Motivation und Emotion

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Motivation und Emotion

ISBN: 
978-3-642-30149-0

Die allgemeine Psychologie in 4 kompakten Bänden! – Stellen Sie sich je nach Studien- und Prüfungsschwerpunkten aus dieser neuen Reihe die Module zusammen, die Sie benötigen. Dieser Band enthält alle prüfungsrelevanten Aspekte der Module „Motivation und Emotion“: Von Leistungsmotivation über Anschluss- und Machtmotivation bis zu Zielsetzungstheorien im Teil „Motivation“, sowie Forschungsmethoden, Emotionsregulation und –entwicklung und kulturelle Aspekte im Teil „Emotion“.

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Die prüfungsrelevanten Themen des Faches sind vollständig abgedeckt und sehr lernfreundlich aufbereitet durch Fallbeispiele, Studienboxen, Abbildungen, Definitionen, Lernziele, Kontrollfragen und vertiefende Literatur. Das Buch ist gleichzeitig sehr kompakt: eine ausführliche Randspalte (fast-track) bietet das Wichtigste in Kürze – damit auch unter Zeitdruck alles Wesentliche hängenbleibt. Und es bietet noch mehr: Die begleitende Website enthält zahlreiche Lerntools für Studierende, Materialien für Dozenten und kostenlose mp3-Hörbeiträge. Lesen, Hören, Lernen im Web – mehr kann ein Lehrbuch kaum bieten.

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BegriffErklärung
AnreizSituative Reize, die auf affektiv getönte Zielzustände verweisen.
AusdauerDie Fähigkeit, das eigene Handeln trotz Unterbrechungen und Ablenkungen auf Zielkurs zu halten.
MotivIndividuelle Präferenzen für bestimmte Anreizklassen. Unterschieden werden im Wesentlichen drei Anreizklassen (Motivthemen): 1) Herausforderungen meistern (Leistungsmotiv), 2) soziale Kontakte knüpfen und pflegen (Anschlussmotiv) und 3) andere Menschen beeinflussen oder beeindrucken (Machtmotiv). Motive beschreiben die Fähigkeit, als Reaktion auf die o.g. Erfahrungen intensiven positiven Affekt zu erleben.
MotivationSammelbegriff für die beim zielgerichteten Handeln beteiligten Steuerungsprozesse.
BedürfnisPsychischer oder physischer Mangelzustand, mit dem ein unangenehmes Spannungserleben verbunden ist, was zu bedürfnisbefriedigenden Handlungen motiviert.
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Frage 1 von 85
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  • Welche drei Verhaltensaspekte versucht die Motivationspsychologie zu erklären?

    Lösung

    Die Motivationspsychologie möchte die Richtung, die Intensität und die Persistenz (Ausdauer) von Verhalten erklären – und dies sowohl aus einer allgemeinpsychologischen wie auch differentialpsychologischen Perspektive. Richtung bezieht sich darauf, dass jemand ein Ziel hat, auf das hin er sein Verhalten ausrichtet. Mit Intensität wird die Anstrengung bezeichnet, die bei der Verfolgung eines Ziels aufgewendet wird. Mit Persistenz ist gemeint, dass jemand bei der Sache bleibt, sich also nicht ablenken lässt oder vorschnell sein Ziel aufgibt, wenn Schwierigkeiten auftreten. Beispiele: A hat sich vorgenommen, jeden Morgen alleine joggen zu gehen, B treibt lieber in einer Gruppe Sport. A strengt sich beim Laufen sehr an, B hingegen bleibt beim Sport weit unter seiner Belastungsgrenze. A gibt das regelmäßige Joggen nach ein paar Wochen wieder auf, während B ihren Entschluss, regelmäßig Sport zu treiben, eisern durchzieht.
  • Erläutern Sie die Bedeutung des P × U-Schemas.

    Lösung

    Die Grundaussage des P × U-Schemas bezieht sich darauf, dass jegliches Verhalten aus dem Zusammenwirken von Person- und Umweltfaktoren resultiert. Die angedeutete multiplikative Verknüpfung sagt aus, dass beide Faktoren notwendige Bedingungen sind. Unter den Personenfaktor fallen beispielsweise Motive, Bedürfnisse, Interessen und Ziele, zum Umweltfaktor zählen Objekte oder Tätigkeiten mit Anreizcharakter sowie Gelegenheiten zur Handlungsausführung. Erst wenn ein individuelles Motiv auf eine Umwelt trifft, in der das Motiv befriedigt werden kann, wird sich die Person zum Handeln motiviert fühlen.
  • So unterschiedlich die theoretischen Ansätze von Freud, Hull und Lewin auch sein mögen, so verbindet sie doch eine grundlegende Annahme über die Motivation zum Handeln. Wie lautet sie?

    Lösung

    Freud, Hull und Lewin gehen übereinstimmend davon aus, dass die Motivation zum Handeln von Mangel- oder Bedürfniszuständen ausgeht. Unbewusste Triebreize (Freud), körperliche Mangelzustände wie Hunger oder Durst (Hull) oder ein auf einer Absicht basierendes Quasibedürfnis (Lewin) energetisieren das Verhalten. Ziel des Handelns ist also der Abbau eines Spannungszustandes.
  • Welche klassischen Ansätze unterscheiden motivationstheoretische Konstrukte, die sich auf die Person beziehen, und solche, die sich auf die Situation beziehen? Welche zentrale theoretische Annahme resultiert aus dieser Abgrenzung?

    Lösung

    Die explizite Unterscheidung in Person- und Situationskonstrukte findet sich bei Hull (Trieb und Anreiz), Murray (Bedürfnisse und Handlungsgelegenheiten) und Lewin (Quasibedürfnis und Handlungsmöglichkeiten im Lebensraum). Die zentrale motivationstheoretische Annahme ist, dass eine präzise Verhaltensvorhersage nur möglich ist, wenn sowohl Person- als auch Situationsfaktoren berücksichtigt werden.
  • Unter welchen Bedingungen setzt nach Ach der primäre Willensakt ein?

    Lösung

    Achs Ausgangsfrage war: Wie gelingt es der handelnden Person, Widerstände bei der Verwirklichung einer Absicht zu überwinden? In seinen Experimenten stiftete er eine Gewohnheit, die in einer späteren Versuchsphase der dann aktuellen Aufgabenstellung zuwiderlief. Die innere Bekräftigung der Versuchsteilnehmer „Ich will wirklich!“ als Reaktion auf die wahrgenommenen Realisierungsschwierigkeiten bezeichnete Ach als primären Willensakt. Er setzt dann ein, wenn sich dem Handeln Widerstände entgegenstellen. Mit dieser Annahme stellt Ach Prozesse der Zielrealisierung in den Mittelpunkt seiner theoretischen Betrachtungen, die Gegenstand aktueller motivationspsychologischer Forschungsansätze sind.
  • Worin liegt der Unterschied zwischen dem wissenschaftlichen und dem Alltagsverständnis des Begriffs der Leistungsmotivation?

    Lösung

    Leistung wird im Alltagsverständnis oft mit Fleiß, Eifer und Arbeitswille gleichgesetzt. Jedoch ist längst nicht alles angestrengte Bemühen, etwas zu schaffen, leistungsmotiviert im eigentlichen Sinne. Wenn z.B. ein Mensch viel leistet, dann kann der Grund dafür auch das Streben nach höherem Verdienst oder einer prestigeträchtigen Position sein. Das wäre nicht leistungsmotiviert, weil nicht die freudige Auseinandersetzung mit einer Herausforderung und die Selbstbewertung der eigenen Tüchtigkeit im Fokus der handelnden Person stehen.
  • Erklären Sie, weshalb Personen mit einem starken Leistungsmotiv bei der Bearbeitung von Leistungsaufgaben ausdauernder und damit letztlich auch erfolgreicher sind als Personen mit einem schwach ausgeprägten Leistungsmotiv.

    Lösung

    Personen mit einem starken Leistungsmotiv erleben Herausforderungen in Leistungssituationen als angenehm und motivierend, weshalb sie diesen positiven Tätigkeitsanreiz möglichst lange auskosten möchten. Durch die ausdauernde Beschäftigung mit einer Aufgabe erzielen sie einen höheren Lernzuwachs und damit auch bessere Leistungen als Personen mit einem schwachen Leistungsmotiv.
  • Inwiefern löst das Risikowahl-Modell die u.a. von Lewin geforderte Berücksichtigung personinterner und situationaler Faktoren (sog. Person-Situations-Interaktion) ein?

    Lösung

    Die situationale Variable Aufgabeschwierigkeit (subjektive Erfolgs-/Misserfolgswahrscheinlichkeit und der daraus abgeleitete Erfolgs- bzw. Misserfolgsanreiz) wird gewichtet mit der personspezifischen Ausprägung des Erfolgs- bzw. Misserfolgsmotivs. Die in der algebraischen Formel angedeutete multiplikative Verknüpfung von Erwartungen, Anreizen und Motiven sagt aus, dass die Motivationstendenz gleich null ist, sobald eine Komponente null ist.
  • Im Risikowahl-Modell untergliedert Atkinson das Leistungsmotiv in zwei voneinander unabhängige Komponenten und betrachtet v.a. zwei Konstellationen. Wodurch sind diese charakterisiert?

    Lösung

    Erfolgsmotivierte Personen wenden sich Leistungssituationen mit Zuversicht und Vorfreude zu. Misserfolgsmotivierte Personen fühlen sich in Leistungssituationen ängstlich-angespannt, da ihnen ein möglicher Misserfolg vor Augen steht, den sie zu vermeiden suchen.
  • Weshalb kann man das Risikowahl-Modell von Atkinson nicht direkt zur Vorhersage des Leistungsverhaltens im Alltag (Beruf, Studium, Sport) heranziehen?

    Lösung

    Gemäß dem Risikowahl-Modell besteht der Leistungsanreiz ausschließlich in selbstbewertenden Emotionen (Stolz, Beschämung), andere Anreize, die in Leistungssituationen existieren können (z.B. materielle Belohnungen, Anerkennung von anderen) werden ausgespart. Das Risikowahl-Modell geht zudem davon aus, dass die selbstbewertenden Emotionen direkt an das Leistungsergebnis (Erfolg, Misserfolg) geknüpft sind. Im Alltag treten aber die erwünschten positiven Folgen bei Erfolg nicht immer unmittelbar ein, d.h. ob wir zu einer Leistung motiviert sind, hängt nicht nur von der subjektiven Erfolgswahrscheinlichkeit, sondern auch von der Erwartung ab, ob ein Erfolg auch tatsächlich die erwünschten Konsequenzen nach sich zieht.
  • Inwieweit lassen sich das Risikowahl-Modell von Atkinson und die attributionale Theorie der Leistungsmotivation von Weiner aufeinander beziehen?

    Lösung

    Im Mittelpunkt beider Theorien stehen die klassischen motivationstheoretischen Konzepte Erwartung und Wert. Die Erwartung ist abhängig von der Zeitstabilität. Wer sich Misserfolg mit zeitstabilen Faktoren erklärt („Ich kann das nicht“, „Solche Aufgaben sind zu schwierig für mich“), wird eher düstere Erfolgsaussichten haben. Wenn man auf variable Faktoren attribuiert („Ich habe mich zu wenig angestrengt“, „Die Wetterbedingungen waren beim Match ungünstig“), dann sinkt die Erfolgserwartung nicht; man sieht eine reelle Chance, die Aufgabe beim nächsten Mal zu schaffen, wenn man sich mehr anstrengt oder einfach günstigere Umstände herrschen. Die Wertkomponente ist durch die Lokationsdimension angesprochen. Da es nach leistungsmotivationstheoretischem Verständnis bei einer Leistung um die Selbstbewertung geht, bezieht sich die Wertkomponente auf die selbstbewertenden Emotionen (Stolz und Beschämung). Wenn ich einen Misserfolg auf mangelnde Fähigkeiten oder mangelnde Anstrengung zurückführe, ist das emotional gravierender als wenn ich äußere Umweltfaktoren verantwortlich machen kann. Analog wird Erfolg viel positivere emotionale Folgen haben, wenn ich ihn internal und nicht external attribuiere – die Freude und der Stolz über etwas, was ich selbst geschafft habe, ist größer als wenn ich den Erfolg äußeren Faktoren zuschreibe.
  • Welches Feedback führt gemäß attributionstheoretischen Überlegungen zu einem Anstieg der Erfolgserwartung im Hinblick auf zukünftige Leistungssituationen?

    Lösung

    - „Da hattest Du aber Glück, dass Dein Nachbar Dich hat abschreiben lassen!“
    - „Na, diesmal hast Du Dich aber bemüht!“
    - „Deine Auffassungsgabe für mathematische Fragestellungen ist gut.“

    Bei der Rückmeldung „Deine Auffassungsgabe für mathematische Fragestellungen ist gut“ wird mit der mathematischen Auffassungsgabe eine stabile Ursache angesprochen, was die positive Erfolgserwartung für zukünftige ähnliche Leistungssituationen fördern sollte. - „Da hattest Du aber Glück, dass Dein Nachbar Dich hat abschreiben lassen!“
    - „Na, diesmal hast Du Dich aber bemüht!“
    - „Deine Auffassungsgabe für mathematische Fragestellungen ist gut.“
  • Skizzieren Sie ausgehend von gängigen Leistungsmotivationstheorien die zentralen Elemente eines Motivationsfördertrainings.

    Lösung

    Die zentralen Elemente für ein Motivationsförderprogramm bestehen in angemessenen Zielsetzungen, motivational förderlichen Attributionen für Erfolg und Misserfolg, im Auskosten positiver Gefühle nach Erfolg und in der Regulation negativer Gefühle nach Misserfolg.
  • Welche Bindungstypen werden nach Ainsworth et al. (1978) unterschieden?

    Lösung

    - sichere Bindung
    - unsicher-vermeidende Bindung
    - unsicher-ambivalente Bindung
    - desorganisierte Bindung - sichere Bindung
  • Zeichnen Sie in groben Zügen die Anschlussmotivationsforschung nach.

    Lösung

    Das Anschlussmotiv wurde zuerst von Murray (1938) thematisiert und dann als ein Furchtmotiv konzeptualisiert (Shipley u. Veroff, 1952). Später wurde dann in die Anschlussmotivkomponenten „Hoffnung auf Anschluss“ (HA) und „Furcht vor Zurückweisung“ (FZ) unterteilt (z.B. French u. Chadwick, 1956). Moderne Methoden der Motivmessung (MMG, PSE-Präzisierungen, OMT) und ihrer Korrelate (z.B. Messung von Oxytocin, Dopamin, funktionelle Magnetresonanztomographie) ermöglichen die Beantwortung neuer Forschungsfragen (z.B. nach den Hirnstrukturen, die auf soziale Zurückweisung reagieren).
  • Schließen sich die Motivkomponenten „Hoffnung auf Anschluss“ und „Furcht vor Zurückweisung“ gegenseitig aus?

    Lösung

    Nein, HA und FZ sind als voneinander unabhängige Motivkomponenten konzipiert. Eine Person kann gleichzeitig hohe Ausprägungen in HA und FZ haben. Diesen Typus nennt man „anschlussmotivierter Typ“. Drei weitere Typen, die sich aus der Kombination hoher und niedriger Motivausprägung ergeben, sind der „konflikthaft-anschlussmotivierte Typ“ (hohe HA, hohe FZ), der „wenig-anschlussmotivierte Typ“ (niedrige HA, niedrige FZ) und der „zurückweisungsmotivierte Typ“ (niedrige HA, hohe FZ).
  • Welches sind Merkmale für Personen mit einem hohen Anschlussmotiv?

    Lösung

    Hoch anschlussmotivierte Personen haben eine hohe Sensibilität für soziale Reize, bevorzugen Situationen, die Anschlussanreize enthalten, verhalten sich häufig anschlussmotiviert (z.B. häufige Aktivitäten mit Freunden) und vermeiden Konflikte zugunsten von Harmonie.
  • Ist ein hohes Anschlussmotiv der Gesundheit eher zu- oder abträglich?

    Lösung

    Eine Reihe von Befunden zeigen, dass ein hohes Anschlussmotiv mit Wohlbefinden und guter Gesundheit assoziiert ist. Ein Hauptmechanismus ist eine mit dem Anschlussmotiv auftretende hohe Immunoglobin-A-Konzentration, die wiederum für ein starkes Immunsystem spricht.
  • Welche Möglichkeiten gibt es, das explizite Anschlussmotiv bzw. explizite Anschlussziele zu messen?

    Lösung

    - Mehrabian-Skalen (Mehrabian, 1970)
    - Affiliationsskala der Personality Research Form (dt. Vers. v. Stumpf et al., 1985)
    - GOALS (Brunstein u. Pöhlman, 1997)
  • Welche Hormone werden mit dem Anschlussmotiv in Verbindung gebracht?

    Lösung

    - Progestoron
    - Oxytocin
    - Dopamin
  • Was ist, gemäß aktueller Machtmotivationsforschung, das eigentliche Ziel machtthematischen Handelns?

    Lösung

    Das Ziel machtthematischen Handelns ist die Befriedigung, die aus der physischen, mentalen oder emotionalen Einflussnahme auf andere gezogen wird. Diese lässt sich am ehesten als ein Gefühl von Stärke und Überlegenheit bezeichnen.
  • Bitte nennen Sie die sechs Machtquellen nach French und Raven (1959). Fällt Ihnen zu jeder ein Beispiel ein?

    Lösung

    - Belohnungsmacht (Beispiele: Eltern, die ihre Kinder mit Lob belohnen; Boni, die Arbeitnehmenden bei einzigartiger Leistung winken)
    - Bestrafungsmacht (Beispiel: angedrohte Kündigung bei mangelnder Arbeitsleistung)
    - Legitimierte Macht (Beispiele: Vorgesetze darf und muss Mitarbeitende für gute/schlechte Leistung belohnen/sanktionieren; Eltern bestimmen die Regeln für ihre Kleinkinder)
    - Vorbildmacht (Beispiele: sportliches Vorbild im Sportverein; große Schriftstellerin, deren Workshops den eigenen Schreibprozess nachhaltig beeinflussen)
    - Expertenmacht (Beispiel: IT-Supporter, auf dessen Kompetenzen die ganze Forschungsabteilung angewiesen ist)
    - Informationsmacht (Beispiele: Erpressungen; strategische Verhandlungen, bei denen Informationen zum richtigen Zeitpunkt offenbart werden)
  • Wie entsteht das Machtmotiv?

    Lösung

    Das Machtmotiv entwickelt sich in der frühen Kindheit aufgrund von Lernerfahrungen, die im Zusammenhang mit Macht- und Kontrollverhalten gemacht werden.
  • McClelland (1975) unterscheidet vier Entwicklungsstadien der Macht. Nach welchem Prinzip werden diese eingeteilt?

    Lösung

    McClellands (1975) Klassifikation erfolgt anhand der Quelle der Macht und des Objektes der Macht, die beide innerhalb oder außerhalb der Person liegen können. Kombiniert man die beiden zweistufigen Klassifikationskriterien miteinander, entstehen vier Typen. Dies sind das

    - Machtstadium 1 (Objekt der Macht: selbst, Quelle der Macht: andere), selbstbezogenes Machtstreben
    - Machtstadium 2 (Objekt der Macht: selbst, Quelle der Macht: selbst), anlehnendes Machtstreben
    - Machtstadium 3 (Objekt der Macht: andere, Quelle der Macht: selbst), personalisiertes Machtstreben
    - Machtstadium 4 (Objekt der Macht: andere, Quelle der Macht: andere): sozialisiertes Machtstreben
  • Wie wirkt das Machtmotiv auf Wahrnehmung, affektive Reaktionen, Erinnerungen und Lernen?

    Lösung

    Das Machtmotiv sensibilisiert für machtthematische Reize in der Umwelt. So lässt es Menschen motivrelevante Informationen besser wahrnehmen, verarbeiten und erinnern. Machtmotivierte reagieren affektiv sensibler und stärker auf machtthematische Situationen und lernen machtthematische Inhalte besser als andersthematische.
  • Welches sind Verhaltensweisen hoch machtmotivierter Personen? Bitte nennen Sie auch Beispiele aus Ihren Lebenskontexten.

    Lösung

    Beispiele machtmotivierten Verhaltens: Innehaben von Ämtern (Studentenvertreter); Bevorzugung von kompetitiven Sportarten; häufiger Wechsel von Sexualpartnern und Kundtun dessen; Konsumieren von Drogen und Alkohol; Besitzen von Prestigegütern wie teuren Markenkleidern; überzeugende Redner, die andere durch ihre Redegewandtheit und ausdrucksvoller Mimik und Gestik beeindrucken; charismatische Personen, denen man gerne und mit Bewunderung folgt.
  • Warum wirkt ein unter Druck stehendes Machtmotiv gesundheitsbeeinträchtigend?

    Lösung

    Ist das Ausleben des Machtmotivs durch innere oder äußere Faktoren dauerhaft gehemmt, kommt es zu einer chronischen Aktivierung des sympathischen Nervensystems (z.B. Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin). Dies führt dauerhaft zu einer niedrigen Immunoglobin-A-Konzentration, die die Immunabwehr des Körpers senkt und so zu häufigen Erkrankungen führt.
  • Wie ermittelten McClelland (1975) und Winter (2002) Macht- und Anschlussmotivkennwerte, anhand derer sie Konflikte und kriegerischer Auseinandersetzungen von Nationen vorhersagten?

    Lösung

    McClelland (1975) und Winter (2002) nahmen Inhaltsanalysen von politischen Reden und Dokumenten vor und lasen aus diesen die Motivausprägung heraus. Grundlage hierfür sind Verrechnungskategorien, wie sie auch zur Individualdiagnostik von Motiven eingesetzt werden.
  • Wie kam es zu der konzeptionellen Unterscheidung in implizite und explizite Motive?

    Lösung

    McClelland et al. (1989) schlussfolgerten aus dem häufigen Befund, dass über den Selbstbericht (Fragebogen) gemessene Motive nicht mit Motiven korrelierten, die indirekt (z.B. TAT) gemessen wurden, dass die Messmethoden zwei voneinander verschiedene Motivationssysteme darstellen. Diese sind implizite und explizite Motive.
  • Wie entstehen implizite und explizite Motive?

    Lösung

    Implizite Motive werden in der frühen Kindheit (vor dem Spracherwerb) aufgrund affektiver Erfahrungen bei der Auseinandersetzung mit leistungs-, macht- und anschlussthematischen Handlungen erlernt. Explizite Motive sind motivationale Selbstbilder, die später in der Kindheit (wenn Sprache eine Rolle spielt) erlernt werden. Sie sind Folge der Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt und ihren Erwartungen und Normen.
  • Worin unterscheiden sich implizite und explizite Motive?

    Lösung

    Implizite und explizite Motive unterscheiden sich

    - im Verhalten, das mit ihnen assoziiert ist,
    - in den Anreizen, auf die sie reagieren,
    - in ihrer Entstehungsgeschichte,
    - in der Art, wie sie gemessen werden, und
    - im Bewusstheitsgrad (bewusst vs. Unbewusst).
  • In welchen Beziehungen können implizite und explizite Motive zueinander stehen und welche Folgen haben diese?

    Lösung

    Wenn implizite und explizite Motive in ihrer Ausprägung übereinstimmen, spricht man von Motivkongruenz. Die Nicht-Übereinstimmung von impliziten und expliziten Motiven heißt Motivinkongruenz. Sie ist ein chronischer Konflikt in der Person und wirkt (wie andere dauerhafte Stressoren auch) negativ auf das Wohlbefinden, die Lebenszufriedenheit und die Gesundheit.
  • Wie sind Annäherung und Vermeidung im Gehirn verankert?

    Lösung

    Neuroanatomische Strukturen für Verstärkung (Amygdala, ventrales Striatum) spielen eine entscheidende Rolle.

    - Annäherungsmotivation: stärkere links- im Vergleich zu rechtsfrontaler kortikaler Aktivierung
    - Vermeidungsmotivation: stärkere rechts- im Vergleich zu linksfrontaler kortikaler Aktivierung
  • Was besagt Grays (1982) Theorie der Belohnungs- und Bestrafungssensibilität im Hinblick auf dispositionelle Unterschiede in Annäherungs- und Vermeidungstendenzen?

    Lösung

    Menschen unterscheiden sich dispositionell darin, wie schnell bzw. leicht ihr Belohnungs- bzw. Bestrafungssystem angesprochen wird. Hohe Ansprechbarkeit des Belohnungssystems (/Bestrafungssystems): Annäherungstendenz (/Vermeidungstendenz).
  • Ein grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal von aktuellen psychologischen Konzepten zu Annäherung und Vermeidung ist ihr Verständnis als Disposition („trait“) oder als Zustand („state“). Welches sind Beispiele für diese beiden groben Kategorien?

    Lösung

    Annäherung und Vermeidung als Dispositionen:

    - Annäherung und Vermeidung als Dimensionen der Persönlichkeit (Elliot u. Thrash, 2010) Annäherung: Extraversion, positive Emotionalität, BAS; Vermeidung: Neurotizismus, negative Emotionalität, BIS
    - Hoffnungs- und Furchtmotive (z.B. Hoffnung-auf-Erfolg, Furcht-vor-Misserfolg, Hoffnung-auf-Kontrolle, Furcht-vor-Kontrollverlust)
    - Dispositioneller Promotions- und Präventionsfokus (Regulationsfokustheorie; Higgins, 1997)

    Annäherung und Vermeidung als Zustände:

    - Annäherungs- und Vermeidungsziele
    - Situativer Promotions- und Präventionsfokus
  • Was kennzeichnet Personen mit einem chronischen Promotionsfokus und Präventionsfokus?

    Lösung

    - Promotionsfokus: Fokus auf Idealselbst; Ziel: Maximierung von Gewinnen; Promotionsstrategien
    - Präventionsfokus: Fokus auf Sollselbst; Ziel: Minimierung von Verlusten; Präventionsstrategien
  • Nennen Sie Beispiele für Annäherungs- und Vermeidungsziele aus den Kontexten Leistung, Anschluss und Macht.

    Lösung

    - Leistung: Annäherung: Ich will den kniffligen statischen Sachverhalt im Tutorium heute verstehen; Vermeidung: Ich will nicht wieder aus dem Tutorium gehen und denken, ich habe nichts verstanden.
    - Anschluss: Annäherung: Ich werde auf sie zugehen und sie in ein interessantes Gespräch verwickeln; Vermeidung: Ich muss vermeiden, mich ungeschickt anzustellen, wenn ich mit mir ins Gespräch komme.
    - Macht: Annäherung: Ich will meine Arbeitsgruppe heute von meinem Standpunkt überzeugen; Vermeidung: Ich will verhindern, dass ich meine Vorstellungen in der Arbeitsgruppe wieder nicht durchboxen kann.
  • Haben Vermeidungsziele immer negative Konsequenzen?

    Lösung

    Nein. Ältere Personen profitieren von Vermeidungszielen; gesundheitsbezogene Verhinderungsziele (Verhindernwollen negativer Gesundheitskonsequenzen, die bei gesundheitsschädigendem Verhalten, wie z.B. Rauchen, eintreten würden) wirken günstig auf die Verhaltensänderung.
  • Was besagt die Automotive-Theorie von Bargh (1994)?

    Lösung

    Ziele sind Teil eines komplexen Wissensnetzwerkes, das u.a. aus zahlreichen Umweltstimuli, die in der Vergangenheit gleichzeitig mit dem Ziel aufgetreten sind, besteht. Tauchen diese Stimuli auf, können sie zielführendes Verhalten automatisch (d.h. unbewusst) auslösen.
  • Was ist unter einem „regulatorischen Fit“ zu verstehen?

    Lösung

    Der Begriff kennzeichnet die Passung von dispositionellem Regulationsfokus (Promotions- vs. Präventionsfokus) und situativ angeregtem Regulationsfokus.
  • Aus welchen fünf Teiltheorien besteht die Selbstbestimmungstheorie (Deci u. Ryan, 1985, 2000)?

    Lösung

    - kognitive Bewertungstheorie (cognitive evaluation theory)
    - Theorie der organismischen Integration (organismic integration theory)
    - Theorie der Basisbedürfnisse (basic psychological needs theory)
    - Theorie der Zielinhalte (goal content theory)
    - Theorie der Kausalitätsorientierung (causality orientation theory)
  • Was besagt der Korrumpierungseffekt?

    Lösung

    Der Korrumpierungseffekt ist ein zentrales Konstrukt in der kognitiven Bewertungstheorie (Deci, 1975). Werden Personen für ein Verhalten, das sie zuvor intrinsisch motiviert, also aus freien Stücken um seiner selbst willen ausgeführt haben, belohnt, sinkt die intrinsische Motivation bei der zukünftigen Aufgabenbearbeitung. Die intrinsische Motivation wird durch äußere Kontrolle (Belohnung) untergraben.
  • Welche Formen der Regulation werden in der Theorie der organismischen Integration unterschieden?

    Lösung

    Wie Menschen ihr Handeln regulieren, lässt sich in verschiedenen Formen der Regulation beschreiben, die auf einem Kontinuum von völliger Fremd- bis Selbstbestimmung angeordnet sind. Die Regulationsformen sind:

    - externale Regulation (Verhalten wird durch äußere Belohnung oder Bestrafung reguliert)
    - introjizierte Regulation (Handeln, um Schuld oder Angst zu vermeiden)
    - identifizierte Regulation (Handeln in Übereinstimmung mit eigenen Werten und Idealen)
    - intrinsische Motivation (Handeln um seiner selbst willen)
  • Welches sind die drei psychologischen Basisbedürfnisse in der Theorie der Basisbedürfnisse und was bedeutet die Aussage, sie seien universell?

    Lösung

    Die drei Basisbedürfnisse sind Autonomieerleben, Kompetenzerleben und das Erleben sozialer Eingebundenheit. Nach Deci und Ryan (2000) sind dies angeborene und für das Wohlbefinden essenzielle Bedürfnisse. Ihre Befriedigung, die durch eine förderliche soziale Umwelt herbeigeführt werden kann, führt zu intrinsischer Motivation und Wohlbefinden. Behindert die soziale Umwelt die Basisbedürfnisbefriedigung, resultieren mangelnde Motivation und Missbefinden.
  • Beschreiben Sie anhand eines persönlichen Beispiels (z.B. akademischer Kontext, Freunde, Musik, Sport) die Merkmale des Flow-Erlebens.

    Lösung

    Am Beispiel des Computerspielens:

    - tiefes Involviertsein in einer Handlung: Versunkensein im Spiel
    - Bewusstsein und Handlung verschmelzen: während des Computerspielens wird nur an das Spiel gedacht; kein einziger Gedanke zu anderen Zielen; nicht ein Hauch von Selbstzweifeln
    - Gefühl starker Kontrolle: Die Kompetenzen, die zum Spielen erforderlich sind, werden als absolut gegeben erlebt; der Joystick wird spielend beherrscht
    - verzerrte Zeitwahrnehmung: erschrockenes Feststellen, dass schon vier Stunden seit Spielbeginn vergangen sind; gefühlt hat man gerade erst angefangen
  • Welches sind die Bedingungen und Konsequenzen des Flow-Erlebens?

    Lösung

    Die drei zentralen Bedingungen sind: Anforderungs-Fähigkeits-Passung, klare Zielsetzungen, unmittelbares Feedback zur Handlungsausführung. Die Konsequenzen des Flow-Erlebens beziehen sich auf Leistung, Befinden und Motivation.
  • Lob ist eine Form von Belohnung, die nach der Selbstbestimmungstheorie doch eigentlich die intrinsische Motivation von Schülern untergraben sollte. Oder etwa nicht?

    Lösung

    Die Gestaltung der Belohnung und der soziale Kontext bestimmen, wie das Lob wirkt. Wird es als ein Manipulationsinstrument verstanden („Ich werde gelobt, weil ich getan habe, was die Lehrerin will. Wollte ich selbst eigentlich so handeln?“), sinkt die intrinsische Motivation. Wird es als Leistungsfeedback verstanden („Das Lob ist eine Information darüber, dass sich meine Leistung verbessert hat“), fördert es die intrinsische Motivation.
  • Wie hatten Lewin et al. die Existenz eines „gespannten Systems“ infolge einer Intention empirisch zu belegen versucht? Welches methodische Vorgehen wählte die moderne zielpsychologische Forschung zur Überprüfung der Annahme, dass Intentionen in einem spezifischen Aktivationszustand gehalten sind? Wie sieht die Befundlage dazu aus?

    Lösung

    Lewin et al. verwendeten u.a. ein Gedächtnismaß (Erinnerung an unterbrochene vs. nicht unterbrochene Handlungen), um die Existenz eines gespannten Systems infolge einer Intention zu belegen. Mit den modernen Methoden der sozialen Kognitionsforschung (Reaktionszeitexperimente, Priming-Paradigma) konnte die von Lewin aufgestellte Hypothese „gespannter Systeme“ empirisch belegt werden, insofern als intentions- bzw. zielbezogene Konzepte sich in einem erhöhten Aktivationszustand befinden, jedoch nur so lange, wie die zugehörige Intention aktiv, d.h. noch nicht erledigt ist.
  • Worin besteht in funktionaler Hinsicht der Vorteil, dass zielbezogene Konzepte in einem erhöhten Aktivationszustand im Gedächtnis repräsentiert sind?

    Lösung

    Der erhöhte Aktivationszustand zielbezogener Konzepte trägt dazu bei, dass Stimuli in der Umwelt, die für die Zielrealisierung relevant sind, eher entdeckt werden. Ein Zitat von Förster et al. (2005) verdeutlicht diese Annahme: "… activation of intention-relevant memory entries prepares the individual to efficiently, and sometimes automatically, detect goal-relevant cues in the environment, thus providing him or her with a behavioral repertoire (means) that supports ultimate goal attainment" (Förster et al., 2005, p. 221).
  • Hat die Verfolgung motivkongruenter Ziele nur positive Aspekte?

    Lösung

    Nein, denn Rückschläge bei der Verfolgung motivkongruenter Ziele beeinträchtigen das Befinden sehr viel stärker als solche bei der Verfolgung motivinkongruenter Ziele. Man könnte sagen: Unser Herz hängt viel stärker an den Zielen, die relevant für unsere grundlegenden Bedürfnissen und Motive sind. Man freut sich mehr über Fortschritte, leidet aber auch mehr bei Misserfolgen.
  • Oettingen hat in ihrer Forschung zur Fantasierealisierung zeigen können, dass das reine Schwelgen in positiven Fantasien (nach dem Motto: „Think positive! Du bist schön, Du bist erfolgreich, Du hast es geschafft!“) Zielbindung und Zielengagement dämpft. Spekulieren Sie, warum dies der Fall ist.

    Lösung

    Das reine Schwelgen in positiven Fantasien kommt erstens einem „konsummatorischen“ Akt gleich. Man nimmt gedanklich die positiven Gefühle vorweg, die sich bei erfolgreicher Zielrealisierung einstellen, und fühlt sich infolgedessen nicht mehr veranlasst, etwas für sein Ziel zu tun – Tagträumen kann auch schön sein. Zweitens fehlen bei reinem Schwelgen konkrete Hinweise, welche Schwierigkeiten noch zu überwinden sind und welche Strategien hierzu nötig sind.
  • Welche Zielorientierung (Lern- vs. Performanzziele) halten Sie für Führungskräfte und Lehrpersonen günstiger?

    Lösung

    Eine Lernzielorientierung ist auf jeden Fall einer Performanzzielorientierung vorzuziehen. Einerseits werden eigene Misserfolge der Führungskraft bzw. Lehrperson produktiver verarbeitet. Misserfolge werden als Hinweise interpretiert, dass man noch etwas zu verbessern hat – ganz unabhängig vom Bereich, in dem die Leistung erbracht wird. Man sieht sich in seiner generellen Einstellung, sich kontinuierlich zu verbessern und dazulernen zu wollen, bestätigt. Durch die Überzeugung der Veränderbarkeit bleibt man darüber hinaus optimistisch, dass dies gelingen kann. Diese Haltung liegt im Übrigen verbreiteten Qualitätskonzepten in Wirtschaftsunternehmen zugrunde, die unter dem Begriff der „kontinuierlichen Verbesserungsprozesse“ oder auch unter dem Begriff des „lebenslangen Lernens“ gefasst werden. Andererseits wird eine Lernzielorientierung von Führungskräften und Lehrpersonen dazu beitragen, Mitarbeitenden bzw. Schülern die nötige Unterstützung (Weiterbildung, Coaching, Nachhilfe) zukommen zu lassen.
  • Vergleichen Sie die abwägende und planende Bewusstseinslage im Hinblick auf die Art und Weise, wie zielbezogene Information verarbeitet wird.

    Lösung

    In der abwägenden Bewusstseinslage, die das Setzen attraktiver und realistischer Ziele begünstigt, wird der Fokus auf die positiven und negativen Aspekte und auf die Realisierbarkeit eines Ziels gelenkt. Positive und negative Aspekte werden unparteiisch gegeneinander abgewogen, und die Einschätzung der Realisierbarkeit ist adäquat und realistisch. In der planenden Bewusstseinslage ist man mit der Realisierung des Ziels beschäftigt. Der gedankliche Fokus liegt auf der konkreten Durchführung des Vorhabens. Die positiven Aspekte der gewählten Handlungsalternativen rücken in den Vordergrund, während die negativen ausgeblendet werden; die Realisierbarkeit wird optimistisch eingeschätzt.
  • Was sind Implementierungsintentionen? Nennen Sie ein Alltagsbeispiel, bei dem Implementierungsintentionen helfen könnten.

    Lösung

    Implementierungsintentionen sind mentale Verknüpfungen zwischen einer zukünftigen Situation („wenn“) und einer beabsichtigten Handlung („dann“). Diese mentale Verknüpfung löst kognitive Veränderungen aus, die die Zielrealisierung fördern. Einerseits wird die spezifizierte Gelegenheit leicht zugänglich, andererseits wird die intendierte Handlung bei Auftreten der Gelegenheit automatisch ausgelöst. Alltagsbeispiele:

    - Ich möchte mich mehr bewegen, kann mich aber fast nicht dazu aufraffen. „Wenn ich morgen von der Arbeit nach Hause komme, dann ziehe ich mich sofort um und gehe eine große Runde joggen.“
    - Ich vergesse immer, meine Schwester anzurufen, obwohl es dringend wäre: „Wenn ich in die Morgenpause gehe, suche ich mir einen ruhigen Ort und rufe meine Schwester an.“
  • Welche zwei Typen von Handlungs- bzw. Lageorientierung werden unterschieden und was sind ihre Merkmale?

    Lösung

    Unterschieden werden die misserfolgsbezogene Handlungs-/Lageorientierung (HOM/LOM) und die prospektive Handlungs-/Lageorientierung (HOP/LOP), die sich durch Unterschiede in der Affektregulation kennzeichnen. HOM/LOM bezieht sich auf die Fähigkeit, negativen Affekt herabzuregulieren, HOP/LOP auf die Fähigkeit, positiven Affekt zu mobilisieren. Prospektiv Handlungsorientierte (HOP) können positiven Affekt in sich erzeugen und führen beabsichtigte Handlungen prompt aus. LOP geht mit Zögerlichkeit und mangelndem Schwung bei der Umsetzung von Absichten einher. Die misserfolgsbezogene Handlungsorientierung (HOM) lässt Personen nach einem Misserfolg schnell wieder mit Tatkraft an andere Projekte herangehen, während eine misserfolgsbezogene Lageorientierung (LOM) zu ausgedehntem Grübeln über das nicht mehr zu ändernde unangenehme Ereignis führt.
  • Welche zwei Formen des Willens unterscheidet Kuhl?

    Lösung

    Kuhl unterscheidet die Selbstregulation von der Selbstkontrolle. Die Selbstregulation folgt dem Prinzip der „inneren Demokratie“; es werden die vielfältigen Wünsche und Bedürfnisse der Person berücksichtigt, frühere Erfahrungen einbezogen und so „intuitiv“ die beste Handlungsstrategie gewählt. Bei der Selbstkontrolle handelt es sich eher um eine „innere Diktatur“. Alles, was der Zielerreichung abträglich ist, wird unterdrückt. Die Selbstkontrolle wird als anstrengend erlebt und erfordert ein hohes Maß an Konzentration.
  • Ordnen Sie die Emotionen Wut und Freude auf den Dimensionen „Lust-Unlust“ und „Erregung-Beruhigung“ an.

    Lösung

    Wut ist bei Unlust und Erregung anzuordnen und Freude bei Lust und Erregung.
  • Emotionen kann man als Informationsträger verstehen. Wen informieren sie worüber?

    Lösung

    Emotionen resultieren aus Bewertungsvorgängen und informieren den Organismus über das Ergebnis dieser Bewertung. Über Mimik und Gestik informieren sie auch andere Individuen über das Ergebnis der Bewertung und somit auch über unser Befinden.
  • Wie können Emotionen dazu beitragen, den Zugriff auf Gedächtnisinhalte zu erleichtern?

    Lösung

    Wenn man sich beim Abruf von Gedächtnismaterial in dem gleichen emotionalen Zustand befindet wie beim Einspeichern, ist der Gedächtnisabruf erleichtert.
  • Stellen Sie sich vor, Sie möchten untersuchen, wie sich Angehörige einer kollektivistischen von den Angehörigen einer individualistischen Kultur im Ausdruck von Stolz und Scham voneinander unterscheiden. Greifen Sie auf vorgestellte Methoden zur Induktion und Erfassung von Emotionen bei der Planung Ihrer Untersuchung zurück. Begründen Sie Ihre Methodenauswahl!

    Lösung

    Infrage kommende Induktionsmethoden: Filmausschnitte, Imagination, Erinnern eigener emotionaler Erlebnisse, experimentell hergestellte emotionsauslösende Ereignisse. Alle aufgeführten Methoden sind in der Lage, distinkte, spezifische Emotionen wie Stolz und Scham auszulösen. In Abhängigkeit davon, welche Methode in Hinblick auf die konkrete AV-Operationalisierung ökonomisch und angemessen erscheint, kann eine engere Auswahl getroffen werden. (Wird z.B. der Ausdruck im Selbstbericht erfasst, eignet sich jede Induktionsmethode.)

    Messung des Ausdrucks von Stolz und Scham: Sollte die subjektive Einschätzung dessen, wie oft und häufig die Angehörigen der beiden Kulturen Scham und Stolz zum Ausdruck bringen, Gegenstand des Interesses sein, ist ein Fragebogenverfahren aus dem kategorialen Ansatz zu wählen.

    Geht es um Ausdruck auf der Verhaltensebene, können Maße zur Körperhaltung herangezogen werden. Objektive Messung des mimischen Ausdrucks (FACS und EMG) bietet sich nicht an, da Stolz und Scham keinen spezifischen mimischen Ausdruck produzieren.

    Physiologische Maße sind eher ungeeignet, da sie einzelne spezifische Emotionen nicht unterscheiden können.
  • Welche Rolle spielen Emotionen für die Behavioristen?

    Lösung

    Behavioristen waren der Ansicht, dass die Psychologie nur dann zu einer objektiven Wissenschaft werden könne, wenn sie sich auf die Untersuchung beobachtbaren Verhaltens beschränke. Da die subjektive Komponente von Emotionen nur durch Introspektion zugänglich ist, war sie für die Behavioristen nicht als Untersuchungsgegenstand geeignet. Die Introspektion (Innenschau, Selbstbeobachtung psychischer Vorgänge) wurde als unzureichende Methode bezeichnet, da sie subjektiv ist. Behavioristen beschäftigten sich nur mit beobachtbaren Indikatoren von Emotionen. Hier interessierte sie vor allem, wie Emotionen durch klassische und instrumentelle Konditionierung erworben, d.h. an bestimmte Situationen bzw. Reize gekoppelt werden.
  • Welche Hirnregionen sind maßgeblich an Emotionen beteiligt?

    Lösung

    Es sind vor allem jene Hirngebiete an Emotionen beteiligt, die auch aktiv sind, wenn Lebewesen mit Belohnungs- und Bestrafungsreizen konfrontiert werden.

    Strukturen im Zwischenhirn (z.B. Thalamus, Hypothalamus und Hypophyse) sind für die körperlichen Komponenten von Emotionen mitverantwortlich.

    Vom Großhirn sind u.a. der Frontallappen (Stirnlappen) und die Temporallappen (Schläfenlappen) an emotionalen Vorgängen beteiligt. Die rechts und links unter den Schläfenlappen liegenden Mandelkerne (Amygdalae) haben eine wichtige Funktion bei der emotionalen Bewertung von Reizen.
  • Was zeichnet Emotionen nach dem evolutionsbiologischen Ansatz aus?

    Lösung

    Emotionen sind im Laufe der Evolution durch natürliche Auslese entstanden. Ihre Komponenten (Ausdruck, physiologische Komponente) haben oder hatten einen Überlebens- und Anpassungswert für das Individuum. Situationen bzw. Reize, die dem Überleben und der Anpassung an die jeweilige Umwelt dienlich sind, sind von positiven Emotionen begleitet, während Situationen und Reize, die das Überleben gefährden, von negativen Emotionen begleitet sind.
  • Was ist die Kernaussage der James-Lange-Theorie?

    Lösung

    Emotionen sind bewusste Empfindung körperlicher Veränderungen. Damit sind körperliche Veränderungen wie z.B. Herzklopfen und Schweißausbrüche nicht die Folge, sondern die Ursache des emotionalen Erlebens.
  • Welche verschiedenen Arten von Einschätzungen werden in kognitiven Bewertungstheorien diskutiert?

    Lösung

    Zunächst bewerten wir ein Ereignis im Hinblick darauf, ob es eine positive oder negative Bedeutung für unser Wohlergehen hat (primäre Einschätzung). Ebenfalls schätzen wir ein, inwiefern wir in der Lage sind, die Anforderungen, die das Ereignis an uns stellt, zu bewältigen (sekundäre Einschätzung). Der Prozess der Emotionsentstehung ist dynamisch: Wir bewerten die Situation neu, wenn wir neue Informationen über sie bekommen oder sich unsere Bedürfnislage verändert hat („reappraisal“).
  • Wie ist es möglich, dass emotionale Reaktionen zu beobachten sind, bevor eine bewusste Bewertung emotionaler Reize stattfindet?

    Lösung

    Nach LeDoux (2001) gibt es zwei Arten von Bewertung, die unterschiedliche physiologische Grundlagen haben. Einer automatischen, schnellen, aber ungenauen Bewertung folgt eine langsamere und elaborierte. Die erste Art läuft über weniger und kürzere Verschaltungen im Gehirn. An ihr ist das Großhirn nicht beteiligt. So können emotionale Reize den Körper in Handlungsbereitschaft versetzen und physiologische Reaktionen (schwitzen, rot werden, erblassen usw.) hervorrufen, noch bevor das Ergebnis der Bewertung bewusst wird.
  • Arbeiten Sie die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Ansätze von Parkinson und Totterdell (1999) und James Gross (1998, 2007) heraus.

    Lösung

    Gemeinsamkeiten:

    - Mithilfe beider Ansätze lassen sich die vielen Strategien der Emotionsregulation systematisieren/klassifizieren.

    Unterschiede:

    - Die Zeitdimension als Ordnungsmerkmal spielt im Modell von Gross eine wichtige Rolle, nicht aber bei Parkinson und Totterdell (dimensional).
    - Der Ansatz von Parkinson und Totterdell ist rein deskriptiver Natur.
    - Das Modell von Gross ist experimentell vielfach überprüft worden.
    - Bei Parkinson und Totterdell liegt der Fokus auf bewusst eingesetzten Strategien. Das Modell von Gross schließt auch automatische Regulationsprozesse ein.
  • Wie würden Sie die Strategien „Neubewertung“ und „Unterdrückung des emotionalen Ausdrucksverhaltens“ in das Klassifikationssystem von Parkinson und Totterdell (1999) einordnen? Unterstützen Sie Ihre Antwort mit konkreten Beispielen.

    Lösung

    „Neubewertung“: kognitive Strategie auf der Ebene des „Engagements“. Beispiel: Die Trauer über den Verlust einer geliebten Person kann zumindest teilweise gemindert werden, wenn wir uns vorstellen, dass dieser Mensch in Gedanken immer bei uns sein wird und seine Liebe und die Erinnerung an ihn uns unser ganzes Leben begleiten werden.

    „Unterdrückung des emotionalen Ausdrucksverhaltens“: verhaltensorientierte Strategie. Ein sog. „poker face“ aufsetzen und sich die erlebte Emotion nicht anmerken lassen.
  • Angehende Ärzte sind oft mit potenziell Ekel auslösenden Situationen konfrontiert. Schildern Sie in groben Zügen, wie Sie ein Bewältigungstraining für diese Zielgruppe aufbauen würden.

    Lösung

    Das Modell von Gross könnte zur Orientierung beim Aufbau dienen. Der Fokus könnte auf Regulationsstrategien liegen, die auf frühe Prozesse in der Entstehung einer Emotion abzielen (Auslösung der Emotion). Insbesondere sollten kognitive Strategien vorgestellt und geübt werden im Hinblick auf Situationen, mit denen angehende Ärzte typischerweise konfrontiert sind. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der kognitiven Veränderung oder Neubewertung zu: Der Ekel auslösenden Situation oder einem Reiz sollte eine neue Bedeutung verliehen werden, damit diese als weniger Ekel auslösend wahrgenommen und eingeschätzt werden können. Je nach konkreter Situation kann auch überlegt werden, wie die Situation modifiziert werden kann oder die angehenden Ärzte ihre Aufmerksamkeit richten bzw. verteilen können.
  • Wie lernen Kinder Gefühle mit Emotionswörtern, Gesichtsausdrücken und Situationen in Verbindung zu bringen?

    Lösung

    Die Zuordnung von Gefühlen zu Begriffen, Gesichtsausdrücken und Situationen gelingt, indem Erziehungspersonen die Gefühle ihrer Schützlinge benennen und kommentieren. So können die Kinder das Gefühl, das sie aktuell erleben, mit einem Emotionsbegriff (z.B. Wut oder Trauer) und mit der Situation in Verbindung bringen, in der das Gefühl aufgetreten ist. Erlebte Emotionen können ebenfalls mit spezifischen Gesichtsausdrücken in Verbindung gebracht werden. Dies gelingt dadurch, dass Kinder ihren eigenen Gesichtsausdruck, der ihr momentanes Gefühl begleitet, im Gesicht ihrer Bezugspersonen/Interaktionspartner ablesen, da diese den Gesichtsausdruck spiegeln, d.h. unwillkürlich nachahmen.
  • Welche Bedeutung hat der Gesichtsausdruck der Erziehungspersonen für Vorschulkinder?

    Lösung

    Kinder versuchen, anhand des Gesichtsausdrucks ihrer Bezugspersonen Informationen darüber zu erhalten, wie diese eine Situation einschätzen, um diese Information für eigenes Handeln nutzen zu können. Man bezeichnet dies als „soziale Bezugnahme“.
  • Welche Rolle spielen verschiedene Lernformen bei der emotionalen Entwicklung?

    Lösung

    Durch klassisches Konditionieren werden Assoziationen zwischen Emotionen und bestimmten Situationen und Reizen hergestellt. Vormals neutrale Reize können so emotionsauslösende Qualitäten erlangen.

    Kinder lernen durch instrumentelle Konditionierung (Belohnung, Bestrafung) sowie durch Beobachtung, welche Emotionen situationsangemessen sind.
  • Wie entwickelt sich das Ausdrucksverhalten von Kindern?

    Lösung

    Innerhalb des ersten Lebensjahrs entwickeln sich mit Ausnahme von Überraschung im Emotionsausdruck die Basisemotionen. Als Reaktion auf äußere Reize sind Emotionsausdrücke nach einem Monat zu erkennen.

    Selbstbezogene Emotionen wie Stolz und Scham können erst ab dem zweiten Lebensjahr beobachtet werden, wenn Kinder ein Selbstkonzept entwickelt haben und gewisse Werte und Normen kennen.

    Kinder können etwa ab dem dritten Lebensjahr ihren Emotionsausdruck willentlich kontrollieren. Bis zum Grundschulalter können aber vorhandene Gefühle (v.a. negative) oft trotzdem nicht verborgen werden.
  • Wie entwickelt sich das Emotionswissen und -verständnis von Kindern?

    Lösung

    Bereits Säuglinge können negative und positive Emotionsausdrücke grob unterscheiden.

    Mit ca. eineinhalb Jahren beginnen Kinder, einfache Emotionswörter zu benutzen. Im Vorschulalter erwerben Kinder Wissen über Auslöser und Ursachen von Emotionen.

    Erst Schulkindern gelingt es häufiger, Emotionen auf Gedanken, Wünsche und Erinnerungen zurückzuführen. Sie verstehen deshalb auch eher, dass aktuelle Gefühle eventuell nicht mit der momentanen Situation zusammenpassen können.
  • Was ist der Unterschied zwischen intrapersonaler und interpersonaler Emotionsregulation?

    Lösung

    Bei intrapersonaler Emotionsregulation regulieren Personen ihre Emotionen eigenständig. Bei interpersonaler Emotionsregulation nehmen Personen die Hilfe anderer Personen in Anspruch. Säuglinge sind sogar bis zu einem bestimmten Alter vollständig auf interpersonale Regulation angewiesen.
  • Wie hängt die Bindungsqualität mit der interpersonalen Emotionsregulation zusammen?

    Lösung

    Bezogen auf die Emotionsregulation kann man sagen, dass sicher gebundene Kinder von ihren Bezugspersonen zuverlässig Hilfe bei der Befriedigung ihrer Bedürfnisse und somit bei der Emotionsregulation erwarten. Dementsprechend zeichnet sich nur eine sichere Bindung durch eine gelungene interpersonale Emotionsregulation aus.
  • Wie werden nach der neurokulturellen Emotionstheorie die angeborenen Tendenzen zum mimischen Ausdruck bei Basisemotionen kulturell überformt/beeinflusst?

    Lösung

    Die angeborenen Tendenzen zum mimischen Ausdruck bei Basisemotionen können durch kulturspezifische Darstellungsregeln moderiert werden. Dieses im Sozialisationsprozess erworbene Wissen darüber, welcher Emotionsausdruck in einer sozialen Situation (nicht) angebracht ist, wird mit zunehmendem Alter automatisierter eingesetzt. Die Darstellungsregeln können den universellen Emotionsausdruck mit Kontrollmechanismen des Verstärkens, Abschwächens, Neutralisierens, Maskierens, Simulierens und Qualifyings modifizieren.
  • Wie variieren Emotionsprozesse abhängig von der Zugehörigkeit der kollektivistischen bzw. individualistischen Kultur?

    Lösung

    In Abhängigkeit von den in einer Kultur vorherrschenden Normen und Werten werden bestimmte Emotionen gesellschaftlich gefördert oder sanktioniert. Der Erhalt der Gemeinschaft und der Zusammenhalt sind in einer kollektivistischen Kultur die höchsten Werte. Entsprechend sind die Angehörigen dieser Kultur besonders motiviert, innerhalb der Eigengruppe negative, die Harmonie gefährdende Emotionen zu unterdrücken und umso mehr positive, der Gemeinschaft dienende Emotionen zu zeigen. Die Identität des Einzelnen in individualistischen Kulturen ist dagegen entscheidend geprägt durch persönliche Ziele und Leistungen. Die individualistischen Normen fördern Emotionen, die Unabhängigkeit, Authentizität und Zielstrebigkeit signalisieren.
  • Nennen Sie Emotionen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit in kollektivistischen bzw. individualistischen Kulturen auftreten! Begründen Sie Ihre Wahl!

    Lösung

    In einer kollektivistischen Kultur dürften auf andere gerichtete und gleichzeitig auf sozialen Zusammenhalt abzielende Emotionen, wie Scham oder Mitgefühl, auftreten. In einer individualistischen Kultur dagegen ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von solchen Emotionen höher, welche das Selbst des Individuums stärker betreffen und seine Autonomie unterstreichen. Beispiele hierfür sind: Wut oder Stolz.
  • Unter welchen Bedingungen ist das Auffinden von Geschlechterunterschieden im Erleben und Ausdruck von Emotionen besonders wahrscheinlich? Legen Sie verschiedene methodische Konstellationen dar!

    Lösung

    Studien, die Unterschiede in der Emotionalität der Geschlechter feststellen, sind immer dann kritisch zu sehen, wenn durch ihre methodische Ausrichtung die Ergebnisse anfällig für eine Verfälschung durch Stereotype sein könnten. Das ist mit höherer Wahrscheinlichkeit dann der Fall,

    - wenn retrospektive und nicht aktuelle Emotionseinschätzung gegeben ist,
    - wenn nach globalem Affekt und nicht nach spezifischen einzelnen Emotionen gefragt wird und
    - wenn Emotion in hypothetischen und nicht real stattfindenden Situationen eingeschätzt wird.
  • Skizzieren Sie ein Experiment, mit dem gezeigt werden könnte, wie das Stereotypenwissen die Einschätzung der eigenen Emotionsintensität beeinflussen kann!

    Lösung

    Siehe Studie von Robinson et al. (1998)
  • Was versteht man unter affektiven Störungen?

    Lösung

    Emotionen sind bei allen psychischen Störungen betroffen. Bei einigen Störungsbildern ist die Beeinträchtigung des emotionalen Erlebens aber der Kern der Störung. Diese Störungen bezeichnet man als affektive Störungen.
  • Nennen Sie drei Bereiche, in denen in Organisationen bzw. im Arbeitsleben Emotionen auftreten können!

    Lösung

    Emotionen können während des Arbeitsprozesses auftreten und sich auf das Arbeitsergebnis oder die soziale Interaktion beziehen.
  • Was besagt die Control-Value-Theory?

    Lösung

    Die Control-Value-Theory ist eine Rahmentheorie für Leistungsemotionen. In dieser Theorie werden tätigkeitsbezogene und ergebnisbezogene Leistungsemotionen voneinander unterschieden. Den Emotionen geht immer eine Selbst- oder Situationsbewertung voran. Die Emotionen sind davon abhängig, wie sehr die Leistungsaktivität und deren Ausgang vom eigenen Zutun abhängt (d.h. kontrollierbar ist) und welchen Wert sie haben.
  • Welche Aspekte von Produkten beeinflussen Emotionen?

    Lösung

    Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis oder Sicherheit sind bei Produkten Aspekte, die keine positiven Emotionen garantieren, deren Fehlen aber zu negativen Emotionen führt.

    Positive Emotionen können durch unterschiedliche Aspekte von Produkten, wie äußere Merkmale, Funktionalität oder Ansehen einer bestimmten Marke, ausgelöst werden.
  • Fertig!

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