Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Fragebogen aus Items, in denen Situationen und Reaktionen für dieselbe Eigenschaft systematisch variieren
  • Denkmodelle, in denen Verhalten nur aufgrund von beobachtbaren Sachverhalten erklärt wird. Menschliches Verhalten ist hierbei stets eine Reaktion bzw. Antwort (R = Response) auf beobachtbare Reize (S = Stimuli).
  • Arbeitszeitmodell, bei dem der Mitarbeiter ein Jahr Auszeit (oder Teilzeitarbeit) nimmt.
  • Sackgasse (impasse)
    Zustand, bei dem Problemlöseversuche eingestellt werden und davon ausgegangen wird, dass keine Lösung für das Problem vorhanden ist.
  • Sagittalschnitt
    Anatomischer Schnitt rechtwinklig zum Boden
  • SAIB (Scale for the Assessment of Illness Behavior)
    Fragebogen von Rief, Ihle und Pilger (2003), der speziell zur Erfassung des Krankheitsverhaltens bei Patienten mit unklaren körperlichen Beschwerden entwickelt und validiert wurde. Erfasste Bereiche sind fünf Aspekte des Krankheitsverhaltens: Diagnoseverifizierung, Beschwerdeausdruck, Medikamente/Behandlung, Erkrankungskonsequenzen, Scanning.
  • Schnelle, ballistische Augenbewegung zwischen zwei Fixationsphasen. Sakkaden bringen die Bilder von Objekten in der Peripherie in das zentrale Gesichtsfeld (Fovea centralis).
  • Sakkaden sind ruckartige Bewegungen zwischen zwei Fixationen der Augen beim Lesen eines Textes oder dem Betrachten eines Bildes.
  • Sakkadische Suppression
    Unterdrückung der bewussten Bewegungswahrnehmung während der Ausführung schneller Blicksprünge (Sakkaden).
  • säkularer Trend
    historischer Wandel im Mittelwert oder in der Varianz von Eigenschaften
  • Salienz
    Aufmerksamkeit erzeugende Eigenschaft von Objekten oder Ereignissen, abhängig von wahrnehmungsbezogenen Aspekten wie der Anschaulichkeit des Ereignisses, der Sensibilität des Betrachters oder einer Kombination aus beidem.
  • Beschreibt den Unterschied eines sensorischen Reizes zu seinem Umfeld. So ist ein hoch salienter visueller Reiz besonders unterschiedlich zu seinem Umfeld, wie z. B. ein roter Punkt vor einem Hintergrund grüner Punkte. Tiere versuchen durch Tarnung ihre Salienz zu verringern, um so zu vermeiden, von Raubtieren entdeckt zu werden.
  • Mit Salienz wird die Unterschiedlichkeit und Auffälligkeit eines Reizes in Relation zum Kontext bezeichnet.
  • Die Salienz erfasst, wie stark sich ein Objekt innerhalb einer Szene von seiner Umgebung abhebt, sei es durch Farbe, Form oder Bewegung.
  • Konzept von Antonovsky, das eine Loslösung vom pathogenetisch geprägten Verständnis von Krankheiten bedingt. Befasst sich primär mit der Frage nach dem, was Menschen gesund hält.
  • Salutogenese
    Salutogenese beschreibt personale und soziale Ressourcen, die Belastungen erfolgreich bewältigen helfen und die Gesundheit fördern. Im Vordergrund steht die Frage, was den Menschen gesund erhält, und nicht, was den Menschen krank macht (Pathogenese).
  • Sarkome
    Bösartige Neubildungen, die vom embryonalen Bindegewebe ausgehen.
  • Grundeinheit der Muskelfaser
  • Analytische, nonkompensatorische Entscheidungsstrategie, nach der jede Konsequenz einer Option mit einem Kriterium verglichen wird. Die erstbeste Option, deren Konsequenzen gleich oder besser den Kriterien sind, wird gewählt.
  • Die Sättigung entspricht dem Anteil an Weiß in einem Farbreiz.
  • Todesrate bei Kindern im ersten Jahr nach der Geburt.
  • Saure-Trauben-Effekt
    Abwertung einer verlorengegangenen oder bedrohten Option. Kennzeichnet das Sichabfinden mit einem Verlust. Der S. setzt nur ein, wenn die verlorengegangen gene Option nicht oder nicht mehr als prinzipiell verfügbar erlebt wird. Dies unterscheidet ihn von der Reaktanz.
  • Savant-Syndrom
    Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass ein Mensch mit einer an sich eingeschränkten geistigen Fähigkeit über eine ganz außergewöhnliche Begabung (Inselbegabung) verfügt, beispielsweise im Rechnen oder Zeichnen.
  • Schablonenvergleich (template matching)
    Die Vorstellung, wonach ein Objekt mit im Wissensgedächtnis gespeicherten Schablonen (Prototypen) verglichen und so identifiziert wird.
  • Schachter-Singer-Paradigma
    Versuchsanordnung zum Beleg der àZwei-Faktoren-Theorie der Emition. Die Grundidee beim Schachter-Singer-Paradigma ist, daß eine körperliche Erregung fehlattribuiert wird und dadurch eine andere Erlebnisqualität bekommt. In der Original-Untersuchung von Schachter und Singer (1962) bekamen Probanden Adrenalin verabreicht, was dazu führte, daß sie sich leichter von einem äußeren Anlaß zu einer emotionalen Reaktion bewegen ließen. Dies geschah aber nur, wenn die Probanden den Grund für ihre körperliche Erregung nicht kannten. Wer wußte, daß er einen künstlich erhöhten Adrenalinspiegel hatte, wurde von der Situation emotional nicht angesteckt. Das Schachter-Singer-Paradigma beschreibt zwar nicht, wie Emotionen generell wirken, es funktioniert aber trotzdem als Versuchsanordnung und kann für verschiedene Untersuchungszwecke eingesetzt werden.
  • Schaffer-Kollateralen
    Fasern, die vom Ammonshorn (Hippokampus) in den entorhinalen Kortex ziehen
  • Der Schalldruckpegel ist ein Maß für die Intensität des Schalls. Er wird relativ zu einem Referenzdruck in Dezibel gemessen.
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit
    Schwerhörigkeit infolge von Verletzungen der Rezeptorzellen der Kochlea oder der Hörnerven. auch als Nervenschwerhörigkeit bezeichnet.
  • Schallleitungsschwerhörigkeit
    Schwerhörigkeit infolge einer Schädigung des mechanischen Systems, das Schallwellen zur Kochlea weiterleitet.
  • Schallwellen sind Druckschwankungen in einem Medium, in der Regel in Luft.
  • Schattenwirtschaft
    Schattenwirtschaft wird als Oberbegriff für alle wirtschaftlichen Tätigkeiten angesehen, die außerhalb der statistisch erfassten Wirtschaft stattfinden.
  • Mit diesem Test wird der gesamte, mit allen möglichen Einzelvergleichen verbundene Hypothesenkomplex der Varianzanalyse auf dem festgelegten Niveau eines Fehlers 1. Art abgesichert
  • Können sich bei Kindern in schulischen Leistungen, psychischen Anpassungsleistungen und im Selbstkonzept niederschlagen. Die Effekte einer Scheidung hängen ab von der Fortdauer elterlicher Konflikte, einem erhöhten elterlichen Stresserleben und der Qualit
  • Die Scheinbewegung ist eine Täuschung, bei der die Wahrnehmung einer kontinuierlichen Bewegung eines Objektes entsteht. Sie tritt auf, wenn zwei Lichtpunkte in einem bestimmten Abstand kurz nacheinander aufleuchten.
  • Scheinbewegung (apparent motion)
    Räumlich und zeitlich getrennte Reize werden unter optimalen Bedingungen als kontinuierlich bewegende Reize wahrgenommen. Zu den Scheinbewegungsphänomenen gehören u. a. der Bewegungsnacheffekt (motion-after effect) und die stroboskopischen Bewegungen (stroboscopic movement).
  • Es werden Konturen gesehen, obwohl sie im Reizmuster nicht als Kontraste vorhanden sind.
  • Scheinkorrelation
    Zusammenhang zweier Variablen, der darauf beruht, dass beide Variablen von einer dritten Variable kausal beeinflusst werden. Zwischen den interessierenden Variablen herrscht aber keine Kausalität
  • Scheinwut
    Aggressives Verhalten, das nicht mit bestehenden Umweltreizen koordiniert ist
  • Kognitive Denkeinheit zur Verarbeitung von Informationen in der kognitiven Entwicklungstheorie Piagets.
  • Schema
    "Eine kognitive Struktur bzw. mentale Repräsentation, die vorverarbeitetes Wissen über Objekte oder Menschen bestimmter Kategorien umfasst; unsere Erwartungen im Hinblick darauf, wodurch diese Objekte oder Gruppen definiert werden."
  • Ein in der Kindheit entstandenes Muster, das aus Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperfunktionen besteht, die sich auf den Betreffenden selbst und seine Kontakte zu anderen Menschen beziehen.
  • Schema
    kognitive Struktur, mit der Informationen geordnet und erklärt werden.
  • Kognitive Struktur, mit der Informationen interpretiert und organisiert werden. Es resultiert aus Erfahrungen in wiederholt vorkommenden (Problem-)Situationstypen (z. B. Probleme zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit des gemeinsamen Auftretens von unabhängigen Ereignissen), die in abstrahierter Weise repräsentiert werden. Ein Schema ist eine skelettartige Wissensstruktur, die mit den Spezifika einer aktuellen Problemsituation angereichert wird (z. B. wird der Multiplikationssatz für unabhängige Ereignisse mit den konkreten Zahlen ausgefüllt und auf die konkreten Ereignisse bezogen). In einem Schema können deklaratives und prozedurales Wissen integriert werden.
  • Schema
    Eine kognitive Struktur oder mentale Repräsentation, die Menschen benutzen, um ihr Wissen in Themenbereichen oder Kategorien bezüglich der sozialen Welt zu organisieren.
  • Adaptive/aladaptive Schemata und Bewältigungsreaktionen, die in einem konkreten Augenblick aktiv sind.
  • Schemata sind Inhalte des impliziten Gedächtnisses, werden also in die jeweilige Situation „mitgebracht“, und bestimmen durch Wiedererkennen (top down) über Auswahl/Filterung der eingehenden Information, deren Bedeutung und im weiteren über Speicherung und Einordnung des neuen Wissens. Weiterhin füllen sie Informationslücken aus und entscheiden darüber, wie mehrdeutige Reize interpretiert werden. Schemata steuern somit die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung des Menschen und in der Konsequenz sein Handeln. Wenn die Realität Unterschiede zu aktiven Schemata aufweist, werden diese nur wahrgenommen, wenn sie sehr auffällig, „nicht zu übersehen“ sind.
  • Schemata sind allgemeine Wissensstrukturen. Sie speichern die wichtigsten Merkmale des Gegenstandsbereichs, auf den sich das Schema bezieht. Außerdem wird damit angegeben, welche Beziehungen zwischen diesen Merkmalen bestehen.
  • Schematheorie
    Nach der Schematheorie von Schmidt (1975) besteht die Programmierung einer Handlung in der Reaktivierung eines Schemas (d.h. eines generalisierten motorischen Programms) und dessen anschließender Parametrisierung. In dem Schema sind dabei die invarianten, häufig wiederkehrenden Merkmale der betreffenden Handlung enthalten, während sich die offenen Parameter auf variable, situationsbedingte Merkmale beziehen.
  • Von J. Young in der Tradition kognitiver Verfahren entwickelte Therapieform, die Elemente der Bindungstheorie, der Gestalttherapie, der Objektbeziehungstherapie, der konstruktivistischen Psychotherapie sowie psychodynamischer Ansätze und kognitive-behaviorale Modelle und Interventionen integriert. Fokussiert auf Zusammenhang zwischen dysfunktionalem Verhalten/Erleben und biographischen Erfahrungen. Der Behandlungsfokus liegt auf der Bearbeitung von Schemata, maladaptiven Bewältigungsstilen und sog. Schemamodi.
  • Eigenschaft einer Verteilung, wenn diese auf einer Seite steiler ansteigt als auf der anderen, also asymmetrisch ist
  • Schielamblyopie
    Kortikal bedingte Sehschwäche, die oft bei Schielern auftritt und mit herabgesetzter Sehschärfe und Störungen der Gestaltwahrnehmung einhergeht.
  • Im Rahmen von Peer-Beziehungen eine Bezeichnung für Kinder, die das Ziel von Aggression und Erniedrigung sind.
  • schizoide Persönlichkeitsstörung
    Distanziertheit in sozialen Beziehungen und eingeschränkter emotionaler Ausdruck
  • Schizophrenie
    Gruppe schwerer Störungen, die durch desorganisiertes und wahnhaftes Denken, gestörte Wahrnehmungen und unangemessene Emotionen und Handlungen gekennzeichnet sind.
  • Schlaf
    periodischer, natürlicher, reversibler Bewusstseinsverlust – im Gegensatz zu Bewusstseinsverlusten, die durch Koma, Narkose oder Winterschlaf hervorgerufen werden (nach Dement 1978).
  • Schlafapnoe
    Schlafbezogene Atmungsstörung, die durch Atemstillstände während des Schlafens gekennzeichnet ist.
  • Schlafapnoesyndrom
    Schlafstörung, die durch ein gelegentliches Aussetzen der Atmung während des Schlafes und das anschließende kurze Erwachen gekennzeichnet ist.
  • Schlafbehindernde Kognitionen
    Faktor für die Aufrechterhaltung der nichtorganischen Insomnie gemäß des psychophysiologischen Modells der primären Insomnie: Entwicklung dysfunktionaler, schlafbehindernder Kognitionen im Verlauf von Schlafproblemen. Erhöhte Selbstbeobachtung, Sorgen und Antizipation unangenehmer Folgen erhöhen Anspannungsniveau und erschweren Einschlafen.
  • Beinhaltet immer basale körperliche Anamnese und Diagnostik: Erhebung von Routinelaborparametern und Erfragung körperlicher Erkrankungen, Medikamente, Alkohol, Nikotin und Drogengebrauch; zudem Abklärung des Vorliegens psychischer Störungen mit einem diagnostischen Interview.
  • Allgemeine Regeln, die auf individuellen Informationen aus Schlafprotokoll basieren und mit Patient gemeinsam umgesetzt werden (z. B. keine koffeinhaltigen Getränke mehr nach dem Mittagessen, abends keine schweren Mahlzeiten, regelmäßige körperliche Aktivität, Einführung von persönlichem Einschlafritual, usw.)
  • Schlafspindel
    Sinusförmige Oszillationen (8 -15 Hz) während aller Schlafstadien; sie überlagern die spontane EEG-Aktivität und zeigen Hemmung des sensomotorischen Systems an
  • Wörtlich Schlaflosigkeit. Bezieht sich auf Probleme beim Ein- und Durchschlafen sowie auf nichterholsamen Schlaf. Kann das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Betroffene leiden unter Tagesmüdigkeit, Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen und körperlichen Beschwerden. Schlafstörungen können komorbid mit körperlichen und psychischen Krankheiten oder als eigenes Störungsbild auftreten.
  • Schlaganfall
    In der Regel Mangeldurchblutung eines Gehirnbereichs infolge Verschlusses einer Zerebralarterie mit Zelltod.
  • Schlagvolumen
    Mit Schlagvolumen wird die in einer Herzaktion beförderte Blutmenge bezeichnet. Eine Reihe intra- und extrakardialer Mechanismen bewirkt, dass das Schlagvolumen relativ konstant bleibt.
  • Produktionsorganisation, bei der alle überflüssigen Arbeitsvorgänge in der Produktion weggelassen werden, um Verschwendung zu beseitigen und Schwankungen zu minimieren. Benchmark für Schlanke Produktion ist das Toyota-Produktionssystem.
  • Managementphilosophie, die eine Weiterentwicklung des Ansatzes der schlanken Produktion darstellt und auf alle Bereiche des Unternehmens bezogen wird.
  • Schlechte Nachricht
    Schlechte Nachrichten sind Informationen, die bei den Empfängern zu Verlustwahrnehmungen führen und kognitive, emotionale oder verhaltensbezogene Verluste bewirken.
  • Schleichwerbung
    Eine Form der getarnten Werbung mit dem Ziel, Werbebotschaften zu vermitteln, deren werblicher Charakter vom Zuschauer oder Leser entweder nicht auf Anhieb oder überhaupt nicht als solche zu erkennen ist.
  • Schlüsselqualifikationen
    Allgemeine Kompetenzen, die als zentral für den beruflichen Erfolg betrachtet werden. Dazu zählen Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz.
  • Bedeutet, dass aus gegebenen Informationen neues Wissen abgeleitet wird. Dieses kann induktiv (vom Besonderen auf das Allgemeine) oder deduktiv (vom Allgemeinen auf das Besondere) erfolgen.
  • Schmerz wird definiert als unangenehme sensorische oder emotionale Erfahrung, die mit einer aktuellen oder potenziellen Gewebeschädigung verbunden ist.
  • Schmerzdiagnostik, multiaxiale
    Eine auf einer mehrdimensionalen Taxonomie des Schmerzes basierende Diagnostik, die somatische, psychologische, verhaltensbezogene und psychophysiologische Variablen gleichermaßen berücksichtigt.
  • Schmerzextinktion
    Löschung von Schmerzempfinden im Sinne des Verlernens von operanten oder respondenten Lernmechanismen (s. Lernen).
  • Schmerzgedächtnis, somatosensorisches
    Zentralnervöse Veränderungen, u. a. im primären somatosensorischen Kortex, die durch lang anhaltende und/oder intensive Schmerzzustände entstehen.
  • Schmerzhemmung, deszendierende
    Hemmung der spinalen Weiterleitung von nozizeptiven Reizen durch absteigende Nervenbahnen von bestimmten Zentren des Hirnstammes wie dem periaquaeduktalen Grau, den Raphé-Kernen und dem Locus coeruleus.
  • Schmerzpersönlichkeit
    Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschaften einer Person, die dazu geeignet sind, diese Person für chronische Schmerzen anfällig zu machen.
  • Der Schmerzsinn umfasst alle freien Nervenendungen in allen Körperregionen.
  • Schmerzverhalten
    Der beobachtbare Schmerzausdruck wie z. B. Humpeln, Stöhnen.
  • Schmerzverstärkung
    Verschiedene physiologische und psychologische Prozesse, die dazu geeignet sind, Schmerz zu verstärken.
  • Schnappschussnavigation
    Aufbauend auf 1932 durchgeführte Arbeiten von Tinbergen über das Ortsgedächtnis von Grabwespen entwickelten Cartwright und Collett (1982) ein quantitatives Modell für das visuell kontrollierte Auffinden von bekannten Orten bei Honigbienen. Dieses Modell beruht auf dem Vergleich eines bei einem früheren Besuch des Zielortes gespeicherten Bildes („Schnappschuss“) und dem aktuell sichtbaren Bild und liefert Ortserkennung und Anfahrtsrichtung. Indem hier Orte durch die an diesen Orten wahrnehmbaren Bilder ersetzt (oder richtiger repräsentiert) werden, wird ein nicht auf Koordinatensysteme angewiesenes Konzept des Ortsgedächtnisses möglich, das auch für die menschliche Raumkognition von großer Bedeutung ist.
  • Schnecke
    siehe: Kochlea
  • Die Stichprobenziehung nach dem Schneeballverfahren („snowball sampling“, „chain sampling“, „chain-referral sampling“, „referral sampling“) ist geeignet für Populationen, die für die Forschenden schwer erreichbar, deren Mitglieder untereinander jedoch gut vernetzt sind. Hierbei werden einzelne Mitglieder aus der Population gebeten, über ihre persönlichen sozialen Netzwerke weitere Untersuchungspersonen zu rekrutieren. Die Schneeballstichprobe („snowball sample“) kann als nicht-probabilistische Stichprobe keine Repräsentativität beanspruchen.
  • Das Schneeballverfahren ist ein Verfahren der Fallauswahl, bei dem zunächst ein Mitglied der interessierenden Gruppe kontaktiert und nach weiteren Personen aus derselben Gruppe gefragt wird; diese werden ihrerseits ebenfalls nach weiteren Personen gefragt, bis eine hinreichende Stichprobengröße erreicht ist. Das Verfahren ist besonders gut zur Fallauswahl bei schwer erreichbaren Populationen geeignet.
  • Schnelle Bedeutungsbildung durch Mapping
    Der Prozess, bei dem ein neues Wort nur dadurch schnell gelernt wird, dass das Kind hört, wie ein bekanntes und ein unbekanntes Wort kontrastiv gebraucht werden.
  • Reelle oder eingebildete körperliche Krankheitssymptome lösen beim Betroffenen schonende Verhaltensweisen aus, welche in ihrer Ausprägung deutlich über dem »normalen« Niveau liegen.
  • Schreckreflex
    Der Schreckreflex ist eine unwillkürliche Reaktion auf plötzliche, intensive Reize (z.B. laute Geräusche oder Lichtblitze). Er tritt mit einer zeitlichen Verzögerung von 30–50 ms (Latenzzeit) ein und manifestiert sich mit einer Lidschlussreaktion sowie einer Anspannung des Nackens und der Rückenmuskulatur. Da der Lidschluss (Blinzeln) die zuverlässigste motorische Komponente des Schreckreflexes ist, wird seine Ausprägung zur Bestimmung der Schreckreaktionsintensität herangezogen.
  • Schreckreflex (Startle Reflex)
    Protektive Reflexantwort der Muskulatur auf unerwartete Reize. Bei bestehender Furcht wird der Reflex verstärkt, bei positiver Grundstimmung gehemmt.
  • Babys, die häufig und langanhaltend ohne ersichtlichen Grund unmäßig und untröstlich schreien. Manchmal schreien Babys auch aufgrund von Koliken; dann nimmt das Schreien meist ab dem dritten Lebensmonat wieder ab.
  • Kann ausgelöst werden, indem man den Säugling leicht nach vorn gebeugt hält und die Füße eine Fläche berühren lässt. Der Säugling zeigt daraufhin Schreitbewegungen, die an Laufen erinnern.
  • Hier werden die Teilnehmenden aufgefordert, Fragen in ihren eigenen Worten schriftlich zu beantworten.
  • Korrektur, die erforderlich wird, wenn ein bestimmter Kennwert den wahren Wert in der Population überschätzt (z.B. bei der multiplen Korrelation)
  • Schüchternheit
    Gehemmtheit in sozialen Situationen
  • Schüchternheit
    Kann als Konflikt von hoher Hoffnung auf Anschluss bei gleichzeitig hoher Furcht vor Zurückweisung verstanden werden.
  • Schuleingangstests
    Sie sind auch als Schulreifetests bekannt und haben die Aufgabe, zu prüfen, ob ein schulpflichtiges Kind den Anforderungen der Schule gewachsen ist.
  • Schulentwicklung
    Systemischer und systematischer Prozess, in dem alle Beteiligten für die Schule vor Ort gemeinsam Ziele aufstellen und versuchen, sie umzusetzen und zu evaluieren mit dem Ziel, die Qualität der Schule zu verbessern. Schulentwicklung ist kein eng umrissenes Projekt, sondern ein zielgerichteter Veränderungsprozess. Schulentwicklung realisiert sich in den Aufgabenbereichen Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung.
  • Schulleistungstest
    Schulleistungstests wurden konstruiert, um schulische Leistungen unter standardisierten Bedingen zu erfassen und sie anhand von überregionalen Normen zu beurteilen.
  • Schulpsychologische Dienste
    Sollen die Arbeit von Bildungseinrichtungen durch psychologische Theorien, Erkenntnisse und Methoden in ihrem Entwicklungs-, Veränderungs- und Anpassungsprozess unterstützen. Schulpsychologische Beratung kann sich an Einzelpersonen (Schüler, Lehrer, Eltern), Gruppen (Klassen, Lehrergruppen, Elterngruppen) sowie die ganze Schule oder Schulnetzwerke richten.
  • Schulreifetests
    Siehe Schuleingangstests
  • Schultests
    Schultests unterscheiden sich nicht grundsätzlich von Entwicklungstests, sondern vor allem hinsichtlich der Spezifität ihrer Anforderungen. Während Entwicklungstests eher allgemeine Fähigkeiten erfassen, dienen Schultests dazu, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erfassen, die eine Voraussetzung für das Erbringen schulischer Leistungen darstellen, oder sie erfassen direkt schulische Leistungen.
  • Schutzfaktor (protektiver Faktor)
    Distaler oder proximaler, äußerer oder innerer Faktor, der das Auftreten einer Erkrankung oder Störung bei gegebener Risikokonstellationen verhindern, z. B. soziale Unterstützung.
  • schwache Einstellung
    Einstellung mit langer Reaktionszeit in Einstellungsmessung
  • Schwangerschaft
    Die Zeitspanne zwischen der Befruchtung der Eizelle durch das Spermium und der Geburt des Kindes.
  • Die gesetzliche Pflicht zur Verschwiegenheit über patientenbezogene Daten.
  • Psychotherapeuten müssen sich zum Schutz des Patienten und aus strafrechtlichen Gründen an Schweigepflicht halten. Regelung der Schweigepflicht in der Berufsordnung und im Strafgesetzbuch (StGB § 203). Konsequenz bei Bruch von Schweigepflicht: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe. Nur unter besonderen Umständen möglich (§ 139 StGB): Notwendigkeit des Bruchs zur Verhinderung einer künftigen, schweren Straftat (Mord, terroristische Angriffe) oder im Rahmen von gerechtfertigtem Notstand (§ 34 StGB) im Sinne eines letzten Mittels, um eine drohende Gefahr von sich und anderen abzuwenden.
  • Schweigepflicht
    Gesetzliche Regelung (§ 203 StGB), die den Schutz von Privatgeheimnissen regelt
  • Schweigespirale
    Nach der Theorie der Schweigespirale von Noelle-Neurmann (2001) verstummen Vertreter der tatsächlichen Mehrheitsmeinung, wenn sie mit Meinungen konfrontiert werden, die sie irrtümlich für die Mehrheitsmeinung halten.
  • Schwelle, absolute
    Bei Überschreitung einer bestimmten Reizintensität wird eine Reaktion ausgelöst; kleinste Reizstärke, die eine neuronale Impulsfrequenzänderung bedingt
  • Schwellenwert
    Grad an Stimulation, der benötigt wird, um einen neuronalen Impuls auszulösen.
  • Im Rahmen kriteriumsorientierter Testwertinterpretation jener Testwert, ab dem das Kriterium als zutreffend angenommen wird. Kann z.B. mittels ROC-Analyse empirisch bestimmt werden.
  • ist der Prozentsatz aller untersuchten Personen, die das Item gelöst bzw. positiv beantwortet haben. Obwohl der Begriff einen engen Bezug zu Leistungstests aufweist, kann er doch auch auf Persönlichkeitstests angewendet werden – obgleich er in diesem Fall nicht mit dem Alltagsverständnis von Schwierigkeit übereinstimmt. Bei der Testkonstruktion wird oft eine breitere Streuung der Schwierigkeiten angestrebt, damit der Testwert über das gesamte Spektrum zwischen Personen mit verschiedenen Merkmalsausprägungen differenziert.
  • Schwierigkeitsparameter (IRT)
    σi ist ein Itemparameter, der durch jene Merkmalsausprägung ξ definiert ist, bei der die Lösungswahrscheinlichkeit des Items 50% beträgt.
  • Wenn man einen Säugling horizontal ins Wasser hält, zeigt er Bewegungen, die an Schwimmbewegungen erinnern.
  • Scopolamin
    Alkaloid mit parasympathikolytischer Wirkung, das in Nachtschattengewächsen vorkommt
  • Identifikation der bedeutsamen Faktoren in der Faktorenanalyse anhand des Eigenwertediagramms
  • Screeningtests bezeichnen zeit- und kostengünstige Vortests zur ersten Identifizierung von Personen mit klinisch relevanten Merkmalen oder solchen, die potenziell gefährdet sind (engl.« to screen« = sieben).
  • Screening des Entwicklungsstandes bei Einschulungsuntersuchungen (S-ENS)
    Das S-ENS von Döpfner et al. (2005) soll Hinweise auf mögliche Entwicklungsdefizite in folgenden Bereichen liefern: Körperkoordination, Visuomotorik, Visuelle Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, Sprachkompetenz und auditive Informationsverarbeitung und Artikulation.
  • Screeningtest
    Suchtest, Früherkennungstest: Test zur frühen Identifizierung eines klinisch noch symptomlosen Krankheitsstadiums.
  • Lassen sich nutzen, um einen raschen Überblick zum Entwicklungstand eines Kindes zu erhalten. Bei Auffälligkeiten ist das Testergebnis durch den Einsatz weiterer Tests zu objektivieren und zu differenzieren.
  • SDT
    siehe: Signaldetektionstheorie
  • Second messenger
    Sekundärer Botenstoff, der Teil einer intrazellulären Signalkette ist; typische Vertreter Ca2+-Ionen und cAMP
  • "Psychopharmaka, die ähnlich wie Anxiolytika beruhigen und Angst, reduzieren; mindern dabei oft, zumindest initial, die psychische Aktivität und Leistungsfähigkeit."
  • Sedimentationshypothese
    Annahme, dass alle wichtigen Persönlichkeitseigenschaften umgangssprachlich durch Eigenschaftsworte repräsentiert sind
  • Segmentierung
    Perzeptive Unterteilung einer Szene in Bereiche, die eigenständige Bedeutung besitzen oder unterschiedlichen Objekten entsprechen.
  • Segmentierung (segmentation)
    Aktiver Prozess der Sprachverarbeitung, der den konstanten Sprachstrom in einzelne Wörter unterteilt.
  • Segregations- bzw. Segmentierungshypothese
    Annahme, dass die unterschiedlichen Lebensbereiche einer Person keine Beziehung zueinander haben und die Aktivitäten eines Bereichs für einen anderen Bereich nicht relevant sind. (Stichwort: Work-Life-Balance)
  • Segregationsanalyse
    Methode der genetischen Analyse. Untersucht, ob ein beobachtetes Auftretensmuster von Phänotypen in Familien mit einer bestimmten Vererbungstheorie vereinbar ist.
  • Die Sehbahn ist der neuronale Übertragungsweg der Information aus der Retina zum primären visuellen Kortex.
  • Sehgrube
    siehe: Fovea
  • Sehnenorgan
    Am Übergang von Skelettmuskelfasern in ihre Sehnen »in Serie« liegender Mechanorezeptor, der die Muskelspannung registriert
  • Sehnerv
    Nerv, über den die Nervenimpulse vom Auge ins Gehirn gelangen.
  • Sehnervpapille
    Weißlicher Fleck auf der Netzhaut ohne Rezeptoren, daher auch blinder Fleck genannt, an dem die Sehnervenfasern die Netzhaut verlassen
  • Das Auflösungsvermögen beim Sehen von Testobjekten unterschiedlicher Größe in einer bestimmten Entfernung.
  • Der Sehwinkel ist der Winkel, unter dem ein Beobachter zwei Punkte sieht. Er verändert sich mit der Entfernung des Beobachters von den Punkten.
  • Bei der Sekundärstudie bzw. Sekundäranalyse („secondary analysis“) werden vorhandene Datensätze neu ausgewertet. Voraussetzung dafür ist die Beschaffung der Originaldatensätze.
  • Sekundäre (generalisierte)
    Verstärker (generalized reinforcers) Ursprünglich neutraler Stimulus, der mit einem biologisch bedeutsamen primären Verstärker assoziiert wird und dadurch selbst als Verstärker wirken kann.
  • Sekundäre Emotion (secondary emotions)
    Komplexe Emotion, die aus vermischten Aktivierungen von zwei oder mehreren primären Emotionen hervorgeht.
  • Sekundäre Geschlechtsmerkmale
    nicht zur Fortpflanzung erforderliche Merkmale wie weibliche Brüste und Hüften sowie männliche Stimme und Körperbehaarung.
  • Sekundäre sexuelle Funktionsstörungen
    Erworbene sexuelle Funktionsstörung als Folge anderer Probleme, z. B. sekundär zu körperlichen und psychischen Erkrankungen oder bei Medikamenteneinnahme.
  • Können nach der Lerntheorie als Ersatz für primäre Verstärker deren Funktion einnehmen. Ein Beispiel ist der Erhalt von Geld als Verstärkung, mit dem man sich dann primäre (unmittelbare) Verstärker (z. B. Süßigkeiten) kaufen kann.
  • Sekundäres Kontrollstreben
    Bestreben, durch die Veränderung der eigenen Innenwelt (Zielauswahl, Interpretationen) entweder das eigene Zielengagement durch volitionale Selbstverpflichtung oder die eigene Zieldistanzierung durch Abwertung und selbstprotektive Interpretationen zu unterstützen.
  • Sekundärprävention hat die Eindämmung oder Früherkennung von Erkrankungen bzw. negativen Folgeerscheinungen zum Ziel. Dies ist z. B. der Fall, wenn ein Mitarbeiter mit Rückenbeschwerden an einer Rückenschulung teilnimmt, um weitere bzw. größere Schädigungen abzuwenden.
  • Interventionen, die bei Risikogruppen angewendet werden. Anwendung von Screeningverfahren, um Erkrankungen in diesem Studium möglichst früh erkennen zu können. Im Falle auffälliger Werte erfolgt Durchführung von Frühinterventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Erkrankung oder zur Beeinflussung der Schwere derselben.
  • Ein Konzeptsystem, das aus den Gedanken und Einstellungen über sich selbst besteht.
  • Selbst
    Das Selbst ist ein dynamisches System, das einerseits auf die jeweilige Person bezogene Überzeugungs- und Erinnerungsinhalte in hochstrukturierter Form und andererseits die mit diesen Inhalten und Strukturen operierenden Prozesse und Mechanismen umfasst (Hervorhebungen v. Verf.) (Greve 2000, S. 17).
  • eigene Person
  • Bezeichnet ein Netzwerk, das aus vielen persönlichen Erfahrungen ein Gesamtbild eigener Bedürfnisse, Fähigkeiten, Werte und sozial verträglicher Umsetzungsformen entwickelt, das bei persönlichen Entscheidungen ermöglicht, die Handlungsoption zu wählen, die allen in dieses Gesamtbild integrierten Randbedingungen gleichzeitig berücksichtigt.
  • Emotionen wie Schuld, Scham, Verlegenheit und Stolz, die auf die Wahrnehmung unseres Selbst bezogen sind und das Bewusstsein darüber einschließen, wie andere auf uns reagieren.
  • Selbst-Bewusstsein (self-consciousness)
    Wissen und Gedanken über sich selbst. Vergleichbar mit dem psychologischen Konstrukt des Selbstkonzepts. Bestandteil des Selbst-Bewusstseins ist die Repräsentation eines situationsunabhängig stabilen Ich.
  • Selbstaffirmationstheorie
    Sozialpsychologische Theorie, die u.a. postuliert, dass erlebte Dissonanz aus dem Streben nach einem positiven Selbstbild resultiert. Typische Dissonanzreduktionsprozesse bleiben nämlich aus, wenn eine Bekräftigung der eigenen Selbstintegrität möglich ist.
  • Selbstaktualisierungstendenz
    Von Carl Rogers geprägter Begriff: Bezieht sich auf die jedem Menschen zugeschriebene Tendenz, sich selbst zu entfalten und seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen.
  • Selbstaufmerksamkeit
    Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf die eigene Person bzw. interozeptive Reize, die eine intensivere Wahrnehmung von Ist-Soll-Diskrepanzen bewirkt.
  • Selbstaufmerksamkeit
    Ein psychologischer Zustand, in dem sich die eigene Aufmerksamkeit auf das Selbst richtet.
  • Selbstaufmerksamkeit
    Aufmerksamkeitszuwendung zur eigenen Person oder zum Eindruck anderer über einen selbst
  • Selbstaufwertungsmotiv
    Die Motivation, die Positivität unserer Selbstkonzeptionen zu erhöhen, geht oft über das hinaus, was objektiv gerechtfertigt ist. Dies wird mithilfe einer Vielfalt unterschiedlicher Strategien erreicht (z. B. selbstwertdienliche Attributionen, sich sonnen im Glanz anderer, positive Selbstdarstellungen).
  • Selbstausformung (autoshaping)
    Das experimentelle Phänomen, dass Tiere spontan artspezifische Reaktionen auf Reize ausführen, die Verstärkern vorausgehen.
  • Bei der Selbstbeobachtung sind Beobachter/in und beobachtete Person identisch.
  • Selbstbeobachtung
    Beobachtung des eigenen Verhaltens und Erlebens
  • Selbstbestätigungsmotiv
    Die Motivation, feste Überzeugungen über sich selbst zu bestätigen. Sie entsteht aus einem Wunsch nach stabilen und kohärenten Auffassungen über die eigene Person.
  • Menschenbild eines Menschen, der nach Selbstverwirklichung strebt.
  • Selbstbestimmung (self-determination)
    Ausmaß, in dem die Verfolgung eines Zieles als frei gewählt (vs. von anderen Personen vorgegeben) erlebt wird.
  • Selbstbestimmungstheorie
    Die von Deci und Ryan (1985, 2000) stammende Selbstbestimmungstheorie ist eine aus mehreren Teiltheorien bestehende zentrale Theorie intrinsischer Motivation. Ein grundlegender Gedanke ist, dass die Erfüllung der menschlichen Basisbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit die vorhandene menschliche Neigung, intrinsisch motiviert handeln zu wollen, hervorruft.
  • Sind dadurch charakterisiert, dass sie ein Bewusstsein voraussetzen, als Person von anderen Personen getrennt zu sein und von diesen beobachtet und bewertet werden zu können. Beispiele hierfür sind Emotionen wie Scham, Schuld, Stolz oder Verlegenheit.
  • Selbstbewusstheit
    Disposition zur Selbstaufmerksamkeit
  • selbstbezogene Emotionen
    Selbstbezogene Emotionen entstehen, wenn ein Individuum sich bewusst wird, dass es selbst Gegenstand einer Bewertung ist. Sei es eine Bewertung durch andere oder eine Selbstbewertung. Die Bewertung bezieht sich auf das Erreichen oder die Verfehlung von Regeln, Standards oder Zielen. Beispiele für solche Emotionen sind Schuld, Scham, Verlegenheit und Stolz. Sie können erst ab einem Alter entstehen, in dem Kinder ein Konzept von sich selbst haben und gewisse Werte und Normen kennen.
  • Selbstdarstellung
    Verschiedene Strategien, die wir verfolgen, um zu beeinflussen, was andere von uns denken.
  • Selbstdarstellung
    Versuch, den Eindruck anderer über einen selbst durch eigenes Verhalten zu beeinflussen
  • Selbstdeterminationstheorie
    Eine Motivationstheorie, die erklärt, welche Gründe Menschen für Selbstregulation haben: Wenn Selbstregulation durch externen Druck motiviert ist, ist sie anstrengend. Wenn man sich jedoch frei für die Selbstregulation entscheidet, ist sie viel ergiebiger, ohne erschöpfend zu sein.
  • Selbsteinschätzungsmotiv
    Danach streben, ein genaues und objektives Verständnis des Selbst zu erlangen.
  • Selbstenthüllung
    Verbale Preisgabe von Informationen über sich selbst gegenüber einer anderen Person.
  • Selbsterfahrung im Zuge von Ausbildung dient dem Sichkennenlernen und Positivverändern im Hinblick auf professionelle Rolle als Psychotherapeut. Soll angehenden Therapeuten bei Trennung eigener Verhaltens- und Denkmuster in der Therapie von Problemstellung des Patienten helfen. Zweck ist Professionalisierung und nicht Selbstverwirklichung.
  • Selbsterfüllende Prophezeihung
    Der Begriff bezeichnet die Auswirkung von Einstellungen, Zuschreibungen und Vorurteilen auf das Verhalten. Die Vorhersage einer bestimmten Eigenschaft bewirkt ein der Vorhersage entsprechendes Verhalten bei der betroffenen Person.
  • Selbsterklärungen
    Erklärungen, die zum einen von einem Lernenden selbst generiert werden und die er zum anderen auch primär an sich selbst richtet. Sie enthalten Information, die nicht direkt im Lernmaterial enthalten ist. Typisch dafür wäre ein Lernender, der sich den Sinn eines Lösungsschritts (z. B. in Hinblick auf das Zwischenziel, das damit erreicht wird) bewusst macht oder von den Spezifika einer Problemstellung die strukturellen Merkmale abstrahiert, die für die Wahl des korrekten Lösungswegs von Bedeutung sind.
  • Selbsterschöpfung
    Eine zeitweilige Verringerung der eigenen selbstregulatorischen Fähigkeiten aufgrund beschränkter Energieressourcen nach anhaltenden Bemühungen um Selbstkontrolle.
  • Selbsthilfeintervention (internetbasierte Interventionen)
    Interventionsansatz, bei dem der Betroffene ohne therapeutische Unterstützung selbstständig durch evidenzbasierte Methoden die Bewältigung der eigenen Beschwerden in die Hand nimmt.
  • Offene oder verdeckte Selbstanweisung, die der Veränderung von Gedanken, Gefühlen oder Verhaltensweisen in Problemsituationen dient.
  • Selbstkategorisierungstheorie
    Erklärt, wie der Prozess der Kategorisierung der eigenen Person als Gruppenmitglied die soziale Identität beeinflusst und zu verschiedenen Formen des Gruppenverhaltens (z. B. Gruppenpolarisierung, Mehrheitseinfluss bzw. Minderheitseinfluss) und des Intergruppenverhaltens (z. B. Diskriminierung) führt.
  • Selbstkategorisierungstheorie
    Sozialpsychologische Theorie, die Aussagen über die zugrunde liegenden psychologischen Prozesse bei der Bildung und Wahrnehmung von Gruppen trifft. Zentral ist hierbei die Selbsteinschätzung im Vergleich zu anderen, die auf personaler oder sozialer Ebene (personale vs. soziale Identität) möglich ist.
  • Bezieht sich darauf, wie Individuen mit sich bei der Arbeit umgehen, z. B. zählen die Bereitschaft zur Selbstentwicklung, Selbstreflexion, Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit zur Selbstkompetenz.
  • Fähigkeit zur emotionalen und motivationalen Steuerung des eigenen beruflichen Handelns.
  • Selbstkonkordanz
    Als Selbstkonkordanz wird ein Merkmal der Zielintention bezeichnet, „in dem zum Ausdruck kommt, wie stark diese Zielintention mit den sonstigen persönlichen Interessen und Werten der Person übereinstimmt“ (Seelig und Fuchs 2006, S. 121).
  • Die Fähigkeit, Handlungen kontrolliert zu steuern, Regeln einzuhalten und impulsive Reaktionen zu vermeiden.
  • Selbstkontrolle
    die Fähigkeit, die eigenen Impulse zu kontrollieren und Belohnung aufzuschieben. Diese werden zugunsten langfristiger, aber wertvollerer Belohnungen kontrolliert.
  • Selbstkontrolle
    "Fähigkeit, ein Ziel auch gegen konkurrierende (u. U. attraktivere) Handlungsoptionen (""Versuchungsquellen"") und Distraktoren durchzusetzen (vergleichbar mit einer Art ""inneren Diktatur"")."
  • Selbstkontrolle (self-control)
    Die Fähigkeit, kurzfristigen Versuchungen zu widerstehen, Belohnungen aufzuschieben und impulsive Reaktionen zu unterdrücken, um das eigene Verhalten in Einklang mit langfristigen persönlichen Zielen, sozialen Normen oder moralischen Werten zu bringen.
  • Kognitive Struktur, welche das selbstbezogene Wissen einer Person beinhaltet. Es stellt also die kognitive Komponente des Selbst dar.
  • Selbstkonzept
    Die kognitive Repräsentation unserer Selbstkenntnis, die aus der Gesamtsumme aller Überzeugungen besteht, die wir über uns selbst haben. Sie gibt unserer eigenen Erfahrung – und dazu gehören auch die Beziehungen zu anderen Menschen – Kohärenz und Bedeutung.
  • Selbstkonzept
    Gefühl für die eigene Identität und den eigenen Wert. alle Gedanken und Gefühle, die bei der Beantwortung der Frage »Wer bin ich?« aufkommen.
  • Selbstkonzept
    Einschätzung der eigenen Person; in der Pädagogischen Psychologie häufig als schulisches oder fachspezifisches Selbstkonzept untersucht.
  • Selbstkonzept
    Bild von der eigenen Person
  • Selbstkonzept (Selbstbild)
    Gesamtheit der Auffassungen, Emotionen und Überzeugungen bezüglich der eigenen Person.
  • Selbstmanagementtraining
    Durch Selbstmanagementtrainings soll die zielgerichtete Beeinflussung des eigenen Verhaltens gefördert werden. Dazu werden kognitiv-behaviorale Techniken wie Verhaltensbeobachtung, Zielvereinbarung, Selbstverstärkung, Selbstbestrafung, Stimuluskontrolle und Rückfallprävention vermittelt.
  • Selbstoffenbarung
    anderen Menschen intime Aspekte von sich selbst mitteilen.
  • Selbstreferenzeffekt
    Die Tendenz, selbstbezogene Informationen besser als andere Informationen zu verarbeiten und zu erinnern.
  • Selbstregulation
    Im Kontext der Verhaltensmedizin das Prinzip der durch selbst initiierte Lernprozesse bewirkten Steuerung körperlicher Funktionssysteme.
  • Selbstregulation
    Der Prozess, bei dem das eigene Verhalten kontrolliert und gelenkt wird, um erwünschte Gedanken, Gefühle und Ziele zu erreichen.
  • Selbstregulation
    "Fähigkeit, ein Ziel mit der Gesamtheit aller relevanten Lebenserfahrungen, Bedürfnisse (eigene und fremde), Fähigkeiten, Werte (eigene und fremde) und kontextangemessenen Handlungsmöglichkeiten abzustimmen (d. h. mit dem ""Selbst"") und alle zur Umsetzung des Ziels notwendigen emotionalen Ressourcen zu mobilisieren, wenn das Ziel .als ""selbstkompatibel"" beurteilt werden kann."
  • Selbstschemata
    Mentale Strukturen, die uns dabei helfen, die Verarbeitung selbstbezogener Informationen zu organisieren und anzuleiten.
  • Der aktive Prozess in der kognitiven Entwicklung, durch den Kinder sich an Überzeugungen und Erwartungen im Hinblick orientieren, wenn sie die Welt wahrnehmen und darin ihr eigenes Handeln bestimmen.
  • Die Vorstellung, dass Kinder zum Beispiel durch ihre bevorzugten Tätigkeiten oder ihre Auswahl von Freunden eine sehr aktive Rolle bei ihrer eigenen Sozialisation spielen.
  • Selbststereotypisierung
    Prozess, der gemäß der Selbstkategorisierungstheorie bei salienter sozialer Identität sowie dem Zustand der Depersonalisierung auftreten kann. Hierbei nimmt man sich selbst als der Eigengruppe sehr ähnlich wahr und überträgt deren Attribute bzw. Eigenschaften auf sich selbst.
  • Selbststeuerung
    Fähigkeit, das eigene Verhalten zu beobachten, zu bewerten, gezielt zu verstärken und dadurch an eigenen Zielen flexibel auszurichten.
  • Selbststeuerung
    Selbststeuerung ist ein Bündel von Fähigkeiten, die sämtliche mentalen Funktionen so koordinieren, dass das für eine Aufgabe optimale Zusammenspiel aller relevanten Prozesse ermöglicht wird.
  • Selbstüberschätzung
    Überschätzung sozial erwünschter und Unterschätzung sozial unerwünschter eigener Eigenschaften
  • Selbstüberwachung
    Ein Persönlichkeitsmerkmal; es beschreibt individuelle Unterschiede im Hinblick darauf, wie sehr das Verhalten von Menschen über soziale Situationen hinweg variiert (starke Selbstüberwacher) versus wie sehr es konsistent ist (schwache Selbstüberwacher).
  • Selbstüberwachung
    Tendenz, die eigene Selbstdarstellung bewusst zu kontrollieren
  • An sich selbst gerichtete Instruktionen im Sinne eines inneren Sprechens. Von Meichenbaum im Selbstinstruktionstraining systematisch genutzte Methode.
  • Selbstvertrauen
    Mit Selbstvertrauen wird die Erwartung bezeichnet, eine gewünschte Handlung auch erfolgreich ausführen zu können (Weinberg und Gould 2007). Sportbezogenes Selbstvertrauen ist nach Vealey (1986) die Überzeugung oder der Grad der Sicherheit, die Fähigkeit aufzuweisen, im Sport erfolgreich zu sein.
  • Selbstverwirklichung
    nach Maslow das höchste psychologische Bedürfnis, das auftritt, wenn alle physischen und psychischen Grundbedürfnisse erfüllt sind und Selbstwertgefühl erlangt wurde. Selbstverwirklichung ist die Motivation, das eigene Potenzial zu verwirklichen.
  • Selbstwahrnehmungstheorie
    Eine Theorie, der zufolge Individuen ihre inneren Zustände bzw. Einstellungen aus dem eigenen Verhalten erschließen, sofern diese inneren Zustände nicht eindeutig sind.
  • Die Bewertung der eigenen Person oder von Aspekten der eigenen Person und somit die affektive Komponente des Selbst.
  • Selbstwert(gefühl)
    Bewertung der eigenen Person
  • Selbstwertdienliche Attributionsverzerrungen
    Motivierte Attributionsverzerrungen, die dazu dienen, das eigene Selbstwertgefühl zu erhalten oder zu verbessern.
  • Selbstwertdienliche Verzerrung
    Bereitschaft, uns selbst in einem günstigen Licht zu sehen.
  • selbstwertdienliche Verzerrung
    Tendenz, sich selbst oder die Umwelt so wahrzunehmen, dass dies den Selbstwert stärkt
  • Gefühl für den eigenen hohen oder niedrigen Eigenwert.
  • Selbstwertgefühl
    Die Gesamtbewertung, die wir auf einer Positiv-negativ-Dimension in Bezug auf uns selbst vornehmen.
  • Die allgemeine Einschätzung der Wertigkeit des Selbst und die Gefühle, die dadurch erzeugt werden.
  • Selbstwertgefühl
    Gefühl für den hohen oder geringen Wert der eigenen Person.
  • Selbstwertgefühl
    Gesamtheit der affektiven Einstellungen einer Person zu sich selbst.
  • Selbstwertgefühlhypothese
    Die Vorhersage, dass Eigengruppenbegünstigung den Teil des Selbstwertgefühls erhöht, der aus der Zugehörigkeit zu einer Gruppe resultiert.
  • Selbstwertkontingenzen
    Bereiche – sowohl eigene Eigenschaften (z. B. Tugendhaftigkeit) als auch externe Aspekte (z. B. Macht) –, aus denen wir unser Selbstwertgefühl ableiten.
  • Die Selbstwirksamkeit der Gruppe, d. h. das Ausmaß des Glaubens eines Teams, eine bestimmte Aufgabe bewältigen zu können.
  • Selbstwirksamkeit
    Überzeugung zur eigenen Fähigkeit, bestimmte Handlungen ausführen zu können, die zum Erreichen bestimmter Ziele erforderlich sind (dass man z. B. fähig ist, eine Schlankheitskur einzuhalten oder jemandem zu helfen).
  • Selbstwirksamkeit
    Überzeugung, in einer bestimmten Situation die angemessene Leistung erbringen zu können.
  • Selbstwirksamkeit
    subjektive Kompetenzerwartung
  • Selbstwirksamkeit (self-efficacy)
    Subjektive Einschätzung, dass man die Verfolgung und Verwirklichung von Zielen durch das eigene Verhalten beeinflussen kann.
  • Selbstwirksamkeitserwartung
    Persönlichkeitspsychologisches Konstrukt, das sich auf die positive Einschätzung einer Person bezieht, Herausforderungen und Ereignisse in ihrer Umwelt im eigenen Sinn erfolgreich steuern zu können.
  • Selbstwirksamkeitserwartung
    Selbstwirksamkeitserwartung ist „die Überzeugung einer Person, in der Lage zu sein, ein bestimmtes Verhalten mit Hilfe eigener Ressourcen organisieren und ausführen zu können, insbesondere in Situationen, die neue, unvorhersehbare, schwierige oder stressreiche Elemente enthalten“ (Bandura 1997; zit. nach Fuchs 1997, S. 191).
  • Selbstwirksamkeitserwartung
    Das Ausmaß, inwieweit ein Mensch der Überzeugung ist, dass er sein Leben und seine Umwelt lenken und aktiv etwas bewirken kann.
  • Selbstwirksamkeitsüberzeugungen
    geht zurück auf Albert Bandura; Konkrete Erwartung, dass eine Aufgabe oder Herausforderung aus eigener Kraft trotz Hindernissen erfolgreich bewältigt werden kann.
  • Selective Exposure Effect
    Tendenz, selektiv nach denjenigen Informationen zu suchen, die konsistent zu der eigenen Einstellung, Meinung, Entscheidung, etc. sind; im Gegenzug werden inkonsistente Informationen vermieden.
  • Entscheidung, ob einer Person ein Arbeitsplatz angeboten werden soll oder nicht.
  • Selektion
    Prozess, der der Auswahl von Personen oder Bedingungen dient, so dass eine optimale Passung zwischen beiden Elementen entsteht
  • Selektion (selection)
    Zeitpunkt, an dem ein Wort ausgewählt wird und somit der weiteren Verarbeitung zur Verfügung steht.
  • Selektion in der Zeit (temporal selection)
    Prozesse der temporalen Selektion umfassen sowohl passive als auch aktive Effekte. Der passive Mechanismus der Aufmerksamkeitskaperung orientiert die Aufmerksamkeit auf ein neu dargebotenes Objekt, selbst wenn sich ein Merkmal schon im Display vorhandener Objekte gleichzeitig mit dem Beginn der Darbietung des neuen Objekts verändert. Aktive Priorisierung findet sich in der Vorschaubedingung bei Konjunktionssuchen, bei denen alte (schon im Display vorhandene) Items visuell markiert und von der Verarbeitung ausgeschlossen werden, wenn neue Items in einem Suchdisplay auftauchen.
  • "Systematischer Fehler bei der Stichprobenziehung, der zu Verzerrungen der Untersuchungsergebnisse führen kann. Solche Störvariablen können sein: Alter, Geschlecht, Ort der Auswahl von Merkmalsträgern (klin. Einrichtung vs. Allgemeinbevölkerung; Stadt vs. Land)."
  • Selektionskennwert
    Der Selektionskennwert korrigiert die Trennschärfen für die Itemstreuung (die sich aus der Itemschwierigkeit herleitet).
  • Die Selektionsrate ist die Anzahl der Stellen, die im Verhältnis zur Anzahl der Bewerber zu besetzen sind.
  • Die selektive Adaptation bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine Person eine gewisse Zeitdauer einem bestimmten Reiz ausgesetzt wird und danach die Auswirkungen dieser Exposition auf die Wahrnehmung anderer Reize geprüft werden.
  • Der Prozess der intendierten Konzentration auf die Information, die für das aktuelle Ziel am relevantesten ist.
  • Selektive Aufmerksamkeit
    Konzentration des Bewusstseins auf einen bestimmten Stimulus, wie etwa beim Cocktailpartyeffekt.
  • Selektive Aufmerksamkeit
    Gruppe neuronaler Mechanismen, durch die verhaltensrelevante Orte, Objekteigenschaften, Objekte oder Objektkategorien von irrelevanten visuellen Informationen herausgefiltert werden können. Selektive Aufmerksamkeitsprozesse drücken sich im Gehirn durch die Erhöhung neuronaler Antworten auf beachtete Reize, die Unterdrückung neuronaler Antworten auf unbeachtete Reize sowie die Steigerung von Hintergrundaktivität in der Erwartung eines Zielreizes aus.
  • Die Mechanismen, die die Selektion der Teilmenge der auf den Organismus einströmenden sensorischen Reize vermitteln, die höheren Prozessen der Kontrolle von Denken und Handeln zugänglich gemacht werden.
  • Selektive Aufmerksamkeit (selective attention)
    Bezeichnung für alle kognitiven und neuronalen Mechansimen der Auswahl einer definierten, zur effizienten und störungsfreien Handlungssteuerung erforderlichen Informationsmenge aus einer großen Menge visueller, auditiver, taktiler, olfaktorischer etc. Reize.
  • Selektive Partnerwahl
    Partnersuchende halten aktiv nach Partnern Ausschau, die ihnen ähnlich sind; das kann zu einer Verzerrung von Heritabilitätsschätzungen führen
  • selektive Platzierung
    nicht zufällige Zuordnung von Adoptivkindern zu ihren Adoptiveltern, kann zu einer Ähnlichkeit von biologischen und Adoptiveltern führen
  • Maßnahmen, die sich mit ausgesuchten, zumeist hochbelasteten Risikogruppen befassen, bei denen zum Zeitpunkt des Interventionsbeginns noch keine Krankheitssymptome vorliegen.
  • Selektive und geteilte Aufmerksamkeit
    Die Abgrenzung der geteilten von der selektiven Aufmerksamkeit basiert auf bestimmten Eigenschaften der kritischen Reize: Stammen sie aus zwei unterschiedlichen Reizklassen (meist akustisch und visuell), spricht man von geteilter Aufmerksamkeit. Empirisch ist die Unterscheidung zwischen selektiver und geteilter Aufmerksamkeit schwer zu begründen: Die entsprechenden Tests laden meist auf einem Faktor (Schmidt-Atzert et al., 2008). Gemeinsam ist diesen Tests, dass sie das selektive Beachten relevanter Reize verlangen.
  • Selektive Wahrnehmung ist ein psychologisches Phänomen, bei dem nur bestimmte Aspekte der Umwelt wahrgenommen und andere ausgeblendet werden. Dies führt auch dazu, dass sich Stereotype und Vorurteile immer weiter festigen: Wenn man das Vorurteil vom temperamentvollen Italiener hat und tatsächlich einem sehr temperamentvollen Italiener begegnet, so wird man sein Vorurteil als bestätigt ansehen. Alle anderen Italiener werden einem gar nicht in diesem Kontext auffallen.
  • ist der dritte Auswertungsschritt im Rahmen der Gegenstandsbezogenen Theoriebildung. Dabei werden die axialen Kategorien untereinander in Beziehung gesetzt und zu einem Gesamtmodell bzw. einer Theorie integriert. Im Mittelpunkt steht dabei die Basis- bzw. Kernkategorie, um die herum sich die anderen Kategorien gruppieren. Hier findet also die eigentliche Theorienbildung statt.
  • Self images im Modell von David Clark
    Generalisiertes, meist negatives Bild/ Vorstellung des Selbst in der angstauslösenden Situation.
  • Self-Assessment
    "Über das Internet können Persönlichkeitsfragebögen und Leistungstests so dargeboten werden, dass ein Proband sie zu Hause an seinem Computer bearbeitet. Dabei sind zwei Varianten zu unterscheiden: Der Proband bleibt anonym und erhält eine Rückmeldung über seine Ergebnisse. Diese Variante ist unter dem Begriff »Self-Assessment« bekannt. Universitäten und Unternehmen wollen damit einerseits potenzielle Bewerber bei ihrer Studien- oder Berufswahl unterstützen und anderseits geeignete Personen zu einer Bewerbung anregen, während sie hoffen, dass ungeeignete von einer Bewerbung Abstand nehmen. Zu der anderen Variante s. das Stichwort ""Vorselektion"". "
  • self-deception
    Verzerrung bei Selbstbeschreibungen in Richtung eines sozial erwünschten Bildes. Paulhus (1984) hat dieses »Vor-sich-selbst-gut-dastehen-Wollen« Selbsttäuschung (»self-deception«) genannt
  • Self-Enhancement-Ansatz
    Das zentrale Postulat lautet, dass günstige Selbstkonzepte zu einer positiven Leistungsentwicklung beitragen.
  • Stark nach innen gerichtete, d. h. auf internale Prozesse fokussierende Aufmerksamkeit.
  • Self-Handicapping
    Selbstbeeinträchtigendes Verhalten ausführen, um anschließend eine Ausrede für Misserfolg zu haben und im Fall eines Erfolgs besondere Fähigkeit geltend machen zu können.
  • Bezieht sich auf die Bedeutung der Sprache und dementsprechend also auf die Inhalte, die mit einem Wort bzw. einem Satz ausgedrückt werden.
  • Lehre von der Bedeutung von Sprache, d. h. von Wörtern sowie von größeren Einheiten wie etwa ­Sätzen.
  • Semantik
    Die Beziehung zwischen den Zeichen und den Gegenständen (Personen, Dinge, Ereignisse), auf die diese Zeichen verweisen.
  • Semantik (semantics)
    Bedeutung sprachlicher Zeichen.
  • Das Erlernen des Systems, mit dem in einer Sprache Bedeutung ausgedrückt wird, einschließlich des Erlernens von Wörtern.
  • Semantische Paraphasie
    Wortverwechslung, bei der das produzierte Wort eine bedeutungsmäßige Ähnlichkeit zum Zielwort hat oder grob davon abweicht.
  • semantische Relation
    Semantische Relationen charakterisieren den Typ von Beziehungen zwischen Konzepten. So stehen bspw. _Tasse_ und _Henkel_ in einer Ganzes-Teil Relation, _Tasse_ und _Becher_ in einer Nebenordnungsrelations und _Tasse_ und _trinken_ in einer Instrumentrelation zueinander in Beziehung.
  • Verarbeitung von Information auf inhaltlicher Ebene; d.h. nicht basierend auf physikalischen Eigenschaften, sondern aufgrund ihrer Bedeutung.
  • semantisches Differential
    Das semantische Differential besteht aus einer Liste von Adjektivpaaren ganz unterschiedlicher Bedeutung, die zu einer Bewertung nahezu beliebiger Einstellungsgegenstände verwendet werden können. Je nach Einstellungsobjekt ist die Anwendung nur in einem übertragenen oder metaphorischen Sinne möglich. Bewertungen anhand des semantischen Differentials haben stets eine dreifaktorielle Struktur: Bewertung (evaluation), Potenz (potency) und Aktivierung (activity).
  • Das semantische Differenzial („semantic differential“ SD, „semantic differential scale“) ist ein spezieller Typ einer psychometrischen Skala, mit dem vor allem die konnotative Bedeutung von Begriffen oder Objekten mit Hilfemithilfe eines Satzes von 20–30 bipolaren Adjektivpaaren erfasst wird. Das Ergebnis ist ein für das betreffende Urteilsobjekt charakteristischer Profilverlauf. Durch die Adjektivpaare werden verschiedene Dimensionen des Urteilsobjekts erfasst, beim klassischen Semantischen Differenzial sind das die drei Dimensionen Evaluation, Potency und Activity (EPA-Struktur). Es existieren Semantische Differenziale mit unterschiedlichen Sätzen von Adjektivpaaren und unterschiedlicher Anzahl von Dimensionen (typisch sind zwei bis vier Dimensionen). Für die Dimensionen werden Subskalenwerte gebildet.
  • Umfasst das „Weltwissen“ einer Person und ist in semantischen Netzwerken organisiert.
  • semantisches Gedächtnis
    Das semantische Gedächtnis umfasst das Wissen über Fakten und Konzepte, etwa das Wissen, dass Paris die Hauptstadt Frankreichs ist, dass Benzin aus Erdöl hergestellt wird, oder dass reife Tomaten rot sind.
  • ist die Lehre von den Zeichen. Sie eignet sich zur Analyse von verbalen und visuellen Daten.
  • Semiotik
    Lehre von den sprachlichen Zeichen. Es werden verschiedene Dimensionen von Zeichen unterschieden: die semantische Dimension von Zeichen, d.h. die Beziehung zwischen den Zeichen und den Gegenständen (Personen, Dinge, Ereignisse), auf die diese Zeichen verweisen. Die syntaktische Dimension, d.h. die Beziehung der Zeichen untereinander, also die grammatischen Regeln, nach denen Zeichen sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Die pragmatische Dimension umfasst die Beziehung zwischen den Zeichen und ihren Benutzern, d.h. Sender und Empfänger.
  • Intervention, die darin besteht, auf Verhaltensweisen zu fokussieren, die noch weitestgehend befriedigend und unproblematisch erlebt werden können (bevor Erwartungsängste einsetzen). Zudem Vermittlung der Überzeugung, dass sexuelle Erlebnisse bereits in der Vorphase (z. B. Streicheln, Petting) große Bedeutung haben und Sexualität nicht erst mit dem Geschlechtsverkehr beginnt.
  • Sensation Seeking
    Persönlichkeitsmerkmal, das ein Streben nach Abwechslung und neuen Erlebnissen bedingt, um eine ständige Spannung zu erleben.
  • Sensationssuche
    Sensationssuche wird in der Psychologie als ein physiologisch begründetes Persönlichkeitsmerkmal aufgefasst und beschreibt das Suchen nach Abwechslung und neuen Erlebnissen. Nach Zuckerman (1994) enthält das Konzept der Sensationssuche vier Komponenten: Spannung und Abenteuer, Suche nach neuen Erfahrungen, soziale Enthemmung und Vermeidung von Langeweile.
  • Sense of Agency (Sense of Agency, SoA)
    Flüchtiges subjektives Erleben, Urheber einer Handlung zu sein und durch diese eigene Handlung bestimmte Ereignisse in der Welt zu kontrollieren.
  • Sensibilisierung, zentrale
    Erhöhte Empfindlichkeit im Nervensystem bei pathophysiologischen Schmerzzuständen.
  • Sensibilität für die Bedürfnisse des Partners
    Die Wahrnehmung, dass ein Beziehungspartner unsere Bedürfnisse berücksichtigt.
  • Eine Zeitspanne, in der ein sich entwickelnder Organismus besonders anfällig für die Wirkung von äußeren Einflüssen ist; in sensiblen Phasen reagiert der Fötus am empfindlichsten auf die schädigenden Wirkungen von Teratogenen.
  • Sensitivierung
    Sinneswahrnehmungen werden trotz permanenter Darbietung nicht schwächer, sondern eher stärker.
  • Sensitivität
    Prozentsatz von Personen, die in einem Screeningtest als erkrankt identifiziert wurden und bei denen auch tatsächlich die Erkrankung vorliegt, d. h. der Prozentsatz, der korrekterweise als krank identifiziert wurde.
  • Sensitivität ist dadurch charakterisiert, dass eine Bezugsperson die Signale eines Kindes wahrnimmt, richtig interpretiert sowie angemessen und prompt darauf reagiert.
  • Sensitivität
    Wahrscheinlichkeit, mit der ein vorliegender »positiver Zustand« (z. B. geeignet, krank) als solcher erkannt wird.
  • Die Sensitivität ist der Kehrwert der Schwelle.
  • sensomotorische Ansätze
    Sensomotorische Ansätze der Handlungssteuerung sind dem neurophysiologischen Reflexbogen nachgebildet. Beginnend mit Wahrnehmungsprozessen versuchen sie, den Weg von der Einwirkung von Umweltenergie auf sensorische Rezeptoren bis hin zur Muskelaktivierung als aufeinander folgende Stufen der Informationsvearbeitung zu beschreiben (von sensorischer Vorverarbeitung über die Reizidentifikation zur Reaktionsauswahl und der daran anschließenden Reaktionsausführung).
  • Sensomotorische Rhythmen
    Elektrische Aktivität des Gehirns im Alpha-Band über sensomotorischen Arealen. Desynchronisieren bei Bewegungsvorstellung und -ausführung. Können durch Neurofeedback unter willentliche Kontrolle gebracht und zur BCI-Steuerung verwendet werden.
  • In Piagets Theorie die Phase (Geburt bis zwei Jahre), in der Intelligenz über sensorische und motorische Fähigkeiten zum Ausdruck kommt.
  • Sensomotorisches Training
    Mit sensomotorischen Trainingstechniken soll der Erwerb sensomotorischer Fertigkeiten für berufliche Aufgaben unterstützt werden. Ihre Entwicklung beruht auf Konzepten der Handlungsregulationstheorie. Um sich das innere Handlungsabbild einer Arbeitstätigkeit anzueignen, werden bei diesen Trainingsverfahren die Beobachtungs-, Vorstellungs-, Denk- und Sprechtätigkeit der Lernenden systematisch in den Unterweisungs- und Lernvorgang einbezogen.
  • Fühler, Ausdruck wird sowohl im technischen wie physiologischen Bereich verwendet
  • Sensorische Adaptation
    verminderte Sensibilität als Folge konstanter Stimulation.
  • Sensorische Adaptation (sensoric adaptation)
    Allgemein die Anpassung eines sensorischen Systems an eine lang andauernde Stimulation. So liegt beispielsweise erst nach erfolgter Dunkel- oder Helladaptation eine optimale Sensitivität vor.
  • Sensorische Dämpfung (sensory attenuation)
    Die als Effekte eigener Handlungen wahrgenommenen Handlungskonsequenzen werden als weniger intensiv (z. B. leiser) erlebt als Vergleichsreize. Sensorische Dämpfung dient als indirektes Maß für SoA.
  • Sensorische Interaktion
    Prinzip der gegenseitigen Beeinflussung verschiedener Sinne, wie beispielsweise der Geruch von Essen seinen Geschmack beeinflusst.
  • Übersetzung physikalischer Reize in elektrische Impulse im Nervensystem.
  • Von sensorischer Kompensation sprechen wir, wenn ein anderes Sinnessystem die Aufgabe eines ausgefallenen Sinnessystems übernimmt, dadurch aber nur eine geringere Leistungsfähigkeit erreicht wird.
  • Sensorische Neuronen
    Nervenzellen, die von den Sinnesrezeptoren eingehende Informationen zum zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) übermitteln.
  • Sensorische Substitution bedeutet, dass die Leistungen eines Sinnessystems durch die Leistungen eines anderen ersetzt werden.
  • Sensorischer Kortex
    vorderer Teil des Parietallappens, in dem die Empfindungen für Körperberührungen und Bewegungen registriert und verarbeitet werden.
  • Sensorischer Speicher
    Kurzfristiges Speichermedium im menschlichen Gedächtnisprozess. Die Inhalte sind für einige Millisekunden in sehr wahrnehmungsnaher Form (einem Nachbild vergleichbar) abgelegt. Die Kapazität des S. ist sehr groß (Siehe auch Arbeitsspeicher und Langzeitspeicher)
  • Auch Ultrakurzzeitgedächtnis; beschreibt einen Speicher, der sensorische Informationen präattentiv und vor ihrer Selektion für eine sehr kurze Zeitdauer (Millisekunden bis Sekunden) speichert.
  • Sensorisches Gedächtnis
    unmittelbare, sehr kurze Zwischenspeicherung sensorischer Informationen im Gedächtnissystem.
  • Sensorisches Gedächtnis
    Schnittstelle zwischen Wahrnehmung und Gedächtnis, bei der Information für sehr kurze Zeit (max. 500 ms) in einem reizspezifischen Format verfügbar ist. Bei visuell wahrgenommener Information spricht man daher auch von ikonischem Gedächtnis, bei akustisch wahrgenommener Information von Echogedächtnis.
  • Sensorisches Gedächtnis (sensory memory)
    Schnittstelle zwischen Wahrnehmung und Gedächtnis, an der Information für sehr kurze Zeit in einem „reizspezifischen“ Format vorliegen soll.
  • Bereich, in dem nach dem Mehrspeichermodell die Information aus der Umgebung, die zunächst über die Sinnesorgane aufgenommen wurde, zwischengespeichert wird (auch als Ultrakurzzeitgedächtnis bezeichnet).
  • Sensorisches Vorkonditionieren (sensory preconditioning)
    Paradigma des klassischen Konditionierens, bei dem zunächst eine Assoziation zwischen zwei neutralen Reizen (CS1 und CS2) und danach eine Assoziation zwischen CS1 und einem US gelernt wird (s. auch Konditionieren höherer Ordnung).
  • Sensorpotenzial
    Bei der Transduktion eines mechanischen, thermischen, chemischen oder elektrischen Sinnesreizes im Sensor gebildetes Potenzial; syn: Generatorpotenzial
  • Sensualitätstraining (Sensate Focus)
    Technik der Therapie sexueller Störungen. Aufbau eines befriedigenden Sexualverhaltens durch schrittweise durchgeführte Übungen, die zunächst Koitusverbot und Streicheln einzelner Körperregionen (mit Ausnahme der Genitalregion) beinhalten. Die Übungen werden bis hin zur uneingeschränkten sexuellen Aktivität stufenweise gesteigert.
  • Sensumotorische Entwicklungsphase
    Entwicklungsphase nach der kognitiven Theorie Piagets (Altersbereich 0-24 Monate), die eine Verlagerung des zunächst äußeren Handelns in ein verinnerlichtes Handeln beinhaltet.
  • Sensumotorisches Stadium
    nach Piagets Theorie wird auf dieser Stufe (von der Geburt bis etwa zum 2. Lebensjahr) die Welt primär als Sinneseindruck wahrgenommen und mit motorischen Aktivitäten erforscht.
  • Durchläuft dieselbe Person nacheinander mehrere Untersuchungsbedingungen, können Sequenzeffekte („sequence effects“, „order effects“) auftreten. Um einen verfälschenden Einfluss von Sequenzeffekten zu vermeiden, durchlaufen Teilgruppen der Untersuchungspersonen die Untersuchungsbedingungen systematisch in verschiedener Abfolge. Die verschiedenen Abfolgen werden als zusätzliche unabhängige Variable (Abfolgefaktor) in das Design aufgenommen und im Zuge einer Varianzanalyse statistisch geprüft. Wird der Abfolgefaktor nicht signifikant (und war die Teststärke ausreichend), so spricht dies gegen einen Sequenzeffekt.
  • Effekte, die bei wiederholter Untersuchung von Versuchspersonen auftreten und die Treatmenteffekte überlagern können (z. B. Lerneffekte; Varianzanalyse)
  • Der Einfluss der Darbietungsreihenfolge von Informationen auf ein Urteil.
  • Die Lösung eines Problems macht das Durchlaufen vieler äußerlich sichtbarer Zwischenschritte erforderlich.
  • Sequenzierung von Handlungselementen
    Die Planung von Handlungen, die aus mehreren Elementen bestehen, stellt die handelnde Person vor das Sequenzierungsproblem. Zur Lösung dieses Problems sind eine Reihe von Modellen vorgeschlagen worden: Frühe Sequenzierungsmodelle nahmen an, dass die Ausführung von Handlungssequenzen durch assoziative Ketten kontrolliert wird. Verschiedene Versionen von Verkettungsmodellen unterscheiden sich darin, ob sie Assoziationen zwischen Repräsentationen benachbarter Reize für die Sequenzbildung verantwortlich machen, Assoziation zwischen Repräsentationen benachbarter motorische Aktionen oder Assoziationsketten zwischen Repräsentationen von Handlungseffekten. Jüngere Sequenzierungsmodelle schlagen vor, dass Handelnde Handlungssequenzen steuern, indem sie ihre Handlungen kognitiv strukturieren und funktionale Einheiten und Untereinheiten bilden.
  • Sequenzierungsfehler
    Die Tatsache, dass gelegentlich Sequenzierungsfehler auftreten, weist darauf hin, dass die Sequenzierung von Elementen einer Handlung eine besondere kognitive Leistung darstellt. Beim Sprechen beispielsweise findet man gelegentlich Vertauschungen von Buchstaben oder Silben innerhalb eines Wortes oder auch zwischen verschiedenen Worten desselben Satzes. Alle nötigen Elemente der korrekten Äußerung (Buchstaben, Silben, Wörter) sind vorhanden, die Reihenfolge stimmt aber nicht.
  • Seriale Positionskurve
    Lässt man eine Liste von Wörtern, die deutlich länger ist als die Nachsprechspanne nach einmaliger Darbietung, frei erinnern und stellt die Behaltensleistung für die einzelnen Listenwörter nach der Abfolge ihrer Darbietung beim Lernen dar, so erhält man die seriale Positionskurve. Es zeigt sich, dass die zuerst (Primacy-Effekt) und die zuletzt dargebotenen Wörter (Recency-Effekt) besser behalten werden als die in der Listenmitte dargebotenen Wörter.
  • Aus Ergebnissen zur visuellen Suche nach Konjunktionszielreizen abgeleitete Annahme, die davon ausgeht, dass alle präsentierten Stimuli einzeln nacheinander verarbeitet werden.
  • Serielle Suche (serial search)
    Die Suchzeit in Relation zur Anzahl der Reize im Suchdisplay wird als ein Hinweis auf die beteiligten Suchmechanismen interpretiert. Bei linear ansteigenden Suchfunktionen (Suchrate > 10 ms/Item) nimmt man an, dass die einzelnen Display-Items sukzessive, d. h. seriell, abgesucht werden (s. auch paralle Suche).
  • Mehrere Reize werden nacheinander, d.h. nicht zeitgleich, verarbeitet.
  • Serieller Positionseffekt
    unsere Tendenz, uns am besten an die ersten und letzten Items einer Liste zu erinnern.
  • Serielles Lernen
    Serielles Lernen' bezieht sich auf das Erlernen von Reiz und/oder Verhaltensfolgen. In einem typischen Experiment zum seriellen Lernen reagieren die Versuchspersonen mit festgelegten Reaktionen auf nacheinander dargebotene Reize (Serielle Wahlreaktion). In der Aufeinanderfolge der Reize und Reaktionen werden → statistische, → raum-zeitliche und/oder → relationale Strukturen realisiert. Es wird untersucht, inwieweit diese Strukturen zum Erlernen der Folge beitragen.
  • Serieneffekte
    Sie beschreiben die Tatsache, dass in Urteilsprozessen zwei Einschätzungen meist nicht unabhängig voneinander sind; stattdessen wird die zweite Einschätzung durch die vorherige beeinflusst. Dabei kann es zu einer Angleichung oder einer Abweichung der beiden Urteile kommen.
  • Neurotransmitter. Störungen im Serotoninhaushalt werden mit einer Reihe von psychischen Störungen, aber insbesondere mit depressiven Störungen in Verbindung gebracht.
  • Neurotransmitter
  • Überwiegend biologisch determinierter individueller Gewichtsbereich, der relativ unabhängig von der Kalorienaufnahme aufrechterhalten wird.
  • Set Point
    Punkt, auf den der individuelle »Körperthermostat« ausgerichtet ist. Fällt das Körpergewicht unter diesen Punkt, führt normalerweise eine Steigerung des Hungers und eine Senkung des Stoffwechsels dazu, dass man wieder zunimmt.
  • Set-Level-Kompatibilität (set level compatibility)
    Die Tatsache, dass Reize und Reaktionen in Wahlreaktionsaufgaben auf gemeinsamen Dimensionen variieren.
  • Unter einem Setting versteht man die Gesamtheit der Umweltmerkmale, die auf unser Verhalten Einfluss nehmen. Zu einem Setting eines Gesprächs gehört also beispielsweise die Umgebung, in der das Gespräch stattfindet.
  • personunabhängige Situationsdefinition
  • Die SEU-Theorie nimmt an, dass die Option mit dem höchsten subjektiv zu erwartenden Nutzen gewählt wird.
  • Sexuelle Aggression
    Aggressives Verhalten, bei dem eine andere Person durch Androhung oder Einsatz körperlicher Gewalt, Ausnutzung der Wehrlosigkeit oder verbalen Druck zu sexuellen Handlungen gezwungen wird.
  • Sexuelle Funktionsstörungen
    Störungen, welche 1. die sexuelle Lust, 2. die sexuelle Erregung, 3. das Erleben und die Kontrolle des Orgasmus und 4.Schmerzen beim Geschlechtsverkehr betreffen.
  • Sexuelle Funktionsstörungen
    Eine sexuelle Funktionsstörung ist gekennzeichnet durch ein Störungsbild im Ablauf des sexuellen Reaktionszyklus oder durch Schmerzen im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr.
  • Sexuelle Funktionsstörungen
    Klassifikation sexueller Funktionsstörungen gemäß der Phase, in der sie auftreten. Diagnose einer Störung allerdings erst, wenn sie zu einer wahrgenommenen Beeinträchtigung führt und sichtlicher Leidensdruck erkennbar ist.
  • Die Vorliebe einer Person für Männer oder Frauen als Adressat erotischer Gefühle bzw. als Geschlechtspartner.
  • Sexuelle Orientierung
    konsistente Ausrichtung des sexuellen Interesses auf Menschen desselben Geschlechts (Homosexualität) oder des anderen Geschlechts (Heterosexualität).
  • sexuelle Orientierung
    Disposition, durch Menschen eines bestimmten Geschlechts sexuell erregt zu werden
  • Die sexuelle Psychophysiologie („sexual psychophysiology“) meint die Anwendung psychophysiologischer Messmethoden zur Erforschung sexueller Erregung. Dabei wird besonderes Gewicht auf die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen einerseits subjektiven und andererseits physiologischen Aspekten der sexuellen Erregung gelegt.
  • sexuelle Rekombination
    zufällige Kombination der Allele von Mutter und Vater während der Meiose
  • Sexuelle Störung
    anhaltende Störung der sexuellen Erregung oder Funktionsfähigkeit.
  • Sexuelle Erregung wird durch gewollte Demütigung der eigenen Person oder durch erwünschtes Geschlagen oder Gefesseltwerden erzielt.
  • Sexueller Missbrauch
    Jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind (bzw. Erwachsenen) entweder gegen den Willen des Kindes (bzw. des Erwachsenen) vorgenommen wird oder der das Kind (bzw. der Erwachsene) aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann.
  • Sexueller Reaktionszyklus
    Prozess des Geschlechtsverkehrs in fünf sequenziell ablaufenden Phasen: Appetenzphase, Erregungsphase, Plateauphase, Orgasmusphase und Entspannungsphase.
  • Sexueller Reaktionszyklus
    die 4 Phasen der sexuellen Reaktion, die von Masters und Johnson beschrieben wurden: Erregung, Plateau, Orgasmus und Entspannung.
  • Sexuelle Erregung wird durch die gewaltvolle Erniedrigung und Qual anderer hervorgerufen.
  • sezernieren
    ausscheiden, absondern
  • Shams-Illusion (Shams’ illusion)
    Intersensorische Beeinflussung, bei der die Anzahl kurzer auditiver Reize die Anzahl gleichzeitig gesehener visueller Reize systematisch beeinflusst. Initial gezeigt wurde, dass mehr als ein Lichtblitz gesehen wird, wenn ein einzelner Lichtblitz zusammen mit zwei oder mehr auditiven Reizen präsentiert wird.
  • "Vorgang innerhalb der operanten Konditionierung; das Zielverhalten wird schrittweise von der ersten Teilhandlung des Verhaltensablaufs aufgebaut. Verstärkung erfolgt für eine Annäherung an dieses Teilverhalten."
  • Shaping
    Vorgang innerhalb der operanten Konditionierung. die Verstärkung führt das Verhalten immer näher an das gewünschte Ziel heran.
  • Shaping (-Prozedur)
    Verhaltenstherapeutische Technik des Verhaltensaufbaus, welche auf der kontingenten Verstärkung zunächst nur ansatzweise erwünschten Verhaltens beruht und bei der das Belohnungskriterium im Lernverlauf systematisch erschwert wird.
  • Sherif-Studien
    Klassische Studien zum informativen sozialen Einfluss, in denen anhand des autokinetischen Effekts gezeigt wird, dass das Urteil der Gruppe bei hoher eigener Unsicherheit eine nützliche Informationsquelle darstellt.
  • Sich selbst erfüllende Prophezeiung
    Wenn eine ursprünglich falsche Erwartung zu ihrer eigenen Bestätigung führt. Die zu Beginn unrichtigen Überzeugungen eines Betrachters über eine Zielperson bewirken, dass sie sich so verhält, dass diese Überzeugungen objektiv bestätigt werden.
  • Bowlbys Begriff dafür, dass die Anwesenheit einer vertrauten Bindungsperson dem Säugling oder Kleinkind ein Gefühl von Sicherheit bietet, das es ihm ermöglicht, die Umwelt zu erforschen.
  • Ein Bindungsmuster, bei dem Säuglinge oder Kleinkinder eine qualitativ hochwertige, relativ eindeutige Beziehung zu ihrer Bindungsperson haben. In der Fremden Situation regt sich ein sicher gebundenes Kind vielleicht auf, wenn die Bezugsperson weggeht, fr
  • Sicherheitsbarrieren
    Sicherheitsbarrieren beziehen sich auf unterschiedliche miteinander verknüpfte Sicherheitseinrichtungen in Systemen mit hohem Gefährdungspotenzial, die die Systemsicherheit trotz sporadisch auftretender Fehlhandlungen und technischer Probleme gewährleisten sollen. Sie beinhalten insbesondere technische Sicherheitseinrichtungen (z. B. Alarmschaltungen), organisatorische Sicherheitsregelungen (z. B. Vorschriften für eine sichere Systemführung) und ausbildungsbezogene Maßnahmen (z. B. zur Erhöhung des Sicherheitsbewusstseins).
  • Sicherheitskritisches Verhalten
    Unter sicherheitskritischem Verhalten ist Verhalten bzw. Handeln zu verstehen, das Gefahren auslöst bzw. die Person in den Wirkbereich von Gefährdungen bringt und somit zu gefährlichen Arbeitssituationen führt. Dies kann in mehr oder weniger bewusster bzw. beabsichtigter Form (riskantes, sicherheitswidriges Verhalten) oder nicht bewusster bzw. nicht beabsichtigter Form (fehlerhaftes Verhalten) geschehen.
  • Sicherheitskultur
    Sicherheitskultur ist die Gesamtheit der von der Mehrheit der Mitglieder einer Organisation geteilten sicherheitsbezogenen Grundannahmen und Normen, die ihren Ausdruck im konkreten Umgang mit Sicherheit in allen Bereichen der Organisation finden. Sicherheitskultur ist außerdem als Gestaltungsvariable bzw. Leistung in Organisationen mit hohen Gefährdungspotenzialen zu verstehen, die dazu dient, die Sicherheit des Gesamtsystems zu fördern.
  • Sicherheitsunterweisungen
    Sicherheitsunterweisungen werden durchgeführt, um Mitarbeiter zu Beginn der Beschäftigung und bei der Aufnahme neuer Tätigkeiten ausreichend und angemessen über die Gefahren und die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz zu unterweisen.
  • Sicherheitsverhalten
    "Denk- oder Verhaltensweisen, die in einer potenziell angstauslösenden Situation das subjektive Angstniveau dadurch senken, dass sie dem Betroffenen eine scheinbare Sicherheit geben. Beispielsweise tragen Patienten mit Panikstörung Tabletten mit sich oder gehen nur in Begleitung aus dem Haus; Patienten mit sozialer Phobie tragen beispielsweise besonders dicke Pullover, damit ihr Schwitzen nicht zu sehen ist."
  • Die Pflicht zur Regelung der Verfügbarkeit, Aufbewahrungsdauer und Verwendung von Testdaten (inkl. des Testprotokolls und aller schriftlichen Belege) und Schutz der Identität von Probanden.
  • Signaldetektionstheorie
    Theorie, die vorhersagt, wie und wann wir das Vorhandensein eines schwachen Reizes (_Signal_) unter Hintergrundstimulation (_Lärm_) wahrnehmen. geht davon aus, dass es keine feste absolute Schwelle gibt, sondern dass die Signalwahrnehmung teilweise von der Erfahrung, den Erwartungen, der Motivation und dem Grad an Müdigkeit der jeweiligen Person abhängt.
  • Signalentdeckungstheorie
    siehe: Signaldetektionstheorie
  • Diese Technik dient zur Bestimmung einer (absoluten) Schwelle. Wie leise kann beispielsweise ein Ton sein, damit er noch gehört wird? Die Signalentdeckungstheorie (SET) geht davon aus, dass das Antwortverhalten einer Person bei einer Aufgabe wie der Darbietung von schwachen Tönen, die aus einem Rauschen herausgehört werden sollen, nicht nur durch die Sensitivität der Wahrnehmung bestimmt wird, sondern auch durch einen Urteils- bzw. Entscheidungsprozess, der mit der Lautstärke der Töne an sich nichts zu tun haben muss.
  • Signalentdeckungstheorie (signal detection theory, SDT)
    Die SDT geht von der Grundannahme aus, dass die Wahrnehmung eines Signals vor dem Hintergrund eines Rauschens erfolgt. Sie erlaubt eine unabhängige Schätzung des Sensitivitätsparameters d′ und des Entscheidungskriteriums c aufgrund der Treffer (hits) und der falschen Alarme (false alarms) des Vierfelderschemas einer Entdeckungsaufgabe.
  • Die Signalerkennungstheorie oder Signalentdeckungstheorie geht davon aus, dass die Entdeckung eines Reizes sowohl von der Empfindlichkeit des Sinnessystems als auch von einem Antwortkriterium abhängt. Es werden keine Schwellen angenommen.
  • Unter Signifikanz versteht man die statistische Wahrscheinlichkeit einer systematischen Beziehung von zwei oder mehr Variablen. Je höher die Signifikanz, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Beziehung der Variablen rein zufällig ist. Ab einer zufälligen Restwahrscheinlichkeit von 5% spricht man von einem signifikanten Ergebnis.
  • Signifikanz
    Signifikanz heißt statistische Bedeutsamkeit und bezieht sich immer auf einen Effekt, den man in einer Stichprobe gefunden hat und auf die Population verallgemeinern möchte. Signifikante Ergebnisse werden als systematisch und nicht als zufällig erachtet. Signifikanz hat nichts mit inhaltlicher Bedeutsamkeit zu tun.
  • Signifikanz
    Ein Ergebnis ist signifikant, wenn seine Auftretenswahrscheinlichkeit unter der Nullhypothese kleiner ist als ein gewähltes Signifikanzniveau. Bei einem signifikanten Ergebnis erfolgt eine Entscheidung für die Alternativhypothese und gegen die Nullhypothese
  • Signifikanzniveau
    Entscheidungsgrenze in einem statistischen Auswertungsverfahren; gibt an, wie groß die α-Fehlerwahrscheinlichkeit eines Ergebnisses höchstens sein darf, um sich für die Alternativhypothese zu entscheiden. Es liegt meistens bei α = 0,05
  • Vom Versuchsleiter festgelegter Wert für α. Im Allgemeinen spricht man von einem signifikanten Ergebnis, wenn der ermittelte p-Wert höchstens α = 0,05, von einem sehr signifikanten Ergebnis, wenn er höchstens α = 0,01 beträgt
  • Signifikanztest
    Der Signifikanztest als Methode der Inferenzstatistik liefert die Grundlage für eine Entscheidung zwischen gegensätzlichen Hypothesen. Auf der Grundlage von theoretischen Stichprobenverteilungen gibt er Auskunft darüber, ob die statistische Bedeutsamkeit eines Effektes groß genug ist, um ihn auf die Population zu verallgemeinern.
  • Silbe (syllable)
    Phonetisch-phonologische Grundeinheit gesprochener Sprache, die intuitiv nachweisbar, aber wissenschaftlich keine einheitliche Definition hat. Silben können strukturell in einen Silbenkopf (onset), einen Silbenkern (nucleus) und ein Silbenende (coda) unterteilt sein, wobei der Silbenkern die minimale Einheit bildet.
  • Simulation
    Bei bestimmten Untersuchungsanlässen können die Probanden ein Interesse daran haben, dass bei ihnen eine Störung oder ein Defizit festgestellt wird. Sie versuchen dann vielleicht, »schlechte« Ergebnisse zu erzielen. Leistungstests können leicht nach unten verfälscht werden, und Fragebögen sind ohnehin verfälschbar. Es gibt jedoch Möglichkeiten, Simulation zu erkennen.
  • Simulation (simulation)
    Erleben von motorischen und körperlichen Zuständen oder Ereignissen, ohne tatsächlichen sensorischen Input oder tatsächliche Handlungsausführung. Simulation kann in allen Modalitäten stattfinden.
  • Simulationsorientierte Verfahren der Personalauswahl
    Verfahren der Personalauswahl, die das Zielverhalten simulieren, wie z. B. Arbeitsproben oder das Assessment-Center. Bei diesen Verfahren können die Bewerber ihr maximales Leistungsvermögen zeigen.
  • Simultanagnosie
    Durch eine (meist beidseitige) Hirnschädigung hervorgerufene Schwierigkeit, mehr als ein Objekt oder mehr als ein Detail eines einzelnen, komplex zusammengesetzten Objekts gleichzeitig wahrzunehmen.
  • Der Helligkeitseindruck einer Fläche wird durch die Helligkeit der Umgebung verändert.
  • Die Verarbeitung grundlegender Informationen aus der Außenwelt durch die Sinnesrezeptoren in den Sinnesorganen (Augen, Ohren, Haut etc.) und im Gehirn.
  • Sinnesempfindung
    Prozess, bei dem unsere Sinnesrezeptoren und unser Nervensystem Reizenergien aus unserer Umwelt empfangen und darstellen.
  • 10
  • Sinusknoten
    Areal im rechten Herzvorhof, das in der Regel die steilsten Schrittmacherpotenziale ausbildet und daher die Herzschlagfrequenz bestimmt
  • Situation Awareness
    Situation Awareness bezeichnet die zu einem Zeitpunkt vorgenommene Aufmerksamkeitsverteilung über ein Situationsgeschehen (quasi eine komplexe Momentaufnahme; z. B. beim Landeanflug eines Verkehrsflugzeugs), das tiefer reichende Verständnis der aktuellen Vorgänge (z. B. die Wirkung von Seitenwind beim Endanflug des Flugzeugs) und die Erwartungen darüber, wie sich die Situation entwickeln wird (z. B. dass das Flugzeug durch den Seitenwindabdrift die Landebahn verfehlt, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden).
  • Situationismus
    Der Einfluss der Situation wird als zentral für die Art des nachfolgenden menschlichen Verhaltens angesehen.
  • Situations-Verhaltens-Effekt Tripel
    Situations-Verhaltens-Effekt-Tripel sind vermutete Gedächtnisrepräsentationen, in denen Erfahrungen darüber gespeichert werden, welches Verhalten für das Erreichen welcher Ziele unter welchen Bedingungen erfolgversprechend ist. Den Lernvorgang zum Aufbau der Tripel muss man sich vermutlich als einen kontinuierlichen Prozess vorstellen, bei dem jede Ausführung willkürlichen Verhaltens zu einer Stärkung und/oder Schwächung von Verhaltens-Effekt- und Situations-Verhaltens-Beziehungen füht (→ ABC Theorie). Sind zur Erreichung von Zielen mehrere Tripel so miteinander verkettet, dass die Effekte der jeweils vorangehenden Handlung die Situationsbedingung für die folgende Handlung erzeugen oder werden Handlungen in immer wieder derselben Reihenfolge ausgeführt, verketten sich die Repräsentationen von Situations-Verhaltens-Effekt-Tripeln zu »chunks«, die dann als Handlungseinheit aufgerufen und ausgeführt werden können(→ chunking).
  • Situationsanalyse (CBASP)
    Analyse konkreter interpersoneller Alltagssituationen, die für Patienten unbefriedigend verlaufen sind. Idee: Soll interpersonelles Lernen ermöglichen, da bei chronisch Depressiven meist Probleme im interpersonellen Bereich vorliegen. Zweck: Patient soll lernen, Verhalten und Verhaltenskonsequenzen besser einzuschätzen. Anknüpfend daran: Erarbeitung von Denk- und Verhaltensweisen, die die Zielerreichung des Patienten wahrscheinlicher machen würden. Aufbau: Untergliederung in zwei Phasen: Explorations- und Lösungsphase.
  • Situationsexposition
    Häufigkeit/Dauer, mit der eine Person bestimmten Situationen ausgesetzt ist
  • Situationshierarchie
    individuelle Rangordnung von Situationen für ein bestimmtes Verhalten
  • Zielt auf die Herstellung kontextbezogener sozialer Lernumgebungen ab.
  • Methode des Qualitätsmanagements, bei der Unternehmensprozesse mit statistischen Mitteln definiert, gemessen, analysiert, verbessert und gesteuert werden.
  • Unter einer Skala („scale“) versteht man im Kontext der Messtheorie ein empirisches Relativ, ein numerisches Relativ und eine die beiden Relative verknüpfende, homomorphe Abbildungsfunktion.
  • Der Begriff Skala beschreibt die Beschaffenheit des empirischen und des numerischen Relativs sowie eine Abbildungsfunktion, die die beiden verbindet. Dabei geht es um die Frage, wie das empirische Relativ (also das zu beschreibende Phänomen) durch ein numerisches Relativ (also durch Zahlen) sinnvoll repräsentiert werden kann.
  • Ein Set von Regeln, das die Zuordnung von Zahlen zur Qualität oder Quantität einer Variable regelt. Dieses Buch behandelt vier verschiedene Skalentypen: Nominalskala, Ordinalskala, Intervallskala und Verhältnisskala
  • 1. Persönlichkeitsskala 2. Antwortskala
  • Ein Test erfüllt dieses Gütekriterium, wenn die laut Verrechnungsregel resultierenden Testwerte die empirischen Merkmalsrelationen adäquat abbilden.
  • Der Versuch eines kleinen Kindes, eine Handlung mit einem kleinen Gegenstand auszuführen, was unmöglich ist, weil die Größe des Kindes und die Größe des Gegenstandes auseinanderklaffen.
  • Skalogramm-Modell
    Sofern man die Items nach ihrer Schwierigkeit reiht, besagt das Skalogramm-Modell, »dass eine einheitliche Ordnung von Personen und Items existiert. Diese Ordnung hat die Eigenschaft, dass eine Person, die auf ein bestimmtes Item positiv reagiert, auch auf alle vorhergehenden Items positiv reagiert. Ferner wird eine Person, die auf ein bestimmtes Item negativ reagiert, auch auf alle nachfolgenden Items negativ reagieren«.
  • SKID (Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-Diagnostik)
    SKID-I zählt zu den am häufigsten verwendeten Interviewleitfäden für die Diagnostik psychischer Störungen. Es ist v. a. auf das DSM-IV zugeschnitten und erfordert ein gewisses Maß an Expertise vom Interviewer. Das SKID-II, entwickelt in derselben Tradition wie sein Vorgänger, wurde speziell für die Erfassung von Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Es besteht aus einem Fragebogen für ein Vorscreening und einem Interview, welches zum Einsatz kommt, wenn die Werte im Fragebogen auf das Vorliegen einer PS hinweisen. (Wittchen, Zaudig und Fydrich 1997)
  • Skill-Development-Ansatz
    Das zentrale Postulat lautet, dass hohe Leistungen zu einer positiven Selbstkonzeptentwicklung beitragen.
  • Skinner Box' bezeichnet einen Experimentierkäfig zur Untersuchung → instrumenteller Konditionierung bei Tieren. Eine typische Skinner Box ermöglicht die Ausführung verschiedener Verhaltensweisen, wie etwa das Drücken eines Hebels, das Zerren an einer Schnur, das Kratzen an einer Sperre oder das Picken auf eine Scheibe. Darüber hinaus ist die Box mit Vorrichtungen ausgestattet, mit denen Belohnungen wie Futterkugeln oder Wassertropfen, aber auch ein leichter elektrischer Schlag als Bestrafung verabreicht werden können. Schließlich gibt es Vorrichtungen für die Darbietung von visuellen und/oder akustischen Reizen.
  • Skinner-Box
    Kammer, in der sich ein Hebel oder eine Taste befindet, die ein Tier betätigen kann, um Futter oder Wasser als Belohnung zu erhalten. dazu gehören Messgeräte, die die Häufigkeit des Hebel- oder Tastendrückens durch das Tier aufzeichnen. Wird in der Forschung zur operanten Konditionierung verwendet.
  • Skoptisches Sehen erfolgt mit den Stäbchen.
  • → Gesichtsfeldausfall.
  • skotopisches Sehen
    Dämmerungssehen; Schwarz-weiß-Sehen; Helligkeitsunterschiede werden erkannt, Farben nicht; wird durch Stäbchenzellen der Netzhaut ermöglicht
  • Eine bestimmte Standardreihenfolge für wiederkehrende Handlungsabläufe und Ereignisse, die das Verstehen oder Gestalten von Abläufen strukturiert. Beispiele sind Restaurant- oder Arztbesuche oder auch Beschreibungen und Berichte.
  • Das Konzept 'Skript' bezeichnet hypothetische Gedächtnisstrukturen, in denen die typische zeitliche Anordnung vertrauter Geschehnisse gespeichert werden. Für einen Restaurantbesuch könnte bspw. die Abfolge: Tisch aussuchen - Setzen - Speisekarte studieren - Essen bestellen - Speisen - Rechnung verlangen - Bezahlen ... als typische Abfolge der Ereignisse gespeichert sein.
  • SNARC-Effekt
    Spatial-Numerical Association of Response Codes; bei (einstelligen) Zahlen fällt die Entscheidung über die Parität einer Zahl für die relativ kleineren Zahlen schneller mit der linken Hand und für die relativ größeren Zahlen schneller mit der rechten Hand.
  • Baustein der DNS (Basenpaar), das zwischen Mitgliedern derselben biologischen Art variiert (z. B. zwischen Menschen)
  • Abkürzung für „stimulus onset asynchrony“. Diese ist der zeitliche Abstand zwischen dem Beginn der Präsentation zweier Stimuli.
  • Social Entrepreneur
    Unternehmer, der nicht in wirtschafts-, sondern bürgernahen Sektoren aktiv ist und weniger von individuellen Erwerbsinteressen geleitet wird als von Interessen, sich dort zu engagieren, wo aufgrund problematischer gesellschaftlicher Entwicklungen und sozialer Missstände Veränderungen erforderlich sind (Bekämpfung von Armut, Analphabetismus, Umweltzerstörung, Schutz von Kindern, Benachteiligten, Minderheiten).
  • Social Facilitation
    Social Facilitation (oder Mere Presence) bezeichnet die Auswirkung der bloßen Anwesenheit anderer Menschen auf die individuelle Leistung. Bei der Ausübung einfacher, gut gelernter Tätigkeiten wirkt dies leistungssteigernd, bei neuen und komplexen Tätigkeiten dagegen leistungsmindernd.
  • Social Jetlag
    Diskrepanz zwischen sozialen und zirkadianen Zeitgebern.
  • Nach der Social Judgment Theory haben Menschen meistens keinen direkten Zugang zu den Zuständen dieser Welt. Sie erschließen sie stattdessen aus der Beobachtung mehrdeutiger Hinweisreize.
  • Social Software
    Softwaresysteme, welche die menschliche Kommunikation und Kollaboration unterstützen. Der Begriff bezieht sich insbesondere auf Anwendungen wie Wikis und Weblogs. Den Systemen ist gemein, dass sie den Aufbau und die Pflege sozialer Netzwerke und virtueller Gemeinschaften, sogenannter Communities, unterstützen und weitgehend mittels Selbstorganisation funktionieren.
  • Ansatz zur Erklärung des Befundes epidemiologischer Studien, die zeigen, dass Personen mit niedrigerem sozioökonomischen Status ein höheres Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen im Allgemeinen aufweisen (s. dazu auch Stress-and-Strain-Hypothese und Transaktionsmodell): Eine psychische Erkrankung führt zu einem sozialen Abrutschen der Betroffenen und somit zu einem niedrigeren sozioökonomischen Status. Somit wird die Erkrankung als der kausale Faktor gesehen, der zu einem niedrigeren sozioökonomischen Status führt.
  • Social-Influence-Modell
    Das Social-Influence-Modell (auch bekannt unter dem Namen „normative Medienwahl“) geht davon aus, dass bei der Medienwahl die sozial konstruierte und von gesellschaftlichen Erfahrungen und Erwartungen geprägte Medienbewertung von besonderer Bedeutung ist. Medienwahl wird hierbei einerseits von Erfahrungen mit dem jeweiligen Medium bestimmt und andererseits hat die Nützlichkeitsbewertung des Mediums durch das soziale Umfeld einen Einfluss auf die Medienwahl.
  • Soziale Kompetenzen, die für die soziale Interaktion notwendig oder nützlich sind.
  • Entwicklungsmodell beruhend auf selektiver Optimierung und Kompensation
  • Sokratischer Dialog
    Methode der kognitiven Umstrukturierung. Gesprächstechnik, bei der der Patient durch hypothesengeleitetes gezieltes Fragen unterstützt wird, die Situationsangemessenheit und Rationalität seiner Gedanken oder Einstellungen zu überprüfen und ggf. zu korrigieren.
  • Methode der kognitiven Umstrukturierung, bei der der Therapeut den Patienten dazu anleitet, problematische Kognitionen kritisch zu hinterfragen und systematisch zu prüfen. Beispiel: Wenn Sie sagen 'Nur wenn man etwas leistet, ist man etwas wert', dann müsste man ja auch sagen, dass Kinder und Behinderte nichts wert sind, oder? Und ist das so? O.K., wenn das nicht so ist, was heißt das? Dann gilt dieser Satz also nicht absolut. Unter bestimmten Umständen kann man etwas wert sein, auch wenn man nichts leistet, korrekt? Was sind das denn für Umstände? ... Treffen die nicht auch auf Sie zu?
  • Sollwert
    siehe: Set Point
  • Der Solomon-Viergruppenplan („Solomon four group design“) stellt eine Erweiterung des klassischen experimentellen Pretest-Posttest-Designs dar (zweifaktorieller Plan mit Treatmentfaktor und Messwiederholungsfaktor). Er dient dazu, die mögliche Wirkung von Pretest-Effekten zu überprüfen.
  • Somatic Symptom Disorder
    Es muss mindestens ein körperliches Symptom über mindestens 6 Monate vorliegen, das Leiden und Beeinträchtigung im Alltag verursacht. Zusätzlich dazu muss nun auch mindestens ein psychologisches Klassifikationskriterium vorliegen, nämlich entweder übertriebene und anhaltende Gedanken über die Ernsthaftigkeit der Beschwerden, eine anhaltende starke Angst um die eigene Gesundheit oder die Symptome oder ein exzessiver Zeit- oder Energieaufwand in Bezug auf die Symptome oder Gesundheitssorgen.
  • Somatisches Nervensystem
    Teil des peripheren Nervensystems, der die Skelettmuskulatur kontrolliert.
  • Kann bei der Spezifikation der Diagnose einer depressiven Episode (ICD-10) bzw. einer Major Depression (DSM-IV) neben der Schwere und des Verlaufsmusters mitcodiert werden, wenn Symptome wie Interessenverlust, fehlende Aufhellbarkeit, Agitiertheit, Libidoverlust, Appetitverlust oder Gewichtsverlust das Beschwerdebild in bedeutsamem Maße prägen. Studien liefern Hinweise dafür, dass diese Symptomatik mit einem erhöhten Suizidrisiko assoziiert ist.
  • Vorliegen vieler unterschiedlicher körperlicher Beschwerden ohne medizinische Erklärung seit mindestens zwei Jahren (mindestens sechs körperliche Symptome aus mindestens zwei Organgruppen); Prototyp der somatoformen Störungen.
  • Somatoforme autonome Funktionsstörung
    Zentral ist, dass körperliche Beschwerden mit einer vegetativen Erregbarkeit einhergehen. Kriterienerfüllung, sofern Symptome autonomer Erregung aus mindestens einem Organsystem (gastrointestinal, kardiovaskulär, respiratorisch, urogenital) vorhanden sind und zudem ein weiteres Symptom aus einer vorgegebenen Liste vorliegt (z. B. Reizdarm, Brustschmerz).
  • Somatoforme Schmerzstörung
    Vorliegen von mindestens einem Schmerzsymptom seit mindestens sechs Monaten, das den Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Patienten darstellt. Die Schmerzempfindung ist nicht adäquat organmedizinisch erklärbar.
  • Somatoparaphrenie
    Verkennung der Zugehörigkeit eines Körperteils zum eigenen Selbst. Patienten mit einer Anosognosie der Halbseitenlähmung (→ Anosognosie) können überzeugt sein, dass die eigene, betroffene Extremität nicht zu ihnen gehört und ordnen sie einer anderen Person (Untersucher, Lebenspartner etc.) zu.
  • Somatosensorische Verstärkung
    Prozess, bei dem durch eine verstärkte Aufmerksamkeitslenkung auf körperliche Missempfindungen diese Missempfindungen verstärkt wahrgenommen und fälschlicherweise als Gefahr interpretiert werden. Wird vor allem bei der Konzeption somatoformer Störungen diskutiert.
  • Somatosensorische Verstärkung
    Prozess, bei dem die Aufmerksamkeitsfokussierung auf körperliche Empfindungen und deren dysfunktionale Bewertung zu einer Verstärkung der körperlichen Empfindungen führt.
  • Somatotopie
    Repräsentation der einzelnen Körperteile im Gehirn, besonders ausgeprägt in den primär somtosensorischen und motorischen Kortexarealen (sensorischer und motorischer Homunculus)
  • Somatotopie (somtotopy)
    Der Begriff „Somatotopie“ (vom griechischen soma für „Körper“ – im Gegensatz zu „Geist“ – und topos für „Ort“, „Platz“) bezieht sich auf die anatomische Darstellung der einzelnen Körperregionen und bezeichnet im Allgemeinen eine zusammenhängende Karte des Körpers.
  • SOMS (Screening für Somatoforme Störungen)
    Von Rief und Hiller (2008) entwickeltes und evaluiertes Screeningverfahren zum Vorscreening spezifischer somatoformer Störungen. Außerdem erlaubt das Verfahren eine Quantifizierung und Verlaufsbeschreibung der Symptomatik. ICD-10- und DSM-IV-Kriterien finden dabei gleichermaßen Berücksichtigung.
  • Sonderpädagogischer Förderbedarf
    Sonderpädagogischer Förderbedarf besteht, wenn Kinder und Jugendliche »in ihren Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so beeinträchtigt sind, dass sie im Unterricht der allgemeinen Schule ohne sonderpädagogische Unterstützung nicht hinreichend gefördert werden können« (Kultusministerkonferenz, 1994, S. 5; zit. nach Witt-Brummermann, 2010).
  • Sonografie
    Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren.
  • Sonderform der Konfrontation bei Patienten mit chronischen unangemessenen Sorgen, die als unkontrollierbar erlebt werden. Der Patient wird aufgefordert, seinen Grübelgedanken bis zum schlimmstmöglichen Ausgang in bildhaft-imaginativen Vorstellungen zu Ende zu denken.
  • Kognitiv-verhaltentherapeutisches Vorgehen zur Behandlung von generalisierter Angststörung, bei dem ein ausgewähltes Sorgenszenario gezielt bis zum Ende gedacht wird. Konkretes und bildhaftes Vorstellen soll den Angstanstieg zusätzlich fördern und im prolongierten Verlauf zu Habituation führen.
  • Sorgfaltspflicht
    Allgemein gilt, dass die Erstellung und Verwendung von Gutachten und Untersuchungsberichten von Psychologen größtmögliche sachliche und wissenschaftliche Fundiertheit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erfordern. Gutachten und Untersuchungsberichte sind frist- und formgerecht anzufertigen. Die föderativen Richtlinien für die Erstellung von Gutachten sind zu beachten.
  • Schema zur Erarbeitung einer Verhaltensanalyse. Geht davon aus, dass unter bestimmten situativen Bedingungen oder Stimuli (S) bei einer bestehenden Veranlagung des Organismus (O) eine Reaktion (R) gezeigt wird, die durch die Verhaltenskonsequenzen (C) aufrecht erhalten wird, wenn die Konsequenzen mit hoher Kontingenz (K) auf die Reaktion folgen.
  • SORKC-Modell
    SORKC steht für Situation-Organismus-Reaktion-Kontingenz-Konsequenzen. Das Modell dient als Basis zur Analyse von Verhalten in konkreten Situationen, im funktionellen Zusammenhang mit vorausgehenden und nachfolgenden Bedingungen.
  • Das SORKC-Modell stellt ein einfaches Modell zur Analyse problematischer Verhaltens- und Erlebensweisen dar. Dabei werden die drei Prozessvariablen (S = situative Merkmale; O = Organismusvariable; R = Reaktionskomponenten) analysiert und die darauf folgenden Konsequenzen (K) betrachtet, die in irgendeiner Form verstärkend sein könnten. Die Kontingenzverhältnisse (C) legen abschließend die Art und die zeitlichen Verhältnisse der (verstärkenden) Konsequenzen fest.
  • Sozial abweichendes Verhalten
    Mit dem Begriff des sozial abweichenden Verhaltens von Kindern und Jugendlichen wird hervorgehoben, dass klinisch relevante „Verhaltensstörungen“ weder genetisch oder biologisch begründet sein müssen und der Grad der „Abweichung“ letztlich auf sozialen Konventionen beruht. In der aktuellen Literatur werden meist aggressive, oppositionelle, gewalttätige, delinquente und kriminelle Verhaltensweisen gefasst. Um eine klinisch relevante Störung des Sozialverhaltens diagnostizieren zu können, gilt es Anzahl, Intensität und Dauer der Verhaltensprobleme sowie damit einhergehende Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung zu berücksichtigen. Eine sehr ungünstige Entwicklungsprognose haben Kinder, bei denen Störungen sehr früh, sehr massiv und in vielfältigen Lebensbereichen auftreten.
  • Sozial-kognitive Perspektive
    sieht Verhalten als beeinflusst von der Interaktion zwischen dem Individuum (und seinem Denken) und seinem sozialen Umfeld.
  • Sozial-konventionelle Urteile
    Entscheidungen, die sich auf Sitten oder Regeln beziehen, mit denen die soziale Koordination und die soziale Organisation gesichert werden sollen.
  • Soziale Anpassungsfunktion
    Wenn Einstellungen dazu beitragen, dass wir uns mit sympathischen anderen identifizieren.
  • Soziale Bewältigungsressourcen
    Soziale Ressourcen, die man bei der Bewältigung von Problemen mobilisieren kann (z. B. Unterstützung durch das soziale Netzwerk).
  • soziale Beziehung
    Merkmal einer Dyade, bestehend aus Interaktionsmuster und Beziehungsschemata der beiden Bezugspersonen
  • soziale Bezugnahme
    Bei der sozialen Bezugnahme versuchen Kinder, anhand des Gesichtsausdrucks ihrer Bezugspersonen Informationen darüber zu erhalten, wie diese eine Situation einschätzen, um diese Information für eigenes Handeln nutzen zu können.
  • Soziale Bindung
    Entsteht durch das allmähliche Vertrautwerden mit einzelnen anderen Menschen. Dabei werden drei Phasen unterschieden. Die primäre Vertrautheit betrifft die Pflegepersonen in der Familie - insbesondere die Mutter. Durch die sekundäre Vertrautheit betrifft einzelne Personen außerhalb der Familie, die am Ende zu Lebenspartnerschaften führen können. Als tertiäre Vertrautheit wird die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern bezeichnet.
  • Soziale Dominanzorientierung
    Ein Merkmal mit unterschiedlichen individuellen Ausprägungen, das einen Wunsch nach hierarchischen Gruppenbeziehungen bedeutet.
  • Soziale Erleichterung
    Eine Leistungsverbesserung bei gut gelernten/leichten Aufgaben bzw. Leistungsverschlechterung bei schlecht gelernten/schwierigen Aufgaben infolge der Anwesenheit von Mitgliedern derselben Spezies.
  • Soziale Erleichterung
    Leistungssteigerung durch die Anwesenheit anderer. tritt bei einfachen oder gut gelernten Aufgaben auf.
  • Soziale Erleichterung
    Phänomen, dass sich die individuelle Leistungsfähigkeit in Gegenwart anderer Personen verbessert, sofern es sich um eine einfache Aufgabe handelt, bei der die Einzelleistung messbar ist. Im Gegenzug sinkt die Leistung bei schwierigen Aufgaben ohne individuelle Leistungsmessung (Zajonc, 1965).
  • Soziale Erwünschtheit („social desirability“) meint die Tendenz, Selbstauskunftsfragen – sei es in Interviews, Fragebögen oder Persönlichkeitstests – in der Weise zu beantworten, dass die eigenen Aussagen weniger dem realen Erleben und Verhalten und dafür stärker sozialen Normen und Erwartungen entsprechen. Dies geschieht etwa, indem normverletzende Verhaltensweisen (z.B. Drogenkonsum) heruntergespielt („underreporting“) und sozial konforme Verhaltensweisen (z. B. Hilfsbereitschaft) übertrieben werden („overreporting“).
  • Soziale Erwünschtheit
    Der Begriff beschreibt die Tatsache, dass Versuchsteilnehmer gewöhnlich darauf aus sind, in einem positiven Licht gesehen zu werden und deshalb ihre Antworten bzw. ihr Verhalten so gestalten, dass sie möglichst nicht negativ bewertet werden.
  • Soziale Erwünschtheit
    Beinhaltet die Antworttendenz eines Probanden, sich selbst so darzustellen, wie es soziale Normen seiner Wahrnehmung nach erfordern (auch soziale Desirabilität genannt).
  • Soziale Evolution
    Irreversible Prozesse struktureller Veränderungen, die gerichtet stattfinden. Ihre Gerichtetheit ergibt sich daraus, dass sich soziale Systeme ständig an Veränderungen ihrer Umwelt anpassen müssen, indem sie ihrerseits mit Änderungen reagieren, die im Prinzip rational, also zielgerichtet erfolgen – unter den veränderten Rahmenbedingungen. Die Prozesse selbst sind aber insofern als „ziellos“ zu bezeichnen, als eben diese veränderten Bedingungen nicht vom sozialen System selbst intendiert, sondern zufällig sind.
  • Soziale Falle
    Situation, in der sich die am Konflikt beteiligten Parteien in wechselseitig destruktivem Verhalten verfangen, weil jede Partei rational die eigenen Interessen verfolgt.
  • soziale Handlungskompetenz
    Geschick im Umgang mit anderen
  • soziale Homogamie
    Partnersuchende finden einander, weil sie sich in derselben sozialen Umwelt (soziale Schicht, Bildungsniveau, Milieu) aufhalten
  • Soziale Identität
    Derjenige Bestandteil unseres Selbstkonzepts, der sich auf Gruppenmitgliedschaften und den Wert sowie die mit diesen Mitgliedschaften verbundene soziale Bedeutung gründet.
  • Soziale Identität
    das Wir-Gefühl als Teil unseres Selbstkonzepts. derjenige Teil unserer Antwort auf die Frage »Wer bin ich?«, der durch unsere Gruppenzugehörigkeit bestimmt wird.
  • soziale Intelligenz
    soziale Kompetenz
  • soziale Interaktion
    Wechselwirkung zwischen den Reaktionen zweier Personen in derselben Situation
  • Soziale Kategorisierung / Dekategorisierung
    Soziale Kategorisierung in Eigen- und Fremdgruppe wird als Voraussetzung für die Bildung von Stereotypen und Vorurteilen angesehen. Dekategorisierung ist die Aufweichung/Auflösung der Kategorisierung durch Personalisierung der Fremdgruppe.
  • Soziale Kognition
    Ein umfassendes Thema innerhalb der Sozialpsychologie, das sich damit beschäftigt, zu verstehen, wie wir über uns selbst und über andere Menschen denken und wie die beteiligten Prozesse unsere Urteile und unser Verhalten in sozialen Kontexten beeinflussen.
  • Soziale Kognition
    Alle kognitiven und affektiven Aspekte der sozialen Wahrnehmung, die mit uns selbst, anderen Personen bzw. der Beziehung zu diesen zu tun haben (Amodio & Frith, 2006).
  • Die Forschung in diesem Bereich beschäftigt sich im Wesentlichen damit, wie Menschen sich selbst und andere beurteilen. Dieser Ansatz betont in besonderer Weise die Bedeutung von Prozessen der Informationsverarbeitung, die zwischen den beobachteten Gegebenheiten in der sozialen Umwelt und den darauf bezogenen Urteilen vermitteln.
  • Soziale Kognitionen
    Soziale Kognitionen (social cognition) bezeichnen die Art und Weise, wie Menschen sich selbst und ihre soziale Umwelt „konstruieren“ (d. h., wie sie soziale Informationen aufnehmen, verarbeiten, erinnern und einsetzen). Soziale Informationen sind dabei oft durch eine hohe Komplexität und Vagheit gekennzeichnet (im Gegensatz etwa zu „harten“ physikalischen Fakten).
  • Soziale Kompensation
    Ist ein Motivationsgewinn in Gruppen, der auftritt, wenn stärkere Gruppenmitglieder ihre Anstrengungen erhöhen, um damit eine nicht optimale Leistung schwächerer Mitglieder auszugleichen.
  • Bündel von Fähigkeiten einer Person, eigene Interessen und Bedürfnisse in sozialen Interaktionen zu äußern, zu verfolgen und durchzusetzen, ohne die Rechte und Bedürfnisse anderer unnötig zu verletzen.
  • Soziale Kompetenz umfasst die Menge spezifischer Fertigkeiten als notwendige Voraussetzung zum effektiven Erreichen persönlicher Ziele im interpersonalen Kontext. Dazu zählen u. a. die Fertigkeit, stabile Beziehungen aufzubauen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen oder eigene Interessen durchsetzen zu können. Defizitäre soziale Kompetenzen gelten als Risikofaktor für Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen.
  • Die Fähigkeit, persönliche Ziele in sozialen Situationen zu erreichen und gleichzeitig positive Beziehungen zu anderen aufrechtzuerhalten.
  • Soziale Kompetenz
    Soziale Kompetenz bezieht sich auf die Verfügbarkeit und Anwendung von Fertigkeiten, die es dem Handelnden ermöglichen, soziale Situationen zielführend und bedürfnisgerecht zu bewältigen. Sie umfasst Fertigkeiten auf den Ebenen Kognition, Emotion und Verhalten.
  • soziale Kompetenz
    Durchsetzungs- und Beziehungsfähigkeit
  • Soziale Kontrolle
    Das Vermögen einer Person, das Verhalten und Erleben einer anderen Person im Sinne der eigenen Intentionen zu verändern.
  • Soziale Kreativität
    Kognitive Umbewertungsprozesse, die gemäß der Theorie der sozialen Identität auftreten, wenn ein gewünschter Gruppenwechsel nicht möglich ist. Um dennoch einen positiven Selbstwert aus der Gruppenzugehörigkeit zu ziehen, findet ein Wechsel der sozialen Vergleichsdimension statt.
  • Soziale Mobilität
    Prozess innerhalb der Theorie der sozialen Identität, der das Bestreben und die Möglichkeit meint, von einer sozialen Gruppe in eine vermeintlich bessere zu wechseln. Bei einer starken Ausprägung ist ein Gruppenwechsel relativ einfach möglich.
  • Soziale Neurowissenschaft
    Ein interdisziplinäres Feld mit dem Anspruch, zu verstehen, wie soziale Prozesse und Verhaltensweisen durch biologische Systeme realisiert werden.
  • Soziale Neurowissenschaften
    Forschungsrichtung, die sich mit den neuronalen Grundlagen sozialpsychologischer Phänomene beschäftigt. Im Sinne einer mehrdimensionalen Betrachtungsweise werden dabei klassische Sozialpsychologie, Kognitionswissenschaften und moderne Neurowissenschaften miteinander verknüpft.
  • Normalitätsbegriff wird durch Werte einer Gesellschaft definiert.
  • Soziale Projektion
    Einfache Strategie, um Wissen über andere Personen zu erhalten, indem man die eigenen Einstellungen, Merkmale und Verhaltensweisen auf andere überträgt. Grundlage hierfür ist die Annahme, dass die meisten anderen Menschen genauso denken bzw. sich genauso verhalten wie man selbst.
  • Das Nachspielen sozialer Alltagserfahrungen in Spielszenen, bei denen Kinder mit anderen Kindern oder mit Erwachsenen verschiedene soziale Rollen darstellen, zum Beispiel „Mutter tröstet Baby“.
  • soziale Sensitivität
    Einfühlungsvermögen in andere
  • Ein Prozess, bei dem eine kompetentere Person zeitweilig ein Rahmengerüst bietet, welches das Denken des Kindes auf einer höheren Ebene ermöglicht, als das Kind es selbst bewältigen könnte.
  • Soziale Uhr
    die in einer Kultur vorgegebenen Zeiträume für bestimmte soziale Ereignisse wie Heirat, Elternschaft oder Ruhestand.
  • Soziale Unterstützung
    Das Eingehen eines Partners auf die Bedürfnisse des anderen.
  • Soziale Unterstützung
    Soziale Unterstützung bezieht sich auf unterschiedliche Formen der sozialen und emotionalen Unterstützung durch andere, die als Moderatoren bei der Stressentstehung wirken. Diese Unterstützung kann sowohl durch Kollegen und Vorgesetzte am Arbeitsplatz geleistet werden (z. B. durch Wertschätzung) als auch durch die Familie bzw. das private Umfeld einer Person (z. B. durch Zuwendung). Durch die wahrgenommene Unterstützung erfährt die Person u. a. eine Aufwertung ihres Selbstwertes, was dazu führt, dass sie sich selbst als kompetent und den Anforderungen gewachsen einschätzt und sich durch schwierige Situationen weniger schnell verunsichern lässt. Soziale Unterstützung wirkt auch als Puffer zwischen Stressoren und Gesundheit (z. B. wenn Vorgesetzte den betroffenen Mitarbeiter aktiv unterstützen oder Orientierung in schwierigen Situationen geben).
  • soziale Unterstützung
    erhaltene, erfahrene oder potentielle Unterstützung
  • Soziale Validität von Auswahlverfahren
    Ausmaß, in dem ein Auswahlverfahren Elemente beinhaltet (z. B. Ergebnisrückmeldungen, direkt erkennbarer Tätigkeitsbezug), die seine Akzeptanz bei den Bewerbern sichern bzw. erhöhen.
  • Soziale Vergleiche
    Vergleiche der eigenen Leistung mit der Leistung anderer (z. B. der Mitschüler).
  • Der Vergleich des Selbst mit anderen Personen.
  • Soziale Verhaltensstörung (CD)
    Eine Störung, bei der schwerwiegende antisoziale und aggressive Verhalten auftreten, die anderen Schmerzen zufügen, das Eigentum anderer zerstören oder andere in ihren Rechten beeinträchtigen.
  • Soziale Wahrnehmung
    Der Prozess, bei dem Informationen über die individuellen Merkmale einer Person gesammelt und interpretiert werden.
  • Soziale Wirklichkeit
    Dieser Begriff aus den Sozialwissenschaften dient zur Bezeichnung dessen, was vom Menschen wahrgenommen und für wirklich gehalten wird, woran dessen Handeln ausgerichtet und auch erst durch menschliches Handeln geschaffen wird. Der Begriff kann in Abgrenzung zur Wirklichkeit im naturwissenschaftlichen Sinne verstanden werden, welche objektiv feststellbar und unabhängig vom menschlichen Handeln existiert.
  • Sozialen Rollenverhalten (Rolle)
    Die Verhaltensweisen, die man von einer Person mit einer bestimmten Position innerhalb der Gruppe erwartet.
  • Sozialer Einfluss
    Veränderung von Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten bzw. Verhaltensweisen infolge der Tatsache, dass man mit den Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten bzw. Verhaltensweisen anderer Menschen konfrontiert ist.
  • Sozialer Einfluss
    Die Wirkung einer Person oder einer Personengruppe auf die Gefühle, Gedanken und das Verhalten einer anderen Person/Personengruppe. Die Wirkungsquelle kann dabei eine tatsächlich anwesende, implizit anwesende oder nur vorgestellte Person sein.
  • Sozialer Führungsstil
    gruppenorientierter Führungsstil, bei dem Teamarbeit gefördert, bei Konflikten vermittelt und Unterstützung angeboten wird.
  • Menschenbild, bei dem ein Sozialer Mensch angenommen wird, der hauptsächlich von sozialen Motiven geleitet wird und für den soziale Beziehungen im Vordergrund stehen.
  • Sozialer Vergleich
    Sich selbst mit anderen vergleichen, um die eigenen Fähigkeiten und Meinungen einzuschätzen.
  • Der Vergleich der eigenen psychischen, verhaltensbezogenen oder körperlichen Eigenschaften mit anderen Personen des sozialen Umfelds, um sich selbst zu bewerten.
  • sozialer Vergleich
    Vergleich der eigenen Person mit einer Bezugsgruppe
  • Sozialer Wettbewerb
    Ist ein Motivationsgewinn in Gruppen, der auftritt, wenn sich die Gruppenmitglieder während Gruppenaufgaben, bei denen die individuellen Beiträge identifizierbar sind, gegenseitig ausstechen wollen.
  • Sozialer Wettbewerb
    Prozess, der gemäß der Theorie der sozialen Identität immer dann auftritt, wenn ein Konflikt zwischen zwei Gruppen vorliegt. Er führt in der Regel zur Aufwertung der Eigengruppe und/oder Abwertung der Fremdgruppe.
  • Soziales Dilemma
    Entscheidungssituation, in der die Verfolgung des individuellen Nutzens zu kollektiven Nachteilen führt, also dem Wohl der Allgemeinheit widerspricht.
  • Soziales Dilemma
    Ein soziales Dilemma bezeichnet einen Konflikt, in dem die individuell gewinnbringende Handlung, würde sie von allen gewählt werden, für die Gesamtheit einen Verlust darstellt.
  • Soziales Faulenzen
    Motivationsverlust in Gruppen, der bedeutet, dass Gruppenmitglieder ihre Anstrengungen verringern, wenn die individuellen Beiträge zur Gruppenleistung nicht identifizierbar sind.
  • Soziales Faulenzen
    Tendenz, dass sich Menschen in Gruppen weniger anstrengen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, als wenn sie allein verantwortlich sind.
  • Soziales Faulenzen
    Leistungsabfall des Individuums in Gegenwart anderer Personen, wenn es sich um eine einfache Aufgabe handelt und die Leistung des Einzelnen nicht messbar ist. Im Gegenzug steigt die Leistung bei schwierigen Aufgaben, bei denen keine individuelle Leistungsmessung möglich ist.
  • Soziales Investitionsprinzip
    Interindividuelle Unterschiede in der alterstypischen Entwicklung entstehen durch differentielle Investition in altersabhängige soziale Rollen (z. B. erste Partnerschaft)
  • Das soziale Kapital einer Person bezeichnet die Quantität und Qualität ihrer sozialen Beziehungen. Die PISA-Studie zeigte, dass das soziale Kapital der Herkunftsfamilie einen starken Einfluss auf die Schulleistungen und den Bildungserfolg der Kinder hat.
  • Lächeln, das an Menschen gerichtet ist. Es tritt ab dem Alter von sechs oder sieben Wochen auf.
  • soziales Netzwerk
    die wechselseitigen Beziehungen vieler Personen
  • Das Heranziehen mimischer oder stimmlicher Hinweise der Eltern oder anderer Erwachsener, um zu entscheiden, wie mit neuen, mehrdeutigen oder potenziell bedrohlichen Situationen umzugehen ist.
  • Soziales Skript
    kulturell geformter Leitfaden, der bestimmt, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll.
  • Sozialgesetze zur Krankenversicherung
    Vorschreibung von Voraussetzungen und Standards für Psychotherapie im Rahmen der Krankenversicherung: Definition konkreter abzurechnender Leistungen; Benennung der Richtlinienverfahren, nach denen abgerechnet werden darf; Festlegung der maximal möglichen verfahrensspezifischen Therapiesitzungsanzahl; Regelung von Zusammenarbeit zwischen kassenärztlichen Vereinigungen und gesetzlichen Krankenversicherungen.
  • Der Prozess, durch den Kinder Werte, Normen, Fähigkeiten, Wissen und Verhaltensweisen erwerben, die für ihre jetzige und künftige Rolle in ihrer eigenen Kultur als angemessen betrachtet werden.
  • Sozialisierung
    wird zu analytischen Zwecken meist von Erziehung abgegrenzt, indem der Begriff auf Einstellungs- und Verhaltensänderungen abhebt, die auf das Lebensumfeld und die hier stattfindenden Interaktionen mit relevanten Bezugspersonen zurückzuführen sind, obwohl diese keiner bewussten pädagogischen Absicht folgen. Dennoch (oder gerade deshalb) können Sozialisationsprozesse die Veränderung oder Stabilisierung von Personmerkmalen während verschiedener Ausschnitte der Lebensspanne erheblich beeinflussen.
  • Sozialkognitives Lernen
    Beim Ansatz des sozialkognitiven Lernens geht es im Kern um Prozesse der Beobachtung und des Nachahmens von Verhaltensweisen anderer Menschen. Es wird angenommen, dass wir uns unser soziales, aber auch anderes (Arbeits-) Verhalten in hohem Maße über diese Form des Beobachtungs- bzw. Modelllernens aneignen. Untersuchungen zeigen, dass die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf bedeutsame Verhaltensaspekte, die angemessene Einübung und Kodierung des beobachteten Verhaltens sowie Prozesse der stellvertretenden Verstärkung (hierbei wird beobachtet, wie die Modellperson verstärkt wird) und Selbstverstärkung (z. B. durch eigene Belohnung) zentrale Einflussfaktoren dieser Art des Lernens sind.
  • Beinhaltet die Fähigkeit, sich im sozialen Umgang situationsspezifisch und angemessen z. B. durch Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten zu verhalten.
  • Kooperative und kommunikative Fertigkeiten zur Realisierung von Zielen in sozialen Interaktionssituationen in einem bestimmten Tätigkeitsbereich.
  • Sozialkonstruktivismus als Wissenschaftstheorie
    Die wissenschaftstheoretische Basis des qualitativen Paradigmas in der empirischen Sozialforschung ist deutlich heterogener als im quantitativen Paradigma. Je nach qualitativem Forschungsfeld wird u. a. mit sozialkonstruktivistischen, interpretativen, poststrukturalistischen, symbolisch-interaktionistischen, phänomenologischen, dialektischen Erkenntnistheorien gearbeitet. Es existieren aber übergreifende wissenschaftstheoretische Prinzipien qualitativer Sozialforschung. So wird in der Regel davon ausgegangen, dass Erkenntnisgewinn dadurch zustande kommt, dass man zunächst den Untersuchungsgegenstand in seinem Kontext sowie die Sichtweisen der Beteiligten detailliert rekonstruiert, um daraus dann schrittweise Hypothesen und Theorien abzuleiten und in mehreren Überarbeitungsschleifen mit den Daten abzugleichen. Dabei wird die Erfahrungswirklichkeit anhand der Detailbetrachtung weniger Fälle möglichst ganzheitlich untersucht.
  • Sozialpsychologie
    die wissenschaftliche Untersuchung davon, wie wir übereinander denken, uns gegenseitig beeinflussen und in welcher Beziehung wir zueinander stehen.
  • Sozialpsychologie
    Fachrichtung innerhalb der Psychologie, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt beschäftigt. Gegenstand ist zum einen das Individuum allein, zum anderen das Individuum im Kontext der Gruppe.
  • Tätigkeitsfeld, das ich mit der Analyse von Beziehungen zwischen genetischen Interessen (Weitergabe von Genen) und Verhalten befasst. Es handelt sich dabei um die Anwendung neodarwinistischer Evolutionstheorie auf das Sozialverhalten von Tieren und Mensch
  • Soziobiologie
    Paradigma der Biologie, das nach evolutionären Wurzeln sozialen Verhaltens sucht
  • Sozioemotionales Verhalten
    Verhaltensweisen in gruppeninternen Interaktionen, die auf interpersonelle Beziehungen gerichtet sind.
  • Ansätze, die den Beitrag anderer Menschen und der umgebenden Kultur zur Kindesentwicklung betonen.
  • Die materiellen, sozialen, kulturellen, ökonomischen und zeitgeschichtlichen Umstände, die die Umwelt eines Kindes bilden.
  • Soziometer-Theorie
    Eine Theorie, die postuliert, dass unser Selbstwertgefühl als Signal für das Ausmaß fungiert, in dem wir uns von anderen Menschen akzeptiert oder abgelehnt fühlen.
  • Erhebung der sozialen Beziehungen in einer Gruppe durch positive oder negative Wahlen
  • Ausmaß, in dem Kinder von der Gruppe der Gleichaltrigen gemocht werden. Wesentliche Eigenschaften, die hierbei ausschlaggebend sind, sind die körperliche Attraktivität, sportliche Fähigkeiten, selbstbezogene Kognitionen und auch das Sozialverhalten (sozia
  • Ein Messwert für das Ausmaß, in dem Kinder von der gesamten Gruppe ihrer Peers mehr oder weniger gemocht werden.
  • Ein Maß für die soziale Schicht, das auf Einkommen und Bildung basiert.
  • sozioökonomischer Status
    Eigenschaft der Familie, bestimmt durch Ausbildungsniveau, Berufsprestige und Einkommen der Eltern
  • Soziosexualität
    Tendenz zu Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern
  • Die soziotechnische Systemanalyse ist ein arbeitsanalytisches Konzept, das sowohl den Menschen in seinem sozialen Umfeld als auch die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen im Unternehmen betrachtet.
  • Soziotechnische Systemgestaltung
    Der Grundgedanke dieses Ansatzes besteht darin, dass die in enger Beziehung zueinander stehenden Teilkomponenten eines soziotechnischen Systems – die Technik, die Organisation und der Mensch – nur gemeinsam optimiert werden können und sollten. Dabei sind folgende Prinzipien zu beachten: Bildung relativ unabhängiger Organisationseinheiten, denen ganzheitliche Aufgaben übertragen werden. Die verschiedenen Aufgaben bzw. Tätigkeiten in der Einheit sollten einen inhaltlichen Zusammenhang aufweisen, sodass das Bewusstsein einer gemeinsamen Aufgabe entsteht und die gegenseitige Unterstützung nahelegt. Der technisch-organisatorische Ablauf sollte schließlich so gestaltet sein, das das Arbeitsergebnis in seiner qualitativen und quantitativen Form auf die Organisationseinheit rückführbar ist. Unter Berücksichtigung dieser Prinzipien wird davon ausgegangen, dass die gemeinsame Optimierung von Technik, Organisation und Mensch besser gelingt und keine „technischen“ Sachzwänge entstehen.
  • Soziotechnische Systemtheorie
    Die soziotechnische Systemtheorie postuliert, dass das soziale und das technische System nicht unabhängig voneinander sind und deshalb beide Systeme immer gemeinsam optimiert werden müssen.
  • Organisationsentwicklungsansatz, bei der Menschen und Technologien in einem Unternehmen so strukturiert werden, dass sie ein spezifisches Ergebnis produzieren.
  • Spacing-Effekt
    Tendenz, dass durch zeitlich verteiltes Lernen oder Üben bessere langfristige Behaltenserfolge erzielt werden als bei massiertem Lernen oder Üben.
  • Spalt, subarachnoidaler
    Spalt zwischen der Arachnoidea (Spinnenhaut) und der Pia mater (weichen Hirnhaut); mit Liquor gefüllt
  • Spalt, synaptischer
    Nur 20-40 nm breiter Spalt zwischen prä- und postsynaptischer Membran
  • Spannung
    Unter Spannung versteht man im Allgemeinen einen Gefühlszustand, der sich langsam aufbaut und der ein gewisses Beteiligtsein am rezipierten Prozess beinhaltet.
  • Krampf, Verkrampfung
  • Experimentelles Vorgehen, bei dem Probanden vor der Präsentation eines Reizes, auf den sie so schnell wie möglich reagieren müssen, ein Hinweisreiz dargeboten bekommen, der ihnen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit (valide z.B. in 80% aller Fälle) den Ort anzeigt, an dem der Zielreiz erscheinen wird. Valide Zielreize reduzieren die Reaktionszeit, invalide dagegen erhöhen die Reaktionszeit.
  • Spatial-Cueing-Paradigma (spatial cueing paradigm)
    Experimentelles Vorgehen, bei dem vor der Darbietung eines Stimulus ein Hinweisreiz (cue) mit einer bestimmten Validität auf ausgewählte Charakteristika des eigentlichen Reizes hinweist. Wichtig ist die Unterscheidung in symbolische und direkte Hinweisreize. Aus invaliden bzw. validen Hinweisreizen resultieren Leistungskosten bzw. -gewinne.
  • Spatialer Neglect
    Nur noch selten gebräuchlicher Ausdruck für einen → Neglect.
  • Spearman-Brown-Formel
    Formel, die die Reliabilität einer aggregierten Messung vorhersagt
  • Spearman-Brown-Formel
    Mit der Spearman-Brown-Formel lässt sich allgemein die Höhe der Reliabilität bei Verlängerung oder Verkürzung des Tests um k Testteile bestimmen. Umgekehrt lässt sich auch die erforderliche Testlänge (Itemanzahl) ermitteln, um eine gewünschte Höhe der Reliabilität zu erreichen.
  • Spearman-Brown-Korrektur
    Formel zur Schätzung der Reliabilität eines Tests bei Verlängerung des Tests um homogene Testteile; findet auch bei der Splithalf-Reliabilität Verwendung, bei der die Halbtest-Reliabilität auf die Reliabilität des Gesamttests aufgewertet wird.
  • strukturierte Partnersuche mittels kurzer, direkt aufeinander folgender Interaktionen mit vielen potentiellen Partnern
  • Speed-accuracy trade-off
    Bezeichnung für die gegenläufige Beziehung zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit bei der Bewegungsausführung. Je genauer man eine Bewegung ausführt, desto langsamer wird man. Je schneller man eine Bewegung ausführt, desto ungenauer wird man.
  • Speed-Tests
    Siehe Geschwindigkeitstests
  • Leistungstests mit meist einfachen Aufgaben, wobei erhoben wird, wie viele Aufgaben unter Zeitdruck gelöst werden können. (Auch: Geschwindigkeitstests)
  • Speichern
    dauerhaftes Behalten der enkodierten Informationen.
  • Ein Spektrogramm stellt für ein Schallsignal die Frequenzen und deren Intensitäten dar.
  • Der erste Samenerguss.
  • Spermieninjektion, intrazytoplasmatische (ICSI)
    Ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei der die männlichen Samenzellen in einem speziellen Kulturmedium außerhalb des weiblichen Körpers direkt in die Eizelle hineingespritzt werden.
  • Spezielle Entwicklungstests
    Tests, die der differenzierten Erfassung des Entwicklungsstandes in Teilbereichen der Entwicklung (wie Sprache oder Motorik) dienen.
  • spezifische Alternativhypothese
    Annahme, die nicht nur einen Unterschied oder Zusammenhang generell, sondern auch dessen Mindestgröße voraussagt. Beispiel: Männer sind im Durchschnitt mindestens 5 cm größer als Frauen (im Gegensatz zur unspezifischen Alternativhypothese: Männer sind im Durchschnitt größer als Frauen). Spezifische Hypothesen werden meistens in Verbindung mit Effektgrößen formuliert
  • Spezifische Objektivität
    Liegt vor, wenn alle IC-Funktionen die gleiche Form aufweisen, d.h. lediglich entlang der ξ-Achse parallel verschoben sind. Ist dies der Fall, kann der Schwierigkeitsunterschied zweier Items (σj - σi) unabhängig davon festgestellt werden, ob Personen mit niedrigen oder hohen Merkmalsausprägungen ξ untersucht wurden. In Umkehrung kann auch der Fähigkeitsunterschied zweier Personen (ξw – ξv) unabhängig von den verwendeten Items festgestellt werden.
  • Spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES)
    Entwicklungsstörung, bei der keine anderweitigen Primärbeeinträchtigungen (Wahrnehmung, neurologische Anomalie, starke IQ Minderung, tiefgreifende psychosoziale Störung) vorliegen.
  • Exklusive Merkmale, die für ein therapeutisches Verfahren typisch und für den Therapieerfolg verantwortlich sind.
  • Spezifität
    Prozentsatz von Personen, die in einem Screeningtest als gesund identifiziert wurden und bei denen auch tatsächlich keine Erkrankung vorliegt, d. h. der Prozentsatz, der korrekterweise als gesund identifiziert wurde.
  • Spezifität
    Wahrscheinlichkeit, mit der ein vorliegender »negativer Zustand« (z. B. ungeeignet, gesund) als solcher erkannt wird.
  • Beschreibt das Ausmaß der durch die Situation und die Person-Situation-Interaktion erklärten Varianz relativiert an der Gesamtvarianz einer Messvariablen.
  • Sphincter Oddi
    Verschlussmuskel im Gallen- bzw. Pankreasgang. Eine Störung der Funktion kann zu heftigen, rechtsseitigen Oberbauchschmerzen führen.
  • Spiegelbewegungen
    Unwillkürliche Mitbewegungen der jeweils anderen Hand bei willkürlichen Bewegungen einer Hand.
  • Spiegelbildliche Wahrnehmungen
    gegenseitige Wahrnehmung, die konfligierende Parteien häufig haben, wenn sie beispielsweise sich selbst jeweils als ethisch korrekt und friedlich, die andere Seite hingegen als böse und aggressiv sehen.
  • Therapeutische Übung zur Reduktion intensiver figurbezogener Ängste und Vermeidung, bei der der Patient dazu aufgefordert wird, sich langanhaltend in einem Ganzkörperspiegel zu betrachten und so neutral wie möglich zu beschreiben.
  • Spiegelneurone
    Stirnlappenneuronen, die – wie manche Forscher glauben – reagieren, wenn bestimmte Tätigkeiten ausgeführt werden oder wenn jemand anderes bei der Ausführung beobachtet wird. Der im Gehirn ablaufende Vorgang des Spiegelns der Tätigkeit eines anderen Menschen könnte zur Nachahmung und zur Empathie beitragen.
  • Spiegelneurone
    Neurone (u. a. in der prämotorischen Area F5), die gleichermaßen entladen, wenn das Subjekt eine bestimmte Bewegung ausführt und wenn das Subjekt sieht, dass ein anderer dieselbe Bewegung ausführt.
  • Spiegelneurone
    Neurone mit sensumotorischen Eigenschaften im prämotorischen Kortex, die sowohl der Wahrnehmung als auch der Handlung dienen. Die Existenz solcher Neurone weist auf die enge Beziehung zwischen Wahrnehmung und Handlung hin.
  • Spiegelneurone (mirror neurons)
    Neurone, die sensorische Informationen einer beobachteten Handlung auf interne motorische Repräsentationen abbilden. Spiegelneurone feuern sowohl, wenn eine Bewegung selbst ausgeführt wird, als auch, wenn die gleiche oder eine ähnliche Bewegung bei anderen beobachtet wird.
  • Spiegelneurone (mirror neurons)
    Neurone im prämotorischen Cortex von Primaten, die bei der Ausführung und Beobachtung von Handlungen aktiv werden.
  • Spiegelneuronen
    Spiegelneuronen sind neuronale Strukturen, die nicht nur dann aktiv sind (feuern) wenn bestimmte Bewegungen und/oder Handlungen ausgeführt werden, sondern auch dann, wenn eine solche Bewegung und/oder Handlung beobachtet wird. In den Aktivitäten der Spiegelneuronen werden wahrgenommene Handlungen gewissermaßen intern als eigene Handlungen motorisch gespiegelt, und eigene Handlungen werden als extern wahrgenommene Handlungen sensorisch gespiegelt.
  • Spiegelsystem (mirror system)
    Regionen im Gehirn, die sowohl aktiv sind, wenn man eigene Handlungen ausführt, als auch, wenn man Handlungen bei anderen beobachtet. Regionen des Spiegelsystems sind vor allem der prämotorische Cortex, der inferiore frontale Gyrus und der inferiore Parietallappen.
  • Spiele in Organisationen bezeichnen die regelgebundene und zielbewusste Auseinandersetzung mit Aufgaben oder Menschen. Dabei lassen sich Spiele zum Aufbau von Macht, Spiele zum Widerstand gegen Autorität sowie – als Reaktion darauf – Spiele gegen Widerstandsspiele unterscheiden.
  • Theorie, die sich mit dem Verhalten in Entscheidungssituationen beschäftigt, in denen sich die Beteiligten gegenseitig beeinflussen. Die Theorie geht dabei von rationalen Akteuren aus, d.h., jeder Beteiligte ist gewillt, den größtmöglichen Gewinn zu erzielen.
  • Annahme, dass sich in einer negativen Geschwisterbeziehung auch elterliche Konflikte widerspiegeln können, indem die negative Qualität der Elternbeziehung auf die Geschwisterbeziehung „überschwappt“.
  • Erfahrungen bei der Arbeit (z. B. Stimmung, Werte oder Verhaltensweisen) werden nicht abgelegt, sondern in den Freizeitbereich mitgenommen (oder umgekehrt) und kommen dort zum Ausdruck. (Stichwort: Work-Life-Balance)
  • Drehimpuls von Elementarteilchen
  • Split-Brain
    Zustand nach einer Operation, bei der die beiden Gehirnhälften voneinander getrennt wurden, nachdem die sie verbindenden Fasern, vor allem die des Corpus callosum, durchgeschnitten wurden.
  • Split-Half-Reliabilität
    Der Test wird nach der Durchführung in zwei möglichst äquivalente Hälften aufgeteilt. So erhält man für jeden Probanden zwei Testwerte. Für die Halbierung kommen mehrere Techniken in Betracht: Aufteilung nach ungerader und gerader Nummer der Items, Aufteilung in die erste und zweite Testhälfte, Halbierung auf Basis von Itemkennwerten. Wenn die Schnelligkeit der Testbearbeitung entscheidend ist, kann der Test auch vor der Durchführung nach einer der genannten Methoden in zwei Hälften aufgeteilt werden.
  • Splithalf-(Testhalbierungs-) Reliabilität
    Methode der Reliabilitätsschätzung. Aus den Items eines Tests werden zwei möglichst parallele Testhälften gebildet. Aus der Korrelation der Testwerte der Halbtests wird mittels Spearman-Brown-Korrektur die Reliabilität des Gesamttests geschätzt.
  • Spontanabort
    Spontaner, nicht künstlich induzierter Verlust der Schwangerschaft vor Erreichen der Lebensfähigkeit des ungeborenen Kindes. Es wird zwischen Frühabort (Schwangerschaftsverlust vor der 12. Schwangerschaftswoche) und Spätabort (Schwangerschaftsverlust nach der 12. Schwangerschaftswoche) unterschieden.
  • Bei der Spontanaktivität handelt es sich um ständig auftretende rhythmische Potenzialänderungen mit einer Frequenz von 0,5 bis maximal 100 Hz und Amplituden von 1 bis 100 µV (Mikrovolt).
  • Spontane Konfabulationen
    Konfabulationen, die auf einer Realitätsverwechslung beruhen und die sich in Handlungen (entsprechend den Konfabulationen), Desorientiertheit und Amnesie äußern. Dieses Syndrom enstpricht der ursprünglichen Definition des Korsakoff-Syndroms.
  • Spontanerholung
    erneutes Auftreten einer gelöschten konditionierten Antwort nach einer Pause.
  • Teilweise oder komplette Genesung von einer Störung, ohne diese behandelt zu haben.
  • Spoonerismus (spoonerism)
    Versprecher, bei dem Phoneme zu Wortbeginn vertauscht werden, woraus meist neue sinnhafte (aber nicht beabsichtigte) Äußerungen entstehen.
  • Sportliche Aktivität
    „Bei sportlichen Aktivitäten handelt es sich um strukturierte körperliche Aktivitäten, die häufig mit einer höheren Intensität durchgeführt werden und die typischen, historisch-kulturell definierten Bewegungsinszenierungen des Sports übernehmen. Diese Bewegungsinszenierungen – zumindest in einem traditionellen Verständnis von Sport – betreffen die Standardisierung der Bewegungsräume (Sporthalle, Sportplätze etc.), des Regelwerks und die Wettkampforientierung (Sieg bzw. Rekord) (Fuchs und Schlicht 2012b).“ (Oertel-Knöchel und Hänsel 2016, S. 6)
  • Sportliches Training
    „Sportliches Training bezeichnet die freiwilligen und systematischen Wiederholungen von Bewegungen, die planvoll definierte Ziele verfolgen, wie die Aufrechterhaltung oder Verbesserung der körperlichen Fitness, der Gesundheit oder der sportlichen Leistungsfähigkeit.“ (Oertel-Knöchel und Hänsel 2016, S. 6)
  • Sportmotive
    Als Sportmotive werden nach Gabler „situationsüberdauernde, zeitlich überdauernde und persönlichkeitsspezifische Wertungsdispositionen“ (2004b, S. 205) bezeichnet, die auf sportliche Situationen gerichtet sind.
  • Sportpsychologie
    Die Sportpsychologie ist eine anwendungsorientierte Wissenschaft, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen im Sport sowie den Ursachen und Wirkungen dieses Erlebens und Verhaltens beschäftigt.
  • Spotlight-Effekt
    Überschätzen der Wahrnehmung und Bewertung unserer äußeren Erscheinung, Leistungen und Fehlleistungen durch andere Menschen (als ob wir im Licht eines Scheinwerfers stünden).
  • Sprache
    unsere gesprochenen, geschriebenen oder durch Gebärden ausgedru?ckten Wörter und die Art und Weise, wie wir diese miteinander verbinden, um Bedeutungen auszudru?cken.
  • Sprache-Gesten-Widersprüche
    Ein Verhalten, bei dem die Handbewegungen und die verbalen Äußerungen unterschiedliche Gedanken vermitteln.
  • Sprachliche Automatismen
    Nicht kommunikationsadäquate Produktion stereotypen sprachlichen Materials bei globaler Aphasie.
  • Sprachnetzwerk
    Moderne Theorien gehen davon aus, dass verschiedene Sprachfunktionen in unterschiedlichen neuronalen Netzwerken organisiert sind, die miteinander interagieren und ein hohes kompensatorisches Potenzial aufweisen.
  • Wissen darüber, welche Äußerungen in einem bestimmten sozialen Kontexten passend sind oder wie Äußerungen in einem bestimmten Kontext zu interpretieren ist.
  • Das tatsächliche Sprechen, Gebärden oder Schreiben.
  • Sprachverarbeitungsmodell
    Modelle der Wort- und Satzverarbeitung werden in der modernen Psycholinguistik für das auditive und schriftliche Verständnis sowie für die mündliche und schriftliche Produktion entwickelt und in der Neurolinguistik anhand von sprachlichen Störungsmustern überprüft.
  • Das Verstehen dessen, was andere sagen (oder gebärden oder schreiben).
  • Die Aufwertung einer gewählten Option bei gleichzeitiger Abwertung einer ausgeschlagenen Option nach der Entscheidung wird in der konsistenztheoretischen Forschung als Spreading-Apart-Effekt bezeichnet.
  • Sprechakt (speech act)
    Handlung, die mit einer sprachlichen Äußerung vollzogen wird.
  • Sprechapraxie
    Durch eine Schädigung sprechmotorischer Zentren der sprachdominanten Hemisphäre verursachte Störung der Planung oder Programmierung von Sprechbewegungen. Im Unterschied zu den ? Dysarthrien ist das Störungsbild durch eine hohe Variabilität der Symptomatik gekennzeichnet. Patienten mit Sprechapraxie haben meist zusätzlich eine Aphasie.
  • Spurenelement
    Chemisches Element, das in klein­sten Mengen im Körper vorhan­den ist und dessen Fehlen zu Mangeler­scheinungen führt, z.B. Jod, Magnesium, Zink
  • SQ3R
    eine Lernmethode, die fünf Schritte umfasst: Survey, Question, Read, Retrieve und Review, also Überblick verschaffen, Fragen stellen, lesen, abrufen und nochmal durchdenken.
  • Technik, die bei Männern mit Ejaculatio praecox eingesetzt werden kann: Kurz vor dem Point of no return wird versucht, durch Abdrücken des Penis unter der Eichel der Orgasmus zu unterbinden.
  • geschlechtsdeterminierendes Gen
  • Gen auf dem Y-Chromosomen, welches die Hodenentwicklung und Testosteronbildung anregt
  • Dem St.-Petersburg-Paradox liegt eine von Daniel Bernoulli geschilderte Lotterie zugrunde, bei der der mögliche Geldgewinn unendlich hoch ist. Aus der Sicht der Wert-Erwartungs-Theorie erscheint es paradox, dass Menschen nur geringe Beträge bieten, um diese Lotterie mit unendlich hoher Gewinnaussicht spielen zu dürfen.
  • Stäbchen
    Fotorezeptoren auf der Retina, die Schwarz, Weiß und Grau erkennen können und für das periphere Sehen und das Sehen in der Dämmerung erforderlich sind, wenn die Zapfen nicht reagieren.
  • Bei Stäbchen handelt es sich um Photorezeptoren der Netzhaut, die für das Sehen bei geringer Helligkeit zuständig sind.
  • Stabilität einer Eigenschaft
    zeitliche Konstanz der z-Werte der Eigenschaftsmessung, erfasst durch Korrelation
  • Stabilität eines Eigenschaftsprofils
    zeitliche Konstanz der Form eines Eigenschaftsprofils, erfasst durch Korrelation
  • Stadienmodell der Macht
    Im Stadienmodell der Macht (McClelland, 1975) werden die vier Machstadien nach der Quelle und dem Objekt der Macht unterschieden, die jeweils innerhalb oder außerhalb der Person liegen können.
  • Stage-Environment-Fit-Theorie
    Diese Theorie geht von der Erkenntnis aus, dass bestimmte Lern- bzw. Erziehungsumwelten nicht generell für eine Person günstig oder ungünstig sind, sondern dass die Passung mit einer Umwelt von der jeweiligen Entwicklungsphase („stage of development“) der Person abhängt.
  • STAI: State-Trait-Angst-Inventar
    Das STAI (Laux et al., 1981) soll mit zwei separaten Skalen Angst als Zustand und als Eigenschaft messen.
  • Stamm-und-Blatt Diagramm
    Ein Stamm-und-Blatt Diagramm ist eine Form der grafischen Darstellung von Daten. Es bildet die Verteilungen einer einzelnen Variable mit allen Rohwerten ab. Da jede Person in der Abbildung mit ihrem konkreten Wert auftaucht, gibt es keinerlei Informationsverlust. Es dient zum Erkennen von schiefen oder untypischen Verteilungen. Das Stamm-und-Blatt Diagramm ist Teil der explorativen Datenanalyse.
  • Therapeutische Strategie, die eigenständig eingesetzt wird (im Gegensatz zu ergänzende Therapie, die in Kombination mit anderen Verfahren zum Einsatz kommen).
  • Standardabweichung
    Die Standardabweichung s (oder auch SD für standard deviation) ist ein Maß zur Beschreibung der Streuung einer Verteilung. Sie ist die Wurzel aus der Varianz.
  • Ein Maß für die Variabilität von Messwerten in einer Verteilung. Bei einer Normalverteilung liegen 68 % der Messwerte innerhalb einer Standardabweichung links und rechts vom Mittelwert und 95 % der Messwerte innerhalb von zwei Standardabweichungen.
  • Standardabweichung
    berechnete Maßzahl, die die Streuung der Daten um den Mittelwert angibt.
  • Wurzel aus der Varianz; bezeichnet durch s für Stichproben, durch σ für theoretische Verteilungen (z.B. Population)
  • Standardabweichung
    statistisch: Maß der Variabilität von Messungen (Wurzel aus Varianz)
  • Standardabweichung oder Streuung
    Die Standardabweichung oder Streuung ist die positive Wurzel aus der Varianz und somit die korrigierte durchschnittliche quadrierte Abweichung jedes einzelnen Werts vom Mittelwert
  • Standardabweichung SD(x)
    Die Standardabweichung gibt die Streuung der Testwertvariable x-quer um den Mittelwert an. Ist die Testwertvariable normalverteilt, so befinden sich im Bereich xquer ± 1 /SD(x) ca. 68% der Testwerte, im Bereich xquer ± 2 /SD(x)ca. 95% der Testwerte.
  • Standardabweichung/Streuung
    Gibt an, wie weit die einzelnen Messwerte in einer Messreihe um den Mittelwert herum streuen. (Beispiel: Schüler A erzielt in fünf Klassenarbeiten die Noten 3,3,3,3,3, Schüler B die Noten 1,2,3,4,5. In beiden Fällen wäre der Mittelwert 3. Die Leistungen der beiden Schüler sind dennoch nicht vergleichbar: Bei Schüler A ist SD = 0 bei Schüler B ist SD = 2.)
  • Standardfehler
    Der Standardfehler ist die Standardabweichung der Stichprobenverteilung eines Kennwertes. Er quantifiziert die Ungenauigkeit bei der Schätzung von Populationsparametern mithilfe von Stichprobenkennwerten.
  • Standardfehler
    Maß für die Güte eines Populationsparameters durch einen Stichprobenkennwert. Die Schätzung wird umso präziser, je größer die Stichprobe ist
  • Standardabweichung einer Stichprobenverteilung. Sie informiert darüber, wie unterschiedlich Stichprobenkennwerte (z.B. Mittelwerte) von Stichproben aus einer Population bei einem gegebenen Stichprobenumfang sein können. Wichtig für die Inferenzstatistik
  • Standardisierte bzw. relative Effektgrößenmaße
    Standardisierte bzw. relative Effektgrößenmaße („standardized effect size measures“) sind durch Relativierung an der Merkmalsstreuung unabhängig von der Messeinheit und vom Stichprobenumfang. Standardisierte Effektgrößenmaße sind notwendig bei nominal-, ordinal- oder intervallskalierten Variablen, die keinen natürlichen Nullpunkt haben (z.B. Ratingskala). Sie erlauben a) eine direkte Vergleichbarkeit verschiedener Studien zum selben Phänomen (auch wenn zur Operationalisierung verschiedene Messeinheiten verwendet werden), b) eine Verrechnung der Effekte vergleichbarer Studien zu einem standardisierten Gesamteffekt im Rahmen der Metaanalyse und c) die Einstufung der inhaltlichen Bedeutsamkeit des Effektes. Es existieren verschiedene standardisierte Effektgrößenmaße für unterschiedliche Effekte bzw. unterschiedliche Signifikanztests. Man beachte, dass die Standardisierung stets anhand der Streuung der Werte erfolgt und somit relativ zur Unterschiedlichkeit der erhobenen Werte zu betrachten ist, welche wiederum von der Stichprobenzusammensetzung sowie den Untersuchungsbedingungen – etwa der Dosierung der unabhängigen Variablen – abhängt.
  • in dieser Art von Interview sind Wortlaut und Reihenfolge der Interviewfragen vorab festgelegt und für alle Teilnehmenden gleich. Wenn dabei offene Fragen gestellt werden, die in eigenen Worten beantwortet werden sollen, handelt es sich um ein qualitatives standardisiertes Interview
  • Im Kulturuntersuchenden Kontext sind Kulturstandards: Zentrale Kennzeichen einer Kultur, die als Orientierungssystem des Wahrnehmens, Denkens und Handelns dienen.
  • Standardmessfehler
    Der Standardmessfehler gibt an, wie stark die Messfehler um die wahren Werte der Person(en) streuen.
  • Standardmessfehler SD(ε)
    Der Standardmessfehler SD(ε) eines Tests resultiert aus der Unreliabilität des Tests und errechnet sich als Wurzel aus der Fehlervarianz eines Tests. Der Standardmessfehler ist bei höherer Reliabilität kleiner und bei niedrigerer Reliabilität größer.
  • Standardnormalverteilung
    z–Werte verteilen sich immer in einer ganz bestimmten Form, die als Standardnormalverteilung (z–Verteilung) bezeichnet wird. Sie ist durch die Form der Glockenkurve (Normalverteilung) gekennzeichnet und besitzt stets einen Mittelwert von 0 sowie eine Standardabweichung von 1.
  • Standardnormalverteilung
    Normalverteilung mit dem Mittelwert µ = 0 und der Streuung σ = 1
  • Standardnormalverteilung
    Normalverteilung mit Erwartungswert (μ) 0 und Standardabweichung (σ) 1,0. Jede Normalverteilung kann durch z-Transformation in die Standardnormalverteilung überführt werden, was den Vergleich verschiedener Normalverteilungen ermöglicht
  • Die z-Norm sowie weitere durch Lineartransformationen gewonnene Normen (z.B. IQ- oder T-Norm).
  • Standardschätzfehler
    Die Wurzel aus der Fehlervarianz einer Regression. Er ist ein (unstandardisiertes) Maß für die Güte und Genauigkeit einer Regression
  • Kennzeichnet die Streuung der y-Werte um die Regressionsgerade und ist damit ein Gütemaßstab für die Genauigkeit der Regressionsvorhersagen. Je kleiner der Standardschätzfehler, desto genauer ist die Vorhersage. Der Standardschätzfehler ist identisch mit der Streuung der Regressionsresiduen
  • Standardschätzfehler
    Natürlich sind auch die Messwerte, die in die Regressionsgleichung eingehen, fehlerbehaftet. Deshalb liegt die Frage nahe, wie genau solche Vorhersagen sind. Die Kriteriumswerte streuen mehr oder weniger stark um die Regressionsgerade. Diese Streuung der wahren Kriteriumswerte um die vorhergesagten wird im Standardschätzfehler (nicht zu verwechseln mit dem Standardmessfehler) ausgedrückt.
  • Standardwerte
    Siehe Normwerte
  • Stanford-Binet-Intelligenztest
    häufig angewandte amerikanische Variante des ursprünglichen Binet-Intelligenztests (abgewandelt durch Lewis Terman von der Stanford-Universität).
  • Spezielle Form eines Histogramms, dem nicht nur die Häufigkeit von Messwerten, sondern auch deren Größe entnommen werden kann
  • Stanine-Werte
    Siehe Normwerte
  • starke Einstellung
    Einstellung mit kurzer Reaktionszeit in Einstellungsmessung
  • Starke Reziprozität
    Eine Prädisposition von Menschen dafür, mit anderen zusammenzuarbeiten und diejenigen zu bestrafen, die abtrünnig werden, selbst wenn dieses Verhalten nicht mit Eigeninteresse, einer Familienbeziehung im weiteren Sinn oder reziprokem Altruismus gerechtfertigt werden kann.
  • Startle-Reflex
    Schreckreflex; eine protektive Reflexantwort der Muskulatur auf überraschende Reize; durch bestehende Furcht wird der Reflex potenziert und bei positiver Grundemotion gehemmt
  • Ein zeitlich begrenzter biologischer, emotionaler und kognitiver Zustand, in dem sich eine Person befinden kann. Er kennzeichnet sich durch personenbedingte (d.h. trait-bedingte), situativ bedingte und durch die Interaktion zwischen Person und Situation bedingte Einflüsse.
  • Therapie in Einrichtungen, in denen die Patienten für die Dauer der Therapie auch wohnen, inklusive Übernachtung.
  • Statistische Hypothese
    Übersetzung der inhaltlichen Hypothese in eine mathematische Schreibweise
  • statistische Interaktion
    nichtadditive Wirkung zweier Variablen auf eine dritte
  • Als Normalität wird definiert, wenn sich Menschen in einem bestimmten Bereich um den Mittelwert eines Merkmals befinden.
  • Statistische Signifikanz
    statistische Aussage über die Wahrscheinlichkeit, mit der das Ergebnis einer Untersuchung dem Zufall zuzuschreiben ist.
  • Statistische Strukturen
    Statistische Strukturen sind durch die Summe aller gegebenen statistischen Beziehungen zwischen der Menge der jeweils betrachteten Elemente gegeben. In Verhaltensfolgen schaffen beispielsweise Abweichungen von einer gleichwahrscheinlichen Aufeinanderfolge der einzelnen Verhaltensschritte eine statistische Struktur.
  • Statistische Validität („statistical inference validity“): Wurden die deskriptiv- und inferenzstatistischen Analysen korrekt durchgeführt, so dass für die interessierenden Variablenzusammenhänge bzw. Effekte mit hoher Sicherheit nachgewiesen wurde, ob sie a) statistisch überzufällig (signifikant) sind oder nicht und b) ob sie eine theoretisch und/oder praktisch relevante Effektgröße aufweisen. Die statistische Validität ist vor allem von der Qualität der statistischen Datenanalyse abhängig. Aber auch untersuchungsplanerische Aspekte (z. B. Stichprobenumfang, Messgenauigkeit der gewählten bzw. entwickelten Messinstrumente) sind relevant.
  • beurteilt die Güte der Auswahl und Anwendung statistischer Verfahren und die Interpretation ihrer Ergebnisse. Sie wird u. a. durch die Verletzung der Anwendungsvoraussetzungen der statistischen Tests beeinträchtigt.
  • Status
    Bewertung einer Rolle durch die Gruppe, in der die Rolle vorkommt oder durch die sie definiert wird.
  • Statusdiagnostik
    Im Zentrum steht die Feststellung der relativen Ausprägung eines ¬interessierenden Konstrukts (z.B. Intelligenz) zu einem gegeben Zeitpunkt. Zentral ist die Annahme, dass für das interessierende Konstrukt von einer relativen (situations- und zeitüberdauernden) Stabilität auszugehen ist.
  • Statusdiagnostik
    Diagnostik, die sich auf die Beschreibung von momentanen Zuständen (auch Eigenschaften und Verhalten) bezieht.
  • Stellgröße (manipulated variable)
    Die Ausgangsgröße der Steuerzentrale in einem Regelkreis, also beispielsweise die motorischen Kommandos, die einer Diskrepanz zwischen Führungs- und Regelgröße entgegenwirken.
  • Stellvertretende Verstärkung
    Die Beobachtung, wie jemand anders eine Belohnung oder Bestrafung erhält.
  • Erarbeitung kausaler Schlussfolgerungen aus Informationen über prägende Personen und deren Einflüsse auf Denken und Verhalten des Patienten.
  • Stenose
    Verengung
  • Behandlungskonzept, bei dem das Ausmaß der therapeutischen Unterstützung an den tatsächlichen individuellen Bedarf des Patienten angepasst wird.
  • Räumliches Sehen/Tiefensehen, das auf der Auswertung der visuellen Signale beider Augen basiert.
  • Stereoptische Disparität
    Disparität und horizontale Disparität/Querdisparität werden oft synonym gebraucht. Der (horizontale) Abstand zwischen den retinalen Orten der beiden Augen, auf welche die zwei Bilder eines Objekts projiziert werden. Retinale Disparität stellt ein wichtiges Maß für räumliche Tiefe dar.
  • Der Prozess, bei dem der visuelle Cortex die durch die binokulare Disparität leicht abweichenden Netzhautsignale von beiden Augen zu einer Tiefenwahrnehmung verarbeitet.
  • Das Stereoskop ist ein Gerät zur Darbietung von zwei leicht unterschiedlichen Bildern, so dass jedes Auge ein anderes Bild sieht. Die Disparität der so erzeugten Retinabilder führt zu einem Tiefeneindruck.
  • Stereotaxie
    Verfahren, mit dem intrazerebrale Orte gezielt durch Fixierung des Schädels und Messung in den 3 Raumebenen identifiziert werden können
  • Ein Stereotyp ist ein Komplex von Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die bestimmten ethnischen oder kulturellen Gruppen zugeschrieben werden. Ein Stereotyp ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass es bestimmte Eigenschaften karikierend hervorhebt und falsch verallgemeinert. Der Begriff ist nur schwer vom Begriff des Vorurteils zu unterscheiden.
  • Stereotyp
    Eine kognitive Struktur, die unser Wissen, unsere Überzeugungen und Erwartungen über eine soziale Gruppe von Menschen enthält.
  • Stereotyp
    verallgemeinernde (manchmal richtige, oft aber übergeneralisierende) Einstellung gegenüber einer Gruppe von Menschen.
  • Verallgemeinernde, kognitive Zuschreibung bestimmter Merkmale und Eigenschaften an die meisten Mitglieder einer Gruppe. Diese kann positiv, negativ oder auch neutral sein. Unterschiede zwischen den Gruppenmitgliedern werden dabei ignoriert.
  • Stereotype
    Unter Stereotypen versteht man sozial geteilte Überzeugungen (shared beliefs) über Personenmerkmale (traits) und/oder Verhaltensweisen (acts) einer Gruppe.
  • Stereotype Threat
    eine sich selbst bestätigende Besorgnis, die Bewertung des eigenen Verhaltens erfolge auf der Basis eines negativen Stereotyps.
  • Stereotype Threat
    Bedrohung durch ein Stereotyp. Beschreibt die Angst, dass das eigene Verhalten ein bestehendes Stereotyp bezüglich einer Gruppe, mit der man sich identifiziert, bekräftigt. Diese Angst kann zu einer Beeinträchtigung des Verhaltens führen.
  • Stereotype Threat (Bedrohung durch Stereotype)
    Von Steele und Aronson (1995) benanntes Phänomen, wonach die Angst, die gegenüber der eigenen Gruppe bestehenden Stereotype tatsächlich zu erfüllen, dazu führt, dass das eigene Verhalten erst recht konsistent zu diesen Stereotypen ist.
  • Sterilität
    Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs.
  • Große Gruppe von chemischen Verbindungen mit Steran-Grundgerüst; die einzelnen Steroide haben sehr unter­schiedliche biologische Eigenschaften und Wirkungen
  • Ein Merkmal ist stetig, wenn es zumindest theoretisch beliebig genau gemessen werden kann. Beispiel: Größe, Gewicht etc.
  • Ein Merkmal, das prinzipiell unendlich viele Ausprägungen annehmen kann und keine Erfassung der Häufigkeit in ganzen Zahlen zulässt, wird als stetig bzw. kontinuierlich bezeichnet. Kontinuierliche Merkmale wie z. B. die Körpergröße können nicht gezählt, wohl aber gemessen werden.
  • Stevens’sche Potenzfunktion (Stevens’s power law)
    Eine von Stevens modifizierte Gesetzmäßigkeit zum Zusammenhang der physikalischen Reizgröße I und der Empfindungsgröße E. Es lautet E = aIb, wobei a als konstanter Wert von der skalierten Maßeinheit abhängt und b – ebenfalls als konstanter Wert – das jeweilige Sinnesgebiet und die Sinnesleistung repräsentiert.
  • Als Stichprobe bezeichnet man die Teilnehmer einer Studie.
  • Stichprobe
    Teilmenge einer Population. Der größte Teil psychologischer Forschung findet an Stichproben statt
  • In der Regel zufällig ausgewählte Personengruppe, die als Grundlage für inferenzstatistische Schlüsse dienen soll
  • Stichprobe
    Um den Aufwand von Untersuchungen mit Tests zu reduzieren und dennoch repräsentative Aussagen treffen zu können, werden Stichproben von Personen gezogen. Um eine Stichprobe ziehen zu können, muss man zunächst die Population definieren, über die die Stichprobe etwas aussagen soll. Kann man die Stichproben nicht durch eine völlig zufällige Auswahl treffen, muss entschieden werden, nach welchen Gesichtspunkten eine Stichprobenziehung optimiert wird. In Vergleichsstudien werden häufig komplexe Stichproben gezogen, d. h., dass verschiedene Arten der Stichprobenziehung miteinander kombiniert werden müssen (z. B. die Ziehung einer Stichprobe von Schulen mit einer Ziehung von Schülern in den Schulen.
  • Unter einer Stichprobe versteht man eine Teilmenge aus einer Grundgesamtheit, die unter bestimmten Gesichtspunkten (gemäß der Fragestellung) ausgewählt wurde.
  • Stichproben, abhängige
    Die Elemente zweier Stichproben sind paarweise einander zugeordnet und beeinflussen sich gegenseitig. Ein typischer Fall für abhängige Stichproben ist die Messwiederholung
  • Eine Stichprobenerhebung (Teilerhebung, „sample“) liegt vor, wenn nur eine Auswahl von Fällen aus der Zielpopulation untersucht wird.
  • Wert, der die beobachteten Werte einer Stichprobe zusammenfasst, um eine Aussage zur Verteilung der Werte zu machen. Beispiel: Mittelwert, Modalwert, Varianz
  • Stichprobenkennwerteverteilung
    Wahrscheinlichkeitsverteilung aller möglichen Ausprägungen eines Stichprobenkennwerts
  • Stichprobenkennwerteverteilung des Mittelwertes
    Die Stichprobenkennwerteverteilung des Mittelwertes folgt gemäß zentralem Grenzwerttheorem ab einer Mindeststichprobengröße von N = 30 einer Normalverteilung. Der Mittelwert dieser Stichprobenkennwerteverteilung ist der Erwartungswert der Stichprobenmittelwerte µ und die Streuung dieser Stichprobenkennwerteverteilung ist der Standardfehler des Mittelwertes ??
  • Stichprobenumfangsplanung
    Bestimmt die optimalen Stichprobenumfänge eines Tests nach Festlegung eines Effekts und einer Teststärke mithilfe des Nonzentralitätsparameters λ. Nach einer solchen Planung ist jedes Ergebnis des Tests eindeutig interpretierbar
  • Stichprobenumfangsplanung
    Bestimmt die optimalen Stichprobenumfänge eines Tests nach Festlegung eines Effekts und einer Teststärke mithilfe des Nonzentralitätsparameters λ. Nach einer solchen Planung ist jedes Ergebnis des Tests eindeutig interpretierbar
  • Stichprobenunabhängigkeit
    Bedeutet, dass in IRT-Modellen die Itemparameter unabhängig von den Personen und die Personenparameter unabhängig von den Items geschätzt werden können.
  • Stichprobenverteilung
    In einer Stichprobenverteilung als wichtigste Grundlage der Inferenzstatistik sind die Kennwerte (z.B. Mittelwerte, Anteile, Mittelwertsunterschiede, Korrelationen) vieler Stichproben bzw. Studien abgetragen. Sie bildet ab, wie sich die einzelnen Ergebnisse verteilen und wie oft bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten wäre. Während eine empirische Stichprobenverteilung die Ergebnisse einer endlichen Anzahl realer Studien abbildet, zeigt eine theoretische Stichprobenverteilung, wie sich die Ergebnisse verteilen würden, wenn man theoretisch unendlich viele Stichproben ziehen würde.
  • Verteilung der Kennwerte eines Merkmals aus mehreren Stichproben, die derselben Grundgesamtheit entnommen wurden. Beispiel: Verteilung der Mittelwerte aus Untersuchungen zur Körpergröße von Zehnjährigen
  • Stichprobenziehung
    Auswahl einer Teilmenge von Personen aus einer Population mit der Absicht, die Population zu beschreiben, aus der sie gezogen wurde.
  • Charakterisierung einer Person durch gesellschaftlich oder gruppenspezifisch negativ bewertete Merkmale (z. B. »psychisch gestört«). Die damit verbundene Abwertung und Diskriminierung psychisch Kranker bildet einen Stressfaktor, der den Verlauf psychischer Störungen negativ beeinflusst.
  • Stillamenorrhö
    Ausbleiben der Menstruation während der Stillzeit.
  • Stimmeinsatzzeit (Voice Onset Time, VOT)
    Wichtiger Parameter zur Beschreibung menschlicher Sprachlaute: Zeitdauer zwischen der Freilassung des Luftstroms durch die Lippen bis zum Einsetzen der Vibration der Stimmbänder.
  • Konsonanten, welche die Stimmbänder in Schwingung versetzen, werden als stimmhaft bezeichnet.
  • Gute und schlechte Stimmungen sind Gefühle mit geringer Intensität, die sich nicht auf ein konkretes Objekt richten, sondern den Hintergrund unseres Erlebens darstellen.
  • Stimmung (mood)
    Diffuse positive oder negative Gefühlslage ohne klaren Bezug zu einem Ereignis oder Objekt, die meistens länger andauert und eine geringe Intensität besitzt.
  • Stimmungen
    Stimmungen sind gegenüber Emotionen durch ein geringeres, aber länger andauerndes Erregungsniveau gekennzeichnet und durch das Fehlen von Objektgerichtetheit, was bedeutet, dass der Anlass einzelner Stimmungen oft nicht direkt erkennbar ist.
  • Stimmungskongruente Erinnerung
    Tendenz, sich an Erfahrungen zu erinnern, die mit der aktuellen guten oder schlechten Stimmung übereinstimmen.
  • Stimmungskongruenz
    Als Stimmungskongruenz(-effekt) bezeichnet man den Befund, dass Gedächtnisinhalte, die hinsichtlich ihrer Valenz mit den momentanen Emotionen übereinstimmen, besser erinnert werden als Inhalte, die mit den momentanen Emotionen nicht übereinstimmen oder als neutrale Inhalte.
  • Stimmungsmanagement
    Zur Verhaltenstendenz gewordene Regulation von emotionalen Zuständen mit Hilfe von medialen Angeboten (i.d.R. Fernsehsendungen). Dabei werden positive Stimmungen maximiert und negative Stimmungen minimiert.
  • Medikamente oder Drogen, die die Aktivität des zentralen Nervensystems steigern und körperliche Erregung erzeugen.
  • Stimulanzien
    Substanzen (wie Koffein, Nikotin und stärkere, wie Amphetamine und Kokain), die die neuronale Aktivität verstärken und die Körperfunktionen beschleunigen.
  • Stimulus
    siehe: Reiz
  • Stimulus, konditionierter (CS)
    Begriff aus dem Bereich der klassischen Konditionierung: Reiz, der durch seine vorangehende Kopplung mit einem unkonditionierten Stimulus (US) auch ohne den US eine (konditionierte) Reaktion auslöst.
  • Stimulus, unkonditionierter (US)
    Der Reiz, der in einer Versuchsanordnung der klassischen Konditionierung ungelernt eine (unkonditionierte) Reaktion (UR) herbeiführt: So führt beispielsweise die Präsentation von Futter (US) ungelernt zu Speichelfluss (UR). Als US werden auch Pharmaka eingesetzt.
  • Stimuluskontrolle
    Steuerung von Verhaltensraten durch Einflussnahme auf Kontextvariable (d.h. spezifische Stimuli).
  • "Verhaltenstherapeutische Technik, bei der die für ein Verhalten diskriminativen Hinweisreize so modifiziert werden, dass eine Verhaltensänderung erleichtert wird. Die Kontrolle der diskriminativen Stimulusbedingungen führt demnach zu einer Reduktion des Problemverhaltens; die gezielte Schaffung günstiger Stimulusbedingungen erleichtert den Aufbau neuer Verhaltensweisen."
  • Methode zur Strukturierung des Schlaf-Wach-Rhythmus mit dem Ziel der Löschung ungünstiger Konditionierungsprozesse und erneute Assoziation von Bett mit Schlaf und Entspannung. Annahme: Schlafumgebung bei gesunden Schläfern mit Ruhe assoziiert, bei schlafgestörten Personen jedoch hat das Bett Stimulusqualität für Schlaf verloren. Daher: Ungünstigen Konditionierungsprozess löschen und lernen, Bett wieder mit Entspannung zu assoziieren (Bett ist zum Schlafen da; ggf. mit der Ausnahme sexueller Aktivität; wenn man nicht schlafen kann, ist das Bett zu verlassen).
  • Stochastischer Zusammenhang
    Unvollständiger Zusammenhang, der nur annäherungsweise durch eine Funktion ersetzt werden kann. Bei der Vorhersage anhand der Regression treten Vorhersagefehler auf, d. h., empirische Werte und theoretische Werte weichen voneinander ab
  • Stomatherapie
    Behandlung und Versorgung eines künstlichen Harn- oder Darmausgangs.
  • Technik, die bei Männern mit Ejaculatio praecox eingesetzt werden kann: Ziel ist, die Erektion zu halten und auszubauen bis kurz vor dem Point of no return. Dann wird die Stimulation beendet. Es folgt eine kurze Pause, bis die Selbstkontrolle über das Erregungsniveau wieder hergestellt ist. Anschließend wird wieder stimuliert usw.
  • Störung der Sexualpräferenz (Paraphilie)
    Drang nach einem unüblichen Sexualobjekt oder einer ungewöhnlichen Art der Stimulation.
  • Störung der sexuellen Identität
    Person fühlt sich nicht eindeutig zum eigenen Geschlecht zugehörig. Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, dominiert.
  • Störung des Sozialverhaltens
    Altersunangemessenes aggressives und dissoziales Verhalten, das gegen soziale Normen verstößt und die Grundrechte anderer missachtet.
  • Wahrnehmen und Anerkennen, dass man selbst an einer Störung leidet.
  • Störungsspezifische Interventionen
    Interventionen, die auf die Vermeidung einzelner psychischer und physischer Störungen abzielen und dadurch Kosteneinsparungen erzielen, z. B. zu den Themen Suizidalität, Essstörung, Drogenmissbrauch, usw.
  • Störungswissen
    Zu den wichtigsten Aufgaben der Klinischen Psychologie gehört zum einen die Forschung über die Entstehung von psychischen Störungen, zum anderen die Überprüfung von Modellen darüber, wie psychische Störungen aufrechterhalten werden, wie sie »funktionieren«. Dieses »Störungswissen« stellt die Voraussetzung für angemessene klinisch-psychologische Interventionen (meist als psychologische Beratung oder Psychotherapie) dar.
  • Störvariable
    ein anderer Faktor als die unabhängige Variable, der in einem Experiment eine Wirkung entfalten könnte.
  • Strategien sind (langfristige) Vorgehensweisen, die sich auf die Erreichung übergeordneter Ziele beziehen.
  • Strategiematrix
    In ihr sind die Regeln festgehalten, nach denen auf der Basis von diagnostischen Informationen Entscheidungen getroffen werden sollen. Die Werte einer solchen Matrix geben die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Proband, von dem die Information xr vorliegt, der Behandlung t zugeführt wird: p(t|xr).
  • Strategien
    Allgemein versteht man unter Strategien das planvolle Anstreben eines Ziels. Im Zusammenhang mit Lernverhalten spricht man entsprechend von Lernstrategien und bezeichnet damit Verhaltensweisen und Gedanken, die Lernende aktivieren, um Prozesse des Wissenserwerbs und ihre Motivation zu steuern. Durch den Einsatz von Lernstrategien können Lernende mithin ihr eigenes Lernen selbst beeinflussen.
  • Ein Verfahren für die Wahl zwischen verschiedenen Wegen, ein Problem zu lösen.
  • Strenge-Fehler
    Ein Strengefehler ist an einer Tendenz zu unterdurchschnittlichen Urteilen im Vergleich zu anderen Beobachtern erkennbar.
  • Stress
    Entsteht als Folge von Person-Umwelt-Interaktionen, und zwar immer dann, wenn eine bestimmte Situation vom Individuum als gefährlich bewertet wird und die eigenen Ressourcen gleichzeitig als nicht ausreichend zur Bewältigung der Situation eingeschätzt werden. Häufig berichtete Stressoren sind Traumatisierungen, chronische Belastungen, kritische Lebensereignisse und/oder alltägliche Belastungen.
  • Stress ist ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der Befürchtung resultiert, dass eine stark aversive, zeitlich nahe (oder bereits eingetretene), subjektiv lang andauernde Situation wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint.
  • Komplexes Muster psychophysiologischer Reaktionen, physiologisches Korrelat ist die sog. HPA-Achse auf der sich übermäßig stark und unkontrollierbar erlebte Belastungen (z. B. Katastrophen und Kriege, den Verlust einer geliebten Person, Arbeitslosigkeit, soziale Zurückweisung, Partnerschaftskonflikte oder berufliche Überforderung) niederschlagen.
  • Stress ist ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, zeitlich nahe (oder bereits eingetretene) und lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint.
  • Stress
    Prozess, durch den wir bestimmte Ereignisse (Stressoren) wahrnehmen und darauf reagieren. Stressoren können als Bedrohung oder als Herausforderung bewertet werden.
  • Unangenehmer Erregungszustand, der entsteht, wenn man das Gefühl hat, dass die äußeren Anforderungen die eigenen Ressourcen übersteigen.
  • Zustand der „Alarmbereitschaft“ eines Organismus, der sich auf erhöhte Leistungsanforderungen einstellt, wenn die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten von den Anforderungen in der Umwelt übertroffen bzw. in Frage gestellt werden.
  • Stress, akuter
    Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.Bewirkt Veränderungen in den zellulären Immunfunktionen, insbesondere in den NK-Zell-Zahlen und NK-Zell-Funktionen. Diese Effekte werden durch Katecholamine über spezifische β2-Adrenozeptoren auf immunkompetenten Zellen vermittelt.
  • Stress-and-strain-Hypothese
    Ansatz zur Erklärung des Befundes epidemiologischer Studien, die zeigen, dass Personen mit niedrigerem sozioökonomischen Status ein wesentlich höheres Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen im Allgemeinen aufweisen (s. dazu auch Social-drift-Hypothese und Transaktionsmodell). Der Ansatz geht davon aus, dass ein niedriger Status mit einer Vielzahl von Belastungen verbunden ist, welche zu psychischen Erkrankungen führen.
  • Maßnahmen, die das Stresslevel der Mitarbeiter reduzieren sollen. Bezüglich der Effektivität dieser Maßnahmen finden sich jedoch heterogene Ergebnisse.
  • Stressimpfungstraining
    Das Stressimpfungstraining steht für eine Kombination von verschiedenen Methoden zur Verbesserung des Umgangs mit Stresssituationen, das flexibel auf unterschiedliche Anwendungsbereiche (insbesondere im Arbeitsalltag) und Zielgruppen zugeschnitten werden kann. Es beruht auf dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus. Der Begriff _Stressimpfung_ verdeutlicht, dass vergleichbar mit einer medizinischen Impfung „psychologische Antikörper“ mit dem Training aufgebaut und die Widerstandsfähigkeit der Teilnehmer gegenüber Stress erhöht werden soll. Das Stressimpfungstraining lässt sich in drei Phasen gliedern: In der _Informationsphase_ werden die Teilnehmer eingeführt in das transaktionale Stressmodell und angeleitet, ihre eigenen Stressreaktionen und Bewältigungsstile in Stresssituationen zu analysieren. In der _Lern- und Übungsphase_ werden neue und effektivere Bewältigungsstrategien erlernt und eingeübt. In der _Anwendungs- und Posttrainingsphase_ wird schließlich der Transfer der erlernten Bewältigungsstrategien auf Alltagssituationen eingeübt.
  • Stressmanagement, kognitiv-behaviorales
    Das verhaltenstherapeutisch basierte kognitiv-behaviorale Stressmanagement („cognitive behavioral stress management“) beinhaltet Komponenten der kognitiven Stressbewältigung und unterschiedliche Entspannungstechniken; zudem werden Gruppeninteraktionen trainiert.
  • Stressmanagementrainings
    Gegenstand solcher Trainings ist das Erlernen von emotions- und problembezogenen Bewältigungstechniken zum besseren Umgang mit Stress auslösenden Bedingungen und Situationen. Den Teilnehmern werden dazu Entspannungstechniken, Problemlöse- und Zeitmanagementtechniken und bestimmte Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie (z. B. wie man Angstgedanken in sozialen Situationen durch Perspektivenwechsel und Gedankenexperimente reduzieren kann) vermittelt. Meist handelt es sich um eine Kombination von verhaltens- und kognitionsbezogenen Trainingsmethoden, die mit Mitgliedern einer Berufsgruppe oder Beschäftigten einer Organisation über mehrere Wochen in 1- bis 2-stündigen Sitzungen pro Woche durchgeführt werden.
  • Stressmodelle bieten Erklärungsansätze über die Entstehungsbedingungen von Stress.
  • Stressoren sind Faktoren (externe oder interne Stimuli), die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stressreaktion auslösen.
  • Stressoren werden als externe und interne psychische Stimuli aufgefasst, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu _Stressreaktionen_ in Form von psychischen Zuständen und Verhaltensweisen führen.
  • Stressoren, chronische
    Stress auslösende Ereignisse oder Reize, die von kontinuierlicher Präsenz ohne ein vorhersehbares Ende sind.
  • Stressprävention
    Stressprävention bezieht sich auf Konzepte und Maßnahmen, die einerseits das Entstehen von Stresssituationen wirkungsvoll reduzieren und andererseits Kompetenzen für einen besseren Umgang mit Stresssituationen vermitteln können. Man unterscheidet dabei zwischen Maßnahmen der Verhaltensprävention und Maßnahmen der Verhältnisprävention. Durch Maßnahmen der _Verhältnisprävention_ sollen physische und psychosoziale Arbeitsbelastungen reduziert und gesundheitsbeeinträchtigende betriebliche Verhältnisse geändert werden, um aufseiten der Beschäftigten eine höhere Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit zu erreichen. Im Allgemeinen kann man dabei zwischen Maßnahmen unterscheiden, die an der Verbesserung der Arbeitsumgebung (z. B. verbesserte Arbeitsbedingungen) oder der Arbeitsaufgabe (z. B. durch Erweiterung von Handlungsspielräumen) ansetzen. Bei der _Verhaltensprävention_ soll das Individuum befähigt werden, mit belastenden Arbeitsbedingungen erfolgreich umzugehen und gesund zu bleiben. Dabei sollen gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen (z. B. Alkoholkonsum), Einstellungen und Haltungen (z. B. ungünstige Kontrollüberzeugungen) geändert werden. Zu diesen Maßnahmen gehören z. B. Kurse zur Ernährungsberatung, Rückenschule und zum Stressmanagement.
  • Stressprävention
    Bei der Stressprävention geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen den Anforderungen, die sich einem Individuum stellen, und den Bewältigungsressourcen, die zum Umgang mit den Anforderungen vorhanden sind, herzustellen. In Stresspräventionsprogrammen wird typischerweise ein multimethodaler Zugang zur Stressprävention genutzt, der neben verhaltensorientierten auch verhältnisorientierte Maßnahmen umfasst. Verhaltensorientierte Maßnahmen richten sich auf eine Verbesserung der individuellen Stressbewältigungskompetenzen, während verhältnisorientierte Maßnahmen an der Verbesserung der Lebensverhältnisse bzw. der Lebenssituation ansetzen, um dadurch Stress zu reduzieren.
  • Stressreagibilität
    Ansprechen eines physiologischen Parameters, z. B. des Blutdrucks, auf Stress. Entspricht weitgehend dem Ausdruck Stressreaktivität.
  • Stressulkus
    Akut entstehendes Ulkus (zumeist im Magen) aufgrund einer plötzlich einsetzenden schweren Grunderkrankung (Polytrauma, Verbrennungen, Sepsis etc.).
  • Streudiagramm
    Grafische Darstellung aller Messwertepaare (xi/yi) zweier Merkmalsverteilungen in einem Koordinatensystem. Die sich ergebende Punktwolke gibt grobe Auskunft über einen eventuellen Zusammenhang zwischen den beiden Variablen
  • Streudiagramm
    grafisch dargestellte Punktewolke. Jeder Punkt in einem Streudiagramm gibt die Werte von zwei Merkmalsvariablen an. Der Verlauf der Verbindungslinie zwischen den Punkten zeigt die Richtung des Zusammenhangs zwischen den beiden Variablen an. Die Konzentration der Punkte verweist auf die Stärke des Zusammenhangs (eng beieinanderliegende Punkte bedeuten hohe Korrelation).
  • Streudiagramm (Scatterplot)
    Das Streudiagramm ist eine Form der grafischen Darstellung von Zusammenhängen zwischen zwei Variablen. Im Streudiagramm ist jede Person durch einen Punkt vertreten und zwar an der Stelle, wo sich ihre Werte auf beiden Variablen kreuzen. Das Streudiagramm ist Teil der explorativen Datenanalyse.
  • Streuung
    Siehe Standardabweichung
  • Neostriatum; entwicklungsgeschichtlich jüngerer Teil des Corpus striatum (Teil der Basalganglien); unterteilt in einen vorderen (ventralen) und hinteren (dorsalen) Teil
  • Stroop-Effekt
    Der Stroop-Effekt ist ein Beispiel einer Interferenz zwischen zwei Leistungen. Probanden haben die Aufgabe, z. B. die Farbe, in der ein Wort geschrieben wird, zu identifizieren. Steht sie im Widerspruch zum Wortinhalt (z. B. das Wort „grün“ rot geschrieben), so resultieren verlängerte Reaktionszeiten. 
  • Stroop-Effekt (Stroop effect)
    Bezeichnung (nach J. R. Stroop 1935) für die asymmetrische Interferenz beim Benennen der Farbe eines bunt gedruckten Farbwortes, wenn die Wortinformation mit der Farbe nicht kompatibel ist.
  • Verfahren, bei dem Versuchspersonen die Druckfarbe von präsentierten Farbwörtern benennen sollen. Ziel ist es, kognitive Verarbeitungskonflikte anhand einer Verlängerung der Antwortzeiten nachzuweisen.
  • Klassische Aufgabe der Psychologie nach Stroop (1935) zum Nachweis automatischer Informationsverarbeitungsprozesse; die Probanden müssen möglichst schnell die Farbe eines Farbwortes, z.B. des Wortes „Grün“ benennen. Die Benennungszeiten sind höher in der inkongruenten Bedingung, in der das Farbwort „Grün“ in roter Farbe gedruckt ist (Rot = richtige Antwort); im Gegensatz zur kongruenten Bedingung, in der das Farbwort „Grün“ in grüner Farbe gedruckt ist. Da das Lesen des Farbwortes automatisch erfolgt und nicht unterdrückt werden kann, interferiert die Wortinformation mit der Farbinformation (zu nennende Information) und führt zur Verlängerung der Benennungszeit in der inkongruenten Bedingung.
  • dienen der Rekonstruktion subjektiver Theoriestrukturen. Sie beinhalten Relationen, mit denen sich Theorieinhalte untereinander verbinden lassen, und Regeln zur grafischen Darstellung der Theoriestruktur. Es existieren verschiedene Struktur-Lege-Verfahren für unterschiedliche Wissensbereiche: Verfahren zur Rekonstruktion von Definitions- und empirischem Wissen (z. B. Heidelberger Struktur Lege-Technik, SLT), von Handlungswissen (z. B. Weingartener Appraisal Legetechnik, WAL) und von Bewertungen (Ziel-Mittel-Argumentation, ZMA).
  • Ansatz der Organisationsentwicklung, bei dem Organisationen als soziotechnische Systeme verstanden werden und Änderungsprozesse über Eingriffe in die Strukturen der Organisation (z.B. in die Arbeitsbedingungen) angestrebt werden.
  • Strukturanalytische Verfahren basieren auf Fragebogendaten und stellen somit ein Zustandsbild des Teams dar, was sich insbesondere auf die subjektive Wahrnehmung der Teammitglieder bezieht.
  • Strukturbaum (phrase-structure-tree)
    Eine mögliche Darstellung der hierarchischen Phrasenstruktur von Sätzen. Die Einträge werden als Knoten bezeichnet, die Verbindungslinien zwischen den Knoten als Äste. Der oberste Eintrag wird manchmal als Wurzel und die Einträge am unteren Ende als Blätter bezeichnet.
  • Strukturdiagnostik
    Die Strukturdiagnostik befasst sich mit der Diagnose der Strukturen einer Organisation; sie nimmt im Vergleich zu anderen Ansätzen eine dominierende Stellung ein. Im Vordergrund stehen die »Ziele von Organisationen und ihre Umsetzung in Regeln und Ordnungen zur Ausrichtung der Organisationsmitglieder auf diese Ziele hin« (Büssing, 2007, S. 566). Psychologische Fragestellungen ergeben sich erst, wenn die Auswirkung von Strukturen auf das Verhalten und Erleben von Mitarbeitern erfasst werden soll.
  • Strukturell unterschiedliche Methoden
    Solche Methoden, die nicht austauschbar sind, weil sie sich qualitativ von anderen Methoden unterscheiden und kein Zufallsauswahl darstellen. Strukturell unterschiedliche Methoden sind z.B. Selbst- und Fremdbeurteilungen.
  • Strukturelle Ähnlichkeit (structural similarity)
    Ähnlichkeiten in den Relationen zwischen Elementen eines Quell- und Zielproblems beim analogen Transfer.
  • Strukturelle Analyse Sozialer Beziehungen SASB
    Mit der SASB können drei unterschiedliche Aspekte des interpersonellen Verhaltens und Erlebens erfasst werden: Der Fokus auf andere, der Fokus auf das Selbst und das Umgehen mit sich selbst (Introjekt). Das sehr komplexe System kann als Beobachtungsverfahren nur nach einem ausführlichen Training mit ausreichender Zuverlässigkeit eingesetzt werden.
  • Strukturelle Stabilität
    Stabilität der Konstruktvalidität einer Persönlichkeitseigenschaft, ermittelt über die Stabilität der Faktorenstruktur bzw. der Interkorrelation zwischen Items oder Untertests
  • Ein Verfahren, bei dem jedem Kind die gleiche Situation dargeboten und sein Verhalten aufgezeichnet wird.
  • Strukturierte Interviews
    Interviewverlauf, bei dem jedem Bewerber die gleichen jobrelevanten Fragen gestellt werden, von denen jede auf bewährten Skalen bewertet wird.
  • Bei der strukturierten Verhaltensbeobachtung („structured behavioural observation“) werden zahlreiche und komplexe Aspekte des beobachteten Geschehens in ihrer Häufigkeit, Dauer und/oder Intensität gemessen, so dass numerische Beobachtungsdaten entstehen. Strukturierte Verhaltensbeobachtungen finden sowohl im Feld als auch im Labor statt. Sie basieren auf mehr oder minder umfassenden standardisierten Beobachtungsinstrumenten („observation plan/system/scheme/inventory“), deren Gütekriterien (v. a. Validität und Reliabilität) geprüft und mindestens zufriedenstellend ausgeprägt sind. Oft werden etablierte Beobachtungssysteme eingesetzt.
  • Ein Forschungsverfahren, bei dem alle Teilnehmer dieselben Fragen beantworten sollen.
  • Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV (SKID)
    Das SKID-I und SKID-II dienen der Diagnostik psychischer Störungen auf der »Achse 1« bzw. von Persönlichkeitsstörungen im Rahmen des psychiatrischen Diagnosesystems DSM-IV. Die Fragen sind im Wortlaut vorgegeben. Beim einzelnen Patienten müssen nicht alle Fragen gestellt werden, da Verzweigungsregeln existieren. Die Antworten werden nach einem vorgegebenen Schema beurteilt.
  • Strukturiertheit
    Strukturiertheit des Unterrichts meint zum einen eine klare erkennbare Gliederung des Unterrichts in einzelne Phasen und Abschnitte. Zum zweiten wird Strukturiertheit häufig als Konsistenz von Regeln, Erwartungen und Grenzen begriffen und drückt sich somit in einer effektiven Unterrichts- und Klassenführung aus (Verweis auf Klassenführung). Zum dritten wird der Begriff Strukturiertheit von Unterricht häufig kognitionspsychologisch verwendet, um Maßnahmen und Handlungen zu beschreiben, die der Verknüpfung des Vorwissens der Lernenden mit neuen Wissenselementen und einem geordneten Aufbau von Wissen dienen (z.B. advanced organizer).
  • Die Organisationsstruktur wird durch vier Strukturierungsprinzipien gestaltet: Aufgabenverteilung, Koordination, Konfiguration und Formalisierung.
  • Strukturmodelle (paramorphe, Input-Output-Modelle) haben den Anspruch, das Ergebnis des Urteilens, Entscheidens oder Problemlösens vorherzusagen, ohne den zugrunde liegenden psychischen Prozess zu beschreiben.
  • Annahmen, die die Entwicklung als eine Reihe von diskontinuierlichen, altersabhängigen Stadien sehen.
  • Stuhlinkontinenz
    Verlust der Kontrolle über das Stuhlgangsverhalten, verschiedene Schweregrade sind möglich.
  • Unterhaut
  • Subjektive Arbeitsanalyse (SAA)
    Bei der SAA (Udris & Alioth, 1980) handelt es sich um einen Fragebogen, der die subjektive Wahrnehmung der Arbeitssituation durch den Mitarbeiter erfassen soll. Das Verfahren kann universell eingesetzt werden.
  • Subjektive Hauptraumachsen
    Oberbegriff für die subjektive Vertikale und Horizontale (in der visuellen oder taktilen Modalität). Darunter wird die Fähigkeit zur subjektiven Einschätzung einer Leuchtlinie (visuell) oder eines Stabes (taktil) in die vertikale oder horizontale Orientierung verstanden. Die Abweichungen in diesen subjektiven Einstellungen von den objektiv richtigen (90°, 180°) Einstellungen wird als Maß für die Leistung verwendet.
  • Individuum selbst legt fest, was für es normal ist.
  • stammen als Begriff aus dem Forschungsprogramm Subjektive Theorien. Sie bestehen aus Konzepten und Relationen zwischen den Konzepten und weisen zumindest eine implizite Argumentationsstruktur auf. Sie sind im Dialog-Konsens aktualisier- und rekonstruierbar (Phase der Kommunikativen Validierung) und erfüllen die Funktionen der Erklärung, Prognose und Technologie. Ob sie auch als ‚objektive’ Erkenntnis akzeptierbar sind, ist jeweils gesondert zu prüfen (Phase der explanativen Validierung).
  • Subjektives Wohlbefinden
    selbst wahrgenommenes Gefühl des Glücks im Leben oder der Zufriedenheit mit dem Leben. Wird zusammen mit Maßen des objektiven Wohlbefindens verwendet (beispielsweise körperliche und ökonomische Faktoren), um die Lebensqualität eines Menschen zu erfassen.
  • Anwendungsgebiet der Psychotechnik, bei der der Mensch an Arbeitsbedingungen durch Selektion und Eignungsdiagnostik angepasst wird.
  • Subkategorisierungseigenschaften (subcategorization)
    Die Subkategorisierungseigenschaften eines Verbs beziehen sich auf die Art und Anzahl der Ergänzungen, die es fordert. Die Angaben darüber stehen im sogenannten Subkategorisierungsrahmen des Verbs. Ein ditransitives Verb wie geben verlangt zwei Objekt-NPs (Subkategorisierungsrahmen: „__ NPNP“).
  • Subkategorisierungsinformation (subcategorisation information)
    Strukturelle Eigenschaft von Wörtern; Information über den syntaktischen Rahmen, in dem ein Wort vorkommen kann.
  • → Unterschwelligkeit
  • Subliminal
    unter der absoluten Schwelle der bewussten Wahrnehmung.
  • Subliminale Wahrnehmung
    Verarbeitung von Sinneseindrücken unterhalb der Schwelle zum Bewusstsein.
  • Subliminale Wahrnehmung (subliminal perception)
    Wahrnehmungsprozesse, die unterhalb einer gedachten Wahrnehmungsschwelle stattfinden, die für eine Reizidentifikation notwendig ist („unterschwellige Wahrnehmung“).
  • Subliminale Werbung
    Werbeslogans, die so kurz (oder schwach) dargeboten werden, dass sie unter der Bewusstheitsschwelle liegen.
  • Behandlungsform bei Substanzabhängigkeiten. Ersetzen der problematischen Substanz durch eine Ersatzmedikation mit meist ähnlichen Wirkungen, aber geringeren negativen Folgeschäden.
  • Subtotale Dyslexien
    Formen einer Störung beim Lesen, die nicht das Lesen als Ganzes betreffen, sondern bedingt durch eine spezifische Störung einer Komponente oder Route im Lesemodell zu einem partiellen Leseausfall führen.
  • Spezielle und grundlegende Logik bei der Anwendung bildgebender Verfahren; dabei wird neuronale Aktivation der angenommenen Prozesse A und B in Bedingung 1 gemessen. Zusätzlich wird neuronale Aktivation von Prozess A extra in Bedingung 2 gemessen; durch Subtraktion der Aktivation aus Bedingung 2 (Prozess A) von der Aktivation in Bedingung 1 erhält man eine übrig bleibende Aktivation, die mit Prozess B verbunden ist. Obwohl die Logik auf der kontrovers diskutierten Annahme beruht, dass sich Aktivation von B unabhängig von der in Prozess A verhält, wird sie häufig in Studien mit bildgebenden Verfahren angewendet.
  • Standardanalyse in Experimenten zur visuellen Suche. Eine Funktion, in der die Suchleistung (d.h. die Reaktionszeit) in Abhängigkeit der Displaygröße (d.h. der Anzahl Suchitems) und der Reaktion (Zielreiz anwesend; Zielreiz abwesend) dargestellt wird.
  • Sucht
    zwanghaftes Verlangen nach einer Droge und ihrem Konsum.
  • Dauerhafte Veränderung von Gehirnstrukturen. Es werden vermehrt Rezeptoren gebildet, die auf Substanzkonsum ansprechen. Es entsteht eine feste Reiz-Reaktions-Verbindung zwischen positiver Stimmung und der Einnahme einer Substanz, die als löschungsresistent gilt und für hohe Rückfallraten verantwortlich gemacht wird.
  • sudomotorisch
    Wärmeabgabe durch Schweißsekretion aus den Schweißdrüsen, wird über sudomotorische symphatische Nervenfasern gesteuert
  • Kriterium der Parameterschätzung: Eigenschaft eines Schätzwertes, wenn er alle in den Daten einer Stichprobe enthaltenen Informationen berücksichtigt
  • Suggestivfrage
    Frage, die so formuliert wird, dass sie dem Befragten eine bestimmte Antwort nahelegt
  • Selbsttötung. Eigene und bewusst intendierte Handlung, die den Tod nach sich zieht.
  • Absichtliche, bewusste, selbst herbeigeführte und selbstschädigende Handlung, die den eigenen Tod zum Ausgang hat.
  • Psychischer Zustand, in dem Gedanken und Verhaltensweisen darauf ausgerichtet sind, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen oder diesen als möglichen Ausgang in Kauf zu nehmen.
  • Summation
    Betrachter addieren die einzelnen Informationen über eine Person; wenn bereits vorliegende Information sehr positiv ist, verbessert zusätzliche leicht positive Information den Eindruck.
  • Sündenbocktheorie
    besagt, dass Vorurteile ein Ventil für Aggressionen darstellen, indem sie jemanden als Schuldigen definieren.
  • Superiorer Colliculus
    Oberer Teil der Vierhügelregion im Dach des Mittelhirns. Entwicklungsgeschichtlich alte Struktur, die wesentliche Grundlage unserer Fähigkeit ist, uns neu im peripersonalen Raum erscheinenden Objekten zuzuwenden, um uns rasch über deren Bedeutung informieren zu können.
  • Superschmecker haben infolge einer anderen Verteilung der Rezeptoren auf der Zunge eine in der Regel höhere Empfindlichkeit für Geschmacksreize.
  • Besprechung bisheriger Behandlungsstunden und Planung weiterer Behandlungsschritte unter Anleitung eines (erfahrenen) Supervisors (mit entsprechender Zusastzausbildung und Annerkennung). Ziele: 1. Hilfestellung bei der Weiterentwicklung therapeutischer Fähigkeiten (um gute Therapie durchführen zu können); 2. Sicherung, dass dem Patienten optimale Therapie zukommt (durch Überprüfung und ggf. Korrektur des Vorgehens der Ausbildungskandidaten).
  • Supervisorisches Aufmerksamkeitssystem (SAS)
    Überwacht die Selektion bedeutsamer Reize und Reaktionen; besteht aus lateralem und medialem Präfrontalkortex und anteriorem Gyrus cinguli
  • Komponente im Modell der Handlungssteuerung von Norman und Shallice. Steuert die Aktivierung und Selektion von Handlungsschemata durch selektive Erhöhung oder Verringerung ihrer Aktivationswerte relativ zu einer Aktivationsschwelle. Ist mit dem Funktionieren des Frontalhirns verbunden. Evidenz für die Existenz dieses Systems wird von Norman und Shallice aufgelistet, indem Handlungsfehler in Situationen beschrieben werden, in denen das SAS entweder durch andere Tätigkeiten abgelenkt ist oder durch Störungen des Frontalhirns nicht normal funktionieren kann.
  • Supervisory Attentional System (SAS)
    Bestandteil des von Shallice und Norman entwickelten Modells der Informationsverarbeitung. Das SAS bezeichnet ein generelles und hierarchisch übergeordnetes Planungsprogramm, das immer dann aktiviert wird, wenn für ein bestimmtes Problem keine bekannte Lösung bzw. kein geeignetes Schema vorhanden ist. In diesem Fall übernimmt das SAS die Steuerung der Handlungen.
  • supplementär motorisches Areal
    Das supplementär motorische Areal spielt eine wichtige Rolle bei der Selektion, Planung und Sequenzierung zielgerichteter Handlungen und scheint auch für die bewusste Wahrnehmung der Intentionalität einer Handlung von Bedeutung zu sein.
  • Suppression
    Suppression liegt vor, wenn aufgrund der hohen Korrelation einer oder mehrerer zusätzlicher Variablen mit den übrigen Prädiktoren deren kriteriumsirrelevante Varianzanteile gebunden oder unterdrückt werden; dadurch wird die Validität der Prädiktorenkombination erhöht.
  • Variable, die den Vorhersagebeitrag einer anderer Variablen erhöht, indem sie irrelevante Varianzen in der anderen Variablen unterdrückt (multiple Regression)
  • Survey Feedback bzw. Aktionsforschung ist ein Datenerhebungs- und Ergebnisrückmeldungsprozess, bei dem Lösungsvorschläge in der Organisation erarbeitet, umgesetzt und evaluiert werden.
  • Beim Survey-Feedback werden mit den Methoden der empirischen Sozialforschung – schriftliche und mündliche Befragung, Vorgabe von Einstellungsskalen etc. – Daten erhoben („survey research“) und die Ergebnisse anschließend an die Befragten rückgekoppelt (Feedback). Wird im Rahmen der Organisationsentwicklung gerne in der Phase des Auftauens verwendet, um Änderungen herbeizuführen.
  • SVF: Stressverarbeitungsfragebogen
    Der Stressverarbeitungsfragen (Erdmann & Janke, 2008) dient dazu, die Art und Weise, wie Menschen mit Stress umgehen und wie sie ihn bewältigen, genau zu erfassen. Dabei wird zwischen verschiedenen positiven, stressreduzierenden und negativen, stressvermehrenden Strategien unterschieden.
  • Syllogistisches Schließen (syllogistic reasoning)
    Schließen mit Prämissen (Argumenten), die durch die Quantoren alle, einige, kein verbunden werden.
  • Sinnbilder oder Zeichen zur Repräsentation von Gedanken, Gefühlen oder Wissen in der Kommunikation mit anderen Menschen.
  • Symbolische Führung
    Führungsverhalten symbolisiert die Werte und Überzeugungen des Unternehmens. Wird diese Tatsache gezielt bei der Führung von Mitarbeitern beachtet, handelt es sich um symbolische Führung.
  • Symbolische Repräsentation
    Die Verwendung eines Objekts in der Funktion eines anderen.
  • Eine Symbolische Repräsentation bildet die Elemente und ihre Beziehungen ab. Personen können in der Regel darüber Auskunft geben.
  • Die Größe einer als Symbol wie 7 oder als Wort wie sieben dargestellten Zahl.
  • symbolischer Interaktionismus
    Annahme, dass das Selbstkonzept durch die Meinung wichtiger Bezugspersonen über einen selbst geprägt wird
  • Nach dieser Regel werden die Bereiche, die von symmetrischen Linien begrenzt sind, als Figuren gesehen.
  • Sympathikus
    Teil des autonomen Nervensystems, welcher den Parasympathikus funktionell antagonisiert. Der Einfluss des Sympathikus überwiegt unter Aktivierungsbedingungen und schafft die Voraussetzung für eine gesteigerte Leistung.
  • Teil des vegetativen Nervensystems, der die Körperorgane in Leistungsbereitschaft versetzt. Antagonist des Parasympathikus.
  • Sympathikus
    Teil des vegetativen Nervensystems, der für körperliche Erregung und damit für das Bereitstellen von Energie in Stresssituationen sorgt.
  • Sympathikus
    Teil des autonomen Nervensystem (die anderen sind Parasympathikus und Darmnervensystem); präganglionäre Ursprungszellen liegen in Brustmark und und oberem Lendenmark, die postganglionären im Grenzstrang und z.T. in unpaaren Ganglien
  • Sympathoadrenomedulläres System (SAM)
    Wichtiges Subsystem des Sympathikus und zentrale Komponente der Kampf-oder-Fluch-Reaktion („fight or flight“), bei dem sympathische Nerven das Nebennierenmark innervieren, wo sie unter anderem die Adrenalin- und Noradrenalinfreisetzung anregen.
  • Subjektive Manifestation eines pathologischen Zustands.
  • Symptome von Hirnschädigungen
    Symptome erworbener Hirnschädigungen umfassen sensorische, motorische und neuropsychologische Beeinträchtigungen sowie Veränderungen der emotional-motivationalen Verarbeitung. Verhaltensauffälligkeiten können eine mögliche Folge sein.
  • Von A. Ellis vorgeschlagenes Konzept, wonach die aus einem Bewertungsprozess entstandenen Konsequenzen ihrerseits wieder Gegenstand von Bewertungsprozessen werden. Beispiel: Ich bewerte meine Wut als etwas, was ich nicht haben darf und löse hierdurch noch mehr Wut (auf mich selber) aus.
  • Methode zur Vermittlung funktionaler Erklärungen für Beschwerden: Tägliches Notieren von Art und Intensität der Beschwerden sowie von vorausgehenden und nachfolgenden Situationen, Gedanken, Emotionen etc., um bedeutsame Auslöser und aufrechterhaltende Bedingungen zu identifizieren.
  • Symptomwahrnehmung, fehlerhafte
    Symptome werden unvollständig wahrgenommen oder unter- bzw. überschätzt.
  • Synapse
    Verbindungsstelle zur Übertragung von Informationen von einem Neuron auf ein anderes Neuron, eine Muskelzelle oder ein Organ, bestehend aus präsynaptischem Endknöpfchen, synaptischem Spalt und postsynaptischer Membran.
  • Verbindungsstelle zwischen der axonalen Endigung des präsynaptischen Neurons, das Impulse weitergibt, und einem Dendrit oder dem Zellkörper des postsynaptischen Neurons, das die Impulse empfängt. Der winzige Zwischenraum zwischen beiden Zellen wird als synaptischer Spalt bezeichnet.
  • Synapse
    Verbindungsstelle zwischen der axonalen Endigung des präsynaptischen Neurons, das Impulse weitergibt, und einem Dendriten oder dem Zellkörper des postsynaptischen Neurons, das die Impulse empfängt. Der winzige Zwischenraum zwischen den beiden Zellen wird als _synaptischer Spalt_ bezeichnet.
  • Verbindung zwischen dem Axon eines Neurons und einer Nerven-, Muskel- oder Drüsenzelle; die Übertragung erfolgt meist chemisch, seltener elektrisch
  • Eine Synapse ist eine auf den Informationsaustausch zwischen zwei Neuronen spezialisierte Struktur.
  • Mikroskopisch kleine Spalte an den Verbindungsstellen zwischen dem Axonende des einen (sendenden) Neurons und den Dendritenverzweigungen oder dem Zellkörper eines anderen (empfangenden) Neurons.
  • Der Prozess der Eliminierung von kaum aktivierten Synapsen während der normalen Gehirnentwicklung.
  • Synaptogenese
    Ausbildung von synaptischen Verbindungen.
  • Der Prozess der Bildung von Synapsen mit anderen Neuronen, der in Billionen von Nervenverbindungen resultiert.
  • Synästhesie liegt vor, wenn ein Reiz in einer Modalität auch eine Erregung in einer anderen Modlität hervorruft.
  • Synchronisation
    Zeitlicher Gleichtakt in der neuronalen Aktivität, der durch die Kopplung in neuronalen Netzen entsteht.
  • Zusammenfassung von häufig zeitgleich auftretenden Zeichen und Symptomen, die Gemeinsamkeiten hinsichtlich der zugrunde liegenden Pathogenese, des Verlaufs oder anderer Merkmale aufweisen.
  • Menge von Symptomen, die (oft) gemeinsam auftreten.
  • Syndrome, funktionelle somatische
    Es handelt sich um einen übergeordneten Begriff, der zusammenfassend für eine Vielzahl von Beschwerdebildern steht, die alle durch das Vorhandensein (spezifischer) medizinisch nicht ausreichend erklärter Beschwerden charakterisiert sind.
  • Synergien (synergies)
    Zusammenfassung mehrerer an der Bewegung beteiligten Einzelelemente durch aufgabenspezifische Kovariation.
  • Das Erlernen der Syntax einer Sprache.
  • Syntaktische Persistenz (syntactic persistence)
    Tendenz, syntaktische Strukturen aus vorausgehenden Sätzen bei der Produktion eines neuen Satzes zu übernehmen.
  • Syntaktische Planung (syntactic planning)
    Wahl der syntaktischen Struktur bei der Sprachproduktion.
  • Die Strategie, die grammatische Struktur ganzer Sätze zu verwenden, um die Bedeutung herauszufinden.
  • Regelsystem der Sprache, das die jeweilige Sprachgrammatik definiert.
  • Die Regeln einer Sprache, die festlegen, wie die Wörter der verschiedenen Wortklassen (Nomen, Verben, Adjektive etc.) in grammatikalisch korrekten Sätzen miteinander kombiniert werden können.
  • Gesamtheit der grammatikalischen Regeln, nach denen Sätze gebildet werden.
  • Syntax (syntax)
    Regelsystem zur Kombination elementarer Einheiten (z. B. Wörter) zu zusammengesetzten Einheiten (z.B. Phrasen oder Sätzen).
  • Synzytium
    Durch Zellteilung oder -verschmelzung entstehender mehrkerniger Zellverband ohne Zellgrenzen
  • Komplexe Einheit; ein aus einzelnen Elementen bestehendes Ganzes.
  • System, cholinerges
    Alle muskarinergen und nikotinergen Rezeptoren, die Azetylcholin als Transmitter benutzen
  • System, limbisches
    ringförmiges Hirnsystem zwischen Hirnstamm und den zerebralen Strukturen. Dazu gehören Teile des Hypothalamus, Amygdala, Hippokampus, C. mammillare, Gyrus cinguli, Septum, Fornix. Aktivität des Systems ist v.a. verbunden mit Gefühlen und Trieben
  • Systemansatz (systems approach)
    Analyse des Gedächtnisses als eine Menge von funktional und/oder neuronal verschiedenen Systemen.
  • Systematische Desensibilisierung
    Auf Wolpe zurückgehendes Verfahren der Reizkonfrontation. Die Vorstellung angstauslösender Reize wird mit einer zuvor gut trainierten angstinkompatiblen Entspannungsreaktion gekoppelt. Dabei erfolgt ein schrittweises Vorgehen von wenig angstauslösenden Reizen bis hin zu stark angstauslösenden Reizen.
  • Systematische Desensibilisierung
    Eine Therapieform, die auf dem klassischen Konditionieren aufbaut. Dabei werden positive Reaktionen nach und nach auf Reize konditioniert, die anfänglich eine sehr negative Reaktion hervorgerufen haben. Dieser Ansatz erweist sich insbesondere bei der Beha
  • Systematische Desensibilisierung
    eine Art Expositionstherapie, die einen angenehm entspannten Zustand mit allmählich immer stärker angstauslösenden Reizen koppelt. Wird häufig zur Behandlung von Phobien eingesetzt.
  • Systematische Selbstüberschätzung
    Tendenz, mit großem Selbstvertrauen auf falschen Aussagen zu beharren – die Verlässlichkeit der eigenen Überzeugungen und Einschätzungen zu überschätzen.
  • Man zieht eine systematische Stichprobe („systematic sample“), indem man ab einem definierten Anfangspunkt jedes n-te Element der Population zieht. Die in diesem Sinne systematische Stichprobenauswahl stellt eine pragmatische Alternative zur einfachen Zufallsstichprobe dar und ist auch auf infinite Populationen anwendbar.
  • Systematische Varianz
    Anteil der Gesamtvarianz, dem ein systematischer Einfluss zugrunde liegt. Maß für die Variation von Stichprobenmittelwerten
  • Systematische Varianz
    Anteil der Gesamtvarianz, dem ein systematischer Einfluss zugrunde liegt. Maß für die Variation von Stichprobenmittelwerten
  • Eine potenzielle Störvariable dadurch kontrolliert, dass sie zu einer weiteren UV gemacht wird (Kontrollfaktor).
  • Systematische Verarbeitung
    Gründliche und detaillierte Informationsverarbeitung (z. B. Aufmerksamkeit gegenüber den in einer persuasiven Botschaft enthaltenen Argumenten); diese Art der Verarbeitung beruht auf Fähigkeit und Motivation.
  • systematische Verhaltensbeobachtung
    Bei einer systematischen Verhaltensbeobachtung wird dem Beobachter genau vorgegeben, worauf er zu achten und wie er das Beobachtete zu protokollieren hat. Man muss also bereits Hypothesen darüber haben, was in der Beobachtungssituation wichtig ist. Die systematische Verhaltensbeobachtung erfordert einen erheblichen Aufwand bei der Vorbereitung: Meist erstellt man eine Liste mit relevanten Verhaltensweisen (»Indexsystem«; s.u.), und in der Beobachtungsphase wird beispielsweise beim Auftreten einer dieser Verhaltensweisen ein Strich in der Liste gemacht. Das Ergebnis liegt beispielsweise in Form einer Strichliste vor. Bei einer systematischen Verhaltensbeobachtung wird keine vollständige Beschreibung des Verhaltens angestrebt, sondern es soll immer nur ein bestimmter Teilaspekt des Verhaltens erfasst und quantifiziert werden.
  • Systematischer Effekt
    Größe des Unterschieds zwischen untersuchten Gruppen oder Ausmaß des Einflusses der experimentellen Variation
  • systemische Ansätze
    Bei den systemischen Ansätzen liegt der Fokus der Diagnostik und Behandlung nicht in erster Linie auf der »gestörten« Person, die professionelle Hilfe sucht; vielmehr werden psychische Probleme in funktionalem Zusammenhang mit den aktuellen Lebensumständen gesehen. Dabei spielen nahe Bezugspersonen und die Familie eine zentrale Rolle.
  • Systemmonitoring
    Zielt auf Informationen über Organisationen (z.B. Bildungssysteme) ab. Dies impliziert eine stichprobenbasierte Erhebung von Schülerleistungen zur Feststellung der Leistungsfähigkeit von Schulsystemen.
  • Systemsicherheit ist eine Eigenschaft komplexer organisationaler Systeme mit hohem Gefährdungspotenzial (z. B. Kernkraftwerke), die es dem System gestattet, ohne größere Zusammenbrüche unter vorgegebenen Bedingungen und mit einem Minimum unbeabsichtigten Kontrollverlustes oder Schadens für die Organisation und die Umwelt zu funktionieren.
  • Systemunfall bezeichnet das Versagen eines (Sicherheits-)Systems mit hohem Gefährdungspotenzial (z. B. Kernkraftwerke), das weitreichende schädigende Konsequenzen nicht nur für das System selbst und seine Bediener, sondern auch für die Umwelt bzw. Nutzer des Systems hat.
  • Phase im Herzzyklus, in der sich die Kammermuskulatur erst anspannt und dann zusammenzieht, um das Blut in die Arterien auszuwerfen
  • Mit Szenenalalyse wird die Analyse der Segmentierung und Gruppierung visueller und auditiver Objekte bezeichnet.