Medienpsychologie

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Medienpsychologie

ISBN: 
978-3-540-46894-3

Ein Leben ohne Medien? - Das können wir uns kaum noch vorstellen. Ob zur Information, Kommunikation oder Unterhaltung, wir greifen tagtäglich auf die verschiedensten Medien zurück, vom privaten Telefongespräch über den Fernsehkonsum bis hin zu reinen Medienarbeitsplätzen. Doch der kompetente Umgang mit Medien ist nicht immer einfach, - psychologische Forschung ist gefragt, wenn es um Mediennutzung und Medienwirkung geht. Die Medienpsychologie beschäftigt sich dabei mit spannenden und gesellschaftlich wichtigen Themen, z.B. dem Zusammenhang von Medien und Gewalt oder der Auswirkung von Talkshows. Aber auch Mobilkommunikation, Massenmedien und Massenkommunikation, die Rolle der Medien für die Demokratie, das Lehren und Lernen mit Multimedia und Internet sind Themen der Medienpsychologie - und damit auch dieses Lehrbuchs.

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BegriffErklärung
AbrufDer Prozess, bei dem zuvor enkodierte Informationen wieder aus dem Gedächtnis abgerufen werden.
Agenda-Setting-TheorieDie Fokussierung der Medienberichterstattung auf bestimmte politische Themen (z.B. Kriminalität oder Arbeitslosigkeit) hat zur Folge, dass diese Themen von der Bevölkerung als dringlich betrachtet werden.
AggressionJede Form von Verhalten, das darauf abzielt, einem anderen Lebewesen zu schaden oder es zu verletzen, wobei dieses Lebewesen motiviert ist, eine solche Behandlung zu vermeiden.
AIDA-ModellDas AIDA-Modell ist eines der bekanntesten Werbewirkungsmodelle und wurde bereits Ende des 19.Jahrhunderts beschrieben. Es werden vier Stufen der Werbewirkung unterschieden: Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Drang) und Action (Aktion). Danach kann Werbung zunächst Aufmerksamkeit wecken, dann Interesse erzeugen, im Anschluss Motive („Drang“) ansprechen und schließlich zur Aktion (zum Kauf) bewegen. Dieses bis heute populäre Modell ist als Beschreibung des Ablaufs der Werbewirkung zu verstehen.
Aktive vs. Passive Verarbeitung von FernsehinhaltenUrsprünglich ging man davon aus, dass Kinder im Vorschulalter von der Vielfalt audiovisueller Stimuli in Beschlag genommen werden, ohne dass sie dazu in der Lage sind, diese zu verstehen (passive Verarbeitung). Empirische Studien zur Aufmerksamkeit zu Fernsehinhalten in den letzten 30 Jahren haben aber gezeigt, dass bereits sehr früh eine selektive Aufmerksamkeitslenkung stattfindet. Bereits junge Kinder richten ihre Aufmerksamkeit gezielt auf audiovisuelle Hinweisreize, die für das Verstehen von Programminhalten besonders relevant sind (aktive Verarbeitung).
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Frage 1 von 124
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  • Welche Kriterien muss eine medienpsychologische Theorie erfüllen, um als wissenschaftliche Theorie gelten zu können?

    Lösung

    Die wichtigsten formalen Gütekriterien erfahrungswissenschaftlicher (und damit auch medienpsychologischer) Theorien sind Konsistenz (Widerspruchsfreiheit) und empirische Überprüfbarkeit. Daneben existieren weitere Kriterien wie Einfachheit und Kohärenz mit anderen Theorien aus demselben Inhaltsgebiet.
  • Was ist eine operationale Definition? Erläutern Sie das Konzept  anhand von medienpsychologischen  Beispielen!

    Lösung

    In einer operationalen Definition werden die Maßnahmen oder Ereignisse spezifiziert, anhand derer ein theoretisches Konstrukt gemessen werden kann. Als Beispiele für operationale Definitionen kann man sämtliche konkreten Anwendungen von Datenerhebungsmethoden anführen, die in der Medienpsychologie gebräuchlich sind.
  • In welchen Fällen würden Sie in einer medienpsychologischen Untersuchung Befragungsmethoden einsetzen, in welchen Fällen Beobachtungsmethoden?

    Lösung

    Befragungsmethoden eignen sich besonders gut zur Erfassung subjektiver und nicht beobachtbarer Sachverhalte (z. B. Einstellungen oder Persönlichkeitsmerkmale), während Beobachtungsmethoden auf die Erfassung offenen Verhaltens bzw. die Erfassung von kognitiven und emotionalen Prozessen zugeschnitten sind, die sich aus offenem Verhalten erschließen lassen.
  • Worin besteht der wesentliche Vorteil, den psychologische Testverfahren auf der Basis von Item- Response-Theorien gegenüber Testverfahren auf der Basis der klassischen Testtheorie haben?

    Lösung

    Der wesentliche Vorteil von Testverfahren auf Basis von Item-Response-Theorien bestehtdarin, dass die Beziehungen zwischen latenter Personeneigenschaft und beobachtbaremVerhalten in der Testsituation durch ein empirisch überprüfbares Testmodellbeschrieben werden.
  • Was versteht man unter Parameterschätzung im Zusammenhang mit populationsbeschreibenden Untersuchungen?

    Lösung

    Bei der Parameterschätzung in populationsbeschreibenden Untersuchungen geht es darum, statistische Kennwerte, die anhand von Stichprobendaten ermittelt worden sind, auf Verhältnisse in der Grundgesamtheit zu verallgemeinern. Dabei sind Punktschätzungen (z. B. Populationsmittelwerte) und Intervallschätzungen (z. B. Konfidenzintervalle für Populationsmittelwerte) zu unterscheiden.
  • Was unterscheidet experimentelle von quasiexperimentellen und korrelativen Versuchsplänen?

    Lösung

    Von korrelativen Versuchsplänen unterscheiden sich experimentelle undquasiexperimentelle Versuchspläne dadurch, dass Versuchsbedingungen aktivmanipuliert werden. Gegenüber quasiexperimentellen Versuchsplänen habenexperimentelle Versuchspläne den Vorteil, dass die besonders effizientenKontrolltechniken Randomisierung (Zufallsgruppen-Versuchsplan) bzw.Ausbalancierung (Messwiederholungs- Versuchsplan) eingesetzt werden können.
  • Was ist die Besonderheit der Inhaltsanalyse gegenüber anderen qualitativen Auswertungsverfahren?

    Lösung

    Die Inhaltsanalyse unterscheidet sich von anderen qualitativen Auswertungsverfahrendurch ihre Systematik und Objektivität. Dadurch werden weitergehende quantitativeAnalysen inhaltsanalytisch gewonnener Daten ermöglicht.
  • Was verbindet Regressions-, Varianz- und Kovarianzanalysen, und worin unterscheidensich diese Auswertungsverfahren?

    Lösung

    Alle drei Auswertungsverfahren lassen sich als Spezialfälle des Allgemeinen LinearenModells rekonstruieren. Unterschiede bestehen lediglich im Skalenniveau der Prädiktorvariablen.Die Regressionsanalyse enthält metrisch skalierte Prädiktoren, dieVarianzanalyse nominalskalierte Prädiktoren und die Kovarianzanalyse sowohl nominal-als auch metrisch skalierte Prädiktoren.
  • Für welche Datenkonstellationen sollten mehrebenenanalytische Auswertungsverfahreneingesetzt werden?

    Lösung

    Mehrebenenanalytische Auswertungsverfahren empfehlen sich immer dann, wenn ein Datensatz eine Mehrebenen-Struktur aufweist (z. B. Individuen geschachtelt in sozialen Gruppen oder Messzeitpunktegeschachtelt in Individuen).
  • Warum wurde im Laufe der Geschichte der Übergang von der gesellschaftlichenKommunikation im Modus der Versammlung zur Kommunikation über Distanz notwendigund was waren notwendige Voraussetzungen dafür?

    Lösung

    Mit dem Anwachsen und der damit verbundenen räumlichen Ausbreitung sowie zunehmendenAusdifferenzierung von Gesellschaften war es nicht mehr möglich, dass sich dieentscheidungsfähigen Mitglieder für den erforderlichen kommunikativen Austauschjeweils gleichzeitig an einem Ort versammelten. Daher wurde dieser Austauschzunehmend über räumliche wie zeitliche Distanzen hinweg organisiert. Dazu warenals Voraussetzungen vor allem Verkehrsnetze und regelmäßige Postverbindungenerforderlich – nur so war ein regelmäßiger Nachrichtenaustausch möglich. Aber auchohne Schrift und Papier wäre eine umfassende Kommunikation über Distanz kaumrealisierbar gewesen.
  • Was waren die sog. Newen Zeytungen?

    Lösung

    Bei den Newen Zeytungen handelte es sich um illustrierte Einzelblattdrucke, die ab ca.1480 auftauchten. Sie waren die ersten gedruckten Nachrichtenmedien, die jedochnoch unregelmäßig erschienen. Sie enthielten Nachrichten zu einzelnen Ereignissen,meist kriegerische oder militärische Vorgänge oder Verbrechen, sensationelle Naturereignisseund dergleichen. Herausgebracht wurden sie von Druckern als Nebengeschäft,vertrieben per Straßenverkauf.
  • Wann erschien die erste gedruckte Zeitung mit politischen Inhalten?

    Lösung

    Anfang des 17. Jh.; nach heutiger Kenntnis war dies die Straßburger »Relation« von JohannCarolus, die vermutlich ab 1605 erschien.
  • Was war das wichtigste Unterhaltungsmedium in der zweiten Hälfte des 19. Jh.? NennenSie ein Beispiel sowie die Zielsetzung dieses Zeitschriftentyps!

    Lösung

    Das wichtigste Unterhaltungsmedium der zweiten Hälfte des 19. Jh. waren dieillustrierten Familienzeitschriften, wie z. B. die seit 1853 in Leipzigerscheinende, die sich an die gesamte Familie richteten und auf unterhaltende Weise dieAllgemeinbildung und das bürgerliche Zusammengehörigkeitsgefühl stärken wollten.
  • Aus welchen Gründen eignete sich das Radio besonders als zentrales Propagandamediumder Nationalsozialisten?

    Lösung

    Wegen seiner großen Verbreitung/Reichweite, seines authentischen Live-Charakters und seiner bereitsbestehenden Verstaatlichung/Zentralisierung konnte der Rundfunk bereitsunmittelbar nach der Machtergreifung die Rolle als wichtigstes Propagandamediumübernehmen. Das Fernsehen steckte demgegenüber noch in den »Kinderschuhen« undhatte nur eine geringe Verbreitung.
  • Durch welchen Forschungstyp ist die Medienpsychologie gekennzeichnet?

    Lösung

    Die Medienpsychologie ist bisher eher durch einen Forschungstyp gekennzeichnet, denTheo Hermann (1976) »psychologische Domainprogramme« genannt hat: Fürdie wissenschaftliche Aufklärung vorliegender Problemfelder (z. B.Computerspiele, Fernsehen, Internet etc.) werden geeignete Explikationsmittel, d. h. (vorhandene) Theorien und Konzepte, gesucht.
  • Welche drei theoretischen Perspektiven stehen für die Bearbeitung medienpsychologischerFragestellungen zur Verfügung?

    Lösung

    - a) Theorien und Konzepte aus den anderen psychologischen Teildisziplinen, also z.B. aus der allgemeinen Psychologie, der Sozialpsychologie oder der differentiellen und Persönlichkeitspsychologie - b) Eigenständige medienpsychologische Theorieentwicklungen, z. B. die Theorie der Erregungsübertragung - c) Theorien und Konzepte aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen, z. B. den Kommunikations- und Medienwissenschaften, der Mediensoziologie und der Medienpsychologie
  • Wenden Sie je ein theoretisches Konzept der allgemeinen Psychologie, der Sozialpsychologie, der Persönlichkeitspsychologie und der Entwicklungspsychologie auf eine medienpsychologische Fragestellung an.

    Lösung

    - Allgemeine Psychologie: Rezeption von Medieninhalten auf der Basis verschiedener Wissensschemata - Sozialpsychologie: Mögliche selbstwertmindernde Effekte beim sozialen Vergleich des eigenen Selbst mit modellhaften Medienselbsten - Persönlichkeitspsychologie: Das Persönlichkeitsmerkmal allgemeine Aggressivität prädiziert die Nutzung von gewalthaltigen Computerspielen
  • Was ist Präsenz?

    Lösung

    Präsenz (»presence«) meint die Erfahrung bzw. das Erleben des »da Seins« (»being there«) in einermedienvermittelten Umwelt. Das Bewusstsein, das das Erleben technisch bzw. medienvermittelt ist, ist bei Präsenz ausgeblendet, man ist voll in die medienvermittelte Umwelt eingetaucht (Immersion). Von dem räumlichen Präsenzerleben (»being there«) lässt sich ein soziales Präsenzerleben (»being there together«) abheben – ein Gefühl bzw. Erleben des Zusammenseins und kommunikativen Austauschsmit anderen. Wenn räumliche und soziale Präsenz zusammenfallen, liegt Kopräsenz vor (»co-presence«: »being together in a shared space«).
  • Erläutern Sie das soziologische Milieu-Konzept und dessen Relevanz für die Mediennutzung.

    Lösung

    Milieus sind Cluster aus soziodemografischen Merkmalen (Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf), spezifischen Verhaltensweisen, Wertvorstellungen, Lebensauffassungen, Alltagsästhetikenund auch Konsummustern. Innerhalb eines Milieus sind solche Merkmale relativ homogen und ähnlich ausgeprägt, zwischen verschiedenen Milieus unterscheiden sie sich möglichst maximal. Milieus sind mit bestimmten Mustern der Mediennutzung assoziiert und werden durch diese mitbestimmt. Ergebnisse zu den sogenannten Sinus-Milieus zeigen z. B., dass Radio und Fernsehen zwar in allen Milieus als Basismedien genutzt werden; dagegen liegen bei der Internetnutzung die »modernen Performer« und die »Experimentalisten« deutlich vor den »Traditionsverwurzelten« und den »DDR-Nostalgischen«. Die Milieus der »modernen Performer« und »Experimentalisten« sind durch posttraditionale Werte (Multioptionalität, Experimentierfreude, Leben in Paradoxien) und Zugehörigkeit zur Mittel- und Oberschicht gekennzeichnet; das traditionsverwurzelte und das DDR-nostalgische Milieu durch traditionelle Werte (Ordnung, Pflichterfüllung) und Zugehörigkeit zur Unter- und Mittelschicht.
  • Welche unterschiedlichen Medienarten werden in der Medienphilosophie unterschieden?

    Lösung

    In der Medienphilosophie wird derzeit zwischen sinnlichen Wahrnehmungsmedien (Raum, Zeit, Sinne, Nahsinne), semiotischen Informations- und Kommunikationsmedien (z. B. Bild, Sprache, Schrift, Musik, Tanz, Theater) und technischen Verbreitungsmedien (z. B. Buchdruck, Film, Fernsehen, Computer, Internet) unterschieden.
  • Was versteht man unter Medienmarginalismus, was unter Mediendeterminismus?

    Lösung

    Medienmarginalismus kennzeichnet eine Position, die den Medien eine bloß sekundäre Transportfunktion für Inhalte zuschreibt, die von den Medien selbst unbeeinflusst bleiben. Eine mediendeterministische Position (vgl. z. B. McLuhan) geht dagegen davon aus, dass Medien die Strukturen menschlicher Kommunikation, Kognition und Interaktion vollständig bestimmen.
  • Ist das Medium die Botschaft? Erläutern Sie anhand von Beispielen, was McLuhans Diktum bedeutet und ob es zutrifft.

    Lösung

    Mit dem Satz »Das Medium ist die Botschaft« (bzw. später: »Das Medium ist Massage «) fokussiert McLuhan die technische Gestaltung eines Mediums vor dem Inhalt und die unmittelbare Wirkung auf die (sinnliche) Wahrnehmung; d. h. jede neue Medientechnik erzeugt nach McLuhan ein anderes Wechselspiel der Sinne und ein neues Wahrnehmungsmuster. Der T-Shirt-Aufdruck »Das Leben ist scheiße, aber die Grafik ist geil!« lässt sich im Sinne von McLuhan dahingehend interpretieren, dass das Medium nicht nach Kriterien der Wirklichkeit wahrgenommen und beurteilt wird, sondern die Wirklichkeit nach einem Kriterium des Mediums - zumindest als Witz oder Provokation. Ein anderes Beispiel: Durch die computerbasierte Verfügbarkeit externer Speichermedien wird das Gedächtnis nach neueren kognitionspsychologischen Ansätzen nicht nur entlastet, sondern auch reorganisiert: Inhalte werden nicht mehr detailliert memoriert, sondern nur noch zusammenfassend und rudimentär, dagegen gewinnt die Speicherung der Orte und Zugangsmöglichkeiten von externen Medienquellen im Gedächtnis an Bedeutung. Diese Reorganisationseffekte treten weitgehend unabhängig von den gespeicherten Inhalten auf und können im Sinne von McLuhans These interpretiert werden. Empirische Befunde belegen allerdings, dass das Medium nicht immer die Botschaft ist. So sind die Effekte des Mediums Fernsehen z. B. auf das Phantasiespiel nach Huston und Wright (1998) eindeutig von den Inhalten abhängig, die Kinder sehen.
  • Was ist unter dem Begriff der „Reichweite" von Medien zu verstehen?

    Lösung

    Unter Reichweite wird die Anzahl der insgesamt durch ein Medium oder eine Kommunikationsmaßnahme erreichten Personen verstanden.
  • Bitte erläutern Sie die zentralen Annahmen des Uses-and-Gratifications-Ansatzes.

    Lösung

    Die zentrale Annahme besagt, dass Menschen Medien nutzen, um bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen. Die Medienselektion erfolgt aktiv und bewusst. Medienselektion ist immer funktional und dient der Erreichung der gewünschten Wirkung.
  • Bitte erläutern Sie die zentralen Annahmen der Mood-Management-Theorie.

    Lösung

    Die Mood-Management-Theorie geht davon aus, dass die Wahl von medialen Unterhaltungsangeboten von Stimmungen und Emotionen der auswählenden Person bestimmt wird. Durch die Wahl von spezifischen Medieninhalten nehmen die Rezipienten dabei aktiv Einfluss auf ihren aktuellen Stimmungszustand. Ziel der Medienwahl ist die Herstellung eines stimulierenden Gleichgewichts und die Maximierung eines positiven Gefühlszustands.
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsfaktoren und dem Musikgeschmack von Menschen?

    Lösung

    Ja; eine Reihe von Studien konnte einen Zusammenhang insbesondere zwischen dem Persönlichkeitsfaktor „Sensation Seeking" und der Wahl von Musik nachweisen.
  • Welche Theorien zur Medienwahl kennen Sie, die die soziale Dimension der Medienwahl betonen?

    Lösung

    Die Theorien zur interpersonalen und rationalen Medienwahl und das Social-Influence-Modell betonen den sozialen Rahmen, in welchem Medienwahl stattfindet.
  • Welche zwei Medien-Frames unterscheiden Iyengar & Simon?

    Lösung

    Thematisches und episodisches Framing
  • Nennen Sie mindestens zwei Dimensionen, nach denen Medienwirkungsphänomene kategorisiert werden können, und zwar mit den entsprechenden Wirkungstypen.

    Lösung

    Zeitdimension: kurzfristige vs. langfristige Medienwirkungen Normenbezug: funktionale vs. dysfunktionale Medienwirkungen
  • Wie lässt sich das Kausalitätsproblem der Agenda-Setting- Perspektive methodisch lösen?

    Lösung

    Anstelle nur einer Querschnittstudie sollte sowohl die Berichterstattung als auch die Befragung in einem Longitudinaldesign zu mehreren Zeitpunkten durchgeführt werden.
  • Worin liegt die gesellschaftspolitische Brisanz der Wissenskluft- Hypothese?

    Lösung

    Die Berichterstattung der Massenmedien hat meist nicht eine homogene Informiertheit aller zur Folge, sondern verstärkt bestehende Wissensunterschiede und verfestigt so tendenziell bestehende soziale Ungleichheiten, hat also auch Konsequenzen im nichtmedialen Bereich.
  • Inwiefern wurde die Kultivierungsanalyse von George Gerbener in methodischer Hinsicht kritisiert?

    Lösung

    Kritisiert wurde u. a. - a) die nicht konsistente Operationalisierung von Viel- und Nichtsehern, - b) die Nichtlinearität der Beziehung zwischen Sehhäufigkeit und Kultivierungseffekten, - c) die ungenügende Kontrolle des Einflusses von Drittfaktoren wie beispielsweise Geschlecht.
  • Welche Bestimmungsstücke enthält die Arbeitsdefinition von Emotionen nach Meyer, Reisenzein & Schützwohl (2001)?

    Lösung

    Diese Definition betont, dass Emotionen in der Regel konkrete Auslöser haben, dass man sie hinsichtlich ihrer Qualität unterscheiden kann (Freude wird selbstverständlich anders erlebt als Angst oder Wut), dass sie im Gegensatz zu Stimmungen zeitlich begrenzt sind, und vor allem, dass sie auf drei Ebenen wirken und somit auch auf drei Ebenen (Reaktionstrias) beobachtbar und/oder messbar sind.
  • Welche Ansätze erklären, dass Emotionen nicht nur in der f2f- Interaktion, sondern auch medienvermittelt auftreten können?

    Lösung

    Das Konstrukt der Präsenz und die Drei-Faktoren-Theorie von Zillmann (2004a).
  • Warum können Emotionen bei der Rezeption von Medien so schwer gemessen werden?

    Lösung

    Die Reaktionstrias weist darauf hin, dass Emotionen ein multidimensionales Konstrukt sind, das auch auf mehreren Ebenen erfasst werden muss. Die einzusetzenden Messinstrumente besitzen dabei durchaus unterschiedliche Reliabilität.
  • Was versteht man unter Empathie, was unter prosozialem Verhalten?

    Lösung

    Prosoziales Verhalten bezeichnet ein Verhalten, bei dem eine Person einer anderen Person hilft. Nach Bierhoff (1996) müssen dazu zwei Bedingungen erfüllt sein, nämlich dass überhaupt die Absicht besteht, der anderen Person etwas Gutes zu tun, und dass die helfende Person auch andere Möglichkeiten hätte zu handeln, also nicht etwa aufgrund von Befehl, Beruf o. Ä. zu einer Hilfeleistung gezwungen ist. Empathie ist dagegen auf das emotionale Erleben bezogen. Empathie bezeichnet die Erfahrung, unmittelbar an der Emotion bzw. Intention einer anderen Person teilzuhaben und sie dadurch zu verstehen (Bischof-Köhler, 2000).
  • Wie kann man erklären, dass die Geschwindigkeit der medialen Darstellung die emotionalen Reaktionen der Zuschauer beeinflusst?

    Lösung

    Durch die Hypothese der Erregungsübertragung von Zillmann (2004).
  • Erläutern Sie am Beispiel einer Daily-Talk-Sendung, welche gestalterischen Mittel zum Aufbau einer PSI beitragen können.

    Lösung

    Ein Beispiel wäre hier der Einsatz von Großaufnahmen, die Mimik und Gestik der »personae« transportieren. Plake (2004) nennt darüber hinaus die direkte Ansprache des Zuschauers durch Blick in die Kamera oder auch Kamerafahrten.
  • Warum fällt es so schwer, Pornographie zu definieren?

    Lösung

    Nach Selg (1988) ist die Einschätzung, ob es sich bei einem Produkt oder Kunstwerk um ein pornographisches handelt, in hohem Maße zeit-, kultur- und gesellschaftsabhängig. Dazu kommt, dass auch der Kontext, in dem ein Produkt oder Kunstwerk dargestellt wird, Einfluss darauf zu haben scheint, ob etwas als »pornographisch« eingeschätzt wird oder nicht. Daher sind psychologische oder soziologische Definitionen zwar forschungsrelevant, ansonsten gelten jedoch Definitionen wie die vom OLG Düsseldorf, die Pornographie vor allem als grob, den Sexualtrieb aufstachelnd und den Menschen als bloßes Objekt darstellend betrachtet.
  • Welche theoretischen Ansätze gibt es, um die Wirkung gewalthaltiger Medienangebote zu erklären?

    Lösung

    Mit Erklärungsversuchen bezüglich Mediengewalt beschäftigt sich die Menschheit bereits seit vielen Jahrhunderten. Eine der ältesten Thesen ist hierbei die Katharsisthese, die von einer »reinigenden« Wirkung dargestellter Gewalt ausgeht. Diese These gilt mittlerweile als widerlegt; daneben gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Theorien zur Wirkung von Mediengewalt, etwa die Inhibitionsthese, Habitualisierungsthese, Suggestionsthese, Stimulationsthese, Excitation-Transfer-Theorie, Rechtfertigungsthese, aber auch die Theorie des sozialen Lernens, die jedoch im Vergleich zu den anderen Erklärungsversuchen eine etwas größere Perspektive einnimmt.
  • Erläutern Sie, welche Arten von Mediengewalt man unterscheiden kann.

    Lösung

    Insgesamt gibt es eine Vielzahl an Gewaltdefinitionen; den meisten ist dabei gemeinsam, dass es sich um eine absichtliche Schädigung - nicht etwa einen Unfall - handelt. Hierbei lassen sich verschiedene Dimensionen unterscheiden, zum Beispiel personelle versus strukturelle, psychische versus physische, legitime versus illegitime, individuelle versus kollektive, expressive versus instrumentelle, intentionale versus nichtintentionale sowie manifeste versus latente Gewalt (vgl. Merten, 1999). Zudem kann man Mediengewalt einteilen nach fiktionaler Gewalt - nämlich Gewalt, die in fiktionalen Medienangeboten vorkommt - und realer Gewalt; Letztere lässt sich weiter differenzieren in Gewalt, die in nonfiktionalen Medienangeboten vorkommt, und Gewalt, die sich medialer Strukturen bedient.
  • Welche methodischen Herangehensweisen gibt es zur Messung von Mediengewalt?

    Lösung

    Zur Erfassung von Mediengewalt bzw. deren Wirkung eignen sich alle gängigen Methoden der empirischen Kommunikationswissenschaft bzw. Medienpsychologie. Geht es um die Bestimmung von Gewaltpotenzialen, können Inhaltsanalysen durchgeführt werden. Möchte man die Wirkung von Mediengewalt erfassen, eignen sich sowohl prozessorientierte Messungen (etwa Beobachtungen oder psychophysiologische Messungen) als auch postrezeptive, punktuelle Messungen wie Befragungen, je nachdem, ob es um die unmittelbare Wirkung von Mediengewalt geht oder mittel- bis längerfristige Effekte im Zentrum des Interesses stehen. Die einzelnen Methoden lassen sich auch kombinieren, etwa in einem experimentellen Design oder in Längsschnittanalysen.
  • Wie stellen sich die empirischen Befunde zur Wirkung von Mediengewalt dar?

    Lösung

    Dass Mediengewalt keine besänftigende - oder kathartische - Wirkung auf den Rezipienten hat, ist ein fast durchgängiger Befund. Welche konkreten Auswirkungen die Rezeption von Mediengewalt hat und welche Randbedingungen hier einen Einfluss haben, ist dagegen weniger eindeutig zu beantworten. Den Versuch, diese heterogene Befundlage zu systematisieren, unternehmen Metaanalysen.
  • Wie ist die Gefährlichkeit von Mediengewalt in einem größeren Blickfeld zu bewerten?

    Lösung

    Insgesamt darf die negative Wirkung, die von Mediengewalt ausgehen kann, nicht unterschätzt werden: Auch wenn nur ein Jugendlicher von Tausenden aufgrund des Spielens eines Computerspiels Amok läuft, ist dies zu viel. Dennoch darf dies nicht dazu führen, dass andere, wichtige Determinanten aggressiven Verhaltens außer Acht geraten: So werden Verbote von violenten Medieninhalten nicht dazu führen, dass beispielsweise Kinder und Jugendliche aufmerksamer und friedlicher werden, wenn ihnen nicht gleichzeitig ihr soziales Umfeld Handlungsalternativen bereitstellt. Dementsprechend darf man nicht den Fehler begehen, sich der Medien als Sündenbock zu bedienen, um soziale Defizite zu verschleiern.
  • Nennen Sie mindestens drei Anforderungen, die eine virtuelle Lernplattform erfüllen müsste, um ideale Arbeitsbedingungen für Lerngruppen zu bieten. Begründen Sie die Anforderungen anhand der in diesem Beitrag vorgestellen Theorien.

    Lösung

    Individuierung der Lernenden (virtuelle/grafische Repräsentation der Lernenden, individuelle Homepages, »intelligente« Avatare, Fotos) (Begründung: SIDE-Modell) Moderation der Lerngruppe (Unterstützung beim Kennenlernen, Erhöhung der Partizipation z. B. durch motivierende und strukturierende Fragen, explizite Medienwechsel abhängig von Phasen der Informationsübermittlung bzw. Informationsverdichtung) (Begründung: SIDE-Modell, Messaging Threshold Approach, Media Synchronicity Theory) Visualisierung der Lernprozesse (z. B.: Wo steht die Lerngruppe im Prozess der Wissensaneignung? Versionskontrolle für gemeinsame Dokumente, übersichtliche Abbildung von Zuständigkeiten bei verteilten Aufgaben) (Begründung: Grounding, Media Richness Theory) Kommunikationstool der Lernumgebung für informelle Kommunikation nutzbar machen (»Flüsterchat« zum Austausch, ohne dass der/die Dozent/in mitliest) (Begründung: SIDE-Modell, Hyperpersonal Perspective, Social Information Processing). Ebenen der Kommunikation deutlich machen (Aufgaben- versus Beziehungsebene, verschiedene Sprachfunktionen) (Begründung: grundlegende Kommunikationsmodelle).
  • Wie lautet die Definition des Begriffs Kommunikation?

    Lösung

    Kommunikation ist intentionales, medienvermitteltes, wechselseitig aufeinander gerichtetes soziales Handeln mehrerer Partner/innen.
  • Welche Funktionen von Zeichen in der Kommunikation werden im Organon-Modell von Karl Bühler unterschieden?

    Lösung

    - Darstellungsfunktion, d. h. das Zeichen ist Symbol für das Objekt. - Ausdrucksfunktion, d. h. das Zeichen ist Symptom und drückt die Gedanken, Gefühle etc. des Senders aus. - Appellfunktion, d. h. das Zeichen wirkt als Signal auf den Empfänger.
  • Wie lautet die Grundidee der Kosten-Nutzen-Ansätze in der Kommunikationsforschung?

    Lösung

    Kommunikator(inn)en stellen bei der Kommunikation Kosten-Nutzen-Überlegungen an und gehen sowohl individuell-kognitiv als auch kollektiv von einem Optimierungsprinzip aus, d. h. versuchen, ein gegebenes Kommunikationsziel mit geringstem Aufwand bzw. mit gegebenem Aufwand einen maximalen Kommunikationsnutzen zu erzielen.
  • Was erklärt das SIDE-Modell?

    Lösung

    Das SIDE-Modell erklärt, wie sich, z. B. visuell, Anonymität und (fehlende) Identifizierbarkeit auf die Wahrnehmung und das Verhalten auswirken in Abhängigkeit davon, wie sich das Individuum selbst kategorisiert, z. B. als Individuum oder als Mitglied einer Gruppe.
  • Welche verschiedenen Kommunikationsformen lassen sich aus kommunikations- und informationswissenschaftlicher Perspektive mittels Mobilkommunikationstechnik realisieren?

    Lösung

    Aus kommunikations- und informationswissenschaftlicher Sicht lassen sich mittels Mobilkommunikationstechnik prinzipiell sechs verschiedene Kommunikationsformen realisieren: - mobile Individualkommunikation, - mobile Gruppenkommunikation, - mobile Organisationskommunikation, - mobile Massenkommunikation, - mobile Mensch-Computer-Kommunikation und - mobile Computer-Computer-Kommunikation.
  • Erklären Sie allgemein und erläutern Sie am Beispiel von Musikrezeption, was es bedeutet, wenn die psychologische Mobilkommunikationsforschung eine intramediale, eine intermediale oder eine crossmediale Perspektive einnimmt!

    Lösung

    - Bei einer intramedialen Betrachtung wird die Mobilkommunikation separat analysiert, z. B. wird die Musikrezeption mittels MP3-Player im Handy untersucht (Nutzungsorte, Nutzungszeiten, Musikselektion, Gratifikationen etc.). - Bei intermedialer Betrachtung wird die Mobilkommunikation mit anderen Medien verglichen und z. B. untersucht, in welchem Verhältnis die mobile Musikrezeption auf dem Handy zur stationären Musikrezeption zu Hause via HiFi- Anlage oder Musikfernsehen steht. - Bei crossmedialer Betrachtung werden Medienangebote in den Blick genommen, bei denen die Mobilkommunikation mit anderen Medien verknüpft ist. So könnte man untersuchen, ob und wie die im Handy genutzten Musikfiles vom Nutzer auch für andere Zwecke (z. B. Nutzung als Klingelton) und/oder für andere Geräte (z. B. Desktop-Computer) eingesetzt werden.
  • Welche drei Praxisfelder können von den Erkenntnissen der psychologischen Mobilkommunikationsforschung profitieren?

    Lösung

    Ergebnisse der psychologischen Mobilkommunikationsforschung können beitragen zur Förderung - der Medienkompetenz, - der menschengerechten Medienkonzeption und - der Medienökologie.
  • Was versteht man unter dem allgemeinpsychologischen Doppelaufgaben- Paradigma und wie wird es in der Handy-Forschung umgesetzt?

    Lösung

    Beim Doppelaufgaben-Paradigma wird die kognitive Leistungseinschränkung ermittelt, die entsteht, wenn eine Aufgabe mit einer parallel zu bearbeitenden Zweitaufgabe kombiniert wird, was im Alltag beispielsweise der Fall ist, wenn das Autofahren mit einem Handy-Telefonat einhergeht. In Experimenten kann der Effekt unterschiedlicher handybezogener Zweitaufgaben (z. B. Handy-Telefonat mit und ohne Freisprecheinrichtung) systematisch erfasst werden.
  • Warum sind SMS-Botschaften mit dem Inhalt »Ich gehe mich jetzt duschen und dann ab in die Heia. Gute Nacht« oder »Huhu, gucke grade RTL« aus sozialpsychologischer Sicht nicht als sinnlose »Nullkommunikation« abzutun?

    Lösung

    Mobilkommunikation mit Beziehungspartnern aus dem sozialen Netzwerk erfüllt neben instrumentellen Funktionen (z. B. Organisation von Verabredungen, Einkäufen etc.) auch wichtige sozioemotionale Funktionen: Durch SMS-Kontakte signalisieren sich Menschen, dass sie aneinander denken und einander wichtig sind; sie lassen einander am banalen Alltag teilnehmen und bekräftigen damit Nähe und Verbundenheit.
  • Viele Menschen sagen heute von sich selbst, dass sie ohne Mobiltelefon nicht mehr leben könnten - ist dies aus klinisch-psychologischer Perspektive ein Indiz für pathologische Handy-Sucht?

    Lösung

    Die Abhängigkeit vom Mobilfunknetz ist - ebenso wie unsere Abhängigkeit vom Strom- oder Wassernetz - Ergebnis der Veralltäglichung: Alltagsabläufe sind bereits so geformt, dass mobile Erreichbarkeit im Regelfall erwartet wird und Abläufe erheblich erleichtert. Pathologische Nutzungsformen wären nur dann zu diagnostizieren, wenn die Mobilmediennutzung tatsächlich Sucht-Symptome aufweist (z. B. Steigerung der Dosis, Entzugserscheinungen etc.) und zu erheblichen Negativfolgen führt, was im Einzelfall auftreten kann.
  • Welche drei Hierarchie-von- Effekten- Modelle der Werbewirkung sind unterscheidbar und unter welchen Bedingungen erklären sie die Wirkung von Werbung?

    Lösung

    Die Kognition-Affekt-Konation-Hierachie (Lernhierarchie oder »learn-feel-do«), die Kognition-Konation-Affekt-Hierarchie (Geringes-Involvement-Hierarchie oder »learn-do-feel«) und die Dissonanz-Attributions-Hierarchie (oder »do-feel-learn«) werden unterschieden. Die Bedingungen für deren jeweilige Wirksamkeit hängen von der Unterscheidbarkeit der Produktalternativen sowie dem Involvement der Rezipienten ab.
  • Was unterscheidet transformationale und transaktionale Werbung?

    Lösung

    Transformationale Werbung spricht transformationale Motive an (sensorische Gratifikation, intellektuelle Stimulation, soziale Anerkennung). Sie ist oft emotionalisierend, und für ihre Wirkweise ist das Gefallen der Werbung bedeutsam. Transaktionale Werbung thematisiert typischerweise eine Problemlösung, sie spricht informationale Motive an (Problembeseitigung, Problemvermeidung, unvollständige Zufriedenheit, gemischte Annäherung-Vermeidung oder gewöhnliche Erschöpfung). Das Gefallen der Werbung spielt hier für die Wirkung eine geringe Rolle.
  • Welche Funktionen haben Werbewirkungsmodelle?

    Lösung

    Vier häufige Funktionen sind - Erklärung der Entstehung von Werbewirkung (z. B. auf welchen Stufen die Werbewirkung abläuft), - die Ableitung von Gestaltungsempfehlungen (konkrete Werbegestaltung und teilweise auch Mediaplanung), - die Verwendung von Testmethoden (warum Werbewirkung auf bestimmten Ebenen zu evaluieren ist) und - die Begründung von Werbezielen (warum z. B. eine hohe Markenbekanntheit ein Werbeziel einer bestimmten Kampagne sein kann).
  • Auf welchen Ebenen kann man Werbung evaluieren? Nennen Sie jeweils ein Beispiel!

    Lösung

    Eine mögliche Unterscheidung (Beispiele in Klammern) ist: Aufmerksamkeit (Blickbewegungsregistrierung), Erinnerung (Rekognitionstest), Beurteilungen/Bewertungen (Likert-Skala), Einstellungen (Paarvergleiche) und Verhalten (Anfragentest).
  • Was verstehen Sie unter einem Medienmarkt?

    Lösung

    Alle Verkaufstransaktionen zwischen Anbietern und Nachfragern, die Medienprodukte betreffen. Medienprodukte sind informierende und unterhaltende Inhalte, die über einen technischen Verbreitungsweg (Medium) einer prinzipiell unbegrenzten und unbekannten Zahl von Mediennutzern (Rezipienten) angeboten werden.
  • Wie berechnet man die Bruttowertschöpfung einer Branche und was bezeichnet man als Wertschöpfungskette (z. B. für Zeitungen)?

    Lösung

    Die Bruttowertschöpfung ist der Produktionswert (Umsatz) aller Unternehmen einer Branche abzüglich aller Kosten für Waren und Dienstleistungen, die von anderen Unternehmen bezogen werden (sogenannte Vorleistungen). Nachrichtenagentur, Zeitungsverlag, Druckerei, Presse-Grosso und Pressekiosk bilden die Wertschöpfungskette für Zeitungen.
  • Was ist der Tausenderkontaktpreis (TKP) eines Werbeträgers?

    Lösung

    Der Preis, den ein Medienunternehmen für eine Anzeigenseite oder einen Werbespot verlangt, bezogen auf je 1000 Leser, Zuschauer oder Hörer, die dann mit dieser Werbebotschaft in Kontakt kommen.
  • Was versteht man unter Cross-Media-Strategien?

    Lösung

    Medienunternehmen versuchen ihre Unternehmensziele dadurch zu erreichen, dass sie ihre Aktivitäten auf andere Geschäftsfelder im Medienbereich ausdehnen und andere Typen von Medienprodukten produzieren (Beispiel: ein Zeitungsverlag kauft oder gründet einen Hörfunksender.
  • Was führt bei der Produktion von Medieninhalten zu Größendegressionseffekten und was bedeutet dies für die Medienkonzentration?

    Lösung

    Die Produktionskosten für Medieninhalte sind unabhängig von der Zahl der späteren Nutzer (First-Copy-Cost). Je größer die Rezipientenzahl, desto geringer werden die Kosten je Rezipient. Größere Unternehmen haben damit Kostenvorteile, und Medienmärkte werden deshalb häufig von wenigen Unternehmen dominiert.
  • »Medien haben einen massiven Einfluss auf Rezipienten« - »Medien beeinflussen den Rezipienten nur minimal«. Dies sind zwei Extrempositionen in der Medienwirkungsforschung, die heute kaum noch vertreten werden. Nennen Sie Beispiele für Forschungsansätze, die zwischen diesen Extremen angesiedelt sind.

    Lösung

    - Agenda-Setting-Ansatz - Theorie der Schweigespirale - Kultivierungsansatz
  • Was ist mit der Agenda-Setting-Hypothese gemeint?

    Lösung

    Die Agenda-Setting-Hypothese besagt, dass Medien einen großen Einfluss auf die Auswahl derjenigen Themen haben, die von der Öffentlichkeit als wichtig eingeschätzt werden. Untersuchungen zum Agenda Setting haben immer wieder Zusammenhänge zwischen der Liste der Themen, die in den »klassischen« Medien einen breiten Raum einnehmen (»media agenda«, über Inhaltsanalyse ermittelt) und der Liste der Themen, die Rezipienten von Massenmedien für wichtig halten (»public agenda«, über Befragungen ermittelt), gefunden. Agenda Setting ist bereits von Walter Lippmann (1922/1997) sowie von Bernard Cohen (1963) erörtert worden. Aber erst die empirischen Studien von Maxwell E. McCombs und Donald S. Shaw (1972) verhalfen diesem Untersuchungsansatz zum Durchbruch.
  • Kathleen M. McGraw hat 2000 einen Artikel mit dem Titel Contributions of the cognitive approach to political psychology veröffentlicht. Worin bestehen die Beiträge, die McGraw im Titel dieser Arbeit anspricht? Was sind die Grenzen kognitiver bzw. sozial-kognitiver Ansätze bei der Untersuchung medienpsychologischer Fragen?

    Lösung

    Nicht ohne Berechtigung hat McGraw (2000) kognitive bzw. sozial-kognitive Phänomene und Modelle in das Zentrum ihres Überblicksartikels gerückt. Dazu zählt beispielsweise die Beschreibung und Erklärung von Persuasionseffekten (z. B. über Ein-Prozess- bzw. Zwei-Prozess-Modelle der Persuasion). Aber mit kognitiven Ansätzen allein lässt sich die Vielfalt der Themen in diesem Gebiet nicht angemessen untersuchen. Ein einfacher Grund dafür besteht darin, dass politische Medienbotschaften auch andere Seiten des Menschen wie z. B. Emotionen ansprechen oder auch daraufhin angelegt sind, Emotionen hervorzurufen. Auch bei Themen wie z. B. Bedingungen der Medienpartizipation greifen kognitive Ansätze allein zu kurz.
  • Welche Einwände lassen sich aus heutiger Sicht gegenüber den Arbeiten der Gruppe um Carl I. Hovland vorbringen?

    Lösung

    Hovland hat mit seinen Arbeiten bedeutende Grundlagen medienpsychologischer Arbeiten gelegt. Die Einwände gegen die in den Yale-Studies verwandten Ansätze betreffen Aspekte, bei denen aus heutiger Sicht ein anderes Vorgehen vielversprechender erscheint. Dazu zählen: Künstlichkeit der experimentellen Situation, einseitiger Schwerpunkt auf der Identifikation von isolierten Variablen, die Persuasionseffekten zugrunde liegen können, Keine Aufstellung und Überprüfung von theoretischen Modellen.
  • Was sind Kernaussagen der Theorie der Schweigespirale von Elisabeth Nölle-Neumann?

    Lösung

    - Medien (Fernsehen, Zeitungen) vermitteln durch unter Umständen selektive Berichterstattung den Eindruck, eine bestimmte Meinung sei die der Mehrheit. - Personen mit einer bestimmten politischen Meinung verstummen, sobald sie öffentlich (über Medien wie Fernsehen, Zeitung) mit einer anderen Meinung konfrontiert werden, von der sie - möglicherweise irrtümlich - glauben, dass es sich um die Mehrheitsmeinung handelt. Das heißt, Personen glauben, sie selbst verträten eine Minderheitsmeinung. Über die Medien wird eine vermeintliche Mehrheitsmeinung öffentlich verbreitet. Die Personen mit der vermeintlichen Minderheitsmeinung verstummen. - Wenn immer mehr Menschen mit einer bestimmten Meinung verstummen, ist diese Meinung öffentlich nicht mehr präsent. Auch wenn diese Meinung anfänglich die Mehrheitsmeinung war, kann sie dadurch an den Rand gedrängt und zur Minderheitsmeinung werden.
  • Was ist mit den zwei Ebenen der Repräsentation von Stereotypen gemeint?

    Lösung

    Stereotype lassen sich einerseits als geteilte Wissensbestände auf der Ebene der Gesellschaft verstehen. Die Attributzuschreibungen sind mehr oder weniger jedem Mitglied der Gesellschaft bekannt. Andererseits lassen sich Stereotype als individuelle Überzeugungen darüber rekonstruieren, wie zutreffend die Stereotype sind. Während die erste Repräsentationsebene eng mit der individuellen Verfügbarkeit eines Stereotyps verknüpft ist, steht die zweite Ebene in Zusammenhang mit einer unterschiedlich leichten Zugänglichkeit der stereotypen Attribute.
  • Welche Tendenzen einer stereotypen Darstellung von AusländerInnen im deutschen Fernsehen lassen sich festmachen?

    Lösung

    AusländerInnen im deutschen Fernsehen sind überwiegend männlich und haben überwiegend einen türkischen oder südeuropäischen Hintergrund. Sie werden typischerweise in bestimmten Rollen gezeigt, vor allem als Kriminelle und als Machos.
  • Welche Wirkung können journalistische Berichte über evolutionsbiologisch begründete Leistungsunterschiede nach sich ziehen, Stichwort »Stereotype Threat«?

    Lösung

    Personen schneiden dann schlechter in einem Leistungstest ab, wenn ein Stereotyp aktiviert ist, das ein schlechtes Abschneiden der eigenen Person nahe legt. Dar-Nimrod und Heine (2006) haben beispielsweise gezeigt, dass Berichte über biologisch-genetische Ursachen von Leistungsunterschieden zu einer tatsächlichen Minderleistung von Mitgliedern der stereotypisierten Gruppe führen, während diese besser abschneiden, wenn Leistungsunterschiede als erlernt beschrieben werden.
  • Welche Auswirkungen hat die Verwendung des generischen Maskulinums?

    Lösung

    Frauen werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit »mitgedacht«. Obwohl beide Geschlechter gemeint sind, werden männliche Beispiele durch das generische Maskulinum salienter im Vergleich zu Formulierungen, die beide Geschlechter gleichermaßen berücksichtigen.
  • Wie lässt sich Public Relations oder Öffentlichkeitsarbeit definieren?

    Lösung

    Öffentlichkeitsarbeit oder Public Relations sind das Management von Informations- und Kommunikationsprozessen zwischen Organisationen einerseits und ihren internen oder externen Umwelten (Teilöffentlichkeiten) andererseits. Funktionen von Public Relations sind Information, Kommunikation, Persuasion, Imagegestaltung, kontinuierlicher Vertrauenserwerb, Konfliktmanagement und das Herstellen von gesellschaftlichem Konsens.
  • Wie kann es sein, dass die einen Wissenschaftler behaupten, schon die Höhlenmalereien der Steinzeitmenschen seien Public Relations gewesen, während andere postulieren, Öffentlichkeitsarbeit beginne frühestens mit der Industrialisierung?

    Lösung

    Was wir heute unter Öffentlichkeitsarbeit verstehen, setzt sozialevolutionär auf Mechanismen interpersonaler Kommunikation auf, die in ähnlicher Art und Weise auch der Verständigung in primitivsten menschlichen Gesellschaften zugrunde gelegen haben dürften: PR ist auch heute als kommunikatives Handeln anzusehen, stellt einen Kommunikationsprozess dar, wie er schon unter Steinzeitmenschen zu beobachten war. Damit ist aber nicht gesagt, dass jeder der Selbstdarstellung dienende Kommunikationsprozess im Prinzip als Public Relations zu begreifen ist. Je nachdem, welches Kriterium man anlegt, kann man die Geschichte der Öffentlichkeitsarbeit also mit menschlicher Kommunikation an sich, mit öffentlicher Kommunikation, mit partialinteressengebundener öffentlicher Kommunikation oder eben mit professionell organisierter, interessengebundener Kommunikation beginnen lassen.
  • Was versteht man unter Issues Management?

    Lösung

    Das Konzept des Issues Management (auch singularisch Issue Management) sieht vor, dass Organisationen für sie in besonderem Maße relevante Themen in einem frühen Stadium erkennen, aufgreifen, besetzen und gestalten. Unter Issues sind demnach Themen(-komplexe) zu verstehen, die für das Unternehmen gegenwärtig oder zukünftig hochrelevant sind, öffentlich und kontrovers diskutiert werden oder werden könnten - und deshalb ein potenzielles oder aktuelles Risiko, möglicherweise aber auch eine Chance bergen.
  • Was versteht man unter Krisen-PR?

    Lösung

    Gelegentlich auch als »Königsdisziplin« des Kommunikationsmanagement apostrophiert, befasst sich Krisenkommunikation oder Krisen-PR mit der Kommunikationsarbeit im Rahmen potenziell oder akut bedrohlicher, gewöhnlich unvorhergesehener Geschehnisse, die von großer Tragweite für eine Organisation sind, ja unter Umständen ihre Existenz bedrohen. Verglichen mit der »normalen« Kommunikationsarbeit besteht bei krisenhaften Ereignissen oft ein enorm gesteigertes öffentliches oder mediales Interesse, das von der im Fokus stehenden Organisation unter immensem Zeitdruck zu befriedigen ist, dem sie sich aber auch nicht verweigern kann, da sonst Gerüchten, Spekulationen sowie der Interpretation externer Experten oder sogar der Konkurrenz Tür und Tor geöffnet würde.
  • Welchen Stellenwert haben Medien für den Sozialisationsprozess?

    Lösung

    Medien tragen dazu bei, Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Der kompetente Medienumgang ist in der heutigen Gesellschaft aber selbst zu einer Entwicklungsaufgabe geworden. Nicht für alle Individuen stellen sich dieselben Aufgaben. Je nach Lebenskontext (Geschlecht, Alter, sozialem Milieu usw.) werden andere Aspekte im Vordergrund stehen. Dieselben Medienangebote oder Medienumgangsformen werden daher unterschiedlich funktional sein.
  • Wie lässt sich Medienkompetenz operationalisieren?

    Lösung

    Medienkompetenz kann in die Dimensionen Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung gegliedert werden. Je nach medienpädagogischem Paradigma wird der eine oder der andere Aspekt stärker gewichtet. Darin spiegelt sich eine eher medienkritische oder medienfreundliche Grundhaltung. Medienkompetenz wurde ursprünglich eher als Fähigkeit zum Durchschauen der Medien und zum Verhindern negativer Wirkungen verstanden. Neuere Ansätze, wie der handlungsorientierte Ansatz der Medienpädagogik, integrieren auch die Fähigkeit, Medien genießen zu können.
  • Welche Forschungsmethoden sind in der Mediensozialisationsforschung besonders wichtig?

    Lösung

    Um ein vielschichtiges Bild des Medienalltags von Heranwachsenden zu erhalten, wird großer Wert auf die ökologische Validität der Designs gelegt, d. h. die Einbettung des Medienhandelns in konkrete sozialökologische Kontexte sollte jeweils erfasst werden können. Daher sind in diesem Feld Befragungen und Beobachtungen wichtiger als Experimente. Oft werden Methodenkombinationen eingesetzt, um objektive Fakten mit subjektiven Interpretationen durch die untersuchten Probanden anreichern zu können.
  • Wie lässt sich der Erwerb von Werbekompetenz beschreiben?

    Lösung

    Kinder entwickeln im Alter von 4 bis 14 Jahren stufenweise ein besseres Verständnis von Werbung. In vier Stufen lässt sich festmachen, nach welchen Indikatoren sie eine Werbung von einer anderen Textsorte unterscheiden können. Dabei verwenden sie zuerst willkürliche äußere Merkmale und später immer abstraktere und eindeutigere Hinweise. Die Stufenabfolge ist mit der kognitiven Entwicklung und mit der zunehmenden Medienkompetenz der Kinder gekoppelt.
  • Wie hängt das Medienhandeln der Kinder mit dem Erwerb allgemeiner Kompetenzen zusammen?

    Lösung

    Je besser ein Kind sich selbst kennt, desto besser kann es Medienangebote auswählen, die seine Bedürfnisse befriedigen. Durch die Konfrontation mit Medienangeboten wird die Selbstwahrnehmung aber auch gefördert, d. h. Kinder nutzen Medienerfahrungen, um die eigenen Toleranz- und Präferenzbereiche auszuloten. Dieselbe Interaktion lässt sich am Beispiel des persönlichen Zeitmanagements zeigen: Die permanente und immer dichtere Verfügbarkeit von Medien kann Kinder überfordern, indem sie mit dem Computer spielen oder Fernsehen statt die Hausaufgaben zu erledigen. Sie werden durch das permanente Medienunterhaltungsangebot aber auch früher dazu angeregt, verantwortungsvoll mit ihrer Zeit umzugehen.
  • Versuchen Sie, die Entwicklung des Verstehens externer Repräsentationen für die ersten vier Lebensjahre nachzuzeichnen!

    Lösung

    Erwerb der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Objekten und ihren externen Repräsentationen zuerst bei Bildern und Filmen. Der repräsentationale Status von Modellen wird verstanden. Es wird realisiert, dass Bilder stabile Bedeutungen besitzen und das sie auch missrepräsentieren können.
  • Welche Kritik lässt sich an Salomons AIME-Ansatz (»amount of invested mental effort«) formulieren?

    Lösung

    Die Hauptkritik lautet: Bei den erhobenen Daten handelt es sich um rekonstruktive Selbstberichte und Urteilsmaße. Ob die Einschätzung der investierten Anstrengungen ein valides Maß darstellt, ist somit fraglich. Die wahrgenommene »Realitätsnähe« des Films mag dazu führen, dass die investierten Ressourcen als vergleichsweise geringer wahrgenommen werden; das bedeutet jedoch nicht, dass die mentalen Anstrengungen während der Filmrezeption auch tatsächlich niedriger ausgefallen sind.
  • Was leistet die Textverstehensforschung für das Verständnis der Verarbeitung von Film und Fernsehen?

    Lösung

    Es handelt sich um Grundlagenforschung, die differenzielle Hypothesen zur Verarbeitung audiovisueller Texte im Film und Fernsehen zu formulieren erlaubt.
  • Welche Facette wurde bei der Diskussion der Gefahren gewalthaltiger Video- und Computerspiele für Jugendliche bisher oft noch übersehen?

    Lösung

    Jugendliche, die tatsächlich ein Gefährdungspotenzial aufweisen, spielen die Computerspiele anders als ungefährdete Jugendliche.
  • Was versteht man unter »Medienkonzeption«? Wie lautet die korrekte englische Bezeichnung?

    Lösung

    Die Praxis und Wissenschaft des zielgerichteten Entwerfens von Medienangeboten bezeichnet man als Medienkonzeption bzw. Mediendesign (engl. »media design«).
  • Wie ist ein enger Design-Begriff von einem weiten Design-Begriff abzugrenzen?

    Lösung

    Der weite Design-Begriff umfasst alle Konzeptionsebenen, wie Gestaltung, Funktion, Inhalt und Gebrauchskontext. Die Medienkonzeption beantwortet die W-Fragen: Wer ist der Sender/Anbieter? Was ist die Botschaft/Funktion? Wie ist das Medienangebot gestaltet? An wen richtet sich das Medienangebot? Wo, wann und mit wem soll das Angebot genutzt werden? Welche Wirkung soll das Medienangebot haben?
    Der enge Design-Begriff meint die äußere und ästhetische Gestaltung und besitzt eine künstlerische und handwerkliche Komponente. Die Gestaltung ist aber nicht bloße Verschönerung, sondern muss auf das inhaltliche und funktionale Konzept abgestimmt sein.
  • Welche Bedeutung haben Psychologie und speziell Medienpsychologie für die Medienkonzeption?

    Lösung

    Die psychologische Fundierung in der Medienkonzeption bezieht sich auf die Konzeptionsziele, den Konzeptionsprozess, die Konzeptionsentscheidungen und die Bewertung von Konzepten und Produkten. Dabei können Theorien und Methoden aus prinzipiell allen psychologischen Grundlagen- und Anwendungsfächern herangezogen werden. Das Anwendungsfach der Medienpsychologie ist besonders einschlägig, weil hier bereits die Verbindung hergestellt wird zwischen Medien einerseits und menschlichem Verhalten und Erleben andererseits.
  • In welcher Phase bzw. in welchen Phasen des Medienkonzeptionsprozesses sollten die zukünftigen Nutzer/innen einbezogen werden? Wie und wozu sollte dies geschehen? Bitte an einem Beispiel erläutern!

    Lösung

    Im Sinne eines nutzerzentrierten Konzeptionsprozesses sollten die zukünftigen Nutzer/innen in alle Phasen des Konzeptionsprozesses einbezogen werden. Zum einen ist es wichtig, ihre Vorstellungen und Erwartungen zu erfassen. Zum anderen ist im Zuge der Evaluation zu überprüfen, wie bestimmte Konzeptionsalternativen und Konzeptionsentscheidungen bei den Nutzern ankommen und ob und inwiefern das Medienangebot die Zielsetzungen erfüllt. Wenn beispielsweise ein Handy-Vokabeltrainer für Schüler entwickelt wird, können Gruppendiskussionen mit Schülern Anhaltspunkte dafür liefern, welche Funktionen und Merkmale das Programm haben sollte. Konzeptionsentscheidungen über Bildschirmgestaltung, Aufbau des Menüs, Art der Rückmeldungen usw., die z. B. aus Design-Richtlinien und psychologischen Lerntheorien abgeleitet sind, können im Zuge der formativen Evaluation anhand von Usability-Tests oder Feldversuchen mit Schülern geprüft werden.
  • Prüfen Sie die Barrierefreiheit der Homepage Ihrer Universität mit dem Tool WebXACT (http://webxact.watchfire.com)!

    Lösung

    Überprüfen Sie die Ergebnisse anhand der Auswertung nach den Aspekten: General, Quality, Accessibility und Privacy auf der Webseite.
  • Beurteilen Sie die Website Ihrer Universität hinsichtlich Utility, Usability und Enjoyment. Wo sehen Sie Bedarf für ein Re-Design?

    Lösung

    - Utility: Welche Inhalte und Dienste sind für welche Zielgruppen (z. B. Studierende, Absolventen, International Students etc.) besonders nützlich oder eher überflüssig? - Usability: Lassen sich gesuchte Informationen schnell und einfach finden? - Enjoyment: Gibt es Elemente, die den Nutzspaß steigern?
  • Was versteht man unter »Usability«?

    Lösung

    Der Begriff Usability setzt sich aus den Begriffen »use« und »ability« zusammen und meint die Fähigkeit, etwas zu benutzen. Diese Fähigkeit kann durch eine anwenderfreundliche Gestaltung der Benutzeroberfläche verbessert werden. Dabei spielen die Faktoren Nützlichkeit, Erlernbarkeit, Effizienz und Zufriedenheit eine wesentliche Rolle.
  • Beschreiben Sie die wichtigsten Phasen und Iterationen des Usability- Kreislaufs.

    Lösung

    - In der Konzeptionsphase werden die Benutzerbedürfnisse und das Benutzerverhalten systematisch analysiert. Aufgrund dieser Bedürfnisse werden nützliche Funktionen und Inhalte definiert und in einer angemessenen Informationsarchitektur strukturiert. - Die Realisationsphase beginnt mit der funktionalen Gestaltung der Interaktionsprozesse. Dabei werden wahrnehmungspsychologische Konzepte ebenso berücksichtigt wie bewährte Richtlinien und Standards. Dazu werden immer detailliertere Prototypen erstellt, welche laufend getestet und verbessert werden. Erst wenn die spezifischen Ziele der Benutzerfreundlichkeit erreicht sind, beginnt die eigentliche Umsetzung. Mit Hilfe standardisierter Usability-Tests werden allfällige Probleme und Schwierigkeiten bereits in frühen Umsetzungsstufen aufgedeckt. Dabei wird die Schnittstelle so lange verbessert, bis die Effizienz bei der Aufgabenbewältigung den spezifischen Anforderungen genügt. - Nach der technischen Implementation wird das fertige Produkt aus der Sicht des Benutzers erneut evaluiert. Anhand dieser abschließenden Testresultate werden die Anforderungen für die nächste Version definiert.
  • Welche Stufen werden beim »Cognitive Walktrough« unterschieden?

    Lösung

    Beim »Cognitive Walktrough« schlüpfen die Entwickler in die Rolle des Benutzers. Dabei stellen sich die Entwickler folgende Fragen: - Finden: Lassen sich benötigten Informationen und Kategorien schnell und einfach finden? - Verstehen: Sind die benötigten Eigenschaften und deren Zustände leicht verständlich? 4 Anwenden: Können die benötigten Funktionen und Prozesse problemlos angewendet werden?
  • Wie funktioniert das Card-Sorting- Verfahren?

    Lösung

    Das Card-Sorting ist ein einfaches und bewährtes Datenerhebungsverfahren. Dabei wird eine repräsentative Auswahl an Inhalten einzeln auf Kärtchen geschrieben, welche von den Testpersonen anhand persönlicher Kriterien gruppiert werden. Die gebildeten Gruppen mehrerer Teilnehmer werden mit Hilfe einer Clusteranalyse statistisch verglichen. Je häufiger zwei Kärtchen über mehrere Testpersonen hinweg gemeinsam in einer Gruppe auftreten, desto größer ist ihre objektive Ähnlichkeit. So lassen sich Informationen empirisch strukturieren und kategorisieren.
  • Welche Methoden eigenen sich besonders für die Verhaltensbeobachtung von Benutzergruppen?

    Lösung

    - Visual Story: In kleinen Gruppen beobachten sich die Benutzer gegenseitig und dokumentieren ihr Verhalten in einem Fototagebuch oder einer Bildergeschichte. Diese spielerische Variante des Forschungstagebuches eignet sich besonders für die Untersuchung des Benutzerverhaltens über mehrere Tage oder Wochen. - Contextual Inquiry: Bei der Feldbefragung werden die Benutzer vom Testleiter in ihrem Alltag begleitet und beobachtet. Der Testleiter ist für interessante Abläufe sensibilisiert und stellt entsprechende Fragen. Ein vordefiniertes Beziehungsmodell kann die Feldbefragung verbessern. So kann der Testleiter zum Beispiel die Rolle eines Lehrlings einnehmen, während die Testperson in der Rolle des Lehrmeisters ihre Handlungen plausibel und aus ihrer subjektiven Erfahrung erklären kann.
  • Was versteht man unter virtueller Zusammenarbeit?

    Lösung

    Unter „virtueller Zusammenarbeit" versteht man die Zusammenarbeit verschiedener Mitarbeiter eines Teams oder einer Organisation mit Hilfe elektronischer Medien. Sie ist häufig dann erforderlich, wenn die Kooperationspartner über mehrere Standorte oder Zeitzonen verteilt sind. Virtualität wird dabei als Dimension verstanden, auf der sich die Art der Zusammenarbeit zwischen den Polen „ausschließlich elektronische Zusammenarbeit" und „überhaupt keine Verwendung elektronischer Medien" einordnen lässt.
  • Welche Funktionen haben unternehmenseigene Karriereseiten und wie sollten sie gestaltet sein?

    Lösung

    Karriereseiten von Unternehmen sollten über die Webseite des Unternehmens und Suchmaschinen einfach aufzufinden sein. Die Navigation sollte klar und logisch sein, zudem sollte die Seite eine gezielte Suche nach freien Stellen erlauben. Unternehmenseigene Karriereseiten sollten Informationen über Ziele und Werte des Unternehmens sowie Karrieremöglichkeiten zur Verfügung stellen und sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Zielgruppen (Schüler, Studenten, Absolventen, Young Professionals etc.) orientieren. Zusätzlicher Nutzen für die Bewerber kann in interaktiven Angeboten bestehen, z. B. realistische Wissens- und Begabungstests.
  • Was sind die Voraussetzungen sowie die Vor- und Nachteile von E-Assessment?

    Lösung

    Zu den Vorteilen von E-Assessment gehört auf Seiten des Unternehmens die effiziente Bewältigung großer Bewerberzahlen vor allem zu Beginn des Auswahlprozesses und die damit verbundene Einsparung von Reisekosten, Material und Personal. Diese Effizienzsteigerungen entstehen durch das Vermeiden von Medienbrüchen im Bewerbungsprozess und eine schnellere und bessere Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens. Für den Bewerber entfallen zeitliche und räumliche Beschränkungen (z. B. Bewerbung von zuhause oder aus dem Ausland). Auch die nicht unerheblichen Kosten für eine traditionelle Bewerbung (Bewerbungsmappe, Photo, Kopien etc.) fallen nicht an. Probleme können durch Selektions- und Trainingseffekte entstehen, da nicht alle potenziellen Bewerber Zugang zum Internet haben oder Vortests mehrmals durchgeführt werden können. Die technischen Systeme müssen gegenüber technischen Problemen robust sein (unterschiedliche Webbbrowser, Unterbrechung und Geschwindigkeit des Internetzugangs usw.). Zudem muss die Datensicherheit gewährleistet sein.
  • Wie können virtuelle Teams effektiv geführt werden?

    Lösung

    Virtuelle Teams können vor allem durch delegative und partizipative Techniken geführt werden, z. B. durch Management by Objectives oder Selbststeuerung, sofern Integrität und Verantwortungsbereitschaft der Mitarbeiter gegeben sind. Diese Techniken können durch elektronische Systeme unterstützt, aber nicht ersetzt werden. Eine zentrale Aufgabe von Führung in virtuellen Teams sind Coaching und Beziehungsmanagement.
  • Welche Vor- und Nachteile haben netzbasierte Mitarbeiterbefragungen, und was muss man bei der Durchführung beachten?

    Lösung

    Insgesamt gelten ähnliche Anforderungen bei papierbasierten und netzbasierten Mitarbeiterbefragungen (z. B. Einbeziehung des Betriebsrates). Die Vorteile netzbasierter im Vergleich zu papierbasierten Mitarbeiterbefragungen bestehen in der Einsparung von Kosten, die durch den Druck und Transport der Fragebögen sowie die Dateneingabe entstehen würden, zudem können die Ergebnisse sehr schnell und flexibel ausgewertet werden. Probleme können durch fehlende Fertigkeiten der Mitarbeiter beim Umgang mit dem Computer entstehen. Bei der Durchführung muss einerseits die Anonymität der Mitarbeiter gewährleistet sein und andererseits das doppelte Ausfüllen des Fragebogens vermieden werden.
  • Warum ist Wissensmanagement eine Aufgabe des HRM?

    Lösung

    Organisationales Wissen besteht immer aus dem Wissen der einzelnen Mitarbeiter, nicht aus Informationen in Datenbanken. Deswegen kann Wissensmanagement nicht allein durch technische Systeme realisiert werden. HRM kann Wissensmanagement durch Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter unterstützen. Transaktives Wissen, d. h. das Wissen um die Kompetenzen und die Expertise anderer Mitglieder der Organisation, kann zudem durch Cross-Trainings, Trainee-Programme oder andere Maßnahmen der Personalentwicklung aufgebaut werden.
  • Welche möglichen Einflüsse hat Telearbeit auf die Gesundheit?

    Lösung

    Man unterscheidet vier Arten spezieller Belastungen bei netzbasierter Arbeit: 1. Organisational bedingte Belastungen (z. B. fehlende Integration in das Stammunternehmen), 2. Belastungen durch die individuelle Aufgabe (z. B. fehlende soziale Kontakte oder Probleme mit dem Zeitmanagement), 3. Belastungen durch die Bildschirmtätigkeit (z. B. mangelnde Hard- und Softwareergonomie) sowie 4. außerberufliche Faktoren (Rollenkonflikte durch zusätzliche familiäre Aufgaben).
  • Definieren Sie den Begriff E-Learning und begründen Sie Ihre Definition.

    Lösung

    E-Learning ist jegliches Lernen und darauf bezogenes Lehren sowohl in Aus-, Weiter- und Selbstbildung (»lebenslanges Lernen«), das digitale und/oder Komponenten von Informations- und Kommunikationstechnologien für das Gestalten, Organisieren und Durchführen der Prozessabläufe einsetzt. Dazu gehören sowohl die Prozesse der Wissensvermittlung wie auch die der Lehradministration. Technische Grundlage sind unterschiedliche Softwaresysteme, aktuell vom »Web Based Training« (WBT) über das »Learning Management System « (LMS) bis hin zur Simulation.
  • Was versteht man unter pädagogischem Pragmatismus und inwiefern erlaubt dieser eine Integration verschiedener Lerntheorien gerade in Bezug auf Bildungstechnologien?

    Lösung

    Pragmatismus in der pädagogischen Theorie meint die Bewertung und Zusammenführung von Lerntheorien nach deren praktischer Anwendbarkeit. So kann beispielsweise eine behavioristische Vorgehensweise berechtigt mit einer kognitivistischen kombiniert werden, wenn dies in einer bestimmten Lernsituation angemessen und praktisch anwendbar erscheint. Dies ist gerade in Bezug auf Bildungstechnologien wichtig, da diesen oft ein Mangel an theoretischer Begründung attestiert wird. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass komplexere Bildungstechnologien i. d. R. nur durch eine Kombination von unterschiedlichen Lerntheorien begründet werden können.
  • Warum werden viele Web-2.0-Anwendungen als Social Software bezeichnet?

    Lösung

    Social Software sind Softwaresysteme, welche die menschliche Kommunikation und Kollaboration unterstützen. Der Begriff bezieht sich insbesondere auf Anwendungen wie Wikis und Weblogs. Den Systemen ist gemein, dass sie den Aufbau und die Pflege sozialer Netzwerke und virtueller Gemeinschaften, sogenannter Communities, unterstützen und weitgehend mittels Selbstorganisation funktionieren. Gerade dieses soziale, beziehungsorientierte Element ist der Kern des sogenannten neuen Web, des Web 2.0.
  • Erläutern Sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Konnektivismus, Microlearning und E-Learning 2.0.

    Lösung

    Ausgangspunkt des Konnektivismus ist zwar das Individuum, Lernen wird jedoch nicht länger als interne individualistische Aktivität aufgefasst. Das zum Handeln benötigte Wissen kann nicht länger persönlich erworben werden, durch das Herstellen von Verbindungen erfolgt der Zugriff auf Kompetenzen anderer. E-Learning 2.0 bezeichnet die noch weiter gehende Unterstützung der Lerner durch eine kontextuelle Kollaboration mit Personen und Systemen. Microlearning stellt im Gegenteil zum Konnektivismus eine integrative Perspektive dar, die eher die Strukturierung und Syndikation von Informationen beschreibt als das Herstellen von Verbindungen und Beziehungen.
  • Was versteht man unter klinischpsychologischer Intervention?

    Lösung

    Es handelt sich um psychologische Unterstützung bei der Bewältigung psychischer, sozialer und körperlicher Beeinträchtigungen und Störungen. Dabei folgt der Phase der Diagnostik die Interventionsmaßnahme im engeren Sinne (z. B. Durchführung von Maßnahmen zur Prävention, eine Anleitung zur Selbsthilfe, eine Krisenintervention, eine Psychotherapie o. Ä.). Die Erfolgsbewertung der Intervention erfolgt schließlich im Rahmen der Evaluation.
  • In welchem Rahmen können internetbasierte Tests eingesetzt werden?

    Lösung

    Im Rahmen klinischer Forschung (Screenings) sind diese Tests ebenso sinnvoll anzusehen wie die eigentliche Nutzung während einer Beratung oder Therapie. Hier können Veränderungen eines Patienten vereinfacht und aktuell online gemessen werden. Besondere Bedeutung kommt den frei zugänglichen Tests in Form der Selbstdiagnostik zu. Laien und Interessierte erhalten eine sofortige Rückmeldung, was mit spezifischen Risiken verbunden ist.
  • Die Handhabung von Selbsthilfemanualen lässt sich in drei Anwendungsmodalitäten einteilen. Welche sind das? Auf welche Kriterien ist bei der Auswahl von bibliotherapeutischem Material zu achten, unabhängig von der Anwendungsmodalität?

    Lösung

    - Anwendungsmodalitäten: a) Kein Therapeutenkontakt b) Minimaler Therapeutenkontakt c) Von Therapeuten angeleitete Programme - Qualitätskriterien: Die Qualität des Materials ist in Bezug auf Aussagekraft und Deutlichkeit bezüglich seines Anwendungsbereichs zu prüfen. Das Geschriebene sollte für den Patienten verständlich sein. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass das Selbsthilfematerial sich auf die Problematik des Patienten beschränkt und er keine weiteren Voraussetzungen benötigt. In diesem Zusammenhang gewinnt die Aktualität der vorgeschlagenen Therapiemaßnahmen an Bedeutung. Es ist dementsprechend darauf zu achten, dass Untersuchungsergebnisse für das gewählte Programm vorliegen.
  • Welche verschiedenen verhaltenstherapeutischen Prinzipien können dem Videoeinsatz in der Therapie zugrunde liegen?

    Lösung

    Der Patient kann aus Fehlern lernen. Dabei erhält er ein unmittelbares Feedback und kann mit Hilfe des Therapeuten sein eigenes Verhalten reflektieren. Dabei kann auch speziell auf das Interaktionsverhalten eingegangen werden. Weiterhin ist es möglich, am eigenen Erfolg zu lernen bzw. am Erfolg von Modellpersonen. Positives Verhalten kann anhand natürlicher oder künstlicher Situationen dargeboten werden.
  • Wie erklärt sich die Effektivität einer Intervention durch die Benutzung von virtuellen Welten bei phobischen Störungen? Bei welchen Störungen ist die Einbindung weniger sinnvoll bzw. kontraindiziert?

    Lösung

    Die Konfrontation mit den angstauslösenden Faktoren kann in einer sicheren Umgebung stattfinden. Dabei wird eine Störung durch externe Reize ausgeschlossen. Die Situation besitzt weiterhin die Möglichkeit einer Anpassung, d. h. die virtuelle Welt kann an den Fortschritt des Patienten angeglichen werden, was wiederum ein optimiertes Vorgehen der weiteren Behandlung ermöglicht. Darüber hinaus kann bei eingeschränkter Visualisierungsfähigkeit mancher Patienten die medienunterstützte Darbietung von Reizen die Imagination der angstauslösenden Situationen fördern.
  • Worin besteht die Aufgabe der (Medien-) Ethik?

    Lösung

    - Analyse - Steuerung - Krisenreflexion - Missstände aufzeigen - Sensibilisierung - Verantwortungszuschreibung
  • Auf welche normativen Funktionen lassen sich die Anforderungen an Massenmedien zurückführen?

    Lösung

    - Informationsfunktion - Bereitstellung relevanter Themen für den öffentlichen Diskurs - Bildungs- und Sozialisationsfunktion - Integrationsfunktion - Korrelationsfunktion - Artikulationsfunktion - Kritik- und Kontrollfunktion
  • Welche konkreten Problemfelder bedürfen einer medienethischen Reflexion?

    Lösung

    Unter anderem: - gewaltverherrlichende, sexistische und rassische Inhalte - Bild und Textmanipulation - Schleichwerbung - fehlerhafte Recherche - Sensationsjournalismus - Datenschutz und Datensicherheit
  • Welche Reichweiten der Verantwortungszuschreibung bietet die Medienethik an?

    Lösung

    - Individualethik - Professionsethik - System-/Institutionsethik - Publikumsethik
  • Welche Aufgaben erfüllen Medienselbstkontrollinstanzen und wo liegen ihre Probleme?

    Lösung

    - Aufgaben: Missstände aufzeigen und anprangern, staatliche Kontrolle überflüssig machen, als Ansprechpartner für Bürger dienen, um dem wachsenden Beschwerdebedürfnis gerecht zu werden - Probleme: mangelnde Transparenz, geringes Sanktionspotenzial, unzureichender Bekanntheitsgrad, geringe Kooperation und Koordination zwischen den Instanzen
  • Welche Themenschwerpunkte lassen sich bei psychologiehaltigen Beiträgen in nichtfiktionalen Medien identifizieren?

    Lösung

    In Tageszeitungen sind psychologische Themen und Sachverhalte insbesondere in Form von Lebensgeschichten der betreffenden Akteure präsent. Häufig wird hier auch die psychologische Begutachtung und Bewertung von Personen, z. B. von Straftätern, thematisiert. In Zeitschriften nehmen demgegenüber Beratungsthemen eine besonders prominente Stellung ein. Leser erhalten hier Informationen und Ratschläge zu psychologiehaltigen Themen wie Ehe und Partnerschaft, Erziehung, Sexualität und allgemeine Lebenshilfe. Meldungen zu aktuellen psychologischen Studien und Befunden, Veranstaltungen und Konferenzen machen nur einen geringen Bruchteil der Berichterstattung aus.
  • Wie werden psychische Erkrankungen, psychisch Erkrankte und psychotherapeutische Interventionen in fiktionalen und in nichtfiktionalen Medien dargestellt?

    Lösung

    Sowohl in fiktionalen als auch in nichtfiktionalen Medienformaten finden sich deutliche Hinweise auf eine überwiegend negative Darstellung psychisch erkrankter Personen. So werden kriminelle Gewalttäter im Vergleich zu nicht gewalttätigen psychisch Erkrankten überproportional häufig dargestellt. Die Motive der Täter werden häufig als unabänderliche und therapieresistente Triebe beschrieben, psychologische Gutachten werden als unzuverlässig und psychologische Interventionen als ineffizient dargestellt. Patienten werden in fiktionalen Medieninhalten oftmals gegen ihren Willen behandelt, therapeutische Einrichtungen als inhuman und grausam charakterisiert. Außerdem werden für die fiktionalen und nichtfiktionalen Medien aus einer Bandbreite therapeutischer und psychiatrischer Interventionen vorrangig extreme bzw. nicht mehr zeitgemäße Behandlungsmethoden ausgewählt.
  • Wodurch ist die typische Darstellung von Psychologen in fiktiven Medieninhalten charakterisiert?

    Lösung

    Darstellungen von Psychologinnen und Psychologen finden sich schon seit Anbeginn der Filmgeschichte. Die Darstellung der psychologischen Profession unterlag dabei immer wieder historischen Veränderungen und schwankt zwischen dem Typus des »Dr. Dippy«, dem zerstreuten und skurril-komischen Doktor mit bizarren Behandlungsmethoden, »Dr. Evil«, der seine psychologischen Fähigkeiten nutzt, um seine Patienten zu manipulieren und sich selbst zu bereichern, und schließlich »Dr. Wonderful«, der sich hingebungsvoll und kompetent um seine Patienten bemüht. Auch in anderen fiktionalen Formaten, im Fernsehen, in der Literatur und in Comics und Cartoons finden sich Darstellungen von Psychologinnen und Psychologen. In Bezug auf das Geschlecht sind weibliche Therapeuten dabei deutlich unterrepräsentiert. Es überwiegt das freudianisch geprägte Stereotyp des männlichen Therapeuten mit weißem Bart und Brille.
  • Welche Rollen können Psychologinnen und Psychologen in den Medien einnehmen? Welche Rolle wird von ihnen am häufigsten ausgefüllt?

    Lösung

    Grundsätzlich sind mindestens vier verschiedene Rollen denkbar, die Psychologinnen und Psychologen im Medienbetrieb ausfüllen können: 1. Berater, die im Hintergrund einer Produktion über die neuesten Forschungsergebnisse aus einem bestimmten Gebiet informieren. 2. Experten oder Interviewte, die innerhalb des produzierten Beitrags für die Kommentierung oder kritische Einordnung von Themen, die ihrer Qualifikation entsprechen, verantwortlich sind. 3. Interviewer, die eine Diskussion mit anderen Experten oder Betroffenen führen. 4. Produzenten oder Reporter, die eigenständig Beiträge schreiben. Am häufigsten treten Psychologinnen und Psychologen in der Rolle des Experten bzw. Interviewten in den Medien in Erscheinung. Journalisten nutzen dabei das wissenschaftliche Renommee der Befragten, um die Glaubwürdigkeit ihrer Beiträge zu erhöhen.
  • Welche Parallelen und Unterschiede finden sich bei wissenschaftlich arbeitenden Psychologen und Journalisten? Welche möglichen Interessenkonflikte ergeben sich daraus?

    Lösung

    Sowohl wissenschaftlich arbeitende Psychologinnen und Psychologen als auch Journalistinnen und Journalisten sind bei ihrer Arbeit auf empirische Recherche angewiesen und fühlen sich der objektiven Darstellung von Tatsachen und Zusammenhängen verpflichtet. Beide Berufsgruppen unterscheiden sich aber erheblich in verschiedenen Punkten: - Zielpublikum: Während Journalisten für eine breite Öffentlichkeit schreiben, wenden sich Wissenschaftler an ein hoch spezialisiertes Fachpublikum - Sprache: Wissenschaftliche Fachterminologie steht dem journalistischen Streben nach Klarheit und Verständlichkeit gegenüber
  • Was empfehlen die ethischen Richtlinien der DGPs und des BDP zum Auftreten von Psychologinnen und Psychologen in den Medien?

    Lösung

    Die ethischen Richtlinien der DGPs und des BDP fordern Psychologinnen und Psychologen bei Auftritten in den Medien dazu auf, 1. nur Aussagen zu treffen, die auf zuverlässigem, validem und wissenschaftlich fundiertem Wissen und anerkannter psychologischer Praxis basieren, 2. ihre Aussagen auf sachliche Informationen zu begrenzen und die eigene Person bzw. Praxis nicht werbend hervorzuheben, 3. die Rezipienten nicht zu der Annahme zu ermutigen, es bestünde eine persönliche Beziehung zwischen ihnen und dem Psychologen bzw. der Psychologin.
  • Fertig!

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