Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Daily-hassles-Ansatz zur Erklärung psychischer Störungen
    Bedeutung der Kulmination kleinerer Ärgernisse im Alltag (z. B. Stau, Auto springt nicht an, Schlüssel vergessen, Nachbarschaftsstreit) für die Gefährdung der psychischen Gesundheit. Sie stellen einen besseren Prädiktor für aktuelle und künftige psychopathologische Symptome dar als bedeutsame Life events.
  • Dämpfende Substanzen
    Substanzen (wie Alkohol, Barbiturate und Opiate), die die neuronale Aktivität reduzieren und die Körperfunktionen verlangsamen.
  • Dampfkesselmodell
    Bestandteil der Aggressionstheorie von Konrad Lorenz, bei dem angenommen wird, dass innerhalb des Organismus ständig aggressive Energie produziert wird, die sich spontan entlädt, wenn sie nicht zuvor durch einen äußeren Reiz freigesetzt wird.
  • Dantrolen
    Zentral wirkendes Muskelrelaxanz, welches bei Skelettmuskelspastik nach ZNS-Schäden oder bei maligner Hypertonie eingesetzt wird
  • Darmerkrankungen, funktionelle
    Beeinträchtigende Beschwerden und Schmerzen im Verdauungstrakt, ohne dass ein pathophysiologisches Korrelat identifiziert werden kann.
  • Darmlumen
    Der von der Darmwand umschlossene Hohlraum.
  • Darstellungsregeln
    Darstellungsregeln sind soziale Regeln, nach denen bestimmt wird, in welchen Situationen welche Emotionen gezeigt bzw. nicht gezeigt werden dürfen.
  • Darstellungsregeln
    Darstellungsregeln sind kulturell verankerte Regeln, welches emotionale nonverbale Verhalten wann und wie zum Ausdruck gebracht werden darf und welches nicht. Je nach sozialem Kontext kann überlegt werden, ob der erlebte Ärger eher in Aggressionen oder Rückzug münden soll. Die in der Kindheit erlernten Regeln wenden Erwachsene weitgehend automatisch an.
  • Das Selbst
    die moderne Psychologie vermutet hierin das Zentrum der Persönlichkeit. Es ordnet unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen.
  • Das Unbewusste
    ist laut Freud ein Auffangbecken für meist inakzeptable Gedanken, Wünsche, Gefühle und Erinnerungen. In der heutigen Psychologie steht der Begriff »unbewusst« für eine Form der Informationsverarbeitung, derer wir uns nicht bewusst sind.
  • Zur Datenaufbereitung („data preparation“) gehören all jene begründeten und dokumentierten Bearbeitungen bzw. Veränderungen des Rohdatenmaterials, welche die Aussagekraft und (Wieder-)Verwendbarkeit der Daten steigern und die inhaltliche Datenanalyse vorbereiten. Dazu zählen v. a. die Erstellung strukturierter Datensätze aus dem Rohdatenmaterial, die Kommentierung und die Anonymisierung der Datensätze sowie Datenbereinigung und Datentransformation. Ziel der Datenaufbereitung ist eine Steigerung der Datenqualität.
  • Die Datenaufbereitung umfasst die Schritte und Prozeduren, mit denen die Rohdaten einer empirischen Untersuchung in eine Form gebracht werden, die eine gezielte Beantwortung der Forschungsfragen und die Überprüfung der Hypothesen mithilfe von Auswertungsverfahren erlaubt. Hierzu gehören im Bereich quantitativer Methoden u. a.: die Überführung von Daten, die noch nicht in quantitativer Form vorliegen, in Zahlen (z. B. quantitative Codierung von Beobachtungen oder verbalem Material; Bildung von Häufigkeiten nominalskalierter Daten); die Übertragung von Daten von Test- oder Befragungsbögen (bei Paper-Pencil-Erhebung) oder Rohdatendateien (bei computergestützter Datenerhebung) in ein analysierbares Datenformat (z. B. für ein Statistikprogramm wie SPSS oder SAS); die Zusammenfassung (Aggregierung) von einzelnen Variablen zu Gesamtwerten (z. B. die Bildung eines Gesamtwerts für eine Skala).
  • bezeichnet den Prozess, mit dem Forscher/innen zu ihren Daten gelangen. Datenerhebung umfasst sowohl die Auswahl aus bereits vorhandenem Material als auch die Erzeugung von Daten im Forschungsprozess (Datengenerierung).
  • bezeichnet die Erzeugung von Daten im Forschungsprozess.
  • Daueraufmerksamkeit
    Einige Testautoren sprechen von Daueraufmerksamkeit, wenn die selektive bzw. geteilte Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden muss.
  • Dax-1-Gen
    Gen am kurzen Ast des X-Chromosoms, welches für die Entwicklung der Ovarien und weiblichen Geschlechtsorgane notwendig ist
  • DBT (Dialektisch-behaviorale Therapie)
    In der DBT gilt Vermittlung von Achtsamkeitsfertigkeiten (Core-Skills) als zentrales Therapieziel. Core-Skills sind die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz der erlernten Fertigkeiten.
  • Deafferentierung (deafferentation)
    Unterbrechung des afferenten Informationsflusses, z. B. nach Durchtrennung eines peripheren Nervs.
  • Deafferenzierung
    Durch Operationen, Verletzungen oder Erkrankungen ausgelöste starke Beeinträchtigung der afferenten, somatsosensorischen Leitungsbahnen. Zustand, in dem keine oder nur noch wenige somatosensorische Informationen in das Gehirn gelangen.
  • Deafferenzierung
    Durchtrennung der Hinterwurzeln des Rückenmarks oder von sensorischen Nerven
  • deaktivierende Strategie
    Bindungstheorie: Verleugnung von Bindungsbedürfnissen und Verzicht auf soziale Unterstützung beim vermeidenden Bindungsstil
  • Beschreibt die Qualitätssicherungsmaßnahme, nach der Testung den Testleiter nach Besonderheiten während der Testung zu befragen.
  • Decodierung
    Allgemeine Bezeichnung für die Verschlüsselung bzw. Umwandlung eines Signals in eine Botschaft nach einem zuvor festgelegten Regelsystem (z.B. das Verstehen der Botschaft durch den Empfänger).
  • Die Deduktion („deduction“) ist eine Schlussfolgerung vom Allgemeinen auf das Spezielle, in der empirischen Sozialforschung eine Schlussfolgerung von Theorien auf empirische Daten, die von der Theorie vorhergesagt werden. Beim deduktiven Schließen beginnt der Erkenntnisprozess mit einer Theorie, aus der man empirisch prüfbare Hypothesen ableitet und im Falle von deren Widerlegung anhand von Daten die Theorie kritisiert bzw. im Falle ihrer Nicht-Widerlegung die Theorie als vorläufig bestätigt ansieht. Das sog. deduktiv-nomologische Erklärungsmodell dient der Theorieprüfung im quantitativen Paradigma der empirischen Sozialforschung
  • Unter Deduktion versteht man in der Logik die Ableitung des Besonderen und Einzelnen aus dem Allgemeinen (aus Regeln, Gesetzmäßigkeiten, Modellen, Theorien).
  • Deduktive Methode/Rationale Konstruktion
    Das Prinzip der deduktiven Methode stellt für viele Testentwickler wohl die ideale Lösung dar. Man verlässt sich auf eine Theorie, die eine gute Beschreibung des Merkmals liefert. Aus der Definition des Kontraktes heraus werden schließlich typische Verhaltensweisen abgeleitet, die als Indikatoren für das interessierende Merkmal dienen.
  • Deduktives Schließen (deductive reasoning)
    Sicheres Schließen, bei dem von wahren Prämissen auf mit Sicherheit wahre Konklusionen geschlossen wird.
  • Hier wird von allgemeinen Prinzipien auf das Vorliegen spezifischer Merkmale geschlossen (z.B. vom Wissen um die mangelnde Glaubwürdigkeit einer Person auf den Wahrheitswert einer ihrer Aussagen).
  • Defäkografie
    Funktionelle Röntgenaufnahme des Enddarms, die die Beurteilung morphologischer Auffälligkeiten sowie funktioneller Veränderungen während der Rektumentleerung erlaubt.
  • Defense Motivation (Verteidigungsmotiv)
    Das Bedürfnis eines Menschen, seine Anschauungen, Einstellungen, Entscheidungen und sein positives Selbstbild zu verteidigen.
  • "Niedere" Bedürfnisse in der Theorie von Maslow. Sobald ein solches befriedigt wurde, soll das nächst höhere wirksam werden: physiologischen Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnis, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse
  • Deindividuation
    Ein Zustand, bei dem Personen ihres Gefühls für die individuelle Identität beraubt sind und stärker dazu neigen, sich extrem (oft antisozial) zu verhalten und Normen zu verletzen.
  • Deindividuation
    Verlust der Selbstwahrnehmung und Zurückhaltung in Gruppensituationen, die Erregung und Anonymität fördern.
  • Deindividuierung
    Gruppenspezifisches Phänomen, das bei geltenden destruktiven Gruppennormen auftreten kann. Hierbei werden norm- und wertorientierte Verhaltensweisen zugunsten von impulsivem, gewalttätigem Verhalten in der Gruppe aufgegeben, da die Möglichkeit besteht, in der Masse unterzutauchen und nicht zur Verantwortung gezogen zu werden.
  • Déjà-vu-Erfahrung
    der unheimliche Eindruck, etwas schon einmal erlebt zu haben. Hinweisreize aus der aktuellen Situation könnten unbewusst die Erinnerung an eine frühere Situation auslösen.
  • Dekategorisierung
    Die Salienz von Intergruppengrenzen wird durch personalisierten Kontakt verringert. Die Aufmerksamkeit für idiosynkratische und weniger für kategorienbasierte Informationen über die Mitglieder der Fremdgruppe sollte mit der Zeit die Nützlichkeit der Kategorie verringern, was zu einem Abbau von Vorurteilen führen sollte.
  • Dekategorisierung
    Ansatz von Brewer und Miller (1984) zur Weiterentwicklung der Kontakthypothese Allports. Hierbei soll durch die Reduktion salienter sozialer Kategorien der interpersonelle Kontakt gefördert werden, was zu einer verstärkten Wahrnehmung von Individualität führt.
  • deklarativ
    Bewusstes Erinnern von Fakten und Ereignissen
  • deklaratives Gedächtnis
    Das deklarative Gedächtnis umfasst Gedächtnisinhalte, die in Form von Aussagen zum Ausdruck gebracht werden können. Die Inhalte können sich sowohl auf orts- und zeitunabhängige Fakten beziehen (das → semantische Gedächtnis) als auch auf orts- und zeitgebundene Erinnerungen an erlebte Episoden (das → episodische Gedächtnis). Das deklarative Gedächtnis wird vom → prozeduralen Gedächtnis für gelernte Verhaltensweisen unterschieden.
  • Deklaratives versus nondeklaratives Gedächtnis (declarative versus nondeclarative memory)
    Populäre Dichotomie zur Unterscheidung von Gedächtnis für verbal berichtbare Episoden und Wissensbestände (deklarativ) im Gegensatz zu einer Vielzahl von Situationen, in denen sich Erfahrungsnachwirkungen zeigen, auch wenn diese nicht berichtet werden können (nondeklarativ).
  • Deklaratives Wissen
    Entspricht in etwa dem Begriff des „Faktenwissens“ im deutschen Sprachgebrauch – in Abgrenzung zum Können (Beherrschung von Fertigkeiten), welches in der Psychologie als prozedurales Wissen bezeichnet wird. Deklaratives Wissen kann sich auf „Wissen, dass“ über einzelne Fakten, aber auch über komplexe Zusammenhänge (z. B. Verständnis des Zusammenspiels von ökologischen Faktoren) beziehen.
  • Die Dekodierung einer Nachricht ist Voraussetzung dafür, dass der Hörer oder Leser versteht, was der Sprecher oder Schreiber gemeint hat. In der Art der Dekodierung können aufgrund kultureller Unterschiede Abweichungen, also Missverständnisse oder Widersprüche, bestehen.
  • Verhalten, das von sozialen Normen abweicht und eine Bestrafung provoziert. Straffälligkeit im weitesten Sinne.
  • Ist gekennzeichnet durch eine sich über einen kurzen Zeitraum entwickelnde Bewusstseinsstörung und eine Veränderung kognitiver Funktionen.
  • Kombination von Bewusstseins- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Defiziten kognitiver Funktionen und/oder der Sinneswahrnehmung durch eine diffuse Hirnfunktionsstörung. Im deutschen Sprachraum häufig als „Verwirrtheitszustand“ bezeichnet, wobei dann der Begriff „Delir“ auf Kombinationen mit vegetativer Entgleisung bei Substanzmissbrauch und endokrinen Krisen beschränkt verwendet wird.
  • Die Delphi-Methode („delphi technique“, „delphi poll“, „delphi survey“) ist eine nach dem berühmten griechischen Orakel benannte spezielle Form der vollstrukturierten schriftlichen Befragung, die auf die Suche nach Problemlösungen und die Prognose zukünftiger Entwicklungen abzielt. Kennzeichnend für die Delphi-Methode ist, dass eine Gruppe von Expertinnen und Experten („delphi panel“) in mehreren (mindestens zwei) Runden befragt und ihnen dabei ab Runde zwei jeweils die aggregierten Antworten der Mitexperten zugänglich gemacht werden. Die Befragten können somit ihre eigenen Antworten im Kontext der Antworten des gesamten Delphi-Panels reflektieren und ggf. modifizieren und somit im Idealfall zu besseren Einschätzungen gelangen.
  • Delphi-Methode
    Die Delphi-Methode ist ein systematisches, mehrstufiges Interviewverfahren, welches zur Einschätzung zukünftiger Ereignisse, Trends, technischer Entwicklungen oder dergleichen dient. Es geht darum, Visionen und Spekulationen verschiedener Experten zu sammeln, um anhand möglichst realistischer Szenarien zukünftige Benutzerbedürfnisse vorhersagen zu können.
  • Deltawellen
    langsame Hirnwellen mit großer Amplitude. &delta.-Wellen gehen mit Tiefschlaf einher.
  • Das Hauptmerkmal einer Demenz ist die Entwicklung multipler kognitiver Defizite, wobei eine Gedächtnisstörung und mindestens eine der folgenden kognitiven Einbußen vorhanden sein müssen: Aphasie, Apraxie oder eine Beeinträchtigung der Exekutivfunktionen. Die kognitiven Defizite müssen schwer genug sein, um eine Beeinträchtigung des beruflichen oder sozialen Leistungsniveaus zu verursachen und müssen eine Verschlechterung gegenüber einem vormals höheren Leistungsniveau darstellen.
  • Erworbene Beeinträchtigung des Gedächtnisses in Kombination mit Defiziten in mindestens einer weiteren kognitiven Domäne aufgrund einer (zumeist degenerativen) Hirnerkrankung. Die kognitiven Defizite verursachen eine bedeutsame Beeinträchtigung der sozialen und ggf. beruflichen Funktionen. Sie stellen eine deutliche Verschlechterung gegenüber einem früheren Leistungsniveau dar. Im Gegensatz zum Delir sind Bewusstsein und Wachheit nicht beeinträchtigt.
  • Demenz mit Lewy-Körpern
    Demenzsyndrom, dessen neuropathologische Merkmale diffuse Lewy-Körper in den kortikalen Arealen sind.
  • Untersucht den speziellen Trainingsbedarf unterschiedlicher demografischer Gruppen.
  • Demografischer Wandel
    Veränderung des Bevölkerungsumfanges sowie der Bevölkerungszusammensetzung in einem bestimmten Land und die daraus resultierenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
  • Baumartig verzweigter Nervenfortsatz, der über seine Synapsen Nervenimpulse aufnimmt und an den Nervenzellkörper (Soma) weiterleitet
  • Nervenfasern, die Input von anderen Zellen erhalten und in Form von elektrischen Impulsen zum Zellkörper weiterleiten.
  • Dendriten
    vielfach verzweigte Erweiterungen einer Nervenzelle, mit denen Botschaften empfangen und Impulse an den Zellkörper weitergegeben werden.
  • Dendriten sind Fortsätze an Zellkörpern, an denen Neurone Informationen empfangen.
  • Eine grafische Darstellung des Ergebnisses einer hierarchischen Clusteranalyse, die über die Anzahl der bedeutsamen Cluster informiert
  • Kognitive Aktivität von Menschen mit induktiven, schlussfolgernden, problemlösenden, kreativen und urteilenden Schwerpunkten.
  • Unterschieden werden 1. formale Denkstörungen (den Vorgang des Denkens betreffend bzw. Störungen des Gedankenablaufes) und 2. inhaltliche Denkstörungen (die Inhalte des Denkens betreffend). Zu den formalen Denkstörungen gehören gehemmtes, verlangsamtes, beschleunigtes oder ideenflüchtiges, eingeengtes, umständliches, unklares, paralogisches und inkohärentes (zerfahrenes) Denken sowie Gedankensperrungen, Gedankenabreißen und Perseveration des Denkens. Zu den inhaltlichen Denkstörungen zählen der Wahn und überwertige Ideen.
  • ist die deskriptive Bedeutung eines Zeichens.
  • Veränderung der Selbstwahrnehmung oder des Selbsterlebens, sodass man sich als Beobachter von seinen eigenen geistigen oder körperlichen Prozessen abgelöst empfindet (z. B. ein Gefühl, als befinde man sich in einem Traum).
  • Depersonalisation
    Depersonalisation bedeutet ein aktives Aussteigen aus dem Körper-Erleben. Betroffene beschreiben dieses Aussteigen als ein Gefühl, als ob sie weit weg von sich selbst wären und die Situation von außen betrachten würden.
  • Depersonalisierung
    Prozess, der mit hoher sozialer Identität einhergeht. Der Mensch sieht sich selbst nicht mehr als eigenständiges Individuum, sondern vorwiegend als austauschbares Exemplar der Gruppe an. Dies geht mit einer hohen Ingroup-Homogenität einher.
  • Depolarisation(sphase)
    Phase der schnellen positiven Polarisationsänderung des Aktionspotenzials, wird auch als Aufstrich bezeichnet
  • Zu den Symptomen dieser Störung können Niedergeschlagenheit, Verlust von Interesse und Freude, Antriebslosigkeit, gesteigerte Ermüdbarkeit, geringes Selbstwertgefühl und Selbstvorwürfe, Konzentrationsschwierigkeiten, psychomotorische Unruhe oder Hemmung,
  • Affektive Störung, v.a. gekennzeichnet durch gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebslosigkeit, geminderte Leistungsfähigkeit.
  • Depression, postpartale
    Eine depressive Störung, die im 1. Jahr nach der Geburt auftritt. Das klinische Bild einer postpartalen Depression entspricht weitgehend dem klinischen Bild einer üblichen Depression, außer dass sich die dysfunktionalen Gedanken und Gefühle mehrheitlich auf das neugeborene Kind und die neue Mutterrolle beziehen.
  • Depression, pränatale
    Eine depressive Störung während der Pränatalzeit, deren Symptome weitgehend einer üblichen depressiven Störung entsprechen, sich aber vor allem auf das ungeborene Kind, die Schwangerschaft und Geburt beziehen.
  • Depression, sekundäre
    Depressionssyndrom, welches als direkte Folge des gestörten Transmitterhaushaltes einer – oft neurodegenerativen – Erkrankung entsteht.
  • Depression, subsyndromale
    Auch "subklinische" Depression genannt; spezifisches Depressionssyndrom, welches nicht den vollständigen Kriterienkatalog der zugehörigen spezifischen Depression aufweist. Tritt u. a. häufig bei neurologischen Erkrankungen auf.
  • Depression, synaptische
    Abnahme der Amplitude des postsynaptischen Potenzials während oder nach langsamer repetitiver (synaptischer) Aktivierung einer Synapse
  • Depressiver Realismus
    Annahme, der zufolge die Realitätswahrnehmung depressiver Personen eher mit der Wirklichkeit übereinstimmt als die Realitätswahrnehmung nichtdepressiver Menschen.
  • Der Entzug von Anreizen, der die psychische und körperliche Entwicklung eines Kindes massiv beeinträchtigt.
  • Mit Deprivation wird der Reizentzug in bestimmten Phasen der Entwicklung bezeichnet.
  • Methode, bei der möglichst alle exogenen Einflüsse ausgeschaltet werden, um den Anlageanteil an der Ausprägung eines Merkmals zu bestimmen. Eine experimentelle Variation bis hin zur Ausschaltung aller exogenen Einflüsse verbietet sich im Humanbereich aus
  • Veränderung der Wahrnehmung der äußeren Welt oder Erleben, so dass diese fremd und irreal erscheint (z. B. Menschen sehen ungewohnt oder mechanisch aus).
  • Derivation (derivation)
    Wortbildungstyp. Im Deutschen wird Derivation durch Anfügung eines Suffix (dumm → Dummheit), Rückbildung (schauen → Schau) und Konversion (deutsch vs. Deutsch) unterschieden.
  • Als Design bezeichnet man die Anlage einer wissenschaftlichen Studie. Wichtige Designunterschiede sind z. B. die experimentelle vs. die korrelative oder die längsschnittliche vs. die querschnittliche Anlage einer Studie.
  • Deskriptiv bedeutet „beschreibend“. Eine Situation wird bloß beschrieben, ohne dass ein Lösungsansatz oder eine Wertung mit einfließt.
  • ist eine qualitative Forschungsmethode. Ziel ist es, eine Kultur aus der Sicht ihrer Mitglieder kennen zu lernen und zu beschreiben. Die Kultur soll durch die Forschungstätigkeit möglichst nicht verändert werden. Wichtigste Methode der Datenerhebung ist die teilnehmende Beobachtung.
  • Deskriptive Sichtweise (descriptive view)
    Die deskriptive Sichtweise fokussiert darauf, wie Urteile oder Entscheidungen tatsächlich aussehen. Diese Herangehensweise ist daher in der Psychologie gängiger als die normative Sichtweise (s. dort).
  • Deskriptive Statistik
    Mathematische Verfahren zur Beschreibung der in einer Studie untersuchten Variablen. Typische Größen der deskriptiven Statistik sind Maße der zentralen Tendenz (z. B. Mittelwert) und Variation (z. B. Varianz).
  • Deskriptive Statistik
    Die deskriptive (beschreibende) Statistik vereint alle Methoden, mit denen empirische Daten zusammenfassend dargestellt und beschrieben werden können. Dazu dienen Kennwerte, Grafiken und Tabellen.
  • Deskriptive Statistik
    Statistische Methoden zur Beschreibung von Daten in Form von Grafiken, Tabellen oder einzelnen Kennwerten. Weitere Bezeichnung: beschreibende Statistik
  • Statistik, die die Daten einer Stichprobe z. B. durch Grafiken oder Kennwerte (Mittelwert, Varianz etc.) beschreibt
  • Die deskriptive Studie („descriptive study of populations“) dient der Feststellung der Verbreitung von Merkmalen und Effekten in großen Grundgesamtheiten, etwa der Bevölkerung eines Landes.
  • Deskriptive Theorien haben den Anspruch, Urteilen, Entscheiden oder Problemlösen zu erklären oder vorherzusagen.
  • Die Deskriptivstatistik beinhaltet Verfahren, mit deren Hilfe quantitative Daten zusammenfassend beschrieben und dargestellt werden. Hierzu zählen: die univariate Deskriptivstatistik (Statistik für einzelne Variablen), darunter a) die Bestimmung von Häufigkeiten des Auftretens von Werten und von Häufigkeitsverteilungen, b) die Berechnung von Kennwerten (Parametern), die zusammenfassende Aussagen über die gesamte Stichprobe erlauben (Maße der zentralen Tendenz und Streuungsmaße); die multivariate Deskriptivstatistik (Statistik für Zusammenhänge mehrerer Variablen), darunter Korrelation und Regression; Tabellen; Diagramme und Grafiken.
  • Desorganisiert-desorientierte Bindung
    Ein Typ unsicherer Bindung, bei dem Säuglinge oder Kleinkinder in der Fremden Situation keine konsistente Stressbewältigungsstrategie zeigen. Ihr Verhalten ist oft konfus oder sogar widersprüchlich, und sie erscheinen oft benommen oder desorientiert.
  • Desoxyribonukleinsäure
    siehe: DNA/DNS
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS)
    Träger der genetischen Information einer Zelle.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS/DNA)
    Makromolekül, dessen Basenreihenfolge die Geninformationen aller Lebewesen (Ausnahme: RNA-Viren) kodiert, Bausteine der Chromosomen
  • Determinanten des t-Tests
    α-Fehler, β-Fehler, Effekt und Stichprobenumfang bedingen sich gegenseitig in einem t-Test. Sind drei von ihnen festgelegt, ergibt sich der vierte Wert automatisch
  • Determinationskoeffizient
    Der Determinationskoeffizient r² gibt das Ausmaß der Varianzaufklärung einer Variable Y durch eine Variable X an. Er kann maximal 1 betragen, was einer Varianzaufklärung von 100 Prozent entspricht.
  • Determinationskoeffizient
    Der Determinationskoeffizient ist ein anschauliches Maß für die Stärke des Zusammenhangs zweier Variablen. Er gibt an, welcher Anteil der Variabilität der y-Werte (Kriteriumsvariable) durch die Verteilung der x-Werte (Prädiktor) aufgeklärt werden kann. Aus regressionsanalytischer Sicht ist der Determinationskoeffizient der Quotient aus Regressionsvarianz und Gesamtvarianz der y-Werte. Er kann aber ebenso durch Quadrierung der Korrelation gewonnen werden
  • Determinationskoeffizient
    Anteil der Variabilität des Kriteriums, der durch einen oder mehrere Prädiktoren vorhergesagt werden kann
  • Determinationsthese
    Als Determinationsthese bezeichnet man die Annahme, dass Öffentlichkeitsarbeit journalistische Berichterstattung determiniere. Unter Determinierung ist dabei in einer schärferen Auslegung Steuerung, in einer schwächeren eine starke, einseitige Beeinflussung zu verstehen. Der Begriff Determinationsthese geht auf das Werk von Barbara Baerns (1991) zurück.
  • Determinierende Tendenz
    Unbewusste Einstellungen und Tendenzen, die von der gestellten Aufgabe gestiftet wurden und dann die kognitiven Prozesse steuern, ohne dass sie noch bewusst sein oder willkürlich kontrolliert werden müssten.
  • Determinierende Tendenz (determining tendency)
    In Achs klassischer Willenstheorie die Bezeichnung für teilweise unbewusst vermittelte Nachwirkungen von Absichten, durch die der Wahrnehmungs- und Denkverlauf im Sinne der Zielvorstellung abläuft.
  • Deterministische Modelle
    Diese Modelle nehmen an, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Item zu lösen, nur 0 oder 1 betragen kann; die Wahrscheinlichkeit, ein Items zu lösen bzw. ihm zuzustimmen, "springt" ab einem bestimmten Punkt auf der Merkmalsdimension (ξ) von 0 auf 1. Die IC-Funktion (Itemcharakteristische Funktion) entspricht einer Sprungfunktion/Treppenfunktion.
  • Deuteranopie
    Genetisch bedingte Störung des Farbensehens, bei der ein Teil der Zapfen in der Netzhaut (die Grün-Zapfen) ausfällt. Es sind dann nur Rot- und Blau-Zapfen vorhanden. Es kann auch zu einer verringerten Anzahl an Grün-Zapfen kommen, was sich als Rot-Grün-Schwäche manifestiert und als Deuteranomalie bezeichnet wird.
  • Deutung
    heißt in der Psychoanalyse, dass der Analytiker die Bedeutung der Träume, des Widerstands und anderer aufschlussreicher Verhaltensweisen interpretiert, um den Patienten auf dem Weg zur Einsicht weiterzubringen.
  • Devaluationstechnik
    Die Devaluationstechnik (Entwertungstechnik) bezieht sich auf ein experimentelles Vorgehen zur Untersuchung des Einflusses von Reizerwartungen auf das Verhalten von Tieren. Es wird zunächst ein bestimmtes Verhalten durch Belohnung an eine bestimmte Situation gebunden. Nach der Konditionierung wird die verabreichte Belohnung entwertet (devaluiert). In der Regel handelt es sich um eine Entwertung von Futter: Den Tieren wird, wenn sie von dem Futter fressen, bspw. etwas Lithium-Chlorid injiziert, was eine leichte Übelkeit auslöst. Das Futter wird ihnen auf diese Weise vergällt, so dass sie kaum noch davon fressen. Diese nachträgliche Devaluierung (Entwertung) der Belohnung führt zu einer Vermeidung des zuvor damit belohnten Verhaltens. Das Ergebnis zeigt, dass das Verhalten der Tiere durch die Erwartung der entwerteten Belohnung, durch die zu erwartenden Verhaltenseffekte also, determiniert wird.
  • deviante Gruppe
    Gruppe von Menschen, die Normen für antisoziales Verhalten teilt
  • Dezentralisation ist das Ausmaß, in dem Entscheidungsgewalt und Autorität über alle Ebenen der Organisation verteilt sind.
  • Dezerebration
    Chirurgische Trennung von Vorderhirn und Nachhirn
  • Das Dezibel ist ein logarithmisches Maß für die Stärke des Schalldruckes bezogen auf einen Referenzton.
  • Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.
  • Diabetes mellitus
    Zuckerkrankheit. Diabetes mellitus ist die häufigste endokrine Störung und Krankheitsbegriff für verschiedene Formen der Glukosestoffwechselstörung mit unterschiedlicher Ätiologie und Symptomatik. Gemeinsames Kennzeichen der verschiedenen Formen ist ein relativer oder absoluter Mangel an Insulin (Blutzucker).
  • Erhebung von qualitativen und quantitativen Merkmalen zur Beschreibung des Zustandsbildes einer Person, ihrer Position innerhalb eines bestimmten Bezugssystems sowie zur Beschreibung der Bedingungen und Ursachen, die zu dem jeweiligen Störungsbild geführt haben. Wird unterteilt in 1. klassifikatorische Diagnostik, 2. funktionale Diagnostik, 3. prozedurale Diagnostik.
  • Diagnostikprozess
    Der Prozess der Diagnostik umfasst alle zeitlichen, organisatorischen, strategischen und personalen Aufwendungen zwischen einer zunächst allgemeinen und später präzisierten diagnostischen Fragestellung und deren Beantwortung. Im Prozessverlauf können aus der Beantwortung z. B. einer Teilfragestellung neue Fragen resultieren, sodass eine Verschachtelung von Fragen und Beantwortungen entsteht (Jäger 2006, S. 90).
  • Diagnostische Kompetenz
    hebt darauf ab, inwiefern Fachkräfte in der Lage sind, individuelle Lernstände (z.B. aktuelle Lesekompetenzen) und Lernvoraussetzungen (z.B. Wortschatz, Lesemotivation) korrekt (d.h. objektiv, reliabel und valide) einzuschätzen.
  • Diagnostische Strategien
    stellen je nach Fragestellung variierende methodische Vorgehensweisen im diagnostischen Prozess dar. Unterschieden wird zwischen Status- vs. Prozessdiagnostik; normorientierte vs. kriteriumsorientierte Diagnostik und Modifikations- vs. Selektionsdiagnostik.
  • Mehrschrittiger Prozess, mit dem Ziel der Diagnosefindung: Zuerst erfolgt eine Exploration der Symptome, die zu einem Syndrom zusammengefasst werden können. Die anschließende Prüfung, ob entsprechende diagnostische Kriterien erfüllt werden, führt schließlich zur Diagnose.
  • Diagnostischer Prozess
    Begründete Zuschreibung eines Attributs oder einer Eigenschaft zu einer bestimmten Beobachtungseinheit (z. B. einer Person, Gruppe oder Institution).
  • Diagnostischer Prozess
    Als diagnostischer Prozess wird die Abfolge von Maßnahmen zur Gewinnung diagnostisch relevanter Informationen und deren Integration zur Beantwortung einer Fragestellung bezeichnet.
  • Diagnostisches Interview
    Diagnostisches Interview ist der Überbegriff für Methoden zur Erhebung von diagnostisch relevanten Informationen mittels Gespräch. Mit Begriffen wie Anamnese, Exploration, Einstellungsgespräch oder Auswahlgespräch kann der Verwendungszweck oder die Zielsetzung eines diagnostischen Interviews näher bestimmt werden. Diagnostische Interviews unterscheiden sich durch den Grad ihrer Standardisierung.
  • Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen (DIPS)
    Das DIPS von Margraf et al. (1994; Schneider et al., 2006) ist ein standardisiertes klinisches Interview, welches wie das SKID das ganze Spektrum psychischer Störungen abdeckt. Es existieren auch eine Kurz- und eine Kinderversion.
  • Diagnostisches Urteil
    Als diagnostisches Urteil wird die Beantwortung einer Fragestellung unter Verwendung von bereits vorliegenden diagnostischen Informationen bezeichnet.
  • Der Begriff stammt aus dem Forschungsprogramm Subjektive Theorien und bezeichnet das Kriterium, nach dem eine Theoriestruktur als angemessen rekonstruiert gilt. Das Kriterium ist erfüllt, wenn die Teilnehmerin oder der Teilnehmer im Gespräch mit der Forscherin oder dem Forscher zustimmt, dass die rekonstruierte Theoriestruktur die Gedanken zu einem Thema angemessen wiedergibt. Die Gesprächssituation sollte möglichst frei von Zwängen und Asymmetrien sein.
  • Diarrhöen
    Durchfälle, flüssiger Stuhl.
  • Konzept, das besagt, dass die Schädigung eines Hirnteils die Funktion anderer, z. T. weit entfernt liegender, strukturell intakter Hirnteile beeinträchtigt („Fernwirkung der Läsion“). Grundlage des Diaschisiseffekts ist nach dieser Vorstellung die Beeinträchtigung der exzitatorischen oder inhibitorischen Projektionen zwischen den Arealen.
  • Erschlaffungsphase, die auf eine Herzkontraktion folgt, das Blut fließt aus den Vorhöfen in die Herzkammern
  • Diathese-Stress-Modell
    Ein verhaltensmedizinisches Modell zur Entstehung psychophysiologischer Störungen, bei dem prädisponierenden Faktoren (Diathese) und auslösenden Stressoren (Stress) gleichermaßen Bedeutung zugemessen wird.
  • Annahme, dass unspezifische Belastungen (z. B. Stress) in Abhängigkeit von spezifischen Vulnerabilitäten bei verschiedenen Personen zu verschiedenen psychischen Störungen führen. Die Vulnerabilitäten können z. B. genetisch oder lerngeschichtlich bedingt sein.
  • dichotome Items
    Items mit zweifach gestufter Antwortmöglichkeit (z.B. Ja-Nein-Antwortformat)
  • Künstliche Einteilung eines Merkmals, das von Natur aus eigentlich mehrere Ausprägungen besitzt (z.B. Körpergröße - im Gegensatz zum Geschlecht), in nur zwei Ausprägungen, z.B. bei metrischen Daten durch Teilung am Median (>178 cm vs. <178 cm)
  • Dienende Führung
    Dienende Führung ist ein Verständnis von und eine Praxis der Führung, die den Nutzen der Geführten über das Selbstinteresse des Führenden stellt. Dienende Führung fördert die Wertschätzung und die Entwicklung der Geführten, den Aufbau einer Gemeinschaft, die Praxis der Authentizität und die Teilung der Macht und des Status für das gemeinsame Wohl jedes Einzelnen, der ganzen Organisation und derjenigen, denen die Organisation dient.
  • Dienstleistungen sind selbstständige, marktfähige Leistungen, die mit der Bereitstellung und/oder dem Einsatz von Potenzialfaktoren verbunden sind (unter Potenzialfaktoren versteht man in der Betriebswirtschaft Güter, die im Produktionsprozess kombiniert werden, um andere Güter hervorzubringen). Interne (vor allem menschliche Arbeit) und externe Faktoren (im Falle der Dienstleistungen vor allem der Kunde) werden im Rahmen des Erstellungsprozesses kombiniert. Die Faktorkombination des Dienstleistungsanbieters – die Verbindung von Arbeit, Werkstoffen und Betriebsmitteln – wird mit dem Ziel eingesetzt, an den externen Faktoren, an Menschen (Kunden) und deren Objekten nutzenstiftende Wirkungen zu erzielen.
  • Dienstleistungsklima
    Das Dienstleistungsklima reflektiert die Bedeutung, die aus Sicht der Mitarbeiter die Organisation der Politik, den Praktiken und Prozeduren mit dem Ziel der Unterstützung der von den Mitarbeitern angebotenen Dienstleistungen beimisst, sowie die Wahrnehmung, dass die Organisation serviceorientiertes Verhalten der Mitarbeiter erwartet bzw. es belohnt und unterstützt.
  • Dienstleistungsmarketingmix
    Der Dienstleistungsmarketingmix umfasst – neben dem klassischen Marketingmix, d. h. der Gestaltung von Produkt, Preis, Werbung und Absatzmethode – drei weitere Faktoren: Das _Umfeld_ thematisiert die gezielte Gestaltung des Settings, in dem die Dienstleistung erbracht wird; _Prozesse_ sind solche Prozeduren und Abläufe von Aktivitäten, die in der Organisation – unsichtbar für den Kunden – die Leistungserbringung vorbereiten sowie _Personen_, also alle Menschen, die an der Erstellung der Dienstleistung beteiligt sind und deshalb die Wahrnehmung der Kunden beeinflussen.
  • differential outcome Effekt
    Tiere lernen schneller auf zwei Reizsituationen (S1 und S2) unterschiedlich zu reagieren (S1→R1 und S2→R2), wenn die Reaktionen zu unterschiedlichen (S1→R1-E1 und S2→R2-E2) anstatt zu gleichen Bekräftigungen (Effekten) führen. Dies ist der »differential outcome«-Effekt. Der »differential outcome«-Effekt zeigt, dass die konkrete Form der Belohnung von den Tieren gespeichert wird, so dass verschiedene Belohnungen die Unterscheidbarkeit von Verhaltensweisen erhöhen und damit das Diskriminationslernen beschleunigen. Die Tiere binden belohntes Verhalten eben nicht nur an die jeweils gegebene Situation, sondern sie bilden auch Vorstellungen darüber aus, welche Belohnungen (Effekte) sie mit welchem Verhalten erreichen können.
  • Differentialrezeptor
    Sinnesrezeptor (Sensor), der v.a. die Änderungsgeschwindigkeit eines physikalischen, chemischen oder thermischen Reizes misst
  • Die differentielle Arbetsgestaltung organisiert das Arbeitsumfeld insofern, als dass ein gleichzeitiges Angebot von verschiedenen Arbeitsstrukturen gefördert wird, zwischen denen Beschäftigte wählen können.
  • differentielle Fragestellung
    Frage nach interindividuellen Unterschieden
  • differentielle Psychologie
    Psychologie der interindividuellen Unterschiede
  • Differenzialdiagnose
    Würdigung der Symptome, Syndrome, ätiologischer und pathogenetischer Besonderheiten eines Krankheitsbildes, um es ggfs. von einem anderen abzugrenzen.
  • Differenzielle Arbeitsgestaltung
    Mithilfe der differenziellen Arbeitsgestaltung werden Arbeitsformen realisiert, bei denen die Beschäftigten zwischen verschiedenen Arbeitsstrukturen wählen können. Es wird also nicht eine für alle Mitarbeiter einheitliche Arbeitsstruktur entwickelt und vorgegeben. Die Betroffenen entscheiden selbst unter Berücksichtigung ihrer Kompetenzen, Bedürfnisse und ihres Potenzials, welche Arbeitsstruktur für sie geeignet ist.
  • Das Unterscheiden und Herausfiltern derjenigen Elemente aus dem sich ständig ändernden Reizangebot der Umwelt, die stabil und unverändert bleiben.
  • Differenzierungslernen
    Extraktion von Information aus dem Reizstrom wird fortlaufend verfeinert und dadurch effizienter, verändert die Wahrnehmungssysteme selbst. Die Person verfeinert ihre Fähigkeiten zum Herausfiltern bestimmter Bedeutungseinheiten. Es findet demnach ein individuelles Lernen statt. Reaktionsweisen auf scheinbar gleiche Reize können durch das Hineinspielen anderer Faktoren (z. B. die Art der Konsequenz: direkte oder indirekte Bestrafung) in ihrer Art und Weise differieren.
  • Differenzlimen
    Unterschiedsschwelle; Größe der Veränderung der Intensität zu einem Vergleichsreiz, die zu einer schwächeren, bzw. stärkeren Empfindung führt
  • Diffusion
    Bewegung von Molekülen aus Gebieten höherer Konzentration zur niedriger Konzentration bis zum vollständigen Konzentrationsausgleich; beruht auf der Brown-Molekularbewegung
  • Diffusionsgradient
    Konzentrationsgefälle zwischen Gebieten mit unterschiedlicher Konzentration; beeinflusst die Geschwindigkeit des Konzentrationsausgleichs
  • Diffusionstensorbildgebung (DTI)
    Kernspintomografische Technik, mit der die Hauptrichtung der Diffusion in verschiedenen Gehirnarealen geschätzt werden kann. Diese Hauptdiffusion ist eine gute Näherung für die Hauptrichtung des Faserverlaufs in der weißen Substanz des Gehirns.
  • Digital Divide
    Das Phänomen des „Digital Divide“ weist darauf hin, dass die Verbreitung und der Zugang zum Internet hinsichtlich sozialer und Bildungsschicht ungleich erfolgt ist. Demzufolge ist der typische Onliner jung, männlich, gebildet und beruflich erfolgreich.
  • Der kontinuierliche Übergang zwischen den beiden Polen gesund und krank wird berücksichtigt. Der dimensionalen Verteilung der Krankheitsmerkmale wird Rechnung getragen: Psychische Merkmale einer Person werden entlang eines Kontinuums erfasst und beschrieben.
  • Dimensionale Vergleiche
    Vergleiche der Leistungsfähigkeit einer Person in einem Fach mit der Leistungsfähigkeit derselben Person in einem anderen Fach.
  • Die Dimensionalität eines Tests („test dimensionality“) gibt an, ob er mit seinen verschiedenen Test-Items nur ein globales Konstrukt erfasst (eindimensionaler Test), oder ob er mehrere Teilkonstrukte operationalisiert (mehrdimensionaler Testmit zwei oder mehr Untertest). Im Zuge der Dimensionalitäts-Überprüfung wird mit Korrelationsanalysen bzw. vor allem mit exploratorischen oder konfirmatorischen Faktorenanalysen geprüft, ob a) die Anzahl der Dimensionen sowie b) bei mehrdimensionalen Tests auch die Zuordnung der Items zu den verschiedenen Subtests („item dimensionality“) den inhaltlichen Vorgaben der Konzeptspezifikation entspricht.
  • Annahme, dass Aufmerksamkeit anhand von Stimulusmerkmalen zugewiesen wird. Im Rahmen des Guided-Search-Modells heißt das, dass die Aufmerksamkeit durch Unterschiede zwischen Stimuli auf bestimmten Merkmalsdimensionen (wie Farbe, Form etc.) gelenkt wird (Salienzsignal). Dabei wird präattentiv, d.h. bevor Aufmerksamkeit ins Spiel kommt, für jedes Element im visuellen Feld berechnet, wie stark es sich von seinem Umfeld unterscheidet. Je höher der Kontrast zum Umfeld desto höher die Aktivation.
  • Deutsche Industrie Norm; die DIN 33430 legt die Standards zur betrieblichen Eignungsbeurteilung (Anforderungsbeurteilung, Personalauswahl, Qualitätssicherung) fest.
  • DIN 33430
    Deutsche Norm zu Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen
  • Eine verbindliche Norm von Qualitätsstandards für die verwendeten Tests, die berufsbezogene Eignungsbeurteilung und die einzelnen Ablaufschritte beider.
  • DIPS (Diagnostisches Interview für Psychische Störungen)
    Dieses Interviewverfahren stammt ursprünglich aus der Angstforschung und wurde dann für andere psychische Erkrankungen ausgeweitet. (Schneider und Margraf 2006, dt. Version des ADIS; Grisham, Brown und Campbell 2004)
  • Direkte Aggression
    Aggressives Verhalten, das unmittelbar auf die Zielperson gerichtet ist, z. B. Schläge oder Beschimpfungen.
  • direkte Einflussschätzung
    Schätzung des Einflusses eines Prädiktors auf eine Eigenschaft durch die Korrelation zwischen Prädiktor und Eigenschaft
  • direkte Veränderungsmessung
    Eine direkte Veränderungsmessung erfolgt in Form einer Einmalerhebung. Mit der Zielerreichungsbeurteilung (»goal attainment scaling«) kann eingestuft werden, inwieweit die zu Beginn oder im Verlauf der Therapie gesetzten Ziele tatsächlich realisiert werden konnten.
  • direkte Verhaltensbeobachtung
    Die direkte Verhaltensbeobachtung bietet gegenüber der Verwendung einer Kamera den Vorteil, dass man seinen Blick dahin richten kann, wo das Geschehen interessant ist. Der Beobachter kann seinen Standpunkt so verändern, dass er ungehindert das beobachten kann, was er sehen will, und wird nicht auf den starren Blickwinkel einer Kamera eingeengt.
  • Direkte Verstärkung
    Erfahrung positiver Konsequenzen einer aggressiven Handlung (z. B. Statusgewinn in der Gleichaltrigengruppe), die die Auftretenswahrscheinlichkeit weiterer aggressiver Handlungen erhöht.
  • Ein direkter Effekt liegt vor, wenn eine Prädiktorvariable eine Kriteriumsvariable unmittelbar beeinflusst. Als indirekter Effekt wird der Einfluss einer Prädiktorvariable auf eine Kriteriumsvariable bezeichnet, der durch eine dritte Variable (Mediatorvariable) vermittelt (mediiert) wird: Die Prädiktorvariable hat einen Effekt auf die Mediatorvariable, und diese hat einen Effekt auf die Kriteriumsvariable.
  • Direktmarketing
    Beim Direktmarketing entsteht ein direkter Kontakt zwischen Kunde und Unternehmen. Dies kann geschehen, indem das Unternehmen die Kunden etwa in Anschreiben oder Anrufen direkt anspricht. Zum Direktmarketing zählen aber auch Formen, in denen umgekehrt der Kunde den Kontakt mit dem Unternehmen aufnimmt, etwa indem er das Unternehmen anruft, eine Mail schickt oder direkt dort Waren bestellt.
  • Direktmarketing
    Beim Direktmarketing entsteht ein direkter Kontakt zwischen Kunde und Unternehmen. Dies kann geschehen, indem das Unternehmen die Kunden etwa in Anschreiben oder Anrufen direkt anspricht. Zum Direktmarketing zählen aber auch Formen, in denen umgekehrt der Kunde den Kontakt mit dem Unternehmen aufnimmt, etwa indem er das Unternehmen anruft, eine Mail schickt oder direkt dort Waren bestellt.
  • Disambiguierung (disambiguation)
    Multisensorische Kombination, bei der Information aus einem Sinn durch Information aus einem anderen Sinn eine eindeutige Interpretation erhält.
  • Im Assimilations-Akkommodations-Prozess kommt es nach der kognitiven Theorie Piagets zunächst hierzu, wenn eine Assimilation misslingt. Durch die Aufhebung der vorhandenen Diskrepanzen kommt es wieder zur Äquilibration.
  • Disengagement from incentives (Loslösen von vormals relevanten Anreizen)
    Das von Eric Klinger stammende Konzept bezeichnet die Fähigkeit, von vormaligen Anreizen loszulassen bzw. Ziele und Erwartungen aufzugeben, wenn diese nicht erreicht werden können oder wenn das Erreichen mit zu hohen Kosten verbunden wäre. Nur durch ein solches Loslassen, das notwendigerweise mit einem Trauerprozess verbunden ist, ist die Setzung neuer, erreichbarer Ziele wieder möglich.
  • Zwei einander ausschließende (d. h. keine gemeinsamen Elementarereignisse beinhaltende) Ereignisse sind disjunkt. Ihr Durchschnitt (A∩B) ist die leere Menge
  • Eigenschaft von Antwortalternativen; liegt vor, wenn zwischen den Antwortalternativen keine Überlappungen vorliegen.
  • Annahme, nach der ein Kind davon ausgeht, dass jedes Objekt nur eine Bezeichnung hat. Wenn für ein Objekt schon eine Bezeichnung vorliegt, nimmt das Kind zunächst an, dass das neue Wort für etwas anderes steht.
  • Diskonfirmationsparadigma
    Das Diskonfirmationsparadigma ist das wichtigste Modell zur Erklärung der Dienstleistungsqualität und der Kundenzufriedenheit. Demnach richten Kunden Erwartungen an eine Dienstleistung und vergleichen diese mit dem tatsächlichen Verlauf der Leistungserfüllung. Übertreffen die Wahrnehmungen die Erwartungen, wird der Dienstleistung hohe Qualität zugeschrieben. Bleiben sie hinter den Erwartungen zurück, kommt es zu negativen Urteilen.
  • Diskonfirmationsparadigma
    Das Diskonfirmationsparadigma erklärt die Entstehung von Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit durch den Vergleich der erwarteten Leistung (Soll-Leistung) mit der vom Kunden subjektiv wahrgenommenen Leistung (Ist-Leistung). Werden die Erwartungen erfüllt (Konfirmation) bzw. übererfüllt (positive Diskonfirmation), entsteht Zufriedenheit, bei Nichterfüllung (negative Diskonfirmation) Unzufriedenheit.
  • Diskonnektionsstörung
    Störungen kognitiver Funktionen, die nicht auf Schädigungen in kortikalen Hirnarealen (Assoziationskortex) beruhen, sondern durch die Unterbrechung der neuronalen Verbindungen zwischen diesen Arealen, z. B. den Kommissurenfasern des Corpus callosum (→ Split-Brain-Patienten) oder den Faserverbindungen des Fasciculus arcuatus hervorgerufen werden. Die Art der Diskonnektions- oder Leitungsstörung, z. B. reine → Alexie, → visuelle Objektbenennungsstörung oder unilaterale Apraxie, wird durch den anatomischen Ort der Läsion bestimmt.
  • Diskontinuierliche Entwicklung
    Die Vorstellung, dass zu altersbedingten Veränderungen gelegentliche größere Entwicklungsschritte gehören, so wie die Verwandlung einer Raupe zur Puppe, die schließlich als Schmetterling schlüpft.
  • Ein Merkmal ist diskret, wenn es nur bestimmte Werte annehmen kann. Beispiel: Die Anzahl der Freunde einer Person lässt sich nur in ganzen Zahlen angeben
  • Ein Merkmal, das nur die Erfassung der Häufigkeit in ganzen Zahlen zulässt, wird diskret genannt. Diskrete Merkmale wie Anzahl von Geschwistern lassen also das Zählen der Auftretenshäufigkeit zu, nicht jedoch die Feststellung von feinen Ausprägungen zwischen ganzen Zahlen.
  • diskriminante Validität
    Ausmaß, in dem eine Messung niedriger mit Kriterien niedriger Validität korreliert als mit Kriterien hoher Validität
  • diskriminante Validität
    Als diskriminante Validität (entspricht der divergenten Validität bei Cronbach & Meehl, 1955) bezeichnet man den Zusammenhang mit Indikatoren anderer Konstrukte.
  • Diskriminante Validität
    Gilt im Rahmen der Konstruktvalidierung als nachgewiesen, wenn Messungen verschiedener Konstrukte mit derselben Methode nicht oder nur gering miteinander korrelieren.
  • Verfahren, das aufgrund der linearen Gewichtung eines Satzes abhängiger Variablen zu einer maximalen Trennung der untersuchten Gruppen führt
  • Er besteht aus einer bestimmten Anzahl von Diskriminanzfaktoren, deren Reihenfolge so festgelegt wird, dass die verglichenen Stichproben sukzessiv maximal getrennt werden
  • Diskriminationsindex
    Kennwert zur Identifizierung „nicht trennscharfer“ Items bei der Latent Class Analyse.
  • Diskriminationslernen (discrimination learning)
    Lernen, auf verschiedene Stimuli auch unterschiedlich zu reagieren.
  • Diskriminativer Hinweisreiz
    Reiz mit Signalcharakter. Er zeigt dem Organismus an, ob ein Verstärker (oder eine Bestrafung) folgen wird, wenn eine bestimmte Reaktion ausgeführt wird.
  • Diskriminierung
    nicht zu rechtfertigendes, negatives Verhalten gegenüber einer Gruppe oder ihren Mitgliedern.
  • Diskriminierung
    Der verhaltensbezogene Ausdruck von Stereotypen und Vorurteilen, der sich in feindseligem und abwertendem Verhalten gegenüber einer Person äußert, allein aufgrund deren Mitgliedschaft in einer bestimmten Gruppe.
  • Diskriminierung
    Negative Beurteilung und negatives Verhalten gegenüber stereotypisierten Mitmenschen.
  • Ein Diskurs besteht aus einem Set aufeinander bezogener Texte, einschließlich der Verfahren ihrer Produktion, Verbreitung und Rezeption.
  • Diskursanalyse
    Eine Gruppe von Methoden, mit denen sich Gespräche und Texte analysieren lassen. Das Ziel dabei besteht darin, herauszufinden, wie Menschen ihrer Alltagswelt „Sinn zuschreiben“.
  • Mit der Diskursanalyse wird untersucht, wie Realität sprachlich erzeugt wird. Es wird zwischen deskriptiven und kritischen (normativen) Verfahren der Diskursanalyse unterschieden.
  • Der Unterschied zwischen den retinalen Bildern eines dreidimensionalen Objekts wird als Disparation bezeichnet.
  • Sind in einer Organisation keine expliziten Regeln für den emotionalen Ausdruck vorhanden, wird von Display Autonomy gesprochen.
  • Wenn eine Organisation ihren Mitarbeitenden vorgibt, welche Gefühle und welches Verhalten in der täglichen Arbeit gezeigt werden soll, spricht man von Display rules.
  • Bezeichnung für eine individuell unterschiedliche, relativ stabile Bereitschaft, auf bestimmte Umweltbedingungen mit bestimmten Verhaltensweisen zu reagieren.Eine Disposition kann angeboren, erworben oder auf ein Zusammenwirken von Anlage und Umwelt zurückführbar sein.
  • Angeborene oder erworbene Anfälligkeit eines Organismus für Erkrankungen. Vulnerabilität
  • überdauernde Verhaltenstendenz einer Person
  • Dispositionismus
    Auffassung, dass menschliches Verhalten am besten durch die Person selbst, also deren überdauernde Eigenschaften und Merkmale vorhergesagt und erklärt werden kann. Situative Einflüsse sind dabei unerheblich.
  • Verheimlichung von tatsächlich existierenden körperlichen oder psychischen Sachverhalten, insbesondere von körperlichen oder psychischen Krankheiten bzw. abnormen Gedanken, Erlebnissen, Wünschen, Befürchtungen (Simulation im Gegensatz hierzu). Fragebogen- und Explorationsergebnisse können durch eine Dissimulationstendenz verfälscht werden, sodass z. B. ein Patient mit einer substanzbezogenen Störung in einem Screeningfragebogen als psychisch unauffällig erscheint.
  • Eine Konsistenztheorie, die Leon Festinger formulierte. Nach der Dissonanztheorie erzeugen widersprüchliche oder unvereinbare Kognitionen in der Person einen motivationalen Spannungszustand (Dissonanz), der auf Reduktion drängt. Durch Addition, Subtraktion oder Veränderung von Kognitionen kann dieser Zustand reduziert und kognitive Konsonanz hergestellt werden.
  • dissoziale Persönlichkeitsstörung
    Missachtung und Verletzung der Rechte anderer, keine dauerhaften Beziehungen
  • Anteilige oder vollständige Abspaltung psychischer Funktionen (z.B. Bewusstsein, Gedächtnis), eigener Gefühle und Körperempfindungen (z.B. Schmerz, Hunger), der Wahrnehmung der eigenen Person und/oder der Umgebung.
  • Dissoziation
    Spaltung des Bewusstseins, die ermöglicht, dass bestimmte Gefühle und Gedanken gleichzeitig mit anderen auftreten.
  • Dissoziationen von Wahrnehmung und Handlung
    Nach der Logik linearer Modelle der Informationsverarbeitung werden Reize zunächst einem Wahrnehmungsprozess unterzogen, der der Handlungsplanung stets vorausgeht und sie inhaltlich bestimmt. Zweifel an dieser Idee weckt die Beobachtung, dass zahlreiche wahrnehmungs- und handlungsbezogene Prozesse gleichzeitig stattfinden. Dieser Umstand führt zu zahlreichen sog. Dissoziationsphänomenen, d.h. Beobachtungen unterschiedlicher Auswirkungen natürlicher und experimenteller Variationen auf Wahrnehmung einerseits und Handlung andererseits.
  • Dissoziationsmodell
    Nimmt an, dass zwei unterschiedliche Prozesse unabhängig voneinander auftreten können und dass nicht der eine unvermeidlich aus dem anderen folgt (z. B. Devines theoretisches Modell, bei dem eine Dissoziation zwischen automatischen und kontrollierten Prozessen bei der Stereotypisierung angenommen wird).
  • Dissoziationsparadigma (dissociation paradigm)
    Gegeben seien zwei Gedächtnisaufgaben GX und GY sowie zwei experimentelle Manipulationen MA und MB. Wenn sich die Manipulation MA auf die Leistung bei Aufgabe GX, aber nicht bei Aufgabe GY auswirkt, spricht man von einer einfachen Dissoziation. Eine doppelte Dissoziation liegt vor, wenn sich zusätzlich MB auf die Leistung bei Aufgabe GY, aber nicht bei Aufgabe Gx auswirkt.
  • Dissoziative Identitätsstörung
    "Seltene Form einer dissoziativen Störung, in der eine Person zwei oder mehr unterscheidbare und einander abwechselnde Persönlichkeiten zeigt; früher bezeichnet als multiple Persönlichkeitsstörung."
  • Dissoziative Identitätsstörung
    seltene Form einer dissoziativen Störung, bei der eine Person zwei oder mehrere voneinander unterscheidbare und einander abwechselnde Persönlichkeiten zeigt. früher bezeichnet als multiple Persönlichkeitsstörung.
  • Dissoziative Störungen
    Störungen, bei denen das Bewusstsein sich von früheren Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen abspaltet (dissoziiert).
  • Dissoziative Störungen
    Störungen, bei denen sich das Bewusstsein von früheren Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen abspaltet (dissoziiert).
  • distale Repräsentation
    Ein theoretisches Problem für zielgerichtetes Handeln (wie auch für die bewusste Wahrnehmung) besteht darin, dass die kognitiven Repräsentationen von Handlungszielen sich ausnahmslos auf die distalen Eigenschaften von Handlungen (d.h. die objektiv messbaren Eigenschaften von Handlungskonsequenzen wie z.B. die neue Position einer Hand nach einer Bewegung) beziehen, nicht aber auf deren proximale Eigenschaften (die zur Bewegung erforderlichen muskulären Kommandos), obwohl doch die proximalen Eigenschaften die distalen Eigenschaften erst hervorrufen.
  • distale Variable
    indirekt über proximale Variablen wirkender Einfluss
  • Im Rahmen der Analyse des Wahrnehmungsvorganges wird das wahrzunehmende physikalische Objekt als distaler Reiz bezeichnet (im Unterschied zum proximalen Reiz).
  • Ein distaler Reiz ist das Objekt, das sich in einiger Entfernung von uns befindet. Im Gegensatz dazu entspricht der proximale Reiz der Stimulation an den Rezeptoren.
  • Distanzeffekt
    Zwei (ganze, positive, ein- oder zweistellige) Zahlen (oder Zahlwörter, Punktmengen) sind umso leichter/schneller hinsichtlich ihrer numerischen Größe zu vergleichen, je größer ihre numerische Differenz ist; dasselbe gilt für den Vergleich einer Zahl mit einer Standardvergleichszahl.
  • Stellt eine der Dimensionen dar, nach denen Menschen Informationen berücksichtigen, wenn sie z.B. ein Urteil über einen Kausalzusammenhang treffen sollen. Die Dimension Distinktheit beschreibt die Berücksichtigung der Besonderheit einer Situationen für das Urteil.
  • Distinktheitsinformation
    Informationen darüber, wie ein Handelnder unter ähnlichen Umständen auf unterschiedliche Entitäten (d. h. Objekte) reagiert.
  • Plausibel erscheinende, aber nicht zutreffende Antwortalternativen bei Auswahlaufgaben.
  • Distributive Gerechtigkeit (auch Verteilungsgerechtigkeit) bezeichnet die Bewertung von Input-Output-Relationen.
  • divergentes Denken
    Erzeugung vielfältiger Lösungen für unklar definierte Probleme
  • Zusammensetzung eines Teams aus verschiedenen Professionen, Altersgruppen kulturellen Kreisen usw. Teams können heterogen oder homogen zusammengesetzt sein.
  • DNA (Desoxyribonukleinsäure)
    Die Erbsubstanz, die das genetische Programm für die biochemischen Prozesse codiert und bei der Entstehung und der Funktion eines Organismus beteiligt ist.
  • DNA/DNS
    komplexes Molekül, das die genetische Information enthält, die die Chromosomen bildet.
  • Dokumentation ist ein Gütekriterium bei Personalauswahlverfahren. Es betrifft die Informationen zur Entwicklung des Auswahlverfahrens sowie zur Erfüllung von Gütestandards wie z. B. Objektivität, Reliabilität und Validität durch das Verfahren.
  • Domänenspezifität (domain specifity)
    Annahme, dass kognitive Prozesse und Kategorien nicht bereichsübergreifend gleichartig sind, sondern bereichsspezifisch operieren.
  • Diejenige Genform im Chromosom, die als Merkmal zur Ausprägung kommt und gleichsam das zweite, rezessive Gen dominiert.
  • Bei multimodaler Verarbeitung eines Reizes ist ein Sinnessystem dominant.
  • Interaktionsgruppen von Vorschulkindern sind häufig hierdurch gekennzeichnet. Es lassen sich Kinder, die sich durchsetzen und andere Kinder in ihrem Verhalten lenken, von eher zurückhaltenden Kindern unterscheiden.
  • Door­in­the­Face­Technik
    Compliance­Technik, bei der der Bittsteller zunächst eine extreme Bitte stellt, die fast immer abgewiesen wird, und sich dann auf eine maßvollere Bitte zurückzieht, die er von Anfang stellen wollte (auch bekannt als Methode der „reziproken Konzessionen“).
  • Neurotransmitter aus der Gruppe der Katecholamine. Störungen im Gleichgewicht des Dopaminhaushaltes spielen vor allem bei Psychosen und Substanzstörungen eine Rolle.
  • Neurotransmitter
  • Neurotransmitter aus der Gruppe der Katecholamine, der von Neuronen des Mittelhirns (Substantia nigra) eingesetzt wird. Dopamin vermittelt als Teil des → „Belohnungssystems“ Informationen über den erwarteten und erfahrenen Nutzen von Verhaltensleistungen.
  • Dopamin (dopamine)
    Neurotransmitter, der (insbesondere im Nucleus accumbens) Prozesse der Verstärkung und Belohnung mediiert.
  • Die Doppelanalyse ist eine Methode zur Überprüfung der Reliabilität von _bedingungsbezogenen Arbeitsanalyseverfahren_. Hierbei wird eine bestimmte Arbeitstätigkeit, die von unterschiedlichen Beschäftigten ausgeführt wird, von verschiedenen Untersuchern analysiert. Das Ausmaß der _Untersucherübereinstimmung_ kennzeichnet zum einen, inwieweit das Verfahren unabhängig von den jeweiligen Untersuchern ist (Objektivität), da Analyseergebnisse mehrerer Untersucher verglichen werden. Zum anderen können Aussagen darüber getroffen werden, wie stabil das Verfahren gegenüber den verschiedenen Auftragsbearbeitungen ist, da zum Zeitpunkt der Analyse die Beschäftigten jeweils unterschiedliche Arbeitsaufträge bearbeiten.
  • Doppelaufgabe (dual task)
    Aufgabe, die die zeitlich überlappende Bearbeitung zweier verschiedener, meist durch separate Reizund Reaktionssets definierte Teilaufgaben erfordert.
  • Doppelaufgabe (dual task)
    Situation, in der Menschen mehr als eine Aufgabe gleichzeitig bewältigen sollen. Im Regelfall finden sich Leistungseinbußen in mindestens einer der Aufgaben verglichen mit der alleinigen Ausführung der Aufgaben.
  • Doppelaufgaben-Paradigma
    Beim Doppelaufgaben-Paradigma wird die kognitive Leistungseinschränkung ermittelt, die entsteht, wenn eine Aufgabe mit einer parallel zu bearbeitenden Zweitaufgabe kombiniert wird, was im Alltag beispielsweise der Fall ist, wenn das Autofahren mit einem Handytelefonat einhergeht.
  • Doppelblindversuch
    experimentelles Vorgehen, bei dem sowohl die Versuchsteilnehmer als auch die Mitarbeiter des Versuchsleiters nicht wissen (»blind« sind), ob die Teilnehmer eine Behandlung oder ein Placebo erhalten. Diese Methode wird i. Allg. bei der Evaluation von Studien zur Wirkung von Medikamenten angewandt.
  • Doppelgängererlebnis
    → Heautoskopie
  • Bei Doppeltätigkeiten müssen Personen zwei unabhängige Aufgaben ausführen. Unabhängig heißt, dass die Zielerreichung in der einen Aufgabe nicht von den spezifischen Resultaten der Verarbeitung in der anderen Aufgabe abhängig ist.
  • Spezielles (und selten anzutreffendes) Befundmuster bei psychologischen Experimenten, das mit der Existenz unerscheidbarer Prozesse/Systeme interpretiert wird; z.B. zwei Aufgaben A und B werden gleichzeitig mit je einer Zweitaufgabe X und Y ausgeführt; doppelte Dissoziation ist gegeben, wenn A durch X aber nicht durch Y gestört wird und B durch Y aber nicht durch X.
  • doppelte Minderungskorrektur
    Korrektur einer Korrelation für die Unreliabilität beider korrelierten Variablen
  • Doppler-Verschiebung
    Doppler-Effekt; Änderung der Schallwellenfrequenz in Abhängigkeit von der Bewegung der Sender und Empfänger
  • Auswüchse auf den Dendriten der Neurone, welche die Fähigkeit der Dendriten erhöhen, Verbindungen mit anderen Neuronen einzugehen.
  • Rückwärts; auf der oder in Richtung der Körperrückseite
  • s. Wo-Bahn
  • Dorsaler Pfad
    Kortikaler Verarbeitungspfad visueller Information, der in der primären Sehrinde beginnt und sich in den Parietalkortex erstreckt. Es werden vor allem räumliche Aspekte eines visuellen Reizes verarbeitet (Wo-System).
  • Dorsaler Pfad (dorsal path)
    Verarbeitungsstrang innerhalb des visuellen Systems, der diejenigen visuellen Informationen zur Verfügung stellt, die für die Ausführung objektorientierter Handlungen notwendig sind.
  • Dorsaler Pfad der neuronalen visuellen Verarbeitung (dorsal cortical pathway)
    Dieser Pfad, auch Wo- bzw. Wie-Pfad genannt, berechnet räumliche Information für die Wahrnehmung und/oder für motorische Handlungen wie Greifen oder Augenbewegungen (s. auch ventraler Pfad der neuronalen visuellen Verarbeitung).
  • Dorsaler Pfad der visuellen Verarbeitung
    Ein Verarbeitungspfad im Gehirn, dem höhere Funktionen visueller Verarbeitung zugeschrieben werden. Auch als Wo- oder Wie-Pfad bezeichnet, wird ihm die Berechnung räumlicher Information für die Wahrnehmung und/oder für motorische Handlungen wie Greifen oder Augenbewegungen zugeschrieben.
  • Dorsaler visueller Pfad (dorsal visual pathway)
    Verarbeitungsstrang innerhalb des visuellen Systems, welcher der Objektlokalisation und der visuomotorischen Koordination dient (Wo-Pfad).
  • Dorsales und ventrales visuelles System
    Zwei funktional und anatomisch spezialisierte Verarbeitungspfade visueller Information im menschlichen Gehirn, die auf räumliche und visuomotorische (parietale Route) bzw. objekt- und gesichterspezifische Merkmale (temporale Route) der visuellen Informationsverarbeitung spezialisiert sind.
  • dorsolateraler präfontaler Kortex
    Der dorsolaterale präfontale Kortex repräsentiert das Handlungsziel und ist verantwortlich für die Aktivierung, Implementierung und Konfigurierung exekutiver Kontrollprozesse.
  • In dem Ausmaß, in dem ein Organismus einem Wirkfaktor ausgesetzt ist, verstärkt sich dessen Wirkung; in der pränatalen Entwicklung dürften die Wirkungen umso schwerwiegender sein, je länger und stärker der Fetus einem potenziellen Teratogen ausgesetzt ist
  • Gleichzeitiges Vorliegen sowohl einer Major Depression als auch einer Dysthymie.
  • Diese Diagnose kann nach dem DSM-IV bei einer von einer depressiven Episode überlagerten Dysthymie vergeben werden.
  • Double-Bind-Hypothese
    Systemische Familientheorie. Kritischer Kommunikationsstil, dem früher eine Schizophrenie erzeugende Wirkung zugeschrieben wurde. Kennzeichen der Double-Bind-Kommunikation sind widersprüchliche Informationen, die einen wichtigen Bereich betreffen und eine Reaktion dringend erforderlich machen. Der Grundwiderspruch zwischen den Informationen wird so verdeckt oder verleugnet, dass er in der Situation nicht erkannt werden kann.
  • Down-Syndrom
    Zustand einer leichten bis schweren geistigen Behinderung und einer Reihe damit zusammenhängender körperlicher Merkmale, die durch ein zusätzliches Chromosom 21 verursacht werden.
  • DPI (Disciplined Personal Involvement)
    Erforderlichkeit, dass sich Therapeut in gewissem Maß persönlich in die Therapie einbringt, da Therapeut in CBASP wichtige Bezugsperson für Patient darstellt. Bedeutet z. B. authentische Reaktionen, Selbstöffnung, Preisgabe eigener Emotionen.
  • Gen auf dem 11. Chromosom mit 3–8 Wiederholungen der Basensequenzen, das mit dem Streben nach Neuigkeit und Hyperaktivität in Zusammenhang gebracht wird
  • Drehmoment (torque)
    Produkt aus wirkender Kraft und Kraftarm (Abstand der Kraft von der Drehachse).
  • Drei-Schichten-Modell der Intelligenz
    Ein Intelligenzstrukturmodell von Carroll mit der allgemeinen Intelligenz g an der Spitze, acht Fähigkeiten mittlerer Allgemeinheit in der Mitte und vielen spezifischen Prozessen am unteren Ende der Hierarchie.
  • Die dreidimensionale Repräsentation entspricht der letzten Stufe des Erkennungsmodells nach Marr.
  • Gemäß der Dreifarbentheorie bzw. der Young-Helmholtz-Theorie beruht die Farbwahrnehmung auf drei Rezeptortypen mit jeweils unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit.
  • Dreifarbentheorie von Young und Helmholtz
    Theorie, die besagt, dass die Retina drei verschiedene Farbrezeptortypen enthält, von denen einer besonders empfindlich auf Rot reagiert, ein anderer auf Grün und ein dritter auf Blau. Werden sie in Kombination stimuliert, können sie die Wahrnehmung jedes beliebigen Farbtons erzeugen.
  • Dritte-Person-Effekt
    Der Dritte-Person-Effekt in der Werbung beschreibt das robuste Phänomen, daß Personen die Wirkung von Werbung auf andere Menschen als stärker einschätzen als auf sich selbst.
  • Drüse, endokrine
    Ein Organ, dessen Zellen Hormone synthetisieren, speichern und in die Blut- oder Lymphbahn abgeben, z.B. Nebenniere, Thymusdrüse, Schilddrüse, Hypophyse
  • Drüse, exokrine
    Ein Organ, dessen Zellen Sekrete unterschiedlichster Zusammensetzung synthetisieren und über eine Ausführungsgang abgeben (z.B. Schweiß-, Tränen-, Speichel- und Verdauungsdrüsen
  • Drüsenzelle
    Zellen, die Stoffe (Hormone, Enzyme, Schleim) bilden und abgeben (Sekretion)
  • Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Klassifikationssystem psychischer Störungen, herausgegeben von der American Psychiatric Association (APA).
  • Klassifikattionssystem für psychiatrische Störungen
  • Das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen in der vierten Revision in einer überarbeiteten Form (»text revision«) (DSM-IV TR; American Psychiatric Association, deutsch: Saß et al., 2003) ist ein aktuell gültiges und in Wissenschaft und klinischer Praxis eingesetztes Klassifikationssystem für psychische Störungen.
  • DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Diseases)
    Amerikanisches Klassifikationssystem für psychische Erkrankungen, das einen multiaxialen Katalog mit Diagnosen enthält, für die neben den Kriterien auch Hintergrundinformationen beschrieben werden. Diagnostische Einschätzungen werden auf verschiedenen Ebenen vorgenommen. Zudem wird das DSM von Wissenschaftlern sehr geschätzt, da es in verschiedenen Bereichen stärker auf Forschungsergebnissen aufgebaut ist als das international eingesetzte ICD-10.
  • Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders 4th Edition ? Text Revision: Diagnoseklassifikationssystem für psychische Störungen der American Psychiatric Association. Wird v. a. in der Forschung und in den USA verwendet.
  • DSM-IV-TR
    _Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen_ (4. Ausgabe) der American Psychiatric Association mit aktualisierter Textrevision, ein weithin genutztes System zur Klassifikation psychischer Störungen.
  • DSM:316
    Kategorie im DSM-IV, über welche psychische Störungen codiert werden, die sich durch die Interaktion psychischer Zustände und medizinischer Krankheitsfaktoren auszeichnen. Im Unterschied zur „Aufgrund-Störung“ “ oder „Anpassungsstörung“ (s. dort) kommt es hier auch zu einer erheblichen Beeinflussung des klinischen Erscheinungsbildes eines medizinischen Krankheitsfaktors durch emotionale und/oder behaviorale Faktoren (s. auch „ICD:F54).
  • Dual-Concern-Modell
    Das sog. Dual-Concern-Modell postuliert, dass das Verhalten der Parteien im Kontext eines sozialen Konflikts durch zwei Motive bestimmt werde, durch ein als _Eigeninteresse_ bezeichnetes Selbstbehauptungsmotiv und ein als _Fremdinteresse_ bezeichnetes Unterstützungs- oder Kooperationsmotiv. Aus den unterschiedlichen Kombinationen von Eigen- und Fremdinteresse resultieren fünf typische Verhaltensweisen im Konfliktverlauf: Vermeiden, Sichanpassen, Kompromisseschließen, Problemlösen und Kämpfen.
  • Dual-Route-Modell der Handlungssteuerung
    Annahme von zwei parallelen Pfaden, über die visuelle Information die Bewegungsausführung beeinflussen kann: Mittels einer direkten visuellen (oder pragmatischen) Route werden automatisch Bewegungen aktiviert. Mittels einer semantischen Route werden zuerst mit den Wahrnehmungen verbundene Wissensinhalte aktiviert, die dann wiederum assoziierte Bewegungen aktivieren.
  • duale Codierung
    Nach einer Theorie von Paivio (1971) erlaubt das Gedächtnis mindestens zwei unterschiedliche Speicherformen oder Codes, einen verbalen und einen bildhaften Code. Inhalte, die in beiden Codes gleichzeitig abgespeichert werden können, sind wegen der zweifachen Codierung daher im Vorteil und werden leichter erinnert
  • Fähigkeit, ein Artefakt gleichzeitig als reales Objekt und als Symbol zu repräsentieren (z. B. Spielzeug-Auto) Durchsetzung Die Tendenz, durch wetteiferndes oder aggressives Verhalten zu den eigenen Gunsten oder an persönlichen Standpunkten orientiert zu
  • Dualismus (dualism)
    Philosophische Position, wonach psychische Prozesse grundsätzlich von materiellen Prozessen verschieden sind.
  • Dunkeladaptation
    Anpassung des Auges an die Dunkelheit, geht mit Verlust des Farbsehens und Verminderung der Sehschärfe aber Verbesserung der Sehempfindlichkeit einher
  • Die Dunkeladaption stellt eine Erhöhung der Empfindlichkeit des visuellen Systems bei Verringerung der Beleuchtungsstärke dar.
  • Duplex-Theorie des Richtungshörens
    Zur Bestimmung der horizontalen Position einer Schallquelle nutzt das auditive System → interaurale Zeitdifferenzen und → interaurale Pegeldifferenzen innerhalb unterschiedlicher Frequenzbereiche. Interaurale Zeitdifferenzen in der Feinstruktur der Schallwellen kann das Hörsystem nur bei tiefen Frequenzen genau genug analysieren, während der Schallschatten des Kopfes nur im hochfrequenten Hörbereich ausreichend große Pegeldifferenzen produziert.
  • Die Duplexstruktur entspricht der Vorstellung, das Zapfen und Stäbchen in der Retina unter verschiedenen Bedingungen arbeiten und deshalb auch als zwei verschiedene Systeme anzusehen sind.
  • Dura mater
    Harte, äußere Haut, die Rückenmark und Gehirn umgibt
  • Durchführungsobjektivität
    Die Durchführungsobjektivität ist gegeben, wenn ein Verfahren immer auf die gleiche Weise durchgeführt wird. Zur Standardisierung der Durchführung gehört, dass das Testmaterial (Testhefte, Antwortbögen etc.), die Instruktionen und die Randbedingungen der Untersuchung festgelegt sind.
  • Durchführungsobjektivität
    Ein Test entspricht dann diesem Gütekriterium, wenn das Testergebnis unabhängig davon ist, wer den Test vorgibt.
  • Durchschnittsbildung
    Der hypothetische Prozess, bei dem Betrachter den (gewichteten oder ungewichteten) Mittelwert der einzelnen Informationen über eine Person berechnen. Wenn bereits vorliegende Information sehr positiv ist, verschlechtert zusätzliche leicht positive Information den Eindruck.
  • Durchstreichtests
    Konzentrationstests mit Suchaufgaben, bei denen Zielobjekte durchzustreichen sind. Die Bezeichnung »Durchstreichtests« leitet sich vom Antwortmodus (bestimmte Zeichen durchstreichen) her.
  • Beschreibung der Kräfte bzw. Drehmomente, die nötig sind, um Objekte wie etwa die Hand oder andere Körperteile zu bewegen. 
  • Dynamik im Sinne der möglichen Veränderung einer gegebenen Situation über die Zeit hinweg; zwingt den Problemlöser dazu, mögliche Veränderungen der gegebenen Situation zu bedenken und Prognosen über zukünftige Situationsentwicklungen zu machen.
  • Dynamik (dynamics)
    Teilgebiet der Mechanik, das sich mit der Wirkung von Kräften befasst.
  • Die dynamische Arbeitsgestaltung schafft die Möglichkeit der Erweiterung bestehender bzw. Schaffung neuer Arbeitsstrukturen, die Lernfortschritte und Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen.
  • Dynamische Arbeitsgestaltung
    Mithilfe der dynamischen Arbeitsgestaltung werden parallel zum Lernfortschritt des Beschäftigten solche Arbeitsbedingungen geschaffen und weiterentwickelt, die den Mitarbeiterkompetenzen entsprechen. Das kann in der betrieblichen Praxis bedeuten, dass einem Mitarbeiter nach längerer beruflicher Erfahrung solche Aufgaben übertragen werden, die ein höheres Kompetenzniveau erfordern.
  • dynamische Interaktion
    Wechselwirkung zweier Variablen über die Zeit
  • Dynamische Kontrolle durch präfrontale Repräsentationen
    Von den Neuronen im präfrontalen Arbeitsgedächtnis wird eine Repräsentation der aktuellen Verhaltensaufgabe(n) einer Person und der Kontextinformationen für die Aufgabenerfüllung online aufrechterhalten wird; diese Repräsentation steuert dann in einem Top-down-Prozess (Bias-Signale) die Prozesse in anderen Arealen des Gehirns, wodurch die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf aufgabenrelevante Informationen beeinflusst werden kann.
  • dynamischer Interaktionismus
    Paradigma der Persönlichkeitsentwicklung, nach der Persönlichkeit und Umwelt in dynamischer Interaktion stehen
  • Durch eine Schädigung des zentralen oder des peripheren Nervensystems verursachte Störung der Ausführung von Sprechbewegungen. Die wichtigsten Pathomechanismen der Dysarthrien sind Parese (schlaff, spastisch), Hypokinesie und Rigidität, Ataxie, Dyskinesie/Dystonie und Tremor. Patienten mit Dysarthrie sprechen meist verlangsamt und sind meist schwer verständlich.
  • Patienten mit diesem Syndrom leiden unter Störungen bei der Planung, Organisation und Realisierung zielgerichteter Handlungen. Auf der Makroebene des Verhaltens: Unfähigkeit, Verhaltenssequenzen zu erzeugen, zu planen und zu überwachen, die zur Erreichung von adäquaten Handlungszielen in Nichtroutinesituationen des alltäglichen Leben notwendig sind. Auf der Mikroebene: Symptome, wie die Unfähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, wenn gleichzeitig störende Stimuli dargeboten werden (erhöhte Distraktibilität), die Unfähigkeit zur flexiblen Verhaltensänderung, wenn gezeigtes Verhalten nicht mehr adäquat ist (Perseveration), auch gestörte Koordination beim Multitasking, Probleme beim Lernen durch Fehler, bei der Schätzung unbekannter Mengen und Größenordnungen.
  • Dysexekutives Syndrom (dysexecutive syndrome)
    Sammelbegriff für Beeinträchtigungen der kognitiven Kontrolle bei Patienten mit Schädigungen des Frontalhirns, die sich in perseverativem und reizabhängigem Verhalten, mangelnder Inhibition automatischer oder habitueller Reaktionen, beeinträchtigter Handlungsplanung und Störungen der Aufmerksamkeit und des Arbeitsgedächtnisses manifestieren. Es ist umstritten, inwieweit diese Beeinträchtigungen die Störung eines einheitlichen Funktionssystems spiegeln oder funktional dissoziiert werden können.
  • dysfunktional
    Als dysfunktional wird die Gesamtwirkung von Medien bezeichnet, wenn diese negativ und unerwünscht betrachtet wird.
  • Dysfunktionale Schlafgewohnheiten
    Faktor für die Aufrechterhaltung der nichtorganischen Insomnie gemäß des psychophysiologischen Modells der primären Insomnie: Entwicklung von Gewohnheiten, die schlafförderlich sein sollen, um mangelnde Erholsamkeit auszugleichen, letzlich aber oft gegenteilige Wirkung erzielen (z. B. zu frühes Zubettgehen, Tagschlaf, Lesen oder Fernsehen im Bett).
  • Erworbene Störung des Schreibens bei prämorbid routinierten Schreibern.
  • Dyskalkulie
    Rechenstörung; Eine Teilleistungsstörung, die seit Beginn des Rechenlernens besteht und nicht auf mangelnde Intelligenz oder unzureichende Beschulung zurückzuführen ist.
  • Dyskalkulie/Entwicklungsdyskalkulie
    Von (früher) Kindheit an bestehende Teilleistungsschwäche im Rechnen und im Umgang mit Zahlen bei ansonsten typischem Entwicklungsverlauf mit im Normalbereich liegenden anderen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
  • Verzerrung von willkürlichen Bewegungen durch unwillkürliche Muskelaktivitäten.
  • Die Unfähigkeit, trotz normal ausgeprägter Intelligenz flüssig zu lesen.
  • Erworbene Störung des Lesens bei prämorbid geübten Lesern.
  • Dyslexie (dylexisa)
    Spezifische Unfähigkeit oder ausgeprägte Schwierigkeit zu lesen oder zu buchstabieren bei ansonsten normalen intellektuellen Fähigkeiten.
  • Dyslipidämie
    Fettstoffwechselstörung, die sich in einer Veränderung von Triglyzerid- und/oder Cholesterinspiegeln äußert.
  • Dysmenorrhö
    Schmerzhafte Regelblutung.
  • Abweichung der Amplitude und/oder Richtung der Bewegung eines Effektors (Auge, Hand etc.) vom eigentlich nötigen Maß. Die Bewegung greift zu kurz (Hypometrie) oder zu weit (Hypermetrie), weshalb nach Abschluss einer ersten Bewegung Korrekturen folgen müssen. 
  • Das Hauptmerkmal der Dyspareunie sind genitale Schmerzen, die mit dem Geschlechtsverkehr einhergehen. Obwohl dies meist während des Koitus erlebt wird, kann es auch vor oder nach dem Geschlechtsverkehr zu Schmerzen kommen. Die Störung kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten.
  • Problem, bei dem Geschlechtsverkehr als schmerzhaft erlebt wird.
  • Zählt zu den nichtorganischen Schlafstörungen; bedeutet ein Zuviel oder Zuwenig an Schlaf, z. B. nichtorganische Insomnie oder Hypersomnie oder nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Chronische, mind. 2 Jahre anhaltende depressive Verstimmung, die weder hinreichend schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die diagnostischen Kriterien einer Depression zu erfüllen. Symptomfreie Intervalle sind selten bzw. von kurzer Dauer.
  • Zählt laut ICD-10 zu den unipolaren Depressionen: Chronisch depressive Symptomatik, die nicht (oder nur kurzfristig) den Schweregrad einer depressiven Episode erreicht (ICD-10).
  • Dystonie, fokale
    Auf einen Ort/eine Extremität beschränkter Verlust des muskulären Grundtonus. Die motorische Dysfunktion ist vermutlich durch ständiges, intensivstes Wiederholen von stereotypen Bewegungsabfolgen begründet. Sie bezieht, z. B. bei der Hand den Verlust der Kontrolle über die Motorik individueller Finger ein. Beim Musikerkrampf etwa verkrampfen sich beim Spielen des Instruments ein oder mehrere Finger, rollen sich in die Handfläche und lassen keine unabhängigen Bewegungen mehr zu. Ähnliches gilt für den Typistenkrampf, der Computeranwender heimsuchen kann. Fokale Dystonien beginnen meist im Erwachsenenalter, behindern die Berufsausübung oder führen zur Berufsunfähigkeit.
  • Der Parameter steht für die Empfindlichkeit des Sinnessystems in der Signalerkennungstheorie.