, Angst vor Alleinsein
  • Abhängige Variable
    Die gemessene Variable, deren Abhängigkeit von einer oder mehreren unabhängigen Variablen untersucht werden soll
  • Abhängige Variable
    Die gemessene Variable, deren Abhängigkeit von einer oder mehreren unabhängigen Variablen untersucht werden soll
  • Eine Messgröße für Verhalten, das in unterschiedlichen Versuchsgruppen gezeigt wird, wie das Verhalten von der unabhängigen Variable beeinflusst wird.
  • Abhängige Variable
    Ergebnisfaktor. diese Variable kann sich als Reaktion auf die Manipulationen der unabhängigen Variablen verändern.
  • Merkmal, das in einem Quasi-Experiment erfasst wird, um zu überprüfen, wie sich systematisch variierte unabhängige Variablen auf die abhängige Variable auswirken
  • Abhängigkeit definiert sich über die folgenden Kriterien: 1. starkes, oft unüberwindbares Verlangen, die Substanz einzunehmen; 2. Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung und die Menge des Konsums betrifft); 3. körperliche Entzugssymptome bei Nichtkonsum; 4. Toleranzentwicklung; 5. fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen (Droge wird zum Lebensmittelpunkt); 7. fortdauernder Gebrauch der Substanz(en) wider besseres Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen.
  • Die Ablauforganisation regelt den grundsätzlichen Ablauf eines Geschäftsprozesses. Das räumliche und zeitliche Zusammenwirken von Menschen und Betriebsmitteln zur Erfüllung von Arbeitsaufgaben wird festgelegt.
  • Technik zur Rückfallprävention, die speziell bei der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen eingesetzt wird. Der Patient soll im Rollenspiel geeignete soziale Fertigkeiten entwickeln, um in »sozialen Verführungssituationen« die Aufforderung durch andere (z. B. zum Alkoholkonsum) selbstsicher ablehnen zu können.
  • Die Ableitungsvalidität der Hypothesenprüfung ist gegeben, wenn die Entscheidung auf der Ebene der Testhypothesen tatsächlich die a priori aufgestellte Theoretisch-inhaltliche Hypothese (TIH) prüft, wenn also die Liberalisierungsschritte (von der TIH in Richtung der Empirisch-inhaltliche Hypothese, der Statistischen Vorhersage und der Ebene der Testhypothesen) nicht zu einer inhaltlichen, formalen oder statistischen Veränderung der Ausgangshypothese führen.
  • Ablenkung
    Wenn Personen einer persuasiven Kommunikation zuhören, werden sie abgelenkt, wenn sie eine irrelevante Aktivität ausführen oder eine sensorische Stimulation erleben, die für die Botschaft nicht relevant ist.
  • Above-Average-Effekt
    Phänomen, dass sich Menschen in Bezug auf ihre Fähigkeiten und Charaktereigenschaften systematisch besser einschätzen als den Durchschnittsmenschen.
  • Abruf oder aktive, freie Reproduktion
    Maß für die Erinnerungsfähigkeit, bei dem die Versuchsperson vorher gelernte Informationen aktiv abrufen muss, etwa beim Ausfüllen eines Lückentexts.
  • Abrufen
    Wiederauffinden gespeicherter Informationen im Gedächtnisspeicher.
  • Absicht (intention)
    Zustand, in dem eine Person sich verbindlich auf ein Ziel festgelegt hat und entschlossen ist, die dafür notwendigen Handlungsschritte in die Tat umzusetzen.
  • Absicht/Zielintention
    "Definiert erwünschten Endzustand der bisher noch nicht erreicht worden ist. Somit handelt es sich hierbei um ""Ziele"" im landläufigen Sinne."
  • Absichtsüberlegenheitseffekt (intention superiority effect)
    Befund, dass Gedächtnisinhalte, die sich auf unerledigte Absichten beziehen, schneller und leichter abgerufen werden, was dafür spricht, dass diese Inhalte im Langzeitgedächtnis in einem Zustand erhöhter Aktivierung persistieren.
  • absolute Preisschwelle
    Absolute Preisschwellen kann es – im Unterschied zu den Reizschwellen – zwei geben: Ein Preis kann sowohl zu hoch als auch zu niedrig sein, sodass man das Produkt jenseits der Schwelle nicht kauft. Die Gründe, warum das Produkt nicht gekauft wird, dürften freilich bei der oberen Schwelle andere sein als bei der unteren.
  • absolute Reizschwelle
    Als absolute Reizschwelle gilt diejenige Intensität eines Reizes, die eben noch wahrgenommen wird. Da diese Schwellen intra- und interindividuell variieren, wird der physikalische Wert mit einer Entdeckungswahrscheinlichkeit von 50 Prozent als absolute Reizschwelle festgelegt.
  • Absolute Schwelle
    Mindeststimulation, die erforderlich ist, um einen bestimmten Reiz in mindestens 50% der Fälle wahrzunehmen.
  • Absolutes Gehör
    Die Fähigkeit, Tonhöhen ohne einen zuvor gehörten und benannten Referenzton korrekt zu benennen. Frühes musikalisches Training vor dem Alter von 9 Jahren scheint die Ausbildung des absoluten Gehörs zu fördern. Darüber hinaus ist eine genetische Komponente für den Erwerb des absoluten Gehörs von Bedeutung.
  • Die Absolutschwelle ist die geringste Intensität eines Reizes, die zu einer berichtbaren Wahrnehmung beim Beobachter führt.
  • Absorption ist die Schwächung der Lichtintensität an einer Grenzfläche von zwei Materialien. Absorption in den Rezeptoren ist die Grundlage des Sehens.
  • absteigende, konzeptgesteuerte Informationsverarbeitung
    siehe: Top-down-Verarbeitung
  • Abstinenzverletzungssyndrom
    Vorfall (z. B. Trinken von einem Bier) führt zu Abfall der abstinenzbezogenen Selbstwirksamkeit (Ich kann das einfach nicht) und der Entwicklung dissonanzreduzierender Kognitionen (Jetzt ist es auch egal!) mit abschließendem Rückfall in das komplette dysfunktionale Suchtverhalten.
  • Abstrakte Regeln (abstract rules)
    Inhaltsfreie Regeln in der mentalen Logiktheorie, die mit der formalen Logik übereinstimmen.
  • Willenlosigkeit, unangemessene Schwäche bzw. Unvermögen, Entscheidungen zu treffen, Entschlüsse zu fassen und durchzuführen. Tritt u. a. auf bei einigen Formen depressiver Störungen sowie verschiedenen organischen Hirnschädigungen.
  • Abwehr ist eine Form der Bewältigung negativer Emotionen durch Vermeidung der (selbstkonfrontativen) Auseinandersetzung mit dem Erlebten.
  • Verschiedene und zum größten Teil unbewusst ablaufende Strategien, die der Mensch der psychoanalytischen Theorie zufolge verwendet, um schmerzhafte und unangenehme Gefühle vom Bewusstsein fernzuhalten und ein psychisches Gleichgewicht beizubehalten.
  • Abwehrmechanismen
    in der psychoanalytischen Theorie die Schutzmechanismen des Ichs, durch die Ängste verringert werden, indem unbewusst die Realität verzerrt wird.
  • Ein Konstrukt, das in der psychoanalytischen Theorie einen automatisierten psychischen Prozess beschreibt, der das Individuum vor Angst und vor der Wahrnehmung innerer und äußerer Belastungen und Gefahren schützt. Abwehrmechanismen regulieren die Reaktion des Individuums auf emotionale Konflikte und auf äußere Belastungen. Einige Abwehrmechanismen (z. B. Projektion, Spaltung und Ausagieren) sind fast immer unangepasst. Andere, wie Unterdrückung und Verleugnung, können in Abhängigkeit von ihrem Ausprägungsgrad, ihrer Flexibilität und dem Kontext, in dem sie auftreten, sowohl unangepasst als auch angepasst sein.
  • Abwehrmechanismus
    Form des Ich-Umgangs mit bedrohlichen inneren und äußeren Reizen
  • Beim diesem weist das interessierende Phänomen eine ungewöhnliche Ausprägung auf.
  • Abweichungsnormen
    Siehe Variabilitätsnormen
  • Abwertung von Alternativen
    Die Tendenz von Menschen in einer Liebesbeziehung, attraktiven anderen Personen des anderen Geschlechts eine geringere Attraktivität beizumessen, als dies Alleinstehende tun.
  • Abwertungsprinzip
    Aus dem Vorhandensein eines kausalen Faktors, der auf einen beobachteten Effekt hinwirkt, ergibt sich, dass andere potenzielle Faktoren weniger Einfluss ausüben. Gegenteil des > Aufwertungsprinzips.
  • Accuracy Motivation (Wahrheitsmotiv)
    Das Bedürfnis eines Menschen, seine Umwelt möglichst objektiv und realistisch zu erfassen, richtige Einstellungen zu vertreten und korrekte Entscheidungen zu treffen.
  • Achrormatische Beleuchtung bezeichnet eine Beleuchtung mit einer Wellenlängenmischung, die Grautöne ergibt.
  • Achromatopsie
    Seltene Störung der visuellen Wahrnehmung, bei der es zu völliger Farbenblindheit kommt. Ursache: entweder Ausfall der Zapfen-Photorezeptoren in der Netzhaut (Stäbchenmonochromasie) oder Läsionen des visuellen Kortex (zerebrale Achromatopsie).
  • Achromatopsie ist die Unfähigkeit zur Diskrimination von Farbtönen durch Gehirnschädigung und damit eine besondere Form der Farbblindheit.
  • Selbstregulatorischer Prozess, der auf bewusstes, nichtwertendes Erleben aktueller subjektiver Erfahrungen (z. B. Körperempfindungen, Sinneseindrücke, Gedanken, Erinnerungen, Gefühle) abzielt. Umgang mit diesen Erfahrungen im Sinne der Achtsamkeit zeichnet sich durch Neugier, Akzeptanz, Offenheit und Selbstunterstützung aus.
  • Achtsamkeitsassoziierte Verfahren
    Verfahren, bei denen Achtsamkeit eine von mehreren eingesetzten Vorgehensweisen ist.
  • Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie bei Depressionen [Mindfulness-Based Cognitive Therapy for Depression (MBCT)]
    MBCT ist ein strukturiertes Verfahren, das sich in der Versorgungslandschaft etabliert hat. MBCT kombiniert KVT mit achtsamkeitsbasierten Interventionen zur Rückfallprävention bei Patienten mit unipolarer Depression. In der MBCT liegt der Fokus im Gegensatz zur kognitiven Therapie weniger auf der Veränderung von Denkinhalten, sondern auf einer größeren Distanz bei gleichzeitiger Akzeptanz gegenüber den eigenen Gedanken.
  • Achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention [Mindfulness-Based Relapse Prevention (MBRP)]
    Gruppenprogramm zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen. Integration des Rationals achtsamkeitsbasierter Vorgehensweisen und Techniken sowie des Rationals und der Vorgehensweisen des kognitiv-verhaltenstherapeutischen Rückfallpräventionsprogramms von Marlatt und Grodon. Zentral: Achtsame Wahrnehmung motivationaler Impulse, ohne auf sie zu reagieren. Zuhilfenahme des SOBER-Akronyms zum Einsatz in Hochrisikosituationen im Alltag, welches konkretes Vorgehen vorgibt: Stop ? Observe ? Breath ? Expend ? React wisely.
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion
    Hochstrukturiertes Programm zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion. Zählt zu den etabliertesten achtsamkeitsbasierten Ansätzen. MBSR besteht aus formaler Atemmeditation und Yogaübungen sowie informellen Achtsamkeitsübungen im Alltag.
  • Achtsamkeitsbasierte Verfahren
    Verfahren, bei denen Achtsamkeit ein zentrales Behandlungselement darstellt.
  • Training im erfahrungsoffenen, nichtbewertenden Wahrnehmen von Phänomenen (Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen etc. ). Kann über spezifische standardisierte (Meditations-) Übungen oder informell mithilfe von Alltagsaktivitäten (beim Abwaschen auf Empfindungen in den Händen achten) praktiziert werden. Lässt sich gut mit Konfrontationsverfahren kombinieren.
  • ACT (Acceptance and Commitment Therapy)
    ACT als Versuch, durch Förderung der Akzeptanz unangenehmer Empfindungen und durch die Ausrichtung an positiven Zielen ein erfülltes Leben zu ermöglichen. Statt Unangenehmes zu vermeiden, sollen negative Emotionen als notwendiger Bestandteil menschlicher Existenz betrachtet werden, die bei Bedarf akzeptiert und ausgehalten werden können.
  • sind Interviewfragen, die nicht vorab geplant sind, sondern spontan im Interviewverlauf generiert werden. Sie dienen der Vertiefung unerwarteter Aspekte.
  • Ad-hoc-Kategorien (ad hoc categories)
    Kategorien, die für einen bestimmten Zweck aktuell generiert werden (z. B. „Dinge, die man aus dem Haus trägt, wenn es brennt“).
  • Adam-Prinzip
    Prinzip, nach dem sich erst durch Einwirkung spezifischer Faktoren (Androgene) aus dem primär bisexuellen Schwangerschaftsprodukt ein männlicher Organismus entwickelt
  • Adaptation ist die Anpassung einer Sinnesleistung an konstante Umgebungssituationen.
  • Adaptation (adaptation)
    Physiologische Anpassung des Organismus an spezifische Umwelteinflüsse oder Reize. Adaptation darf nicht mit Habituation, einer Form der Anpassung an einen wiederholten, aber für den Organismus als unwichtig erkannten Reiz, verwechselt werden.
  • Adaptation oder motorisches Lernen
    Optimierung einer spezifischen visuomotorischen Transformation. Wichtige Beispiele sind die Adaptation der Sakkadenamplitude oder des Verstärkungsfaktors des vestibulookulären Reflexes.
  • Adaptationsniveau
    Nach Helson indifferente Nullpunkt-Lagen von Bezugssystemen, die jedem Wahrnehmungseindruck und jedem Beurteilungsvorgang zugrunde liegen. Das Adaptationsniveau verschiebt sich ständig in Richtung der gemachten Erfahrungen.
  • Wenn Entscheidungsstrategien in Abhängigkeit von den Merkmalen der Situation so ausgewählt werden, dass der kognitive Aufwand minimiert und die Entscheidungsqualität maximiert wird.
  • Adaptive Werkzeugkiste (adaptive toolbox)
    Eine prominente theoretische Metapher in der Entscheidungsforschung, die besagt, dass Menschen über verschiedene Urteils- oder Entscheidungsstrategien verfügen, die sich meist in ihrer Akkuratheit aber auch ihren (kognitiven) Kosten unterscheiden.
  • Bezeichnet ist ein von Gerd Gigerenzer geprägtes Konzept, nach dem Menschen über eine Reihe von Heuristiken verfügen, die ihnen die Anpassung an verschiedene Urteils-, Entscheidungs- und Problemlösesituationen erlauben.
  • Adaptiver Algorithmus
    Ein Regelsystem, welches die Itemauswahl zu Beginn und während des Tests regelt sowie Kriterien der Testbeendigung spezifiziert.
  • Adaptives Intelligenz Diagnostikum 2 (AID 2)
    Das Adaptive Intelligenz Diagnostikum 2 (AID 2) von Kubinger und Wurst (2000) bzw. Kubinger (2009) ist konzeptuell eng an die Wechsler-Tests angelehnt. Die Aufgabentypen des HAWIK finden auch im AID 2 Verwendung; die Subtests tragen aber andere Namen. Einige der elf obligatorischen und drei fakultativen Subtests stellen jedoch eine Erweiterung gegenüber dem HAWIK dar. Das Verfahren zeichnet sich durch vier Besonderheiten aus: es ist adaptiv, die Items sind Rasch-Modell-konform, es existieren eine Kurzform und eine spezielle Normierung für Kinder und Jugendliche, deren Muttersprache Türkisch ist.
  • Adaptives Testen
    Zur Steigerung der Testökonomie werden bei den einzelnen Probanden nur diejenigen Testitems zur Anwendung gebracht, welche für das Fähigkeitsniveau des einzelnen Probanden eine hohe Messgenauigkeit (Iteminformation) aufweisen. Auf die anderen Items wird hingegen verzichtet.
  • Ein spezielles Vorgehen bei der Messung individueller Ausprägungen von Personmerkmalen, bei dem sich die Auswahl der zur Bearbeitung vorgelegten Items an der Leistungsfähigkeit des untersuchten Probanden orientiert.
  • Adaptives Verfahren (der Schwellenbestimmung)
    Ein adaptives Verfahren (der Schwellenbestimmung) verändert schrittweise den Reiz in Abhängigkeit von der Reaktion des Beobachters.
  • Adaptives Verhalten
    Adaptives Verhalten bezeichnet die Änderung des Problemlöseverhaltens – während der Interaktion mit dem Kunden oder zwischen Interaktionen mit verschiedenen Kunden – aufgrund der wahrgenommenen Informationen über die Interaktionssituation.
  • Adenohypophyse
    Hypophysenvorderlappen, welcher glandotrope und nichtglandotrope Hormone produziert und in die Blutbahn sezerniert.
  • Adhärenz
    Einhaltung der vom Arzt oder Therapeuten gemeinsam mit dem Patienten vereinbarten Empfehlungen (z. B. Verbesserung des Gesundheitsverhaltens) zur Erreichung eines Therapieziels. Wichtig ist dabei, dass der Patient aktiv eingebunden wird und gemeinsam eine individuell passende Behandlung erarbeitet wird. Beide Seiten tragen somit gemeinsam die Verantwortung für die Umsetzung und den Therapieerfolg.
  • Adhäsionen
    Verwachsungen im Bauchraum.
  • ADHD
    siehe: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
  • ADHS
    siehe: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
  • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)
    Ein Syndrom, das die Schwierigkeit mit sich bringt, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.
  • Adipositas
    Fettsucht oder Fettleibigkeit. Adipositas ist eine komplexe, chronische, über das Normalmaß hinausgehende generalisierte Vermehrung des Fettgewebes im Körper. Sie entsteht, wenn die Energiezufuhr (vor allem durch fettreiche Ernährung) den Energieverbrauch übersteigt. Die Klassifizierung der Adipositas erfolgt mit Hilfe des Body Mass Index (BMI).
  • Wird durch ein extremes Übergewicht gekennzeichnet und kann mit Binge-Eating-Attacken (Heißhungeranfällen) einhergehen.
  • Fettleibigkeit, die durch einen Body-Mass-Index ? 30,0 kg/m2 definiert ist.
  • Adnexitis
    Chronisch-rezidivierende Entzündungen der Eileiter und der Eierstöcke.
  • Adoleszenz oder Jugendalter
    Übergangsperiode zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Sie beginnt mit der Pubertät und endet mit dem Erreichen der Selbstständigkeit im Erwachsenenalter.
  • Adoptionsmethode
    indirekte Einflussschätzung durch den Vergleich von Adoptivgeschwistern und normalen Geschwistern
  • Methode, die sich neben der Zwillingsmethode zur Abschätzung von Anlage- und Umweltanteilen im Humanbereich anbietet. Dabei wird aus den Unterschieden zwischen den biologischen Eltern und den nicht verwandten Adoptiveltern auf das Ausmaß der Erblichkeit e
  • Forschungsansatz der Verhaltensgenetik zur Abklärung der relativen Bedeutsamkeit von genetischen und Umweltfaktoren. Dabei werden Personen untersucht, die bei Adoptiveltern aufwuchsen. Durch den Vergleich der Ähnlichkeit zwischen den Adoptierten und ihren biologischen bzw. Adoptiveltern kann der Einfluss der Umwelt bzw. der genetischen Ausstattung abgeschätzt werden. Wichtige Ergänzung zu Zwillingsstudien.
  • Adrenalin
    Hormon aus dem Nebennierenmark, das dem Einfluss des autonomen Nervensystems unterliegt. Unterstützt die Aktivität des sympathischen Nervensystems.
  • Hormon aus dem Nebennierenmark, das dem Einfluss des autonomen Nervensystems unterliegt. Unterstützt die Aktivität des sympathischen Nervensystems.
  • Neurotransmitter
  • Die Vorpubertät vor dem Erscheinen sichtbarer Zeichen der Pubertät. In dieser Phase reifen die Nebennieren, die Hauptquelle der Sexualhormone, und es beginnt die sexuelle Anziehung.
  • Adrenokorticotropes Hormon (ACTH)
    Hormon, das aus der Hypophyse nach Stimulation durch CRH ausgeschüttet wird und die Synthese und Freisetzung von Glukokortikoiden aus den Nebennierenrinden bewirkt.
  • Methode zur Erhebung der Erinnerungen von Erwachsenen an ihre Kindheitsbindungen (z. B. Erinnerung an Trennungssituationen, an Zurückweisungen etc.). Als Bindungsmuster werden dabei die autonome bzw. sichere Bindung, die abweisende Bindung, die verstrickt
  • Therapeutenrolle in der IPT (und in anderen Therapien): Therapeut ist parteiisch, aktiv, arbeitet ressourcenorientiert, unterstützt, ermutigt und stellt sich auf die Seite des Patienten.
  • Aerobes Training
    Ausdauertraining, bei dem die Funktionsfähigkeit des Herzens und der Lunge zunimmt, kann auch Depressionen und Angststörungen lindern.
  • Das Affect-Infusion-Model von Joseph Forgas bietet eine integrative theoretische Perspektive, in der die Effekte von positivem und negativem Affekt in Abhängigkeit von Motiven, bzw. den jeweils verfolgten Zielen, thematisiert wird.
  • "Psychopathologischer Begriff; bezeichnet ein beobachtbares Verhaltensmuster als Ausdruck eines subjektiv empfundenen Gefühlszustandes (Emotion). Geläufige Beispiele für Affekt sind Traurigkeit, Freude und Wut. Im Gegensatz zur Stimmung als ausgedehnteres und überdauernderes emotionales »Klima« bedeuten Affekte eher fluktuierende Änderungen des emotionalen »Wetters«. Was als normaler Bereich des Ausdrucks von Affekten angesehen wird, variiert beträchtlich sowohl innerhalb von Kulturkreisen als auch zwischen diesen. Störungen der Affekte umfassen: Abgestumpft: Die Intensität des emotionalen Ausdrucks ist stark vermindert, Eingeschränkt oder eingeengt: Bandbreite und Intensität des emotionalen Ausdrucks sind leicht herabgesetzt, Flach: Merkmale des affektiven Ausdrucks fehlen gänzlich oder beinahe ganz, Inadäquat: Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen affektivem Ausdruck und Inhalt von Rede und Vorstellung, Labil: Abnorme Variabilität der Affekte mit wiederholten, schnellen und abrupten Wechseln im affektiven Ausdruck."
  • Siehe „Gefühl“
  • Affekt (affect)
    Obergriff für alle möglichen Arten von positiven und negativen Empfindungen (Stimmung, Emotion, Schmerz etc.).
  • Affekt-als-Information-Hypothese
    Annahme, dass die Wahrnehmung eigener Gefühle und Stimmungen als zusätzliche Informationsquelle dienen kann und für Bewertungsprozesse (Einstellungsbildung, Entscheidungsfindung) mit einbezogen wird.
  • Bei bestimmten Entscheidungsstrategien, wie der Affektheuristik, folgt die Entscheidung in erster Linie den Gefühlen, die angesichts der Optionen in der Person entstehen.
  • gefühlsmäßig
  • Affektive Einstellungskomponente
    Die Gefühle bzw. Emotionen, die mit einem Einstellungsobjekt verbunden sind.
  • affektive Persevanz
    Unter affektiver Perseveranz versteht man den Effekt, daß Menschen die Bewertung für eine Information beibehalten, obwohl sie verstanden haben, daß die Information, die ursprünglich zu der Bewertung geführt hat, falsch ist (siehe auch Perseveranz Paradigma)
  • Psychische Störungen, die sich besonders durch klinisch bedeutsame Veränderungen der Stimmungslage auszeichnen.
  • Affektive Störungen
    psychische Störungen, die durch emotionale Extreme charakterisiert sind (s. Major Depression, Manie, bipolare Störung).
  • affektive Störungen
    Bei affektiven Störungen ist die Beeinträchtigung von Emotionen der Kern der Störung. Dazu zählen z.B. Depressionen und Angststörungen.
  • affektives Priming
    Beim affektiven Priming sollen die Probanden am Bildschirm normierte Begriffe nach positiver und ngeativer Bedeutung klassifizieren. Kurz vor diesen Klassifikationen sehen die Probanden andere Stimuli. Zum Beispiel zeigten Frings und Wentura (2003) ihren Probanden vor der Klassifikationsaufgabe für 28 Millisekunden das Big Brother Logo. Danach hatten die Probanden 400 Millisekunden Zeit, positive und negative Wörter nach ihrer Valenz einzuordnen. Für die Freunde von Big Brother aktivierter das Logo eine positive Valenz, was die Reaktionszeiten für positive Begriffe beschleunigte. Für die Gegner von Big Brother war dies umgekehrt. Der Effekt bei der Reaktions-Erleichterung war ein guter Prädiktor dafür, ob die Probanden tatsächlich Big Brother sahen oder nicht. (nach Fazio et al., 1995)
  • Affektivität
    Neigung zu häufigen oder intensiven Gefühlen positiver oder negativer Art
  • Affektregulation
    "Fähigkeit, die durch die (selbstkonfrontative) Auseinandersetzung mit unangenehmen Erfahrungen ausgelöste negative Emotion dauerhaft herunterzuregulieren, so dass sie in das Netzwerk eigener Erfahrungen (d. h. in das ""Selbst"") integriert wird."
  • Mangel an affektiver Auslenkbarkeit, Affektstarrheit (Abgestumpfte zeigen weniger Wut, Trauer, Freude etc.), verflachter Affekt (zeigen keine Emotionen, unbewegtes Gesicht).
  • Afferent (afferent)
    Hinführend zu einem Organ oder einer bestimmten Struktur des Nervensystems, z. B. sensorische Information von Gelenkrezeptoren wird über periphere Nerven an spinale Neurone geleitet.
  • Nervenbahn oder -faser, die Erregungen aus der Peripherie zum zentralen Nervensystem leitet
  • Alle Zuflüsse neuronaler Information zum zentralen Nervensystem (ZNS). Im engeren Sinne: alle Erregungen, die aus der Peripherie dem ZNS zugeleitet werden.
  • Affix (affix)
    Nicht selbstständig vorkommendes, gebundenes Morphem. Gebundene Morpheme, die dem Wort vorangestellt werden, nennt man Präfixe (ent-, be- ver- usw.), solche, die dem Wort folgen, nennt man Suffixe (-ung, -lich, -keit usw.).
  • Die Handlungsmöglichkeiten, die Gegenstände und Situationen bieten.
  • Agenda-Setting-Theorie
    Die Fokussierung der Medienberichterstattung auf bestimmte politische Themen (z.B. Kriminalität oder Arbeitslosigkeit) hat zur Folge, dass diese Themen von der Bevölkerung als dringlich betrachtet werden.
  • Mittelung mehrerer Messungen
  • Aggregation
    Mittelung prinzipiell ein und desselben Verhaltens über mehrere Beobachtungszeitpunkte
  • Aggregationsprinzip
    Erhöhung der Reliabilität durch Aggregation
  • aggregierte Messung
    Ergebnis einer Aggregation
  • Aggression
    Jede Form von Verhalten, das darauf abzielt, einer anderen Person zu schaden oder sie zu verletzen, die motiviert ist, diese Behandlung zu vermeiden.
  • Verhalten, das darauf abzielt, andere zu schädigen oder zu verletzen.
  • Aggression
    jedes körperliche oder verbale Verhalten, das mit der Absicht ausgeführt wird, jemanden zu verletzen.
  • Laut Baron und Byrne (2002) das absichtliche Zufügen von Schaden oder Schmerz gegenüber anderen Personen; dies kann auf verbale oder physische bzw. direkte oder indirekte Art erfolgen.
  • Aggression
    Jede Form von Verhalten, das darauf abzielt, einem anderen Lebewesen zu schaden oder es zu verletzen, wobei dieses Lebewesen motiviert ist, eine solche Behandlung zu vermeiden.
  • Aggression zwischen Gruppen
    Aggressive Konfrontationen zwischen Gruppen oder zwischen Individuen auf der Basis ihrer Gruppenzugehörigkeit, z. B. Fußball-Hooligans.
  • Aggressionsfragebogen
    Selbstbeurteilungsmaß zur Messung stabiler individueller Unterschiede im Persönlichkeitsmerkmal Aggressivität.
  • Aggressionsverschiebung
    Tendenz, auf Frustration mit Aggression zu reagieren, die sich nicht auf die ursprüngliche Quelle für die Frustration richtet, sondern auf ein leichter erreichbares Ziel.
  • Aggressiv-abgelehnte Kinder
    Eine Kategorie des soziometrischen Status, die sich auf Kinder bezieht, die besonders zu körperlicher Aggression, zu störendem Verhalten, zu Kriminalität und negativen Verhaltensweisen wie Feindlichkeit und Bedrohungen neigen.
  • Aggressive Hinweisreize
    Situative Hinweisreize mit aggressiver Bedeutung, die die Zugänglichkeit aggressiver Kognitionen erhöhen.
  • Aggressive Skripts
    Kognitive Repräsentationen der Situationen und Formen, in denen man aggressives Verhalten zeigt.
  • Aggressivität
    interindividuell unterschiedlich ausgeprägte Neigung, in bestimmten Situationen aggressiv zu handeln. Aggressivität bezeichnet also eine Persönlichkeitseigenschaft (Disposition).
  • Übermäßige motorische Aktivität, die mit einem Gefühl innerer Anspannung einhergeht. Die Aktivität ist gewöhnlich unproduktiv und wiederholt sich ständig. Sie zeigt sich in Verhaltensweisen wie Hin- und Herlaufen, Zappeln, Händeringen, Zerren an den Kleidern und Nicht-stillsitzen-Können.
  • Durch Hirnschädigung bedingte Störung des Erkennens bei erhaltener primärer Wahrnehmung. In Abhängigkeit von der Sinnesmodalität der betroffenen Wahrnehmungen werden visuelle, akustische, taktile, olfaktorische etc. Agnosien unterschieden.
  • Agnosie ist der Oberbegriff für neuronal bedingte Erkennungsstörungen ohne Beeinträchtigung des visuellen Systems.
  • Agnosie von Objektorientierungen
    Durch Hirnschädigung bedingtes Unvermögen, die Orientierung von Objekten zu bestimmen, obwohl diese Objekte einwandfrei identifiziert werden können.
  • Agonismus/Antagonismus
    Agonismus: erregender Mechanismus. Antagonismus: hemmender Mechanismus. Zwei Einheiten eines dualen funktionellen Systems, die entgegengesetzte Wirkungen ent falten.
  • Agonist (Muskel)
    Muskeln, die auf ein Gelenk dieselbe Wirkung, z.B. Beugung oder Streckung, ausüben
  • Agonist (Nerv)
    Ein Molekül, z.B. ein Pharmakon, das an einen (z.B. synaptischen) Rezeptor bindet und dort die gleiche Wirkung hat wie die körpereigene Substanz (z.B. der Transmitter)
  • Das Hauptmerkmal der Agoraphobie ist die Angst, sich an Orten oder in Situationen zu befinden, in denen im Falle des Auftretens einer Panikattacke oder panikartiger Syndrome (z. B. Angst, einen plötzlichen Schwindelanfall oder eine plötzliche Durchfallattacke zu erleiden) eine Flucht schwierig (oder peinlich) oder keine Hilfe verfügbar wäre. Die Angst führt üblicherweise zu einer anhaltenden Vermeidung vieler Situationen, wie z. B. außerhalb des Hauses oder zu Hause allein sein, in einer Menschenmenge sein, Reisen im Auto, im Bus oder Flugzeug, sich auf einer Brücke oder im Aufzug befinden.
  • Von griechisch agora, Versammlungsplatz: Furcht vor und Vermeidung von Orten und Situationen, von denen eine Flucht schwierig ist. Das Vermeidungsverhalten schränkt den Betroffenen immer weiter ein.
  • Agrammatismus
    „Telegrammstil“. Vereinfachte Satzkonstruktionen, die aus Einzelwörtern bzw. einer Aneinanderreihung von einzelnen Inhaltswörtern bestehen; eine Differenzierung nach grammatischen Relationen ist häufig nicht erkennbar; fehlende oder abweichende Funktionswörter und Flexionsformen
  • AHA Arbeitshaltungen – Kurze Testbatterie: Anspruchsniveau, Frustrationstoleranz, Leistungsmotivation, Impulsivität/Reflexivität
    Bei dem Test AHA von Kubinger & Ebenhöh (1996) handelt es sich um einen am Computer durchzuführenden Objektiven Persönlichkeitstest. Die Bearbeitung der drei Untertests (z. B. »Figuren vergleichen«) liefert zahlreiche Kennwerte wie »Entschlussfreudigkeit« oder »Frustrationstoleranz«.
  • Ein starkes subjektives Erlebnis von plötzlichem Verstehen eines Phänomens.
  • Aha-Moment (aha-experience)
    Subjektives Erleben bei einer plötzlichen Einsicht.
  • AIDA-Modell
    Das AIDA-Modell ist eines der bekanntesten Werbewirkungsmodelle und wurde bereits Ende des 19.Jahrhunderts beschrieben. Es werden vier Stufen der Werbewirkung unterschieden: Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Drang) und Action (Aktion). Danach kann Werbung zunächst Aufmerksamkeit wecken, dann Interesse erzeugen, im Anschluss Motive („Drang“) ansprechen und schließlich zur Aktion (zum Kauf) bewegen. Dieses bis heute populäre Modell ist als Beschreibung des Ablaufs der Werbewirkung zu verstehen.
  • Aids („acquired immunodeficieny syndrome“)
    Entwickelt sich, wenn im Verlauf einer HIV-Infektion die CD4+-T-Zellen abfallen und opportunistische Infektionen auftreten.
  • Akaike's Information Criterion
    Ein Maß für die Anpassungsgüte des geschätzten Modells an die vorliegenden empirischen Daten (Stichprobe) und die Komplexität des Modells. Daraus hervorgegangen sind BIC und CAIC.
  • Mehr oder weniger ausgeprägte Beeinträchtigungen beim Rechnen und im Umgang mit Zahlen sowie im konzeptuellen Verständnis von mathematischen Gegebenheiten in Folge einer erworbenen Hirnschädigung.
  • Subjektive Klagen über Ruhelosigkeit, die von beobachtbaren Bewegungen (z. B. unruhige Bewegungen der Beine, Trippeln von einem Fuß auf den anderen, ständiges Umhergehen, Unfähigkeit, zu sitzen oder still zu stehen) begleitet sind.
  • Beeinträchtigung oder Unfähigkeit, visuelle Bewegung wahrzunehmen (visuelle Bewegungsblindheit).
  • Akinetopsie ist eine durch Gehirnschädigung hervorgerufene isolierte Unfähigkeit, Bewegungen wahrzunehmen.
  • Unter Akklimatisierung versteht man die Anpassung an sich verändernde Umweltfaktoren..
  • Bezieht sich nach der kognitiven Theorie Piagets auf die Anpassung kognitiver Schemata, falls eine Informationsverarbeitung mit den vorhandenen Schemata nicht erfolgreich ist.
  • Der Prozess, bei dem Menschen die vorhandenen Wissensstrukturen als Reaktion an neue Erfahrungen anpassen.
  • Akkommodation
    (1) Modifizierung des bisherigen Schemas, um neue Informationen integrieren zu können. (2) Anpassungsvorgang, bei dem die Augenlinse ihre Form verändert, um nahe oder entfernte Gegenstände auf der Retina scharf abzubilden.
  • Die Anpassung eines semantischen Konzeptes an die empirische Erfahrung.
  • Unter Akkomodation versteht man die Veränderung der Linsendicke des Auges durch die Ziliarmuskeln. Dadurch werden Abbilder auf der Retina fokussiert.
  • Akkulturation ist die wechselseitige Beeinflussung oder einseitige Angleichung verschiedener Kulturen. Auch das Hineinwachsen einer Person in ihre kulturelle Umwelt wird als Akkulturation bezeichnet.
  • Das Hineinwachsen einer Person in ihre kulturelle Umwelt. Dies bezieht sich sowohl auf Kinder und Jugendliche als auch auf Migranten.
  • Akkulturation
    Der Prozess, durch den beim Kontakt zweier kulturell unterschiedlicher Gruppen bei einer oder beiden Seiten Veränderungen herbeigeführt werden.
  • Antworttendenz, auf Aussagen (Statements) unabhängig vom Inhalt eher mit Zustimmung zu reagieren.
  • akquisitive Selbstdarstellung/Selbstüberwachung
    Selbstdarstellung/Selbstüberwachung mit dem Ziel, durch andere positiv bewertet zu werden
  • Akromegalie
    Vergrößerung der distalen Körperteile (Finger, Zehen, Nase, Kinn, Jochbogen) durch eine Somatotropinüberproduktion (Wachstumshormon)
  • Akteur-Partner-Inderdependenz Modell (APIM)
    dyadisches Pfadmodell, in dem die beurteilte Beziehungsqualität durch Merkmale der Beurteiler (Akteureffekt) und ihres Partners (Partnereffekt) vorhergesagt wird
  • Parameter im Modell von Kenny, der eine Verhaltensdisposition einer Person beschreibt aktive
  • Bei der Aktionsforschung versuchen Forscher und Betroffene gemeinsam, die Probleme einer Organisation zu klären und zu lösen. Dabei wird das klassische Verhältnis des Forschers zu seinem Forschungsgegenstand, das Subjekt-Objekt-Modell der Forschung, aufgehoben und durch ein Subjekt-Subjekt-Modell ersetzt, d. h., Forscher und Mitglieder der Organisation sind gleichberechtigte Kooperationspartner. Bei der Problemlösung wechseln sich Phasen der Forschung und der Aktion, d. h. der Umsetzung von Änderungsmaßnahmen ab.
  • "Vorübergehende Änderung der Ionenleitfähigkeit und des elektrischen Potenzials einer erregbaren Zelle; ermöglicht die Kommunikation des Nervensystems. Überschreitet das Potenzial eine gewisse Schwelle, so kommt es nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip zu einer Depolarisation mit Anstieg des (negativen) Membranpotenzials durch Na+ und einer anschließenden Repolarisation nach Zunahme der K+ -Leitfähigkeit bis zur Wiederherstellung des Ruhemembranpotenzials. "
  • Aktionspotenzial
    Nervenimpuls, also eine kurzfristige elektrische Ladung, die am Axon entlangwandert.
  • Aktionspotenzial
    Kurzzeitige Umpolarisation des Membranpotenzials von Neuronen, die entlang des Axons fortgeleitet wird, in der Axonterminale die Freisetzung von Neurotransmittern nach sich zieht und damit die Grundlage für die Beeinflussung benachbarter Neurone schafft. Die Umpolarisation ist im Wesentlichen Folge der vorübergehenden Öffnung eines Natriumkanals, über den positiv geladene Natriumionen in das Innere des Neurons einströmen können.
  • Aktionspotenzial
    Kurzdauernde Potenzialänderung an Muskel- oder Nervenzellen, die immer gleiche Amplitude und Dauer aufweisen (Alles-oder-Nichts-Gesetz)
  • Ein Aktionspotenzial ist eine schnelle Änderung des elektrischen Potenzials, die sich als Impuls in einer Nervenfaser fortsetzt. Die Veränderung umfasst einen Wechsel von –70 mV (Ruhepotenzial) auf +50 mV.
  • Aktivationsausbreitung
    Gedächtnispsychologisches Phänomen, nach dem durch die Aktivation einer bestimmten Information auch andere verwandte Informationen mitaktiviert werden. Der Grad dieser Aktivierung bemisst sich nach dem Grad der Ähnlichkeit zu der aktivierten Information. Kriterien der Ähnlichkeit sind in erster Linie semantische (Bedeutungsähnlichkeit), in zweiter Linie aber auch phonetische, affektive oder raum-zeitliche.
  • Aktivationspotential
    Situationsvariablen, die das Individuum aktivieren (anregen), ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Nach Berlyne sind dies vor allem solche Merkmale einer Situation, die inkongruent oder im Konflikt sind mit den Erwartungen der Person. Daneben spielen auch affektiv starke externale Stimuli (z.B., bedrohliches Tier) oder internale Bedürfnisse eine aktivierende Rolle.
  • Ausmaß an Aktivation, das notwendig ist, um die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Stimulus zu lenken.
  • Aktive Suche eines Individuums nach einer Umgebung, die zu seinen genetischen Anlagen passt.
  • Aktive Lernzeit
    Das Konzept der aktiven Lernzeit ist eng mit dem Konzept der Klassenführung verbunden. Um die in formalen Lehr-Lehr-Settings anberaumte Zeit (z.B. eine Klassenstunde) möglichst vollständig für eine aktive Auseinandersetzung mit Lerninhalten nutzen zu können, müssen Lehrende vorausschauend handeln und durch die Organisation und Strukturierung des Unterrichts dafür sorgen, dass die zur Verfügung stehende Lernzeit optimal genutzt wird.
  • Aktive vs. Passive Verarbeitung von Fernsehinhalten
    Ursprünglich ging man davon aus, dass Kinder im Vorschulalter von der Vielfalt audiovisueller Stimuli in Beschlag genommen werden, ohne dass sie dazu in der Lage sind, diese zu verstehen (passive Verarbeitung). Empirische Studien zur Aufmerksamkeit zu Fernsehinhalten in den letzten 30 Jahren haben aber gezeigt, dass bereits sehr früh eine selektive Aufmerksamkeitslenkung stattfindet. Bereits junge Kinder richten ihre Aufmerksamkeit gezielt auf audiovisuelle Hinweisreize, die für das Verstehen von Programminhalten besonders relevant sind (aktive Verarbeitung).
  • Beim aktiven Berühren untersucht ein Beobachter ein Objekt aktiv mit den Händen.
  • Aktives Zuhören
    empathisches Zuhören, bei dem der Zuhörer das Gehörte wiederholt, in eigenen Worten wiedergibt und verdeutlicht, was er gehört hat. Merkmal der klientenzentrierten Therapie von Carl Rogers.
  • Aktivierende Hormoneinflüsse
    Die Wirkung schwankender Hormonspiegel, die gleichzeitig bestimmte Gehirn- und Verhaltensreaktionen auslösen.
  • physiologische Erregungsintensität
  • Aktivierung (activation)
    Zustand von Repräsentationen zu einem bestimmten Zeitpunkt, der nicht dem Ruhezustand entspricht. Aktivierung kann kontinuierlich oder diskret und begrenzt oder unbegrenzt schwanken.
  • Aktivierung (Aktivation)
    Unspezifischer Begriff für die Verhaltensbereitschaft des Organismus. Als wesentliche aktivierende Kräfte werden vor allem physiologische Aktivation (bzw. Erregung), Motive und Einstellungen gesehen.
  • Erregungsniveau und Anteilnahme an der Umwelt, vom tiefen Schlaf bis zur intensiven Aktivität.
  • Operantes Verfahren der Verhaltenstherapie, das hauptsächlich im Rahmen der Behandlung von depressiven Störungen eingesetzt wird. Durch den Aufbau angenehmer Aktivitäten erfährt der Patient positive Verstärkung. Der »Teufelskreis« von Antriebslosigkeit und Verstärkermangel soll damit unterbrochen werden.
  • Verfahren zur Messung der Bewegung während des Schlafes mithilfe einer Handgelenk-Manschette. Lieferung von Erkenntnissen über den Schlaf-Wach-Rhythmus und die nächtliche Aktivität einer Person.
  • Von Carl Rogers geprägter Begriff: Bezieht sich auf die jedem Menschen zugeschriebene Tendenz, sich selbst zu entfalten und seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Dazu zählt Wahrnehmung, Bewertung und bewusste Reflektion persönlicher Erfahrungen. Gilt in der GT als zentrale Motivationsquelle und Antriebskraft.
  • Aktuelles Kriterium
    Die Art und Weise, wie ein konzeptuelles Kriterium (z. B. Arbeitsleistung) in einer konkreten Situation erfasst wird, z. B. durch Vorgesetztenbeurteilung.
  • Akzentuierungseffekt
    Wenn (soziale) Kategorien mit einer kontinuierlichen Dimension (z. B. Hautfarbe, Form der Augen) korreliert sind, gibt es eine Urteilstendenz, Ähnlichkeiten innerhalb der Kategorie und Unterschiede zwischen den Kategorien auf dieser Dimension zu überschätzen.
  • Akzeptanz von Zielen
    In der ersten Phase des Handlungsprozesses legen Menschen Ziele für zukünftige Handlungen fest. Die damit verbundenen motivationalen Prozesse können rational-reflektierend oder unbewusst, irrational und spontan ablaufen. Dabei ist nicht so entscheidend, ob die Ziele fremdgesetzt, vereinbart oder als eigene Ziele definiert sind, wichtig ist allein die Akzeptanz von Zielen.
  • Wasserlöslicher Eiweißkörper, der z.B. in Eiern, Milch, Blutserum und Urin vorkommt; dient dem Transport freier Fettsäuren im Blut
  • Alertness
    Das Konzept »Alertness« spielt v. a. in der Neuropsychologie eine Rolle. Darunter wird eine basale Wachheit oder Ansprechbarkeit auf Reize jeder Art verstanden. Eine extreme Verminderung der Alertness ist bei komatösen Patienten zu beobachten. Alertness bezeichnet im Grunde nicht eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, sondern vielmehr eine generelle Voraussetzung für Aufmerksamkeit (im Sinne von Reizselektion).
  • Unfähigkeit zu lesen. Verlust der Lesefähigkeit durch kortikale Hirnverletzungen oder -erkrankungen.
  • Bezeichnet die durch eine Hirnschädigung verursachte komplette Störung der Fähigkeit zu lesen. Die Störung kann als Alexie ohne Agraphie („reine“ Alexie; früher: „Wortblindheit“) oder als Alexie mit Agraphie auftreten. Bei der reinen Alexie handelt es sich um eine Diskonnektionsstörung durch Läsion im visuellen Kortex des linken Okzipitallappens (und dadurch bedingter Hemianopsie nach rechts) und (subkortikaler) Läsion des posterioren Anteils des Corpus callosum. Der Alexie mit Agraphie liegt eine kortikale Läsion des Gyrus angularis zugrunde.
  • Unfähigkeit zu lesen
  • Ein Begriff der psychosomatischen Störungslehre, der Gefühlsarmut oder »Gefühlsblindheit« bedeutet. Die Betroffenen sind nicht oder kaum in der Lage, Gefühle bei sich oder anderen wahrzunehmen.
  • Algesimetrie
    Schmerzmessung, im engeren Sinne objektive Schmerzmessung, z. B. anhand von psychophysiologischen Kennwerten.
  • Algesimetrie
    Messung der Schmerzempfindlichkeit
  • Algorithmus
    eine systematische, logische Regel oder Vorgehensweise, die garantiert zur Lösung des vorliegenden Problems fu?hrt. Im Gegensatz dazu die schnellere, aber auch fehleranfälligere Heuristik.
  • Alkaloide
    Stickstoffhaltige Pflanzenbasen; die Gruppe umfasst ca. 2000 unterschiedliche Substanzen, die als Genuss-, Rausch- oder Heilmittel verwendet werden
  • Alkoholabhängigkeit
    gewohnheitsgemäßer Konsum von Alkohol, der zu körperlichen und psychischen Schädigungen führt. starker, übermächtiger Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren, der meist dann bewusst wird, wenn versucht wird, den Alkoholkonsum zu kontrollieren oder zu beenden.
  • Bezeichnung für eine vorgeburtliche Schädigung eines Kindes durch mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. In Abhängigkeit vom Zeitpunkt und vom Ausmaß der Alkoholexposition kann es zu Organschäden, Intelligenzvermindungen und Verhaltensänd
  • Maurice Allais verglich zwei strukturidentische Lotteriewahlaufgaben. In der ersten Aufgabe (Wahl zwischen A und B) führte eine Option (A) zu sicheren Konsequenzen, während bei der zweiten (A’und B’) immer riskante Konsequenzen vorlagen - Menschen präferieren bei der ersten Aufgabe eher die sichere Option A, bei der zweiten jedoch eher B’.
  • spezifische Variante eines Gens
  • Der vom Vater bzw. der Mutter stammende Anteil des paarig angelegten Chromosoms
  • Zwei oder mehr unterschiedliche Zustandsformen eines Gens für ein bestimmtes Merkmal.
  • Allergien
    Allergien sind Intoleranzreaktionen gegenüber Substanzen (sog. Antigenen), die normalerweise nicht für den Körper schädlich sind. Die Sensibilisierung beruht auf einer Fehlregulation von erworbenen, antigenspezifischen Immunreaktionen. Ausgangspunkt ist die Aktivierung von speziellen, im Blutkreislauf zirkulierenden Untergruppen von T-Lymphozyten, den T-Helfer-Zellen (TH1-Zellen bei Kontaktdermatitis, T-H2-Zellen bei Neurodermitis). Diese T-Lymphozyten werden durch Botenstoffe (sog. Zytokine wie z. B. Interleukine) aktiviert und treten ins Gewebe (Haut, Schleimhaut der Bronchien) über. Dort produzieren sie selbst ebenfalls Zytokine, die u.a. wiederum Mastzellen zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (z. B. Histamin) stimulieren. Diese Substanzen sind auch für die begleitenden Entzündungsreaktionen (sowie Juckreiz bei Hautkrankheiten) verantwortlich. Darüber hinaus stimulieren die T-Lymphozyten auch die B-Zellen zur Produktion von IgE-Antikörpern, die für die Erkennung, Bindung und Beseitigung von Antigenen zuständig sind. Entsprechend den Unterschieden in den beteiligten Immunmechanismen und der hieraus resultierenden zeitlichen Dynamik unterscheidet man unterschiedliche Typen von Allergien (Typ I, II, III und IV).
  • Annahme, dass in einem Kanal ankommende Information entweder vollständig weitergleitet oder vollständig ignoriert wird.
  • Allgemeine Büroarbeitstest (ABAT-R)
    Der Allgemeine Büroarbeitstest (ABAT-R; Lienert & Schuler, 1994) soll Fähigkeiten und Fertigkeiten prüfen, die bei Bürotätigkeiten relevant sind. Der ABAT-R besteht aus sechs Aufgabengruppen wie dem Sortieren von Kundenbriefen, dem Überprüfen von Summen und dem Erkennen von Rechtschreibfehlern.
  • Allgemeine Entwicklungstests
    Methode, um den allgemeinen Entwicklungsstand eines Kindes differenzierter zu erfassen, als es mit einem Screeningtest möglich ist.
  • Allgemeine Intelligenz
    Relativ stabiles, global psychologisches Fähigkeitsmerkmal von Personen. Je höher die allgemeine Intelligenz einer Person ist, desto leichter fällt es ihr, neuartige und komplexe geistige Probleme zu lösen und sich neues Wissen schnell und gründlich anzueignen.
  • Allgemeine Intelligenz (g)
    Der Teil der Intelligenz, der allen geistigen Aufgaben gemeinsam ist.
  • Allgemeine Intelligenz oder g-Faktor
    allgemeiner Intelligenzfaktor, der nach Ansicht von Spearman und anderen Psychologen den spezifischen geistigen Fähigkeiten eines Menschen zugrunde liegt und daher durch jede Aufgabe in einem Intelligenztest gemessen wird.
  • Allgemeine Leistungstests
    Siehe Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests
  • Merkmale, die über verschiedene therapeutische Verfahren hinweg den therapeutischen Prozess im Allgemeinen kennzeichnen und somit für den Therapieerfolg verantwortlich sind (z. B. Selbstwirksamkeit, therapeutische Beziehung).
  • Allgemeines Adaptationssyndrom
    Das Allgemeine Adaptationssyndrom beschreibt die kurz- und mittelfristigen körperlichen Reaktionen auf Stress in Form von drei Phasen. In der _Alarmphase_ wird der Körper durch die vermehrte Ausschüttung von Hormonen in eine erhöhte Aktiviertheit versetzt, was zu einer höheren Leistungsbereitschaft des Körpers führt. Dauert die Stresssituation länger an, wird in der _Widerstandsphase_ eine Gegenreaktion gestartet, in der die ausgeschütteten Stresshormone langsam wieder abgebaut werden und der Körper auf ein normales Niveau zurückgebracht wird. Gelingt dem Menschen diese Anpassungsleistung allerdings nicht, weil z. B. keine ausreichenden Ressourcen zur Bewältigung der Stresssituation vorhanden sind, kommt es zu einer andauernden Aktivierung des Körpers und schließlich zur _Erschöpfung_.
  • Allgemeines Adaptationssyndrom
    Selyes Konzept einer adaptiven physiologischen Reaktion auf Stress in drei Phasen: Alarmreaktion, Widerstand, Erschöpfung.
  • Allgemeines Aggressionsmodell
    Integratives Modell über das Zusammenwirken personaler und situativer Einflussvariablen, die über kognitive Bewertung und negative affektive Erregung zu aggressivem Verhalten führen.
  • Allgemeines Aggressionsmodell (General Aggression Model; GAM)
    Modell zur Erklärung aggressiven Verhaltens, das auch zur Erklärung kurzfristiger und langfristiger Media-Violence-Effekte herangezogen wird. Zentral ist, dass es situative und dispositionale Faktoren integriert, die wiederum die Zugänglichkeit kognitiver und affektiver Konstrukte, Verhaltensskripts sowie das Arousal erhöhen.
  • Allgemeines Lineares Modell (ALM)
    Das ALM spannt sich wie eine Art mathematischer Schirm über fast alle Arten von Signifikanztests und vereint die in verschiedenen Tests auftauchenden Berechnungen. Es führt alle Testverfahren auf lineare Zusammenhänge zwischen Variablen zurück, welche sich durch eine Regressionsgerade beschreiben lassen. Die Gleichung des ALM sagt aus, dass sich der konkrete Messwert einer Person aus einer Regressionskonstante, dem Einfluss einer Reihe von Prädiktoren und einem Fehler zusammensetzt.
  • Allgemeines Lineares Modell (ALM)
    Verfahren, das die Varianzanalyse sowie die lineare Regressionsrechnung integriert
  • Allgemeines pädagogisches Wissen
    Wissen über die Schaffung und Optimierung von Lehr-Lern-Situationen sowie entwicklungspsychologisches und pädagogisch-psychologisches Grundwissen.
  • Allokortex
    Stammesgeschichtlich alte, 3- bis 4-schichtig aufgebaute Hirnrinde
  • Allostase
    Adaptiver Prozess, durch den der Körper unter Stress durch physiologische und psychologische Anpassungsleistungen Stabilität zu erreichen versucht.
  • Allostase
    Ungleichgewicht; Störung des Gleichgewichts zwischen Stress und Stressbewältigung im Gehirn
  • Allozentrisch; Allozentrische Bezugssysteme
    Bezugssysteme, die nicht von der aktuellen Position oder Orientierung des Betrachters abhängen, bezeichnet man als allozentrisch („fremdzentriert“) und stellt sie damit à egozentrischen Bezugssystemen gegenüber, die den Betrachter selbst, oder einzelne seiner Organe, ins Zentrum stellen. Allozentrische Bezugssysteme sind z. B. Weltkoordinaten, die auf einen fixen Ursprung und eine durch weitere Landmarken festgelegte Richtung bestimmt sind. Viele Objekte besitzen ein intrinsisches Koordinatensystem; steht eine Person etwa „vor“ einem Stuhl, so bedeutet das in bestimmten Kontexten, dass sie näher an der Sitzfläche als an der Lehne steht. Dreht man den Stuhl herum, so steht sie in diesem Sinne jetzt „hinter“ dem Stuhl, ohne dass Stuhl oder Person ihre Position verändert hätten. Ebenfalls betrachterunabhängig sind relationale Lokalsierungen, die ganz ohne Referenzsystem auskommen (koordinatenfrei) und nur lokale Abstände und Winkel spezifizieren. Der Begriff „allozentrisch“ ist in diesem Fall irreführend, weil eben kein Zentrum festgelegt wird.
  • Für die Alltagsbeobachtung („everyday observation“) sind willkürliche Einzelbeobachtungen, die subjektiv interpretiert und bewertet werden, typisch (sog. anekdotische Evidenzen).
  • Alltagspsychologie
    System tradierter Überzeugungen über menschliches Erleben und Verhalten
  • Eine Denkverarmung, auf die aus der Beobachtung von Rede und Sprachverhalten geschlossen wird. Es können kurze und konkrete Antworten auf Fragen sowie eine Verminderung des spontanen Sprechens (Sprecharmut) vorkommen. Manchmal ist die Sprechweise hinsichtlich der Menge adäquat, vermittelt aber nur wenig Information, da sie überkonkret, überabstrakt, repetitiv oder stereotyp ist (Inhaltsarmut).
  • Alpha-Fehler (Fehler erster Art)
    Der Alpha-Fehler ist die Wahrscheinlichkeit, mit der man beim Signifikanztesten aufgrund eines Stichprobenergebnisses fälschlicherweise die Alternativhypothese annimmt und die Nullhypothese verwirft (obwohl diese eigentlich in der Population gilt).
  • Alphawellen
    relativ langsame Hirnwellen, die kennzeichnend für einen entspannten Wachzustand sind.
  • Spiel, bei dem Kinder neue symbolische Beziehungen erfinden und handeln, als ob sie sich in einer anderen als der tatsächlichen Situation befänden.
  • Alt-Jung-Funktion
    Wichtige Analysemethode, bei der Reaktionszeiten alter Probanden als Funktion der Reaktionszeiten junger Erwachsener aus entsprechenden Bedingungen ausgedrückt werden, um zwischen unspezifischen und bedingungsspezifischen Alterseffekten zu unterscheiden.
  • Alternativhypothese
    Die Alternativhypothese besagt, dass eine systematische Beziehung (z. B. Zusammenhang oder Unterschied) zwischen mindestens zwei Variablen in einer Population besteht.
  • Alternativhypothese
    Die Alternativhypothese (auch als H1 bezeichnet) als Teil des Signifikanztests beschreibt den Effekt (Unterschied, Zusammenhang), den man als mindesten oder interessanten Effekt für die Population annimmt.
  • Gegenhypothese zur Nullhypothese. Man unterscheidet gerichtete und ungerichtete sowie spezifische und unspezifische Alternativhypothesen
  • Alternativhypothese (H1)
    Die Alternativhypothese nimmt einen systematischen Effekt an. Sie umfasst all das, was die Nullhypothese nicht enthält
  • Im Kontext des statistischen Nullhypothesen-Signifikanztests wird zu jeder Alternativhypothese (H?, „alternative hypothesis“), die theoriebasiert die Existenz (oft auch die Richtung und zuweilen sogar die Größe) eines Populationseffekts postuliert, eine Nullhypothese (H?, „null hypothesis“) aufgestellt, die den betreffenden Effekt negiert. H? und H? bilden zusammen ein Hypothesenpaar, das alle möglichen Ausprägungen des betrachteten Effekts beinhaltet.
  • Alternativhypothese, gerichtete
    Vorhersage eines systematischen Unterschieds zwischen Gruppen in eine bestimmte Richtung. Die Nullhypothese umfasst in diesem Fall auch die Unterschiede in die nicht vorhergesagte Richtung
  • Alternativhypothese, ungerichtete
    Vorhersage eines systematischen Unterschieds zwischen Gruppen, unabhängig von der Richtung des Unterschieds
  • Die Altersschwerhörigkeit ist eine Variante eines Hördefizits durch Schädigung der Cochlea, die mit dem Alter eintritt. Sie äußert sich besonders bei hohen Frequenzen.
  • Selbstlosigkeit, Uneigennützigkeit, an das Gemeinwohl denkend
  • Altruismus
    Verhalten, das ohne Erwartung extrinsischer Belohnungen ausgeführt wird, um anderen Menschen einen Nutzen zu bringen; wird ausschließlich aufgrund empathischer Motivation ausgeführt.
  • Altruismus
    selbstloses Interesse am Wohlergehen anderer.
  • Selbstloses und uneigennütziges Handeln, das oft mit mehr eigenen Nachteilen als Vorteilen verbunden ist. Insofern kann es als Gegenteil zu egoistischem Verhalten angesehen werden.
  • Das Bedürfnis, anderen zu helfen; zunächst nur aufgrund von Mitgefühl und Sympathie; im höheren Alter geleitet von dem Wunsch, sich in Übereinstimmung mit dem eigenen Gewissen und seinen moralischen Prinzipien zu verhalten.
  • Kleiner Hohlraum, bezeichnet sowohl die Lungenbläschen, als auch die Zahnfächer
  • Alzheimer Demenz
    Eine Form der Demenz, die bevorzugt im mittleren oder höheren Lebensalter auftritt
  • Alzheimer-Demenz
    Demenzsyndrom, dessen neuropathologische Merkmale Neurofibrillen und Amürdig yloid-Plaques sind.
  • Amakrine Zellen bilden einen Teil des Verarbeitungsweges in der Retina. Sie beeinflussen auch die Aktivität von Ganglienzellen.
  • Ambiguität (ambiguity)
    Mehrdeutigkeit in der Interpretation eines Schallereignisses.
  • Ambiguität (ambiguity)
    Sprachliche Stimuli können auf unterschiedlichen Ebenen mehrdeutig sein. Es gibt Mehrdeutigkeiten auf lexikalischer Ebene, wenn ein Wort mehrere Bedeutungen hat. Mehrdeutigkeiten auf syntaktischer Ebene liegen vor, wenn ein Satz mit mehreren syntaktischen Analysen vereinbar ist. Mehrdeutigkeiten auf semantischer Ebene liegen vor, wenn ein Satz mit unterschiedlichen Interpretationen kompatibel ist ohne syntaktisch mehrdeutig zu sein. Pragmatische Mehrdeutigkeiten liegen vor, wenn beispielsweise unklar ist, welche Intention ein Sprecher mit einer Äußerung verfolgt. Man unterscheidet außerdem zwischen lokalen Ambiguitäten, die nur vorrübergehend existieren, und globalen Ambiguitäten, bei denen auch später im Satz keine disambiguierende Information bereitgestellt wird.
  • Die Fähigkeit widersprüchliche Auffassungen und Wirklichkeitsbilder zu akzeptieren und produktiv zu wenden. Personen mit Ambiguitätstoleranz können sich auf neue oder zwiespältige Situationen gut einstellen. Dies ist eine wichtige Eigenschaft, wenn man sich an eine neue Umwelt anpassen muss.
  • Therapie über Zeiträume im Stundenbereich, ohne Übernachtung.
  • ambulantes Monitoring
    physiologische Messung oder Verhaltensmessung im Alltag
  • Amenorrhö
    Ausbleiben der Menstruation.
  • Ausbleiben der Monatsblutung.
  • Amenorrhö, funktionelle hypothalamischen (FHA)
    Eine nicht durch organische Ursachen bedingte Amenorrhö.
  • Ausbleiben der monatlichen Regelblutung, z. B. aufgrund exzessiver Nahrungsverweigerung.
  • Aminosäure
    Einfachste Eiweißbausteine: Karbonsäuren, bei denen eine Wasserstoffion durch eine Aminogruppe (-NH2) ersetzt ist
  • Ammensprache
    besondere Form der Sprache, die Eltern in der Kommunikation mit dem kleinen Kind wählen. Sie unterstützt den Spracherwerb und ist z. B. durch die hohe Tonlage, die übertriebene Satzmelodie und Wiederholungen gekennzeichnet.
  • Erinnerungsverlust. Arten von Amnesie sind: Anterograd (Erinnerungsverlust für Ereignisse, die nach dem Beginn der ursächlichen Erkrankung oder des ursächlichen Einflussfaktors auftreten) und Retrograd (Erinnerungsverlust für Ereignisse, die vor dem Beginn der ursächlichen Erkrankung oder des ursächlichen Einflussfaktors auftraten.)
  • Amniozentese
    Fruchtwasserpunktion.
  • Substanzen, die die neuronale Aktivität stimulieren und zu einer Beschleunigung der Körperfunktionen führen. Der Energiepegel steigt an, und die Stimmung verbessert sich.
  • Amphetamine
    Substanzen, die die neuronale Aktivität stimulieren und zu einer Beschleunigung der Körperfunktionen führen. Der Energiepegel steigt an und die Stimmung verbessert sich.
  • Störungen der Musikverarbeitung meist nach Hirnläsionen, selten angeboren als „kongenitale Amusie“. Rezeptive Amusie bezeichnet eine Störung der Musikwahrnehmung; expressive Amusie eine Störung der musikalischen Produktion.
  • Amygdala
    Gehirnregion des Limbischen Systems. Vermittelt Emotionen und emotionales Gedächtnis (vor allem bei der Furchtkonditionierung) und beeinflusst Stressreaktionen.
  • Mandelkern, zum limbischen System gehörende Struktur des Temporallappens.
  • Amygdala
    zwei bohnengroße Neuronenverbände, die Teil des limbischen Systems und an der Entstehung von Emotionen beteiligt sind.
  • Mandelförmige Hirnstruktur, die u.a. bei der Verarbeitung negativer affektiver Reize aktiviert ist.
  • Teil des limbischen Systems
  • Mandelkern; zum limbischen System gehörende Struktur des Temporallappens, enthält mehrere Kerne
  • Amygdala
    Teil des limbischen Systems, der aus rund 15 verschiedenen Kernen besteht. Er arbeitet im Vorbewussten und wird häufig als diejenige Hirnstruktur betrachtet, die für das emotionale Färben von Informationen zuständig ist. - Ist mit einer Vielzahl von Gehirnregionen verschaltet und erhält sensorische Informationen aus dem Thalamus und Neokortex. - Kann charakterisiert werden als eine Motivationseinheit, die sich auf etwas richtet und deren Aktivität durch sensorische Informationen aus allen Phasen der kognitiven Verarbeitung beeinflusst wird.
  • Amygdala (amygdala)
    Paarig in den Schläfenlappen angelegte Zellgruppe, die an der Bewertung von Umweltereignissen beteiligt ist und im Zentrum eines Furcht- bzw. Meidensystems steht.
  • Amyotrophe Lateralsklerose
    Neurodegenerative Erkrankung des 1. und 2. Motoneurons, die zu fortschreitender Lähmung führt. Auch andere Neurone sind betroffen. Patienten, die sich künstlich beatmen lassen, können in den Locked-in-Zustand geraten.
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
    Neurodegenerative Erkrankung, die zu einer fortschreitenden Zerstörung des willkürmotorischen Systems führt.
  • Entwicklungsphase nach der psychoanalytischen Theorie Freuds, in der der Lustgewinn durch die Nahrungsausscheidung im Vordergrund steht.
  • Die zweite Phase in Freuds Theorie, etwa zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr, in der die Körperausscheidungen die primäre Lustquelle darstellen.
  • psychoanalytisch: Entwicklungsphase mit Anus als primärer erogener Zone
  • Analgetika
    Schmerzhemmende Medikamente. Man unterscheidet nichtsteroidale Analgetika von narkotischen, d. h. auf Opiaten basierende Analgetika.
  • Analoge Abbildung (analogical mapping)
    Abbildung der Elemente eines Zielproblems auf die Elemente eines Quellproblems unter Beibehaltung der Relationen zwischen Elementen.
  • Analoger Abruf (analogical retrieval)
    Absuchen des Gedächtnisses nach einer Problemstellung aus einer anderen Wissensdomäne zur Lösung eines aktuellen Problems.
  • Das Nutzen von Erfahrungen durch übertragen der Prinzipien aus einem Bereich (Quelldomäne) auf einen anderen Bereich (Zieldomäne).
  • Analyse nicht gemeinsamer Auswirkungen
    Betrachter schließen auf Absichten hinter Handlungen, indem sie die Konsequenzen der Verhaltensmöglichkeiten, die dem Handelnden offen standen, miteinander vergleichen und deren unterschiedliche Ergebnisse identifizieren.
  • Analyseebenen
    die unterschiedlichen sich gegenseitig ergänzenden Auffassungen zur Analyse irgendeines vorgegebenen Phänomens, die von der biologischen über die psychologische bis zur soziokulturellen Auffassung reichen.
  • Analytische vs. nichtanalytische Entscheidungsstrategien
    Von einer analytischen Entscheidungsstrategie spricht man, wenn die Person ihre Entscheidung auf der Basis der Bewertung der Konsequenzen der Optionen trifft (z.B. lexikografische Regel). Bei nichtanalytischen Entscheidungsstrategieen wird die Entscheidung auf der Basis anderer Variablen gefällt, die in keinem direkten Zusammenhang mit den Konsequenzen der Optionen stehen (z.B. Münzwurf, Rat des Experten folgen, seinem Gefühl folgen etc.).
  • Feststellung der Vorgeschichte einer Störung.
  • Unter einer Anamnese oder einer Anamneseerhebung wird in Anlehnung an den Sprachgebrauch der Medizin die gesprächsweise Erkundung der Vorgeschichte einer Erkrankung oder Störung verstanden.
  • Anapher (anaphor)
    Wiederaufnahme in Texten (z. B. in Form von Pronomen, definite Nominalphrase) von etwas, das zuvor erwähnt wurde. Mittels anaphorischer Ausdrücke kann in Texten Kohärenz erzeugt werden.
  • Männliches Geschlechts- und Keimdrüsenhormon; wichtigster Vertreter: Testosteron
  • Androgene
    Männliche Geschlechtshormone, z. B. Testosteron.
  • Eine Gruppe von Steroidhormonen, die in der pränatalen Entwicklung bei männlichen Kindern normalerweise in höherer Konzentration auftreten als bei weiblichen und sich dann nachhaltig auf Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane und des Körpers auswi
  • primär männliche Geschlechtshormone (Sammelbegriff )
  • Androgeninsensitivitätssyndrom (AIS)
    Eine seltene pränatale Entwicklung bei genetisch männlichen Kindern, bei der die Funktion der Androgenrezeptoren gestört ist, was die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane beeinträchtigt. In solchen Fällen können die Kinder mit weiblichen äußeren Ge
  • Androgenisierung
    „Vermännlichung“ bzw. Entwicklung von Merkmalen und Symptomen, die durch eine erhöhte Androgenexposition induziert werden.
  • Bezieht sich auf das vermehrte Auftreten bestimmter Erkrankungen beim männlichen Geschlecht. Im Deutschen wird in diesem Zusammenhang auch von Knabenwendigkeit gesprochen.
  • Anfangszustand (initial state)
    Zustand, der zu Beginn einer Problemlösung gegeben ist.
  • Anfechtbares Schließen (defeasible reasoning)
    Unsicheres Schließen, bei dem eine Konklusion gilt, bis sie angefochten wird.
  • Anforderungs-Bewältigungs-Paradigma
    Annahme, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Laufe ihrer Entwicklung mit vielfachen Anforderungen konfrontiert sind, die sie auf der Basis ihrer jeweiligen personalen und sozialen Ressourcen bewältigen müssen.
  • Differenziert zwischen Arbeitsanforderungen und Entscheidungsspielraum. Die Ausprägungen beider Dimensionen beeinflussen die Stärke der empfundenen Belastung.
  • Anforderungs-Kontroll-Modell
    Im Anforderungs-Kontroll-Modell wird Stress als eine Funktion der Anforderungen einer Arbeitsaufgabe und dem Entscheidungsspielraum einer Person, mit diesen Anforderungen umzugehen, definiert. Dieses Modell geht davon aus, dass Tätigkeiten, die durch hohe Anforderungen bzw. Belastungen und hohe Entscheidungsspielräume gekennzeichnet sind (_aktive Tätigkeiten_), nicht in dem Maße zu Stressempfindungen wie Tätigkeiten mit hohen Anforderungen/Belastungen und geringen Kontroll- bzw. Entscheidungsmöglichkeiten (_hoch beanspruchende Tätigkeiten_) führen. Ausgeprägte Entscheidungsmöglichkeiten wirken somit als Ressourcen zur Kompensation der Stress auslösenden hohen Anforderungen. Außerdem wird angenommen, dass Tätigkeiten mit hohen Entscheidungsspielräumen und geringen sowie hohen Anforderungen bzw. Belastungen (_niedrig und hoch beanspruchende Tätigkeiten_) sich von Tätigkeiten mit niedrigem Entscheidungsspielraum und Anforderungen/Belastungen (_passive Tätigkeiten_) vor allem darin unterscheiden, dass Letztere ein passives Freizeitverhalten bewirken. Höherer Entscheidungsspielraum – insbesondere in Kombination mit hohen Anforderungen bzw. Belastungen – fördert somit ein günstigeres Bewältigungsverhalten bei Stress in der Arbeit im Sinne eines aktiveren Freizeitverhaltens.
  • Die Anforderungsanalyse umfasst die Ermittlung berufsrelevanter Voraussetzungen eines Bewerbers für einen zu besetzenden Arbeitsplatz.
  • Die Anforderungsanalyse umfasst die Ermittlung berufsrelevanter Voraussetzungen eines Bewerbers für einen zu besetzenden Arbeitsplatz.
  • Anforderungsanalyse
    Eine Anforderungsanalyse umfasst die Bestimmung und Beschreibung der erfolgskritischen Personenmerkmale für eine bestimmte Stelle oder Laufbahn.
  • Anforderungsanalyse
    »Die Anforderungsanalyse sollte die Merkmale eines Arbeitsplatzes, einer Ausbildung bzw. eines Studiums, eines Berufs oder einer beruflichen Tätigkeit ermitteln, die für den beruflichen Erfolg oder die berufliche Zufriedenheit bedeutsam sind. Aus der Anforderungsanalyse sollten diejenigen Eignungsmerkmale … mitsamt ihren Ausprägungen abgeleitet werden, die zur Erfüllung der Anforderungen nötig sind« (DIN 33430; in Reimann, 2009, S. 99).
  • Anforderungsprofil
    Zusammenstellung der erfolgskritischen Personenmerkmale für eine bestimmte Stelle oder Laufbahn.
  • Anforderungsprofil
    Bei vielen Fragestellungen bietet es sich an, Anforderungen festzulegen, die erfüllt sein müssen. Bei eignungsdiagnostischen Fragestellungen wird explizit der Begriff »Anforderungen« bzw. »Anforderungsprofil« für die Gesamtheit aller Anforderungen verwendet.
  • Ausmaß, in dem eine Tätigkeit eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten beinhaltet, welche verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten des Mitarbeiters erfordern
  • Angebots-Nutzungs-Modell
    Dem Angebots-Nutzungs-Modell liegt die Auffassung zugrunde, dass Bildungsangebote Lerngelegenheiten darstellen, die von den Lernenden – in teilweise unterschiedlicher Weise – wahrgenommen und genutzt wird. Das Modell drückt auch aus, dass den Eingangsvoraussetzungen der Lerner (z.B. ihre Motivation, die die Wahrnehmung, Nutzung und Verarbeitung der Lernangebote durch die Lernenden steuert) eine wichtige moderierende Funktion im Lehr- und Lernprozess zukommt. Neben schulischen Bildungsangeboten (Unterricht), die im Zentrum des Modells stehen, berücksichtigt das Modell auch außerunterrichtliche und außerschulische Einflussfaktoren.
  • Angewandte Anspannung (Applied Tension)
    Methode von Öst, um Blut-Spritzen-Verletzungsphobien zu behandeln. Zunächst wird erlernt, durch Muskelanspannung den Blutdruck stabil zu halten und damit eine Ohnmacht zu vermeiden. Dann wird die In-vivo-Konfrontation durchgeführt.
  • Angewandte Entspannung (Applied Relaxation)
    Ein komplexes kognitiv-behaviorales Entspannungsverfahren nach Öst, das sich u. a. der progressiven Muskelrelaxation bedient.
  • Angewandte Forschung
    wissenschaftliche Untersuchungen zur Lösung konkreter Probleme.
  • Angina pectoris
    Engegefühl, Druckgefühl und Schmerzen in der Brust, oft Ausdruck einer koronaren Minderdurchblutung.
  • Angiogenese
    Ausbildung der Mikrozirkulation bzw. Blutzufuhr für eine Zelle.
  • Angiopathie
    Pathologische Veränderungen der Blutgefäße (z. B. der Gefäßwände), z. B. bei Diabetes mellitus.
  • Angst
    Angst ist ein aktueller psychischer Zustand, der durch verstärkte Besorgnis und Anspannung gekennzeichnet ist und mit einer körperlichen Aktivierung einhergeht.
  • Anordnung bzw. Zusammenstellung von Angstreizen im Hinblick auf das Ausmaß ihrer angstauslösenden Qualität, häufige Verwendung im Rahmen der systematischen Desensibilisierung.
  • Gruppe von Störungen, die sich von normalen und entwicklungstypischen Ängsten durch die Dauer und Intensität der auftretenden Ängste und die Art der Auslösebedingungen unterscheiden. Sie können sich auf bestimmte Objekte und Situationen beziehen oder gene
  • Angststörung, pränatale
    Eine Angststörung während der Pränatalzeit, deren Symptome weitgehend einer üblichen Angststörung entsprechen, sich aber vor allem auf das Wohlergehen des ungeborenen Kindes, die Schwangerschaft und Geburt beziehen.
  • Psychische Störungen, die gekennzeichnet sind durch eine quälende, übermäßige Angst oder unangemessene Verhaltensweisen, um die Angst zu reduzieren.
  • Angststörungen
    psychische Störungen, die gekennzeichnet sind durch eine quälende, überdauernde Angst oder unangemessene Verhaltensweisen, um die Angst zu reduzieren.
  • Unfähigkeit, Freude zu empfinden und Vergnügen zu genießen.
  • Unfähigkeit, Freude zu empfinden; eines der Kernsymptome einer klinisch relevanten Depression.
  • Anhydrisch
    Ohne Wassergehalt; Stoffe, die elektrischen Strom leiten können.
  • Negativ geladene Ionen, wandern zur Anode
  • Anker-/Anpassungsheuristik
    Eine kognitive Heuristik, die uns den ursprünglichen Standards/Schemata (Ankern) ein bestimmtes Gewicht beimessen lässt, und dazu führt, dass das endgültige Urteil häufig zu nahe am Anker liegt (nicht ausreichend angepasst wird).
  • Ankerheuristik
    Heuristik, nach der Urteile in relativer Abhängigkeit von einem situativen und informationalen Bezugsrahmen getroffen werden; wird oft als Prototyp des intuitiven Denkens betrachtet (Hastie & Dawes, 2010).
  • Unsere biologische Grundausstattung; die von den Eltern erhaltenen Gene.
  • Anlage-Umwelt-Debatte
    die alte Kontroverse darüber, wie groß im Vergleich zu Erfahrung und Lernen der Einfluss der Gene auf die Ausbildung psychischer Merkmale und die Entwicklung von Verhaltensweisen ist. Heutzutage wird angenommen, dass Eigenschaften und Verhaltensweisen durch die Wechselwirkung von Anlage und Umwelt entstehen.
  • Annäherungsmotivation
    Annäherungsmotivation zielt auf die Annäherung an einen erwünschten positiven Zielzustand.
  • Annäherungstemperament
    Nach Elliot und Trash (2001) ist ein Annäherungstemperament eine generelle neurobiologische Sensibilität gegenüber positiven Stimuli. Dies kommt in einer wahrnehmungsmäßigen Vigilanz für, einer affektiven Reaktion auf und einer verhaltensmäßigen Prädisposition gegenüber solche(n) Stimuli zum Ausdruck.
  • Annäherungsziele
    Annäherungsziele beziehen sich auf einen spezifizierten positiven Zustand, den es zu erreichen gilt.
  • Annahmequoten
    Festgelegte Annahmequoten liegen vor, wenn z. B. nur eine bestimmte Zahl von Therapie- oder Ausbildungsplätzen zur Verfügung steht. Ist die Zahl der Bewerber größer als die der vorhandenen Plätze, erfolgt eine Auswahl. Hingegen ist bei nichtfestgelegten oder variablen Annahmequoten bei jeder Entscheidung das Ergebnis offen. Beispielsweise erhalten alle Personen eine Therapie, die als therapiebedürftig beurteilt worden sind.
  • Anopie, Anopsie
    → zerebrale Blindheit
  • Störung, die durch starkes Untergewicht und die Angst vor einer Gewichtszunahme gekennzeichnet ist. Das Essen wird (fast völlig) verweigert und/oder es werden gegensteuernde Maßnahmen unternommen. Beim asketischen Subtyp besteht ein restriktives Essverhal
  • Anorexia nervosa
    Essstörung, bei der eine Person (meistens ein Mädchen in der Adoleszenz) Diät hält und deutlich untergewichtig wird (15% oder mehr), aber trotzdem weiter hungert.
  • "Essstörung; Betroffene weigern sich, ein minimales normales Körpergewicht zu halten bzw. zu erreichen; es besteht eine ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme trotz bestehenden Untergewichts, eine Wahrnehmungsstörung bezogen auf Figur und Gewicht bzw. die übermäßige Bedeutsamkeit von diesen für das Selbstkonzept sowie eine Amenorrhoe."
  • Verzögerter oder ausbleibender Orgasmus.
  • Unfähigkeit, eine eigene Krankheit oder Behinderung wahrnehmen zu können.
  • Das mit einer umschriebenen Hirnschädigung einhergehende, pathologische Nichterkennen einer offensichtlich bestehenden Halbseitenlähmung, kortikalen Blindheit, Hemianopsie oder Taubheit. Es scheint, als ob den Patienten das Bewusstsein für ihre Erkrankung fehlen würde.
  • Anovulation
    Ausbleiben des Eisprungs.
  • Das Ausmaß, in dem das Temperament eines Individuums mit den Anforderungen und Erwartungen seiner sozialen Umwelt übereinstimmt.
  • Anpassungsniveau
    unsere Tendenz, uns ein Urteil (über Töne, Lichter oder Einkommen) aufgrund eines neutralen Niveaus zu bilden, das durch unsere Vorerfahrung bestimmt wird.
  • Anpassungsstörung
    Psychische Störung, die als Reaktion auf belastende Lebensereignisse wie z. B. einen schweren medizinischen Krankheitsfaktor eintreten kann (im Gegensatz zu „Aufgrund-Störung“).
  • Anpassungstest
    Der Anpassungstest prüft, ob eine empirische Häufigkeitsverteilung mit einer theoretisch zu erwartenden Häufigkeitsverteilung übereinstimmt. Die zu erwartende Verteilung kann einer Gleichverteilung, einer Normalverteilung oder einer beliebigen anderen Form von Verteilung entsprechen, welche sich aus theoretischen Überlegungen oder praktischen Erfahrungen ergeben kann.
  • Anreiz
    positiver oder negativer Reiz in der Umwelt, der ein Verhalten motiviert.
  • Situative Reize, die auf affektiv getönte Zielzustände verweisen.
  • Konstrukt, das situative Reize bezeichnet, die einen Motivationszustand anregen können. Im Kern dieses Konstruktes stehen dabei affektive Reaktionen, die eine grundlegende (basale) Bewertung vornehmen.
  • Anreiz (incentive)
    Derjenige Aspekt eines Zieles, der zu der Befriedigung eines Bedürfnisses oder eines Motivs beiträgt und das Ziel damit erstrebenswert macht.
  • Anreiz einer Situation
    subjektiver Wert der Folgen einer Situation, gewichtet mit ihren subjektiven Wahrscheinlichkeiten
  • Merkmale der Situation, die Motive anregen können, werden als Anreize bezeichnet. Situationen bieten die Gelegenheit, Wünsche und Ziele zu realisieren, sie können aber auch Bedrohliches signalisieren. Alles, was Situationen in diesem Sinne an Positivem oder Negativem verheißen, sind Anreize.
  • ANS
    siehe: Autonomes (vegetatives) Nervensystem
  • Ansatz der geografischen Regionen
    Methode zur Überprüfung der Hitze-Hypothese, bei der die Häufigkeit von Gewalttaten in kühleren und heißeren Regionen miteinander verglichen wird.
  • Anschluss (affiliation)
    Streben nach Aufbau, Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung freundschaftlicher Kontakte zu anderen Personen.
  • Anschlussanreiz
    Anschlussanreize sind Merkmale der (sozialen) Umwelt, die Anschlussmotivbefriedigung signalisieren.
  • Anschlussbedürfnis
    Bedürfnis nach sozialem Kontakt
  • Anschlussmotiv
    Das Anschlussmotiv ist das dispositonelle Streben nach harmonischen zwischenmenschlichen Beziehungen und nach der Gewinnung, Aufrechterhaltung und Pflege von Freundschaften.
  • Anschlussmotivation
    Das zeitlich überdauernde Bestreben, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und eine wechselseitig positive Beziehung aufzubauen, die alle Beteiligten als bereichernd erleben.
  • Ansichtenabhängige Theorien nehmen an, dass bekannte Objekte als kleine Menge von prototypischen Ansichten gespeichert sind.
  • Ansichtsinvariante Theorien nehmen an, dass bekannte Objekte als Strukturbeschreibungen bestehend aus einer Menge von Elementen und den Beziehungen zwischen den Elementen gespeichert sind.
  • Im Kontext der Evaluationsforschung sind mit Anspruchsgruppen bzw. Stakeholdern („stakeholder“) alle direkt und indirekt von der Nutzung und Wirkung des Evaluationsgegenstandes Betroffenen („program beneficiary“ bzw. Zielgruppe: Kunden, Patienten, Teilnehmer sowie deren Angehörige, Freunde etc.) sowie alle an der Entwicklung, Umsetzung und Optimierung des Evaluationsgegenstandes Beteiligten („program developer/ provider“: Produkt- und Maßnahmenentwickler, Maßnahmenverantwortliche, Dienstleistungspersonal, politische Entscheidungsträger etc.) gemeint.
  • Anspruchsniveau
    "Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe, den eine Person bewältigen will, um mit ihrer Leistung zufrieden sein zu können. - Kann auf zwei Wegen erfasst werden: Durch die freie Wahl von Aufgaben, die in ihrem Schwierigkeitsgrad variieren; oder durch die Setzung eines Leistungsziels für eine Aufgabe, die im Hinblick auf Kriterien der Menge und Qualität unterschiedlich gut gemeistert werden kann."
  • Antagonist
    1.) Muskel: Gegenspieler der agonistischen Muskeln; 2.) Nervensystem: ein Molekül, das wie ein agonistisches an einen Rezeptor bindet, aber dort keine Wirkung ausübt und damit den Rezeptor blockiert
  • Anteil gemeinsamer Gene
    Bezieht sich auf die Menge des genetischen Materials, das Menschen (und Tiere) gemeinsam haben. Menschen haben einen nahezu identischen Anteil gemeinsamer Gene mit irgendeinem zufällig ausgewählten anderen Menschen.
  • Vorderer, vorne gelegener; beim ZNS in Kopfnähe befindlich
  • Anteriorer cingulärer Cortex (ACC) (anterior cingulate cortex)
    Region im medialen Frontalhirn, von der angenommen wird, dass sie an der Überwachung von Fehlern, Reaktionskonflikten und negativen Verhaltensrückmeldungen sowie an der Einschätzung der Kosten kognitiver Kontrolle beteiligt ist.
  • Im mittleren (medialen), vorderen Bereich des Frontalhirns. Verschiedene Autoren nehmen an, dass die Neuronen dieses Bereichs verstärkt Signale aussenden, wenn ein Verhaltensfehler aufgetreten ist und/oder wenn durch das Auftreten von Konflikten, Hindernisse bei der Zielerreichung einer Handlung entstehen. Andere Theorien stehen dieser Annahme skeptisch gegenüber und meinen, dass diese Struktur genau wie der laterale präfrontale Kortex grundlegend in die exekutive Kontrolle involviert ist.
  • anteriorer cingulärer Kortex
    Der anteriore cinguläre Kortex besorgt die Überwachung von Handlungen und ihrer Folgen und signalisiert an den DLPFC, falls eine Auffrischung des Handlungsziels erforderlich sein sollte.
  • Anterograde Amnesie
    das Unvermögen, neue Erinnerungen zu bilden.
  • Anterograde Amnesie
    Unfähigkeit, neue Reize bewusst langfristig so zu speichern, dass sie später wieder bewusst abgerufen werden können.
  • Antezedens (antecedent)
    Sprachlicher Ausdruck, auf den sich ein anaphorischer Ausdruck bezieht. So ist in dem Satzpaar „Ein Junge geht die Straße entlang. Er ist blond.“ die NP ein Junge das Antezedens des anaphorischen Ausdrucks Er.
  • antezedenzfokussierte Emotionsregulation
    Die antezedenzfokussierte Emotionsregulation schließt Strategien ein, die früh im Prozess der Emotionsgenese greifen, und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Emotion noch nicht vollständig (auf allen Reaktionsebenen) entfaltet hat bzw. die emotionsbezogenen Reaktionstendenzen nicht ausgelöst worden sind. Sie basiert auf Vorwegnahme (antezedent) und Kontrolle von Emotionsreaktionen durch aktive Situations- und Gedankenselektion und Beeinflussung, um ungewollte Emotionen zu verhindern und erwünschte herbeizuführen. Antezedenzfokussierte Emotionsregulation schließt vier regulatorische Subtypen ein: Situationsauswahl, Modifikation der Situation, Aufmerksamkeitslenkung und kognitive Veränderung oder Neubewertung.
  • Antezedenzvariable
    Als Antezedenzvariable (unabhängige Variable, Prädiktor) bezeichnet man die Wenn- bzw. Bedingungskomponente einer empirischen Wenn-Dann-Aussage (Hypothese). Wenn beispielsweise Aufgaben schwierig, aber erreichbar sind, strengen sich Personen mehr an als bei leichten Aufgaben. Die Variable _Aufgabenschwierigkeit_ ist hier die Antezedenzvariable.
  • Stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen von frühen anthropoiden Vorformen des Menschen bis zu dem Homo sapiens der Gegenwart.
  • Medikamente, welche die Wirkung des Neurotransmitters Azetylcholin unterdrücken.
  • Anticipatory anxiety (Erwartungsangst)
    Furcht, die im Vorfeld eines sozialen Ereignisses auftritt und sich auf das antizipierte Auftreten von Angst bezieht (Angst vor der Angst).
  • Pharmakologisch unterschiedliche Gruppen zur Behandlung von Depression und Angststörungen, z. B. trizyklische Antidepressiva, Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI).
  • Antidepressiva
    Medikamente, die genutzt werden, um Depressionen und manche Angststörungen zu behandeln. Unterschiedliche Varianten wirken, indem sie die Verfügbarkeit verschiedener Neurotransmitter verändern.
  • Antidiurese
    Einschränkung der Harnbildung in der Niere, durch Wasserausscheidungshemmung oder Reabsorptionserhöhung
  • Entgegen der normalen Richtung der Ausbreitung des Aktionspotenzials verlaufend
  • Antigen
    Antigene sind Moleküle, an die sich Antikörper oder Rezeptoren von T-Lymphozyten binden können. Oft wird der Begriff Antigen mit dem Begriff Immunogen gleichgesetzt. Als Antigene können komplexe Fremdmoleküle (z. B. Polysaccharide, Proteine, Proteoglykane), aber auch fremde Körperzellen, Bakterien und ihre Toxine oder manche Viren fungieren.
  • Eiweißkörper auf einem Mikroorganismus, durch den der Körper den Mikroorganismus als fremd erkennt
  • Antikörper
    Antikörper werden vom Immunsystem als Reaktion auf ein spezifisches Antigen gebildet, um dieses durch Komplementbildung unschädlich zu machen. Als Antigene können komplexe Fremdmoleküle (z. B. Polysaccharide, Proteine, Proteoglykane), aber auch fremde Körperzellen, Bakterien und ihre Toxine oder manche Viren fungieren.
  • Antipsychotika
    Medikamente, die genutzt werden, um Schizophrenie und andere schwere Formen von Störungen der Gedanken zu behandeln.
  • Antisoziale Persönlichkeitsstörung
    Persönlichkeitsstörung, bei der der Betreffende (in der Regel ein Mann) ein schwach ausgebildetes Gewissen hinsichtlich des eigenen Fehlverhaltens, auch gegenüber Freunden und Familienmitgliedern, aufweist. er kann aggressiv und rücksichtslos oder ein cleverer Trickbetrüger sein.
  • antisoziales Verhalten
    Verhalten, das kulturelle Normen verletzt
  • Antizipation
    Antizipation ist „die gedankliche Vorwegnahme eines (Bewegungs-)Ereignisses mit dem Ziel, die eigene motorische Handlung zeitlich adäquat daran ausrichten zu können“ (Hagemann und Loffing 2013, S. 562).
  • Antizipationsbedürfnis
    Das Konzept 'Antizipationsbedürfnis' beinhaltet die Annahme eines elementaren Bedürfnisses nach Vorhersage der Konsequenzen des eigenen Verhaltens. Tiere mit einem solchen Bedürfnis streben danach, Effekte ihres Verhaltens möglichst präzise zu antizipieren, so dass Abweichungen der eintretenden von den vorhergesagten Effekten zu einer Anpassung der Effektantizipationen und/oder des Verhaltens führen. Auf diese Weise lernen die Tiere Konsequenzen ihres Verhaltens immer besser vorherzusagen und damit ihr Verhalten auch immer präziser zur Herstellung bestimmter Konsequenzen einzusetzen.
  • Antizipationseffekt (effect of anticipation)
    Effekte der kognitiven Vorbereitung auf ein Ereignis vor dessen physischer Realisierung; nur indirekt erschließbar.
  • Antizipationseffekte (anticipation effect)
    Einflüsse auf das Verhalten, die auf der mentalen Vorwegnahme von Ereignissen vor deren realem Eintreten beruhen.
  • Aus Erfahrung wissen wir, dass bestimmte Konsequenzen zu bestimmten Emotionen führen können. Diese kognitiv repräsentierten Emotionen können dann als Kriterien bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Bei der Antizipation von Gefühlen neigen Menschen dazu, deren Stärke zu unter- und deren Dauer zu überschätzen.
  • Anton-Syndrom
    Historischer, nur noch selten gebrauchter Begriff für eine → Anosognosie für kortikale Blindheit.
  • Format für die Beantwortung eines Items, z. B. ja/nein (bei Frage), richtig/falsch gelöst (bei Aufgabe)
  • Anus praeter
    Künstlicher Darmausgang.
  • Die Anwendungsforschung („applied research“) widmet sich praxisbezogenen Fragestellungen und erfolgt oft als Auftragsforschung.
  • Die anwendungswissenschaftliche Studie („applied research study“) dient primär der Lösung praktischer Probleme mithilfe wissenschaftlicher Methoden und Theorien. Anwendungsforschung findet als unabhängige Forschung („independent research“, „non-commercial research“) oder als Auftragsforschung („contract resarch“, „commercial research)“ statt.
  • Medikament gegen Angststörungen, gleichbedeutend mit Beruhigungsmitteln ( Tranquilizer), heute meist vom Typ der Benzodiazepine.
  • Anxiolytika
    Medikamente, die genutzt werden, um Ängstlichkeit und Erregung zu kontrollieren.
  • Apathie
    Antriebs- oder Autoregulationsdefizit; im Unterschied zur Depression durch spezifische externale Cues relativ leicht aufhellbar.
  • Gefühllosigkeit, Teilnahmslosigkeit.
  • Das Aperture- oder Ausschnittproblem besagt, dass bei der Wahrnehmung eines Objektes in einem Ausschnitt die Bewegungsrichtung lokaler Elemente nicht eindeutig ist. Es ist also ein Problem der Mehrdeutigkeit.
  • Möglichkeit, die unmittelbar nach der Geburt zu einer Überprüfung der Herzfrequenz, der Atmungsaktivität, der Reflexauslösbarkeit, des Muskeltonus und der Hautfärbung dient.
  • Psychopathologischer Begriff: Eine Beeinträchtigung im Verstehen oder Übermitteln von Gedanken durch Sprache in gelesener, geschriebener oder gesprochener Form, verursacht durch eine Verletzung oder Erkrankung der Hirnareale, die für Sprache zuständig sind.
  • Aphasie
    Sprachstörung, die normalerweise durch eine Schädigung der linken Hemisphäre, entweder im Broca-Zentrum (gestörte Sprechfähigkeit) oder im Wernicke-Zentrum (gestörtes Sprachverständnis) entsteht.
  • Erworbene Sprachstörung, die als Folge einer (meist) linkshemisphärischen Hirnschädigung auftritt und bei der alle sprachlichen Verarbeitungsmodalitäten betroffen sind, also das Sprechen und Hören (Lautsprache), das Lesen und Schreiben (Schriftsprache). Je nach Art, Ort und Ausmaß der Hirnschädigung sind die verschiedenen Komponenten des Sprachsystems (Phonologie, Lexikon, Syntax, Semantik) in unterschiedlicher Weise beeinträchtigt.
  • Aphasie (aphasia)
    Bezeichnung der Unfähigkeit, Gedanken mittels Sprache auszudrücken oder die Bedeutung von Sprache zu erfassen. Aphasie entsteht, wenn die Gehirnhälfte, die die Sprachzentren beherbergt, geschädigt ist, ohne Beeinträchtigung der Sprechorgane oder des Gehörs.
  • Von Broca (1861) verwendete Bezeichnung für den vollständigen Sprachverlust (→ Aphasie) nach Schädigung der linken, sprachdominanten Großhirnhemisphäre. Heute wird der Begriff für die Bezeichnung zerebraler Artikulations- oder Sprechstörungen verwendet.
  • Geistreicher, lehrreicher, überraschender und prägnant formulierter Gedanke.
  • Programmierter Zelltod.
  • Physiologischer Telltod, der durch in der Zelle selbst gebildete organische Botenstoffe induziert wird
  • Apperzeptive Agnosie
    Variante der visuellen Agnosie, bei der die Rekonstruktion der zusammenhängenden Objektstruktur misslingt.
  • Erste zu identifizierende Phase beim Sexualverhalten. Das Bewusstsein für das sexuelle Bedürfnis tritt auf, oft in Begleitung von Fantasien.
  • Appetenzverhalten
    Wenn für die Befriedigung eines aktuellen Bedürfnisses instinktives Verhalten in Bereitschaft steht, die aktuelle Situation aber keine Schlüsselreize bietet, um das Verhalten auszuführen, zeigen Tiere Unruhe und erhöhte Aktivität. Biologen sprechen vom Appetenzverhalten, das dem Auffinden einer Situation dient, in der das in Bereitschaft stehende Verhalten zur Ausführung gebracht werden kann.
  • Appraisal (appraisal)
    Emotionale Einschätzung von Situationen, Ereignissen oder Objekten auf verschiedenen Kriteriumsdimensionen.
  • Appraisals
    Kognitive Bewertungsprozesse von Anforderungssituationen, die unterschiedliche Emotionen hervorrufen und Handlungsweisen begründen.
  • Störung der willkürlichen zielgerichteten Bewegung bei intakter Motorik.
  • "Motorische Fehlhandlungen, die weder auf ""elementare"" motorische Probleme noch auf mangelhaftes Verständnis der Aufgabe zurückgeführt werden können. Charakteristisch ist, dass einseitige, vorwiegend linkshirnige Läsionen, beidseitige Fehlhandlungen verursachen. Der Kernbereich des Apraxiebegriffs sind Störungen des Imitierens, der Ausführung von bedeutungsvollen Gesten auf Aufforderung und des Werkzeug- und Objektgebrauchs."
  • Apraxie (apraxia)
    Unter Ataxie (vom griechischen apraxia für „Untätigkeit“) wird die Unfähigkeit, sinnvolle und zweckentsprechende Bewegungen auszuführen, verstanden. Die Koordination ist nicht gestört, aber die Bewegung selbst ist der Situation nicht angemessen und falsch ausgewählt.
  • Aufsteigendes retikuläres Aktivationssystem
  • Arbeit lässt sich bestimmen als jede auf ein wirtschaftliches oder organisationales Ziel gerichtete planmäßige menschliche Tätigkeit, bei der sowohl körperliche als auch geistige Kräfte eingesetzt werden. Bei der Arbeit geht es somit um planmäßige Handlungen, die auf die Erfüllung von Aufgaben im Rahmen wirtschaftlicher oder organisationaler Prozesse unter bestimmten Bedingungen und unter Nutzung unterschiedlicher Ressourcen (insbesondere Werkzeuge bzw. technische Mittel sowie menschliche Fähigkeiten und Leistungen) gerichtet sind.
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
    Beim Arbeits- und Gesundheitsschutz geht es um die Bewahrung des Menschen vor Gefahren, Beeinträchtigungen und Krankheiten in Verbindung mit seiner Berufsarbeit. Ziel des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist darüber hinaus die Gewährleistung der Gesundheit und die Schaffung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz.
  • Arbeits- und Organisationspsychologie
    Die Arbeits- und Organisationspsychologie als ein Teilgebiet der Psychologie beschäftigt sich mit dem menschlichen Erleben und Verhalten in der Arbeit und in Organisationen. Die Arbeits- und Organisationspsychologie ist nach der Klinischen Psychologie das zweitwichtigste Anwendungsfeld psychologischer Forschung und Berufsfeld für praktisch tätige Psychologinnen.
  • Arbeits- und Organisationspsychologie
    Anwendung psychologischer Konzepte und Methoden, um das menschliche Verhalten in der Arbeitswelt zu optimieren.
  • Methode zur Analyse von Arbeitsabläufen.
  • Unter dem Begriff Arbeitsanalyse versteht man die Gesamtheit strukturiert vorgenommener Methoden zur Erfassung und Bewertung von Anforderungen und Komponenten, die die Wechselwirkungen von Mensch und Arbeit betreffen.
  • Arbeitsanalyse
    »Mit Arbeitsanalyse wird ganz allgemein die systematische Erfassung und Bewertung von Informationen über die Interaktion von Mensch und Arbeitsbedingungen bezeichnet (…). In der psychologischen Arbeitsanalyse geht es um die Analyse und Bewertung der Arbeitsaufgabe(n) und der Arbeitsbedingungen« (Dunckel & Resch, 2010, S. 1111 und 1112).
  • Arbeitsanalyse, psychologische
    Gegenstand der psychologischen Arbeitsanalyse ist die Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten und ihrer Bedingungen sowie der Wirkungen der Arbeitsbedingungen und Anforderungen auf das Individuum. Dabei werden in systematischer Form Informationen über die Tätigkeit eines arbeitenden Individuums erfasst und beurteilt.
  • Arbeitsaufgaben sind abgrenzbare Teile einer Tätigkeit, denen ein bestimmtes Ziel in Form eines Arbeitsauftrags zugrunde liegt und die durch bestimmte Ausführungsbedingungen gekennzeichnet sind.
  • Arbeitsbedingte Erkrankungen verursachen für Unternehmen erhebliche Kosten.
  • Arbeitsgestaltungsmaßnahme, die eine Erweiterung der Arbeitstätigkeit durch zusätzliche Aufgaben auf einem höheren Anforderungsniveau vorsieht.
  • Arbeitsbereicherung (job enrichment) ist die qualitative Erweiterung der Arbeitstätigkeit auf Aufgabenbereiche, die den Handlungsspielraum erweitern. Sie wird daher auch vertikale Arbeitserweiterung genannt.
  • Der ABB von Neuberger und Allerbeck (1978) ist eine deutschsprachige Version des JDI. Er misst mit insgesamt 81 Items neun verschiedene Facetten der Arbeitszufriedenheit: Kollegen, Vorgesetzter, Tätigkeit, Arbeitsbedingungen, Organisation und Leitung, Entwicklung, Bezahlung, Arbeitszeit, Arbeitsplatzsicherheit.
  • Auf der Grundlage von Arbeitsanalysen werden Arbeitstätigkeiten anhand bestimmter Kriterien bewertet, um Schlussfolgerungen über den Gestaltungs- bzw. Optimierungsbedarf zu ziehen und um konkrete Empfehlungen zur Arbeitsgestaltung ableiten zu können. Hierzu werden meist die Kriterien humaner Arbeitsgestaltung Ausführbarkeit, Schädigungslosigkeit, Beeinträchtigungsfreiheit und Persönlichkeitsförderlichkeit herangezogen.
  • Arbeitserweiterung (job enlargement) ist die quantitative Erweiterung der Arbeitstätigkeit auf ähnliche Aufgabenbereiche. Sie wird daher auch als horizontale Arbeitserweiterung bezeichnet.
  • Arbeitsgedächtnis
    ein neueres Verständnis des Kurzzeitgedächtnisses, zu dem die bewusste, aktive Verarbeitung von eingehenden auditiven und visuell-räumlichen Informationen sowie von Informationen aus dem Langzeitgedächtnis gehört.
  • Arbeitsgedächtnis
    Modellvorstellung nach der die Fähigkeit zum simultanen Durchführen einfacher Aufgaben durch die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses gefordert wird
  • Arbeitsgedächtnis
    Oberbegriff für eine Menge von verbundenen Gedächtnissystemen bzw. Gedächtnisprozessen, die der kurzzeitigen Aufrechterhaltung und Manipulation von nicht mehr in der Umwelt zur Verfügung stehenden Informationen dienen. Prozesse des Arbeitsgedächtnisses machen Information kurzfristig für weitere Verarbeitung verfügbar. Das Arbeitsgedächtnis stellt eine hochgradig generelle Ressource des kognitiven Systems dar, die für zahlreiche verschiedene Aufgaben erforderlich ist. Die Information geht verloren, wenn sie nicht innerhalb von Sekunden erneut durch Verwendung aktiviert wird, und muss dann aus dem Langzeitgedächtnis rekonstruiert werden.
  • Beschreibt den Teil des aktiven Gedächtnisses, der beim Ausführen einer Handlung aktiv ist und die dazu gehörigen Informationen online hält. Neben einem Speicher für visuell-räumliche Information wird ein Speicher für verbal-sprachliche Information (phonologischen Schleife) sowie ein episodischer Puffer unterschieden; zusätzlich wird eine zentrale Exekutive postuliert, die Steuerungs- und Kontrollfunktionen übernimmt.
  • Arbeitsgedächtnis
    Das Arbeitsgedächtnis ist ein System, das zum vorübergehenden Erhalt und zur Manipulation von Informationen dient und hilft, komplexe Aufgaben durchzuführen.
  • Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis)
    Eine Art Werkstatt oder Pufferspeicher, in dem Informationen aus dem sensorischen und dem Langzeitgedächtnis zusammengeführt, beachtet und verarbeitet oder auch vergessen werden.
  • Arbeitsgedächtnis (working memory)
    Bezeichnung für die aktive Aufrechterhaltung und Manipulation aufgabenrelevanter Information. Die neurophysiologische Grundlage des Arbeitsgedächtnisses bilden Neurone im lateralen Präfrontalcortex, die Aufgabenrepräsentationen und Reiz-Reaktions-Regeln codieren und ihre Aktivität in Abwesenheit eines Reizinputs aufrechterhalten und dadurch die Verarbeitung in posterioren Hirnregionen im Sinne der aktiv gehaltenen Aufgaben modulieren können.
  • Arbeitsgedächtnis (working memory)
    Struktur zur kurzfristigen Speicherung und Manipulation von Information. Am besten untersucht sind Arbeitsgedächtnisstrukturen für phonologische und visuelle Reizformate. Einer zentralen Exekutive werden Kontrollprozesse im Sinne eines Aufmerksamkeitssystems zugeordnet.
  • Arbeitsgedächtnis/Kurzzeitgedächtnis
    Der Anteil des Gedächtnisses, welcher Informationen aufbewahrt, während sie im Bewusstsein gehalten werden, z.B. wenn eine Information aus dem Langzeitgedächtnis aufgerufen wird. Hier kann nur eine geringe Menge von Informationen aktiv gehalten werden; wobei die Kapazität mit Hilfe von Lern-strategien optimiert werden kann.
  • Arbeitsgestaltung beschreibt alle technischen, organisatorischen und ergonomischen Maßnahmen, die sich auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes, des Arbeitsablaufes, der Arbeitsorganisation und der Aufgabeninhalte beziehen.
  • Arbeitsgestaltung
    Der Begriff Arbeitsgestaltung steht für die systematische Veränderung technischer, organisatorischer und (oder) sozialer Arbeitsbedingungen mit dem Ziel, diese an die Leistungsvoraussetzungen des arbeitenden Menschen anzupassen, sodass sie der Erhaltung und Entwicklung der Persönlichkeit sowie der Gesundheit der arbeitenden Menschen im Rahmen effizienter und produktiver Arbeitsprozesse dienen.
  • Arbeitsgruppe oder -team
    Arbeitsgruppen oder -teams bearbeiten gemeinsam eine Arbeitsaufgabe in einem organisationalen Kontext. Zur gemeinsamen Aufgabenbewältigung müssen die Gruppenmitglieder miteinander kooperieren, indem sie die Arbeit aufteilen, hierzu eine gemeinsame Handlungsorganisation entwickeln und gemeinsam Entscheidungen auf der Grundlage von zeitlichen und inhaltlichen Tätigkeitsspielräumen treffen. Arbeitsgruppen sind dabei auch wie andere Gruppen durch intensive Interaktionsprozesse, gemeinsame Normen, ein Wir-Gefühl und Rollendifferenzierungen gekennzeichnet, die allerdings in Abhängigkeit von der gemeinsamen Arbeitsaufgabe entwickelt und ausgeformt werden.
  • Arbeitsintegrierte Lernorte
    Arbeitsintegrierte Lernorte zeichnen sich dadurch aus, dass Auszubildende direkt im Arbeitsprozess mitarbeiten. Die Arbeitsumgebung wird dabei zusätzlich um eine Lerninfrastruktur (z. B. Lernaufgaben und -materialien sowie Hand- und Lehrbücher, Lernziel- und Feedbackgespräche) erweitert, die Hilfestellungen und Anleitungen zur Reflexion des Arbeitshandelns, der sozialen Prozesse und der gesamten Umfeldbedingungen gibt.
  • Arbeitsintegriertes Lernen
    Arbeitsintegriertes Lernen beinhaltet Lernprozesse, die bei der Ausführung realer Arbeitsaufträge unter möglichst authentischen Arbeitsbedingungen erfolgen. Als Lernkontexte stehen dabei Arbeitsplätze bzw. -tätigkeiten mit ihren vielfältigen Anforderungen im Vordergrund.
  • Arbeitsleistung, tätigkeitsbezogene
    Die individuelle tätigkeitsbezogene Arbeitsleistung ist die Summe der Erwartungswerte – bewertet aus Sicht der Organisation – des Arbeitsverhaltens eines Beschäftigten im jeweiligen Beurteilungszeitraum.
  • Arbeitslosigkeit
    Eine Situation, die gekennzeichnet ist durch 1. das Nichtvorhandensein einer Erwerbsarbeit 2. Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt 3. Suche nach Erwerbsarbeit. Details der Definition von Arbeitslosigkeit variieren in verschiedenen Ländern, diese drei Kernelemente sind aber immer enthalten.
  • Arbeitsmodell von Beziehungen
    auf Bindungserfahrungen fußendes Beziehungsschema für enge Beziehungen
  • Arbeitsmotivation
    Beweggründe dafür, warum Menschen arbeiten und warum sie das mit unterschiedlichem Engagement tun.
  • Arbeitsorganisation
    Sie beinhaltet Regelungen und Maßnahmen zur Steuerung des Ablaufs von Arbeitsschritten bzw. -prozessen.
  • Arbeitsphysiologische Messmethoden
    Sie dienen der Erfassung körperlicher und biochemischer Reaktionen des Organismus (z. B. Herzschlagfrequenz, Hautleitfähigkeit, Körpertemperatur etc.). Sie werden eingesetzt, um spezifische (objektive) Beanspruchungen der Arbeitenden zu erheben.
  • arbeitsplatzanalytisch-empirische Methode
    Bei der arbeitsplatzanalytisch-empirischen Methode werden mithilfe von standardisierten Verfahren Informationen über die Stelle erhoben.
  • Arbeitsplatzexperten
    Personen, die qualifizierte Auskunft über die Anforderungen eines spezifischen Arbeitsplatzes geben können. Dazu zählen der Stelleninhaber, Kollegen, Vorgesetze, Mitarbeiter, Sachbearbeiter in der Personalabteilung, Arbeitswissenschaftler sowie Arbeits- und Personalpsychologen.
  • Unter Arbeitsproben versteht man diagnostische Verfahren, die aus einer realitätsnahen Simulation wichtiger Arbeitsaufgaben bestehen. Andere Bezeichnungen für diese Vorgehensweise lauten _situative Tests_ oder _Leistungstests_.
  • In der Arbeitspsychologie wird die Arbeitstätigkeit in Abhängigkeit der Arbeitsinhalte und –umgebung sowie der psychologische Einfluss der Arbeit auf das Individuum untersucht. Es wird nach generellen Gesetzmäßigkeiten gesucht, die für die meisten Arbeitenden gültig sind.
  • Arbeitspsychologie
    bezieht sich auf die Anwendung psychologischer Theorien, Forschungsansätze und Interventionsmethoden in der Arbeitswelt, auf die psychologischen Aspekte der Gestaltung der Arbeitstätigkeit, des Arbeitsplatzes und der Umgebung des Arbeitsplatzes.
  • Arbeitsselbstkonzept
    Teilmenge der relevanten Selbstkenntnis, die in einer gegebenen Situation aktiviert wird und unser Verhalten steuert.
  • Arbeitssicherheit
    In Bezug auf Arbeitssicherheit beschäftigt man sich mit den Gefahren und Gefährdungen in der Arbeitswelt und den Strategien, um diese abzuwenden bzw. zu bewältigen. Arbeitssicherheit wird als ein weitgehend gefahrenfreier Zustand bei der Berufs- bzw. Arbeitsausübung verstanden, den es anzustreben gilt. Mangelnde Arbeitssicherheit macht sich vor allem durch Unfälle und Verletzungen der arbeitenden Personen bemerkbar.
  • Nach dem Mehrspeichermodell der Informationsverarbeitung erfolgt hier eine Weiterverarbeitung der Information aus dem Ultrakurzzeitgedächtnis und eine Verknüpfung mit Information aus dem Langzeitspeicher. Es wird zwischen einem visuell-räumlichen Speicher
  • Arbeitsspeicher
    "Das gedächtnispsychologische Konzept des Arbeitsspeichers ist eigentlich ein Aufmerksamkeits-Regulierungs-System. Dieses System besteht zum einen aus einer zentralen Exekutive (die die Aufmerksamkeit reguliert) und mehreren ""Puffern"", so etwa einem eigenen System für auditive bzw. verbale Informationen (die phologische Schleife) und einem System für visuelle Informationen (räumlich-visueller Notizblock). Charakteristisch für den Arbeitsspeicher sind auch seine Kapazitätseinschränkungen. Zum Beispiel können nur zwischen 5 und 9 Informationseinheiten gleichzeitig darin verarbeitet werden."
  • Arbeitsteilung
    Geschlechtsunterschied in arbeitsbezogenen Tätigkeiten
  • Ein Arbeitsunfall beinhaltet ein plötzlich von außen auf den Menschen einwirkendes, körperlich schädigendes, zeitlich begrenztes Ereignis mit Verletzungsfolgen (z. B. Schnittwunden, Quetschungen, Knochenbrüche, Verbrennungen, Verätzungen, Vergiftungen etc.), die auch als _Personenschäden_ bezeichnet werden.
  • Arbeitswechsel (job rotation) wird ein Prinzip genannt, bei dem systematisches und geplantes Wechseln von Aufgaben der Mitarbeiter durchgeführt wird. Solche Wechsel sind entweder zeitlich oder durch das Erreichen eines bestimmten Arbeitsergebnisses begrenzt.
  • Arbeitswerte sind Konzeptionen des Wünschenswerten in der Arbeit, die dem Arbeitshandeln Orientierung verleihen. So betrachtet sind Arbeitswerte kognitiv-reflektierte Motive und sollten sich als Indikator besser eignen im Vergleich zu Persönlichkeitsfaktoren.
  • Arbeitszeugnis
    Es gibt verschiedene Varianten von Arbeitszeugnissen: Arbeitsbescheinigung, einfaches Zeugnis, Zwischenzeugnis, qualifiziertes Zeugnis, Berufsausbildungszeugnis sowie Ferien-, Aushilfs- und Nebenjobzeugnis. Arbeitszeugnisse werden auf Geschäftspapier mit vollständiger Adresse des Arbeitsgebers geschrieben, haben eine Überschrift (z. B. »Arbeitszeugnis«) und enthalten die persönlichen Daten des Beurteilten (vor allem Vor- und Zuname und Geburtsdatum). Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält darüber hinaus eine Beurteilung sowie weitere Angaben (Beschäftigungsdauer, Tätigkeitsbeschreibung, Gründe für Auflösung des Arbeitsverhältnisses etc.)
  • Arbeitszufriedenheit ist das, was Menschen in Bezug auf ihre Arbeit und deren Facetten fühlen. Es ist das Ausmaß, in dem Menschen ihre Arbeit mögen (Zufriedenheit) oder nicht mögen (Unzufriedenheit).
  • Arbeitszufriedenheit
    Arbeitszufriedenheit wird gewöhnlich als Einstellung definiert und umfasst dann die emotionale Reaktion auf die Arbeit, die Meinung über die Arbeit und die Bereitschaft, sich in der Arbeit in bestimmter Weise zu verhalten.
  • Arbeitszufriedenheit
    zusammenfassende Bewertung der unterschiedlichen Dimensionen von Arbeit.
  • Arithmetisches Mittel
    Das arithmetische Mittel gibt den Durchschnitt der Messwerte einer Verteilung an. Es ist das gebräuchlichste Maß der zentralen Tendenz
  • Im engeren Sinne ist arm, wer nicht über genügend Mittel zum physischen Überleben verfügt. Psychologisch entscheidend und hierzulande relevant ist jedoch die relative ökonomische Deprivation. Relative Armut bezieht sich auf die relative Einkommensarmut, auch relatives Armutsrisiko genannt, bei der das mittlere Einkommen einer betrachteten Gesellschaft die Referenzgröße darstellt.
  • Das Wahrnehmen von Aroma beruht wesentlich auf einer Interaktion von Geruchs- und Geschmackswahrnehmung.
  • Biologie: Klasse von Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen können
  • Art der Gruppenaufgabe
    Gruppenaufgaben werden danach unterschieden, ob die Aufgabe zwischen den Gruppenmitgliedern aufteilbar ist, ob die Qualität oder Quantität des Outputs relevant ist und wie die individuellen Beiträge mit der Gruppenleistung in Beziehung stehen.
  • Bei Forschungshypothesen werden nach Art des postulierten Effekts drei inhaltliche Typen von Hypothesen differenziert: Unterschiedshypothesen („hypotheses of difference“), Zusammenhangshypothesen („correlation hypotheses“) und Veränderungshypothesen („hypotheses of change“).
  • Als Artefakte werden hier menschliche Erzeugnisse bezeichnet, die bezeichnend für eine Kultur sind, wie z.B. Architektur, Bauwerke oder Kleidung.
  • Artefakte (artefacts)
    Kategorien, die sich auf von Menschen geschaffene Objekte beziehen (z. B. Fahrzeuge, Instrumente, Möbel).
  • sind Signale, die nicht durch den interessierenden physiologischen bzw. biopsychologischen Prozess, sondern durch andere Faktoren (z. B. externe Quellen elektrischer Potenziale wie etwa Radiosender oder Mobiltelefone) verursacht werden. Es handelt sich also um Signale, die einen anderen Ursprung haben als das interessierende Biosignal.
  • Arterie, vertebrale
    Ast der A. subclavia; versorgt Halsmuskulatur, Wirbelkanal, Rückenmark, harte Hirnhaut und Kleinhirnteile mit sauerstoffreichem Blut
  • Artifizielle Störung (Münchhausen-Syndrom)
    Absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen körperlicher Symptome, meist um einen offensichtlichen Vorteil für den Patienten zu erzielen.
  • Artikulation (articulation)
    Endphase der Sprachproduktion; hier werden die Laute (oder Gebärden) motorisch im Vokaltrakt (oder mit den Armen/Händen) gebildet und veräußerlicht.
  • Artikulationsort (place of articulation)
    Hindernisbildende Passage bei der Artikulation; Zusammenspiel eines (relativ beweglichen) Artikulationsorgans und einer (relativ unbeweglichen) Artikulationsstelle.
  • Artikulatoren (articulators)
    Sprechwerkzeuge (Artikulationsorgane) bestehend aus Atemapparat, Kehlkopf, Nasenhöhle, Mundhöhle, Zunge, Lippen
  • Das ASA-Modell („attraction-selection-attrition-model“) erklärt, warum die Varianz der Persönlichkeitsmerkmale in Organisationen geringer ist als zwischen Organisationen. Demnach werden bestimmte Menschen durch bestimmte Organisationen angezogen, die von der Organisation als passend Eingestuften werden ausgewählt, und wer sich nicht einfügt, verlässt von selbst die Organisation oder wird entlassen.
  • Klassische Studien zum normativen sozialen Einfluss, in denen gezeigt wird, dass selbst ein falsches Mehrheitsurteil die eigene Urteilsbildung beeinflussen kann.
  • Asomatognosie
    Anosognosie für Halbseitenlähmung (→ Anosognosie), bei der die Patienten leugnen, dass die betroffene Extremität zu ihnen gehört. Solche Patienten versuchen manchmal, die gelähmte Extremität aus dem Bett zu schieben.
  • Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen mit weniger schwerwiegenden Beeinträchtigungen. Die Betroffenen verfügen in der Regel über durchschnittliche kognitive Fähigkeiten und weisen kaum Auffälligkeiten hinsichtlich der produktiven Sprache auf. Sie
  • Zellverband aus vielen synchron aktiven Neuronen, der Informationen codiert.
  • Assertives Training
    Selbstsicherheitstraining, bei dem die Durchsetzung eigener Interessen im Vordergrund steht.
  • Assessment Center gehören zu den simulationsorientierten Verfahren und haben in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen.
  • Assessment Center
    Situationssequenz zur Diagnose arbeitsbezogener Fähigkeiten
  • Assessment Center
    Ein Assessment Center (AC) ist ein - bis dreitägiges Seminar mit acht bis zwölf Mitarbeitern oder Bewerbern, die von Führungskräften und Personalfachleuten in Rollenübungen und Fallstudien beobachtet und beurteilt werden. Diese Rollenübungen und Fallstudien sind charakteristisch für bestehende oder zukünftige Arbeitssituationen und Aufgabenfelder (Obermann, 2009, S. 8).
  • Assessment-Center
    multiple Verfahrenstechnik zur Auswahl und Beurteilung von Mitarbeitern, bestehend aus verschiedenen eignungsdiagnostischen Instrumenten und leistungsrelevanten Aufgaben.
  • Assessment-Center-Verfahren
    Das Assessment-Center-Verfahren besteht aus einer Kombination mehrerer verhaltensorientierter Simulationsübungen. Jeweils mehrere Teilnehmer werden gleichzeitig von mehreren geschulten Beobachtern in Bezug auf mehrere vorab definierte Anforderungen hin beurteilt. Wichtige Simulationselemente sind die Postkorbübung, die mündliche Präsentation, das Rollenspiel und die Gruppendiskussion. Diese Elemente können noch durch Fallstudien, Tests und Interviews ergänzt werden.
  • Bezieht sich nach der kognitiven Theorie Piagets auf die Einordnung von Information auf der Basis der vorhandenen Denkschemata.
  • Die Einordnung einer empirischen Erfahrung in ein semantisches Konzept.
  • Nach Piaget die Tendenz zur geistigen Anpassung der Umweltstruktur an den jeweiligen Entwicklungsstand der Handlungs- und Denkstrukturen des Individuums. So werden erlernte Schemata (z.B. das Saugen) auf andere Objekte (Bauklötze, Rassel, Wolldecke) angewendet.
  • Der Prozess, bei dem Menschen eintreffende Informationen in eine Form umsetzen, die mit den bereits verstandenen Konzepten übereinstimmt.
  • Assimilation
    Interpretation neuer Erfahrungen mit Hilfe von Begriffen der bereits existierenden Schemata.
  • Die Anpassung eines Urteils an einen (Vergleichs-)Standard.
  • Theoretisches Konstrukt zur Beschreibung von Verbindungen zwischen Gedächtnisinhalten (Repräsentationen), so dass die Aktivierung des einen Inhaltes die Aktivierung des anderen Inhaltes auslöst oder wenigstens dessen Aktivierung erleichtert.
  • Assoziationsdefizit- Hypothese
    Hypothese, dass ältere Erwachsene ein besonderes Problem damit haben, neue assoziative Verbindungen zwischen Konzepten herzustellen.
  • Teile des Gehirns, die zwischen den wichtigsten sensorischen und motorischen Feldern liegen und den Input aus diesen Feldern verarbeiten und integrieren.
  • Assoziationsfelder
    Bereiche des zerebralen Kortex, die nicht an den primären motorischen und sensorischen Funktionen beteiligt sind, sondern an höheren geistigen Fähigkeiten wie Lernen, Erinnern, Denken und Sprechen.
  • Das Erlernen von Zusammenhängen zwischen Ereignissen. Bereits Säuglinge können Zusammenhänge zwischen Reizen erkennen und daraufhin Erwartungen in Bezug auf weitere Reizdarbietungen entwickeln.
  • Assoziationsstärke
    Stärke, mit der zwei Begriffe untereinander assoziiert werden
  • Assoziationsstörung
    Nach Bleuler ein Hauptsymptom der Schizophrenie, welches sich vorwiegend in einer Verarmung der verbalen Artikulation äußert. Dabei verstand er Assoziationsstörung sowohl als soziale als auch individuelle Krise (Gedankenverbindungen und Verbindungen mit Menschen seien gestört).
  • Forschungsansatz der Verhaltensgenetik bei dem untersucht wird, ob Varianten eines Gens bei Trägern eines interessierenden Merkmals häufiger oder seltener vorkommen als bei Kontrollpersonen, die das Merkmal nicht aufweisen.
  • Assoziative Agnosie
    Variante der Agnosie, bei der die Objektstruktur keinen Anschluss an das im semantischen Gedächtnis gespeicherte Wissen über das Objekt findet.
  • Assoziative Bevorzugung (associative bias)
    Die Prädisposition, manche Stimuli mit ganz bestimmten anderen Stimuli oder Reaktionen zu assoziieren.
  • Assoziatives Lernen
    Lernen, dass bestimmte Ereignisse zusammen auftreten. Bei den Ereignissen kann es sich (in der klassischen Konditionierung) um zwei Reize oder (in der operanten Konditionierung) um eine Reaktion und ihre Konsequenzen handeln.
  • Zur Neuroglia gehörende sternförmige, phagozytosefähige Zellen, die über Zellfortsätze mit Nervenzellen interagieren; bilden die Gliagrenzmembran
  • Auffassung, dass bei Patienten mit Aphasie nicht bloß die Sprache, sondern allgemein die Fähigkeit, Zeichen zu bilden und zu verwenden, beeinträchtigt ist.
  • Asymmetrie des Gehirns
    Bezeichnung für die anatomische und vor allem funktionelle Ungleichheit der beiden Großhirnhemisphären. Besonders deutlich wird dies bei der Dominanz der linken Hemisphäre für Sprache bei über 95% der Rechtshänder und 70% der Linkshänder.
  • Asymmetrie, zerebrale
    Unterschiedliche Funktionstüchtigkeit beider Hirnhälften für bestimmte Verhaltensweisen und psychische Funktionen
  • Verfahren, das auf Grundlage der Hypnose entwickelt wurde. Beim AT leitet der Anwender den Entspannungszustand durch konzentrative Autosuggestion (daher autogen) selbst ein.
  • Partieller oder vollständiger Verlust der Koordination willentlicher Muskelbewegungen.
  • Ataxie (ataxia)
    Unter Ataxie (vom griechischen ataxia für „Unordnung“, „Verwirrung“) wird ein Mangel an Koordination ohne erkennbare muskuläre Schwäche verstanden. Das ungeordnete Zusammenspiel einzelner Bewegungsabläufe kann sich in der Augen-, Sprech-, Rumpf- und Extremitätenmotorik zeigen.
  • Atemzeitvolumen
    Menge des pro Zeit eingeatmeten Gases
  • Atmosphärische Farbverschiebung ergibt sich durch das entfernungsbhängige Ausmaß an Lichtstreuung. Infolge der Streuung erscheinen die weiter entfernten Objekte blasser, blauer und kontrastärmer.
  • Gerät zur Überwachung der Atmung eines Säuglings, das eingesetzt wird, wenn entsprechende Risiken bei einem Kind bestehen. Tritt eine Atmungsunterbrechung ein, erfolgt ein Signal, damit Maßnahmen zur Beseitigung der Atmungsunterbrechung eingeleitet werden
  • Attenuationstheorie der Aufmerksamkeit
    Die Attenuationstheorie der Aufmerksamkeitbesagt, dass auch Signale aus nicht beachteten Kanälen, wenn auch in abgeschwächter Form, weitergeleitet werden. Die Verarbeitung durchläuft eine Hierarchie von Verarbeitungsstufen. Welches Verarbeitungsniveau erreicht wird hängt u.a. von der verfügbaren Verarbeitungskapazität ab.
  • Attenuationstheorie der Aufmerksamkeit (attenuation theory of attention)
    Diese Theorie lässt eine abgeschwächte Weiterleitung und Verarbeitung nichtbeachteter Information zu. Weiterhin ist der Ort der Selektion flexibel, wenn auch relativ früh, auf einer perzeptiven Stufe, angesetzt, wobei das erreichte Analyseniveau von der verfügbaren Verarbeitungskapazität abhängt.
  • Attribut (attribute)
    Merkmal einer Entscheidungsoption, das entscheidungsrelevant im Hinblick auf die Ziele der entscheidenden Person ist und entsprechendes Gewicht erhält.
  • Maßzahl in der Epidemiologie. Gibt den Anteil der Risikoerhöhung am Risiko unter denen mit dem Risikofaktor an, also wie häufig ein Merkmal A bei Fällen mit Merkmal B beteiligt ist. Nicht kausal interpretierbar.
  • Attributgewicht (attribute weight)
    Subjektives Gewicht, mit dem ein Attribut einer Option die Entscheidung oder das Urteil des Individuums beeinflusst. Das absolute Attributgewicht bestimmt sich durch die Wichtigkeit des damit verbundenen Ziels (z. B. der Preis als Attribut hinsichtlich des Ziels, Geld zu sparen). Das relative Attributgewicht in einer spezifischen Entscheidung kann auch bei hoher absoluter Wichtigkeit gering sein, wenn die Optionen sich nur geringfügig (z. B. im Preis) unterscheiden.
  • Wenn eine Person für ein Ereignis eine Erklärung sucht, weil kein offensichtlicher Grund dafür vorzuliegen scheint, bezeichnet man diese Erklärung auch als Ursachenzuschreibung. Ursachenzuschreibungen unterscheidet man danach, ob die Ursachen in der eigenen Person oder außerhalb und zeitstabil oder veränderbar sind. Zusätzlich ist zu beachten, ob die (angenommene) Ursache als kontrollierbar oder nicht von der Person wahrgenommen wird.
  • Attribution
    Ursachenzuschreibung für Ereignisse bzw. Handlungsergebnisse.
  • subjektive Ursachenzuschreibung für Handlungsergebnisse
  • Attributionale Theorien
    Attributionale Theorien beschäftigen sich mit dem Einfluss von Attributionen (als unabhängige Variable) auf menschliches Erleben und Verhalten (z. B. auf Emotionen und Motivation).
  • Attributionale Theorien
    Theorien, die sich mit den Fragen nach den Auswirkungen von Attributionen (Ursachenzuschreibungen) auf Verhalten und Erleben befassen. Die zugeschriebenen Ursachen eines Handlungsergebnisses determinieren die nachfolgenden Erwartungen sowie affektive Reaktionen, die ihrerseits Einfluss auf die Motivation und das Verhalten nehmen. Attributionstheoretische Überlegungen sind u.a. zur Erklärung der Genese von Depressionen, aggressiven Verhaltens oder auch Hilfeverhaltens von zentraler Bedeutung.
  • Attributionen
    Attributionen sind Ursachenzuschreibungen, mit denen Individuen alltägliche Ereignisse erklären. Diese wahrgenommenen Ursachen müssen dabei nicht mit den tatsächlichen übereinstimmen. Schreibt eine Person dem Ereignis X die Ursache Y zu, so sagt man: Die Person attribuiert das Ereignis X auf die Ursache Y.
  • Das Verhalten einer Person wird ihren Eigenschaften zugeschrieben und nicht situativen Bedingungen, unter anderem auch kulturellen Normen.Oft dient diese dispositionale Ursachenzuschreibung der Aufrechterhaltung von Vorurteilen („Er handelt so, weil er Ausländer ist“).
  • Attributionsstil
    Persistierende Persönlichkeitseigenschaft, die durch ein individuell bevorzugtes Attributionsmuster gekennzeichnet ist. - Bezeichnet somit die Neigung einer Person, bestimmte Ursachenerklärungen relativ situationsunabhängig anzuwenden. So werden beispielsweise beim depressionstypischen Attributionsstil Erfolge eher externalen, variablen und spezifischen Ursachenfaktoren (z.B. Glück) zugeschrieben, Misserfolge hingegen eher internalen, stabilen und globalen (z.B. mangelnde Fähigkeiten).
  • Attributionstheorie
    Nimmt an, dass wir dazu neigen, Verhaltensweisen kausal zu erklären, und zwar oft, indem wir diese entweder der jeweiligen Situation (externe Attribution) oder der Veranlagung des betreffenden Menschen (interne Attribution) zuschreiben.
  • Attributionstheorie
    beschreibt, dass wir das Verhalten eines Menschen erklären, indem wir die Verantwortung dafür entweder der Situation oder der Veranlagung des betreffenden Menschen zuschreiben.
  • Attributionstheorien
    Gruppe von Theorien darüber, wie Individuen zu Schlussfolgerungen über die Ursachen für das Verhalten anderer Menschen oder des eigenen Verhaltens gelangen.
  • Attributionstheorien
    Attributionstheorien versuchen zu beantworten, wie Individuen zu Erklärungen für ihr eigenes Verhalten oder das Verhalten anderer kommen, d. h. Attributionen (als abhängige Variable) werden durch Umweltgegebenheiten und kognitive oder motivationale Prozesse des Individuums bestimmt.
  • Attributionstheorien
    Eine Gruppe von Theorien, die sich mit dem Zustandekommen von Attributionen (Ursachenzuschreibungen) befassen. Attributionstheorien beschreiben zum einem die Mechanismen und Informationsprozesse, aufgrund derer Handlungen oder Ereignisse einer bestimmte Ursachen zugeschrieben werden. Zum anderen geben sie Antworten darauf, wann und aus welchem Grund Attributionen auftreten und wie lange und wie intensiv nach den Ursachen eines Ereignisses gesucht wird.
  • Attributionsverzerrungen
    Systematische Verzerrungen bei der Sammlung von Daten bzw. Verarbeitung von Informationen über die Ursachen eines bestimmten Verhaltens.
  • Audiometrie (audiometry)
    Erfassung der Leistungsfähigkeit des Hörsystems, z. B. Sprachverständlichkeitstest (Sprachaudiometrie) oder Bestimmung von Absolutschwellen für Sinustöne definierter Frequenzen (Reintonaudiometrie).
  • Auditive Agnosie
    Unfähigkeit, Geräusche oder Sprachlaute zu erkennen, obwohl die Hörfähigkeit nicht erloschen ist.
  • Selektion auditiver Signale, die für zielgerichtete Handlungen notwendig sind.
  • Wahrnehmung des Ortes einer Geräuschquelle.
  • Auditive Szenenanalyse (auditory scene analysis)
    Strukturieren einer Schallmischung in die konstituierenden Schallquellen, indem zusammengehörende Signalanteile verbunden (integriert) und nicht zusammengehörende Anteile getrennt (segregiert) werden.
  • Die Aufbauorganisation ordnet Aufgaben-, Kompetenz- und Verantwortungsinhalte im Unternehmen. Sie bildet das hierarchische Gerüst einer Organisation und wird durch Organigramme dargestellt.
  • Aufforderungscharakter
    Objekte, die der Entspannung oder der Bedürfnisbefriedigung dienen können, gewinnen einen so genannten Aufforderungscharakter, eine Valenz, die sie aus ihrer Umgebung heraushebt und zielgerichtetes Aufsuchungsverhalten anzieht.
  • Aufgaben-Cue (task cue)
    Typischerweise vor einem relevanten Reiz angebotene Information über die aktuellen Reiz-Reaktions- Regeln.
  • Im Zuge der Personalentwicklung wird mithilfe der Aufgabenanalyse festgestellt, welches Wissen und welche Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kompetenzen für eine bestimmte Tätigkeit erforderlich sind.
  • Gegenstand von Aufgabenanalysen ist das beobachtbare Verhalten bei der Aufgabenausführung. Ziel ist eine Beschreibung der Verhaltenselemente, die zur Ausführung der Aufgabe erforderlich sind, sowie der Bedingungen und Leistungsanforderungen, unter denen die Ausführung erfolgen sollte.
  • Eine Forschungstechnik, bei der für eine Aufgabe die Ziele, die relevante Umgebungsinformation und die möglichen Verarbeitungsstrategien identifiziert werden.
  • Die aufgabenbezogene Arbeitsanalyse erfasst mit Hilfe von Befragungen und Beobachtungen die Anforderungen und Ausführungsbedingungen der Arbeitstätigkeit unabhängig von der ausführenden Person.
  • Aufgabenbezogene Kohäsion
    Kohäsion basierend auf der Anziehungskraft der Aufgabe auf die Gruppenmitglieder.
  • Aufgabenbezogener Führungsstil
    zielorientierter Führungsstil, bei dem Standards gesetzt werden, Arbeit organisiert und die Aufmerksamkeit auf Ziele gelenkt wird.
  • Aufgabenbezogenes Verhalten
    Verhaltensweisen im Gruppenprozess, die auf die Erledigung von Aufgaben gerichtet sind.
  • Aufgabeninventare
    Aufgabeninventare dienen dazu, die Bestandteile einer Tätigkeit in Form von Aufgaben und Funktionen zu identifizieren und aufzulisten. Sie werden auf der Basis von Experten- und Stelleninhaberbefragungen sowie Dokumentenanalysen entwickelt. Die Beschreibung von Aufgaben erschöpft sich meist in der Angabe eines Tätigkeitswortes und des dazugehörigen Objektes. Außerdem werden die Aufgaben von Stelleninhabern oder Experten hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit und ihres Zeitanteils sowie weiterer Aspekte beurteilt.
  • Aufgabenkonflikte entstehen, wenn sich die Teammitglieder über den Aufgabeninhalt uneinig sind, d. h. verschiedene Sichtweisen, Meinungen oder Ideen die Aufgabe betreffend haben.
  • Führungsstil, der sich durch Strukturierung der Aufgaben, Betonung der Einhaltung von Standards und Terminen sowie Entscheidungen durch die Führungskraft auszeichnet.
  • Aufgabenspezifische Dystonie
    → Dystonie, fokale
  • Aufgabentyp „falsche Überzeugung“
    Aufgaben, mit denen getestet wird, ob ein Kind versteht, dass andere Menschen in Übereinstimmung mit ihren eigenen Überzeugungen handeln, auch wenn das Kind weiß, dass diese Annahmen falsch sind.
  • Aufgabenwechsel
    Menschen können im Alltag zwischen verschiedenen Handlungen hin und her schalten und nicht selten mehrere Handlungen gleichzeitig ausführen. Ob ein Aufgabenwechsel kognitive Kosten verursacht und welche er verursacht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der zur Verfügung stehenden Zeit oder der Ähnlichkeit der Aufgaben.
  • Aufgabenwechsel (task switch)
    Wechsel zwischen Tätigkeiten, die in der Regel verschiedene Zuordnungen von Reizen und Reaktionen verlangen.
  • Aufgrund-Störung
    Psychische Störung, deren Auftreten eindeutig durch körperliche (z. B. hirnorganische) Veränderungen entstanden ist (im Gegensatz zur „Anpassungsstörung“, s. dort).
  • Bezeichnet in der Psychopathologie die Fähigkeit, sich längerfristig auf einen bestimmten Reiz oder eine Aufgabe zu konzentrieren. Eine Aufmerksamkeitsstörung kann sich äußern in leichter Ablenkbarkeit, in Schwierigkeiten, eine Aufgabe zu Ende zu führen oder sich auf die Arbeit zu konzentrieren.
  • Die selektiven Funktionen des Menschen. Dies umfasst die Fähigkeit, aus einer Menge von Reizen ganz gezielt solche zu beachten, die für eine Situation oder eine Aufgabe wichtig sind und diese Reize im Arbeitsgedächtnis aktiv zu halten. Die Zeitspanne, in der sie aufrecht erhalten werden kann, und der Umfang der Aspekte, die zeitgleich beachtet werden können, ändern sich im Laufe der Lebensspanne.
  • Aufmerksamkeit
    Aufmerksamkeit bezeichnet jene Prozesse, aufgrund derer aktuell relevante Informationen selektiert (ausgewählt) und irrelevante Informationen deselektiert (nicht ausgewählt) werden. Die Aufmerksamkeit steht durch diese selektive Auswahl relevanter Informationen in Wechselwirkung sowohl mit Wahrnehmungsprozessen als auch mit der Handlungsplanung und -ausführung (Hagendorf et al. 2011, S. 8).
  • Aufmerksamkeit
    Schmidt-Atzert et al. (2004) plädieren dafür, Aufmerksamkeit und Konzentration nicht gleichzusetzen. Aufmerksamkeit soll allein mit Wahrnehmung in Verbindung gebracht werden und sich auf das selektive Beachten relevanter Reize oder Informationen beziehen.
  • Die menschliche Informationsverarbeitungskapazität ist begrenzt. Es muss eine Auswahl an Informationen für die weitere Verarbeitung getroffen werden. Für diese selektive Orientierung ist Aufmerksamkeit notwendig.
  • Mit Aufmerksamkeit werden Prozesse bezeichnet, mit denen wir Informationen, die für aktuelle Handlungen relevant sind, selektieren bzw. irrelevante Informationen deselektieren. Selektion beeinflusst die Wahrnehmung (Selektion für die Wahrnehmung) und die Handlungsplanung und -ausführung (Selektion für die Handlungskontrolle).
  • Aufmerksamkeit (attention)
    Priorisierung der Verarbeitung eines Schallereignisses auf Kosten anderer Schallereignisse; ausgelöst durch Intentionen des Hörers (willkürlich) oder durch Eigenschaften des Schallereignisses (unwillkürlich).
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests
    Die Konstrukte »Aufmerksamkeit« und »Konzentration« sind bislang nicht gut definiert; zumindest haben sich noch keine konsensfähigen Definitionen durchgesetzt. Viele Autoren vermeiden deshalb eine begriffliche Festlegung und nennen Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests in einem Atemzug. In einem einflussreichen Beitrag hatte Bartenwerfer (1964) vorgeschlagen, diese Tests als »Allgemeine Leistungstests« zu bezeichnen.
  • Beschreibt ein Wahrnehmungsphänomen, bei dem der zweite zweier kurz nacheinander präsentierter Zielreize nicht wahrgenommen wird.
  • Aufmerksamkeitsblinzeln (attentional blink)
    Einschränkung der Fähigkeit zur Verarbeitung sequenziell dargebotener Stimuli. Erklärungen gehen davon aus, dass dem Ausschnitt des visuellen Feldes, in dem eine Veränderung erfolgt, selektive Aufmerksamkeit zugewiesen werden muss, damit die Veränderung wahrgenommen bzw. in eine Gedächtnisrepräsentation überführt werden kann.
  • Aufmerksamkeitsblinzeln (attentional blink)
    Bei einem Strom rasch dargebotener visueller Reize wird kurz nach einem ersten Zielreiz ein zweiter Zielreiz nicht bewusst wahrgenommen.
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
    psychische Störung, gekennzeichnet durch Auftreten von einem oder mehr der drei Schlüsselsymptome vor dem 7. Lebensjahr: extreme Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
  • Patienten mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden u.a. an erhöhter Ablenkbarkeit durch neue plötzlich auftretende Reize (Aufmerksamkeitsschwäche), erhöhter Impulsivität bis hin zur Hyperaktivität; neuropsychologische Theorien erklären das u.a. mit Dysfunktionen des präfrontalen Kortex und einer Minderversorgung mit dem Neurotransmitter Dopamin; als eine Folge davon wird eine verringerte Fähigkeit zum Schützen aktueller Aufgabenrepräsentation im Arbeitsgedächtnis diskutiert.
  • Aufmerksamkeitstests
    Tests zu verschiedenen Formen der Aufmerksamkeit haben ein gemeinsames Merkmal: Sie erfassen, wie schnell und genau Probanden kritische Reize entdecken. Die Tests unterscheiden sich vor allem darin, welche kritischen Reize verwendet und unter welchen Bedingungen diese dargeboten werden. Die Bedingungen sind ausschlaggebend dafür, welche »Form« der Aufmerksamkeit gemessen wird.
  • Phase im Veränderungsmodell von Prochaska und Diclemente: Problematisches Verhalten seit längerem nicht mehr praktiziert, Rückfallgefahr ist aber nach wie vor gegeben.
  • aufsteigende, datengesteuerte Informationsverarbeitung
    siehe: Bottom-Up-Verarbeitung
  • Aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem (ARAS)
    Vom Mittelhirn bis zum Thalamus reichendes Kern- und Zellsystem, welches die Hirnrinde weiträumig erregt
  • Aufsuchen – Meiden
    Fundamentale Verhaltensausrichtungen, die sich durch positive und negative Zielvalenzen ergeben.
  • Aufsuchenmotivation (approach motivation)
    Ausrichtung von Verhalten auf einen positiv bewerteten Zustand.
  • Aufwärmphase
    In der Regel ist vor der Durchführung von Leistungstests eine Aufwärmphase nützlich, die mit Testsituation und -verfahren vertraut macht. Die meisten Tests bieten daher Einführungsaufgaben oder sog. Eisbrecheritems, die die Prüflinge mit der Testart bekannt machen, deren Ergebnis aber nicht gewertet wird.
  • Aufwertungsprinzip
    Die Annahme, dass Kausalfaktoren stärker sein müssen, wenn ein hemmender Einfluss auf einen beobachteten Effekt vorhanden ist. Gegenteil des > Abwertungsprinzips.
  • Mithilfe von Augenbewegungen werden Objekte fixiert.
  • Die Augenfolgebewegung ist eine unwillkürliche Bewegung des Auges beim Verfolgen eines Objektes.
  • Augenscheinvalidität
    Der unbewiesene Anschein, dass die Items eines Tests das zu messende Merkmal gut erfassen. Augenscheinvalidität trägt zur Akzeptanz eines Verfahrens bei Laien bei.
  • Augenscheinvalidität
    Gemeint ist damit die Nachvollziehbarkeit für Testpersonen oder auch für psychologische Laien, die einen Test anschaffen: Der Laie glaubt zu erkennen, was der Test misst, und entwickelt daher eher Vertrauen in das Verfahren. Unter Marketinggesichtspunkten kann dies nützlich sein; für die Unverfälschbarkeit ist die Nachvollziehbarkeit allerdings abträglich.
  • Unter (Berufs-)Ausbildung versteht man das Erlernen bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zur Ausübung eines Berufes hinführen. Die entsprechenden Ausbildungsberufe sind staatlich anerkannt und ihre Ausbildung ist durch Ausbildungsordnungen geregelt.
  • Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV)
    An das PsychThG gebundene Verordnung, die die Inhalte der Ausbildung (Aufbau, Dauer, Inhalte, Struktur) zum psychologischen Psychotherapeuten regelt. Verbindlich für alle Ausbildungsinstitute in der BRD.
  • Ausdauer
    Die Fähigkeit, das eigene Handeln trotz Unterbrechungen und Ablenkungen auf Zielkurs zu halten.
  • Informelle Normen einer sozialen Gruppe darüber, wann, wo und wie sehr man Emotionen zeigen und wann und wo der Ausdruck von Emotionen unterdrückt oder maskiert werden sollte, indem man im Gesichtsausdruck andere Emotionen vorgibt.
  • Außerkörperliche Erfahrung
    Erlebnis einer Trennung von Körper und Selbst.
  • Außersinnliche Wahrnehmung
    umstrittene These, dass Wahrnehmung auch stattfinden kann, wenn keine sensorischen Signale eintreffen. Zusammenfassender Begriff für Phänomene wie Telepathie, Hellsehen und Präkognition.
  • Ausgangswertgesetz
    Die Höhe eines Anfangswertes ist negativ mit dem Zuwachs korreliert. Dafür sind – je nach Sachverhalt – teils biologische Faktoren verantwortlich, teils auch Limitierungen von Seiten der vorgegebenen Skalen, im Weiteren aber auch unzureichende Reliabilitäten.
  • ausgewogenes Verhältnis von Geben und Nehmen
    siehe: Equity
  • Stärkung von Toleranz und Akzeptanz. Das Aushalten und Wahrnehmen von z. T. gezielt induziertem aversivem Erleben (z. B. im Zuge einer Achtsamkeitsübung), ohne den Vermeidungsimpulsen nachzugeben, liefert dem Meditierenden den Beweis seiner eigenen Belastbarkeit, was sich in positiven Annahmen und Schlussfolgerungen zur eigenen Aushaltekompetenz niederschlagen kann. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene zu dysfunktionalen Verhaltensweisen greift, um aversives Erleben zu vermeiden, da die Schlussfolgerungen den Vermeidungsdruck gegenüber aversiven inneren Erfahrungen reduzieren.
  • Auslassungsfehler
    Von einem Auslassungsfehler spricht man, wenn ein kritischer Reiz vorliegt und der Proband nicht darauf reagiert.
  • Auslöser von Schlafstörungen
    Stress, unregelmäßige Schlafzeiten und psychoaktive Substanzen.
  • Aussagenlogik (propositional calculus)
    Teilgebiet der formalen Logik, das in der Denkpsychologie verwendet wird, um festzulegen, welche konditionalen Schlüsse logisch gültig sind.
  • Austauschbare Methoden
    In MTMM-Modellen: Solche Methoden, die einer Zufallsauswahl aus einer Menge gleichberechtigter (gleichadäquater) Methoden entsprechen. Beispielsweise wären verschiedene Messgelegenheiten austauschbar, wenn sie einer Zufallsauswahl entsprechen und keine der Messgelegenheiten sich von den anderen Messgelegenheiten strukturell unterscheidet.
  • Austauschorientierte Beziehung
    Bezieht sich auf eine zwischenmenschliche Verbindung zwischen Personen, die darauf achten, was ihr Partner bekommt und was sie selbst erhalten, um äquitable Gewinne zu gewährleisten.
  • Im Zusammenhang mit Stichprobenerhebungen müssen drei Populationskonzepte differenziert werden: Während die Zielpopulation („target population“) die Gesamtheit aller Objekte meint, über die Aussagen getroffen werden sollen, umfasst die Auswahlpopulation („frame population“) die Gesamtheit aller Objekte, die prinzipiell eine Chance haben, in die Stichprobe zu gelangen. Angesichts von Stichprobenausfällen erlaubt eine konkrete Stichprobe meist keinen direkten Rückschluss auf die Auswahlpopulation, sondern nur auf eine sog. Inferenzpopulation („inference population“), also die Gesamtheit aller Objekte, aus der die Stichprobe tatsächlich stammt.
  • Bei diesen Aufgaben sind die Probanden vor die Anforderung gestellt, aus mehreren vorgegebenen Antwortalternativen die richtige bzw. zutreffende Antwort zu identifizieren.
  • Das Auswahlgespräch ist ein personaldiagnostisches Verfahren, bei dem zwischen dem Bewerber und einem oder mehreren Repräsentanten der auswählenden Organisation Informationen über den Bewerber und die auswählende Organisation ausgetauscht werden.
  • Auswertungsobjektivität
    Gleiches Verhalten der Testpersonen wird in einem objektiven Test nach stets exakt denselben Regeln abgebildet. Für die Auswertungsobjektivität ist entscheidend, dass das Vorgehen im Manual mit klaren und unmissverständlichen Anweisungen beschrieben wird. Dazu gehören auch Anweisungen, wie mit Auslassungen, Korrekturen und Doppelankreuzungen (»richtig« und »falsch« angekreuzt) zu verfahren ist.
  • Auswertungsobjektivität
    Ein Test entspricht dann diesem Gütekriterium, wenn das Testergebnis unabhängig davon ist, wer den Test auswertet.
  • Authentisch Führende
    Authentisch Führende – abgeleitet vom Griechischen „authentikos“ = original, echt – werden definiert als Personen, die sich ihrer selbst sehr gut bewusst sind; die von anderen so wahrgenommen werden, dass sie sich der eigenen Werte, Moralvorstellungen, ihres Wissens und ihrer Stärken genauso bewusst sind wie derselben Merkmale Anderer; des Kontextes bewusst sind, innerhalb dessen sie handeln und die vertrauend, hoffnungsvoll, optimistisch, belastbar und mit einem hohen moralischen Charakter ausgestattet sind.
  • Autismus
    Störung, die im Kindesalter auftritt und durch das Fehlen von Kommunikation, sozialer Interaktion und dem Verständnis für die seelischen Zustände anderer Menschen gekennzeichnet ist.
  • Autistische Störung
    Hauptmerkmale der autistischen Störung sind eine deutlich abnorme und beeinträchtigte Entwicklung im Bereich der sozialen Interaktion und der Kommunikation sowie ein deutlich eingeschränktes Repertoire an Aktivitäten und Interessen. Die Störung weist je nach Entwicklungs- und Altersstufe des Betroffenen eine große Variationsbreite auf. Die autistische Störung wird manchmal auch als frühkindlicher Autismus, Autismus in der Kindheit oder Kanner- Syndrom bezeichnet.
  • Autoantigen
    Autoantigene (Synonym: Selbstantigene) sind körpereigene Moleküle, die bei Vorhandensein einer Autoimmunität als Antigene fungieren.
  • Autobiografisches Gedächtnis
    Erinnerungen an eigene Lebenserfahrungen einschließlich eigener Gedanken und Gefühle.
  • Bei der Autoethnografie („autoethnography“) handelt es sich um eine ethnografische Feldbeobachtung, bei der die Forscherin oder der Forscher als vollständiger Teilnehmer bzw. Insider („complete participant“, „member researcher“) im untersuchten Beobachtungsfeld agiert und der Fokus der Datenerhebung auf der Selbstbeobachtung und Selbstreflexion liegt. Per Autoethnografie werden vor allem menschliche Ausnahme- und Extremsituationen (z. B. Trennung oder Tod von Angehörigen, Krankheit und Sterben, außergewöhnliche Hobbys und Tätigkeiten) untersucht. In ihrem wissenschaftstheoretischen Verständnis und ihrer Vorgehensweise unterscheidet sich die evokative/emotionale Autoethnografie („evocative/emotional autoethnography“), die mit tradierten Kriterien der Wissenschaftlichkeit bricht und die Gültigkeit ihrer Befunde vor allem von emotionaler Nachvollziehbarkeit abhängig macht, von der analytischen Autoethnografie („analytical autoethnography“), die auf theoretische Analyse des Datenmaterials und intersubjektive Nachvollziehbarkeit setzt.
  • "Methode der Selbstentspannung bzw. Selbstbeeinflussung; durch autosuggestive Übungen werden autonome, zentralnervöse und psychologische Funktionen beeinflusst."
  • Autoimmunität
    Aufgrund einer Störung von Kontrollmechanismen (z. B. der Suppressor-T-Lymphozyten) kann sich das Immunsystem (v. a. zytotoxische T-Lymphozyten) gegen körpereigenes Gewebe (z. B. Haut, Bindegewebe) wenden.
  • Autokinetischer Effekt
    Wahrnehmungstäuschung, bei der sich ein stationärer Lichtpunkt zu bewegen scheint, wenn keine Bezugspunkte vorhanden sind.
  • Autokorrelationseffekt
    In longitudinalen Strukturgleichungsmodellen korrelieren Indikatoren oft stärker über die Messgelegenheiten hinweg als mit anderen Indikatoren derselben Messgelegenheit, die dasselbe Konstrukt messen.
  • Wirkung eines Hormons zurück auf seine Erzeugerzelle
  • Automatische Imitation (automatic imitation)
    Der Befund, dass Personen dazu tendieren, beobachtete Handlung zu imitieren, auch wenn die beobachtete Handlung nicht relevant für die eigene Handlung ist.
  • Bei einer automatischen Telefonbefragung („interactive voice response“, IVR; „telephone audio computer assisted self-interviewing“, T-ACASI) wird der Fragebogen über ein telefonisch erreichbares Audiosystem vorgelesen. Bei dieser selbstadministrierten akustischen Fragebogenpräsentation geben die Respondenten ihre Antworten per Tastendruck („touch tone input“) oder per Spracheingabe („voice input“).
  • Automatische Verarbeitung
    unbewusste Enkodierung zufällig anfallender Informationen, wie Raum, Zeit und Häufigkeit, sowie erlernter, aber inzwischen wohlbekannter Informationen (z. B. Wortbedeutungen).
  • Automatische Verarbeitung (automatic processing)
    Automatische Prozesse sind im Gegensatz zu kontrollierten Prozessen nicht kapazitätslimitiert und erfordern keine Aufmerksamkeit; sie lassen sich allerdings nur schwer modifizieren (s. auch kontrollierte Verarbeitung).
  • Automatischer Prozess
    Ein Prozess, der ohne Absicht, Aufwand oder Bewusstheit auftritt und andere, gleichzeitig ablaufende kognitive Prozesse nicht stört.
  • Ein Automatischer Prozess läuft weitgehend kapazitätsfrei ab.

  • automatisches Verhalten
    Ein Großteil unseres Verhaltens geschieht automatisch. Automatisches Verhalten funktioniert autonom: Es muß vom Individuum nicht überwacht werden, insofern ist es zumeist auch nicht bewußt. Zudem bindet es in der Regel kaum kognitive Ressourcen. Während jedoch einige automatische Verhaltensweisen ähnlich wie Reflexe funktionieren, so daß es weitgehend gleichgültig ist, ob das Individuum seine Aufmerksamkeit auf diese Prozesse lenkt oder nicht, gibt es eine Reihe anderer Automatismen im Verhalten, die auf eine unbewußte Informationsverarbeitung regelrecht angewiesen sind, sie würden anders laufen, wenn das Individuum seine Aufmerksamkeit auf sie richtet. Von dieser letzteren Art ist etwa die Anwendung von Stereotypen.
  • Automatisierung (automatization)
    Abnahme der Aufmerksamkeitsanforderungen der Bewegungsausführung im Übungsverlauf.
  • Begriff zur Beschreibung einer Eigenschaft von Informationsverarbeitungsprozessen: Automatische Prozesse benötigen keine Aufmerksamkeitsressourcen, laufen schnell ab, sind unvermeidbar und nicht dem Bewusstsein zugänglich. Allerdings lässt sich durch diese Merkmale nicht eindeutig entscheiden, ob ein Prozess automatisch oder nicht automatisch abläuft, da nie alle Merkmale notwendigerweise zutreffen und keine Einigkeit besteht welche(s) hinreichend für Automatizität sind (ist).
  • Automotive-Theorie
    Die Automotive-Theorie von Bargh (1994) besagt bezogen auf das Zielstreben, dass Stimuli, die gleichzeitig mit einem Ziel aufgetreten und so mit ihm assoziiert wurden, zielführendes Verhalten automatisch auslösen können.
  • Stadium, in dem Kinder realisieren, dass Regeln nicht absolut gelten, sondern ausgehandelt werden können und veränderbar sind. Weiterhin berücksichtigen sie in ihrem moralischen Urteil die Absicht, mit der eine Handlung ausgeführt wurde.
  • autonomer Agent
    in virtuellen Welten: Akteur mit eigenem Verhalten, das gar nicht oder nur teilweise vom Spieler beeinflussbar ist
  • Autonomes (vegetatives) Nervensystem
    Teil des peripheren Nervensystems, der die Drüsen und Muskeln der Körperorgane (z. B. des Herzens) kontrolliert. Der sympathische Teil sorgt für Erregung, der parasympathische für Beruhigung.
  • autonomes Nervensystem
    Teil des Nervensystems, bestehend aus Sympathikus und Parasympathikus
  • Ausmaß, in dem die Tätigkeit Freiheit bei der Einteilung der Arbeit und der Wahl der Vorgehensweise bietet
  • Autonomie von Arbeitsgruppen
    Die Gestaltung von Gruppenarbeit unterscheidet sich insbesondere in Bezug auf das Ausmaß der Selbstregulation, das einer Arbeitsgruppe gewährt wird. Sie bezieht sich beispielsweise auf das Ausmaß, in dem eigenständig Ziele bzw. Teilziele gesetzt werden können, Planungs- und Dispositionsfunktionen übernommen und gemeinsam Entscheidungen getroffen werden können, z. B. wer in die Gruppe aufgenommen wird. Zur Bestimmung der Autonomiegrade von Arbeitsgruppen wurden Kriterienkataloge entwickelt, die eine Einordnung konkreter Autonomieaspekte und -grade für die jeweilige Gruppe ermöglichen. Grundsätzlich kann angenommen werden, dass höhere Autonomiegrade von Arbeitsgruppen lern- und persönlichkeitsförderlich wirken, aber auch höhere Anforderungen an die Gruppenmitglieder stellen.
  • Autorezeptor
    Rezeptor in der Membran eines Neurons, der auf den von diesem Neuron freigesetzten Transmitter reagiert
  • Autoritäre Persönlichkeit
    Persönlichkeitssyndrom, das durch einfaches Denken, rigides Festhalten an sozialen Konventionen und Unterwürfigkeit gegenüber Autoritätsfiguren gekennzeichnet ist; die Betreffenden gelten als besonders anfällig für Vorurteile gegenüber Minderheiten und empfänglich für faschistische Ideen.
  • Autoritärer Erziehungsstil
    Ist durch ein hohes Ausmaß an Lenkung gekennzeichnet, gepaart mit einem niedrigen Ausmaß an Responsivität: Die elterliche Autorität darf nicht hinterfragt, die strengen Regeln müssen eingehalten werden. Geschieht dies nicht, greifen die Eltern zu strafend
  • Autoritärer Erziehungsstil
    Ein Erziehungsstil, der hohe Anforderungen stellt, aber wenig auf die Kinder eingeht. Autoritäre Eltern reagieren nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kinder und neigen dazu, ihre Anforderungen durch die Ausübung elterlicher Gewalt und den Einsatz von Drohunge
  • Autoritärer Erziehungsstil
    Eltern verlangen strikten Gehorsam, weil es ihnen um psychologische Kontrolle geht. Sie bestrafen massiv und physisch und haben geringes Interesse an den Handlungsabsichten und -motiven der Kinder.
  • Autoritativer Erziehungsstil
    Charakterisiert durch ein hohes Ausmaß an Lenkung und Responsivität. Die Eltern haben durchaus hohe Erwartungen an das Kind, setzen Regeln und achten auf deren Einhaltung. Allerdings geschieht dies in einem warmherzigen und offen-kommunikativen Kontext.
  • Autoritativer Erziehungsstil
    Ein Erziehungsstil, der hohe Anforderungen stellt und viel Unterstützung bietet. Autoritative Eltern setzen ihren Kindern klare Normen und Grenzen und achten konsequent auf deren Einhaltung; gleichzeitig gestehen sie ihren Kindern innerhalb dieser Grenzen
  • Autoritativer Erziehungsstil
    Eltern stellen Anforderungen und verlangen die Einhaltung von Regeln, akzeptieren aber die Kinder als ernst zu nehmende Gesprächspartner.
  • Autoskopische Halluzination
    Visuelle Halluzination des eigenen Körpers (ohne Selbstverdoppelung).
  • Die Annahme, dass die Gehirnaktivität während des REM-Schlafes beim Fetus und beim Neugeborenen die frühe Entwicklung des visuellen Systems erleichtert.
  • Autotopagnosie
    Störung, bei der Patienten nicht im Stande sind, am eigenen oder einem anderen menschlichen Körper auf verbale Aufforderung oder auch in Imitation einzelne Körperteile zu zeigen, obwohl sie dieselben Körperteile erkennen und benennen können, wenn sie vom Untersucher gezeigt werden.
  • AV-Knoten (Atrio-ventrikular Knoten)
    Teil des Herzreizleitungssystems, sekundäres Erregungsbildungssystem; liegt an der Vorhof-Kammer-Grenze und überträgt die Erregung vom Vorhof auf die Kammer
  • Aversionskonditionierung
    Form der Gegenkonditionierung, die einen unangenehmen Zustand (Übelkeit) mit unerwünschtem Verhalten (Alkohol trinken) koppelt.
  • Therapeutisches Verfahren, bei dem ein aversiver Reiz (z. B. Elektroschock) mit Situationen gekoppelt wird, die in sozial unerwünschter Weise attraktiv sind.
  • Aversiver Rassismus
    Das gleichzeitige Bestehen einer vorurteilsfreien öffentlichen Meinung bzw. Werten der Gleichheit sowie eines vorurteilsbehafteten, meist unterschwellig und indirekt diskriminierendem Verhalten. Dieses tritt v.a. in Situationen auf, in denen die Benachteiligung durch andere Faktoren subjektiv gerechtfertigt werden kann (Gaertner & Dovidio, 1986).
  • Axiales Codieren ist der zweite Auswertungsschritt im Rahmen der Gegenstandsbezogenen Theoriebildung. In diesem Schritt wird von den offenen Codierungen abstrahiert, wobei die Codes als Grundlage für die Generierung theoretischer Konzepte bzw. axialer Codes dienen. Typisch ist die Zusammenfassung mehrerer offener Codes zu einem Oberbegriff, auch über die Äußerungen mehrerer Personen hinweg. Diese axialen Codes werden auch als Kategorien bezeichnet und dienen der Strukturierung des Datenmaterials.
  • Theoretische Grundannahmen, die ohne weitere Überprüfung als gegeben angesehen werden.
  • Aussagen, die nicht bewiesen werden, sondern deren Gültigkeit vorausgesetzt wird
  • Axiome der Kommunikation nach Watzlawick
    Ein Modell, welches fünf Basisannahmen menschlicher Kommunikation formuliert: 1. Axiom zur Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren, 2. Axiom zum Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation, 3. Axiom zur Interpunktion von Ereignisfolgen, 4. Axiom zu digitaler vs. analoger Kommunikation und 5. Axiom zu symmetrischer vs. komplementärer Kommunikation.
  • Die Nutzentheorie wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts axiomatisiert, d.h., ihre Grundannahmen wurden präzise herausgearbeitet und die Prinzipien rationalen Entscheidens genau definiert.
  • Axon
    Erweiterung eines Neurons, mit der Botschaften an andere Neurone bzw. an Muskeln oder Drüsen weitergeleitet werden. die Verzweigungen des Axons werden axonale Endigungen oder Kollaterale genannt.
  • Derjenige Fortsatz einer Nervenzelle, der mit Nerven-, Muskel- oder Drüsenzellen Synapsen bildet; ist immer von Schwann-Zellen umhüllt und teils myelinisiert (marklos), teils unmyelinisiert (markhaltig)
  • Bei einem Axon handelt es sich um eine lange, zylindrische Struktur, welche die Information vom Zellköper eines Neurons zu den Endknöpfen weitergibt.
  • Nervenfasern, die elektrische Signale vom Zellkörper weg zu den Verbindungen mit anderen Neuronen leiten.
  • Neurotransmitter, der u. a. für die Muskelkontraktion verantwortlich ist.