Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • "Gruppe von z. T. psychoaktiven Substanzen, die in der Hanfpflanze vorkommen (z. B. Tetrahydrocannabinol) oder synthetisch hergestellt werden; aus chemischer Sicht terpenoide Benzopyranderivate."
  • Cannon-Bard-Theorie
    sagt aus, dass ein emotionserregender Reiz gleichzeitig 1. physiologische Reaktionen und 2. die subjektive Erfahrung der Emotion auslöst.
  • Cannon-Bard-Theorie
    Umwelteinflüsse lösen im Gehirn Emotionen aus, ohne Umweg über die Körperperipherie
  • Carolina-Abecedarian-Projekt
    Ein umfassendes und erfolgreiches Unterstützungsprogramm für Kinder aus einkommensschwachen Familien in den USA.
  • CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy)
    Psychotherapeutisches Konzept, das speziell für Behandlung chronischer Depressionen entwickelt wurde. Annahme: chronisch depressive Patienten weisen aufgrund ungünstiger Lernerfahrungen defizitäre kognitiv-emotionale Entwicklung im interpersonellen Kontext auf (Schwierigkeiten, die Folgen des eigenen Handelns zu erkennen, sich in andere Personen hineinzuversetzen, Emotionen unter Belastung zu regulieren). In CBASP kommt eine Reihe verhaltenstherapeutischer, kognitiver und dynamischer Techniken zum Einsatz, um Patienten wieder zu einer effektiven Auseinandersetzung mit ihrer (sozialen) Umwelt zu verhelfen.
  • Centil-Werte (C-Werte)
    Siehe Normwerte
  • Cephalocaudale Entwicklung
    Das Wachstumsmuster der Embryonalentwicklung, bei dem sich Regionen in Kopfnähe früher entwickeln als weiter vom Kopf entfernte Körperregionen.
  • Cerebellum
    Kleinhirn; Vielzahl von motorischen und kognitiven Funktionen
  • Die Spezialisierung der Hirnhemisphären auf unterschiedliche Verarbeitungsmodalitäten.
  • Die Großhirnrinde, die von der „grauen Substanz“ des Gehirns gebildet wird; der Cortex spielt die wesentliche Rolle bei allem, was man sich unter den Funktionen vorstellt, die den Menschen besonders auszeichnen – vom Sehen und Hören bis hin zum Schreiben
  • Phänomen, dass Personen dazu tendieren, eine Option mit sicherem Gewinn über eine Option mit riskantem oder unsicherem Gewinn zu präferieren, selbst wenn die risikoreiche Option einen höheren erwarteten Wert hat.
  • CFT 20-R mit WS/ZF-R: Grundintelligenztest Skala 2 – Revision; mit Wortschatztest und Zahlenfolgentest
    Beim CFT 20-R (von »Culture Fair Test«) von Weiß (2008) handelt es sich um ein Mitglied einer ganzen »Testfamilie« zur sprachfreien Messung der fluiden Intelligenz mit langer Tradition. Der CFT 20-R umfasst vier Aufgabengruppen: Figurenreihen fortsetzen, Figuren klassifizieren, Figurenmatrizen vervollständigen und topologische Schlussfolgerungen ziehen. Wortschatz- und Zahlenfolgentest stellen fakultative Zusatztests zur Messung der kristallinen Intelligenz dar.
  • Operantes Verfahren zum Aufbau komplexer Verhaltensmusterin kleinen Schritten. Das Kriterium für die Verstärkung wird schrittweise verändert. Es werden Verhaltensketten eingeübt, die sukzessiv durch weitere Glieder verlängert werden können.
  • Challenge-Test
    pharmakologischer Provokationstest
  • Chamäleon-Effekt (chameleon effect)
    Die Beobachtung eines Verhaltens bei einer anderen Person erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst dieses Verhalten ausführt.
  • Chancenungleichheit
    Berufliche Chancenungleichheit besteht, wenn Personen trotz des gleichen einschlägigen Leistungspotenzials unterschiedliche berufliche Erfolgschancen haben. Die PISA-Studie zeigte, dass in Deutschland die soziale Herkunft bei gleichem Leistungspotenzial die beruflichen Erfolgschancen stark unterschiedlich beeinflusst.
  • Akteure der Organisationsentwicklung; häufig interne oder externe Berater oder auch Führungskräfte, die durch ihre operative Arbeit als Bindemitglied zu den Mitarbeitern und damit als Veränderungshelfer fungieren.
  • Siehe Organisationsentwicklung; mit Change Management werden außerdem oft Maßnahmen zur Umsetzung von geplanten Veränderungen im Sinne von Handswerkszeug verstanden.
  • Soll im therapeutischen Gespräch systematisch gefördert werden. Beinhaltet die systematische Verstärkung aller Aussagen des Patienten durch den Therapeuten, wenn sich die Aussagen auf (a) Nachteile bisherigen Verhaltens, (b) Vorteile möglicher Verhaltensänderungen, (c) konstruktive Änderungsabsichten und (d) konkrete Änderungspläne beziehen.
  • psychoanalytisch: Persönlichkeit
  • Charakteristische Frequenz bedeutet, dass eine Faser des Hörnervs die größte Empfindlichkeit hat.
  • Charisma ist im Sinne des Soziologen Max Weber die außeralltägliche Qualität einer Persönlichkeit, um derentwillen sie als mit übernatürlichen oder übermenschlichen oder mindestens spezifisch außeralltäglichen, nicht jedem anderen zugänglichen Kräften oder Eigenschaften begabt oder als gottgesandt oder als vorbildlich und deshalb als „Führer“ gewertet wird.
  • Charisma
    Die Fähigkeit von Führungspersönlichkeiten, ihren Gefolgsleuten ein Gefühl von Macht, Kontrolle und Selbstbestimmtheit zu vermitteln.
  • Chemische Sinne leisten die Wahrnehmung von Geschmack und Geruch. Sie extrahieren die Information auf der Grundlage einer chemischen Interaktion mit der Umgebung.
  • Chemoaffinität
    Die Zielzellen ziehen aufgrund chemischer Reize andere Zellausläufer an, z.B. Wachstum von Axonen, Dendriten und Synapsen wird so gesteuert
  • Chemorezeptor
    Sinnesrezeptor (Sensor), der auf chemische Reize reagiert; synonym mit Chemosensor
  • Signifikanztests zur Analyse von Häufigkeiten
  • Chi-Quadrat-Test (χ2-Test)
    nichtparametrischer Test zur Analyse von Häufigkeiten. Testet die Abweichung der beobachteten von den erwarteten Häufigkeiten auf Signifikanz
  • Chi-Quadrat-Tests
    Chi-Quadrat-Tests sind non-parametrische Tests zur Analyse von Häufigkeiten oder Verteilungen.
  • Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest
    Verfahren, mit dem die Nullhypothese überprüft werden kann, nach der ein k-fach und ein l-fach gestuftes Merkmal voneinander unabhängig sind
  • Im Chiasma opticum wechselt die Information aus dem nasalen Halbfeld eines Auges auf die jeweils andere Seite des Gehirns. Dadurch ist im primären visuellen Kortex jeweils eine Seite des Gesichtsfeldes in einer Hemisphäre repräsentiert.
  • Cholecystokinin (CCK)
    Neurohormon, das verstärkt ausgeschüttet wird, je mehr Essen in den Darm gelangt. Es wirkt auf den Nervus vagus ein, der ein Signal für die Sättigung an das Gehirn aussendet. Daher trägt es dazu bei, die Motivation zum Essen zu hemmen. Ein hoher Spiegel des Cholecystokinin (CCK) führt zu Übelkeit.
  • Cholesterin
    Wichtigstes im menschlichen Körper vorkommendes Steroid (s. dieses); Grundsubstanz von z.B. Steroidhormonen, wie denen der Nebennierenrinde
  • Cholinerge Synapsen
    Synapsen, die Azetylcholin als Transmitter benutzen
  • Chorda tympani
    Ein Endast des N. facialis; zieht durch die Paukenhöhle zur Zunge; leitet Geschmacksempfindungen der vorderen 2/3 des Zungenrückens zum ZNS
  • Chromatin
    Spezifisch anfärbbare Zellkernsubstanz; aus ihr entstehen in der Teilungsphase im Zellzyklus die Chromosomen
  • Chromatizität bedeutet, dass die Farbe über die Ausgänge von drei verschiedenen Rezeptoren in unserem visuellen System kodiert wird.
  • Chromosom
    Träger der Erbinformation
  • chromosomales Geschlecht
    durch die Geschlechtschromosomen definiertes Geschlecht
  • Lange, fadenartige Moleküle, die genetische Information übertragen; Chromosomen bestehen aus DNA.
  • Chromosomen
    fadenähnliche Strukturen aus DNA-Molekülen, die Gene enthalten.
  • Chronifizierung
    Zeitliche Entkoppelung des Schmerzerlebens von ursprünglich vorhandenen organischen Ursachen. Dabei verliert der Schmerz seine ursprüngliche Funktion als Warnsignal.
  • Chronische Major Depression
    Die Diagnose einer chronischen Major Depression kann im DSM-IV vergeben werden, wenn eine depressive Episode länger als zwei Jahre anhält.
  • Chronobiologie
    Fachgebiet über die zeitliche Organisation biologischer Systeme.
  • Bezieht sich auf die zeitliche Struktur der Systemebenen innerhalb der systemorientierten Theorie Bronfenbrenners. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass sich die Systemebenen über die Zeit hinweg weiterentwickeln.
  • Im bioökologischen Modell die historischen Veränderungen, die sich auf die anderen Systeme auswirken.
  • Chunk (chunk)
    Wissenselement, das einzelne Elemente zu größeren Einheiten zusammenfasst.
  • Chunking
    Organisieren einzelner Items in handhabbare und/oder vertraute Einheiten. geschieht häufig automatisch.
  • Prozess des Bildens Bedeutung tragender Informationseinheiten im Arbeits- oder Kurzzeitgedächtnis, mit dessen Hilfe erklärt werden kann, weshalb Menschen trotz vergleichbarer Gedächtniskapazität unterschiedlich viel erinnern können.
  • Wenn in einer Verhaltensfolge mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende Handlungen gut vorhersehbar sind, werden sie zu Teilfolgen zusammengefasst. Man spricht von der Bildung von »chunks«. Die entsprechende Teilfolge (der »chunk«) kann dann aufgrund der Vorhersagbarkeit ihrer Elemente schnell und fehlerfrei ausgeführt werden.
  • Angedauter Speisebrei, der vom Magen in den Darm übertritt
  • CIDI (Composite International Diagnostic Interview)
    Hiermit können sowohl DSM- als auch ICD-Diagnosen im Bereich psychischer Erkrankungen gestellt werden. Das CIDI setzt kein besonderes Ausmaß an klinischer Expertise voraus, sodass es auch von speziell geschulten Laien eingesetzt werden kann. Allerdings zählt es zu den aufwändigsten Interviewverfahren.
  • Circulus vitiosus
    Teufelskreis.
  • Cliquen sind soziale Netzwerke, in die bestimmte Personen eingebunden und von denen andere ausgeschlossen sind. Sie werden einerseits definiert über ihre Größe (typischerweise 3–9 Personen) und andererseits darüber, dass ihre Mitglieder in der Regel untereinander befreundet sind.
  • Freundesgruppen, die Kinder freiwillig bilden oder denen sie freiwillig beitreten.
  • Closed-Loop Control
    → Bewegungskontrolle
  • Closed-Loop-Kontrolle (closed-loop control)
    Siehe Feedbackkontrolle.
  • Menge von einzelnen Teilen, mit gleichen Merkmalen, die zu einer Gruppe zusammengefasst werden.
  • Heuristisches Verfahren zur systematischen Klassifizierung der Objekte einer gegebenen Objektmenge
  • Clusteranalyse
    statistisch: Verfahren, Profile nach Ähnlichkeit zu gruppieren
  • Unter dem Begriff Coaching versteht man im modernen Personalwesen einen individuell unterstützenden Beratungsprozess, bei dem ein Berater, der Coach, mit einer anderen Person, dem Coachee, eine Beratung durchführt.
  • Verfahren zur Überprüfung von Veränderungen eines dichotomen Merkmals bei Wiederholungsuntersuchungen. Es wird die H0 überprüft, dass sich die Verteilung der Merkmalsalternativen nicht verändert
  • Cocktailparty Effekt
    Phänomen der selektiven Aufmerksamkeit. Fähigkeit des Menschen, aus einer Menge von gleichstarken akustischen Reizen einen herauszufiltern und als einzigen zu beachten
  • ist eine sehr flexible Methode zur Analyse des Äußerungsinhalts. Die Bedeutung relevanter Textstellen wird erfasst, indem dem Text ein zusammenfassendes ‚Etikett’ quasi angeheftet wird. Das Codieren kann eher konkret und nahe am Textmaterial oder eher abstrakt erfolgen. Meist werden die Codes induktiv aus dem Datenmaterial heraus entwickelt.
  • Basentriplet in der DANN oder RNA; Grundlage der Verschlüsselung der Erbinformation
  • Coenästhetische Halluzinationen
    Illusorische Wahrnehmungen von veränderten körperlichen Zuständen, z. B. Gitter im Bauch, Brennen im Gehirn.
  • Coercion (coercion)
    Zwang zur Uminterpretation, wenn die streng kompositionale Bestimmung der Bedeutung scheitert.
  • Der Begriff beschreibt eine explorative Methode zur Untersuchung von Antwortprozessen. Dabei werden Probanden unmittelbar nach der Bearbeitung der Items zu ihrem Lösungsverhalten interviewt oder bei der Bearbeitung der Items gebeten, laut zu denken.
  • Cognitive-Load-Theorie
    Betont vor allem die Begrenztheit des menschlichen Arbeitsgedächtnisses und begründet instruktionale Maßnahmen (z. B. integrierte Darbietung von Bildern und Texten, Vorgabe von Lösungsbeispielen), durch die einerseits eine unnötige Arbeitsgedächtnisbelastung minimiert und andererseits eine fokussierte Informationsverarbeitung erleichtert wird.
  • Maß für die zufallskorrigierte Übereinstimmung von zwei Klassifikationen derselben Objekte
  • Colitis
    Oberbegriff für akut oder chronisch verlaufende Entzündungen des Dickdarms.
  • Colitis ulcerosa
    Chronisch entzündliche Darmerkrankung. Sie ist jedoch, im Gegensatz zum Morbus Crohn, auf den Dickdarm beschränkt und es kommt zu Entzündungen der Dickdarmschleimhaut in Form von flächigen Geschwüren (zumeist im Mastdarm).
  • siehe Bindung
  • Commitment
    In der Marktforschung bezeichnet Commitment die Bindung eines Konsumenten gegenüber einem Produkt.
  • Commitment (commitment)
    Zielbindung; Entschlossenheit, mit der ein Ziel verfolgt wird.
  • Common Codes (common codes)
    Die Annahme, dass die Prozesse der Wahrnehmung und Handlungsplanung auf denselben kognitiven Repräsentationen beruhen und sich so direkt wechselseitig beeinflussen.
  • Commons-Dilemma
    Von Hardin (1968) beschriebene Situation, in der ein gesamtgesellschaftliches Gut zur freien Verfügung steht. Das Gut regeneriert sich bis zu einem bestimmten Punkt selbst, bei Überstrapazierung geht es jedoch ein. Für den jeweils Einzelnen ist eine möglichst große Ausbeute von Interesse, für das Kollektiv die mäßige Nutzung zur Erhaltung der Regeneration.
  • Befolgung therapeutischer Verordnungen, Ratschläge, Maßnahmen.
  • Compliance
    Die Zielperson eines Einflussversuchs gibt einer entsprechenden Bitte nach. Begriff bezeichnet auch häufig Verhalten, das eine Norm erfüllt, ohne dass es mit einer privaten Einstellungsänderung einhergeht.
  • Compliance des Patienten
    Konzept, dass der Patient die Verordnungen des Arztes einhalten soll. Dieses Konzept wird heute zugunsten des „Empowerments“ verlassen. Im Vordergrund stehen dabei die Einsicht des Patienten und seine Selbstverantwortung. Begrifflich abgelöst durch „Adhärenz“.
  • Compliance, rektale
    Dehnbarkeit der Enddarmwand.
  • Computer-Test
    Test, der am Computer durchgeführt wird.
  • Erzeugung realistischer Simulationsumgebungen mit Vernetztheit und Dynamik, mit denen Versuchspersonen steuernd umzugehen haben.
  • Computertomografie
    Röntgenuntersuchung, die schichtweise Bilder aus dem Körperinneren liefert.
  • computervermittelte Kommunikation
    Oberbegriff für unterschiedliche Anwendungsformen der elektronischen Übermittlung, Speicherung und des Abrufs von elektronischen Nachrichten durch Menschen über miteinander vernetzte Computer.
  • Kollektiv geteilte Werte, Einstellungen und Normen, die als Handlungs- und Verhaltensursachen nicht unmittelbar beschrieben werden können, sondern auf die - beispielsweise über die beobachtbare Realität - zurückgeschlossen werden muss
  • Confirmation Bias
    Ausmaß, in dem konsistente Information gegenüber inkonsistenter Information bevorzugt wird. Im klassischen Forschungsparadigma bezieht sich das Maß auf die mittlere Differenz zwischen der Anzahl ausgewählter konsistenter und inkonsistenter Information.
  • Siehe „Bestätigungsfehler“
  • Conflict Tactics Scales (CTS)
    Selbstberichtsmaß zur Erfassung der Häufigkeit von Partnergewalt aus Sicht der Täter und der Opfer.
  • Consequential Validity
    Beschäftigt sich mit der Frage, ob mit dem Einsatz eines Testverfahrens das damit in der Praxis verfolgte Ziel erreicht wird.
  • Constraint Induced Movement Training/Therapy (CIMT)
    Kortikale Reorganisation (s. dort) als Folge des gezielten Gebrauches eines geschädigten somatischen Funktionssystems bei gleichzeitigem systematischen Nichtgebrauch kompensatorisch einsetzbarer somatischer Funktionen.
  • Constraints (constraints)
    Randbedingungen und Kriterien, die mehr oder weniger erfüllt sein können. So könnte bei der Sprachverarbeitung ein Constraint darin bestehen, dass die aufgebaute Struktur so einfach wie möglich sein sollte.
  • construal level
    "Das Construal-Level bezeichnet den Grad der Abstraktion, mit der ein Inhalt mental repräsentiert ist. Zum Beispiel kann dieselbe Tätigkeit entweder als ""sich weiterbilden"" oder ""ein Buch lesen"" beschrieben werden. Ersteres geschieht dabei eher aus einer abstrakten, übergeordneten Perspektive, letzteres dagegen betont die Einzelheiten der Tätigkeit. Construal-Levels werden um so abstrakter je größer die psychologische Distanz ist, aus der heraus eine Sache betrachtet wird. Hohe psychologische Distanz entsteht auf mindestens vier Ebenen: räumlich, zeitlich, sozial und sicher. Zum Beispiel nehmen Menschen zu einem Ereignis, das noch unsicher ist, eine größere psychologische Distanz ein und betrachten es unter abstrakteren Gesichtspunkten als bei einem Ereignis, das ganz sicher stattfinden wird. Beispiel Urlaubsplanung: Wenn es ganz sicher ist, daß ich in Urlaub fahre, betrachte ich diesen Urlaub eher unter dem Gesichtspunkt, wie er genau ablaufen soll, was ich mitnehmen, wie ich mein Reiseziel erreiche und so weiter. Wenn die Planung noch unsicher ist, stelle ich eher Fragen nach dem Warum, so auch die die Frage, ob ich mich denn gut erholen werde, ob also der Urlaub seinen Zweck erfüllen wird. Construal levels haben auf vielen Ebenen Folgen für unsere Konsumentscheidungen."
  • Constructivist View
    Nach konstruktivistischem Verständnis wird in der sozialen Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden geteiltes Wissen im gemeinsamen Diskurs mit Lehrenden und Lernenden aufgebaut. Lernen ist demnach grundsätzlich als Ergebnis von Ko-Konstruktionsprozessen zu verstehen, in deren Rahmen auch (implizite) Werte, Normen und Handlungsroutinen weitergegeben bzw. modifiziert werden.
  • Continuity-System
    In den Filmwissenschaften werden die Prinzipien der Filmmontage anhand des sog. Continuity-Systems beschrieben. Das System regelt die etablierte Form der Filmkomposition bei Mainstream-Filmen (z.B. Rückblende, Parallelmontage, etc.).
  • Coping
    Bewältigung von Belastungen.
  • Bewältigungsverhalten.
  • Coping
    Verringerung von Stress auf emotionalem oder kognitivem Wege bzw. durch Verhalten.
  • Coping-Hypothese
    Beschreibt einen Zustand mangelnder Alltagsbewältigung als Folge diskreter, aber verkannter neuropsychologischer Teilleistungsstörungen (bes. der geteilten und selektiven Aufmerksamkeitsleitungen etc.) nach einer sonst gut verheilten Hirnschädigung (z. B. SHT, Blutungen, Tumoren etc.).
  • Personen unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie in Stresssituationen reagieren. Hierbei unterscheidet man zwischen _problembezogenen_ (instrumentellen) und _emotionsbezogenen_ (palliativen) Coping-Stilen. Personen, die eher einen instrumentellen bzw. problembezogenen Bewältigungsstil zeigen, sind dadurch gekennzeichnet, dass konkrete Aktionen unternommen werden (z. B. gezielte Informationssuche, Handlungen gegen die Bedrohung, aber auch die Unterlassung von Handlungen, um die Bedrohung nicht zu verschärfen), um die aktuelle Bedrohung abzuwenden. Als Beispiele hierfür können Veränderungen der eigenen Arbeitsweise, offenes Ansprechen und Austragen von Konflikten genannt werden. Für emotionsbezogene Bewältigungsformen hingegen sind nicht Handlungen, sondern Versuche die eigenen Emotionen und affektiven Reaktionen auf Stress auslösende Bedingungen zu regulieren (z. B. durch Bagatellisierung, Ablenkung, aber auch die Einnahme von Psychopharmaka und Alkoholkonsum) charakteristisch. Solche Emotionsregulationen können zwar eine vorübergehende Entlastung mit sich bringen, die Ursache der Stressempfindung aber nicht verändern.
  • Coping-Strategien
    Taktiken, mit denen der Mensch Faktoren, die Stress auslösen, begegnen und mit ihnen umgehen kann. Diese können internaler Natur sein durch die Anpassung von Gedanken und Gefühlen bzw. external auf soziale Ressourcen zurückgreifen.
  • Die Bewältigung von internen und externen Anforderungen (z. B. Stress), welche die eigenen Ressourcen übersteigen.
  • Coriolis-Kraft (Coriolis force)
    Benannt nach Gustav Coriolis (1792–1843). Trägheitskraft, die neben der Zentrifugalkraft auf einen Körper wirkt, der sich in einem rotierenden Bezugssystem selbst bewegt. Beispiel: Bewegt sich ein Körper nördlich vom Äquator nach Norden, so lenkt ihn die Coriolis-Kraft nach Osten aus (Drehrichtung der Erde).
  • Corporate Design (CD)
    Beinhaltet das gesamte Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Dazu zählen sowohl die Gestaltung der Kommunikationsmittel (Firmenlogo, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackungen, Internetauftritt etc.) als auch das Produktdesign. Bei einem durchdachten Corporate Design (CD) wird auch die Architektur mit einbezogen. Corporate Design (CD) ist ein Teilbereich der Corporate Identity, d.h. der Unternehmensidentität.
  • Corpus callosum
    Balken (bestehend aus Nervenfasern), welcher die beiden Großhirnhälften (Hemisphären) miteinander verbindet.
  • Corpus callosum
    breites Band aus Nervenfasern, das die beiden Gehirnhälften miteinander verbindet und über das Informationen weitergeleitet werden.
  • Corpus callosum
    Balken; Nervenfasern, die beide Hirnhälften verbinden
  • Ein dichter Bereich von Nervenfasern, durch den die beiden Hemisphären miteinander kommunizieren können.
  • Corpus geniculatum laterale. Das CGL ist eine Station im Gehirn, auf der die eingehende Information aus der Netzhaut auf Nervenfasern zum primären visuellen Kortex geschaltet wird.
  • Corpus geniculatum laterale
    An der Hinterseite des Thalamus gelegener Teil des Zwischenhirns. Erste Umschaltstation für visuelle Signale aus der Netzhaut (Retina). Filterung und Modifikation der Signale, u. a. in Abhängigkeit vom Wachheitszustand
  • Corpus luteum
    Gelbkörper. Eine vorübergehend aktive Hormondrüse, welche sich nach der Ovulation aus den im Ovar zurückgebliebenen Follikelzellen bildet und zu einem großen Anteil Progesteron und zu einem geringeren Anteil Östrogen produziert.
  • Corrected-Information-Criterion
    Eine Abwandlung des AIC, bei dem der Stichprobenumfang berücksichtigt wird.
  • Cortex, lateral präfrontaler (LPFC)
    Einer der phylogenetisch am spätesten entwickelten Teile des Cortex. Er wirkt an vielen wichtigen geistigen Funktionen mit, einschließlich der Sprache (Broca-Areal), des Arbeitsgedächtnisses, der Enkodierung und des Abrufs von Gedächtnisinhalten sowie der motorischen Steuerung. Aus motivationaler Sicht am wichtigsten: Er ist der Ort im Gehirn, an dem Ziele und komplexe Pläne zur ihrer Umsetzung repräsentiert sind. Zweitens kann er die Aktivierung der zentralen Motivationsstrukturen des Gehirns (wie etwa der Amygdala) regulieren.
  • Cortex, orbitofrontaler (OFC)
    Teil des Cortex, der sich direkt oberhalb der Augenhöhlen auf der ventralen Seite des frontalen Cortex befindet. Er erhält stark verarbeitete olfaktorische, visuelle, auditorische und somatosensorische Informationen. Er ist einer der drei Hauptakteure im Netz der Anreizmotivation des Gehirns. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Valenz einer breiten Vielfalt primärer und konditionierter Verstärker, einschließlich wahrgenommener Gesichtsausdrücke, verschiedener Nahrungsbestandteile des Essens, finanzieller Gewinne und Verluste sowie angenehmer Berührungen.
  • Corti-Organ
    Sensorischer Apparat des Innenohrs, der v.a. aus Hör- und Stützzellen besteht
  • Das Corti-Organ ist eine wichtige Struktur für das Hören, die insbesondere die Basilarmembran und die Haarzellen enthält.
  • Corticaler Vergrößerungsfaktor (cortical magnification factor)
    Auf dem Cortex hat man räumlich retinotop-organisierte Karten nachweisen können, in denen allerdings den fovealen Regionen weit mehr Platz eingeräumt wird als den retinal peripheren Regionen.
  • Counselling
    Der englischsprachige Begriff bezeichnet das Berufsfeld der Beratung. Der Focus liegt auf psychisch gesunden Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen. Die Beratung umfasst Initiierung, Steuerung, Begleitung und Kontrolle von individuellen und organisatorischen Veränderungsprozessen.
  • Cover Story
    Eine falsche, aber plausible Erklärung für den Zweck eines Experiments. Dahinter steckt die Absicht, den Einfluss von Hinweisen aus der experimentellen Situation einzuschränken.
  • CR
    siehe: Konditionierte Reaktion
  • Craniomandibuläre Dysfunktionen
    Bezeichnen Schmerzen in Kiefermuskeln und Kiefergelenken als Folge nächtlichen Bruxismus.
  • Starker, schwer zu widerstehender Wunsch oder ein Verlangen, Drogen einzunehmen, welches z. T. mit entzugsähnlichen Symptomen einhergehen kann.
  • Koeffizient der internen Konsistenz als Reliabilitätsschätzung. Beruht auf dem Verhältnis zwischen der Summe aus Varianzen und Kovarianzen der Items eines Tests und der Varianz der Testwertvariablen. Je höher die Kovarianzen zwischen den Testitems sind, desto höher wird die interne Konsistenz und damit die Reliabilität.
  • Cross-Media-Strategien
    Medienunternehmen versuchen mittels Cross-Media-Strategien ihre Unternehmensziele dadurch zu erreichen, dass sie ihre Aktivitäten auf andere Geschäftsfelder im Medienbereich ausdehnen und andere Typen von Medienprodukten produzieren (Beispiel: ein Zeitungsverlag kauf oder gründet einen Hörfunksender).
  • Cross-Race-Effekt
    siehe: Other-Race-Effekt
  • Der Prozess, bei dem DNA-Abschnitte von einem Chromosom auf ein anderes überwechseln; das Crossing-over erhöht die Variation zwischen den Individuen.
  • Crossing-over
    Teilweiser Chromosomenaustausch zwischen gepaarten Chromosomen während der Zellteilungsphase
  • Integration von Informationen unterschiedlicher Sinnesmodalitäten (z.B. auditiv, visuell etc.).
  • Crowding-Effekt
    Eingeschränkte Funktionalität originär rechtshemisphärischer Funktionen, die durch eine „Verdrängung“ dieser Funktionen durch Sprache im Fall von früh in der Entwicklung auftretenden, linkshemisphärischen Läsionen entsteht.
  • CS
    siehe: Konditionierter Stimulus bzw. Reiz
  • Cuplua cochleae
    Stumpfe Spitze der Innenohrschnecke
  • Kuppel, Teil des Corti-Organs
  • Cupula ampullaris
    Kammartige, gallertige Erhöhung der Bogen­gangampullen, beinhaltet die Sinneszellen (Sensoren) des Gleichgewichtsorgans
  • Curriculare Validität
    Bezeichnet die Übereinstimmung von Inhalten eines Tests, der zur Überprüfung der Erreichung eines Lernziels dienen soll, mit den Inhalten des Lehrplans.
  • Curriculares Wissen
    Wissen über die in Lehrplänen festgehaltene Anordnung von Inhalten und Lehrmaterialien.
  • Cyberbullying
    Bullying mit Einsatz moderner Kommunikationstechnologien, wie z. B. Computern, Handys und anderen elektronischen Medien.
  • Cyberterrorismus
    Reale Gewalt, die sich medialer Strukturen bedient, beispielsweise Angriffe auf Computersysteme staatlicher und militärischer Einrichtungen (vgl. Weimann 2004), im weiteren Sinne aber auch die Organisation terroristischer (globaler) Netzwerke über das Internet.
  • Kreisen; z.B. bei Diäten: Der Patient nimmt ab, nimmt erneut zu, beginnt eine neue Diät, nimmt ab usw.
  • Cyclisches Adenosin-Mono-Phosphat (cAMP)
    Botensubstanz (second messenger), sowohl intra- als auch extrazellulär; wichtig bei der Glykolyse, Glykogenese, Glykogenolyse, Gluconeogenese, Lipolyse und vielen anderen intrazellulären Stoffwechselprozessen