Psychologie der Kommunikation

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Psychologie der Kommunikation

ISBN: 
978-3-658-10023-0

Dieser Band ist eine erweiterte und überarbeitete Auflage des 2013 erschienenen Bandes Psychologie der Kommunikation. Er vermittelt Basiswissen über den Ablauf menschlicher Kommunikation mit ihren Besonderheiten und Phänomenen und beschreibt Anwendungsfelder.

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Die zentralen Begriffe der Kommunikation, der kommunikativen Kompetenz und der Kommunikationspsychologie werden ausführlich definiert. Bekannte Kommunikationsmodelle wie diejenigen nach Schulz von Thun, Watzlawick sowie Hargie und Kollegen werden kurz und verständlich erklärt. Sowohl Mittel nonverbaler als auch Mittel verbaler Kommunikation werden detailliert und mit Beispielen dargestellt. Praktische Beispiele und Exkurse festigen das Gelesene und wecken Interesse für diesen spannenden Themenbereich.

 

Das Besondere an diesem Buch ist, dass der komplexe Themenbereich „Psychologie der Kommunikation“ beispielhaft, verständlich, praxisnah und dennoch umfassend dargestellt wird

Das Buch eignet sich nicht nur als Lektüre für Studierende, Lehrende und WissenschaftlerInnen sondern für alle Personen die an diesem Themenbereich Interesse haben

Viele praktische Beispiele und Exkurse werden genutzt um den Themenbereich „Psychologie der Kommunikation“ anschaulich vorzustellen

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BegriffErklärung
Bestimmungstücke der Kommunikation nach Six et al. (2007)Six et al. (2007) nennen sechs Bestimmungsstücke der Kommunikation. Es liegen vor: 1. Teilnehmende, 2. eine Botschaft, 3. Kommunikationsmittel und -modalitäten. Kommunikation ist: 4. kontextgebunden, 5. interaktiv und 6. mehr oder weniger intentional.
Axiome der Kommunikation nach WatzlawickEin Modell, welches fünf Basisannahmen menschlicher Kommunikation formuliert: 1. Axiom zur Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren, 2. Axiom zum Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation, 3. Axiom zur Interpunktion von Ereignisfolgen, 4. Axiom zu digitaler vs. analoger Kommunikation und 5. Axiom zu symmetrischer vs. komplementärer Kommunikation.
Ergebnisse bzw. Folgen des kommunikativen HandelnsBetreffen die Wirkungen der Kommunikationsprozesse auf die Beteiligten: Bei den Adressierten entsteht zum einen ein Eindruck bezüglich des Sendenden, zum anderen ein Eindruck bezüglich des in der Botschaft angesprochenen Themas.
ErklärungenErfolgen in der Regel als Interaktion zwischen einer Person die einer anderen eine Erklärung anbietet. Gute Erklärungen sind u. a. unter Berücksichtigung der Problematik, des Vorwissens und anderer Charakteristika des Gegenübers formuliert. Sie können interpretativ, deskriptiv, oder begründend sein. Interpretative Erklärungen beziehen sich auf die Fragen nach dem WAS (z. B. „Was bedeutet das für meine Prüfungsnote?“). Im Zentrum der Erklärung steht das Deuten oder Klären eines Sachverhalts bzw. Spezifizieren der zentralen Bedeutung einer Aussage bzw. eines Ausdruckes. Deskriptive Erklärungen behandeln Fragen nach dem WIE (z. B. „Wie kann ich mich optimal auf eine mündliche Prüfung vorbereiten?“). Im Mittelpunkt der Erklärung stehen folglich Prozesse, Strukturen und Vorgehensweisen. Begründende Erklärungen beziehen sich auf die Frage WARUM (z. B. „Warum muss ich mich eigenverantwortlich um das Vorhandensein notwendiger Technik für meine Präsentation bemühen?“). Diese Erklärungen beinhalten Begründungen, die beispielsweise auf Prinzipien oder Motive verweisen. Begründende Erklärungen lassen sich unterteilen in kausale Erklärungen, die auf Ursache-Folge-Beziehungen fokussieren und funktionale Erklärungen, die sich auf Funktionen beziehen.
FeedbackWährend der Interaktion vermittelte Informationen, die Teilnehmende ihren Gegenübern als Reaktion auf Information oder Handeln rückmelden. Diese können die weitere Kommunikation beeinflussen. Es kann zwischen internal und external übermitteltem Feedback unterschieden werden. Internales Feedback bezeichnet Rückmeldungen aus dem eigenen Körper (z. B. Herzklopfen während eines Vortrages als Zeichen der Nervosität). External übermitteltes Feedback nehmen wir visuell, auditiv oder taktil aus unserer Umgebung auf (z. B. interessierter Gesichtsausdruck der Zuhörenden während des Vortrages; begeistertes Klatschen nach der Zuhörenden nach einem Vortrag; Schulterklopfen nach einer erfolgreichen Verteidigung der Diplomarbeit).
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  • Welche Ursachen für Unklarheit und Vielfalt des Kommunikationsbegriffes kennen Sie?

    Lösung

    1) Unterschiedliche Kommunikationsmetaphern; 2) Wandel der Bedeutung des Begriffes Kommunikation; 3) Einbezug nicht direkt beobachtbarer Bestandteile von Kommunikation
  • Was ist kommunikative Kompetenz (Kommunikationskompetenz)?

    Lösung

    Kommunikative Kompetenz (oder alternativ Kommunikationskompetenz) bezeichnet die Fähigkeit von Kommunizierenden angemessenes Verhalten auszuwählen und so interpersonalen Ziele zu erreichen, ohne Interessen des Gegenübers massiv zu verletzen
  • Welcher Teilbereich der Psychologie beschäftigt sich mit Einflussfaktoren auf Kommunikation, mit Kommunikationsverhalten und mit Ergebnissen bzw. Folgen des kommunikativen Handelns?

    Lösung

    Kommunikationspsychologie
  • Was entsteht als Ergebnis bzw. Folge kommunikativen Handelns?

    Lösung

    1) Ein Eindruck bezüglich der Sendenden; 2) Ein Eindruck bezüglich der Botschaft.
  • Psychologische Kommunikationsmodelle lassen sich unterteilen in … ?

    Lösung

    1) … Encoder-/Decoder-Modelle; 2)… Intentionsorientierte Modelle; 3) … Modelle der Perspektivübernahme; 4) … Dialog-Modelle
  • Welche Elemente der Kommunikation können nach Shannon und Weaver unterschieden werden?

    Lösung

    1) Informationsquelle (Sender); 2) Sendegerät (Kodierer); 3) Signal; 4) Kanal; 5) Empfangsgerät (Dekodierer); 6) Adressat (Empfänger); 7) (Störungen/Rauschen)
  • Welche vier Ohren werden im Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun unterschieden?

    Lösung

    1) Sachohr; 2) Selbstoffenbarungsohr; 3) Beziehungsohr; 4) Appellohr
  • Grice postulierte 4 Maximen der Kommunikation. Welche Maxime wäre im folgenden Beispiel verletzt? Ein Passant fragt Sie nach der Uhrzeit und Sie antworten ihm: „Morgen soll es regnen.“

    Lösung

    Maxime der Relevanz
  • Carl Rogers betont die Wichtigkeit von Empathie für gelingende Kommunikation. Welche zwei Merkmale kennzeichnen Empathie?

    Lösung

    1) Hineinversetzen und Hineinfühlen in das Gegenüber; 2) Rückmeldung des Verstandenen an das Gegenüber
  • Paul Watzlawick formulierte insgesamt fünf Axiome der Kommunikation. Axiom 1 lautet: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Was bedeutet dieses Axiom übertragen auf die Kommunikationspraxis?

    Lösung

    1) Jedes Verhalten hat Mitteilungscharakter; 2) Auch wenn wir schweigen, kommunizieren wir.
  • Welche sechs Bestandteile unterscheiden Hargie und Kollegen in ihrem integrativen Kommunikationsmodell?

    Lösung

    1) Person-Situation-Kontext (d. h. Merkmale der Person und Merkmale der Situation); 2) Ziel€; 3) Vermittelnde Prozesse; 4) Antwortverhalten; 5) Feedback; 6) Wahrnehmung
  • Welche Merkmale der Person können, gemäß des integrativen Kommunikationsmodells nach Hargie und Kollegen, den Kommunikationsprozess beeinflussen?

    Lösung

    1) (Vor-)Wissen; 2) Motive; 3) Einstellungen; 4) Persönlichkeit; 5) Emotionen; 6) Alter; 7) Geschlecht
  • Anne bekommt überraschend Besuch von ihrem Freund, der sie mit einem großen Strauß Blumen überrascht. Sie ist vollkommen sprachlos und freut sich so sehr, dass ihr ein paar Freudentränen übers Gesicht kullern. Warum ist Annes Verhalten ein Beispiel für emotionsmotivierte Kommunikation?

    Lösung

    Annes Sprachlosigkeit und ihre Freudentränen (d. h. ihr Verhalten in der Situation) werden von ihrer großen Freude über den Besuch ihres Freundes (d. h. einer hinter dem Verhalten stehenden Emotion) ausgelöst
  • Was versteht man unter display rules (d. h. Darstellungsregeln)?

    Lösung

    Display rules sind Regeln darüber, welche Mimik in welchen Situationen an- bzw. unangemessen ist.
  • Im integrativen Kommunikationsmodell nach Hargie und Kollegen stellt Feedback einen fundamentalen Bestandteil der Kommunikation dar. Was ist der Unterschied zwischen internal und external übermittelten Feedback?

    Lösung

    1) Internal übermitteltes Feedback bezieht sich auf Rückmeldungen aus dem eigenen Körper (z. B. Herzklopfen während eines Vortrages); 2) External übermitteltes Feedback bezieht sich hingegen auf Rückmeldungen aus der Umgebung (z. B. Applaus der Zuhörenden nach einem Vortrag).
  • Was sind Mittel nonverbaler Kommunikation?

    Lösung

    1) Haptische Signale; 2) Körpersprache mit verschiedenen Unterformen; 3) Proxemik; 4) Physische Charakteristika
  • Was sind Formen der Körpersprache?

    Lösung

    1) Gesten; 2) Kopfbewegungen; 3) Körperhaltung; 4) Augen- und Blickkontakt; 5) Gesichtsausdruck
  • Sarah bricht nach einem Telefonat mit ihrer Freundin in Tränen aus, hastet in ihr Zimmer und schließt sich ein. Ihre besorgte Mutter geht ihr nach, klopft an die Tür und fragt ob alles in Ordnung sei. Sarah antwortet mit tränenerstickter Stimme: „Ja.“ In diesem Beispiel stehen nonverbale und verbale Botschaft im Widerspruch. Es resultiert eine …?

    Lösung

    … inkongruente Botschaft.
  • Was versteht man unter Glaubwürdigkeitsattributionen?

    Lösung

    Ein Empfangender unterstellt ohne systematische Analyse, sondern auf Basis von Alltagsannahmen der Aussage eines Sendenden Glaubwürdigkeit oder zweifelt eben diese an.
  • Wozu gehören Embleme und Illustratoren?

    Lösung

    Gesten.
  • Was sind Mittel verbaler Kommunikation?

    Lösung

    1) Zuhören; 2) Fragen stellen; 3) Erklärungen; 4) Lachen und Humor
  • Welche drei Bestandteile kennzeichnen aktives Zuhören?

    Lösung

    1) Aktives Verfolgen des Gesagten; 2) Aktives Verstehen der Botschaft (d. h. Paraphrasieren); 3) Der Versuch den emotionalen Inhalt der Botschaft zu verstehen und wiederzugeben (d. h. Spiegeln)
  • Eine neue Arbeitskollegin stellt sich vor und lädt Sie zum Mittagessen in ein Restaurant ein. Sie schauen in die Speisekarte unter der Rubrik der Fleischgerichte. Ihre neue Kollegin, die ihrerseits einen großen bunten Salat mit Tofustreifen bestellt hat, fragt Sie: „Ich darf annehmen, dass Sie wie jeder vernünftige Mensch etwas gegen die Massentierhaltung unternehmen möchten und deswegen auf Fleischkonsum verzichten?“ Welche Frageform wendet sie an?

    Lösung

    Suggestivfrage
  • Welche Formen von Erklärungen lassen sich unterscheiden?

    Lösung

    1) Interpretative Erklärungen; 2) Deskriptive Erklärungen; 3) Begründende Erklärungen (kausal oder funktional)
  • Warum kann Humor „soziales Schmiermittel“ sein?

    Lösung

    1) Humor hilft soziale Beziehungen aufzubauen und zu erhalten. 2) Humor kann zwischenmenschliche Interaktion erleichtern.
  • Welche Kommunikationsformen lassen sich unterscheiden?

    Lösung

    1) Intrapersonale Kommunikation; 2) Interpersonale Kommunikation mit den Unterformen: Individualkommunikation und Massenkommunikation; 3) Direkte Individualkommunikation und medienvermittelte Individualkommunikation als Unterformen von Individualkommunikation; 4) Nicht-digital vermittelte und digital vermittelte Individualkommunikation als Unterformen von medienvermittelter Individualkommunikation; 5) Computervermittelte Mensch-Mensch-Individualkommunikation und Mensch-Computer-Kommunikation als Unterformen von medienvermittelter Individualkommunikation; 6) Direkte Massenkommunikation und medienvermittelte Massenkommunikation als Unterformen von Massenkommunikation; 7) Nicht-digital vermittelte und digital vermittelte Massenkommunikation als Unterformen von medienvermittelter Massenkommunikation
  • Welche Kommunikationsform wird durch folgende Bestimmungsstücke charakterisiert: raum-zeitliche Gebundenheit, Anwendung von ausschließlich natürlichen Medien, mögliche Verständigung auf verbaler und nonverbaler Ebene?

    Lösung

    Direkte Individualkommunikation
  • Worin liegt der Unterschied zwischen Mensch-Computer-Kommunikation und computervermittelter Mensch-Mensch-Individualkommunikation?

    Lösung

    1) Mensch-Computer-Kommunikation bezeichnet die Kommunikation mit der künstlichen Intelligenz (dem PC; z. B. Kommunikation mit vorprogrammierten Spielcharakteren bei Offline-Role-Play-Games); 2) Computervermittelte Mensch-Mensch-Individualkommunikation bezeichnet die Kommunikation über den Computer mit anderen realen Personen (z. B. Chats)
  • Was versteht man unter dem Begriff der sozialen Präsenz?

    Lösung

    Man versteht darunter das Gefühl, mit welchem man sich der Anwesenheit anderer Personen in einer medialen (Kommunikations-) Situation bewusst ist
  • Was sind Kennzeichen von Massenkommunikation in Anlehnung an Maletzke (1972)?

    Lösung

    1) Die Aussagen sind öffentlich. 2) Meist dienen Medien als Mittel zur Verbreitung der Botschaft. 3) Die Verbreitung erfolgt meist indirekt. 4) Es handelt sich meist um einseitige Kommunikation. 5) Empfangende werden als disperses Publikum verstanden.
  • Fertig!

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