Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • radikaler Relativismus
    Annahme, dass psychologische Konstrukte nicht zwischen Populationen vergleichbar sind
  • Raffinierter methodologischer Falsifikationismus
    Während der klassische methodologische Falsifikationismus Theorien primär anhand ihrer empirischen Bewährung beurteilt, bezieht der raffinierte methodologische Falsifikationismus („refined methodolocial falsificationism“) als zweites Qualitätskriterium von Theorien ihre Erklärungskraft („explanatory power“) ein. Eine Theorie mit großer Erklärungskraft zeichnet sich dadurch aus, dass aus ihr zahlreiche interessante Hypothesen abzuleiten und innovative Ideen für die Forschung zu gewinnen sind. Sie kann den Erkenntnisgewinn stärker fördern als eine gut bewährte Theorie, die jedoch nur wenige Effekte erklären kann. Das Kriterium der Erklärungskraft einer Theorie ist relativ zu anderen Theorien zum selben Sachverhalt zu bewerten.
  • Rahmeneffekt
    siehe: Framing-Effekt
  • Ein Index zur Evaluation clusteranalytischer Lösungen mit ungleicher Clusteranzahl
  • Das Random-Effects-Modell (Modell zufallsbedingter Effekte) geht davon aus, dass die Primärstudien im Studienpool unterschiedliche Populationseffekte abbilden, dass also Differenzen nicht nur auf Stichprobenfehler, sondern auch auf inhaltliche Unterschiede der Studien zurückzuführen sind. In die Gewichtungsfaktoren geht neben dem Stichprobenumfang auch die Abweichung des Ergebnisses einer Primärstudie von den anderen Untersuchungen im Studienpool ein.
  • heißt das zufällige Zuteilen der Versuchspersonen zu den Versuchsbedingungen und bewirkt im Idealfall die statistische Äquivalenz (Vergleichbarkeit) der Versuchsgruppen hinsichtlich aller denkbaren Störvariablen: Die Mittelwerte und Verteilungen aller möglichen Einflussgrößen sind in den realisierten experimentellen Bedingungen vergleichbar.
  • Randomisierte kontrollierte Studie [Randomized Controlled Trial (RCT)]
    Studie zur Analyse der Wirksamkeit oder Effizienz einer Intervention, bei der die Patienten zufällig einer von mehreren Behandlungsbedingungen zugewiesen werden.
  • Randomisierung
    Bei der Randomisierung werden die Versuchspersonen zufällig den verschiedenen Versuchsbedingungen (z.B. den Gruppen eines Experimentes) zugeteilt.
  • Ein Verfahren zur Auswahl von Versuchsgruppen nach dem Zufallsprinzip, bei dem jedes Kind dieselbe Chance hat, jeweils einer der Gruppen in einem Experiment zugeteilt zu werden.
  • Randomisierung
    die Teilnehmer an der Versuchs- und an der Kontrollbedingung werden zufällig ausgewählt. Dadurch wird es höchst unwahrscheinlich, dass die beiden Gruppen sich vorher bereits unterscheiden.
  • Randomisierung
    Zufällige Zuweisung von Versuchspersonen auf die jeweiligen experimentellen Bedingungen.
  • Zufällige Zuordnung der Versuchsteilnehmer bzw. -objekte zu den Versuchsbedingungen
  • Randomisierung
    Zufallsauswahl; bei der Zusammenstellung von Stichproben werden Personen zufällig ausgewählt bzw. auf verschiedene Untersuchungsgruppen aufgeteilt, sodass jedes Individuum exakt die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, in eine Gruppe aufgenommen zu werden.
  • Randomized Clinical Trial
    "Standardprüfverfahren bei der Zulassung von Medikamenten; kontrollierte Interventionsstudie bei der die Zuweisung von Personen oder Objekten zu den Untersuchungsbedingungen zufällig erfolgt."
  • Rangkorrelation
    Korrelation für ordinalskalierte Variablen. Die Rangkorrelation nach Spearman liefert einen Wert zwischen –1 und +1, der angibt, inwiefern sich zwei Rangreihen entsprechen
  • Rangkorrelation nach Spearman
    Verfahren zur Berechnung eines Korrelationskoeffizienten welches auf den Rängen der Merkmale basiert
  • Rangkorrelationen
    Rangkorrelationen sind die non-parametrischen Entsprechungen zur herkömmlichen Pearson-Korrelation. Sie korrelieren nicht die Rohwerte, sondern den Rohwerten zugewiesene oder echte Ränge. Die einzige Bedingung ist dabei, dass die Beziehung der beiden zu korrelierenden Variablen einer monotonen Steigung folgt.
  • Rangordnungsskala
    Skala, bei der nur Rangplätze von Zahlen psychologisch interpretierbar sind
  • Rangordnungsstabilität
    Stabilität der interindividuellen Unterschiede in einer Persönlichkeitseigenschaft (s. Stabilität einer Eigenschaft)
  • Rangordnungsverfahren der Leistungsbeurteilung
    Zu beurteilende Personen werden entsprechend ihrer Leistung in eine Rangreihe gebracht.
  • Rangvarianzanalyse (Kruskal-Wallis-Test)
    Pendant zur Varianzanalyse für rangskalierte Daten
  • Ranvier-Schnürring
    Abschnitt des myelinisierten Axons ohne Myelinscheide; kommt etwa alle 1-2 mm vor
  • Schwerwiegende Verlaufsform Bipolarer Störungen, die durch einen schnellen Wechsel (mind. 4mal pro Jahr) von depressiven, manischen und/oder hypomanen Phasen gekennzeichnet ist.
  • Rasch-Modell
    Als Rasch-Modelle bezeichnet man eine Gruppe von probabilistischen Latent-Trait-Modellen, welche neben der lokalen stochastischen Unabhängigkeit über weitere vorteilhafte Modelleigenschaften verfügen. Zu nennen sind vor allem die erschöpfenden Statistiken, die Stichprobenunabhängigkeit der Parameterschätzungen und die spezifische Objektivität der Vergleiche.
  • Klasse von spezifisch objektiven Modellen in der IRT (Item-Response-Theorie).
  • durch genetisch bedingte körperliche Oberflächenmerkmale wie Hautfarbe und Gestalt definierte Population
  • Feindselige Einstellungen, Gefühle und entsprechende Verhaltensweisen, die aufgrund phänotypischer Merkmale oder der ethnischen Herkunft bestehen.
  • Herabwürdigung anderer Rassen, beruhend auf Stereotypisierung ihrer Verschiedenheit von der eigenen Rasse
  • Ratekorrektur
    Siehe Zufallskorrektur
  • "Zieht bei der Testwertbestimmung jene Anzahl an ""richtigen"" Lösungen ab, die nur durch Erraten der richtigen Antworten entstanden ist."
  • Rational-emotive Verhaltenstherapie
    von Albert Ellis entwickelte konfrontative kognitive Therapie, die energisch die unlogischen, selbstzerstörerischen Ansichten und Annahmen von Personen infrage stellt.
  • Rationale Kaufentscheidung
    Eine rationale Kaufentscheidung meint die Wahl des optimalen Produkts, das i. d. R. durch die Beachtung, Gewichtung und Integration aller Informationen über die angebotenen Produkte ermittelt wird.
  • Rationale Medienwahl
    Geht davon aus, dass bei der Auswahl eines Mediums die betroffene Person eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführt und sich für den entsprechenden Anlass aus verschiedenen zur Verfügung stehenden Medien (z. B. SMS, E-Mail, Brief, Telefon) das „optimale“ Medium auswählt.
  • Die Fähigkeit, aus zurückliegenden Erfahrungen Vorhersagen über das abzuleiten, was in Zukunft passieren wird.
  • Rationalskala
    Skala, bei der Quotienten von Zahlen psychologisch interpretierbar sind, hat wohldefinierten Nullpunkt
  • raum-zeitliche Strukturen
    Raum-zeitliche Strukturen sind durch die Summe aller gegebenen räumlichen und/oder zeitlichen Beziehungen zwischen der Menge der jeweils betrachteten Elemente gegeben. In Verhaltensfolgen beziehen sich bspw. raum-zeitliche Strukturen auf die räumliche und zeitliche Aufeinanderfolge der einzelnen Verhaltensschritte.
  • Räumlich-konstruktive Störung
    Störung beim manuellen Zusammenfügen von einzelnen Elementen zu einer Gesamtfigur.
  • Räumlich-perzeptive Störung
    Beeinträchtigung elementarer räumlicher Wahrnehmungsleistungen (z. B. Längen-, Distanz-, Positions-, Orientierungsschätzung).
  • Räumlich-topgrafische Störung
    Störung der Navigation im Raum (vorgestellt oder real).
  • räumliche Visualisierung
    Fähigkeit, Bilder zu erkennen, die in anderen Bildern enthalten sind
  • räumliche Wahrnehmung
    Fähigkeit zur räumlichen Wahrnehmung unabhängig von der eigenen Position im Raum
  • Ravens Progressive Matrizen
    Unter dem Überbegriff »Ravens Progressive Matrizen« lassen sich drei sprachfreie Matrizentests zusammenführen, die dem gleichen Konstruktionsprinzip folgen, sich aber in ihrer Schwierigkeit und ihrem Einsatzbereich unterscheiden: Die Standard Progressive Matrices (SPM) sind deutlich leichter als die Advanced Progressive Matrices (APM), im Gegensatz zu diesen beiden Versionen decken die Coloured Progressive Matrices (CPM) den Altersbereich von 3;9–11;8 Jahren ab.
  • RCT (Randomized Controlled Trial)
    Diese Studien sind ein Spezialfall des Experiments: Die Wirkung einer Interventionsmaßnahme wird durch einen Vergleich mit einer Kontrollgruppe evaluiert (z. B. Wartekontrollgruppen, Treatment-as-usual-Gruppen und aktive Alternative-treatment-Bedingungen), die je nach angestrebtem Ziel der Studie ausgewählt wird.
  • Tendenz zur Rückkehr des Taylorismus durch Standardisierung und Arbeitszerlegung seit den 1990er Jahren.
  • Das Prinzip der Reafferenz beinhaltet den Vergleich von zwei Signalen: des retinalen Bewegungssignals und einer Kopie des Signals für die Augenbewegungen. Die Erregungsmuster, die bei Eigenbewegung des Beobachters, insbesondere auch der Augen, entstehen, werden genutzt, um deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung abzuschätzen. Damit wird das Problem der Trennung von Augenbewegungen und Objektbewegungen gelöst.
  • Reafferenzprinzip
    Efferente motorische Kommandosignale werden mit afferenten Signalen verrechnet, um das Bild der Umwelt bei Körperbewegungen stabil zu halten
  • Reaktanz ist die Folge einer wahrgenommenen Freiheitseinschränkung. Sie besteht in der Aufwertung einer knappen oder verlorenen Alternative.
  • Reaktanztheorie
    Reaktanz ist ein aversiver Zustand, der durch Einschränkungen der Freiheit einer Person in Bezug auf wichtige Verhaltensergebnisse zustande kommt. Man nimmt an, dass Reaktanz das Individuum dazu motiviert, die eingeschränkte Freiheit wiederherzustellen.
  • Reaktions-Effekt-Kompatibilität
    Personen können motorische Aktionen schneller ausführen, wenn Merkmale der Handlungseffekte, die durch sie bewirkt werden, mit Merkmalen der Bewegung (beispielsweise ihrem Ort, ihrer Dauer oder Intensität) übereinstimmen.
  • Reaktions-Evokations-Potenzial
    Multiplikative Verknüpfung von Trieb, situativem Anreiz und situationsrelevanten Verhaltensgewohnheiten (habits), also eine Kombination von energetisierenden und assoziativen Motivationsfaktoren.
  • reaktionsfokussierte Emotionsregulation
    Reaktionsfokussierte Emotionsregulation stellt einen späten regulatorischen Prozess dar, der auf die Veränderung der eingetretenen Emotionsreaktion abzielt. Die spezifischen physiologischen, subjektiven und ausdrucksbezogenen Komponenten einer Emotion sind also Gegenstand der Regulation.
  • Reaktionshierarchie
    individuelle Rangordnung von Reaktionen in einer bestimmten Situation
  • Nach Auftrittswahrscheinlichkeit geordnete Rangfolge möglicher Reaktionen auf einen Reiz.
  • Das Reaktionskriterium in der Signalerkennungstheorie charakterisiert die Reizintensität, die überschritten sein muss, damit ein Beobachter den Reiz entdeckt.
  • Das Konzept, das alle Phänotypen umfasst, die theoretisch aus einem bestimmten Genotyp in seiner Beziehung zu jeder Umgebung entstehen können, in der dieser Genotyp überleben und sich entwickeln kann.
  • Reaktionsprogrammierung
    Festlegen der Merkmale einer auszuführenden Bewegung und Kodierung in einem Handlungsplan.
  • Reaktionstypen, akute exogene
    Für das Verständnis der Bewusstseinsstörungen wegweisende, 1910 formulierte Theorie Bonhoeffers, dass unterschiedliche Funktionsstörungen zu wenigen stereotypen psychopathologischen Ausprägungen akuter organischer Psychosyndrome führen.
  • Reaktionsverhinderung
    Konfrontation mit Reaktionsverhinderung. Ein meist bei Zwangsstörungen eingesetztes Verfahren bei dem der Patient mit einer gefürchteten Situation oder einem gefürchteten Stimulus konfrontiert und anschließend an der Ausführung von Neutralisierungsverhalten zur Reduktion von Angst oder Unbehagen gehindert wird (z. B. darf ein Patient mit Kontaminierungsangst nach einer Verschmutzung sich so lange nicht waschen, bis der Drang und das dadurch entstehende Unbehagen deutlich reduziert sind).
  • Reaktionszeit (RT)
    Zeit, die zwischen dem Beginn eines Startsignals und dem Beginn einer Bewegung, sprachlichen Äußerung etc. verstreicht. Indikator für die Information, die eine Person verarbeiten muss, um eine Bewegung zu initiieren.
  • Emotionsgesteuerte, als Gegenreaktion gedachte Aggression, die dadurch ausgelöst wird, dass man die Motive der anderen als feindselig wahrnimmt.
  • reaktive Genom-Umwelt-Kovarianz
    Ähnlichkeit zwischen Genom und Umwelt, die durch Interaktionspartner der Person hervorgerufen wird
  • Reaktivität
    Ein Messvorgang ist reaktiv, wenn er die Eigenart dessen, was gemessen werden soll, verändert; > nichtreaktive Methoden.
  • Unter Reaktivität versteht man die Änderung im Verhalten von Personen, wenn sie wissen, dass sie gemessen werden. Insofern sind alle Verfahren, bei denen die Probanden gar nicht wissen, dass eine Messung stattfindet, auch nicht reaktiv. Wissen die Probanden von der Messung, hängt die Reaktivität davon ab, welches Verhalten gemessen wird, ob der Sinn der Messung durchschaut wird und ob das beobachtete Verhalten überhaupt kontrollierbar ist.
  • Reaktivität
    Maß zur Beschreibung von Reaktionen. In der Sozialforschung unterscheidet man reaktive (z. B. teilnehmende Beobachtung) von nichtreaktive (z. B. verdeckte Beobachtung) Verfahren und meint damit das Ausmaß der Veränderung des zu untersuchenden Gegenstandes durch das angewendete Verfahren.
  • Reaktivität bei psychologischen Datenerhebungen bedeutet die Veränderung bzw. Verzerrung der erhobenen Daten alleine aufgrund der Kenntnis der untersuchten Personen darüber, dass sie Gegenstand einer Untersuchung sind. Aufgrund von Reaktivität verändert sich die Beschaffenheit des zu erforschenden Gegenstands in der Psychologie des menschlichen Erlebens bzw. psychischer Vorgänge.
  • Reaktivität
    Reaktivität ist ein Fehler, bei dem der Beobachter durch seine Anwesenheit oder auch durch unangemessenes Auftreten das Verhalten der zu beobachtenden Person verändert.
  • Realistische Tätigkeitsvorschau
    Der einzustellende Mitarbeiter erhält vom zukünftigen Arbeitgeber realistische Informationen über seine zukünftige Tätigkeit während des Bewerbungsgespräches, sodass sowohl die positiven als auch die weniger angenehmen Seiten der neuen Tätigkeit von Anfang an für ihn erkennbar sind. Dies führt zu einer Absenkung der Erwartungen und des Anspruchsniveaus beim einzustellenden Mitarbeiter.
  • Realkennzeichen
    Jede Aussage kann inhaltsanalytisch untersucht werden. Der Gutachter sucht dabei nach sog. »Realkennzeichen«. Diese Realkennzeichen differenzieren zwischen Aussagen, die auf selbst erlebten Ereignissen versus erfundenen beruhen. Das Vorliegen vieler Realkennzeichnen in einer Aussage spricht dafür, dass der Zeuge das Ereignis selbst erlebt hat und keine »Erfindungen« präsentiert. Ein Problem besteht darin, dass es keine verbindlichen Standards (Normen) dafür gibt, wie viele Realkennzeichen vorliegen müssen, damit eine Aussage als sehr wahrscheinlich authentisch eingestuft werden kann.
  • Reattributionstraining
    Kognitiver Trainingsansatz, bei dem die subjektiven Ursachenzuschreibungen für eigene Handlungsergebnisse positiv verändert werden sollen, um damit Einfluss auf die Motivation in Leistungssituationen zu nehmen.
  • Paradoxer Effekt, der beim Versuch der Unterdrückung ängstlicher oder negativer Gedanken dazu führt, dass die Auftretenshäufigkeit dieser Gedanken steigt.
  • Rebound-Effekt
    Phänomen, das im Kontext von Stereotypen und Vorurteilen meint, dass Vorurteile besonders stark ausgedrückt werden, wenn sie zuvor aktiv unterdrückt wurden (Macrae et al., 1994).
  • Rebound-Effekt
    Beschreibt ein Phänomen bei dem nach dem »Erlöschen« eines Ziels, das mit der Unterdrückung bestimmter Gedanken zu tun hat, diese wieder verstärkt zum Tragen kommen.
  • REBT
    siehe: Rational-emotive Verhaltenstherapie
  • Receiver-Operating-Characteristics-(ROC)-Analyse
    Die Receiver-Operating-Characteristics-(ROC)-Analyse ermöglicht für eine binäre Klassifikation (z.B. krank vs. nicht krank) den zur Fallunterscheidung verwendeten Schwellenwert optimal in der Weise festzulegen, dass Trefferquote und Quote korrekter Ablehnungen maximiert werden.
  • Recency-Effekt
    Phänomen, dass bei der seriellen Darbietung von Informationen die letztgenannten stets besser erinnert werden als die Informationen in der Mitte. Einen leichten Erinnerungsvorteil gibt es zudem für die erstgenannten Informationen (Primacy-Effekt)
  • Übergewichtung der Information, die als letzte in einer Reihe dargeboten wurde.
  • Rechtspsychologische Diagnostik
    Klassische diagnostische Aufgaben in der Rechtspsychologie sind die Erstellung von Gerichtsgutachten zu Fragen der Schuldfähigkeit von Straftätern, der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen oder etwa des Sorgerechts in Scheidungsverfahren sowie die Untersuchung von Straftätern, die bereits überführt sind und sich nun in einer Haftanstalt befinden. Damit soll eine fundierte Auswahl von Behandlungsmaßnahmen gewährleistet und gegebenenfalls gegen Ende des Strafvollzugs eine Rückfallprognose erstellt werden.
  • Firmenrepräsentant zur Ansprache potenzieller Bewerber z. B. auf Jobmessen.
  • Redehierarchie
    Hierarchie innerhalb einer Gruppe, bezogen auf die Tatsache, wer am meisten redet.
  • Redundante Information (redundant information)
    Überlappende Information in verschiedenen Sinnen oder in verschiedenen Signalen eines Sinnes, die dieselbe Eigenschaft eines Objekts oder Ereignisses mehrfach abbildet.
  • In der Korrelationsrechnung der prozentuale Anteil der Varianz der y-Werte, der aufgrund der x-Werte erklärbar bzw. redundant ist
  • Früher _Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung_, heute _Verband für Arbeitsstudien und Betriebsorganisation_.
  • In der Linguistik die Beziehung zwischen Wörtern und dem, was sie bedeuten.
  • Die Prospect Theory nimmt an, dass bei Entscheidungen die Wertfunktion an einem situationsabhängigen Referenzpunkt geankert ist. Ursprung und spezifischer Verlauf der Wertfunktion sind damit situationsabhängig.
  • Reflektierte Einschätzungen
    Schlussfolgerungen hinsichtlich der Einschätzungen anderer uns gegenüber, zu denen wir gelangen, indem wir die Reaktionen anderer Menschen auf uns beobachten.
  • Reflektierter Schall erreicht die Ohren nach der Reflexion eines Schalls an Oberflächen wie beispielsweise Wänden.
  • reflektive Informationsverarbeitung
    teilweise bewusst repräsentierte Verarbeitung von Information
  • Bei einem reflektiven Messmodell geht man davon aus, dass das zu messende Konstrukt die Ursache für die Merkmalsausprägungen auf den gewählten Indikatoren ist. Als Messinstrument wird eine psychometrische Skala genutzt, die aus homogenen bzw. inhaltsähnlichen Fragen, Aussagen oder Aufgaben besteht (sog. reflektive Indikatoren, in denen sich das Konstrukt widerspiegelt).
  • Bei einem reflektiven Messmodell greift man zur Erfassung des latenten Merkmals auf Indikatoren zurück, die durch das latente Merkmal verursacht werden. Diese reflektiven Indikatoren („reflective indicators“, „effect indicators“) sind einander in der Regel sehr ähnlich.
  • Reflex
    automatische Reaktion auf einen sensorischen Reiz, wie z. B. der Kniesehnenreflex.
  • Eine unwillkürliche, stereotyp (immer gleich oder fast gleich) ablaufende Reaktion (Bewegung, Drüsensekretion, Gefäßverengung etc) auf einen spezifischen Reiz
  • Reflexbahn
    Besteht aus afferenten Nervenfasern vom Sinnesor­gan zum ZNS, einem oder mehreren zentralen (Inter)neuronen und efferen­ten Nervenfasern zum Erfolgsorgan
  • Angeborene, festgefügte Handlungsmuster, die als Reaktion auf eine bestimmte Stimulation auftreten.
  • Durch die Reflexion wird an einer Oberfläche ein Anteil des einfallenden Lichts zurückgeworfen.
  • Ein Reflexionsspektren stellen die Verteilung der Wellenlängen im reflektierten Licht oder im reflektierten Schall dar.
  • Refraktärphase
    Ruheperiode nach dem Orgasmus, während der ein Mann keinen weiteren Orgasmus haben kann.
  • Refraktärphase
    Zeitabschnitt nach einer Aktion, während der diese Aktion nicht erneut auftreten kann
  • Regel der Gegenseitigkeit
    Die Regel der Gegenseitigkeit (Reziprozitätsnorm) besagt, daß wir Gefälligkeiten und Entgegenkommen erwidern müssen. Diese Regel ist besonders stark, wenn uns jemand eine „ungeschuldete“ Gefälligkeit erweist, also eine, die nicht vereinbart ist oder ein früheres Entgegenkommen erwidert.
  • regelbasierte Fehler
    Entstehen in Situationen, in denen kognitive "Wenn-Dann-Regeln" bereit liegen, die aber unter den gegebenen Umständen falsch angewendet werden.
  • regelgeleitete Handlungsauswahl
    Die assoziative bzw. regelgeleitete Handlungsauswahl übersetzt bestimmte, vorab definierte Reize nach Maßgabe bestimmter Regeln in zugeordnete Reaktionen.
  • Regelgröße (controlled variable)
    Die in einem Regelkreis durch Sensoren gemessenen Informationen über den momentanen Zustand des Regelsystems, der an die Führungsgröße angeglichen werden soll. Wird auch als Ist-Wert bezeichnet und bildet gemeinsam mit der Führungsgröße die Eingangsgröße in die Steuerzentrale.
  • Regeln für Ausdrucksverhalten
    Kulturbedingtes Verständnis, ob Emotionen offen zum Ausdruck kommen sollten.
  • Regelverletzungen
    Unter Regelverletzungen versteht man absichtliche Übertretungen von Sicherheitsbestimmungen (z. B. wenn Schutzkleidung nicht getragen wird). Ursachen solcher Regelverletzungen sind nicht nur inadäquate Einstellungen oder mangelnde Bereitschaften in Bezug auf Sicherheitsfragen, sondern auch Unkenntnis oder eine falsche Interpretation entsprechender Sicherheitsbestimmungen.
  • Regenbogenhaut
    siehe: Iris
  • Regression
    Die Regression ist eine Vorhersageanalyse. Sie macht sich die Korrelation von Variablen zunutze, um die Werte der einen Variablen aus den Werten der anderen Variable vorherzusagen (zu schätzen). Die vorhersagende Variable wird dabei als Prädiktor, die vorhergesagte Variable als Kriterium bezeichnet.
  • 1. psychoanalytisch: Rückfall auf frühere Stufe der Triebdynamik 2. statistisch: Vorhersage einer Variable durch einen Prädiktor
  • Als Regression zur Mitte („regression to the mean“, „regression toward the mean“) bezeichnet man bei Messwiederholungen den Effekt, dass extreme Vorher-Messungen bei Wiederholungs- Messungen zur Mitte der Verteilung (allgemein: zur höchsten Dichte der Verteilung) tendieren. Dies gilt vor allem bei geringer Retest- Reliabilität des Merkmals.
  • Regression zur Mitte
    Tendenz extremer oder ungewöhnlicher Werte, auf ihren Durchschnittswert zurückzufallen (Regression).
  • Regression zur Mitte
    Phänomen, bei dem extreme (weit vom Mittelwert abweichende) Ausprägungen einer unabhängigen Variablen mit weniger extremen Ausprägungen (d. h. weniger vom Mittelwert abweichend) in der abhängigen Variablen einhergehen. Beispielsweise sind Kinder besonders hoch gewachsener Eltern im Mittel im Vergleich zu ihren Eltern kleiner.
  • Regression zur Mitte
    Bei der wiederholten Messung psychologischer Merkmale weist – sofern keine Übungs- oder Gedächtniseffekte auftreten – die Verteilung aller Messwerte als Ganzes zwar dieselbe Gestalt auf, doch sind die anfänglich extrem hohen oder extrem niedrigen Messwerte bei der zweiten Messung etwas zur Mitte regrediert; ihren ursprünglichen Platz in der Verteilung haben andere Messwerte eingenommen. Ursächlich dafür ist, dass die Extremität unter anderem durch die ungewöhnliche Kombination vieler förderlicher bzw. hinderlicher Fehlerfaktoren bewirkt wird, die in dieser spezifischen Konstellation kaum wieder auftritt.
  • Regression(sanalyse), einfache
    Mathematisches Verfahren, welches die empirischen Verteilungen eines Prädiktormerkmals x und eines Kriteriumsmerkmals y dergestalt miteinander in Beziehung setzt, dass eine Regressionsgleichung resultiert, welche die Vorhersage von y aus x ermöglicht. Die Güte einer Regression ist abhängig vom tatsächlichen Zusammenhang zweier Merkmale
  • Regression(sanalyse), multiple
    Eine Erweiterung der einfachen Regression um mindestens einen weiteren Prädiktor. Mit diesem Verfahren kann der eigenständige Einfluss der einzelnen Prädiktoren im Kontext der anderen ermittelt werden
  • Regressionsanalyse
    Als Regressionsanalyse bezeichnet man ein statistisches Auswertungsverfahren, bei dem eine oder mehrere Konsequenzvariablen (Kriterien) in Beziehung zu einer oder mehreren Antezedenzvariablen (Prädiktoren) gesetzt werden, um zu ermitteln, in welche Richtung und in welchem zahlenmäßigen Umfang sich die Kriterien verändern, wenn sich die Prädiktoren um eine bestimmte Maßeinheit verändern.
  • Regressionsgerade
    Die Regressionsgleichung y = b · x + a einer linearen Regression kann grafisch in Form einer Geraden veranschaulicht werden. Anhand dieser lässt sich für jeden x-Wert der von der Regression vorhergesagte y-Wert ablesen
  • Regressionsgewicht, Regressionskoeffizient
    Die Steigung einer Regressionsgeraden. Man unterscheidet unstandardisierte und standardisierte Regressionsgewichte. Letztere sind von der Skalierung der untersuchten Merkmale unabhängig
  • Regressionsgewichte
    In der Regression beschreiben die Regressionsgewichte den Einfluss eines Prädiktors auf die Vorhersage des Kriteriums. Bei der multiplen Regression gibt es mehrere Prädiktoren, und jeder Prädiktor erhält ein eigenes Regressionsgewicht, welches um den Einfluss anderer Prädiktoren bereinigt ist.
  • Beschreibt den Mittelwert eines Kriteriums in Abhängigkeit eines oder mehrerer Prädiktoren. Mit Hilfe der Regressionsgleichung kann ein Vorhersagewert für die Kriteriumsvariable berechnet werden
  • Kennzeichnet die Abweichung eines empirischen Werts von seinem durch die Regressionsgleichung vorhergesagten Wert. Es enthält Anteile der Kriteriumsvariablen, die durch die Prädiktorvariable nicht erfasst werden
  • Regressionsvarianz
    Varianz der vorhergesagten Kriteriumswerte einer Regression. Regressionsvarianz und Fehlervarianz summieren sich zur Gesamtvarianz der empirischen y-Werte auf
  • Siehe „Bedauern“.
  • Regulationsebenen
    Im Rahmen der Handlungsregulationstheorie werden drei Regulationsebenen unterschieden: Auf der _sensomotorischen_ bzw. untersten _Ebene_ wird die motorisch koordinierte Ausführung einzelner Handlungsschritte bzw. Bewegungen gesteuert. Bei der mittleren bzw. _perzeptiv-begrifflichen Ebene_ erfolgt die Steuerung von mehreren zu einer Teilaufgabe gehörenden Schritten anhand von bereits gut beherrschten Handlungsschemata. Mithilfe der obersten bzw. _intellektuellen Regulationsebene_ werden übergeordnete oder neuartige Handlungspläne zur Zielerreichung entworfen und kontrolliert.
  • Beziehen sich auf Probleme, das eigene Erleben und Verhalten in angemessener Weise zu regulieren. Im Säuglingsalter äußert sich dies beispielsweise durch unstillbares Schreien, Schlafstörungen oder Fütterprobleme.
  • Gene, die die Aktivität anderer Gene steuern.
  • Regulatorischer Fokus
    Grundsätzliche motivationale Haltung, die bestimmt, ob der Mensch eher danach strebt, einen positiv bewerteten Zustand herbeizuführen (Promotion-focus, Annäherungsfokus) oder einen negativen abzuwenden (Prevention-focus, Vermeidungsfokus). Der Fokus variiert von Situation zu Situation, er besteht aber auch in gewissen Grenzen zeitstabil und unterscheidet sich von Person zu Person.
  • Die Gesamtheit aller Bemühungen, einen seelisch behinderten Menschen über die Akutbehandlung hinaus durch umfassende Maßnahmen auf medizinischem, schulischem, beruflichem und allgemein-sozialem Gebiet in die Lage zu versetzen, eine Lebensform und Lebensstellung, die ihm entspricht und seiner würdig ist, im Alltag, in der Gemeinschaft und im Beruf zu finden bzw. wiederzuerlangen.
  • Der Prozess der andauernden Wiederholung von Information als Gedächtnisstütze.
  • Annahme, dass Entwicklung vor allem durch endogene Faktoren (wie beispielsweise die Erbanlagen eines Individuums) gesteuert wird. Heute wird bei der Entwicklung in der Regel von wechselseitigen Einflüssen von endogenen und exogenen Faktoren ausgegangen.
  • Reifung
    biologische Wachstumsprozesse, die die Grundlage für systematisch und von äußeren Verhältnissen und Erfahrungen relativ unbeeinflusst ablaufende Verhaltensänderungen sind.
  • Reihenfolgefehler (sequence error)
    Fehler bei sequenziellen Handlungen, der in der Ausführung der korrekten Handlungsschritte in der falschen Reihenfolge besteht.
  • Reine Geräuschagnosie
    Durch Hirnschädigung bedingte Unfähigkeit, Geräusche zu erkennen, wohingegen gesprochene Sprache verstanden wird.
  • Reine Worttaubheit
    Durch Hirnschädigung bedingte Unfähigkeit, gesprochene Sprache zu verstehen, wohingegen nichtverbale sinntragende Geräusche (z.B. Umweltgeräusche) erkannt werden. Das Sprachsystem kann dabei erhalten sein, sodass Spontansprache, Benennen, spontanes Schreiben und lautes Lesen möglich sind. Das Sprachverständnis, das Nachsprechen und das Schreiben nach Diktat sind jedoch schwer gestört.
  • Wenn eine Person längere Zeit in einer fremden Kultur gelebt oder gearbeitet hat und in seine „ursprüngliche“ Kultur zurückkehrt, muss sie sich auch in dieser Kultur erst wieder integrieren, so als wäre es eine ganz neue Kultur.
  • Reiz
    alle Ereignisse oder Situationen, die eine Reaktion auslösen.
  • Reiz-Reaktions-Kompatibilität
    Ähnlichkeit zwischen den Merkmalen eines Reizes und den Merkmalen einer Bewegung. Üblicherweise ist die Reaktionszeit für kompatible Reaktionen (hohe Ähnlichkeit zwischen Reiz und Bewegung) kürzer als für inkompatible Reaktionen.
  • Reiz-Reaktions-Kompatibilität
    Personen können Reaktionen leichter, besser und schneller ausführen, wenn Reize und Reaktionen dimensional überlappen: Zahlreiche Effekte der Reiz-Reaktions-Kompatibilität sind über die Jahre berichtet worden. Manche davon sind räumlich, wenn beispielsweise räumliche Merkmale von Reizen mit räumlichen Merkmalen von Reaktionen überlappen, viele davon nicht-räumlich. Beispielsweise können sprachliche Reaktionen schneller abgegeben werden, wenn sie durch auditive Signale statt visuelle Signale angezeigt werden, während schriftliche Reaktionen schneller auf visuelle als auf auditive Signale ausgeführt werden.
  • Reiz-Reaktions-Kompatibilität (stimulus-response compatibility)
    Besonders gute Passung bestimmter, z. B. räumlich korrespondierender Reize und Reaktionen; sichtbar durch besonders gute Leistungen bei diesen, im Vergleich zu anderen Reiz-Reaktions- Paarungen.
  • Reiz-Reaktions-Übersetzung (stimulus-response translation)
    Hypothetische Verarbeitungsstufe, die für die Aktivierung von Reaktionen nach Maßgabe der vorliegenden Reizinformation und der gültigen Reiz-Reaktions-Regeln sorgt.
  • Reizdarmsyndrom („irritable bowel syndrome“; IBS)
    Funktionelle Störung des Magen-Darm-Traktes. Gemäß den Rom-III-Kriterien ist es durch wiederkehrende Episoden abdomineller Schmerzen oder Beschwerden charakterisiert, die mindestens 3 Tage andauern und in den vergangenen 3 Monaten mindestens einmal pro Monat vorgekommen sein müssen. Weiter sollen mindestens 2 von den 3 folgenden Kriterien erfüllt sein: 1. Schmerzen und Beschwerden werden durch Stuhlgang gelindert; 2. der Beginn ist mit einer Veränderung der Stuhlfrequenz verbunden; 3. der Beginn ist mit einer Veränderung der Stuhlform verbunden. Nach Ausschluss relevanter Differenzialdiagnosen, gilt das Reizdarmsyndrom als belastend, aber wenig bedrohlich.
  • Reizdarmsyndrom, postinfektiöses
    Untertyp des Reizdarmsyndroms, welches als Folge eines Magen-Darm-Infektes angesehen wird.
  • Bezeichnung für einen Konditionierungsprozess, in welchem der Organismus lernt, in unterschiedlicher Weise auf Reize zu reagieren, die sich von dem konditionierten Stimulus unterscheiden.
  • Reizdiskrimination
    bei der klassischen Konditionierung die gelernte Fähigkeit, den konditionierten Reiz von anderen Reizen zu unterscheiden, die keinen unkonditionierten Reiz ankündigen.
  • Reize, chimärische
    Trügerische optische Reize, die aus mehreren, schwer erkennbaren, aber unvereinbaren Teilen zusammengesetzt sind, z.B. Gesichtshälften von 2 verschiedenen Personen
  • Deprivation bezeichnet den Ausfall einer Informationsquelle im Prozess der Entwicklung eines Sinnessystems.
  • Reizgeneralisierung
    Unter Reizgeneralisierung versteht man im Rahmen des klassischen wie operanten Konditionierung die Neigung, die konditionierte Reaktion auf Stimuli auszudehnen, die dem konditionierten nur ähnlich sind. Zum Beispiel hat der kleine Albert eine Angstreaktion auf ein Kaninchen erlernt, die er in der Folge auch auf andere kleine Pelztiere erweiterte.
  • Reizgeneralisierung
    Tendenz, dass nach Konditionierung einer Reaktion bestimmte Reize, die dem konditionierten Reiz ähneln, ähnliche Reaktionen hervorrufen.
  • reizgetriebene Zielaktivierung
    Einer der Faktoren, die zur Größe von Wechselkosten beitragen. Die Verarbeitung eines Reizes im Kontext einer bestimmten Aufgabe führt zur Assoziation zwischen diesem Reiz, der zugehörigen Reaktion und der entsprechenden Aufgabe. Tritt dieser Reiz wieder auf, dann werden die frühere Reaktion und die entsprechende Aufgabe wieder aktiviert. Dies kann zu Beeinträchtigungen bei der Wahl eines neuen Aufgabensets führen.
  • Verfahren, bei deren Anwendung Patienten mit den von ihnen gefürchteten Reizen (extern oder intern) nach bestimmten Regeln konfrontiert werden.
  • Reizkontrolle
    Siehe „Stimuluskontrolle“.
  • Reizlimen
    Absolutschwelle; kleinster Reiz, der eine Empfindung verursacht
  • → absolute Reizschwelle
  • Rekalibrierung (recalibration)
    Damit das Wahrnehmungssystem redundante Information aus verschiedenen Sinnen korrekt aufeinander beziehen kann, muss die geschätzte Umwelteigenschaft auf einer für alle Sinne gemeinsamen Skala abgebildet sein. Mechanismen der Rekalibrierung sorgen für einen kontinuierlichen Abgleich zwischen Schätzern derselben Eigenschaft in verschiedenen Sinnen.
  • Rekategorisierung
    Ansatz von Gaertner et al. (1989) zur Weiterentwicklung der Kontakthypothese Allports. Hierbei wird aus zwei Gruppen eine neue, übergeordnete Gruppe mit gemeinsamer Identität gebildet. Als Folge treten die bisher bestehenden Kategoriengrenzen zwischen Eigen- und Fremdgruppe in den Hintergrund.
  • Rekognitionsheuristik
    Die Rekognitionsheuristik als Entscheidungsstrategie ist immer dann anwendbar, wenn von zwei verfügbaren Optionen eine wiedererkannt wird und die andere nicht. Man kann davon ausgehen, daß Konsumenten diese Strategie anwenden, wenn dies möglich ist (was allerdings nur bei geringer bis mittlerer Produktexpertise zutrifft, da ja bei hoher Expertise vermutlich alle verfügbaren Optionen wiedererkannt werden).
  • Rektoskopie
    Enddarmspiegelung.
  • Rektum
    Enddarm
  • Rekurrente Verarbeitung (recurrent processing)
    Interaktive vorwärts- und rückwärtsgerichtete Verarbeitung zwischen niederen und höheren sensorischen Arealen. Wird als notwendiger und hinreichender Mechanismus für bewusstes Wahrnehmungserleben diskutiert.
  • Die rekursive Dekomposition beschreibt die wiederholte Zerlegung eines Elements einer Strukturebene in kleinere Elemente auf der nächstfolgenden Ebene der Betrachtung. Im Ergebnis entsteht eine hierarchische Struktur aus mehreren Ebenen.
  • Systeme, in denen nur einseitig gerichtete kausale Wirkungen angenommen und in denen die Variablen bezüglich ihrer kausalen Priorität hierarchisch angeordnet werden (Pfadanalyse)
  • Relation (relation)
    Operator, der Beziehungen und Vergleiche zwischen unterschiedlichen Dingen oder Ereignissen herstellt.
  • Relationale Aggression
    Verhalten mit der Absicht, die sozialen Beziehungen der Zielperson zu beschädigen, z. B. hinter ihrem Rücken abwertende Bemerkungen gegenüber Dritten zu machen.
  • Relationale Strukturen
    Relationale Strukturen sind durch die Summe aller gegebenen relationalen Beziehungen zwischen der Menge der jeweils betrachteten Elemente gegeben. In Verhaltensfolgen schaffen beispielsweise Wiederholungen oder Spiegelungen der Abfolge von Verhaltensschritten eine relationale Struktur.
  • Relationales Schließen (relational reasoning)
    Schließen mit Prämissen (Argumenten), bei denen Dinge verglichen und durch Relationen in Verbindung gebracht werden.
  • Menge von Objekten und einer oder mehrerer Relationen (z.B. Gleichheitsrelation, die besagt, dass zwei Objekte gleich sind; Ordnungsrelation, die besagt, dass sich Objekte in eine Rangreihe bringen lassen) (empirisches bzw. numerisches Relativ)
  • Relative Deprivation
    Ein Gefühl des Grolls, dass das Selbst bzw. die Eigengruppe schlechter gestellt ist als der andere bzw. die Fremdgruppe.
  • Relative Deprivation
    Wahrnehmung, dass es einem selbst schlechter geht als denen, mit denen man sich vergleicht.
  • Wird ein Zufallsexperiment n-mal wiederholt, besagt die relative Häufigkeit, wie oft ein Ereignis in Relation zu n aufgetreten ist. Die relative Häufigkeit liegt daher immer zwischen 0 und 1,0
  • Relatives Risiko (RR)
    Epidemiologischer Kennwert. Verhältnis des Erkrankungsrisikos bei exponierten im Vergleich zu nicht exponierten Personen.
  • Releasing-Hormone
    Hypothalamische Hormone, welche die Freisetzung von Hormonen aus der Adenohypophyse stimulieren.
  • Bezieht sich auf die Zuverlässigkeit, mit der ein Test das misst, was er misst (unabhängig davon, ob es das ist, was er messen soll). Es wird dabei zwischen Retest-Reliabilität, Paralleltest-Reliabilität, Split-Half-Reliabilität und Konsistenzanalyse unte
  • Zuverlässigkeit, formale Messgenauigkeit, Testgütekriterium eines psychologischen Tests. Unterschieden werden die Retest-Reliabilität, Split-Half-Methode, Paralleltest-Reliabilität, innere Konsistenz, Interrater-Reliabilität.
  • Unter Reliabilität versteht man die Genauigkeit, mit der ein Verfahren in einer bestimmten Stichprobe oder Population misst, was es messen soll.
  • Wird als gegeben angenommen, wenn nachzuweisen ist, dass bei wiederholter Messung desselben Merkmals bei gleichbleibender Merkmalsausprägung dasselbe oder ein ausreichend ähnliches Ergebnis erzielt wird.
  • Reliabilität
    Ausmaß, in dem ein Test konsistente Ergebnisse liefert. wird anhand der Übereinstimmung der Werte aus zwei getrennt durchgeführten Hälften des Tests oder bei wiederholter Durchführung des Tests ermittelt.
  • Reliabilität
    Wesentliches Gütekriterium zur Beurteilung diagnostischer Verfahren; gibt die Zuverlässigkeit eines Tests an. Klassische Formen der Reliabilitätsermittlung beruhen im Wesentlichen auf der Untersuchung der Stabilität einer Rangreihe von Personen über Itemstichproben oder Messzeitpunkte.
  • Reliabilität
    Zuverlässigkeit einer Messung
  • Reliabilität
    "Das Gütemaß ""Reliabilität"" (auch Messgenauigkeit) beschreibt die Genauigkeit, mit der ein Test ein Merkmal erfasst, und zwar unter Vernachlässigung des Umstandes, ob es sich dabei auch wirklich um die Merkmalsdimension handelt, deren Erfassung intendiert ist. Die Reliabilität eines Tests ist der Anteil der Varianz der wahren Werte (T) an der Varianz der beobachteten Werte (X). "
  • Reliabilität
    Bezeichnet die Zuverlässigkeit oder Messgenauigkeit einer Datenerhebungsmethode.
  • Reliabilität (Gütekriterium)
    Bezeichnet die Messgenauigkeit eines Tests. Ein Testverfahren ist perfekt reliabel, wenn die damit erhaltenen Testwerte frei von zufälligen Messfehlern sind. Je höher die Einflüsse solcher zufälligen Messfehler sind, desto weniger reliabel ist das Testverfahren.
  • Reliabilität (KTT)
    Gütekriterium zur Beurteilung der Messgenauigkeit eines Tests. In der Klassischen Testteorie wird Reliabilität als Verhältnis zwischen true score-Varianz Var(τ) und Testwertevarianz Var(x) definiert.
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit)
    Der Grad, in dem ein Maß frei von Messfehlern ist. Eine Messung ist reliabel, wenn sie bei mehrfacher Durchführung zum gleichen Resultat führt (d. h. zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder bei der Erhebung durch unterschiedliche Individuen).
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit)
    Das Ausmaß, in dem unabhängig voneinander durchgeführte Messungen eines bestimmten Verhaltens übereinstimmen.
  • bezeichnet die Zuverlässigkeit und Beständigkeit einer Untersuchung. Reliabel ist ein Instrument dann, wenn es bei einem relativ gleich bleibenden Verhalten gleiche oder ähnliche Ergebnisse liefert.
  • Reliabilitäts-Validitäts-Dilemma
    Um Veränderungen zu messen, wird manchmal ein Test vor und nach einer Intervention durchgeführt. Die Reliabilität der Differenz zwischen den Testwerten liegt immer dann unter derjenigen der originalen Testwerte, wenn die Korrelation zwischen den Messungen/Zeitpunkten positiv und größer als Null ist; je höher die Tests korrelieren, desto niedriger fällt die Reliabilität der Differenz aus. Je höher die Korrelation zwischen Test 1 und 2 ist, desto mehr wahre Varianz haben sie gemeinsam; die Differenz spiegelt dann primär Fehlervarianzanteile wider. Eine niedrige Korrelation zwischen zwei Tests bedeutet, dass sie nicht das Gleiche messen; hier wäre zwar eine hohe Reliabilität der Differenzen gewährleistet, aber für Test-Scores von fragwürdiger Validität (weil deren Reliabilität nicht gegeben ist).
  • REM-Rebound
    Tendenz zur Verlängerung der REM-Schlaf-Phasen nach einem REM-Schlaf-Entzug (beispielsweise durch wiederholtes Erwachen während der REM-Phasen).
  • Hierbei handelt es sich um eine Phase unruhigen Schlafes, die sich durch eine unregelmäßige Atmung und eine leicht erhöhte Muskelspannung auszeichnet. Auffällig ist, dass in dieser Phase verstärkt schnelle Augenbewegungen („rapid eye movements“) hinter de
  • Ein aktiver Schlafzustand mit charakteristischen schnellen, ruckartigen Augenbewegungen (rapid eye movements) unter den geschlossenen Lidern, der bei Erwachsenen mit Träumen einhergeht.
  • REM-Schlaf
    Schlafphase, in der sich die Augen schnell bewegen (»rapid eye movements«). In diesem sich wiederholenden Schlafstadium kommt es in der Regel zu lebhaften Träumen. Der REM-Schlaf wird auch als paradoxer Schlaf bezeichnet, weil die Muskeln entspannt sind (kleinere Zuckungen ausgenommen), andere Körperfunktionen aber aktiv.
  • Remission
    Verbesserung, Nachlassen von Symptomen.
  • Rückgang oder Nachlassen psychischer oder körperlicher Störungszeichen. Kann die vollständige oder teilweise Wiederherstellung der Gesundheit betreffen. Remissionen, die ohne professionelle Einwirkungen auf die Störung auftreten, bezeichnet man als Spontanremission.
  • Reorganisation
    Unter neuronaler Reorganisation auf Systemebene versteht man die veränderte Repräsentation von Hirnfunktionen, verursacht durch eine (fokale) Hirnschädigung. Die neuronale Reorganisation bezieht die Rekrutierung (homologer) Areale in der gesunden Hemisphäre, als auch periläsionaler Areale - d. h. im Grenzbereich des Infarktes lokalisierten Hirngewebes - mit ein. Grundlage der Reorganisation ist die neuronale → Plastizität.
  • Reorganisation, kortikale
    Wiederherstellung oder Neuordnung zerebraler Funktionssysteme als Folge des Verhaltens.
  • Replikation
    Wiederholung der wesentlichen Parameter eines Experiments, in der Regel mit anderen Versuchsteilnehmern in anderen Situationen. Mit Hilfe der Replikation kann festgestellt werden, ob sich die Grundannahmen eines Experiments auf andere Versuchsteilnehmer und andere Situationen übertragen lassen.
  • Replikation in anderen Kulturen
    Es wird überprüft, ob die Ergebnisse einer Studie die gleichen sind, wenn sie so genau wie möglich in einem anderen kulturellen Kontext wiederholt wird.
  • Repolarisation
    Absteigende Phase des Aktionspotenzials, die durch den Rückgang der Na-Leitfähigkeit und den Anstieg der K-Leitfähigkeit verursacht ist; führt das Membranpotenzial zu seinem Ruhewert zurück
  • Eine Repräsentation ist der Zustand des kognitiven Systems, der dem Zustand der externalen Umwelt entspricht. Repräsentationen bilden äußere Gegebenheiten ab. Eine Repräsentation ist die Abbildung der Elemente und Relationen eines Systems auf die Elemente und Relatinoen in einem anderen System.
  • Repräsentation numerischer Größe
    Ein mentales Modell für die Zuordnung von kleineren und größeren Zahlenwerten in Bezug auf eine Größendimension.
  • Repräsentationale Einsicht
    Das Wissen, dass Dinge für etwas anderes als sie selbst stehen.
  • Repräsentative Aufgabenstichprobe
    Stimmt hinsichtlich der Schwierigkeitsverteilung mit der Grundgesamtheit aller merkmalsrelevanten Aufgaben überein und erlaubt somit eine kriteriumsorientierte Testwertinterpretation in Bezug auf die Aufgabeninhalte.
  • Repräsentativität
    In der Sozialforschung meint der Begriff der Repräsentativität kein universelles Qualitätsmerkmal, das unter allen Umständen eine hohe Qualität von Daten verbürgt. Repräsentativität ist vielmehr ein graduelles Maß: Eine Stichprobe ist in dem Grad repräsentativ, in dem sie der Population, für die sie stehen soll, gleicht.
  • Repräsentativität
    Eine Stichprobe weist dieses Merkmal dann auf, wenn sie hinsichtlich ihrer Zusammensetzung die jeweilige Zielpopulation möglichst genau abbildet.
  • Die Repräsentativität einer Stichprobe („sample representativeness“) gibt an, wie gut bzw. unverzerrt die Merkmalszusammensetzung in der Stichprobe die Merkmalszusammensetzung in der Population widerspiegelt. Zu unterscheiden sind dabei merkmalsspezifisch-repräsentative sowie global-repräsentative Stichproben.
  • Repräsentativitätsheuristik
    Eine mentale Abkürzung, bei der Fälle Kategorien zugeordnet werden, nach dem Prinzip, wie gut ihre Merkmale mit denen der Kategorie übereinstimmen.
  • Repräsentativitätsheuristik
    Heuristik, bei der Urteils-und Entscheidungsprozesse von wahrgenommenen Ähnlichkeiten geleitet sind. Je mehr Ähnlichkeiten ein Objekt mit einer bestimmten Kategorie aufweist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Objekt auch dieser Kategorie zugeordnet wird.
  • Person mit Neigung zur Angstverdrängung
  • Repressor
    Substanz, die die Ausprägung eines Gens oder die Enzymaktivität hemmt
  • Reproduktionstechnik, assistierte
    Medizinische Methoden und Techniken zur Herbeiführung einer Schwangerschaft.
  • Rescorla-Wagner Modell
    Das Rescorla-Wagner-Modell (RWM) ist der bis heute einflussreichste Versuch einer theoretischen Integration von Befunden zum assoziativen Lernen bei Tieren. Nach dem RWM verändert sich die Stärke von Assoziationen nach Maßgabe der Differenz zwischen der Erwartung und der Wahrscheinlichkeit des Eintreffens eines kritischen Ereignisses. Der Kernsatz des RWM lautet: Organisms only learn if events violate their expectations. Lernen setzt danach die Existenz von Erwartungen (expectations) voraus.
  • Medikament, das an katecholaminergen Synapsen die Wiederaufnahme des freigesetzten Transmitters in die präsynaptische Endigung hemmt und dadurch die Effektivität dieser Synapsen reduziert
  • Restsymptomatik nach Abklingen eines akuten Störungsbildes.
  • Residualvarianz
    Siehe auch unsystematische Varianz oder Varianz „innerhalb“. In der Regression: Gemittelte Abweichung der empirischen Werte von den von der Regression vorhergesagten Werte. Die Residualvarianz ist derjenige Varianzanteil, welcher nicht durch die Regressionsgleichung abgedeckt werden kann
  • Residualvolumen
    Luft, die sich nach maximaler Ausatmung noch in der Lunge befindet (ca. 1 - 1,5 Liter)
  • Residuen sind Differenzen zwischen den empirischen Kovarianzen und den durch das Modell reproduzierten (modelltheoretischen) Kovarianzen. Je kleiner diese Residuen sind, desto besser kann das Modell insgesamt die empirischen Zusammenhänge erklären, d. h. desto besser stimmen Modell und Daten überein. Je größer die Residuen sind, desto schlechter ist die Passung zwischen Modell und Daten. Die Residuen S - ?^ sollten nicht verwechselt werden mit den Residualvariablen im Modell, die unerklärte Anteile endogener latenter Variablen darstellen.
  • resilienter Persönlichkeitstyp
    Persönlichkeitstyp, der durch hohe Resilienz charakterisiert ist
  • Resilienz
    Fähigkeit unter widrigen Umständen durch adäquates Coping psychisch gesund zu bleiben.
  • Bezeichnet die Widerstandsfähigkeit einiger Kinder, sich trotz belastender Umstände und Bedingungen normal zu entwickeln.
  • Fähigkeit einer Person, auch in Gegenwart von extremen Belastungsfaktoren und ungünstigen Lebenseinflüssen adaptiv und proaktiv zu handeln.
  • (wörtlich: Unverwüstlichkeit, Widerstandsfähigkeit) Die Fähigkeit, trotz negativer Umstände und Einflüsse seine körperliche und geistige Gesundheit aufrechtzuerhalten.
  • Resilienz
    die persönliche Stärke, die den meisten Menschen dabei hilft, mit Stress umzugehen und sich von Widrigkeiten und sogar von Traumen zu erholen.
  • Die Fähigkeit, schwierige Situationen mit der Hilfe von Coping-Strategien zu meistern.
  • Disposition zur flexiblen, situationsangemessenen Kontrolle eigener Gefühle und Handlungsimpulse
  • Resistenz
    Abwehrkraft, Widerstandsfähigkeit; bei Antibiotika die Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegen den Wirkstoff
  • Resorption
    Aufnahme von Flüssigkeiten oder niedermolekularen Substanzen über die (Schleim)haut
  • Die Stichprobenziehung nach der Methode des Respondent Driven Sampling (RDS) stellt eine Weiterentwicklung der Schneeballstichprobe dar und ist wie diese geeignet für Populationen, die für die Forschenden schwer erreichbar, deren Mitglieder untereinander jedoch gut vernetzt sind. Das Respondent Driven Sampling ist wesentlich aufwändiger als das Schneeballverfahren, garantiert jedoch durch eine bessere Kontrolle der Rekrutierungswege eine höhere Repräsentativität des Samples
  • Respondentes Verhalten
    Verhalten, das automatisch als Reaktion auf einen Reiz auftritt.
  • Ressource/Gesundheitsressource
    Sehr vielseitiger Begriff und umfasst sowohl sämtliche unterstützende Aspekte der Psyche als auch der gesamten Lebenssituation eines Menschen. Damit sind also z. B. Motivation, Wünsche, Ziele, Überzeugungen, Interessen, Werte, Einstellungen, Bildung, Fähigkeiten und Gewohnheiten zu verstehen. Aber auch Merkmale wie Aussehen, Fitness, finanzieller Status und zwischenmenschliche Beziehungen können Menschen bei der Bewältigung von Problemen helfen.
  • Ressourcen
    Positive materielle und immaterielle Mittel zur Erhaltung oder Wiederherstellung von Gesundheit.
  • Unter Ressourcen versteht man im Stressgeschehen alle Faktoren, auf die eine Person zurückgreifen kann, um den Umgang mit einer bedrohlichen Situation zu erleichtern. Dabei können sowohl die Person als auch die Situation Quelle von Ressourcen sein. Ressourcen der Situation können z. B. durch günstige Arbeitsbedingungen (z. B. Möglichkeiten zur Regeneration, Arbeitszeitgestaltung) oder durch die soziale Umwelt (z. B. Freunde und Familie) bereitgestellt werden. Eine sehr bedeutsame arbeitsplatzbezogene Ressource ist der _Handlungsspielraum_. Eine wichtige Ressource aus dem Bereich der sozialen Umwelt ist die _soziale Unterstützung_. Zentrale individuelle, persönliche Ressourcen sind das Selbstwirksamkeitserleben in einer Situation sowie Kohärenzerleben und internale Kontrollüberzeugungen.
  • Ressourcen
    Ressourcen (franz. Mittel, Quelle) ermöglichen die Realisierung von Handlungen oder Vorhaben. Hierzu zählen materielle oder immaterielle Mittel wir Betriebsmittel, Geldmittel, Boden, Rohstoffe, Energie oder Personen. Im Rahmen der Selbstregulation werden interne (z. B. Fähigkeiten, Konzentra¬tion, Selbstwirksamkeit) von externen Ressourcen (z. B. Lernumgebung, Literatur, kollegiales Lernen) unterschieden.
  • Ressourcen-Modell der Selbstkontrolle
    Im Mittelpunkt des von Baumeister et al. (1998) entwickelten Modells steht die Annahme, dass das Ausüben von Selbstkontrolle auf ein nur begrenzt verfügbares Reservoir an Selbstkontrollenergie zurückgreift, das sich erschöpft (ego depletion), weswegen weitere Akte der Selbstkontrolle dann für eine gewisse Zeit nicht mehr so gut möglich sind.
  • Ressourcenaktivierung
    Mittel, um in der Psychotherapie geschätzte und positive materielle und immaterielle Mittel zur Steigerung des Wohlbefindens einer Person zu aktivieren.
  • Nach diesem Modell streben Menschen danach, von ihnen wertgeschätzte Ressourcen aufzubauen und zu erhalten. Dabei geht der Ressourcenaufbau mit Wohlbefinden und Gesundheit einher. Ein potenzieller oder aktueller Verlust vorhandener Ressourcen wird als bedrohend empfunden.
  • Ressourcenkonservierung
    Gemäß dem Modell der Ressourcenkonservierung streben Menschen danach, für sie bedeutsame Ressourcen aufzubauen und zu erhalten, was mit Gesundheit und Wohlbefinden einhergeht. Stress wird in diesem Modell dadurch definiert, dass die Gefahr des Ressourcenverlustes besteht, ein aktueller Verlust von Ressourcen auftritt oder auf die Investitionen von Ressourcen kein angemessener Gewinn von Ressourcen folgt. Menschen streben außerdem danach, den Verlust von Ressourcen durch den Einsatz anderer verfügbarer Ressourcen zu verhindern und verlorene Ressourcen nach Möglichkeit zu ersetzen oder zu kompensieren. Gelingt es nicht, ein Gleichgewicht von investierten und konservierten Ressourcen herzustellen, d. h. wenn die investierten Ressourcen nicht kompensiert werden können, kann eine Stresssituation nicht erfolgreich bewältigt werden und es entsteht auch daraus Stress.
  • Restitution
    Wiederherstellung eines ausgefallenen somatischen Funktionssystems durch Übung und/oder Lernen.
  • Wiederherstellung geschädigter kognitiver Funktionen durch übungs- und trainingsbasierte Funktionstherapien (z. B. computergestützte Übungsprogramme).
  • Mit dem Restorationseffekt wird die Ergänzung eines ausgelassenen Phonems in einem Wort bezeichnet, wenn diese Auslassung durch weißes Rauschen ersetzt wird.
  • Restriktionsenzym
    Enzym, das die Doppelstrang-DNA an spezifischen Stellen spaltet; wird zur DNA-Analyse benutzt
  • Retest-Reliabilität
    Eine Methode zur Schätzung der Reliabilität ist die Testwiederholung (Retest). Dabei wird ein und derselbe Test ein und derselben Stichprobe von Probanden wiederholt dargeboten. Die Korrelation zwischen zwei Vorgaben gibt das Ausmaß der Retest- oder Testwiederholungsreliabilität an.
  • Retest-Reliabilität
    Methode der Reliabilitätsschätzung. Ein Test wird zu zwei Messzeitpunkten der gleichen Stichprobe vorgegeben. Die Korrelation der Testwerte beider Messzeitpunkte dient als Maß der Reliabilität des Tests.
  • Retestreliabilität
    kurzfristige Stabilität einer Messung
  • Retikulum, endoplasmatisches
    Zellorganelle; unterschieden wird glattes und rauhes
  • Retikulum, endoplasmatisches, glattes
    Zellorganelle, wichtig für die Steroid- und Glykogensynthese
  • Retikulum, endoplasmatisches, raues
    Mit Ribosomen (Protein-Ribonukleinsäure-Körnchen) besetzte Organelle im Zytoplasma, wichtig für die Proteinsynthese
  • Retikulum, sarkoplasmatisches
    Endoplasmatisches Retikulum der Muskelzelle; dient als Speicher für Ca24-Ionen, die bei Kontraktion freigesetzt werden
  • Retina
    lichtempfindliche innere Oberfläche des Auges, in der die Stäbchen und Zapfen der Fotorezeptoren sowie Neuronenschichten enthalten sind, in denen die Verarbeitung der visuellen Information beginnt.
  • Die Retina oder Netzhaut ist ein mehrschichtiges neuronales Netzwerk im Augenhintergrund. Hauptbestandteile sind die Stäbchen und Zapfen.
  • Retinale Disparität
    binokulares Merkmal zur Tiefenwahrnehmung: Anhand des Vergleichs der beiden von den Augäpfeln übermittelten Bilder berechnet das Gehirn die Entfernung – je größer die Disparität (der Unterschied) zwischen den beiden Bildern, desto näher das Objekt.
  • retinotrop
    Topologische, aber nicht lineare Abbildung der Retina auf der primären Sehrinde
  • Retroaktive Hemmung
    siehe: Retroaktive Interferenz
  • Retroaktive Interferenz
    Störeffekt neu gelernter Informationen auf die Reproduktion alter Informationen.
  • Retroaktive Interferenz (retroactive interference)
    Mit retroaktiver Interferenz wird der Befund beschrieben, dass eine Zielinformation aufgrund zeitlich nachfolgender Lernerfahrungen später schlechter abrufbar ist (s. auch proaktive Interferenz).
  • Retrograde Amnesie
    das Unvermögen, Erinnerungen aus der Vergangenheit wieder abzurufen.
  • Retrograde Amnesie
    Unfähigkeit, schon abgespeichertes Material bewusst zu reaktivieren, also abzurufen.
  • Retrospektive Befragung
    "In der Testentwicklungsphase wird der Proband ""zurückblickend"" über Schwierigkeiten bei der Beantwortung der einzelnen Items befragt."
  • Wiederauftreten von zuvor bestehenden Ängsten, die sich jedoch vermindert hatten bzw. völlig verschwunden waren. Häufig im Zusammenhang mit dem Wiederauftreten von Ängsten nach erfolgreicher Behandlung verwendet.
  • Kennzahl, die Kosten und Nutzen einer Trainingsmaßnahme in Verhältnis zueinander setzt.
  • REVT
    siehe: Rational-emotive Verhaltenstherapie
  • Rezeptives Feld ist derjenige Bereich beispielsweise im Gesichtsfeld oder auf der Haut, aus dem ein Neuron Information von den Rezeptoren erhält.
  • Bereich von Nervenzellen, deren Signale eine einzelne Nervenzelle aktivieren.
  • Rezeptives Feld (receptive field)
    Im visuellen Kontext ist ein rezeptives Feld derjenige Teil der Retina, der sich – sobald entsprechend stimuliert – auf das Antwortverhalten eines Neurons im visuellen Verarbeitungspfad auswirkt. Je weiter das Neuron von der Retina entfernt ist, desto größer ist in der Regel sein rezeptives Feld.
  • Rezeptives Feld (RF; receptive field)
    Das rezeptive Feld eines visuellen Neurons bezieht sich auf den Ausschnitt des visuellen Feldes bzw. der Retina, in dem ein Stimulus die Antwort der Zelle verändert, wobei die Größe des rezeptiven Feldes mit zunehmender Hierarchieebene des visuellen Systems zunimmt.
  • Rezeptives Feld einer Nervenzelle
    Bezeichnet den Bereich einer sensorischen Oberfläche (also z. B. der Netzhaut für das visuelle System und die Haut für das somatosensorische System), von dem aus Signale an die Nervenzelle weitergeleitet werden. So sind rezeptive Felder von Neuronen im primären visuellen Kortex, die nahe der Fovea centralis der Netzhaut liegen, ebenso wie rezeptive Felder von Neuronen im somatosensorischen Kortex, die auf den Fingerspitzen liegen, besonders klein.
  • Proteinmolekül, an das ein Ligand bindet, um eine Wirkung auszulösen. Der Begriff wird auch synonym für Sinnesrezeptor und Sensor gebraucht
  • Ein sensorischer Rezeptor ist für bestimmte Umweltsignale empfindlich und wandelt diese in bioelektrische Signale um. Bei Geruchs- und Geschmacksrezeptoren sind es Stellen, an denen die Moleküle der Geruchs- und Geschmacksstoffe gebunden werden.
  • Rezeptor, ionotroper
    Rezeptor in erregbaren Membranen, der bei Andocken seines Liganden, z.B. eines Transmitters oder Hormons, einen Ionenkanal öffnet; syn: ligandengesteuerter Ionenkanal
  • Rezeptor, metabotroper
    Ligandengesteuerter Rezeptor, der bei Aktivierung über ein G-Protein eine second-messenger-Kette aktiviert, die ihrerseits eine Ionenkanal öffnet oder andere Wirkungen in der Zelle auslöst
  • Ein Rezeptorpotenzial ist die elektrische Antwort eines Rezeptors auf eine Reizung.
  • Diejenige Genform im Chromosom, die nicht zum Ausdruck kommt, falls ein dominantes Allel vorhanden ist.
  • Rezidiv
    Rückfall, Wiederauftreten einer Krankheit nach Abheilung. Speziell bei Krebserkrankungen: erneutes Auftreten bzw. Nachwachsen einer Geschwulst nach operativ unvollständiger oder nur teilweiser Entfernung des Tumorgewebes.
  • Rezipient
    Empfänger einer Botschaft bzw. Mediennutzer.
  • Reziproker Altruismus
    Eine Theorie, die zur Klärung der Frage entwickelt wurde, warum sich Beispiele für Altruismus gegenüber Fremden finden lassen. Die Annahme lautet, dass sich die Hilfe für Nichtverwandte entwickelt hat, weil/sofern die Kosten dafür, dass man einem anderen hilft, durch die Wahrscheinlichkeit aufgewogen werden, dass wir dadurch wiederum einen Nutzen haben.
  • Nach Bandura die Wechselbeziehung zwischen Kindern und ihrer Umwelt, die Veränderungen auf beiden Seiten bestimmt: Kinder werden durch ihre jeweilige Umgebung beeinflusst, haben zugleich aber auch umgekehrt Einfluss auf diese Umgebung.
  • Reziproker Determinismus
    bezeichnet die interagierenden Einflüsse von Persönlichkeit und Umweltfaktoren.
  • Reziprozität
    Gegenseitigkeit; spieltheoretisch die Erwartung, dass man durch die eigene Kooperation die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht, dass der andere ebenfalls kooperieren wird.
  • Reziprozitätsnorm
    Regel der Gegenseitigkeit
  • Reziprozitätsnorm
    Erwartung, dass wir denen, die uns geholfen haben, helfen und ihnen keinen Schaden zufügen sollten.
  • Rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis)
    Chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke, die zu Gewebeveränderung der Gelenkhaut und in Folge zu Zerstörung von Knorpel, Knochen und Halteapparat führen kann.
  • Rhodopsin
    Sehpurpur; in den Netzhautstäbchen lokalisierte Substanz für das Däm­merungssehen
  • Mit Rhythmus wird die Zeitstruktur einer Melodie beschrieben, also die Dauer der Töne und die Pausen.
  • Die Ribonukleinsäure (RNA oder RNS) dient der Übersetzung von genetischen Informationen in Proteine. Im Gegensatz zur DNA (Desoxyribonukleinsäue) ist die RNA einsträngig.
  • Ribonukleinsäure
    Makromolekül aus Ribose und Purin- oder Pyrimidinbasen aufgebaut mit wichtiger Funktion für die Eiweißsynthese
  • Unterschieds-, Zusammenhangs- und Veränderungshypothesen können sowohl als ungerichtete bzw. zweiseitige Hypothese („non-directional hypothesis“, „two-sided hypothesis“) als auch – das ist in der Forschungspraxis der übliche Fall – als gerichtete bzw. einseitige Hypothese („directional hypothesis“, „one-sided hypo
  • Der Riechkolben ist eine Ausstülpung des Gehinrs, durch die Signale von der Riechschleimhaut in das Gehirn gelangen.
  • Die Riechschleimhaut enthält die Rezeptoren der Nase.
  • Die Riechzellen haben auf einer Seite einen Fortsatz in Richtung der Riechschleimhaut.
  • Riepl`sche Gesetz
    Ein von Wolfgang Riepl 1913 formulierter und vielfach bestätigter Grundsatz der Medienentwicklung, der besagt, dass bestehende Medien bei der Einführung neuer Medien nicht gänzlich oder dauernd verschwinden, sondern meist einem Funktionswandel unterliegen.
  • Rindenblindheit
    Blindheit, die durch Verletzungen oder Erkrankungen der primären Sehrinde (V1) verursacht wird. Die betroffenenen Personen sind dennoch in der Lage, bestimmte visuelle Aufgaben zu leisten, z. B. Navigation oder das Erkennen von Emotionen. Synonym: Kortikale Blindheit.
  • Ringelmann­Effekt
    Beschreibt den Befund, dass bei einer körperlichen Aufgabe (beispielsweise Gewichte ziehen) die durchschnittlichen Leistungen der individuellen Gruppenmitglieder mit zunehmender Gruppengröße abnehmen.
  • Ringstruktur der Tätigkeit
    Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Person haben laut der Ringstruktur der Tätigkeit auf der einen Seite eine Veränderung der Umwelt zur Folge, die durch eine in die Umwelt eingreifende Tätigkeit hervorgerufen wird. Auf der anderen Seite wirkt die Umwelt über die Tätigkeit auf die handelnde Person ein bzw. zurück und verändert diese, worunter in erster Linie Veränderungen in Bezug auf die Tätigkeitsauffassung und der Ausführungskompetenzen der Person (z. B. indem man Interesse an einer zunächst uninteressanten Tätigkeit entwickelt) zu verstehen sind.
  • Risiko-Ressourcen-Modelle
    Zentrales Modell der Prävention. Annahme: die Wahrscheinlichkeit an einer psychischen Störung zu erkranken, ergibt sich aus dem relativen Verhältnis von Schutzfaktoren (personale Ressourcen, Umweltressourcen) und individuellen dispositionellen Risiken und Vulnerabilitäten (personengebundene Risikofaktoren, Umweltbelastungen bzw. pathogene Kontexte). Die Konzipierung des Verhältnisses ergibt sich je nach zugrundeliegendem Modell.
  • Risiko/Risikofaktor
    Risiko: kalkulierte Auftretenswahrscheinlichkeit eines möglichen Nutzens oder Gewinns im Positivfall bzw. eines möglichen Schadens oder Verlustes im Negativfall. Risikofaktor: Faktor, der die Wahrscheinlichkeit eines Outcomes erhöht oder senkt.
  • Abstufung der Klassifikation von Konsumverhalten. Konsum liegt unterhalb einer statistisch definierten Harmlosigkeitsgrenze.
  • Risikobewertung bezieht sich auf die Wahrnehmung und Beurteilung von Gefahren und ist erforderlich, wenn Personen arbeitsbedingt in den Einwirkungsbereich von Gefahren kommen. Sie bildet die Voraussetzung für weitere Phasen des Handelns in gefährlichen Kontexten und dient der Orientierung in solchen Situationen. Zur Beurteilung von Risiken werden Heuristiken oder Daumenregeln herangezogen, mit deren Hilfe die vorherrschenden Unfall- und Schadenswahrscheinlichkeiten mehr oder weniger gut eingeschätzt werden.
  • Tendenz zur Präferenz einer riskanten Option über eine Option mit sicheren Konsequenzen. Tritt eher bei Entscheidungen auf, bei denen es um Verluste geht.
  • Die individuelle Bereitschaft, sich Gefahren mehr oder weniger auszusetzen und das Eintreten von Personen- und Sachschäden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in Kauf zu nehmen.
  • Tendenz zur Präferenz einer sicheren Option über eine Option mit riskanten Konsequenzen. Tritt eher bei Entscheidungen auf, bei denen es um Gewinne geht.
  • Risikowahl-Modell
    Theorie von John Atkinson (1957) zur Vorhersage der Wahl von Leistungszielen unterschiedlicher Schwierigkeit.
  • Entscheidungssituationen, bei denen die Konsequenzen von Optionen nicht mit Sicherheit eintreten, aber deren Wahrscheinlichkeiten eindeutig bestimmt werden können.
  • Abstufung der Klassifikation von Konsumverhalten. Gefährlicher Gebrauch: Konsum liegt oberhalb einer Gefährdungsgrenze, bei der nach längerem Konsum nachgewiesenermaßen erhöhtes Risiko besteht, eine substanzgebundene Störung zu entwickeln.
  • Robuste schwache Fusion (robust weak fusion)
    Prinzipien der Integration redundanter Information, gemäß denen zunächst separate Schätzer aus jeder Einzelinformation gebildet werden, die dann entsprechend ihrer Präzision gewichtet gemittelt und zu einem Gesamteindruck „verschmolzen“ (Fusion) werden. Robust wird der Gesamteindruck dadurch, dass Einzelschätzer, deren Wert stark von allen anderen Schätzern abweicht, nur gering gewichtet werden.
  • Ein Signifikanztest ist robust, wenn er trotz verletzter Voraussetzungen das festgelegte Signifikanzniveau α einhält
  • Robustes Testverfahren
    Ein robustes Testverfahren ist zwar an bestimmte Voraussetzungen geknüpft (z.B. Normalverteilung der Daten), ist gegen Verletzungen dieser Voraussetzungen jedoch so unempfindlich, dass es trotzdem sehr gute Ergebnisse (man sagt auch erwartungstreue Schätzungen) liefert.
  • Robustheit
    Ein statistischer Test ist umso robuster, je weniger Einfluss die Verletzung der mathematischen Voraussetzungen auf die Güte des Ergebnisses hat
  • ROC-Kurve
    Mithilfe der sog. ROC-Kurve (von Receiver-Operating Characteristic aus der Signal-Entdeckungs-Theorie) lassen sich simultan Spezifität und Sensitivität unabhängig von den Basisraten für verschiedene Testtrennwerte bestimmen, sofern aufgrund empirischer Untersuchungen die Verteilungskennwerte der unterschiedlichen Gruppen ermittelt werden konnten.
  • Röhrengesichtsfeld
    Beidseitige homonyme Gesichtsfeldeinschränkung, bei der das Gesichtsfeldzentrum erhalten bleibt. Synonym: bilaterale homonyme Hemianopsie, Tunnelgesichtsfeld.
  • Rolle
    Die Verhaltensweisen, die von einer Person mit einer bestimmten Position in der Gruppe erwartet werden.
  • Rolle bezeichnet die Summe der Erwartungen, die an den Inhaber einer sozialen Position gerichtet werden. In einer funktionierenden Gruppe sind die Rollen so ausdifferenziert, dass sie sich wechselseitig ergänzen.
  • Rolle
    Reihe von Erwartungen (Normen) an eine soziale Position. Sie definiert, wie sich jemand in dieser Position verhalten sollte.
  • Hiermit ist gemeint, dass keine eigenständige Identität entwickelt wird, sondern dass die Identität sich nach der Situation richtet, in der man sich gerade befindet.
  • Therapeutisches Verfahren, bei dem Personen eine ihnen zugewiesene Rolle übernehmen und entsprechend agieren. Kann diagnostische und therapeutische Funktion haben.
  • Rollenstresses entsteht, wenn einer der vier Rollenkonflikte (Inter-Sender Konflikt, Intra-Sender Konflikt, Inter-Rollen-Konflikt oder Person-Rollen-Konflikt) vorliegen.
  • Rollenübergang
    Eine Veränderung in der Beziehung zwischen einem Gruppenmitglied und einer Gruppe.
  • Rom-Kriterien
    Diagnostische Kriterien zur positiven Diagnose des Reizdarmsyndroms, Nachfolge der Manning-Kriterien.
  • Wird auch als Suchreflex bezeichnet und tritt in Erscheinung, wenn man beispielsweise den Säugling an der Wange berührt. Der Säugling wendet sich nun reflektorisch der Berührung zu in der Erwartung, dass sich dort die Nahrungsquelle (Brust oder Flasche) b
  • Rorschach-Test
    am weitesten verbreiteter projektiver Test. Er besteht aus einem Satz von 10 Tintenklecksbildern, die von Hermann Rorschach entworfen wurden. Die Auswertung der Art und Weise, wie der Proband die Kleckse deutet, soll seine inneren Gefühle deutlich machen.
  • Rorschach-Test
    Der Rorschach-Test (Rorschach, 1921) ist ein Formdeuteverfahren, bei dem der Testperson nacheinander zehn Klecksbilder vorgelegt werden. Die Frage dazu lautet immer »Was könnte das sein?«. Der Testleister protokolliert die Antworten und beurteilt (»signiert«) sie anschließend nach verschiedenen Kriterien. Daraus werden verschiedene Kennwerte berechnet, die der Interpretation durch einen erfahrenen Experten bedürfen.
  • Kopf- oder nasenwärts
  • Rostral cingulate zone / anterior midcingulate cortex
    Supracallosale Region des cingulären und paracingulären Kortex. Die rostral cingulate zone (RCZ) ist funktionell anhand von Bildgebungsstudien definiert und wird als das menschliche Homolog des rostralen cingulärmotorischen Areals (CMAr) des Affen angesehen. Anhand zytoarchitektonischer Besonderheiten lässt sich im cingulären (und parazingulären) Kortex der anterior midcingulate cortex (aMCC) abgrenzen, dessen Ausdehnung weitgehend mit der RCZ identisch ist. Diese Region ist u. a. maßgeblich an der Handlungsüberwachung beteiligt.
  • Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem die Fähigkeit, sich selbst im Spiegel zu erkennen, nachgewiesen werden kann. Diese Fähigkeit kann als ein notwendiges, jedoch nicht hinreichendes Kriterium für das Vorliegen eines Selbstbewusstseins angese
  • Gelernte Handlung oder Abfolge von Handlungen, die aufgrund des Wissens der Person als Standardlösung für wiederkehrende Entscheidungssituationen in Frage kommt.
  • rTMS
    siehe: Wiederholte transkranielle Magnetstimulation
  • Rubikon-Modell der Handlungsphasen
    Theoretisches Modell von Heckhausen und Gollwitzer (1987), das den Handlungsstrom vom Entstehen eines Wunsches bis hin zur Ziererreichung in vier Phasen (Abwägen, Planen, Handeln, Bewerten) untergliedert. Die vier Handlungsphasen sind ihrerseits von drei markanten Übergängen (Bildung einer Zielintention, Handlungsinitiierung, Zielerreichung) getrennt. Im Mittelpunkt des Modells stehen die mit den Handlungsphasen verbundenen spezifischen Bewusstseinslagen (mindsets) mit ihren jeweils typischen kognitiven Merkmalen.
  • Nach der Abstinenz erneutes Durchführen des Konsumverhaltens.
  • Wenn eine Person sich gegen eine Routine entscheidet und dann entgegen ihrer Intention wieder die Routine ausführt spricht man von Rückfallfehler.
  • Gezielte therapeutische Maßnahmen zur Verhinderung eines Rückfalls. Hauptbestandteil der Suchttherapie, da sich Sucht im Wesentlichen über den Rückfall definiert (Mit dem Rauchen aufhören ist einfach, das hab' ich schon mehrere hundert Mal gemacht). Dabei ist zwischen Rückfallpräventionselementen im Rahmen der intensiven, akuten Therapie und der sich anschließenden Anbindung an langfristige Unterstützungsangebote zu unterscheiden.
  • Rückfallprophylaxe
    Therapeutische Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Rückfälle.
  • Marlatt und Gordon benennen folgende wichtige Stadien des Rückfalls in ihrem Rückfallmodell: 1. Ungleichgewicht von negativen und positiven Erfahrungen/Gefühlen, 2. scheinbar unbeabsichtigte Entscheidungen, 3. Konfrontiertwerden mit einer Risikosituation (aufgrund unbeabsichtigter Entscheidungen), 4. Problem der extremen Verlockung zum Konsum in Risikosituationen, 5. Lapse (Vorfall, z. B. Trinken von einem Bier) und 6. Abstinenzverletzungssyndrom.
  • Rückkopplungseffekt des Gesichtsausdrucks
    die Tendenz unserer Gesichtsmuskeln, Gefühle (wie Angst, Wut oder Glück) auszulösen, die ihrem Anspannungsmuster entsprechen.
  • Rückmeldung (feedback)
    Information über eigene Aktivitäten, z. B. über die sensorischen Konsequenzen der Ausführung einer Bewegung.
  • Ausmaß, in dem die Ausführung der Tätigkeit selbst direkte und klare Informationen über die Leistung des Mitarbeiters dabei gibt
  • Rückschau-Fehler (hindsight bias)
    Unfähigkeit, die frühere Unkenntnis über ein Ereignis korrekt zu erinnern, nachdem man den Ausgang des Ereignisses kennt. Überschätzung der eigenen Vorhersagefähigkeiten, das irrige Gefühl, „es immer schon gewusst“ zu haben
  • Rückschaufehler
    siehe: Hindsightbias
  • Rückübersetzung
    Übersetzung eines Forschungsfragebogens, der bereits von einer Sprache in eine andere übersetzt wurde, in die ursprüngliche Sprache, ohne dass der Übersetzer die ursprüngliche Version gesehen hat.
  • Rückversicherungsverhalten
    Verhaltensweisen, die darauf abzielen, (von anderen) Informationen zu erhalten, die bestätigen, dass ein gefürchtetes Ereignis nicht eingetreten ist, und somit zur Angstreduktion oder Beruhigung eingesetzt werden. Sie müssen jedoch häufig wiederholt werden, weil der erleichternde Effekt nicht lange anhält. Da somit jegliche Habituation vermieden wird, tragen sie zur Aufrechterhaltung der Störung bei.
  • Von Novizen bevorzugter Rückgriff auf Mittel-Ziel-Analysen (Schluss vom Effekt auf die Ursache).
  • Rückzugsverhalten
    Unter Rückzugsverhalten versteht man die Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Arbeitszeit (Absentismus) sowie Kündigungen.
  • Ruffini-Körperchen
    In der unbehaarten wie der behaarten Haut liegende Mechanosensoren, die z.T. richtungsempfindlich sind; liefern Information über die Richtung und Stärke von Scherkräften auf der Haut
  • Die Ruffini-Körperchen sprechen auf Hautdehnung an.
  • Ruhepotenzial
    Elektrischer Spannungsgradient an einer Zellmembran in Ruhe
  • Das Ruhepotehzial ist der elektrische Potenzialunterschied zwischen der äußeren Umgebung und dem Inneren einer Nervenfaser, wenn keine Signale weitergeleitet werden.
  • Ruhetonus
    Grundspannung von glatter und von Skelett-Muskulatur, dient z.B. der aufrechten Körperhaltung gegen die Schwerkraft
  • Rule-breaking
    Nach Hirnschädigung auftretendes Auseinanderfallen der Fähigkeiten, Instruktionen zu verstehen und sie dann auszuführen. Die Instruktionen des Untersuchers werden verbal wiederholt, gleichzeitig wird jedoch den Instruktionen zuwiderlaufendes Verhalten gezeigt.
  • Grübeln.
  • Das gedankliche Kreisen um die eigenen negativen Emotionen samt deren Ursachen und Folgen, ohne dass ein konkreter Versuch unternommen wird, die Situation zu ändern.