Psychologische Diagnostik

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Psychologische Diagnostik

ISBN: 
978-3-642-17000-3

Das Standardwerk zur Psychologischen Diagnostik erscheint nun in der 5. Auflage – und bleibt seinem Erfolgskonzept treu: Diagnostik ist theoretisch fundiert, erfolgt stets in Hinblick auf konkrete Fragestellungen und besitzt damit weitreichende Implikationen für die Intervention.

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Das Buch ist gleichzeitig prüfungsrelevant und praxisnah: Didaktisch sorgfältig aufbereitete Merksätze, Definitionen und Prüfungsfragen helfen bei der Vorbereitung auf die Prüfung. Praxiskapitel geben einen Überblick über die Diagnostik in den drei größten psychologischen Anwendungsfächern (Klinische Psychologie, A&O-Psychologie, Pädagogische Psychologie) sowie weiteren Anwendungsfeldern. Diagnostische Verfahren, insbesondere wichtige Testverfahren, aber auch diagnostische Interviews und Verhaltensbeobachtung, werden vorgestellt. Auch Weiterentwicklungen gibt es in der Neuauflage viele: Alle Kapitel wurden vollständig überarbeitet und aktualisiert, die sprachliche Lesbarkeit erhöht, die Abbildungen modernisiert. Auf der Gliederungsebene wurden Hinweise zur Relevanz im Bachelor- und Masterstudium eingefügt.

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BegriffErklärung
»faking good«-BedingungProbanden werden in einer Untersuchung aufgefordert, einen Fragebogen so zu bearbeiten, dass sie einen möglichst guten Eindruck machen.
16 PF-R: 16-Persönlichkeits-Faktoren-Test – Revidierte FassungAusgehend von psycholexikalischen Studien und gestützt auf faktorenanalytische Prinzipien hat Cattell seit Ende der 40er-Jahre 16 grundlegende Dimensionen für die Beschreibung von Persönlichkeitsunterschieden propagiert. Der zur Erfassung dieser Dimensionen konzipierte amerikanische Fragebogen wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich aktualisiert und liegt nunmehr bereits in der 5. Auflage vor, an der sich auch die deutsche Fassung (Schneewind & Graf, 1998) orientiert. Neben den 16 Primärskalen werden auch fünf globale Sekundärskalen gebildet.
AbweichungsnormenSiehe Variabilitätsnormen
Adaptives Intelligenz Diagnostikum 2 (AID 2)Das Adaptive Intelligenz Diagnostikum 2 (AID 2) von Kubinger und Wurst (2000) bzw. Kubinger (2009) ist konzeptuell eng an die Wechsler-Tests angelehnt. Die Aufgabentypen des HAWIK finden auch im AID 2 Verwendung; die Subtests tragen aber andere Namen. Einige der elf obligatorischen und drei fakultativen Subtests stellen jedoch eine Erweiterung gegenüber dem HAWIK dar. Das Verfahren zeichnet sich durch vier Besonderheiten aus: es ist adaptiv, die Items sind Rasch-Modell-konform, es existieren eine Kurzform und eine spezielle Normierung für Kinder und Jugendliche, deren Muttersprache Türkisch ist.
Adaptives TestenZur Steigerung der Testökonomie werden bei den einzelnen Probanden nur diejenigen Testitems zur Anwendung gebracht, welche für das Fähigkeitsniveau des einzelnen Probanden eine hohe Messgenauigkeit (Iteminformation) aufweisen. Auf die anderen Items wird hingegen verzichtet.
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Frage 1 von 251
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  • Nennen Sie Praxisfelder, in denen Psychologische Diagnostik angewandt wird.

    Lösung

    - Klinische Psychologie
    - Gesundheitspsychologie
    - Pädagogische Psychologie
    - Arbeits- und Organisationspsychologie
    - Forensische Psychologie
    - Verkehrspsychologie
    - Entwicklungsdiagnostik
    - Gerontopsychologie
    - Neuropsychologie
  • Mit welchen anderen Fachgebieten der Psychologie steht die Psychologische Diagnostik im Fall der Intelligenzdiagnostik in ständigem Wissensaustausch?

    Lösung

    - Differentielle Psychologie
    - Pädagogische Psychologie
    - Arbeits- und Organisationspsychologie
    - Klinische Psychologie
    - Neuropsychologie
    - Forensische Psychologie
    - Verkehrspsychologie
  • Was sind die Grundannahmen der Eigenschaftsdiagnostik?

    Lösung

    - Das Erleben und Verhalten von Menschen lässt sich in Form von Eigenschaften („traits“) beschreiben. Diese werden aufgefasst als relativ breite und zeitlich stabile Dispositionen zu bestimmten Verhaltensweisen, die konsistent in verschiedenen Situationen auftreten.
    - Eigenschaften sind nicht direkt beobachtbar. Sie stellen hypothetische, gedankliche, konstruierte Gebilde dar und sind somit Konstrukte, die aus direkt beobachtbaren Verhaltensäußerungen lediglich erschlossen werden.
  • Nennen Sie einige Beispiele für Zustände („states“).

    Lösung

    - Emotionen (Angst, Freude, Traurigkeit, Ärger, etc.)
    - Mentale Zustände wie Müdigkeit, Wachheit, Konzentration
    - Erregungszustände (Erregtheit, Ruhe)
  • Nennen Sie empirische Belege für den Eigenschaftsansatz in der Persönlichkeits- und Intelligenzforschung.

    Lösung

    - Persönlichkeitsmerkmale korrelieren mit Verhaltensberichten.
    - Persönlichkeitsmerkmale sind stabil.
    - Intelligenz korreliert mit Leistungen im Leben.
    - Intelligenz ist stabil.
  • Was kennzeichnen die Begriffe „signs“ und „sample“ in Bezug zum eigenschafts- bzw. verhaltenstheoretischen Ansatz?

    Lösung

    - Im eigenschaftstheoretischen Ansatz werden Verhaltensweisen als Indikatoren, Anzeichen, d.h. „signs“ für dahinterliegende Eigenschaften verstanden.
    - Im verhaltenstheoretischen Ansatz wird das Verhalten als ein Beispiel oder eine Stichprobe, d.h. „sample“ ähnlicher Verhaltensweisen betrachtet.
  • Erklären Sie, aus welchen Komponenten die S-O-R-K-C-Verhaltensgleichung besteht.

    Lösung

    - Stimulus: Reiz, der auf die Person einwirkt. Beispiel: Mitschüler hänseln ein Kind
    - Organismus: Körperliche und psychische (!) Merkmale der Person. Beispiel: körperlich unterlegen, geringes Selbstvertrauen
    - Reaktion: Das zu erklärende Problemverhalten. Beispiel: zieht sich von anderen Kindern zurück
    - Kontingenz: Regelmäßigkeit, mit der die Konsequenzen eintreten. Beispiel: gelegentlich
    - Konsequenz: Reaktionen auf das Problemverhalten; positive oder negative Verstärkung. Beispiel: Mutter „tröstet“ das Kind mit starker Zuwendung und Süßigkeiten
  • Wozu dient eine Erfolgskontrolle?

    Lösung

    Mit einer Messung nach Beendigung einer Intervention (Erfolgskontrolle) versucht man festzustellen, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde. Dieses Ziel wurde aufgrund der Messung vor der Intervention (Eingangsdiagnostik) festgelegt.

    Die Erfolgskontrolle ist im Sinne des Klienten, denn sie dient dazu, festzustellen, ob noch weitere Maßnahmen nötig sind oder nicht. Sie ist auch im Sinne des Auftraggebers, der nun erfährt, ob sich die Investition gelohnt hat.
  • Welche zwei besonderen Probleme sind zu beachten, wenn diagnostische Verfahren zur Erfolgskontrolle bei Interventionen eingesetzt werden?

    Lösung

    - Erstens kann die beobachtete Verbesserung oder auch Verschlechterung gegenüber dem Ausgangszustand auch auf Faktoren zurückzuführen sein, die nichts mit der Intervention zu tun haben.
    - Zweitens ist bekannt, dass bei Leistungstests alleine durch ihre Wiederholung Übungsgewinne auftreten.
  • In welchem Zusammenhang wird Psychologische Diagnostik zur Selektion und zur Modifikation eingesetzt? Erklären Sie dies anhand von Beispielen.

    Lösung

    - _Selektion von Personen_: Eine Bedingung steht zuvor fest, und es werden Personen ausgewählt, welche die größte Passung mit dieser Bedingung aufweisen. _Beispiel_: Auswahl von Bewerbern für eine Stelle. Die Bedingung, beispielsweise ein bestimmter Ausbildungsgang, wurde zuvor analysiert, um die relevanten Anforderungen an die Auszubildenden wie Rechenfertigkeiten, Teamfähigkeit und dergleichen in Erfahrung zu bringen.
    - _Selektion von Bedingungen_: Zu einer Person mit bestimmten Merkmalen werden passende Bedingungen gesucht. _Beispiel_: Ein Bewerber sucht die Berufsberatungsstelle auf; gesucht wird eine Berufsausbildung, die den Eignungsmerkmalen der Person am besten entspricht. Dazu muss die Person untersucht werden, um ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Interessen in Erfahrung zu bringen.
    - _Modifikation der Person_: Merkmale der Person werden verändert, um eine Passung zwischen Person und Bedingung herzustellen. _Beispiel_: Scheinbar ungeeignete Bewerber können mit Personalentwicklungsmaßnahmen (Schulungen, Trainings, Praktika, etc.) so verändert werden, dass sie zu einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz passen. Welche Anforderungsmerkmale zu verändern sind, hat die Eignungsuntersuchung gezeigt.
    - _Modifikation der Bedingung_: Merkmale der Bedingung (z. B. Arbeitsplatz) werden verändert, um eine Passung zwischen Person und Bedingung herzustellen. _Beispiel_: Mangelnde Belastbarkeit der Person kann etwa durch eine Reduktion der Aufgaben oder durch eine bessere Arbeitszeit- oder Pausenregelung kompensiert werden.
  • Wer veröffentlichte wann den ersten Intelligenztest?

    Lösung

    Alfred Binet und Theodore Simon, 1905.
  • Wie definierte William Stern und wie David Wechsler den IQ?

    Lösung

    William Stern definierte den Intelligenzquotienten über das Verhältnis aus Intelligenzalter zum Lebensalter. David Wechsler definierte den Intelligenzquotienten über die Relation des Testwertes des Probanden zum Mittelwert der Altersgruppe.
  • Welche im Grundgesetz verankerten Werte sind für die Psychologische Diagnostik unmittelbar relevant?

    Lösung

    Artikel 1 (1)

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

    Artikel 2:

    „(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“
  • Wie ist die Schweigepflicht gesetzlich verankert und welche Details sind im Umgang damit zu beachten?

    Lösung

    Strafgesetzbuch, § 203 (Verletzung von Privatgeheimnissen):

    „(1) Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, offenbart, das ihm als Berufspsychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung anvertraut worden oder sonst bekannt geworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

    - Nicht geschützt sind Geheimnisse, die einem Berufspsychologen im privaten Bereich anvertraut werden. Die Schweigepflicht bezieht sich auf die Ausübung der Berufstätigkeit.
    - „Offenbaren“ bedeutet, dass eine Identifizierung der betroffenen Person möglich ist. Wer also Daten in anonymisierter Form weitergibt, offenbart kein Geheimnis.
    - Die Schweigepflicht gilt auch gegenüber Personen, die selbst der Schweigepflicht unterliegen (Kollegen, Ärzte, Anwälte, etc.).
    - Zulässig ist die Weitergabe persönlicher Informationen, wenn der Betroffene dem zustimmt.
    - Auch Kinder werden durch die Schweigepflicht geschützt. Da diese auch ein Informationsrecht haben, sind im Einzelfall Schweigepflicht und Informationsrecht gegeneinander abzuwägen.
    - Vor Gericht besteht in zivilrechtlichen Prozessen ein Zeugnisverweigerungsrecht. Berufspsychologen haben das Recht, Aussagen über ihnen anvertraute Geheimnisse zu verweigern. In Strafprozessen besteht dieses Schweigerecht nur für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und bei ihnen auch nur bezüglich Informationen, die sie im Rahmen einer Untersuchung oder Heilbehandlung erfahren haben.
  • Was versteht man unter der Offenbarungspflicht?

    Lösung

    Wer von bestimmten Straftaten erfährt, die geplant sind oder gerade ausgeführt werden, kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden, falls er diese nicht rechtzeitig meldet. Dieses Gesetz betrifft übrigens nicht nur Berufspsychologen, sondern ist generell gültig. Entscheidend bei der Offenbarungspflicht ist, dass die Straftat, von der man erfährt, noch abgewendet werden kann.
  • Nennen Sie aus den Ethischen Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Psychologie einzelne Forderungen zur Erstellung von Gutachten.

    Lösung

    - Sorgfaltspflicht: Die Sorgfaltspflicht umfasst die sachliche und wissenschaftliche Fundiertheit aller Angaben, sowie die Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit bei der Erstellung.
    - Transparenz für Adressaten: Die getroffenen Aussagen und Argumente sollten für den Adressaten inhaltlich nachvollziehbar sein.
    - Einsichtnahme gewähren: Ein Gutachter sollte die Einsichtnahme durch den Klienten ermöglichen bzw. darauf hinwirken. Wenn keine Einsichtnahme möglich ist, sollte man vorab darüber informieren.
    - Keine Gefälligkeitsgutachten: Bei Gefälligkeitsgutachten wird die gutachterliche Neutralität aufgegeben, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Sie sind ebenso unzulässig wie Gutachten, die ohne eigene Mitwirkung zustande gekommen sind.
    - Stellungnahmen zu Gutachten von Kollegen sind zulässig: Dabei soll jedoch kollegiales Verhalten gezeigt werden (z. B. keine unsachliche Kritik).
  • Was versteht man unter einem Test?

    Lösung

    Bei einem psychologischen Test

    - (a) handelt es sich um eine Messmethode,
    - (b) mit der ein psychologisches Merkmal (oder auch mehrere Merkmale) erfasst werden soll(en).
    - (c) Das Vorgehen ist standardisiert
    - (d) und schließt die Erhebung einer Verhaltensstichprobe ein.
    - (e) Das Verhalten wird durch die spezifischen im Test realisierten Bedingungen hervorgerufen.
    - (f) Seine Variation soll weitgehend auf die Variation des zu messenden Merkmals zurückzuführen sein.
    - (g) Ziel ist eine quantitative (Ausprägung des Merkmals)
    - (h) und/oder eine qualitative Aussage (Vorhandensein oder Art des Merkmals) über das Merkmal.
  • Nennen Sie mögliche Kriterien zur systematischen Zuordnung von Tests zu Testarten.

    Lösung

    - Messgegenstand
    - Konstruktionsprinzipien
    - Theoretische Modellannahmen über die Entstehung von Testantworten
    - Zielgruppe
    - Durchführungsbedingungen (z. B. Einzel- vs. Gruppendurchführung oder Computer- vs. Papier-Bleistift-Verfahren)
  • Nennen Sie zwei wichtige Voraussetzungen für die Konstruktion eines Tests.

    Lösung

    - Das Merkmal ist hinreichend klar definiert und erforscht.
    - Das Verhalten im Test indiziert das Merkmal.
  • Nennen Sie die drei zentralen Grundbegriffe der KTT.

    Lösung

    - Beobachteter Wert
    - Wahrer Wert
    - Messfehler
  • Nennen Sie die Axiome der KTT.

    Lösung

    1. Der beobachtete Wert setzt sich aus dem wahren Wert und dem Messfehler zusammen.
    2. Der wahre Wert ist der Erwartungswert aller beobachteten Werte.
    3. Der Erwartungswert des Messfehlers ist null.
    4. Der Messfehler eines Tests ist unabhängig vom wahren Wert in diesem Test.
    5. Die Messfehler zweier Tests sind unkorreliert.
    6. Die Messfehler in einem Test sind unabhängig vom wahren Wert in einem anderen Test.
  • Wie ist die Reliabilität formal definiert?

    Lösung

    Die Reliabilität eines Tests ist der Anteil der Varianz der wahren Werte an der Varianz der beobachteten Werte.
  • Nennen Sie die Methoden der Reliabilitätsschätzung.

    Lösung

    - Retest-Reliabilität
    - Paralleltest-Reliabilität
    - Split-Half-Reliabilität
    - Interne Konsistenz
  • Wozu verwendet man die Spearman-Brown Formel?

    Lösung

    Mit der Spearman-Brown Formel lässt sich allgemein die Höhe der Reliabilität bei Verlängerung oder Verkürzung des Tests um k Testteile bestimmen. Umgekehrt lässt sich auch die erforderliche Testlänge (Itemanzahl) ermitteln, um eine gewünschte Höhe der Reliabilität zu erreichen.
  • Wovon hängt Cronbachs Alpha ab?

    Lösung

    - Itemzahl
    - Varianz der Testwerte
    - Varianz der Items
    - Interkorrelation der Items
  • Was gibt der Standardmessfehler an?

    Lösung

    Der Standardmessfehler gibt an, wie stark die Messfehler um die wahren Werte der Person(en) streuen.
  • Mit welcher Formel lässt sich der Standardmessfehler bestimmen?

    Lösung

    sE = sx · √(1 - Rel)
  • Wie bestimmen Sie das Konfidenzintervall für den wahren Wert einer Person bei zweiseitiger Fragestellung?

    Lösung

    KI = X ± zα/2 · sE
  • Nennen Sie ein Beispiel für eine einseitige Fragestellung bei der Bestimmung des Konfidenzintervalls für den wahren Wert einer Person.

    Lösung

    Beispielsweise möchte man wissen, ob ein Kind mit einem IQ von 138 tatsächlich hochbegabt ist. Liegt sein wahrer Wert vielleicht unter der kritischen Grenze von 130? Ob sein IQ in Wahrheit noch höher sein kann als 138, ist in diesem Fall nicht von Interesse.
  • Was gibt die doppelte Minderungskorrektur an?

    Lösung

    Die doppelte Minderungskorrektur liefert eine Schätzung für die Korrelation der wahren Werte zweier Variablen, wenn deren Reliabilitätskoeffizienten bekannt sind. Damit wird gleichsam die „Minderung“ korrigiert, welcher Korrelationskoeffizienten unterliegen, wenn die miteinander korrelierten Messwerte fehlerbehaftet sind.
  • Warum werden manchmal einfache Minderungskorrekturen angeben?

    Lösung

    Eine eingeschränkte Reliabilität des Kriteriums darf nicht dem Test angelastet werden. Validitätskoeffizienten sind kaum vergleichbar, wenn sie sich auf Kriterien beziehen, die unterschiedlich genau messbar sind. Deshalb ist es üblich, Validitätskoeffizienten für die Reliabilität des Kriteriums zu korrigieren. Die Reliabilität des Tests (Prädiktor) hingegen ist gewissermaßen ein fester Bestandteil des Tests und wird immer die Korrelationen mit irgendwelchen Kriterien mindern. Diese sollte als testspezifische Größe in die Berechnung der Korrelation zwischen Kriterium und Prädiktor eingehen bzw. nicht korrigiert werden.
  • Was gibt der Standardschätzfehler an, und von welchen Parametern hängt er ab?

    Lösung

    Mithilfe einer Regressionsgleichung werden Kriteriumswerte vorhergesagt. Die wahren Kriteriumswerte können jedoch mehr oder weniger stark von den mit der Regressionsgleichung vorhergesagten abweichen. Der Standardschätzfehler gibt an, wie groß die Streuung der wahren Kriteriumswerte um die vorhergesagten ist.
  • Nennen Sie einige immer wieder hervorgebrachte Kritikpunkte der KTT.

    Lösung

    - Die Axiome der KTT sind empirisch nicht überprüfbar und nicht alle unbedingt plausibel.
    - Die Messfehler verteilen sich nicht immer zufällig um den wahren Wert.
    - Die Parameter der KTT sind populations- und stichprobenabhängig.
    - Das Skalenniveau wird oft missachtet.
    - Der Testentwurf besteht nicht aus homogenen Items.
  • Was versteht man unter „lokaler stochastischer Unabhängigkeit“?

    Lösung

    Lokale stochastische Unabhängigkeit liegt dann vor, wenn die Korrelationen von manifesten Variablen verschwinden, sofern man sie auf den einzelnen Stufen der latenten Variablen untersucht. Die latente Variable kann dann als Ursache für die Korrelationen angesehen werden.
  • Was beschreibt eine IC-Funktion?

    Lösung

    Die IC-Funktion (itemcharakteristische Funktion) beschreibt die Beziehung zwischen dem latenten Merkmal und dem Reaktionsverhalten auf ein dichotomes Item in Form einer Wahrscheinlichkeitsaussage.
  • Worin besteht der Unterschied zwischen deterministischen und probabilistischen Modellen?

    Lösung

    Bei deterministischen Modellen sind die Lösungswahrscheinlichkeiten für die einzelnen Items immer 0 oder 1, während bei probabilistischen Modellen Lösungswahrscheinlichkeiten in allen Abstufungen zwischen 0 und 1 auftreten können.
  • Erläutern Sie die Begriffe „Spezifische Objektivität“ und „Stichprobenunabhängigkeit“.

    Lösung

    - Spezifische Objektivität: Alle IC-Funktionen weisen die gleiche Form auf und sind lediglich entlang der ξ-Achse parallel verschoben. Der Schwierigkeitsunterschied zweier Items (σi – σj) kann unabhängig davon festgestellt werden, ob Personen mit niedrigen oder hohen Merkmalsausprägungen ξ untersucht wurden. In Umkehrung sind auch Vergleiche zwischen Personen (ξv – ξw) unabhängig von den verwendeten Items möglich.
    - Stichprobenunabhängigkeit: Die Itemparameter können unabhängig von den Personen und die Personenparameter unabhängig von den Items geschätzt werden.
  • Was versteht man unter „adaptivem Testen“?

    Lösung

    Bei den einzelnen Probanden werden nur diejenigen Testitems zur Anwendung gebracht, die für das Fähigkeitsniveau des einzelnen Probanden eine hohe Messgenauigkeit (Iteminformation) aufweisen.
  • Welche Fälle können im polytomen Rasch-Modell unterschieden werden?

    Lösung

    Man unterscheidet das mehrdimensionale und das eindimensionale polytome Rasch-Modell. Im eindimensionalen Spezialfall des polytomen Modells lassen sich die Antwortkategorien auf einer Rangskala anordnen.
  • Worin unterscheiden sich Latent-Class-Modelle von Latent-Trait-Modellen?

    Lösung

    In Latent-Class-Modellen werden Personenunterschiede auf qualitative, kategoriale latente Variablen zurückgeführt, im Unterschied zu Latent-Trait-Modellen, welche von quantitativen, kontinuierlichen latenten Variablen ausgehen.
  • Worin besteht die Grundidee linear-logistischer Modelle?

    Lösung

    Linear-logistische Modelle versuchen, die Schwierigkeitsparameter der Items auf solche Basisoperationen zurückzuführen, welche für eine erfolgreiche Bearbeitung des Items notwendig sind. Jeder der Schwierigkeitsparameter wird als Linearkombination einer möglichst geringen Anzahl von Basisparametern ausgedrückt.
  • Worauf sollte man bei der Konstruktion kriteriumsorientierter Tests achten?

    Lösung

    - Generierung inhaltsvalider Itemmengen
    - Setzung sachgerechter Kriterien
    - Bezug auf definierten Umfang an Wissen oder Fertigkeiten
  • Welche grundlegenden Entscheidungen sind vor der Testkonstruktion zu treffen?

    Lösung

    - Messgegenstand festlegen
    - Definition des Merkmals
    - Präzisierung des Messgegenstands (konzeptuelle Einengung oder Festlegung auf bestimmte Theorie)
    - Klärung der Struktur der/des Konstrukte(s)
    - Zielgruppe festlegen; Anpassung der/des…
    - Verständlichkeit
    - thematischen Einbindung der Items
    - Antwortformats
    - Anwendungs- bzw. Geltungsbereich festlegen
    - Einsatzbedingungen bedenken
    - Wer wird den Test durchführen und auswerten?
    - Wie wird der Test durchgeführt?
    - Wahl des passenden Itemformats
  • Nennen Sie die drei Strategien zur Itemgewinnung.

    Lösung

    - Deduktive Methode
    - Externale Konstruktion
    - Induktive Konstruktion
  • Kennzeichnen Sie das Prinzip der deduktiven Methode zur Itemgenerierung.

    Lösung

    Der Testkonstrukteur verlässt sich auf eine Theorie, die eine gute Beschreibung des Merkmals liefert. Der Kerngedanke vieler Theorien zur Intelligenz oder zur Persönlichkeit ist eine Beschreibung der internen Struktur des Konstrukts. Diese ist oft das Resultat umfangreicher faktorenanalytischer Forschung. Bei der Generierung der Items bezieht sich der Konstrukteur auf diese Theorien.
  • Welche unterschiedlichen Herangehensweisen des deduktiven Vorgehens gibt es im Persönlichkeitsbereich?

    Lösung

    - Bezug auf dimensionale Modelle
    - Bezug auf Typologien
    - Beachtung der Prozesse, die zu dem Verhalten führen (z. B. Bedürfnisse, Motive und Emotionen)
  • Nennen Sie Vor- und Nachteile der externalen Konstruktion.

    Lösung

    - Vorteile:
    - Es lassen sich auch Tests entwickeln, wenn über das zu messende Merkmal weder eine brauchbare Theorie noch ausreichend viele empirische Befunde vorliegen.
    - Es kann sein, dass ein so konstruierter Fragebogen undurchschaubar und damit schwer verfälschbar ist.
    - Nachteile:
    - Die Validität der Items kann sich mit der Zeit ändern.
    - Es kommt selten eine homogene Itemmenge zustande. Die Voraussetzung für eine Reliabilitätsschätzung durch ein Konsistenzmaß ist damit verletzt.
  • Welche Randbedingungen der Testbearbeitung können in der Instruktion geklärt werden?

    Lösung

    - Arbeitstempo
    - Arbeitsweise
    - Vertraulichkeit
    - Verhalten bei Nichtwissen
    - Gebrauch von Hilfsmitteln
    - Gebrauch der Testunterlagen
  • Welche Regeln sollte man beim Abfassen der Items berücksichtigen?

    Lösung

    - Möglichst verständliche Sprache (kurze Sätze, keine unnötigen Fremdwörter, keine doppelten Negationen).
    - Auf Passung zu den Antwortmöglichkeiten achten.
    - Vorsicht bei der Invertierung von Items. Oft gelingt es nicht, genau das Gegenteil auszudrücken.
  • Was versteht man unter Itemschwierigkeit?

    Lösung

    Die Itemschwierigkeit gibt an, wie groß der Anteil an Personen ist, die das Item im Sinne des Merkmals beantwortet haben. „Im Sinne der Merkmals beantwortet“ ist bei Leistungstests die richtige Antwort und bei Fragebögen die Antwort, die das Merkmal indiziert. Der Wert liegt zwischen 0 und 1.
  • Was sollte man bei der Selektion von Items nach ihrer Schwierigkeit beachten?

    Lösung

    - Items mit mittlerer Schwierigkeit haben meist die größte Streuung (bei dichotomen Items immer), d. h. sie differenzieren zwischen den Personen am besten.
    - Soll ein Test auch im unteren und oberen Merkmalsbereich gut zwischen den Personen differenzieren, benötigt man auch Items mit extremeren Itemschwierigkeiten (d. h. leichtere bzw. schwierigere Items).
  • Was versteht man unter Speed- und Power-Tests?

    Lösung

    - Geschwindigkeitstests (Speed-Tests) sind dadurch definiert, dass bei unbegrenzter Zeitvorgabe alle Items von allen Probanden gelöst würden. Die Differenzierung zwischen den Probanden wird nur durch die Begrenzung der Bearbeitungszeit erreicht. Solche Tests werden häufig zur Prüfung der Konzentration eingesetzt.
    - Niveautests (Power-Tests) sind dadurch definiert, dass auch bei unbegrenzter Zeitvorgabe von keinem Testteilnehmer alle Aufgaben gelöst würden. Die Items sind meist nach ihrer Schwierigkeit gereiht; die Aufgaben werden gegen Ende immer schwerer lösbar.
  • Von welchen Faktoren hängt die Trennschärfe ab?

    Lösung

    - Inhaltliche Passung des Items
    - Verteilungsform von Itemantworten und Testwerten
    - Streuung sowohl des Items als auch der Testwerte
  • Wie berechnet man die Itemvalidität?

    Lösung

    - Allgemein: Korrelation des Items mit externalen Kriterien oder Mittelwertsvergleich
    - Phi-Koeffizient bei dichotomem Item und dichotomem Kriterium
    - Punktbiseriale Korrelation bzw. Produkt-Moment-Korrelation (mit entsprechender Kodierung) bei dichotomem Item und intervallskaliertem Kriterium
    - Mittelwertsvergleich hinsichtlich des intervallskalierten Items für die Gruppen eines dichotomen Kriteriums
  • Was versteht man unter Produkt- und unter Ergebnisqualität?

    Lösung

    Die Qualität von Produkten – und damit auch die eines diagnostischen Verfahrens – kann man am Ergebnis und am Prozess festmachen. Qualität beginnt bereits bei der Erstellung eines Produktes, beim Herstellungsprozess. Fehler oder Qualitätsmängel im diagnostischen Prozess führen unweigerlich zu Mängeln im Produkt. Auch das fertige Produkt kann einer Qualitätsbeurteilung unterzogen werden.
  • Welches sind die vier wichtigsten Gütekriterien eines diagnostischen Verfahrens, und welche „Leitfrage“ sollen sie jeweils beantworten?

    Lösung























    Gütekriterium Leitfrage
    Objektivität Wie stark hängt das Ergebnis davon ab, wer die Testdurchführung leitet, den Test auswertet und interpretiert?
    Reliabilität Wie genau oder zuverlässig ist das Messergebnis? Wie stark verändert sich das Ergebnis beispielsweise bei einer Testwiederholung?
    Validität Wie gut gelingt es, genau das Merkmal zu messen, das mit dem Test gemessen werden soll (und nicht ein anderes)?
    Normierung Wie gut lässt sich das Testergebnis mit den Ergebnissen anderer Menschen vergleichen?

  • Nennen Sie wichtige Merkmale des vom Testkuratorium entwickelten Testbeurteilungssystems.

    Lösung

    - Testrezensionen durch mindestens zwei Experten
    - Richtlinien des Testkuratoriums für die Rezensenten mit sieben Hauptpunkten (wie z. B. Darstellung des theoretischen Hintergrunds)
    - Gesamtbewertung in tabellarischer Form
    - Veröffentlichung in zwei Zeitschriften und in elektronischer Form (bei ZPID)
  • Welche Maßnahmen dienen dazu, die Interpretationsobjektivität sicherzustellen?

    Lösung

    - Präzise Angabe im Manual, welches Merkmal gemessen wurde bzw. wie es zu benennen ist
    - Normtabellen zur Beurteilung der Ausprägung des Merkmals der Testperson in Relation zu anderen Personen
    - Möglichst auch Vorschlag zur Verbalisierung der Ausprägungen („Übersetzungshilfe“)
  • Wie ist die Reliabilität definiert?

    Lösung

    Die Reliabilität beschreibt die Genauigkeit, mit der ein Test ein Merkmal erfasst. Die Genauigkeit ist umso größer, je geringer die Messfehler sind.
  • Wie hoch ist einer Metaanalyse zufolge die Retest-Reliabilität von Persönlichkeitsfragebögen zu den „Big Five“ durchschnittlich bei einem Zeitintervall von knapp sieben Jahren?

    Lösung

    Um .50 (von .46 für Neurotizismus bis .55 für Extraversion).
  • Von welchen Faktoren hängt die Retest-Reliabilität von Intelligenztests ab?

    Lösung

    Alter der Personen (bei Kindern niedriger) und Zeitintervall.
  • Welche unerwünschte praktische Konsequenz hat eine niedrige Reliabilität?

    Lösung

    Große Konfidenzintervalle.
  • Was versteht man unter Validität?

    Lösung

    Unter Validität wird die Übereinstimmung von Testergebnissen mit dem, was der Test messen soll, verstanden. Es handelt sich um ein Urteil darüber, wie angemessen bestimmte Schlussfolgerungen vom Testwert auf das Verhalten außerhalb des Tests oder auf ein Merkmal der Person sind.
  • Nennen Sie die drei Arten der Validität und definieren Sie diese.

    Lösung

    Inhalts-, Konstrukt- und Kriteriumsvalidität:

    - Unter Inhaltsvalidität versteht man, wie repräsentativ die Items eines Tests für das zu messende Merkmal sind.
    - Unter Kriteriumsvalidität versteht man den Zusammenhang zwischen Testergebnis und konkreten Leistungen oder Verhaltensweisen außerhalb der Testsituation. Das Kriterium muss für den vorgesehenen Einsatzbereich des Tests relevant sein.
    - Unter Konstruktvalidität versteht man empirische Belege dafür, dass ein Test das Konstrukt erfasst, welches er erfassen soll – und nicht ein anderes.
  • Was bedeutet die Aussage von Cronbach und Meehl (1955), dass Konstrukte in einem nomologischen Netzwerk verankert sein sollen?

    Lösung

    Unter einem nomologischen Netzwerk verstehen sie Aussagen oder Gesetze, die die Beziehung zwischen (a) beobachtbaren Merkmalen, (b) theoretischen Konstrukten und Beobachtbarem oder (c) theoretischen Konstrukten beschreiben. Es kann sich dabei um feste, deterministische Zusammenhänge handeln oder auch um statistische. Konstruktvalidierung ist nur möglich, wenn das nomologische Netzwerk Aussagen über die Beziehung zwischen beobachtbaren Merkmalen enthält. So kann man Hypothesen ableiten, wie sich der Test zu anderen beobachtbaren Merkmalen verhalten soll.
  • Welche Arten von empirischen Befunden können Cronbach und Meehl (1955) zufolge als Belege für die Konstruktvalidität akzeptiert werden?

    Lösung

    - Gruppenunterschiede
    - Korrelationen und Faktorladungen
    - Interne Struktur
    - Veränderung über die Zeit
    - Veränderung durch experimentelle Intervention
    - Untersuchung des Antwortprozesses
  • Beschreiben Sie das Prinzip einer Multitrait-Multimethod-Analyse.

    Lösung

    Mehrere Eigenschaften werden jeweils mit mehreren Methoden gemessen. Beim Vergleich der konvergenten und diskriminanten Validität eines Tests kann so der Einfluss der Methode auf die Höhe der Validität kontrolliert werden. Die Matrix enthält in der Hauptdiagonale die Reliabilitäten der Verfahren. In den „Validitätsdiagonalen“ (Monotrait-Heteromethod) sind die konvergenten Validitäten enthalten: Ein Merkmal wird mit verschiedenen Methoden gemessen. „Heterotrait-Heteromethod-Dreiecke“ enthalten Korrelation zwischen verschiedenen Merkmalen, die zudem mit unterschiedlichen Methoden gemessen wurden.
  • Welche Faktoren beeinflussen die Höhe von Validitätskoeffizienten?

    Lösung

    - Reliabilität des Tests
    - Reliabilität des Kriteriums
    - Validität des Kriteriums (insbes. mangelnde Symmetrie Prädiktor – Kriterium)
    - Gemeinsame Methodenvarianz von Test und Kriterium
    - Konfundierung von Test und Kriterium mit dem gleichen Merkmal
    - Stichprobenumfang
    - Merkmale der Stichprobe (insbes. Streuung der Testwerte)
  • Wie hoch korrelieren Big-Five-Persönlichkeitsfragebögen Metaanalysen zufolge durchschnittlich mit Fremdbeurteilungen und mit Berufserfolg?

    Lösung

    Mit Fremdbeurteilungen um .50 (von .46 bei Verträglichkeit bis .62 bei Extraversion), mit Berufserfolg um .10 – mit Ausnahme von Gewissenhaftigkeit (hier .27). (Alle genannten Validitätskoeffizienten für Artefakte korrigiert.)
  • Wie hoch korrelieren Intelligenztests Metaanalysen zufolge durchschnittlich mit Ausbildungs- und Berufserfolg?

    Lösung

    Über .50; je nach Quelle zwischen .51 und .62. (Alle genannten Validitätskoeffizienten für Artefakte korrigiert.)
  • Normwerte kann man ineinander überführen. Ergänzen Sie die Tabelle.

    Lösung






































    Normwert Mittelwert Standardabweichung
    z-Werte 0 1
    Standardwerte (Z-Werte) 100 10
    IQ-Werte 100 15
    T-Werte 50 10
    Centil-Werte 5 2
    Stanine-Werte 5 2 (Skala begrenzt auf 1 bis 9)

  • Welche Vor- und Nachteile haben Prozentrangnormen?

    Lösung

    - Voraussetzungslos gegenüber der Verteilungsform
    - Anschaulichkeit
    - Zu starke Differenzierung im mittleren Bereich
  • Nennen Sie weitere Gütekriterien.

    Lösung

    Skalierung, Zumutbarkeit, Unverfälschbarkeit, Fairness, Ökonomie, Nützlichkeit
  • Welche beiden diagnostischen Verfahren werden einer Befragung von Roth und Herzberg (2008) zufolge in der Praxis am häufigsten eingesetzt?

    Lösung

    - Diagnostisches Interview
    - Verhaltensbeobachtung
  • Nennen Sie Informationsquellen zu standardisierten diagnostischen Verfahren.

    Lösung

    Testkompendien, Lehrbücher, Online-Testverzeichnis in PSYNDEX, Datenbank PSYNDEXplus Tests, Testmanuale, Testrezensionen, Kataloge und Online-Verzeichnis der Testverlage
  • Für was sind die Leistungen in Leistungstests ein Indikator?

    Lösung

    Für eine Fähigkeit (z. B. fluide Intelligenz), eine Fertigkeit (z. B. das Beherrschen der Grundrechenarten) oder für Wissen.
  • Wie wirken sich Übung und Vorbereitung auf die Testleistung aus?

    Lösung

    Sie führen zu einer Verbesserung der Testergebnisse, besonders bei Konzentrationstests. Eventuell ändert sich auch die Validität des Tests, wenn die Probanden geübt sind.
  • Was haben Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit gemeinsam, und wie lassen sie sich voneinander abgrenzen?

    Lösung

    - Gemeinsamkeit: allgemeine Voraussetzung für das Erbringen von Leistungen („allgemeine Leistungstests“)
    - Unterschied: Aufmerksamkeit bezieht sich nur auf die Wahrnehmung (selektives Beachten von Reizen), während Konzentration auch die Weiterverarbeitung der Reize betreffen kann
  • Welche Aufmerksamkeitsfunktionen werden unterschieden, und was versteht man jeweils darunter?

    Lösung

    - _Alertness_: Einfache Reize schnell und zuverlässig beantworten
    - _Fokussierte oder selektive Aufmerksamkeit_: Beachtung eines bestimmten Reizes bzw. einiger weniger Reize innerhalb einer Reizklasse
    - _Geteilte Aufmerksamkeit_: Beachtung von mindestens je einem Reiz aus zwei deutlich verschiedenen Reizklassen
    - _Daueraufmerksamkeit_: Fokussierte oder geteilte Aufmerksamkeit über längere Zeit
    - _Vigilanz_: Beachtung seltener Reize über längere Zeit
    - Zusätzlich _konzentrierte Aufmerksamkeit_: Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit bei selbst gewähltem Arbeitstempo
  • Welche Aufgabentypen kommen bei Konzentrationstests vor? Nennen Sie jeweils ein Testbeispiel.

    Lösung

    - Suchen, verbunden mit Reizdiskrimination (Aufmerksamkeits-und Konzentrationstest d2-R)
    - Rechnen (Revisionstest)
    - Sortieren (Konzentrations-Verlaufs-Test KVT)
    - Transformieren (Zahlen-Symbol-Test)

    Zusätzlich könnte man nennen:

    - Farbe von Farbnamen benennen (Farbe-Wort-Interferenztest nach Stroop)
    - Abschreiben eines Textes und Wiedergabe von Tiernamen aus einer vorgelesenen Tiergeschichte (Testreihe zur Prüfung der Konzentrationsfähigkeit)
  • Wie viele Konzentrationsfaktoren wurden bei einer Faktorisierung verschiedener Tests gefunden?

    Lösung

    Einer – trotz ganz unterschiedlicher Testaufgaben.
  • Welche Kennwerte werden bei Konzentrationstests üblicherweise bestimmt?

    Lösung

    - Reaktionszeit bzw. Arbeitstempo
    - Auslassungsfehler
    - Verwechslungsfehler

    (Statt Auslassungs- und Verwechslungsfehler auch richtig: Fehler bzw. Fehlerrate)
  • Welches Merkmal misst der d2-R?

    Lösung

    - Aufmerksamkeit (genauer: konzentrierte Aufmerksamkeit)
    - Konzentrationsfähigkeit
  • Beschreiben Sie die Aufgabe des Probanden bei der Bearbeitung des d2-R. Wie sind die Durchführungsbedingungen?

    Lösung

    Alle ds durchstreichen, die zwei Striche haben. Der Test wird zeilenweise bearbeitet; für jede der 14 Zeilen stehen 20 Sekunden zur Verfügung.
  • Welche Kennwerte werden beim d2-R bestimmt (dazu liegen auch Normen vor), und wie sind sie definiert?

    Lösung

    - Konzentrationsleistungswert (Anzahl der entdeckten Zielobjekte minus Verwechslungsfehler)
    - Bearbeitete Zielobjekte (Anzahl markierter und übersehener Zielobjekte)
    - Fehlerprozent (Auslassungs- und Verwechslungsfehler, dividiert durch Anzahl bearbeiteter Zielobjekte durch Anzahl bearbeiteter Zielobjekte)
  • Welche zwei Leistungen muss man bei der Bearbeitung des KLT-R (Konzentrations-Leistungs-Test – Revidierte Fassung) erbringen?

    Lösung

    - Rechnen
    - Zwischenergebnisse merken
  • Mit welchen drei Merkmalen (oder Tests) korreliert der KLT-R relativ hoch?

    Lösung

    - Konzentration (Test d2)
    - Rechenfertigkeit (standardisierter Rechentest)
    - Intelligenz (Reasoning-Aufgaben aus dem PSB)
  • Nach welchen drei Merkmalen kann man Intelligenztests einteilen?

    Lösung

    - Messintention (z. B. allgemeine Intelligenz messen)
    - Durchführungsbedingungen (z. B. Einzel- oder Gruppentestung)
    - Zielgruppe (z. B. bestimmter Altersbereich)
  • Welche Merkmale (Formen der Intelligenz) erfassen verschiedene Intelligenztests?

    Lösung

    - Allgemeine Intelligenz
    - Schlussfolgerndes Denken
    - Mehrere Intelligenzkomponenten
    - Fluide Intelligenz
    - Kristallisierte Intelligenz
  • Welche Kennwerte liefert der HAWIK-IV (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder – IV)?

    Lösung

    - Allgemeine Intelligenz
    - Vier Indexwerte: Sprachverständnis, wahrnehmungsgebundenes logisches Denken, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • Für welchen Alters- und welchen Intelligenzbereich wurde der HAWIK-IV entwickelt?

    Lösung

    - Für Kinder und Jugendliche (Alter von 6;0 bis 16;11 Jahren)
    - Sehr breiter Intelligenzbereich (IQ 40–160)
  • Welche zwei gut vergleichbaren Alternativen zum HAWIK-IV gibt es?

    Lösung

    - Kaufman Assessment Battery for Children (K-ABC)
    - Adaptives Intelligenz Diagnosticum 2 (AID 2)
  • Aus welchen zwei Modulen besteht der Intelligenz-Struktur-Test 2000-R, und welche Intelligenzkomponenten werden damit gemessen?

    Lösung

    - Grundmodul: Verbale, numerische und figurale Intelligenz, Merkfähigkeit, Reasoning (schlussfolgerndes Denken)
    - Erweiterungsmodul: Wissen

    Zusätzlich können durch Auspartialisierung des Wissens bzw. von Reasoning die fluide und die kristallisierte Intelligenz geschätzt werden
  • Nennen Sie weitere „breite“ Intelligenztests.

    Lösung

    - Leistungsprüfsystem (LPS)
    - Prüfsystem für Schul- und Bildungsberatung (PSB-R 4-6 und PSB-R 6-13)
    - Wilde-Intelligenz-Test 2 (WIT-2)
    - Berliner Intelligenzstruktur-Test Form 4 (BIS-4)
  • Wie ist der CFT 20-R aufgebaut, und was soll der Test messen?

    Lösung

    - Vier Subtests: Figurenreihen fortsetzen, Figuren klassifizieren, Figurenmatrizen vervollständigen und topologische Schlussfolgerungen.
    - Der Test dient der sprachfreien Messung der fluiden Intelligenz. (Zusätzlich Wortschatztest und Zahlenfolgentest zur kristallisierten Intelligenz.)
  • Nach welchem Modell der kognitiven Fähigkeiten lassen sich sowohl konventionelle Intelligenz- als auch spezielle Fähigkeitstests einordnen?

    Lösung

    Nach dem Modell von Carroll.
  • Welche Art von Aufgaben verwendet der Test zur Praktischen Alltagsintelligenz (PAI30), und wie werden die Antworten dort ausgewertet?

    Lösung

    Jede Aufgabe besteht aus einem Alltagsproblem (meist technischer Art), das in den meisten Fällen durch ein Foto oder eine Skizze veranschaulicht wird und zu dem der Proband eine Lösung finden soll. Die Antwort wird im Antwortheft entweder durch Ankreuzen einer Antwortalternative oder durch freie, stichwortartige Beschreibung der Lösung eingetragen. Zu den freien Antworten werden im Manual richtige Antworten genannt (manchmal sind mehrere Lösungen richtig) und erklärt. Der Auswerter bewertet die Antwort des Probanden.
  • Beschreiben Sie den Aufbau und die Aufgaben der Griffiths Entwicklungsskalen zur Beurteilung der Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren (GES).

    Lösung

    Die GES besteht aus 208 Aufgaben zu den Bereichen Motorik, sozialer Kontakt, Hören und Sprechen, Auge-Hand-Koordination und kognitive Entwicklung (jeweils eine Skala). Für die Aufgaben wird zum Teil standardisiertes Testmaterial (z. B. Schachtel mit zwölf Spielsachen) verwendet. Der Testleiter beobachtet, ob das Kind eine bestimmte Leistung erbringt (z. B. reagiert, wenn es gerufen wird).
  • Für welchen Altersbereich ist der Wiener Entwicklungstest vorgesehen, und welche Merkmale erfasst er?

    Lösung

    Für Vorschulkinder (von 3;0 bis 5;11 Jahren). Der Test soll den Entwicklungsstand in sechs Funktionsbereichen (Motorik, visuelle Wahrnehmung/Visumotorik, Lernen und Gedächtnis, kognitive Entwicklung, Sprache, sozial-emotionale Entwicklung) überprüfen.
  • Welche Zielsetzung ist mit Einschulungs- und mit Schulleistungstests verbunden, und wie funktionieren diese Tests (z. B. exemplarische Beschreibung einer Aufgabe)?

    Lösung

    Schuleingangstests sollen die Schulreife überprüfen. Sie enthalten z. B. Aufgaben zur Visuomotorik (Gestalt-Rekonstruktion, Gestalt-Reproduktion: Nachmalen von Formen).

    Schulleistungstests sollen den Leistungsstand einzelner Schüler oder ganzer Schulklassen in den Fächern Deutsch, Mathematik oder weiteren Schulfächern feststellen. Sie sind ähnlich aufgebaut wie konventionelle Klassenarbeiten. Die überregionalen Eichstichproben (Schülern aus vielen oder aller Bundesländern) erlauben einen Leistungsvergleich mit einer repräsentativen Stichprobe.
  • Welche Vor- und Nachteile haben Persönlichkeitsfragebögen?

    Lösung

    - Vorteile:
    - Für viele Persönlichkeitsmerkmale verfügbar
    - Auch für andere Menschen nicht Beobachtbares kann erfasst werden
    - Mittels Normen ist der Vergleich mit anderen Menschen möglich
    - Ökonomisch
    - Nachteile:
    - Selbsteinsicht nötig
    - Anfällig für Selbsttäuschung
    - Verfälschbar
  • Wie kann man Täuschung in Persönlichkeitsfragebögen eventuell verhindern und wie kontrollieren (erkennen)?

    Lösung

    Verhinderung:

    - In der Instruktion darauf hinweisen, dass man ehrlich antworten soll
    - Forced-choice-Antwortformat
    - (Eine Verkürzung der Antwortzeit ist nicht effektiv)

    Erkennen durch Kontrollskalen zu Selbsttäuschung und „impression management“.
  • Was ist bei der Validierung von Persönlichkeitsfragebögen an Kriterien des beruflichen Erfolgs zu beachten?

    Lösung

    Studien-, Ausbildungs- und Berufserfolg. Metaanalysen verwenden zu globale Kriterien; die mittleren Koeffizienten ragen Metaanalysen zufolge kaum über .30 hinaus. Werden den Persönlichkeitsmerkmalen analoge Kriterien im Beruf gegenübergestellt, sind die Validitätskoeffizienten deutlich höher, meist im Bereich zwischen .30 bis .40 (z. B. bei Hogan & Holland, 2003).
  • Wie wurden die Items des Minnesota-Multiphasic-Personality-Inventory-2 (MMPI-2) ausgewählt?

    Lösung

    Externale Konstruktion: Gruppen von klinisch auffälligen Personen, die von Psychiatern als Schizophrene, Hysteriker, Hypochonder usw. diagnostiziert worden waren, bearbeiteten die Items ebenso wie „unauffällig-normale“ Kontrollpersonen. Items, die eine klinische Gruppe von den Gesunden trennten, wurden zu einer Skala zusammengefasst.
  • Wozu dient die K-Skala des MMPI, und wie wird sie angewandt?

    Lösung

    Es handelt sich um eine Korrekturskala, die mangelnde Offenheit des Probanden erfassen soll. Bei der sog. K-Korrektur wird der Rohwert einer Basisskala „hochgerechnet“: Der Punktwert der K-Skala wird mit einem angegebenen Faktor, z. B. 0,4, multipliziert. Der resultierende Korrekturwert wird zum Rohwert der Basisskala addiert.
  • Nach welchem Prinzip wurden die Skalen des Freiburger Persönlichkeitsinventars FPI-R zusammengestellt?

    Lösung

    Es handelt sich um eine pragmatische Auswahl; ausschlaggebend waren Interessen der Autoren an bestimmten Dimensionen des Verhaltens. Lediglich die Skalen Extraversion und Neurotizismus wurden aufgenommen, weil sie in einer Persönlichkeitstheorie eine herausragende Bedeutung hatten. Die Skalenkonstruktion geschah dann deduktiv.
  • Welche Erkenntnisse ergeben sich aus einer Simultanfaktorisierung mehrerer Testsysteme (neben dem FPI-R u. a. das NEO-Fünf-Faktoren-Inventar) für die Skalen des FPI-R?

    Lösung

    Die Ergebnisse sprechen für eine große Bandbreite des FPI-R. Vier der fünf Big-Five-Faktoren werden abgedeckt (Neurotizismus: Lebenszufriedenheit, Erregbarkeit, Beanspruchung und körperliche Beschwerden; Extraversion: niedrige Gehemmtheit; Verträglichkeit: soziale Orientierung und niedrige Aggressivität; Gewissenhaftigkeit: Leistungsorientierung). Offenheit für Erfahrung wird mit dem FPI-R nicht erfasst.
  • Wie wurde beim 16 PF-R überprüft, ob die 16 Skalen eigene Faktoren repräsentieren?

    Lösung

    Aus den 16 Primärskalen wurden durch zufällige Aufteilung ihrer Items 32 „Halbskalen“ erzeugt. Die 16er-Struktur sollte damit „bewiesen“ werden, dass diese Halbskalen bei einer Faktorisierung 16 Faktoren bilden.
  • Wie ist das NEO-PI-R strukturell aufgebaut?

    Lösung

    Das NEO-PI-R besteht aus 30 Subskalen (Facetten) und fünf Hauptskalen, die die fünf globalen Persönlichkeitsdimensionen erfassen. Zu jeder Persönlichkeitsdimension wurden sechs Teilskalen gebildet.
  • Für welche Anwendungen wurde das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP) entwickelt, und welche Art von Merkmalen soll es erfassen?

    Lösung

    Das BIP wurde für die berufliche Eignungsdiagnostik (Personalauswahl, für Platzierungsentscheidungen, aber auch für Training, Coaching und Beratung) entwickelt und kann in einer Selbst- und einer Fremdbeurteilungsversion eingesetzt werden. Es soll 14 berufsrelevante Dimensionen der Persönlichkeit erfassen. Die 14 Skalen betreffen die berufliche Orientierung, das Arbeitsverhalten, soziale Kompetenzen und die psychische Konstitution.
  • Was soll mit dem Stressverarbeitungsfragebogen SVF gemessen werden, und wie viele Skalen hat der SVF 120?

    Lösung

    Der SVF soll die Art und Weise, wie Menschen mit Stress umgehen und wie sie ihn bewältigen, genau erfassen. Dabei wird zwischen verschiedenen positiven, stressreduzierenden und negativen, stressvermehrenden Strategien unterschieden. Der SVF 120 hat 20 Skalen.
  • Welche Gemeinsamkeiten haben Fragebögen zur Zustandsmessung (Befinden) mit denen zur Persönlichkeit, und worin unterscheiden sie sich?

    Lösung

    Gemeinsamkeiten:

    - Selbstbeurteilung durch Ankreuzen von Items
    - Fremdbeurteilungsvarianten sind möglich
    - Die Durchführungs- und Auswertungsobjektivität wird durch Standardisierungsmaßnahmen gewährleist
    - Wenn mehrere Items pro Merkmal vorliegen, kann die interne Konsistenz der Skala bestimmt werden

    Unterschiede:

    - Zur Schätzung der Reliabilität von Zustandsmaßen ist die Retest-Methode ungeeignet
    - Bei Zustandsmaßen wird eine hohe Änderungssensitivität erwartet
    - Normen sind für Zustandsmaße in der Regel nicht sinnvoll, weil das momentane Befinden von der jeweiligen Situation abhängt
  • Wie ist das State-Trait-Angst-Inventar (STAI) aufgebaut, und was soll es messen?

    Lösung

    Das STAI besteht aus zwei Skalen. Die separaten Skalen sollen Angst als Zustand und als Eigenschaft messen.
  • Wie ist die Eigenschaftswörterliste EWL aufgebaut, und was soll damit gemessen werden? Nennen Sie auch Skalenbeispiele.

    Lösung

    Bei der EWL handelt es sich um ein mehrdimensionales Verfahren zur quantitativen Beschreibung des aktuellen Befindens. Sie zielt auf die Erfassung von sechs Befindlichkeitsbereichen (z. B. leistungsbezogene Aktivität), von denen jeder durch mehrere Skalen (insgesamt sind es 15) abgedeckt wird. Skalenbeispiele: Aktiviertheit, Konzentriertheit, Müdigkeit, gehobene Stimmung, Ärger, Ängstlichkeit.
  • Für welche Zwecke wurde der EXPLORIX entwickelt, und welche Theorie liegt dem Verfahren zugrunde?

    Lösung

    Der EXPLORIX wurde zur Unterstützung bei der Berufswahl und der Laufbahnplanung entwickelt. Theoretischer Hintergrund ist die Berufswahltheorie von John Holland, der zufolge sich sechs berufsbezogene Interessen- bzw. Persönlichkeitstypen (z. B. Realistic, Investigative) unterscheiden lassen.
  • Welche Theorie bzw. welches Modell liegt dem Leistungsmotivationsinventar (LMI) zugrunde? Beschreiben Sie den Aufbau des LMI.

    Lösung

    Die Autoren betrachten Leistungsmotivation als ein breites Konzept ohne scharfe Grenzen („Zwiebelmodell“). Einige Merkmale wie Beharrlichkeit und Erfolgshoffnung sind zentral für die Leistungsmotivation, andere wie Selbstständigkeit und Statusorientierung liegen in der Peripherie („Randfacetten“). Merkmale wie etwa Selbstvertrauen und Kontrollüberzeugung sind der Leistungsmotivation zumindest theoretisch verbunden. Merkmale wie Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus üben als „Hintergrundmerkmale“ einen Einfluss auf die Leistungsmotivation aus. Das LMI hat 17 Skalen; außerdem existiert eine Kurzskala, die nur einen Kennwert der Leistungsmotivation liefert.
  • Welche Vorteile bieten nichtsprachliche Persönlichkeitstests gegenüber konventionellen Persönlichkeitsfragebögen?

    Lösung

    Mit nichtsprachlichen Tests soll die Abhängigkeit vom Sprachverstehen reduziert werden.
  • Wie funktionieren Situational Judgment Tests?

    Lösung

    In Situational Judgment Tests zeigt man Situationen per Video und fragt die Testperson, wie sie sich verhalten würde.
  • Wie stark sind nichtsprachliche Persönlichkeitstests verfälschbar?

    Lösung

    Die Items sind durchschaubar; diese Tests können ähnlich leicht verfälscht werden wie konventionelle Persönlichkeitsfragebögen.
  • Was versteht man unter objektiven Persönlichkeitstests?

    Lösung

    Objektive Tests (T-Daten) zur Messung der Persönlichkeit und Motivation sind Verfahren, die unmittelbar das Verhalten eines Individuums in einer standardisierten Situation erfassen, ohne dass dieses sich in der Regel selbst beurteilen muss.
  • Nennen Sie drei Beispiele für objektive Persönlichkeitstests.

    Lösung

    - Objektive Testbatterie OA-TB75
    - Arbeitshaltungen
    - Objektiver Leistungsmotivations Test OLMT
  • Welche drei Gemeinsamkeiten weisen projektive Tests mit objektiven Persönlichkeitstests auf?

    Lösung

    - Kein Selbstbericht
    - Verhalten wird in standardisierter Testsituation erfasst
    - Test ist weitgehend undurchschaubar
  • Nennen Sie die drei Merkmale des klassischen Projektionsbegriffs.

    Lösung

    - Projektion besteht darin, dass man anderen Menschen Eigenschaften, Gefühle, Wünsche unterstellt, die man selbst hat, aber verleugnet.
    - Projektion ist ein unbewusster Vorgang.
    - Es handelt sich um einen Abwehrmechanismus.
  • Was versteht man in einer verallgemeinerten Version unter Projektion, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Testmaterial?

    Lösung

    Eigene Interessen, Gewohnheiten, Zustände, Wünsche, etc. wirken sich auf die Wahrnehmung bzw. Interpretation von mehrdeutigem Material aus. Als Testmaterial sind mehrdeutige Reize mit einem spezifischen Aufforderungscharakter geeignet.
  • Nennen Sie Kategorien, in die man projektive Tests unterteilen kann. Nennen Sie jeweils ein Verfahren als Beispiel.

    Lösung

    - Formdeuteverfahren (Beispiel: Rorschach-Test)
    - Zeichnerische und Gestaltungsverfahren (Beispiel: Familie in Tieren)
    - Verbal-thematische Verfahren (Beispiel: TAT)

    Alternativ (auch richtig):

    - Konstruktion (Beispiel: TAT)
    - Ergänzen (Beispiel: Rosenzweig Picture Frustration Test)
    - Anordnung/Selektion (Beispiel: Szondi-Test)
    - Ausdruck (Beispiel: Analyse der Handschrift)
  • Wodurch unterscheiden sich semiprojektive von projektiven Tests?

    Lösung

    Bei semiprojektiven Tests werden die Antworten auf mehrdeutige Reize hoch standardisiert erfasst und ausgewertet.
  • Als was wurde der Rorschach-Test ursprünglich entwickelt?

    Lösung

    Als wahrnehmungsdiagnostisches Experiment (Verfahren).
  • Nach welchen vier Aspekten wird der Rorschach-Test in der klassischen Variante ausgewertet?

    Lösung

    - Erfassungsmodus (Ganz- oder Detaildeutung)
    - Determinanten (Form, Farbe, Bewegung)
    - Inhalt (z. B. Tier, Mensch, Anatomie)
    - Grad der Originalität (z. B. „Vulgärantwort“)
  • Wie gut ist der Rorschach-Test geeignet, um psychiatrische Störungen zu erkennen?

    Lösung

    Eher schlecht; das MMPI ist einer Metaanalyse zufolge diesbezüglich besser.
  • Wie wird der TAT durchgeführt (Testmaterial, Instruktion)?

    Lösung

    Eine Auswahl von Bildtafeln wird verwendet. Der Proband soll zu jedem Bild eine möglichst dramatische Geschichte erzählen (und dabei beantworten: Was führte zu der gezeigten Situation? Was geschieht gerade? Was fühlen und denken die Personen? Wie geht die Geschichte aus?).
  • Was soll mit dem TAT gemessen werden?

    Lösung

    Motive („needs“) und Zwänge/Einflüsse der Umwelt („presses“).
  • Welche Ergebnisse brachte eine Metaanalyse zur Validität des TAT im Kontext von Leistungsmotivation (Spangler, 1992)? Warum sind die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen?

    Lösung

    - Sehr niedrige Korrelation mit Fragebögen (r = .09).
    - Höhere Korrelation mit harten Erfolgskriterien als Fragebögen (r = .22 vs. .13).
    - Problematisch: TAT-Kennwert ist mit verbaler Produktivität und Intelligenz konfundiert. Verbale Produktivität (Länge der Geschichten) und Intelligenz wurden in der Metaanalyse nicht kontrolliert.
  • Wie wird der Test „Familie in Tieren“ durchgeführt, und wie ist dessen psychometrische Qualität zu bewerten?

    Lösung

    Das Kind soll seine Familie als Tiere malen. Die psychometrische Qualität ist völlig unzulänglich.
  • Worin unterscheiden sich freie und systematische Verhaltensbeobachtung?

    Lösung

    - Freie: Beobachter entscheidet, was er beobachtet; keine Vorgaben
    - Systematische: Beobachter erhält Vorgaben, worauf er zu achten und wie er das Beobachtete zu protokollieren hat
  • Nach welchen sechs Aspekten kann Verhaltensbeobachtung näher charakterisiert werden?

    Lösung

    - Frei oder systematisch (gebunden)
    - Direkt oder indirekt (anhand von Aufzeichnungen)
    - In natürlicher Umgebung („im Feld“) oder in einer Situation, die vom Beobachter geschaffen wurde
    - Verdeckt oder offen
    - Wenn offen, dann teilnehmend oder nicht teilnehmend
    - Selbst- oder Fremdbeobachtung
  • Was ist beim Einsatz einer verdeckten Beobachtung zu beachten?

    Lösung

    - Zustimmung der beteiligten Personen(en) soll aus ethischen Gründen vorliegen
    - Person gewöhnt sich mit der Zeit an Kamera und verhält sich dann wie gewöhnlich
    - Reaktivität ist geringer als wenn Beobachter anwesend ist
  • Welche Vorteile bieten Handheld-Computer gegenüber der Verwendung von Verhaltensprotokollen in Papierform?

    Lösung

    - Flexible Gestaltung der Eingabemodalitäten
    - Automatische Alarm- und Erinnerungsfunktion
    - Zuverlässiges zeitliches Protokoll der Eingaben (einschließlich der Antwortlatenzen)
    - Unzugänglichkeit der vorausgegangenen Antworten
    - Keine nachträglichen Änderungen der Eingaben möglich
    - Vermeidung von Retrospektionseffekten
    - Automatische Datensicherung
    - Auslesen der Daten für statistische Weiterverarbeitung
  • Was bedeuten Selektion, Segmentierung und Quantifizierung?

    Lösung

    - Selektion: Vieles ist nicht wichtig und wird daher nicht beachtet.
    - Segmentierung: Was schließlich im Verhaltensstrom als relevant entdeckt wird, wird voneinander abgegrenzt und nach seiner vermuteten Bedeutung benannt.
    - Quantifizierung: Aussagen über die Intensität, Dauer oder Häufigkeit von Verhaltensweisen.
  • Was bedeuten Time- und Event-sampling?

    Lösung

    - Time-sampling: Zeitabschnitte von beispielsweise zehn Sekunden werden festgelegt; tritt eine Verhaltensweise in dem Zeitfenster auf, wird dies durch einen Strich in der Liste registriert. Das Verhalten wird durch die Anzahl der Zeitfenster operationalisiert, in denen das Verhalten vorkam.
    - Event-sampling: Die Dauer des Verhaltens wird exakt gemessen (in der Regel anhand einer Videoaufnahme).
  • Wodurch zeichnet sich ein Kategoriensystem aus?

    Lösung

    Alle relevanten Verhaltensweisen werden einer Kategorie zugeordnet; die Kategorien müssen das Verhalten vollständig abdecken und müssen klar definiert und voneinander abgrenzbar sein.
  • Nennen Sie ein Beispiel für ein Kategoriensystem, und geben Sie an, was damit erfasst werden soll.

    Lösung

    - Interaktionsprozessanalyse (Bales, 1975)
    - Erfasst wird das Interaktionsverhalten in Kleingruppen.
  • Worin unterscheidet sich die Verhaltensbeurteilung von der Verhaltensbeobachtung?

    Lösung

    Bei der Verhaltensbeurteilung nimmt der Beobachter selbst Schlussfolgerungen über die Ausprägung eines Merkmals vor, während er sich bei der Verhaltensbeobachtung auf die neutrale Registrierung/Beschreibung von Verhaltensweisen beschränkt. Die Ausprägung des Merkmals wird später (eventuell von anderen) anhand der Beobachtungsprotokolle ermittelt.
  • Beschreiben Sie mithilfe des Brunswikschen Linsen-Modells die Entstehung einer Verhaltensbeurteilung.

    Lösung

    Die beobachtete Person sendet Hinweisreize aus. Diese nimmt der Beobachter wahr, wobei er die objektiv vorhandenen Verhaltensweisen auf seine Weise kodiert. Die Gesamtheit der Hinweisreize wird zu einem Urteil verarbeitet: Der Beobachter schreibt dem Sender nun eine Eigenschaft oder einen Zustand zu.
  • Mit welchen statistischen Verfahren wird die Übereinstimmung zwischen Beobachtern und Beurteilern berechnet?

    Lösung

    Cohens Kappa; bei intervallskalierten Variablen Intra-Klassen-Korrelation
  • Nennen Sie wichtige Fehler, die bei der Verhaltensbeobachtung und -beurteilung auftreten können.

    Lösung

    - Haloeffekt
    - Logischer Fehler
    - Primacy- und Recency-Effekt
    - Beobachterdrift
    - Reaktivität
    - Antworttendenzen (Milde-/Strengefehler, zentrale Tendenz, Tendenz zu Extremurteilen)
  • Was versteht man unter Anamnese und unter Exploration?

    Lösung

    - Anamnese: gesprächsweise Erkundung der Vorgeschichte einer Erkrankung oder Störung
    - Exploration: Erkundung des subjektiven Lebensraums eines Probanden
  • Was bedeutet eine standardisierte Auswertung?

    Lösung

    Die Antworten werden nach festen Regeln verwertet. Meist muss der Interviewer entscheiden, in welche der vorgegebenen Kategorien die Antwort passt. Auch wie die Antworten verrechnet werden, wird vorab festgelegt.
  • Wann bietet sich der Einsatz standardisierter Interviews besonders an?

    Lösung

    Wenn sich eine Fragestellung oft wiederholt und wenn die Ergebnisse mit denen anderer Probanden verglichen werden sollen.
  • Was wird mit dem Strukturierten Klinischen Interview für DSM-IV SKID-II erfasst, und wie ist es aufgebaut?

    Lösung

    Das SKID-II dient der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen. Die Klienten bearbeiten zunächst einen Fragebogen, in dem (von wenigen Ausnahmen abgesehen) die gleichen Symptome abgefragt werden wie im Interview. Der klinische Diagnostiker stellt im Interview nur Fragen zu den Symptomen, die der Klient im Fragebogen angekreuzt hat. Hinzu kommen 14 Fragen zu eventuell begangenen Straftaten oder antisozialen Verhaltensweisen, die im Fragebogen nicht enthalten sind.
  • Von welchen Faktoren hängt die Auswerterübereinstimmung beim klinischen Interview SKID-I und SKID-II ab, und wie hoch sind die Kappa-Koeffizienten etwa?

    Lösung

    Die Auswerterübereinstimmung hängt von den Diagnosen ab; außerdem ist die Übereinstimmung bei Störungen auf Achse I höher als auf Achse II (Persönlichkeitsstörungen). Beim SKID-II liegt etwa ein Drittel der Werte im Bereich von .70 bis .80; der Rest liegt jeweils etwa zur Hälfte darüber bzw. darunter. Beim SKID-I sind Werte unter .70 seltener (17 %); die meisten Werte verteilen sich etwa gleich auf die Bereiche .70 bis .80 und über .80.
  • Warum ist es problematisch, Kappa-Koeffizienten über .70 für die Übereinstimmung zweier Interviewer als gute Übereinstimmung zu interpretieren?

    Lösung

    Die beiden Interviewer stimmen in einem erheblichen Teil der Fälle nicht überein; ob ein Klient als gesund oder gestört diagnostiziert wird, hängt damit erheblich vom Interviewer ab.
  • Was versteht man unter dem „Multimodalen Einstellungsinterview“?

    Lösung

    Konzept zum Aufbau von Einstellungsgesprächen mit acht Gesprächsabschnitten (Gesprächsbeginn, Selbstvorstellung des Bewerbers, Berufsinteressen und Berufswahl, freies Gespräch, biografiebezogene Fragen, realistische Tätigkeitsinformation, situative Fragen, Gesprächsabschluss) und Vorschlägen zur Gestaltung und Auswertung.
  • Welches sind die wichtigsten Ergebnisse aus Metaanalysen zur Kriteriumsvalidität von Eignungsinterviews?

    Lösung

    - Standardisierte/strukturierte Interviews haben eine relativ hohe Validität bei der Vorhersage von Berufserfolg; sie sind bei der Vorhersage von Berufserfolg unstrukturierten Interviews überlegen.
    - Interviews sind wenig valide zur Vorhersage von Studienerfolg.
    - Mit biografischen Fragen erreicht man eine höhere Validität als mit situativen.
    - Speziell bei der Vorhersage von Berufserfolg haben strukturierte Interviews eine gute inkrementelle Validität gegenüber Intelligenztests.
  • Von welchen Faktoren hängt die Beurteilung im Eignungsinterview ab? Welche Rolle spielt die Art des Interviews dabei?

    Lösung

    Das äußere Erscheinungsbild, „impression management“ sowie verbales und nonverbales Verhalten des Interviewten wirken sich erheblich auf die Beurteilung aus; der Effekt ist bei unstrukturierten Interviews deutlich größer als bei strukturierten.
  • Welche drei Phasen unterscheiden Westhoff und Kluck (2008) bei der Grobstruktur eines Interviews?

    Lösung

    Eröffnung, Informationserhebungs- und Abschlussphase
  • Welche Vorteile hat man, wenn man einen Leitfaden ausformuliert?

    Lösung

    - Entlastung für den Interviewer während des Gesprächs
    - Hohe Standardisierung des Interviews
    - Hilfestellung für die Auswertung
  • Nennen Sie Maßnahmen, um den Interviewten zum Reden zu motivieren.

    Lösung

    - Vorab über Ziele und Fragestellung sowie über den Ablauf des Gesprächs informieren
    - Angemessene Fragen stellen
    - Aktives Zuhören
    - Notfalls Antwortalternativen vorgeben
  • Woran kann man erkennen, dass der Klient bei einem Thema oder dem ganzen Interview Widerstand leistet?

    Lösung

    - Verspätetes Erscheinen zum Interview
    - Nonverbale Anzeichen dafür, dass das Thema unangenehm ist (gähnen, erröten, auf die Uhr schauen, Blickkontakt meiden, schweigen)
    - Verbales Vermeidungsverhalten („sich nicht erinnern können“, Thema wechseln, unpräzise Angaben, Auslassungen)
  • Nennen Sie Strategien zum adäquaten Umgang mit Widerstand.

    Lösung

    - Ursachen erkennen und abstellen
    - Verständnis zeigen
    - Abwarten
    - Fragen umformulieren
    - Gefühle ansprechen
    - Fragen begründen
    - Konfrontation
  • Wie kann man intervenieren, wenn der Klient vom Thema abschweift?

    Lösung

    - Auf die Ausgangsfrage zurückkommen
    - Äußerungen des Probanden für Überleitung auf die eigentliche Frage nutzen
    - Vermehrt geschlossene Fragen stellen
    - Paraphrasieren, dabei das Wichtige aufgreifen
    - Nonverbale Signale geben, dass die Äußerungen nicht wichtig sind
    - Mit dem Anfertigen von Notizen aufhören
    - Verstärker (Nicken, „hm“, etc.) aussetzen
    - Nonverbale Verstärker bei angemessenen Antworten
  • Welche drei Untersuchungsansätze zur Interaktionsdiagnostik nennt Fiedler (2001)?

    Lösung

    - Kognizierte interpersonelle Merkmale einer oder mehrerer Personen
    - Interaktionelle Merkmale mehrerer Personen
    - Interpersonelle Eigenschaften einer Person
  • Welche fünf Dimensionen werden mit dem Gießen-Test erfasst?

    Lösung

    - „Soziale Resonanz“ (negativ sozial resonant – positiv sozial resonant)
    - „Dominanz“ (dominant – gefügig)
    - „Kontrolle“ (unkontrolliert – zwanghaft)
    - „Grundstimmung“ (hypomanisch – depressiv)
    - „Durchlässigkeit“ (durchlässig – retentiv)
  • Wozu dient der Gießen-Test in der Paardiagnostik vor allem?

    Lösung

    Vergleich von Selbst- und Fremdbild beider Partner
  • Aus welchen drei Fragebögen setzt sich das Verfahren „Fragebogen zur Partnerschaftsdiagnostik“ zusammen?

    Lösung

    - Partnerschaftsfragebogen (PFB) zur Bestimmung der partnerschaftlichen oder Ehequalität
    - Problemliste (PL) zur Erfassung der wesentlichen Konfliktbereiche und Änderungswünsche in der Partnerschaft
    - Halbstandardisierter Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft (FLP)
  • Was soll mit dem Partnerschaftsfragebogen (PFB) gemessen werden, und wie wird dazu vorgegangen (Art der Items)?

    Lösung

    - Gemessen werden soll die Ehequalität.
    - Die Items bestehen aus Aussagen über den Partner (Fremdbeurteilungen).
  • Wo setzt Familiendiagnostik nach Schneewind (2010) im Rahmen einer Intervention/Behandlung ein?

    Lösung

    - Ist-Zustand vor der Intervention
    - Begleitung der Interventionsmaßnahmen
    - Erfolgskontrolle am Ende der Intervention
    - Katamnese zu einem späteren Zeitpunkt
  • Wie sind die Familienklimaskalen von Schneewind (1987; 2008) aufgebaut (wie viele Skalen und Sekundärfaktoren)? Nennen Sie die Sekundärfaktoren.

    Lösung

    10 Skalen, 3 Sekundärfaktoren („Positiv-emotionales Klima“, „Anregendes Klima“, „Normativ-autoritäres Klima“)
  • Was soll mit dem Teamklima-Inventar gemessen werden, und wie ist es aufgebaut? Nennen Sie auch ein Beispiel für eine der Hauptskalen.

    Lösung

    - Messgegenstand: Klima für Innovation und Leistung in Arbeitsgruppen
    - Aufbau: 4 Dimensionen, die mit 13 Skalen erfasst werden
    - Hauptskalen: Vision, Aufgabenorientierung, partizipative Sicherheit, Unterstützung für Innovation
  • Nennen Sie zentrale Anforderungen der International Test Commission an eine ethisch korrekte Testanwendung.

    Lösung

    - Professionell und ethisch korrekt handeln
    - Fachkompetenz für die Testanwendung sicherstellen
    - Verantwortung für die Anwendung von Tests übernehmen
    - Sichere Verwahrung des Testmaterials gewährleisten
    - Vertrauliche Behandlung von Testergebnissen gewährleisten
  • Bei der Auswahl eines diagnostischen Verfahrens ist zu prüfen, ob es auch für die zu untersuchende Person angemessen ist. Welche Aspekte sind dabei zu beachten?

    Lösung

    - Ist das Verfahren für Personen dieses Alters, dieses Geschlechts, dieser Bildung geeignet?
    - Liegt eine Behinderung oder eine andere Einschränkung vor?
    - Hat die Person das Verfahren schon einmal durchgeführt?
    - Besteht die Gefahr, dass die Person das Verfahren verfälscht?
  • Im Rahmen von Eignungsdiagnostik werden internetbasierte Leistungs- und Persönlichkeitstests eingesetzt. Welche zwei Varianten sind dabei zu unterscheiden, und welche Ziele werden damit jeweils verfolgt?

    Lösung

    - Self-Assessment (soll Selbstselektion anregen)
    - Vorauswahl von Bewerbern (soll möglichst viele ungeeignete Bewerber im Vorfeld ausschließen)
  • Nennen Sie Vor- und Nachteile von Gruppenuntersuchungen (in Abgrenzung zu Einzeluntersuchungen).

    Lösung

    - Vorteil:
    - Geringerer Zeitaufwand für Testleiter
    - Nachteile:
    - Verhaltensbeobachtung schwerer möglich
    - Gefahr des Abschreibens
    - Bei Power-Tests unterschiedlich lange Bearbeitungszeit der Probanden
  • Warum sollte man Probanden vor Beginn über wichtige Aspekte der Untersuchung aufklären?

    Lösung

    - Aus ethischen Gründen (Prinzip der informierten Einwilligung)
    - Untersuchung wird dann eher als fair wahrgenommen
    - Die Testangst der Teilnehmer kann damit reduziert werden
    - Bei Gruppenuntersuchungen Vermeidung störender Zwischenfragen während der Untersuchung
    - Bei Personalauswahl positivere Beurteilung des Unternehmen durch Probanden
  • Welche Möglichkeiten der Testauswertung gibt es?

    Lösung

    - Computergestützte Testdurchführung und -auswertung
    - Manuelle Auswertung (meist mit Schablonen)
    - Verwendung eines Testauswertungsprogramms (Eingabe der Daten nötig)
    - Testauswerteservice von Testverlagen (soweit verfügbar)
  • Welche vier Kernelemente sollte die Mitteilung eines Testergebnisses an Laien enthalten?

    Lösung

    - Merkmal benennen
    - Ausprägung des beobachteten Wertes einordnen
    - Referenzgruppe nennen
    - Konfidenzintervall
  • Aus welchen Gründen kann sich ein Testwert bei erneuter Durchführung des Verfahrens ändern?

    Lösung

    - Das Merkmal hat sich verändert
    - Messfehler (geringe Reliabilität von Differenzwerten)
    - Regression zur Mitte bei extremen Werten
    - Übungsgewinn
    - Veränderung von Merkmalen des Probanden, die sich auf die Testleistung auswirken (z. B. Motivation)
  • Von welcher Zielsetzung war der diagnostische Prozess früher geleitet und wie ist es heute?

    Lösung

    - Früher: Erstellung eines umfassenden Persönlichkeitsbilds
    - Heute: Gezielte Beantwortung einer Fragestellung
  • Aus welchen Gründen sollte ein Diagnostiker einen Auftrag ablehnen?

    Lösung

    - Fehlende eigene Sachkunde
    - Der Auftrag ist mit dem eigenen Gewissen oder mit gesetzlichen Vorschriften nicht vereinbar
    - Fehlende Neutralität des Diagnostikers
    - Der Erkenntnisgewinn für den Auftraggeber ist voraussichtlich zu gering
  • Was bedeutet „hypothesengeleitetes Vorgehen“ im Rahmen des diagnostischen Prozesses?

    Lösung

    Eine komplexe Fragestellung kann nicht direkt beantwortet werden. Der Diagnostiker wird „psychologische Fragen“ formulieren, deren Beantwortung er als erforderlich zur Lösung des in der Fragestellung formulierten Problems ansieht. Dazu knüpft er an den individuellen Fall an, nutzt aber auch allgemein gültige, wissenschaftliche und andere Erkenntnisse.
  • Wie ist der Begriff „diagnostisches Urteil“ definiert?

    Lösung

    Als diagnostisches Urteil wird die Beantwortung einer Fragestellung unter Verwendung von bereits vorliegenden diagnostischen Informationen bezeichnet.
  • Worin unterscheiden sich mechanische (statistische) und klinische Urteilsbildung?

    Lösung

    - Bei der mechanischen Urteilsbildung werden vorliegende diagnostische Informationen nach einem festgelegten Modell (Formel) in ein Urteil überführt (statistisch: Modell ist explizit statistisch begründet).
    - Bei der klinischen Urteilsbildung nimmt ein Mensch (Kliniker) die Integration der vorliegenden diagnostischen Informationen zu einem Urteil vor; er ist dabei frei in der Nutzung und Gewichtung der Informationen.
  • Was ist der „Goldberg-Index“?

    Lösung

    Beispiel für ein mechanisches Urteilsmodell von Goldberg (1965). Fünf Skalenwerte (T-Werte) des MMPI werden nach der Formel L+Pa+Sc–Hy–Pt verrechnet. Liegt der Index über 45, gilt der Patient als psychotisch.
  • Zu welchem Ergebnis gelangen die Metaanalysen zum Vergleich von klinischer und mechanischer (statistischer) Urteilsbildung?

    Lösung

    Die mechanische/statistische Urteilsbildung ist der klinischen im Durchschnitt überlegen. Die Effektstärke ist jedoch eher klein (.09 bei Grove et al., 2000 bzw. .12 bei AEgisdottir et al., 2006). In beiden Metaanalysen wurden zudem einige Moderatorvariablen gefunden, von denen die Größe der Effektstärke abhängt.
  • Nennen Sie Vor- und Nachteile der klinischen Urteilsbildung.

    Lösung

    - Vorteile:
    - Alternativlos beim Fehlen statischer Urteilsmodelle (insbes. bei geringen Fallzahlen)
    - Kliniker kann seltene, aber bedeutsame Informationen berücksichtigen, die in keiner Formel vorkommen
    - Nachteile:
    - Fehleranfällig
    - Im Durchschnitt schlechter als statistische Urteilsbildung
  • Welches Problem kann bei der Anwendung komplexer statistischer Urteilsmodelle (z. B. Künstliche Neuronale Netze) entstehen?

    Lösung

    Die Modelle sind u. U. bei der Anwendung unter leicht veränderten Umständen (z. B. neue Kohorte) nicht hinreichend stabil – mit der Folge eines Validitätsverlusts.
  • In welcher Beziehung stehen diagnostischer Prozess und Gutachten?

    Lösung

    Das Gutachten dokumentiert den diagnostischen Prozess.
  • Nennen Sie die obligatorischen Hauptgliederungspunkte eines diagnostischen Gutachtens.

    Lösung

    - Titelseite mit diversen Angaben
    - Untersuchungsanlass
    - Fragestellung
    - Psychologische Fragen (oder „Unterfragen“)
    - Untersuchungsmethoden
    - Untersuchungsergebnisse
    - Interpretation der Ergebnisse
    - Stellungnahme
    - Unterschrift
    - Literatur
  • Welche Variablen werden in der Verhaltensgleichung aufgeführt, die zur Formulierung von psychologischen Fragen herangezogen werden können?

    Lösung

    - Umgebungsvariablen
    - Organismusvariablen
    - kognitive Variablen
    - emotionale Variablen
    - motivationale Variablen
    - soziale Variablen

    (und deren Wechselwirkungen)
  • Was ist bei der Interpretation der Ergebnisse besonders zu beachten?

    Lösung

    - Psychologische Fragen beantworten
    - Trennung von Fakten (Ergebnissen) und deren Bewertung
    - Übereinstimmungen und Widersprüche aufzeigen
    - Widersprüche aufklären
    - Immer eine Antwort geben (Fazit)
    - Ggf. Alternativerklärungen diskutieren
  • Welche Funktion hat ein Befundbogen, und wie ist er aufgebaut?

    Lösung

    - Funktion: Übersichtliche Darstellung der Ergebnisse – damit keine Information verloren geht
    - Aufbau: Datenquellen × psychologische Fragen; zu jeder psychologischen Frage Übereinstimmungen, Widersprüche und Fazit
  • Welche Funktion hat die Stellungnahme im Gutachten?

    Lösung

    Beantwortung der Fragestellung des Auftraggebers.
  • Nennen Sie zwei unabdingbare Qualitätsanforderungen an ein Gutachten.

    Lösung

    - Vorgehen wissenschaftlich fundiert
    - Nachvollziehbar und transparent
  • Was wird im Rahmen von diagnostischen Entscheidungen unter solchen von institutioneller und individueller Art verstanden?

    Lösung

    - Eine Entscheidung ist von institutioneller Art, wenn eine Organisation (z. B. ein Betrieb) nach einem standardisierten Vorgehen alle Personen in der gleichen Weise untersucht und die anfallenden diagnostischen Informationen nach einer Entscheidungsregel verrechnet, die den Nutzen vieler (gleichartiger) Entscheidungen für die Institution maximiert.
    - Bei einer Entscheidung individueller Art geht ein Individuum auf einen Diagnostiker oder eine Institution zu, um beispielsweise Rat bei der anstehenden Berufswahl einzuholen. Hierbei interessiert allein der individuelle Nutzen.
  • Was zeichnet kompensatorische und konjunktive Entscheidungsstrategien aus?

    Lösung

    - Eine kompensatorische Entscheidungsstrategie bedeutet, dass sich die Prädiktoren gegenseitig ausgleichen (kompensieren) können. Niedrige Leistungen in einem Prädiktor können durch hohe in einem anderen wettgemacht werden. Kompensatorische Strategien sind immer dort dysfunktional, wo in jedem Teilbereich bestimmte Mindestleistungen unabdingbar vorliegen müssen, um eine Tätigkeit erfolgreich ausführen zu können.
    - Bei einer konjunktiven Entscheidungsstrategie werden Probanden, die zuvor festgelegte Mindestwerte in den Prädiktoren nicht erreichen, „abgeschnitten“; deshalb wird auch von einem „multiple cutoff“-Modell gesprochen.
  • Welche (zwei) ein- und (drei) mehrstufige Entscheidungsstrategien unterscheidet man in der diagnostischen Praxis?

    Lösung

    - Einstufig: „nichtsequentielle Batterie“ und „single screen“
    - Mehrstufig: Vorauswahl-(Pre-reject-)Strategie, Vorentscheidungs-(Pre-accept-)Strategie und Vollständige sequentielle Strategie
  • Worin besteht das Neyman-Pearson-Kriterium?

    Lösung

    Das Prinzip besteht darin, das Modell der statistischen Hypothesenprüfung auf die Klassenzuordnungsentscheidung anzuwenden. In Analogie zur Festlegung des kritischen Wertes der Teststatistik bei der Hypothesenprüfung wird das Entscheidungskriterium so verschoben, dass das Risiko für den Fehler erster Art unterhalb eines frei bestimmbaren Wertes liegt (z. B. α < 0.05). Diese Vorgehensweise ist jedoch nur in solchen Situationen angebracht, in denen Fehlentscheidungen zweiter Art vergleichsweise unbedeutend sind, da mit der Reduzierung des Fehlers erster Art derjenige zweiter Art in einem unbekannten Maße wächst.
  • Wozu dient die „ROC-Kurve“?

    Lösung

    ROC bedeutet Receiver-Operating-Characteristic und kommt aus der Signal-Entdeckungs-Theorie. Damit lassen sich simultan Spezifität und Sensitivität unabhängig von den Basisraten für verschiedene Testtrennwerte bestimmen, sofern aufgrund empirischer Untersuchungen die Verteilungskennwerte der unterschiedenen Gruppen ermittelt werden konnten.
  • Welche Anforderungen sind an Testsituationen zu stellen, wenn mithilfe des eigenschaftstheoretischen Ansatzes Verhaltensvorhersagen gemacht werden sollen?

    Lösung

    Der eigenschaftstheoretische Ansatz verlangt außerhalb des Leistungsbereichs nach Testsituationen, die eher schwach oder uneindeutig strukturiert sind und durch verschiedene Individuen mit verschiedenen Bedeutungen ausgefüllt werden. Werden „trait“-geleitete Unterschiede in Handlungstendenzen durch situativen Druck obsolet gemacht, sinkt die individuelle Variabilität und damit die Vorhersagemöglichkeit durch einen Testwert.
  • Wodurch wurde in der Untersuchung von Pryor et al. (1977) selbstzentrierte Aufmerksamkeit erzeugt, und welche Auswirkungen hatte sie auf die Vorhersagevalidität?

    Lösung

    Pryor et al. (1977) stellten einem Teil der Probanden (Versuchsgruppe) beim Ausfüllen eines inhaltsvaliden Fragebogens zur Soziabilität einen Spiegel auf den Tisch, in dem diese sich selber sehen konnten. Gegenüber einem wenige Tage später erhobenen Verhaltensmaß zur Soziabilität erwies sich die Vorhersagevalidität (Korrelation der Fragebogenwerte mit dem Verhaltensmaß) in der Versuchsgruppe als sehr viel höher als in der Kontrollgruppe, deren Selbstaufmerksamkeit nicht gezielt erhöht worden war.
  • Wann ist die Aggregation von Verhaltensweisen über Situationen zur Erhöhung der Validität sinnvoll?

    Lösung

    Wenn das Durchschnittsverhalten von Individuen in einer Klasse von ähnlichen Situationen interessiert; nicht jedoch, wenn die Reaktion von Individuen in ganz spezifischen Situationen im Vordergrund steht.
  • Welches ist die einfachste Methode bei der Suche nach Moderatorfunktionen, wenn die auf die Moderatorfunktion geprüfte Variable alternativ oder mehrklassig diskret ist?

    Lösung

    Sie besteht darin, die Gesamtstichprobe nach Maßgabe einer theoretisch belangvollen Variablen in homogene Subgruppen aufzuteilen bzw. zu fraktionieren und für jede dieser Gruppen getrennt die Test-Kriteriums-Korrelationen zu ermitteln.
  • Welches ist der zentrale Gedanke in Saunders’ Modell (1956) für Skalen mit kontinuierlich-quantitativen Abstufungen?

    Lösung

    Zentral ist der Gedanke, die Steigung der einfachen linearen Regression eines Kriteriums auf einem Prädiktor mithilfe einer weiteren Variablen, dem Moderator, zu beschreiben.
  • Was bezeichnet der Begriff der Suppression?

    Lösung

    Suppression bezeichnet die Feststellung, dass Variablen zur Validitätserhöhung beitragen können, obwohl sie mit dem Kriterium nicht oder nur gering korrelieren. Aufgrund der hohen Korrelationen der zusätzlichen Variablen mit den übrigen Prädiktoren werden deren kriteriumsirrelevante Varianzanteile gebunden oder unterdrückt.
  • Welche grundlegenden diagnostischen Ansätze zur Beschreibung von Organisationen gibt es, und wodurch zeichnen sie sich aus?

    Lösung

    - Strukturdiagnostik:
    - Diagnose der Strukturen einer Organisation
    - Erfassung der „Ziele von Organisationen und ihre Umsetzung in Regeln und Ordnungen zur Ausrichtung der Organisationsmitglieder auf diese Ziele hin“ (Büssing, S. 566)
    - Psychologische Relevanz nur bei Erfassung der Auswirkungen von Strukturen auf das Verhalten und Erleben von Mitarbeitern
    - Dominanter Ansatz in der Organisationsdiagnostik
    - Prozessdiagnostik:
    - Erfassung der Veränderungen einer Organisation durch Erhebungen zu mehreren Messzeitpunkten
    - Mögliche Aspekte: Organisationale Sachverhalte und deren Auswirkung auf Erleben und Verhalten, soziale Interaktion und Kommunikation sowie Wechselwirkungen zwischen Strukturmerkmalen, situativen Faktoren und dem Erleben/Verhalten in Organisationen
    - Integrative Diagnostik:
    - Verbindung von Diagnosen auf verschiedenen Ebenen in einer Organisation
    - Mögliche Ebenen: Individual-, Gruppen-, Abteilungs- und Gesamtorganisationsebenen
  • Welche Datenquellen werden zur Organisationsdiagnostik genutzt?

    Lösung

    - Analyse von Dokumenten (z. B. Organigramme)
    - Organisations- und betriebswirtschaftliche Statistiken (z. B. Fluktuation)
    - Befragung von Schlüsselpersonen und Experten
    - Befragung von Mitarbeitern
    - Beobachtungen am Arbeitsplatz
    - Gruppengespräche
    - Analyse von Interaktionen (z. B. Soziometrie)
  • Welche Rolle spielt die Selbstselektion bei der Berufseignungsdiagnostik?

    Lösung

    - Selektion findet nicht nur seitens des Bewerbers statt; auch die Bewerber prüfen, ob das Unternehmen zu ihnen passt.
    - Im Rahmen von Einstellungsgesprächen werden häufig realistische Informationen über die Stelle gegeben, und Bewerber fragen meist selbst nach den Arbeitsbedingungen, die für sie persönlich relevant sind.
    - Nicht jeder Bewerber, der aus Sicht des Arbeitgebers gut auf die Stelle passt, wird das Stellenangebot annehmen.
    - Selbstselektion der Bewerber nach deren eigenen Kriterien ist auch für die Unternehmen wünschenswert, um Unzufriedenheit, schlechte Arbeitsleistung oder baldige Kündigung zu vermeiden.
  • Welchen Zweck erfüllt die DIN 33430 für die verschiedenen Beteiligten?

    Lösung

    - Für die Anbieter entsprechender Dienstleistungen („Auftragnehmer“): Leitfaden für die Planung und Durchführung von Eignungsbeurteilungen
    - Für die Personen und Institutionen, die Eignungsbeurteilungen durchführen lassen („Auftraggeber“): Maßstab für die Bewertung von externen Angeboten
    - Für die Personalverantwortlichen: Qualitätssicherung und -optimierung von Personalentscheidungen
    - Für die Personen, deren Eignung beurteilt wird: Schutz vor unsachgemäßer oder missbräuchlicher Anwendung von Verfahren
  • Welche drei Kategorien von Anforderungen und welche drei Verfahrensgruppen unterscheiden Schuler und Höft im sog. trimodalen Ansatz (2007)? Nennen Sie je ein diagnostisches Verfahren für jede Verfahrensgruppe.

    Lösung

    - Anforderungskategorien:
    - Aufgaben und Ergebnisse
    - Verhalten
    - Eigenschaften
    - Verfahrensgruppen:
    - biografieorientierte Verfahren (Interview, Kenntnisprüfungen, Analyse der Bewerbungsunterlagen, biografische Fragebögen)
    - simulationsorientierte Verfahren (Assessment Center, Computersimulationen, Arbeitsproben)
    - eigenschaftsorientierte Verfahren (Intelligenztests, andere Leistungstests, Persönlichkeitsfragebögen)
  • Welche fünf Prinzipien bilden die Grundlage eines Assessment Centers?

    Lösung

    - _Anforderungsbezug_: Mit dem AC sollen die Merkmale oder Verhaltensweisen erfasst werden, die für die zu besetzende Stelle bzw. für mögliche künftige Aufgaben relevant sind.
    - _Simulation_: Die Übungen und Fallstudien werden so konzipiert, dass sie dem später erwarteten Arbeitsverhalten möglichst ähnlich sind.
    - _Methodenvielfalt_: In einem AC wird jedes Anforderungsmerkmal in verschiedenen Übungen bzw. Fallstudien erfasst, um den Einfluss von individuellen Vorerfahrungen und Defiziten zu reduzieren und die Reliabilität zu erhöhen.
    - _Einsatz mehrerer Beobachter_: Jeder Teilnehmer wird von mehreren Personen beobachtet und beurteilt, um Beobachtungs- und Urteilsfehler einer einzelnen Person zu kompensieren. Vor dem AC werden die Beobachter für ihre Aufgabe geschult.
    - _Transparenz_: Die Teilnehmer werden vor dem AC (bzw. zu Beginn) über die Übungen und die Anforderungskriterien informiert. Nach dem AC werden die Teilnehmer in der Regel über das Ergebnis informiert.
  • Welche sieben globale Beurteilungsdimensionen für Assessment Center berichten Arthur et al. (2003)?

    Lösung

    - Kommunikationsfähigkeit („communication“)
    - Bewusstsein für die Bedürfnisse und Gefühle anderer und Rücksichtnahme („consideration/awareness“)
    - Aktivität und Motivation („drive“)
    - Führungskompetenz und Durchsetzungsfähigkeit („influencing others“)
    - Organisations- und Planungsfähigkeit („organizing and planning“)
    - Problemlösefähigkeit („problem solving“)
    - Belastbarkeit („tolerance for stress/uncertainty“)
  • Welche Probleme bezüglich der Konstruktvalidität von Assessment Centern zeigen sich bei Untersuchungen?

    Lösung

    - Mangelnde konvergente Validität zwischen AC-Beurteilungsdimensionen und Persönlichkeitsmerkmalen/Intelligenz
    - Multitrait-Multimethod-Analyse: Die Korrelation des gleichen Merkmals in verschiedenen Übungen ist geringer als die Korrelation verschiedener Merkmale in einer einzelnen Übung; die Beobachter differenzieren also sehr schlecht zwischen Merkmalen
  • Mit welchen Mitteln lässt sich der positive Beurteilungs-Bias bei Leistungsbeurteilungen vermeiden?

    Lösung

    - Vorgabe fester Quoten für Beurteilungsstufen, um eine bestimmte Verteilung zu erzwingen (geringe Akzeptanz)
    - Verwendung verhaltensverankerter Skalen, deren Bereiche durch konkrete Verhaltensbeispiele erläutert sind
    - Operationalisierung jedes Skalenbereichs durch Verhaltensweisen
    - Verwendung einer sequentiellen Prozentrangskala, bei der die Leistungsbereiche durch Prozentrangangaben spezifiziert werden; eventuell Ausgleich von „Beschönigungstendenzen“ durch asymmetrische Bereichsvorgabe
  • Wozu dient die Arbeitsanalyse?

    Lösung

    Die Arbeitsanalyse kann dazu dienen, einen Arbeitsplatz umzugestalten (besser an den Menschen anzupassen), eine angemessene Entlohnung für den Stelleninhaber zu finden oder festzustellen, ob und welche Vorschriften (z. B. zum Arbeitsschutz oder Gesundheitsschutz) nötig sind. Die im Rahmen einer Arbeitsanalyse anfallenden Informationen können aber auch dazu verwendet werden, die Anforderungen an einen Stelleninhaber zu ermitteln, um einen eventuellen Bedarf an Personalentwicklungsmaßnahmen festzustellen oder um Mitarbeiter zu platzieren.
  • Welche drei theoretischen Ansätze lassen sich bei der Arbeitsanalyse unterscheiden?

    Lösung

    - _Funktions- oder verhaltensorientierte Ansätze_: Im Fokus stehen einfache Handlungsabläufe, die typischerweise bei Fließbandarbeiten anfallen und die es zwecks Zeitersparnis zu optimieren gilt. Der Mensch nimmt darin nur eine ganz untergeordnete Rolle ein; sein Verhalten ist hoch eingeübt, und seine Motivation oder seine Bedürfnisse bleiben außer Betracht. Daher ist dieser Ansatz auch nur auf einfache Tätigkeiten anwendbar.
    - _Handlungsregulations- bzw. tätigkeitstheoretische Ansätze_: Die mit einer Aufgabe oder Tätigkeit verbundenen Handlungsanforderungen werden als Anforderungen an den arbeitenden Menschen verstanden. Der Mensch verfolgt bewusst bestimmte Ziele, zum Teil in Abstimmung mit anderen Menschen. Das Handeln am Arbeitsplatz wird also sowohl von der Aufgabe als auch vom Individuum gesteuert; der Mensch hat dabei eine gewisse Autonomie.
    - _Soziotechnische Systemansätze_: Die Arbeit wird durch technische und soziale Systeme bestimmt. Zum technischen System gehören beispielsweise Anlagen, Arbeitsmaterialien und -instrumente; das soziale System sind die Beschäftigten mit ihren Qualifikationen, Bedürfnissen und auch Ansprüchen an die Arbeit. Beide Systeme stehen in Wechselwirkung. Es werden nicht nur die Produktionsmittel und -abläufe, sondern auch die soziale Organisationsstruktur und die Wahrnehmung der Arbeitsaufgaben durch die Mitarbeiter erfasst.
  • Welche drei Methoden können bei der Erstellung einer Anforderungsanalyse verwendet werden?

    Lösung

    - _Erfahrungsgeleitet-intuitive Methode_: Die freie, nicht formalisierte Beurteilung der Anforderungen an einen Beruf oder eine Stelle. Sie verlangt gründliche Kenntnisse der Stelle und ihrer organisatorischen Einbettung. Besonders bei kleinen Firmen und Handwerksbetrieben werden die Stellenanforderungen durch Vorgesetzte oder Stelleninhaber informell erhoben.
    - _Personenbezogen-empirische Methode_: Empirisch ermittelte Zusammenhänge zwischen Personenmerkmalen wie Intelligenz oder Persönlichkeitsmerkmalen mit Kriterien des Ausbildungs- oder Berufserfolgs. Idealerweise stammen die Validitätsbefunde aus dem eigenen Unternehmen. Da die eingestellten Bewerber in der Regel nach den erhobenen Merkmalen ausgewählt wurden, muss die resultierende Varianzeinschränkung rechnerisch korrigiert werden. Auch metaanalytisch aufbereitete Forschungsergebnisse oder Befunde aus Einzelstudien mit vergleichbaren Berufsgruppen und/oder ähnlichen Erfolgskriterien können für eine Anforderungsanalyse genutzt werden. Relevant für die Eignungsuntersuchung sind die Personenmerkmale, für die ein möglichst hoher Zusammenhang mit Ausbildungs- oder Berufserfolg nachgewiesen wurde.
    - _Arbeitsplatzanalytisch-empirische Methode_: Mithilfe von standardisierten Verfahren werden Informationen über die Stelle erhoben. Auf der Verhaltensebene setzt der Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA) an, der bei vielen Berufen anwendbar ist. Eine auf fast alle Stellen anwendbare Methode ist die Critical Incident Technique.
  • Warum können mit Schulreifetests nur relativ wenige Kinder identifiziert werden, die später sitzen bleiben?

    Lösung

    Der Anteil der geeigneten, erfolgreichen Schüler (die nicht sitzen bleiben) ist im Primarschulbereich sehr hoch (98,8 %). Würde man alle Kinder mit einem Standardwert von 80 oder niedriger als „nicht schulreif“ klassifizieren und zurückstellen, wären davon 2,3 % der Altersgruppe betroffen. Die Sitzenbleiberquote würde aber nur von 1,2 auf 1,0 % sinken.
  • Welche drei im Vorschulalter messbaren Fähigkeiten sind für den späteren Schulerfolg besonders relevant?

    Lösung

    Phonologische Bewusstheit, mengen- und zahlenbezogenes Vorwissen sowie bereichsübergreifende Fähigkeiten. Für den Schriftspracherwerb ist die phonologische Bewusstheit von großer Bedeutung. Darunter versteht man die Einsicht in die Lautstruktur der Sprache (reimen, Silben segmentieren, Anlaute erkennen, etc.). Mengen- und zahlenbezogenes Vorwissen stellt eine bedeutsame Voraussetzung für das Mathematiklernen dar. Zu den bereichsübergreifenden Fähigkeiten gehören die Selbstdisziplin und die Fähigkeit, soziale Informationen angemessen zu verarbeiten.
  • Nennen Sie wenigstens drei Sonderschularten in Deutschland.

    Lösung

    - Schule für Blinde
    - Schule für Sehbehinderte
    - Schule für Gehörlose
    - Schule für Schwerhörige
    - Schule für Sprachbehinderte (Schule mit Förderschwerpunkt „Sprache“)
    - Schule für Körperbehinderte (Schule mit Förderschwerpunkt „motorische Entwicklung“)
    - Schule für Verhaltensgestörte (Schule mit Förderschwerpunkt „sozial-emotionale Entwicklung“)
    - Schule für Lernbehinderte (Förderschule/Schule mit Förderschwerpunkt „Lernen“)
    - Schule für geistig Behinderte (Schule mit Förderschwerpunkt „ganzheitliche Entwicklung“)
    - Schule für Kranke (für Kinder, die längere Zeit in Krankenhäusern, etc. untergebracht sind)
  • Welche Auswahlkriterien sind nach der siebten Änderung des Hochschulrahmengesetzes (HRG) von 2004 zur Auswahl von Studierenden durch die Hochschulen zulässig, und wie ist deren prognostische Validität zu beurteilen?

    Lösung

    Zulässige Auswahlkriterien sind:

    - Abitur (Durchschnitt oder gewichtete Einzelnoten)
    - Fachspezifischer Studierfähigkeitstest
    - Art der Berufsausbildung oder Berufstätigkeit
    - Auswahlgespräch
    - Eine Kombination der o.g. Kriterien

    Schulnoten (Gesamtwert) und Studierfähigkeitstests haben eine relativ hohe, Auswahlgespräche eine niedrige Validität. Einzelnoten (auch wenn sie zum Studienfach passen) haben eine deutlich niedrigere Validität als die Gesamtnote.
  • Auf welche allgemeinen Faktoren werden Lernschwierigkeiten in der Schule zurückgeführt? Nennen Sie auch Beispiele.

    Lösung

    - Personenmerkmale (kognitive Persönlichkeitsmerkmale wie z. B. Intelligenz, nichtkognitive Persönlichkeitsmerkmale wie z. B. Motivation, Leistungsängstlichkeit)
    - Situationsmerkmale (Schul- oder Klassenklima, Unterrichtsqualität, Art der Leistungsbeurteilung)
    - Interaktion von Personen- und Situationsmerkmalen (z. B. leistungsschwache Schüler mit hohem Anspruchsniveau oder mit Prüfungsangst × Leistungsbeurteilung durch benotete Prüfungen)
  • Nennen Sie drei Teilleistungsstörungen.

    Lösung

    - F81.0 Lese- und Rechtschreibstörung
    - F81.1 Isolierte Rechtschreibstörung
    - F81.2 Rechenstörung - F81.0 Lese- und Rechtschreibstörung
    - F81.1 Isolierte Rechtschreibstörung
    - F81.2 Rechenstörung - F81.0 Lese- und Rechtschreibstörung
    - F81.1 Isolierte Rechtschreibstörung
    - F81.2 Rechenstörung
  • Welches sind die drei Hauptkriterien für eine Dyskalkulie?

    Lösung

    - Die Rechenleistung, gemessen mit einem standardisierten Rechentest, liegt mindestens zwei Standardabweichungen unter der Leistung, die aufgrund des Alters und der Intelligenz des Kindes zu erwarten wäre.
    - Die Störung behindert eine Schulausbildung oder alltägliche Tätigkeiten, die Rechnen erfordern.
    - Die Probleme dürfen nicht auf eine unzureichende Beschulung zurückzuführen sein (keine außergewöhnlichen Unzulänglichkeiten in der Erziehung).
  • Wie wird Hochbegabung definiert, und warum ist eine Definition über mehrere Begabungsmerkmale problematisch?

    Lösung

    IQ über 130. Verlangt man, dass mehrere Kriterien sehr stark ausgeprägt sind (obere 2 % der Verteilung) und sind diese Kriterien nur niedrig korreliert, nimmt die Zahl der hochbegabten Personen mit jedem weiteren Kriterium stark ab. Bei drei Kriterien, die zu .30 korrelieren, sind nur noch 0,03 % aller Menschen hochbegabt.
  • Wie gut können Lehrer einer Studie von Wild zufolge die Begabung ihrer Schüler beurteilen, und wie gut erkennen sie Hochbegabung?

    Lösung

    Die Korrelation der Lehrerurteile mit dem Intelligenztestergebnis ist relativ hoch (r = .59 bzw. .47). Im oberen Intelligenzbereich (IQ über 130) ist die prozentuale Übereinstimmung dennoch gering: Nur 35 % der als „exzellent“ beurteilten Schüler waren tatsächlich hochbegabt; nur 16 % der Hochbegabten wurden erkannt.
  • Welches sind die fünf zentralen Aufgaben der klinisch-psychologischen Diagnostik?

    Lösung

    - Qualitative und quantitative Beschreibung der vorliegenden (psychischen) Problematik
    - Klassifikation der psychischen Störung
    - Exploration von besonderen lebensgeschichtlichen Bedingungen bei der Entstehung und dem bisherigen Verlauf der Störung
    - Beobachtung des Verlaufs der Intervention und der Veränderung der Symptomatik (adaptive Diagnostik, Verlaufsdiagnostik)
    - Überprüfung des Therapieerfolgs (Sicherung der Ergebnisqualität)
  • Welches sind die drei Bereiche des individuellen Erlebens und Verhaltens, die im Fokus der klinisch-psychologischen Diagnostik stehen?

    Lösung

    - Körperliche Aspekte
    - Gedanken und Gefühle (kognitiv-emotionale Ebene)
    - Verhalten (motorisch und sprachlich)
  • Welche fünf Gruppen diagnostischer Methoden werden in der klinisch-psychologischen Diagnostik unterschieden?

    Lösung

    - Diagnostisches Gespräch
    - Strukturierte und standardisierte klinisch-psychologische Interviews
    - Fragebogen- und Testverfahren
    - Beobachtungsmethoden
    - Psychophysiologische und biologische Verfahren
  • Nennen Sie einige Versorgungseinrichtungen, in denen klinisch-psychologische Diagnostik einen wichtigen Teil der professionellen Arbeit darstellt.

    Lösung

    - Private Praxen
    - Psychiatrische Kliniken
    - Psychosomatische Kliniken
    - Beratungsstellen
    - Einrichtungen zur berufliche Rehabilitation
    - Allgemeinmedizinische Kliniken
  • Welches sind die drei wesentlichen Kompetenzbereiche, die zur Ausübung einer klinisch-psychologischen bzw. psychotherapeutischen Tätigkeit notwendig sind?

    Lösung

    - Störungswissen
    - Veränderungswissen
    - Interaktionswissen
  • Nennen Sie zentrale Themen der biografischen Anamnese.

    Lösung

    - Wann trat das Problem zum ersten Mal auf?
    - Unter welchen Bedingungen?
    - Verlauf der bisherigen Problematik
    - Weitere Erkrankungen bzw. Symptome
    - Vorbehandlungen
    - Art und Umfang bisheriger eigener Lösungsversuche
  • Welches sind die zentralen Faktoren für die Definition einer psychischen Störung?

    Lösung

    Das Erleben und Verhalten…

    - stellt eine deutliche Abweichung von Normen (statistisch, gesellschaftlich, individuell) dar.
    - geht mit einer verhaltensmäßigen, psychischen oder biologischen Funktionsstörung einher.
    - führt zu Beeinträchtigungen (Funktionseinschränkung) in wichtigen Lebensbereichen.
    - ist mit persönlich empfundenem Leid verbunden.
    - geht mit einer Selbst- oder Fremdgefährdung einher.
  • Welches sind die fünf Achsen des DSM-IV?

    Lösung

    - Achse I: Klinische Störungen
    - Achse II: Persönlichkeitsstörungen und geistige Behinderungen
    - Achse III: Medizinische Krankheitsfaktoren
    - Achse IV: Psychosoziale und umweltbedingte Probleme
    - Achse V: Globale Beurteilung des Funktionsniveaus
  • Was ist der Unterschied zwischen kategorialer und dimensionaler Diagnostik in der Klinischen Psychologie?

    Lösung

    - Mit der kategorialen Diagnostik werden Symptome und Syndrome so erfasst, dass das Ergebnis die Zuordnung zu einer diagnostischen Kategorie möglich macht. Standardisierte und strukturierte diagnostische Verfahren entsprechend der Kriterien der ICD oder des DSM führen zu kategorialen Urteilen über das Vorliegen psychischer Störungen.
    - Dem gegenüber werden mit Fragebögen in der Regel dimensionale Befunde über den Ausprägungsgrad der Problematik bzw. Symptomatik erfasst.
  • Wann ist der Einsatz von Verhaltensbeobachtungen angemessen?

    Lösung

    Verhaltensbeobachtungen sind vor allem im Bereich der Diagnostik von Verhaltensweisen bei Kindern von Bedeutung. Sie finden aber auch in der Forschung Anwendung sowie bei der Selbst- oder Fremdbeobachtung von Personen in störungsrelevanten Situationen.
  • Was bedeuten die Buchstaben S, R und C in der klassischen Verhaltensgleichung?

    Lösung

    - S = Stimulus (Situation)
    - R = Reaktion (Verhalten mit den Aspekten physiologisch, kognitiv, emotional und motorisch)
    - C = Konsequenz
  • Welches sind die fünf Achsen der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik?

    Lösung

    - Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen
    - Beziehungsebene
    - Zeitlich überdauernde Konflikte
    - Psychische Struktur
    - Symptom- und Syndromebene (Klassifikation)
  • Was ist der Unterschied zwischen statistisch und klinisch bedeutsamer Veränderung klinisch relevanter Symptomatik?

    Lösung

    Die statistische Signifikanzprüfung macht eine Aussage darüber, ob eine gemessene Veränderung mit einer ausreichenden Irrtumswahrscheinlichkeit auf eine tatsächliche Änderung eines Merkmals zurückgeführt werden kann. Bei der Beurteilung der klinischen Signifikanz geht es darum, einzuschätzen, ob die Veränderung der Messwerte auch als Indikatoren für Heilung betrachtet werden kann.
  • Welche Funktionsbereiche können bei einer Hirnschädigung betroffen sein?

    Lösung

    - Basale und höhere Wahrnehmungsleistungen
    - Aufmerksamkeitsleistungen
    - Gedächtnisfunktionen
    - Planungs- und Kontrollfunktionen („exekutive Funktionen“)
    - Sprache
    - Sensomotorische Leistungen und motorische Planung
    - Räumlich-perzeptive, räumlich-kognitive und räumlich-konstruktive Leistungen
    - Zahlenverarbeitung und Rechenleistungen
    - Intellektuelles Niveau und Leistungsprofil (aggregierte Kompetenz)
    - Berufsabhängige Fertigkeiten und domänenspezifisches Wissen
    - Affektivität und Persönlichkeit
  • Wozu dient die Quantifizierung von neuropsychologischen Funktionsbeeinträchtigungen?

    Lösung

    - Therapieindikation
    - Dokumentation des Krankheitsverlaufs (Evaluation von Therapiemaßnahmen, Notwendigkeit weiterer Therapiemaßnahmen erkennen, „natürlichen“ Krankheitsverlauf verfolgen)
    - Abschätzung der Auswirkung der Erkrankung auf die berufliche Wiedereingliederung und die private Lebensgestaltung
    - Klärung von Versicherungsfragen
  • Was versteht man unter „Neglect“, und wie äußert sich diese Störung?

    Lösung

    Patienten mit dieser Störung vernachlässigen Reize, die auf einer Seite des Sehfeldes dargeboten werden. Als Erklärung werden eine Störung der Aufmerksamkeit, der mentalen Repräsentation der Umwelt oder des neuronalen Raumkoordinatensystems diskutiert.

    Die Patienten reagieren nicht auf entsprechende Reize und stoßen z. B. mit der Schulter am Türrahmen an. Wenn sie ein Bild abzeichnen sollen, fehlt in ihrer Darstellung eine Seite der Vorlage.
  • Wie lässt sich Verfälschung bei einer neuropsychologischen Untersuchung erkennen?

    Lösung

    - Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdberichten oder Dokumenten sowie zwischen berichteten Beschwerden und beobachtbarem Verhalten
    - Beschwerden oder Testergebnisse, die nicht zum neurologischen Status passen: Bei verschiedenen Tests finden Patienten, die eine kognitive Beeinträchtigung vortäuschen wollen, nicht das richtige Maß und produzieren daher unglaubwürdig niedrige Leistungen
    - Tests und Fragebögen, die zusätzlich zu den Informationen über den eigentlichen Messgegenstand auch Kennwerte zur Verfälschung liefern (z. B. MMPI-2)
    - „symptom validity tests“: Spezielle Leistungstests, bei denen Simulanten die Testleistungen tatsächlich hirnorganisch gestörter Patienten nicht richtig einschätzen können und daher auffällig schlechte Leistungen erzielen (z. B. WMT, MVST, TOMM)
  • Wozu dienen Realkennzeichen? Nennen Sie drei Beispiele für Realkennzeichen.

    Lösung

    - Realkennzeichen differenzieren zwischen Aussagen, die auf selbst erlebten Ereignissen versus erfundenen beruhen. Das Vorliegen vieler Realkennzeichnen in einer Aussage spricht dafür, dass der Zeuge das Ereignis selbst erlebt hat und keine „Erfindungen“ präsentiert.
    - Beispiele für Realkennzeichen:
    - Logische Konsistenz
    - Schilderungen von Komplikationen im Handlungsverlauf
    - Schilderung ausgefallener Einzelheiten
    - Schilderung eigener psychischer Vorgänge
    - Eingeständnis von Erinnerungslücken
  • Wie lauten nach § 20 StGB die Kriterien für Schuldunfähigkeit?

    Lösung

    § 20 StBG: Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen…

    - krankhafter seelischer Störung,
    - tiefgreifender Bewusstseinsstörung,
    - Schwachsinn,
    - schwerer anderer seelischer Abartigkeit

    …unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln.
  • Wann liegt verminderte Schuldfähigkeit vor?

    Lösung

    Verminderte Schuldfähigkeit liegt nach § 21 StGB vor, wenn „die Fähigkeit des Täters, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, aus einem der in § 20 bezeichneten Gründe bei Begehung der Tat erheblich vermindert“ ist.
  • Warum sind Prognosen über künftiges delinquentes Verhalten schwer zu stellen?

    Lösung

    Mehrere ungünstige Bedingungen treffen zusammen:

    - Das vorherzusagende Verhalten tritt selten auf: Viele Gewalttäter und gewalttätige Sexualstraftäter bleiben Jahre oder gar Jahrzehnte lang unauffällig, um dann plötzlich wieder einschlägige Straftaten zu begehen.
    - Verhalten wird immer auch durch die Situation determiniert. In welche Situationen der Straftäter einmal kommen wird, die ihn wieder in Versuchung bringen, ist ungewiss. Auch ungünstige Lebensumstände wie Arbeitslosigkeit oder das Zerbrechen einer Beziehung sind schwer vorherzusehen. Günstige Randbedingungen, die anfangs vorhanden sind und bei der Begutachtung berücksichtigt wurden, können später wegfallen.
    - Der Geltungszeitraum der Prognose ist gerade bei jungen Straftätern sehr lang.
  • Welche zwei Ansätze werden bei der Kriminalprognose verwendet, und was zeichnet diese Ansätze aus?

    Lösung

    - _Nomothetische Prognose_: Bei der Begutachtung werden statistische Erkenntnisse über Rückfallrisiken in vergleichbaren Fällen genutzt. Die statistische Vorhersage muss sich auf Merkmale der Tat und des Delinquenten konzentrieren, die allgemein verfügbar sind (z. B. Art der Straftat, Alter, Geschlecht). Sie helfen, das Risiko abzuschätzen, können aber nicht erklären, warum ein Straftäter rückfällig wird. Die statistische Prognose vernachlässigt zwangsläufig die seltenen, nicht bei allen Personen vorhandenen Risikofaktoren und protektiven Faktoren.
    - _Ideografische Prognose_: Ziel dieses Ansatzes ist es, ein individuelles Erklärungsmodell für den Probanden auszuarbeiten, um damit zu einer Prognose zu gelangen. Der Gutachter orientiert sich an folgenden Leitfragen:
    - Unter welchen Bedingungen wurde die Straftat begangen?
    - Wie kann die Entstehung der damaligen Straftat erklärt werden?
    - Wie hat sich die Persönlichkeit des Delinquenten in der Haft verändert?
    - Welche therapeutischen Maßnahmen wurden mit welchem Erfolg durchgeführt?
    - Wie ist der „soziale Empfangsraum“ nach der möglichen Entlassung (Arbeitsplatz, Unterkunft, soziale Beziehungen)?
    - Welche Lebensperspektiven (berufliche Möglichkeiten, Partnerschaft, Familie, etc.) hat der Delinquent?
    - Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass kritische Umstände auftreten, unter denen bei dieser Person die Gefahr einer erneuten Straftat groß ist?
  • Nennen Sie fünf mögliche psychologische Fragestellungen in Sorgerechtsentscheidungen.

    Lösung

    - Ist die Erziehungsfähigkeit durch eine Erkrankung eingeschränkt?
    - Liegt sexueller Missbrauch vor?
    - Ist die Bereitschaft vorhanden, elterliche Verantwortung zu übernehmen?
    - Sind die Betreuungs- und Versorgungsmöglichkeiten ausreichend?
    - Wie stark ist die Bindung des Kindes an einen Elternteil?
    - Was ist der Kindeswille?
    - Wie groß ist die Förderkompetenz des Elternteils?
    - Liegt ein Mangel an erzieherischer Kompetenz vor?
    - Wendet ein Elternteil unzulässige Erziehungsmaßnahmen an?
  • Welche geistigen Anforderungen werden für eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung verlangt?

    Lösung

    - Belastbarkeit
    - Orientierungsleistung
    - Konzentrationsleistung
    - Aufmerksamkeitsleistung
    - Reaktionsfähigkeit
  • Anhand welcher Kriterien kann nach den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung beurteilt werden, dass ein Alkoholmissbrauch abgestellt wurde?

    Lösung

    - Das Alkoholtrinkverhalten wurde ausreichend geändert.
    - Die vollzogene Änderung im Umgang mit Alkohol ist stabil und motivational gefestigt.
    - Verkehrsrelevante Leistungs- oder Funktionsbeeinträchtigungen als Folgen früheren Alkoholmissbrauchs fehlen.
  • Warum ist in der verkehrspsychologischen Diagnostik oft mit Verfälschung zu rechnen, und wie kann man damit umgehen?

    Lösung

    - Die Klienten sind bestrebt, einen „guten“ Eindruck zu hinterlassen, um den Führerschein (wieder) zu erlangen; die Interviewfragen müssen daher so ausgewählt werden, dass diagnostisch relevante Fakten von beschönigenden Darstellungen unterschieden werden können.
    - Es kursieren viele Tipps zur Selbstdarstellung im Gespräch mit dem Psychologen, und es gibt sogar Anbieter von Vorbereitungskursen. Es ist kaum möglich, authentische Antworten von einstudierten zu unterscheiden. Diskrepanzen zwischen verschiedenen Aussagen sowie zwischen verbalen Angaben und Verhalten oder Akteninformationen sprechen für Verfälschung.
  • Warum soll eine Aufzeichnung der Exploration im Rahmen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung angefertigt werden, und welche Argumente sprechen für und gegen eine Tonaufnahme?

    Lösung

    In Anlage 15 zu § 11 Abs. 5 der Fahrerlaubnisverordnung wird eine „Aufzeichnung“ über die Untersuchung vorgeschrieben. Über die Art der Aufzeichnung wird keine Aussage gemacht.

    Für eine Tonaufnahme sprechen:

    - Gutes Beweismittel bei einer Gerichtsverhandlung
    - Anwalt kann überprüfen, ob sein Klient zu Recht behauptet, dass er in der Exploration etwas anderes gesagt hat, als im Gutachten steht
    - Schutz der Prüfer (Psychologen) vor ungerechtfertigten Vorwürfen ihrer Klienten
    - Angesichts der begrenzten Objektivität von halbstandardisierten Interviews ist es wichtig, eine Überprüfungsmöglichkeit zu haben

    Gegen eine Tonaufnahme spricht:

    - Das Vertrauensverhältnis zwischen Untersucher und Klient kann gestört werden
  • Fertig!

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