Sozialpsychologie

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Sozialpsychologie

ISBN: 
978-3-642-41090-1

Jemanden lieben, miteinander streiten, zusammen arbeiten, gemeinsam lernen – das Leben steckt voller Sozialpsychologie, denn das vielseitige Fachgebiet beschäftigt sich damit, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten von Menschen durch die Anwesenheit anderer Menschen beeinflusst werden. Hier wird das Fach lebendig und anschaulich vorgestellt – von Aggression und Affiliation, über Einstellungen und Gruppen bis hin zu sozialer Wahrnehmung und Kognition.

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Über 300 farbige Abbildungen und Tabellen lockern den Lernstoff auf, und durch zahlreiche bunte Infoboxen kommen auch Abwechslung beim Lesen und Anwendungsbezug nicht zu kurz. Verständliche Definitionen, Zusammenfassungen wichtiger Experimente und andere Elemente erleichtern das Lernen für die Prüfung. Neu in der 6. Auflage: Alle Kapitel wurden komplett neu verfasst und ein neues Kapitel "Sozialpsychologie und kulturelle Unterschiede" ergänzt. Und auch die Website wartet mit vielen neuen, kostenlosen Lerntools und Dozentenmaterialien auf. Hier wird die Psychologie lebendig und multimedial!

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BegriffErklärung
Abhängige VariableVariable, von der man erwartet, dass sie sich in Abhängigkeit von den Veränderungen der unabhängigen Variable verändert. Gemessene Veränderungen der abhängigen Variable werden als „abhängig“ von den manipulierten Veränderungen der > unabhängigen Variable angesehen.
AblenkungWenn Personen einer persuasiven Kommunikation zuhören, werden sie abgelenkt, wenn sie eine irrelevante Aktivität ausführen oder eine sensorische Stimulation erleben, die für die Botschaft nicht relevant ist.
AbwertungsprinzipAus dem Vorhandensein eines kausalen Faktors, der auf einen beobachteten Effekt hinwirkt, ergibt sich, dass andere potenzielle Faktoren weniger Einfluss ausüben. Gegenteil des > Aufwertungsprinzips.
Abwertung von AlternativenDie Tendenz von Menschen in einer Liebesbeziehung, attraktiven anderen Personen des anderen Geschlechts eine geringere Attraktivität beizumessen, als dies Alleinstehende tun.
Affektive EinstellungskomponenteDie Gefühle bzw. Emotionen, die mit einem Einstellungsobjekt verbunden sind.
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Frage 1 von 172
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  • Wie unterscheidet sich die Sozialpsychologie von anderen psychologischen Fachgebieten?

    Lösung

    Ein charakteristisches Merkmal besteht darin, dass Sozialpsychologen auf den Einfluss der Merkmale sozialer Situationen auf Gedanken und Verhalten von Individuen fokussieren. Wenn sich Sozialpsychologen für individuelle Unterschiede interessieren, tun sie das primär mit dem Blick auf individuelle Unterschiede in der Reaktion auf Merkmale einer sozialen Situation.
  • Wann wurde das erste sozialpsychologische Experiment durchgeführt?

    Lösung

    Es gibt mehrere Studien, die für sich reklamieren könnten, das erste Experiment in der Sozialpsychologie darzustellen; in allen Fällen datieren diese Studien aus der Zeit kurz vor 1900.
  • Wann erschien das erste Lehrbuch der Sozialpsychologie?

    Lösung

    Das erste Lehrbuch, welches Themen behandelte, die man auch heute noch als sozialpsychologisch ansehen würde, wurde von Floyd Allport (1924) veröffentlicht.
  • Gab es vor dem Zweiten Weltkrieg nennenswerte sozialpsychologische Forschung?

    Lösung

    Obwohl einige wichtige Forschungsarbeiten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammen, wurden die meisten Theorien und Forschungsarbeiten, die als Bestandteil der modernen Sozialpsychologie anzusehen sind, nach 1945 veröffentlicht.
  • Worin bestanden die unbeabsichtigten Auswirkungen Hitlers und der Nazizeit auf die Sozialpsychologie?

    Lösung

    Der Zweite Weltkrieg bewirkte ein Interesse an den Themen sozialer Einfluss und Einstellungsänderung. Aber die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes förderten auch das Interesse an Themen wie Konformität und Gehorsam. Insbesondere die erzwungene Emigration jüdischer Wissenschaftler prägte die Entwicklung der Sozialpsychologie in den USA ganz wesentlich.
  • Wer waren die Emigranten mit dem größten Einfluss auf die Sozialpsychologie?

    Lösung

    Der wichtigste Emigrant war Kurt Lewin. Er zog eine illustre Gruppe von Doktoranden an, welche die Sozialpsychologie in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend beeinflussten. Ein weiterer einflussreicher Emigrant war der Österreicher Fritz Heider, der aus persönlichen Gründen Europa verließ. Er begründete zwei theoretische Traditionen (die Konsistenztheorie und die Attributionstheorie), welche in der Sozialpsychologie nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Rolle spielten.
  • Was waren die Ursachen der Entwicklung einer Krise in der Sozialpsychologie?

    Lösung

    Es gab Zweifel hinsichtlich der gesellschaftlichen Relevanz der sozialpsychologischen Forschung (insbesondere wurde die Seriosität ihrer Forschungsziele bezweifelt), aber auch hinsichtlich des wissenschaftlichen Charakters unserer Methoden (der Einfluss von Hinweisen aus der experimentellen Situation sowie von Effekten von Versuchsleitererwartungen). Diese Zweifel wurden zusätzlich durch den Eindruck gesteigert, unsere Forschung erbringe keinen gesicherten Fundus an Wissen und Verhalten lasse sich nicht aus Einstellungen vorhersagen. Schließlich wurde infrage gestellt, ob sozialpsychologische Theorien, die in westlichen Kulturen (also vor allem in den USA) entwickelt und überprüft worden sind, sich auch auf andere Kulturen anwenden lassen.
  • Wie wurde die Krise überwunden?

    Lösung

    Die Sozialpsychologie ging aus der Krise gestärkt hervor. Einige der Probleme wurden durch theoretische Innovationen und methodologische Fortschritte überwunden. Andere Probleme waren der Anstoß zur Entwicklung neuer Forschungsgebiete. Beispielsweise bildete sich die kulturübergreifende Sozialpsychologie heraus; sie erforscht, wie gut unsere Theorien über unterschiedliche Kulturen hinweg anwendbar sind (> Kap. 15). Die Entwicklung einer starken angewandten Sozialpsychologie belegt die gesellschaftliche Relevanz sozialpsychologischer Theorien und sozialpsychologischer Forschung.
  • Welche neuen theoretischen Perspektiven haben sich in den letzten Jahrzehnten ergeben?

    Lösung

    Die großen theoretischen Strömungen wie die Konsistenztheorie oder die Attributionstheorie traten langsam in den Hintergrund, und es entstanden neue Sichtweisen wie die soziale Kognition, die evolutionäre Sozialpsychologie und die soziale Neurowissenschaft.
  • Was sind Forschungsmethoden, und was meint man mit „Methodologie“?

    Lösung

    Forschungsmethoden sind die Verfahren, mit denen Forscher Informationen sammeln; und Methodologie ist ein Begriff, der sich auf alle Aspekte der Realisierung dieser Methoden bezieht.
  • Wie überprüfen Forscher ihre theoretischen Vorhersagen, und worauf beruhen diese Vorhersagen?

    Lösung

    Die Informationen, die mithilfe von Forschungsmethoden gesammelt werden, werden dazu genutzt, die theoretischen Vorhersagen des Forschers zu überprüfen. Diese Vorhersagen werden aus einer Theorie abgeleitet. Die Theorie entsteht oft durch die Beobachtung von Ereignissen in der realen Welt oder durch den Versuch, die widersprüchlichen Befunde vorangegangener Studien zu einem sinnvollen Bild zusammenzufügen.
  • Welche Forschungsstrategien gibt es?

    Lösung

    Wir haben drei quantitative Forschungsstrategien beschrieben – das Quasiexperiment, das echte Experiment mit Zufallszuweisung und die Umfrageforschung. Die zwei Hauptunterschiede zwischen diesen Strategien sind (1) das Ausmaß, in dem man in der Lage ist, die Ergebnisse auf eine Population zu übertragen, und (2) der Grad, in dem man kausale Schlussfolgerungen ziehen kann.
  • Was sind qualitative Forschungsmethoden?

    Lösung

    Hier handelt es sich um Methoden, die nicht darauf abzielen, numerische Daten zu liefern, und sie leisten das auch nicht. Gewöhnlich konzentrieren sie sich auf die Analyse von Texten und die interpretative Analyse; sie werden oft von Forschern eingesetzt, die der Auffassung sind, dass quantitative Methoden nicht angemessen für die Untersuchung des betreffenden Phänomens sind. Die Diskursanalyse ist ein beliebter qualitativer Ansatz. Vertreter der Diskursanalyse betonen, dass soziale Phänomene auf dem Weg des Diskurses konstruiert werden.
  • Was sind die Hauptmerkmale sozialpsychologischer Experimente?

    Lösung

    Das Experiment wurde detailliert behandelt, da es sich dabei um die vorherrschende Forschungsstrategie der Sozialpsychologie während der letzten sechs Jahrzehnte handelt. Die Hauptmerkmale experimenteller Forschung sind das experimentelle Szenario, die unabhängige Variable, die abhängige Variable, die Manipulationsüberprüfung und die postexperimentelle Aufklärung.
  • Was ist ein echtes experimentelles Design?

    Lösung

    Ein solches Design erlaubt dem Forscher, den Schluss zu ziehen, dass Veränderungen der unabhängigen Variable Veränderungen der abhängigen Variable bewirken. Ein solches Design muss daher aus mehr als einer Bedingung bestehen, damit der Forscher Beobachtungen, die unter verschiedenen Bedingungen gemacht werden, miteinander vergleichen kann.
  • Was ist das minimale Design eines echten Experiments?

    Lösung

    Es ist das Nur-Nachtest-Kontrollgruppen-Design, bei dem die Versuchsteilnehmer zufällig einer von zwei Bedingungen zugewiesen werden, von denen nur eine die experimentelle Manipulation beinhaltet. Unter den verschiedenen komplexeren Designs, die zur Verfügung stehen, wird insbesondere das faktorielle Design häufig verwendet, da es ermöglicht, Vorhersagen über Interaktionseffekte zu überprüfen.
  • Was bedeutet im Kontext der Forschungsmethoden „Validität“?

    Lösung

    Will man aus der sozialpsychologischen Forschung eindeutige Schlussfolgerungen ziehen, erfordert dies drei Arten der Validität: interne, externe und Konstruktvalidität. Konfundierung wurde als Gefahr für die interne Validität erörtert, Effekte sozialer Erwünschtheit, Hinweise aus der experimentellen Situation sowie Effekte von Versuchsleitererwartungen wurden als Gefahr für die Konstruktvalidität diskutiert. Unterschiede in Bezug auf Freiwilligkeit der Teilnahme wurden als Gefahr für die externe Validität angesprochen.
  • Kann das Internet in der Forschung als Methode zur Datenerhebung genutzt werden?

    Lösung

    Das Internet stellt Sozialpsychologen (und Vertretern anderer psychologischer Disziplinen) ein neues Instrument zur Verfügung, mit dem sie Experimente durchführen können und das sie in die Lage versetzt, an größere und heterogenere Gruppen von Versuchsteilnehmern zu gelangen. Die bisherigen Befunde deuten darauf hin, dass die resultierenden Ergebnisse trotz möglicher Probleme internetbasierter Experimente von der Tendenz her mit jenen herkömmlicher Methoden übereinstimmen.
  • Was sind mögliche Nachteile von Experimenten?

    Lösung

    Einige Sozialpsychologen haben den Nutzen von Experimenten infrage gestellt. Wir haben die kulturelle Einbettung sozialen Verhaltens, die Tatsache, dass soziales Verhalten durch vielerlei Faktoren determiniert wird, und die menschliche Fähigkeit, das eigene Verhalten angesichts sozialpsychologischer Theorien abzuändern, als Argumente für Zweifel an der Annahme diskutiert, experimentelle Forschung trage etwas zum Erkenntniszuwachs in Form von Gesetzen sozialen Verhaltens bei.
  • Was sind die grundlegenden Methoden der Datenerhebung in der Sozialpsychologie?

    Lösung

    Es wurden drei grundlegende Methoden unterschieden: Beobachtungsmaße, Selbstbeurteilungsmaße und implizite Maße. Beobachtungsmaße und implizite Maße haben den Vorteil, weniger anfällig für Effekte sozialer Erwünschtheit zu sein; sie können darüber hinaus zum Teil völlig nichtreaktiv erhoben werden. Beobachtungsmaße sind jedoch per Definition auf Phänomene beschränkt, die sich beobachten lassen; sie eignen sich nicht zur Erfassung kognitiver Phänomene wie etwa Einstellungen, Kausalattributionen und Stereotype, die direkter Beobachtung nicht zugänglich sind (> Kap. 3, > Kap. 6, > Kap. 7 und > Kap. 14).
  • Wie können solche – für Sozialpsychologen interessante – „verborgenen“ Phänomene untersucht werden?

    Lösung

    Um Phänomene zu untersuchen, die direkter Beobachtung nicht zugänglich sind, haben sich Forscher herkömmlicherweise auf Selbstbeurteilungsmaße verlassen. Inzwischen gibt es allerdings eine zunehmende Tendenz, implizite Maße einzusetzen. Deren Ziel ist es, Phänomene zum Vorschein zu bringen, die entweder außerhalb des individuellen Bewusstseins liegen oder bei herkömmlichen Selbstbeurteilungsmaßen infolge sozialer Erwünschtheit verfälscht wiedergegeben werden.
  • Können die unterschiedlichen Methoden der Datensammlung kombiniert eingesetzt werden?

    Lösung

    Der Vorteil, der damit verbunden ist, dass man diese unterschiedlichen Arten der Messung in Kombination miteinander einsetzt, liegt auf der Hand.
  • Haben die neuen bildgebenden Verfahren zur Messung der Hirnaktivität der Sozialpsychologie etwas zu bieten?

    Lösung

    Sozialpsychologen und Neurowissenschaftler werden Techniken wie die bildgebenden Verfahren der Hirnforschung zunehmend stärker nutzen, um die neuralen Grundlagen des menschlichen Sozialverhaltens besser zu verstehen.
  • Wie bilden wir uns einen Eindruck von anderen Menschen?

    Lösung

    Früh dargebotene Informationen üben gewöhnlich einen größeren Einfluss aus als später dargebotene (_Primacy-Effekt_), vor allem unter Zeitdruck. Information über „zentrale“ Persönlichkeitsmerkmale wie etwa Wärme erhält mehr Gewicht, insbesondere wenn es sich um neue oder distinktive Information handelt.
  • Wirken dieselben Prozesse der Personenwahrnehmung, wenn sich Menschen von Angesicht zu Angesicht begegnen?

    Lösung

    Nonverbal übermittelte Informationen können direktere Wirkungen auf Eindrücke haben als verbale. Wir verhalten uns manchmal gegenüber anderen Menschen so, dass diese sich unseren Eindrücken von ihnen anpassen (_sich selbst erfüllende Prophezeiungen_).
  • Was ist die Attributionstheorie?

    Lösung

    Die Attributionstheorie versucht zu erklären, wie Menschen Annahmen über die Ursachen von Ereignissen treffen, insbesondere über Ereignisse, an denen andere Menschen beteiligt sind.
  • Wie ziehen Menschen Schlussfolgerungen über die Motive und Dispositionen, von denen absichtliches Verhalten geleitet ist?

    Lösung

    Nach der Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen vergleichen Beobachter die Wirkungen einer ausgewählten Handlungsalternative mit denen einer abgelehnten Alternative. Nicht-gemeinsame Effekte geben Hinweise auf die Motivation des Handelnden und auf korrespondierende Dispositionen.
  • Wie wägen Menschen die unterschiedlichen möglichen Ursachen gegeneinander ab?

    Lösung

    Nach der _Kovariationstheorie_ führen Laien bei der sozialen Wahrnehmung eine rudimentäre statistische Analyse durch, um herauszufinden, ob eine beobachtbare Wirkung mit der Person, der Entität oder dem Kontext korreliert.
  • Was geschieht, wenn es nur unzureichende Informationen für eine Kovariationsanalyse gibt?

    Lösung

    Wenn Menschen eine Entscheidung zwischen verschiedenen möglichen Ursachen treffen, nutzen sie Vorwissen über allgemeine Prinzipien der Verursachung (_Kausale Schemata_) oder über spezifische Menschen, Objekte und Ereignisse.
  • Wie erklären Menschen ihre Erfolge und Misserfolge?

    Lösung

    Weiner klassifizierte wahrgenommene Ursachen für Erfolg und Misserfolg nach drei Dimensionen: Lokation (ob die Ursache in der Person liegt oder extern ist), Stabilität (ob die Ursache über die Zeit hinweg stabil oder variabel ist) und Kontrollierbarkeit (ob die Person die Ursache beeinflussen kann). Wenn man Misserfolg auf interne, stabile und unkontrollierbare Ursachen attribuiert, verringert sich die Leistungsmotivation.
  • Können bestimmte Attributionsmuster zu einer klinischen Depression führen?

    Lösung

    Klinisch depressive Menschen attribuieren negative Handlungsergebnisse oft auf interne, stabile und globale Faktoren.
  • Spielen Attributionen bei unseren eigenen Emotionen eine Rolle?

    Lösung

    Nach Schachters Auffassung beruhen Emotionen darauf, dass wir eine empfundene physiologische Erregung auf emotionale Situationen attribuieren. Obwohl dies wahrscheinlich nicht stimmt, kann die Art und Weise, wie wir unsere Emotionen interpretieren, von einer Manipulation der Erklärungen für körperliche Symptome beeinflusst werden.
  • Neigen Menschen eher dazu, das Verhalten auf interne oder auf externe Ursachen zu attribuieren?

    Lösung

    In vielen Situationen unterschätzen Menschen aus individualistischen Kulturen anscheinend den Einfluss situativer Ursachen auf das Verhalten einer anderen Person (_Korrespondenzverzerrung_).
  • Warum werden Menschen Opfer von Korrespondenzverzerrungen?

    Lösung

    Situative Informationen werden vielleicht nicht beachtet, Erwartungen gegenüber dem Verhalten verzerren möglicherweise Interpretationen, und Menschen nehmen eventuell nicht die Zeit und die Mühe auf sich, automatische dispositionale Schlussfolgerungen zu korrigieren.
  • Sind Korrespondenzverzerrungen unvermeidbar?

    Lösung

    Wenn man Menschen bittet, die Situation und nicht das Verhalten der Person zu interpretieren, kann dies unter kognitiver Belastung auftretende Korrespondenzverzerrungen umkehren. Menschen aus kollektivistischen Kulturen scheinen weniger anfällig für Korrespondenzverzerrungen zu sein.
  • Bevorzugen Menschen für ihr eigenes Verhalten Attributionen auf interne Faktoren?

    Lösung

    Gemäß dem Unterschied zwischen Handelndem und Beobachter nutzen Menschen für ihr eigenes Verhalten eher Attributionen auf externe Faktoren, für das Verhalten anderer Menschen jedoch eher Attributionen auf interne Ursachen.
  • Sind Attributionen durch Eigeninteresse motiviert?

    Lösung

    Selbstwertdienliche Verzerrungen treten auf, wenn Menschen positive Handlungsergebnisse auf interne und negative Handlungsergebnisse auf externe Faktoren attribuieren.
  • Sind Attributionen häufig falsch?

    Lösung

    Attributionen liefern zumeist nützliche Schlussfolgerungen für den Alltag. Verzerrungen und Fehler beschränken sich wahrscheinlich auf spezielle Situationen.
  • Versuchen Menschen, gute Wissenschaftler zu sein, wenn sie Attributionen vornehmen?

    Lösung

    Attributionen sind oft motiviert durch praktische Belange oder durch die Anforderungen in einem Gespräch. Wissenschaftlich gültige Schlussfolgerungen sind dabei unseren Zielen nicht immer dienlich.
  • Wie sehr denken Menschen typischerweise über die Ursachen eines Verhaltens nach?

    Lösung

    Viele Attributionen werden automatisch vorgenommen. Eine kontrollierte Verarbeitung ist nur dann beteiligt, wenn das, was erklärt werden muss, unerwartet und wichtig ist, und wenn genügend Motivation und Gelegenheit vorhanden sind, darüber nachzudenken, warum etwas geschehen ist.
  • Warum ist Forschung zur sozialen Kognition wichtig?

    Lösung

    Die Studien zu diesem Thema haben uns bedeutsame theoretische Hinweise geliefert, wie wir soziale Informationen verarbeiten und organisieren und wie wir sie bei unseren Interaktionen mit anderen und bei unseren Urteilen über diese Menschen nutzen.
  • Was ist der Unterschied zwischen automatischen und kontrollierten Prozessen?

    Lösung

    Automatische Prozesse laufen ohne Absicht, Aufwand und Bewusstheit ab und man erwartet von ihnen nicht, dass sie gleichzeitig ablaufende kognitive Prozesse stören. Kontrollierte Prozesse sind absichtlich, stehen unter der willentlichen Kontrolle des Individuums, sind aufwändig und beinhalten Bewusstheit.
  • Was sind Schemata, und wie beeinflussen sie unsere Urteile sowie unser Verhalten?

    Lösung

    Oft geht die Aktivierung eines Stereotyps automatisch vor sich. Ist eine Kategorie aktiviert, kann das Wissen ins Spiel kommen, das in diesen Strukturen enthalten ist (Schemata). Schemata haben einen Einfluss darauf, wie schnell wir verfügbare Informationen wahrnehmen und interpretieren, und sie wirken auf nachfolgende Urteils- und Gedächtnisprozesse. Sie können auch unser Verhalten beeinflussen, wie es in der Forschung zum Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Verhalten nachgewiesen wurde.
  • Was sind kognitive Heuristiken, und wann verlassen wir uns bei unseren Urteilen auf sie?

    Lösung

    Kognitive Heuristiken sind mentale Abkürzungen, die uns ermöglichen, ohne Weiteres große Informationsmengen zu verarbeiten. Einige der wichtigen kognitiven Heuristiken sind die Repräsentativität (etwas aufgrund dessen beurteilen, wie gut es zu unseren Erwartungen darüber passt, wie es aussehen sollte), die Verfügbarkeit (etwas aufgrund dessen beurteilen, wie leicht einem die Information einfällt) und die Verankerung/Anpassung (einen anfänglichen Startpunkt für ein Urteil erzeugen und versäumen, diesen Schätzwert in angemessener Weise zu korrigieren). Wir verlassen uns auf solche Heuristiken, weil sie rasche und oft ausreichend gute Entscheidungen liefern und wir dadurch eine aufwändigere Verarbeitung vermeiden.
  • Inwiefern spielen Ziele eine Rolle in der sozialen Kognition?

    Lösung

    Forscher haben gezeigt, dass Ziele von Wahrnehmenden einen großen Einfluss auf die Art und Weise ausüben, wie soziale Informationen verarbeitet werden. Ebenso können sie durch subtile Primes beeinflusst werden, die unbewusst die Zielverfolgung aktivieren. Es wurde beispielsweise nachgewiesen, dass eine implizite Zielaktivierung das Ausmaß beeinflusst, in dem Stereotype aktiviert werden. Primingmethoden (die Versuchsteilnehmer werden z. B. beim Priming dem Geruch eines Putzmittels ausgesetzt) aktivieren unter Umständen bei den Wahrnehmenden implizite Ziele, die im Einklang mit solchen Primes stehen (z. B. ihre Wohnung zu putzen).
  • Wann und warum verarbeiten wir soziale Informationen systematisch?

    Lösung

    Unter bestimmten Umständen und wenn bestimmte Ziele vorhanden sind, verarbeiten wir Informationen systematisch. Wenn die Verarbeitung automatisch erfolgt, können wir dennoch verschiedene Strategien einsetzen, um die automatisch aktivierten Konstrukte (wie etwa Stereotype) zu überwinden. Wir können uns beispielsweise auf eine komplexere Bewertung der verfügbaren Informationen einlassen (individualisierte Eindrucksbildung), stereotype Gedanken durch egalitäre ersetzen oder versuchen, das Stereotyp zu unterdrücken.
  • Zu welchen Schlussfolgerungen ist man in diesem Bereich bezüglich der Unterscheidung zwischen automatischen und kontrollierten Prozessen bei der Stereotypisierung gekommen?

    Lösung

    Einige Forscher, wie etwa Bargh (1999), sind der Auffassung, dass die Aktivierung von Stereotypen unvermeidlicher ist, als es uns vielleicht lieb ist. Andere, wie Devine und Monteith (1999), sind zurückhaltender; sie argumentieren, dass Kontrolle möglich ist, zumindest manchmal. Zunehmend häufen sich Belege, dass die letztgenannte Auffassung zutrifft.
  • Warum ist das Selbst „sozial“?

    Lösung

    Das Selbst, das wir erleben und zum Ausdruck bringen, ist in hohem Maße variabel und abhängig von sozialen Umständen. Das Selbst wird durch unsere Interaktionen mit anderen konstruiert, aufrechterhalten und verändert.
  • Was sind die persönlichen Quellen der Selbstkenntnis, und wie zutreffend sind sie?

    Lösung

    Wenn wir über uns selbst nachdenken und uns selbst beobachten, ist dies ein Mittel, um Einsicht in uns selbst zu erlangen. Diese Quellen der Selbstkenntnis können jedoch inkorrekt sein, weil wir unsere Aufmerksamkeit nicht bewusst auf automatische Prozesse lenken können und wir dazu neigen, unerwünschte Informationen zu verdrängen.
  • Welches sind die interpersonellen Quellen der Selbstkenntnis, und wie zutreffend sind sie?

    Lösung

    Das, was andere uns über uns selbst erzählen, ihre Reaktionen auf uns, aber auch die Vergleiche, die wir zwischen anderen und uns selbst ziehen, erlauben es uns, viel über unser Selbst zu erfahren. Außerdem formen Interaktionen mit bedeutsamen Anderen, aber auch die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen unsere Ansichten über uns selbst. Diese Quellen können jedoch auch verzerrt sein.
  • Wie erlangen wir ein kohärentes Selbst?

    Lösung

    Autobiografische Erinnerungen, aber auch Selbstnarrative – das, was wir im Einklang mit unserem Selbstkonzept konstruieren und interpretieren – tragen dazu bei, ein kohärentes und kontinuierliches Gefühl des Selbst zu schaffen.
  • Was versteht man unter dem Selbstkonzept?

    Lösung

    Das Selbstkonzept ist die kognitive Repräsentation unserer Selbstkenntnis und besteht aus charakteristischen Merkmalen, die wir dazu nutzen, uns zu beschreiben. Diese Auffassungen über das Selbst werden in Selbstschemata gespeichert, die die Verarbeitung selbstrelevanter Informationen organisieren und lenken. Sie umfassen das tatsächliche, das ideale und das mögliche Selbst, und sie kommen sowohl in expliziter als auch in impliziter Form vor.
  • Was ist das Selbstwertgefühl?

    Lösung

    Das Selbstwertgefühl ist die bewertende Komponente der Selbstkenntnis und besteht aus einer Gesamteinschätzung unseres Selbst. Man stellt es sich entweder als Trait oder als State vor, und Menschen können sich darin unterscheiden, welche Lebensbereiche für ihr Selbstwertgefühl wichtig sind. Wie das Selbstkonzept kommt das Selbstwertgefühl ebenfalls sowohl in expliziter als auch in impliziter Form vor.
  • Worin besteht der Einfluss der Kultur auf das Selbst?

    Lösung

    Kulturen unterscheiden sich in Bezug auf ihre Konzeptualisierung des Individuums und seiner Rolle innerhalb der Gesellschaft. Daher formen kulturelle Unterschiede, wie beispielsweise zwischen independenten und interdependenten Konstruktionen und Interpretationen des Selbst, unsere Wahrnehmungen, Motivationen und emotionalen Reaktionen.
  • Ziehen wir wahre Selbstinformationen oder positiv verzerrte Selbstinformationen vor?

    Lösung

    Obwohl es Belege für das Selbsteinschätzungsmotiv (also den Wunsch, objektive Informationen in Erfahrung zu bringen) gibt, sind wir hauptsächlich vom Selbstaufwertungsmotiv geleitet (also dem Wunsch, die Positivität des Selbst aufzuwerten und es vor negativen Informationen zu schützen).
  • Welche Strategien verfolgen wir, wenn wir uns selbst aufwerten?

    Lösung

    Es gibt intrapersonelle Strategien wie die Überlegenheitsverzerrung und die selbstwertdienliche Attributionsverzerrung. Aber die Selbstaufwertung beeinflusst auch unsere interpersonelle Selbstdarstellung und umfasst neben anderen Strategien, sich richtig zu kleiden, über die eigenen Leistungen zu sprechen, sich selbst zu behindern oder sich im Glanz anderer zu sonnen.
  • Was ist Selbstbestätigung?

    Lösung

    Selbstbestätigung ist der Wunsch, die Auffassungen über die eigene Person, an die wir fest glauben, als wahr nachzuweisen. Solange diese Auffassungen über die eigene Person positiv sind, gehen Selbstaufwertung und Selbstbestätigung in dieselbe Richtung. Doch Menschen mit einer geringen Selbstachtung ziehen es vor, ihre negativen Auffassungen über das Selbst zu bestätigen, statt sich selbst zu aufzuwerten.
  • Warum werten wir uns selbst auf?

    Lösung

    Selbstaufwertung ist vorteilhaft für unsere körperliche und seelische Gesundheit. Die Soziometer-Theorie besagt, dass positive Selbstgefühle wünschenswert sind, weil unser Selbstwertgefühl ein Signal für das Ausmaß unserer sozialen Zugehörigkeit ist. Für die Terrormanagement-Theorie ergaben sich stärkere empirische Belege – in dieser Theorie wird die Auffassung vertreten, dass Selbstaufwertung uns hilft, existenzielle Ängste zu bewältigen.
  • Ist ein ausgeprägt positives Selbstwertgefühl etwas Gutes?

    Lösung

    Ein positives Selbstwertgefühl geht mit vielen erfreulichen Dingen einher, wie etwa einer stärkeren Widerstandskraft gegenüber Stress und Depression. Gleichzeitig wird es mit nichtwünschenswerten Ergebnissen wie riskanterem Verhalten verschiedener Arten und – wenn sich jemand bedroht fühlt – mit Aggression in Verbindung gebracht. Ein positives Selbstwertgefühl scheint in dem Maße wünschenswert zu sein, in dem es echt ist und nicht abhängig von externen Quellen.
  • Wie reguliert das Selbst unser Verhalten?

    Lösung

    Die Selbstregulation kann man sich als ein kybernetisches System vorstellen, bei dem die aktuellen Bedingungen überwacht und mit selbstregulatorischen Sollwerten verglichen werden. Werden diese nicht erfüllt, werden Maßnahmen ergriffen, um die Diskrepanz zwischen erwünschten und tatsächlichen Zuständen zu verringern.
  • Kann sich das Selbst ändern?

    Lösung

    Weil das Selbst ein soziales Produkt ist, ist auch seine Veränderung sozial bestimmt. Beim Prozess der Identitätsaushandlung in wechselseitigen Interaktionen mit anderen müssen wir, damit die Veränderungen Bestand haben, unser Verhalten ändern, die neuen Auffassungen über die eigene Person glauben und andere dafür gewinnen, dass sie konsistent anders auf uns reagieren.
  • Was ist eine Einstellung?

    Lösung

    Eine Einstellung ist eine Gesamtbewertung eines Einstellungsobjekts.
  • Können wir Einstellungen zu allem und jedem haben?

    Lösung

    Alles, was entlang einer Positivitätsdimension bewertet werden kann, lässt sich begrifflich als Einstellungsobjekt auffassen.
  • Was sind die Grundlagen von Einstellungen?

    Lösung

    Einstellungen haben affektive, kognitive und verhaltensbezogene Grundlagen. Alle drei Voraussetzungen tragen etwas zur Gesamtbewertung eines Objekts bei.
  • Sollte man sich die Struktur einer Einstellung eher eindimensional oder eher zweidimensional vorstellen?

    Lösung

    Die zweidimensionale Sichtweise ist vorteilhaft, da sie Einstellungsambivalenz berücksichtigt.
  • Warum haben wir Einstellungen?

    Lösung

    Einstellungen erfüllen eine Vielzahl von Funktionen; die wichtigste von ihnen ist die Einschätzungsfunktion.
  • Warum ist es von Nutzen, die Funktion einer Einstellung zu kennen?

    Lösung

    Die Funktion einer Einstellung zu kennen, ist wichtig, weil Versuche zur Änderung von Einstellungen eher erfolgreich sein werden, wenn der persuasive Appell zur Funktion der Einstellung passt.
  • Ist es von Bedeutung, ob eine Einstellung stark oder schwach ist?

    Lösung

    Ja, starke Einstellungen sind über die Zeit hinweg stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Veränderung, und es ist wahrscheinlicher, dass sie sowohl die Informationsverarbeitung als auch das Verhalten steuern.
  • Was ist der Unterschied zwischen einem expliziten und einem impliziten Einstellungsmaß?

    Lösung

    Bei expliziten Einstellungsmaßen werden Befragte gebeten, über ihre Einstellung nachzudenken und sie dann anzugeben, während dies bei impliziten Einstellungsmaßen nicht der Fall ist.
  • Sagen explizite und implizite Einstellungsmaße unterschiedliche Verhaltenstypen vorher?

    Lösung

    Die Forschung konnte zeigen, dass explizite Maße effektiver bei der Vorhersage überlegten Verhaltens sind, während implizite Maße besser spontanes Verhalten vorhersagen.
  • Sagen Einstellungen Verhalten vorher?

    Lösung

    Alles in allem leisten Einstellungen einen recht guten Beitrag zur Vorhersage von Verhalten. Wie gut Einstellungen Verhalten vorhersagen, hängt von einer Reihe Faktoren ab, darunter der Grad der Korrespondenz, der Verhaltensbereich, die Stärke der Einstellung sowie Persönlichkeitsmerkmale.
  • Wie kann man aus Einstellungen Verhalten vorhersagen?

    Lösung

    Es wurde eine Reihe von Modellen entwickelt, um zu verstehen, wie man Verhalten aufgrund von Einstellungen vorhersagen kann. Die einflussreichsten Modelle sind die Theorie geplanten Verhaltens und das MODE-Modell.
  • Was sind die hauptsächlichen Strategien zur Einstellungs- und Verhaltensänderung?

    Lösung

    Das Kapitel befasste sich mit den beiden hauptsächlichen Strategien nämlich der Persuasion und dem Einsatz von Anreizen (z. B. durch Besteuerung oder rechtliche Sanktionen).
  • Was ist der Unterschied zwischen den frühen Persuasionstheorien und den neueren Zwei-Prozess-Theorien?

    Lösung

    Frühe Theorien der Persuasion (das Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion, das Modell der kognitiven Reaktionen) konzentrierten sich auf eine Form der Persuasion, die sich aus der systematischen Verarbeitung des semantischen Inhalts persuasiver Botschaften ergab. In neuerer Zeit haben die Zwei-Prozess-Theorien (das Modell der Elaborationswahrscheinlichkeit; das Heuristischsystematische Modell) konzediert, dass Menschen Einstellungen häufig auch auf einer anderen Basis übernehmen als der, dass sie die in der Kommunikation enthaltenen Argumente systematisch verarbeiten. Zwei-Prozess-Theorien integrieren Theorien der systematischen Verarbeitung und Persuasionsprozesse, die auf Prozessen mit geringem Aufwand basieren (z. B. auf evaluativer Konditionierung, Selbstwahrnehmung, heuristischer Verarbeitung). Sie geben zudem die spezifischen Bedingungen an, unter denen Menschen jeden dieser zwei Prozesse einsetzen.
  • Wann verarbeiten Menschen die in der Botschaft enthaltenen Argumente systematisch?

    Lösung

    Gemäß den Zwei-Prozess-Theorien werden Personen die Argumente einer Botschaft nur dann systematisch verarbeiten, wenn sie _motiviert_ und _imstande_ sind, dies zu tun.
  • Was sind die Faktoren, die über die Verarbeitungsmotivation bestimmen?

    Lösung

    Die Motivation zur Verarbeitung wird durch situative Faktoren (wie etwa die persönliche Relevanz des Einstellungsthemas) und durch Persönlichkeitsmerkmale (wie etwa das Kognitionsbedürfnis) bestimmt.
  • Von welchen Faktoren hängt die Verarbeitungsfähigkeit ab?

    Lösung

    Die Verarbeitungsfähigkeit wird durch Faktoren wie die zur Verarbeitung verfügbare Zeit, das Fehlen von Ablenkung oder die Wiederholung einer Botschaft bestimmt. Immer wenn Personen nicht motiviert oder nicht in der Lage sind, den Inhalt einer Botschaft systematisch zu verarbeiten, werden sie sich bei ihrer Entscheidung, ob sie eine persuasive Kommunikation akzeptieren oder ablehnen, auf Verarbeitungsprozesse mit geringem Aufwand verlassen.
  • Funktioniert subliminale Werbung?

    Lösung

    Die Effektivität subliminaler Werbung hängt vom Produkt und vom Bedürfniszustand der Zielperson für die Werbung ab. Als man subliminal für Lipton Ice warb, war dies bei Teilnehmern effektiv, die das Getränk nicht gewohnheitsmäßig zu sich nahmen und die durstig waren.
  • Lassen sich Zwei-Prozess-Theorien auf die Werbung anwenden?

    Lösung

    In unserer Anwendung der Zwei-Prozess-Theorien auf die Werbung haben wir argumentiert, dass die Wirksamkeit der in der Werbung am häufigsten eingesetzten Appelle (Argumente, Emotionen, Empfehlungen durch bekannte Persönlichkeiten) von der Art des Produktes abhängt, für das geworben wird (d. h. kognitive Produkte oder emotionale Produkte) sowie der Bedeutung des Produktes für das Publikum.
  • Sind Anreize von Nutzen, um Einstellungen und Verhalten zu beeinflussen?

    Lösung

    Regierungen setzen Besteuerung oder rechtliche Sanktionen ein, um zu gewährleisten, dass bestimmte Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkoholgenuss oder das Nichtanlegen von Sicherheitsgurten für die Betreffenden teuer werden. Derartige Strategien sind wirkungsvoll, um das angestrebte Verhalten zu fördern, aber weniger erfolgreich dabei, auch eine Einstellungsänderung hervorzurufen.
  • Können Anreize und Persuasion zusammen genutzt werden?

    Lösung

    Da die Akzeptanz dieser Regierungsstrategien bei Privatpersonen wahrscheinlich dazu beiträgt, dass die Vorschriften befolgt werden, haben wir argumentiert, dass der Einsatz von Anreizen und von persuasiven Appellen eher als komplementäre denn als konkurrierende Strategien angesehen werden sollte.
  • Was sind die wichtigsten Arten des Einflusses, und wie kann man sie am besten verstehen?

    Lösung

    In diesem Kapitel wurden zwei Hauptarten des sozialen Einflusses behandelt, der „beiläufige“ und der „absichtliche“ Einfluss, und wir haben versucht, sie im Sinne grundlegender Motive zu verstehen.
  • Was ist mit sozialem Einfluss gemeint?

    Lösung

    Sozialer Einfluss bezieht sich auf die Veränderung von Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten und Verhaltensweisen als Ergebnis dessen, dass man mit den Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten und Verhaltensweisen anderer Menschen konfrontiert ist.
  • Was ist mit beiläufigem sozialen Einfluss gemeint?

    Lösung

    Der beiläufige soziale Einfluss bezieht sich auf Situationen, in denen Menschen beeinflusst werden, obwohl es gar keinen expliziten Einflussversuch gegeben hat (z. B. soziale Erleichterungs- und Hemmungseffekte).
  • Welchen Einfluss hat die Anwesenheit anderer Menschen auf die Leistung bei einer Aufgabe?

    Lösung

    Menschen werden durch die Anwesenheit oder implizite Anwesenheit anderer beeinflusst. Sie neigen dann dazu, bei einfachen bzw. gut gelernten Aufgaben eine bessere Leistung zu zeigen, jedoch eine schlechtere bei komplexen bzw. neuartigen Aufgaben.
  • Was sind soziale Normen, und warum sind sie wichtig?

    Lösung

    Soziale Normen sind Regeln und Standards, die unser Verhalten steuern. Sie können deskriptiv oder injunktiv sein, wir können sie aus dem Verhalten anderer Menschen erschließen, sie etablieren sich leicht und können einfach weitergegeben werden.
  • Wodurch wird sozialer Einfluss gespeist?

    Lösung

    Sozialer Einfluss ist durch einige der elementaren Motive geleitet, die das menschliche Sozialverhalten steuern. Letztlich bewirkt der Einfluss durch andere, dass wir uns effektiv verhalten, Beziehungen zu anderen aufbauen und aufrechterhalten, unser eigenes Selbstkonzept steuern und die soziale Welt besser verstehen.
  • Was sind die wichtigsten Arten des absichtlichen sozialen Einflusses?

    Lösung

    Zum absichtlichen sozialen Einfluss gehört die Induzierung von Compliance gegenüber Bitten, der Einfluss zahlenmäßiger Mehrheiten und Minderheiten, das Treffen von Entscheidungen in Gruppen und der Gehorsam gegenüber Autorität.
  • Was sind die Hauptstrategien zur Induzierung von Compliance, und wie wirken sie?

    Lösung

    Es gibt Belege für drei zentrale Strategien zur Induzierung von Compliance – Door-in-the-Face, Foot-in-the-Door und „den Ball flach halten“ –, die in starkem Maße auf allgemeinen Prinzipien wie Equity, Reziprozität und Selbstkonsistenz beruhen.
  • Werden wir nur durch Mehrheiten beeinflusst, oder können auch Minderheiten einen Einfluss ausüben?

    Lösung

    Sowohl zahlenmäßige Mehrheiten als auch Minderheiten können einen Einfluss ausüben, und bei den zentralen Erklärungen dafür geht es um Konflikt und soziale Kategorisierung. Mehrheitseinfluss ist größer bei öffentlich erhobenen und bei direkten Messverfahren, Minderheitseinfluss lässt sich jedoch stärker auf indirekten, privaten Maßen nachweisen.
  • Ist Konformität insgesamt etwas „Gutes“ oder etwas „Schlechtes“?

    Lösung

    Konformität ist etwas Zweischneidiges. Von ihr hängt die Existenz einer Gesellschaft entscheidend ab. Sie kann etwas sein, was für gute Zwecke (z. B. Ermutigung zu wohltätigen Spenden) verwendet wird, aber auch für schlechte Zwecke (z. B. Tyrannei einer Mehrheit) oder gar für Böses (z. B. anderen zu folgen und sich unmoralisch zu verhalten).
  • Welchen Einfluss haben Gruppen auf die Entscheidungsfindung?

    Lösung

    Gruppen neigen zu polarisierten Entscheidungen infolge normativen Einflusses, informationalen Einflusses und informationalen Einflusses der Bezugsgruppe. Gruppendenken wird als eine extreme Form schlechter Entscheidungsfindung angesehen; doch die empirische und theoretische Grundlage für das Konzept ist schwach.
  • Wann und warum sind wir gehorsam?

    Lösung

    Gehorsam gegenüber unmoralischen Autoritäten wird hauptsächlich durch situative Faktoren gesteuert, aber wir haben immer noch keine eindeutige Erklärung dafür, warum es dazu kommt. Die Forschung zu diesem Thema wirft einige wichtige ethische Fragen auf. Einige kürzlich durchgeführte Arbeiten über das Whistle-Blowing unterstreichen die potenziell hohe moralische Bedeutung von Ungehorsam.
  • Was ist Aggression, und warum tritt sie auf?

    Lösung

    Aggressives Verhalten ist definiert als ein Verhalten, das in der Absicht ausgeführt wird, einer anderen Person zu schaden. Es kann Mittel zum Zweck sein (instrumentelle Aggression) oder Ausdruck eines negativen Affekts (affektive oder feindselige Aggression).
  • Welche Methoden werden in der Sozialpsychologie zur Untersuchung von Aggression verwendet?

    Lösung

    Methoden zur Untersuchung aggressiven Verhaltens sind Laborexperimente, Berichte über aggressives Verhalten aus der Sicht von Handelnden und Beobachtern sowie die Auswertung von Archivdokumenten.
  • Welches sind die wichtigsten Erklärungsansätze in der sozialpsychologischen Aggressionsforschung?

    Lösung

    Zur Erklärung aggressiven Verhaltens liegen sowohl biologische als auch psychologische Ansätze vor. Ihnen ist die Annahme gemeinsam, dass die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens durch das Zusammenwirken förderlicher und hemmender Faktoren auf Seiten der Person und der Umwelt bestimmt wird.
  • Bleibt die Neigung zu aggressivem Verhalten im Laufe des Lebens stabil, und gibt es Unterschiede in der Aggressionsbereitschaft zwischen Männern und Frauen?

    Lösung

    Individuelle Unterschiede in der Neigung zu aggressivem Verhalten weisen von der Kindheit bis zum frühen Erwachsenenalter eine hohe Stabilität auf. Trait-Aggressivität und feindseliger Attributionsstil stehen mit diesen individuellen Unterschieden in Zusammenhang. Die Forschung zu Geschlechterunterschieden zeigt, dass Männer körperlich aggressiver sind als Frauen, auch wenn der Unterschied nur eine moderate Effektstärke erreicht.
  • Welche situativen Bedingungen fördern aggressives Verhalten?

    Lösung

    Alkoholkonsum und Hitze zählen zu den situativen Variablen, die die Auftretenswahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens beeinflussen. Alkohol beeinträchtigt die Fähigkeit zur Informationsverarbeitung und verringert das Bewusstsein für soziale Normen, die aggressives Verhalten hemmen.
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von gewalthaltigen Medien und der Aggression?

    Lösung

    Studien zum Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien stützen die Annahme, dass der Konsum von Mediengewalt, einschließlich gewalthaltiger Computerspiele, die Aggressionsbereitschaft verstärkt. Imitationslernen, emotionale Desensibilisierung und die Förderung einer feindseligen Weltsicht sind wesentliche Prozesse, die dem Einfluss von Mediengewalt auf die Aggressionsneigung zugrunde liegen.
  • Wie verbreitet ist Partnergewalt, und gibt es Geschlechtsunterschiede in der Häufigkeit aggressiven Verhaltens gegenüber Beziehungspartnern?

    Lösung

    Partnergewalt ist weltweit ein verbreitetes Problem. Befragungsstudien zur Häufigkeit aggressiver Handlungen unabhängig vom Kontext zeigen, dass aggressives Verhalten gegenüber Partnern von Männern und Frauen gleichermaßen gezeigt wird. Im Gegensatz dazu belegen Kriminalstatistiken und Studien, die den Kontext und die Folgen aggressiver Handlungen berücksichtigen, dass Männer vorwiegend Täter und Frauen überwiegend Opfer von Gewalt in Partnerschaften sind.
  • Wie hoch ist der Verbreitungsgrad sexueller Gewalt, und welches sind die psychologischen Folgen?

    Lösung

    Sexuelle Gewalt wird überwiegend von Männern gegenüber Frauen ausgeübt, auch wenn einige Studien sexuelle Aggression in gleichgeschlechtlichen Beziehungen und von Frauen gegenüber Männern nachgewiesen haben. In der Mehrzahl der Fälle stammt der Gewalttäter aus dem sozialen Nahraum des Opfers. Die Folgen sexueller Gewalt für die Opfer sind gravierend, nicht zuletzt aufgrund der vielfach negativen Reaktionen der sozialen Umwelt.
  • Was versteht man unter Bullying und wie belastend ist es?

    Lösung

    Bullying in der Schule und am Arbeitsplatz sind Formen aggressiven Verhaltens, die durch ein Machtgefälle zwischen Täter und Opfer gekennzeichnet sind und in vielen Fällen über lange Zeit andauern. Cyberbullying stellt eine neue Ausdrucksform des Bullying dar, bei der elektronische Medien es den Tätern erlauben, im Schutze der Anonymität zu agieren.
  • Welche Prozesse lösen aggressives Verhalten zwischen Gruppen aus?

    Lösung

    Aggression zwischen Gruppen entsteht nicht nur aus realen Interessenskonflikten um materielle Güter, sondern auch aufgrund von Verschiebungen der Aufmerksamkeit vom Individuum hin zur Gruppe und aufgrund des Bedürfnisses nach positiver sozialer Identität. Wenn Individuen als Teil einer Masse handeln, verschiebt sich ihre Aufmerksamkeit von den individuellen Verhaltensnormen zu den in der Gruppe vorherrschenden Normen. Außerdem dient die Bevorzugung der Eigengruppe dem Ziel, eine positive soziale Identität zu entwickeln und zu festigen. Das Modell der „Treppenstufen“ erklärt terroristische Gewalt durch das Zusammenwirken sozialer Bedingungen von Ungerechtigkeit und individuellen Merkmalen in der Bildlichkeit einer Treppe, auf der nur wenige Personen bis ins oberste Stockwerk aufsteigen und terroristische Gewalttaten verüben.
  • Wie kann man Aggression abbauen oder verhindern?

    Lösung

    Die verbreitete Vorstellung der Katharsis als Strategie zum Abbau von Aggressionen wurde empirisch widerlegt. Der Einsatz von Strafe kann erfolgversprechend sein, vorausgesetzt, die Bestrafung erfolgt zeitnah und mit hoher Eintretenswahrscheinlichkeit. Allerdings lässt der Einsatz von Strafe Aggression als angemessenes Mittel der Konfliktbewältigung erscheinen. Das Auslösen von Reaktionen, die mit Aggression inkompatibel sind, wie etwa prosoziales Verhalten oder positiver Affekt, kann aggressive Kognitionen, Affekte und Verhaltensweisen vermindern.
  • Warum untersuchen wir prosoziales Verhalten?

    Lösung

    Die Untersuchung prosozialen Verhaltens ermöglicht es Psychologen, grundlegende Fragen zur Natur des Menschen zu erkunden. Dazu gehören die Fragen, ob Menschen im Grunde genommen von Natur aus egoistisch oder selbstlos sind – oder ob Menschen am Ende gut oder schlecht sind.
  • Was ist prosoziales Verhalten?

    Lösung

    Es wurden diverse Begriffe verwendet, um den Forschungsgegenstand im Bereich prosozialen Verhaltens zu definieren. Was als prosozial betrachtet wird, ist kulturabhängig, aber prosoziales Verhalten ist im Wesentlichen ein Verhalten, das als vorteilhaft für andere Menschen zu betrachten ist, jedoch nicht als Bestandteil einer Verpflichtung ausgeführt wird.
  • Welche Arten von Phänomenen untersuchen Forscher in diesem Gebiet?

    Lösung

    Die Forschung auf diesem Gebiet betrifft viele Arten von Verhalten, die sich von kurzfristigem Hilfeverhalten in Notsituationen über alltägliches Hilfeverhalten bis zu langfristigem, wiederholtem Hilfeverhalten erstrecken, bei dem sich der Helfende unter Umständen selbst einer erheblichen Gefahr aussetzt.
  • Welche Rolle spielt der Altruismus?

    Lösung

    Es gibt empirische Befunde, die das Vorhandensein altruistisch motivierten Hilfeverhaltens bestätigen. Die Forschung, die sich mit der Empathie-Altruismus-Hypothese beschäftigt, hat gezeigt, dass Gefühle der Empathie zu einem Hilfeverhalten führen können, das darauf zielt, das Wohl einer anderen Person zu verbessern.
  • Was bestimmt über Hilfeverhalten in Notsituationen?

    Lösung

    Situationale Faktoren sind wichtige Einflussgrößen für das Verhalten in Notsituationen. Die Arbeit von Latane? und Darley über den Zuschauereffekt hat gezeigt, welchen Einfluss die Anwesenheit anderer auf das Verhalten von Zuschauern in Notsituationen hat; dabei konzentrierten sie sich vor allem darauf, warum Menschen nicht helfen.
  • Welche Rolle spielt die Erregung in Notsituationen?

    Lösung

    Die Forschung, die sich damit beschäftigt, warum Menschen helfen, verweist darauf, dass in einer Notsituation eine unangenehme Erregung hervorgerufen wird und dass Menschen versuchen werden, diese Erregung als Ergebnis von Überlegungen über die Kosten und die Belohnungen des Helfens und des Nichthelfens zu verringern.
  • Wie wird Hilfeverhalten durch Gruppenprozesse beeinflusst?

    Lösung

    Über eine ganze Bandbreite verschiedener Formen von Hilfeverhalten hinweg wurden Gruppenprozesse als bedeutsam hervorgehoben. Obwohl diese manchmal als etwas dargestellt wurden, was einen negativen Einfluss auf Hilfeverhalten hat, wurde in einer Reihe neuerer Forschungsarbeiten betont, dass die psychologische Beziehung zu anderen einen positiven Einfluss auf Hilfeverhalten haben kann.
  • Welche Methoden werden bei der Forschung über Hilfeverhalten verwendet?

    Lösung

    Um prosoziales Verhalten zu untersuchen, wurde eine breite Vielfalt von Methoden eingesetzt. Obwohl die Verwendung von Laborsituationen eine Reihe von Vorteilen hat, vermittelte die Forschung mithilfe alternativer Methoden neue Einsichten in die Faktoren, die einen Einfluss auf das Zuschauerverhalten haben.
  • Gibt es Geschlechtsunterschiede beim Hilfeverhalten?

    Lösung

    Obwohl es den Anschein hat, dass Männer vielleicht mehr helfen als Frauen, kann dies das Ergebnis der Arten von Hilfesituationen sein, die untersucht wurden. Im Bereich von Hilfeverhalten in langfristigen engen Beziehungen neigen Frauen stärker zu Hilfeleistung.
  • Warum leisten Menschen Freiwilligenarbeit?

    Lösung

    Die Arbeiten zur Psychologie der Freiwilligenarbeit zeigten, wie wichtig Identitätsprozesse für das Verhalten von Freiwilligen sind.
  • Macht uns die Evolution egoistisch?

    Lösung

    Die Forschung aus dem Bereich der Evolutionsbiologie deutet darauf hin, dass Hilfeverhalten nicht gänzlich durch Egoismus motiviert wird und dass Menschen egoistisches Verhalten bei anderen bestrafen.
  • Was wissen wir über die Aktivierung des Gehirns und Hilfeverhalten?

    Lösung

    Die Forschung aus dem Bereich der sozialen Neurowissenschaft hat dazu beigetragen, dass wir einige der neuralen Korrelate für prosoziales Verhalten genauer bestimmen können.
  • Ist Hilfeverhalten immer gut?

    Lösung

    Hilfe ist nicht immer positiv, sowohl aus der Sicht des Helfenden als auch aus der des Empfängers von Hilfe. Die aktuelle Forschung über das Empfangen von Hilfe beispielsweise hat gezeigt, wie wichtig Machtbeziehungen in Hilfesituationen sind.
  • Verhalten wir uns in Notsituationen egoistisch?

    Lösung

    Katastrophen bringen keineswegs das egoistische Wesen von Menschen zum Vorschein. Befunde über Katastrophen in der realen Welt deuten darauf hin, dass Menschen in solchen Notfällen dazu neigen, einander zu helfen, selbst wenn dadurch ihr eigenes Leben in Gefahr gerät.
  • Was sind die Vorteile interpersoneller Beziehungen?

    Lösung

    Beziehungen zu anderen bieten uns viele Vorteile, vom seelischen bis zum körperlichen Wohlbefinden. Beziehungspartner helfen uns oft, wirkungsvoller mit Stress umzugehen. Im Gegensatz dazu hat es schädliche Folgen für das Wohlbefinden eines Menschen, wenn er keine Beziehungen zu anderen hat.
  • Warum bauen wir Beziehungen zu anderen auf?

    Lösung

    Evolutionspsychologen argumentieren, dass wir Beziehungen zu anderen aufbauen, weil uns in unserer Evolutionsgeschichte Beziehungen viele Vorteile für das Überleben und die Fortpflanzung geboten haben. Genau darum verfügen wir über ein angeborenes _Bedürfnis nach Zugehörigkeit_. Eine weitere zu dieser Argumentation passende Theorie ist die Bindungstheorie. Sie besagt, dass Menschen eine natürliche Neigung haben, Bindungen zu anderen aufzubauen, weil andere ihnen dabei helfen, mit bedrohlichen Situationen umzugehen.
  • Stützen sich alle Menschen in gleichem Maße auf andere Menschen?

    Lösung

    Anscheinend gibt es sowohl unter Kindern als auch unter Erwachsenen Unterschiede in Bezug auf die sogenannten _Bindungsstile_. Die Mehrheit der Menschen ist _sicher_ gebunden, und sie fühlen sich wohl beim Kontakt und in engen Beziehungen mit anderen. Menschen mit einem _unsicheren_ Bindungsstil dagegen fühlen sich aus unterschiedlichen Gründen weniger wohl in Situationen mit emotionaler Nähe und bei engem Kontakt. Derartige Unterschiede im Bindungsstil sind eine gute Erklärung dafür, wie Menschen auf ihre Beziehungspartner reagieren – einschließlich der Partner in einer Liebesbeziehung.
  • Ist körperliche Attraktivität wichtig?

    Lösung

    Es gibt eine Fülle von Belegen dafür, dass die Art und Weise, wie wir andere bewerten und uns ihnen gegenüber verhalten, stark von Attraktivität beeinflusst wird: Wir „beurteilen ein Buch _wirklich_ nach seinem Umschlag“. Einer der Gründe dafür ist das Vorhandensein des Stereotyps „Was schön ist, ist gut“. Es besagt, dass Menschen zu der Überzeugung neigen, dass attraktive andere freundlich, gesellig und kompetent sind. Aufgrund sich selbst erfüllender Prophezeiungen steckt darin allem Anschein nach ein Körnchen Wahrheit: Weil Menschen unterstellen, dass attraktive Personen freundlich sind, behandeln sie attraktive andere positiv, was bei diesen wiederum ein freundliches Verhalten auslösen wird.
  • Liegt körperliche Attraktivität ausschließlich im Auge des Betrachters?

    Lösung

    Die Antwort auf diese Frage lautet nein. Menschen stimmen gewöhnlich stärker darin überein, was attraktiv ist, als dass sie sich darin nicht einig wären; das gilt sowohl innerhalb einer Kultur als auch über Kulturen hinweg. Es gibt auch objektive körperliche Merkmale, die über Attraktivität entscheiden, wie etwa Symmetrie, Durchschnittlichkeit und sogenannte Hormonmarker (hohe Wangenknochen, glatte Haut bei Frauen; eine große Kinnlade und vorstehende Augenbrauen und Wangenknochen bei Männern).
  • Körperliche Attraktivität ist gewiss nicht der einzige Faktor, der darüber entscheidet, warum wir uns von anderen angezogen fühlen. Welche weiteren Faktoren gibt es?

    Lösung

    Erstens müssen wir natürlich in der räumlichen Nähe von anderen sein, um überhaupt eine Chance zu haben, Sympathie für sie zu entwickeln. Wir neigen dazu, diejenigen zu mögen, die uns physisch nahe sind, teilweise weil Vertrautheit zu Sympathie führt. Wir mögen auch diejenigen, die uns ähnlich sind. Schließlich können die Bedingungen, unter denen wir anderen begegnen, einen starken Einfluss auf Anziehung haben. In aufregenden Situationen können Menschen ihre Erregung auf eine Person attribuieren, der sie begegnen.
  • Was genau ist Liebe?

    Lösung

    Die Hirnforschung mit bildgebenden Verfahren zeigt, dass Menschen, die verliebt sind, ein starkes Verlangen danach haben, mit der anderen Person zusammen zu sein – das ist zumindest bezogen auf das Gehirn vergleichbar mit einem süchtigen Verlangen, wie man es bei einer Nikotin- oder Drogensucht beobachtet. Als Liebe bezeichnet man jedoch nicht nur die Anfangsphase der intensiven Verliebtheit. Nach Sternbergs Dreieckstheorie der Liebe kann man im Verlauf einer Beziehung unterschiedliche Arten der Liebe unterscheiden; sie setzen sich aus einer Kombination verschiedener Niveaus an Leidenschaft, emotionaler Nähe und Festlegung zusammen.
  • Was veranlasst Menschen, die stark aufeinander festgelegt sind, dazu, an einer Beziehung festzuhalten?

    Lösung

    Nach der Equity-Theorie sind Partner zufrieden, solange es eine Balance zwischen dem gibt, was beide Partner hineinstecken (Kosten), und dem, was sie aus der Beziehung herausholen (Belohnungen). Die Stabilität einer Beziehung hängt aber auch davon ab, wie sehr Partner wahrnehmen, dass es bessere Alternativen zu der Beziehung geben könnte, und davon, wie viel die Partner bereits in die Beziehung investiert haben. Dies wird im Investmentmodell zusammengefasst: Es sagt vorher, dass Partner stark darauf festgelegt sind, ihre Beziehung aufrechtzuerhalten, solange sie mit der Beziehung zufrieden sind, solange die Qualität der Alternativen gering ist und sofern sie viel in die Beziehung investiert haben.
  • Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Festlegung auf eine Beziehung und der Stabilität der Beziehung?

    Lösung

    Die Festlegung auf eine Beziehung ist ein guter Prädiktor für die Stabilität der Beziehung. Denn die Festlegung auf eine Beziehung setzt Verhaltensweisen und Gedanken in Gang, die das Funktionieren einer Beziehung positiv beeinflussen, wie Versöhnlichkeit, Akkommodation und die Abwertung von Alternativen. Solche beziehungsförderlichen Handlungen bewirken wiederum Vertrauen und Festlegung auf die Beziehung beim Partner, der wiederum mit größerer Wahrscheinlichkeit beziehungsförderlich handeln wird.
  • Welche Arten von Beziehungen haben Menschen?

    Lösung

    Beziehungen sind durch die Tatsache gekennzeichnet, dass die Beziehungspartner interdependent sind: Was eine Person tut, hat einen Einfluss auf die andere Person. Beziehungen unterscheiden sich entlang einer Vielzahl von Dimensionen. In austauschorientierten Beziehungen stellen die Partner äquitable Ergebnisse sicher; in gemeinschaftsorientierten Beziehungen ist es beiden Partnern ein Anliegen, die Bedürfnisse des jeweils anderen zu berücksichtigen. Die wichtigsten freiwilligen Beziehungen sind Freundschaften. Sie sind über die Lebensspanne hinweg vorteilhaft für das Wohlbefinden von Menschen und haben wichtige Funktionen bei der Entwicklung sozialer Fertigkeiten und Kompetenzen.
  • Wie erhalten Menschen ihre Beziehung aufrecht?

    Lösung

    Die Preisgabe von Informationen über die eigene Person ist einer der wichtigsten Prozesse, um emotionale Nähe und Verbundenheit in Beziehungen zu erhöhen, vor allem wenn sich die Preisgabe an einen speziellen Beziehungspartner richtet. Die Enthüllung signalisiert, dass die Beziehung etwas Besonderes ist und dass die andere Person eine einzigartige Rolle im Leben des Enthüllenden spielt.
  • Warum gehen Beziehungen zu Ende?

    Lösung

    Oft enden Beziehungen, wenn die Partner es nicht schaffen, sensibel für die Bedürfnisse des jeweils anderen zu sein. Wenn jemand nicht ansprechbar ist, führt dies beim Partner zu dem Gefühl, dass sich der andere nicht für ihn interessiert.
  • Wann können wir sagen, dass eine Gruppe existiert?

    Lösung

    Eine Gruppe existiert, wenn zwei oder mehr Menschen sich selbst als Mitglieder einer Gruppe definieren.
  • Warum treten Menschen Gruppen bei?

    Lösung

    Die Gründe dafür, warum Menschen Gruppen bilden, ihnen beitreten und sie unterscheiden, sind soziobiologische (evolutionär vererbte, zur Selbsterhaltung), kognitive (ein Verständnis unserer Welt zu entwickeln) und utilitaristische Gründe (Vorteile zu erhalten).
  • Gibt es unterschiedliche Arten von Gruppen, und wie unterscheiden sie sich voneinander?

    Lösung

    Unterschiedliche Arten von Gruppen wie aufgabenbezogene Gruppen, Gruppen mit emotionaler Nähe, soziale Kategorien und lockere Verbindungen unterscheiden sich im Hinblick auf eine Reihe wichtiger Dimensionen wie Gruppenentitativität, Bedeutsamkeit, gemeinsame Ziele und im Hinblick darauf, welche Bedürfnisse diese Gruppen wahrscheinlich befriedigen.
  • Wie ändert sich die Gruppenmitgliedschaft mit der Zeit?

    Lösung

    Gruppenmitglieder durchlaufen unterschiedliche Stadien der Gruppenmitgliedschaft (künftiges Mitglied, neues Mitglied, Vollmitglied, randständiges Mitglied, Exmitglied), die durch Rollenübergänge voneinander abgegrenzt sind; diese verschiedenen Stadien sind durch unterschiedliche Niveaus der Festlegung auf die Gruppe charakterisiert.
  • Wie lassen sich raue Übergangsrituale erklären?

    Lösung

    Der Rollenübergang des Eintritts kann durch ein raues Übergangsritual markiert sein. Eine klassische Erklärung für diese Rituale gibt die Dissonanztheorie, in der argumentiert wird, dass derartige Rituale die Festlegung auf die Gruppe steigern. Wie wir jedoch gesehen haben, sind raue Initiationen oft _nicht_ sympathieförderlich; sie haben auch andere Funktionen, als die Festlegung auf die Gruppe zu erhöhen.
  • Was bestimmt darüber, wie leicht es ist, ein Gruppenmitglied zu werden?

    Lösung

    Eine wichtige Determinante für die Offenheit einer Gruppe ist der Personalbedarf: Es ist leichter, in einer Gruppe mit Mitgliedermangel Vollmitglied zu werden als in einer überfüllten.
  • Was sind die Konsequenzen eines Ausschlusses aus Gruppen?

    Lösung

    Der Ausschluss aus Gruppen kann zu starkem Ärger und zu Depression führen.
  • Wie verändern sich Gruppen über die Zeit hinweg?

    Lösung

    Gruppen entwickeln sich im Laufe der Zeit, weil sich die Herausforderungen, mit denen sie sich konfrontiert sehen, und die Ziele, die sie verfolgen, ändern. In der klassischen Stadientheorie von Tuckman werden fünf Stadien unterschieden: Herausbilden, Stürmen, Normenbildung, Leisten und Abschließen.
  • Wie können wir Gruppeninteraktionen systematisch beobachten?

    Lösung

    Die Interaktionsprozessanalyse (IPA) ist ein nützliches Kodierungsschema für Gruppeninteraktionen. Sie macht eine grundlegende Unterscheidung zwischen sozioemotionalen und aufgabenbezogenen Verhaltensweisen.
  • Wie werden Gedächtnis und Emotionen davon beeinflusst, dass man einer Gruppe angehört?

    Lösung

    Durch gemeinsame Erfahrungen entwickeln Gruppen geteilte Kognitionen wie etwa transaktive Gedächtnissysteme (also zu wissen, welches Gruppenmitglied welche Kenntnisse hat) und geteilte Emotionen.
  • Worin besteht die Rolle der Gruppenkohäsion?

    Lösung

    Kohäsion beruht auf der Attraktivität der Gruppe (interpersonelle Kohäsion) oder auf der Attraktivität der Gruppenaufgabe (aufgabenbezogene Kohäsion). Im Allgemeinen motiviert Kohäsion die Gruppenmitglieder, sich bei Angelegenheiten anzustrengen, die für die Gruppe wichtig sind.
  • Wie entwickeln sich Status- und Rollenunterschiede innerhalb von Gruppen?

    Lösung

    Die Theorie der Erwartungszustände erklärt das Aufkommen einer Statusstruktur in einer Gruppe. Die Theorie besagt, dass bestimmte Statuskennzeichen zu Leistungserwartungen führen, die Unterschiede in Bezug auf Status und Einfluss nach sich ziehen.
  • Wie beeinflusst der Intergruppenkontext das Intragruppenverhalten?

    Lösung

    Die Anwesenheit anderer Gruppen kann die Gruppenmitgliedschaft salient machen. Infolgedessen werden die Gruppenmitglieder stärker von ihrer Gruppenmitgliedschaft beeinflusst.
  • Was ist der Vergleichsstandard, aufgrund dessen wir die tatsächliche Gruppenleistung beurteilen?

    Lösung

    Der Vergleichsstandard ist die potenzielle Gruppenleistung, also die Leistung, zu der es gekommen wäre, wenn die Gruppenmitglieder unabhängig voneinander gearbeitet hätten. Die potenzielle Gruppenleistung spiegelt die Leistung wider, die die Individuen in einer Gruppe erreichen würden, wenn die Gruppe es ihnen weder leichter machen noch sie behindern würde.
  • Welche Einflüsse auf die Leistung lassen sich auf der Gruppenebene feststellen?

    Lösung

    Die Gruppenleistung wird zunächst und vor allem durch die individuelle Leistung beeinflusst. Die individuellen Leistungen (oder Fähigkeiten) der Gruppenmitglieder stellen die Grundlage für die Definition der potenziellen Gruppenleistung dar. Die potenzielle Gruppenleistung unterscheidet sich je nach Aufgabenart (z. B. additive, disjunktive und konjunktive Aufgaben), weil individuelle Beiträge bei diesen unterschiedlichen Aufgabenarten einen unterschiedlichen Zusammenhang mit der Gruppenleistung aufweisen.
  • Wie hängen die drei Aufgabentypen mit der potenziellen Gruppenleistung zusammen?

    Lösung

    Bei additiven Aufgaben ist die potenzielle Gruppenleistung gleich der Summe der individuellen Inputs, bei disjunktiven Aufgaben ist sie gleich der Leistung des besten Mitglieds, und bei disjunktiven Aufgaben ist sie gleich der des schlechtesten Mitglieds.
  • Worin unterscheidet sich soziales Faulenzen vom Entbehrlichkeitseffekt?

    Lösung

    Zum sozialen Faulenzen kommt es, wenn Gruppenmitglieder ihre Anstrengung verringern, weil ihr individueller Beitrag nur schwer von den anderen Gruppenmitgliedern identifizierbar ist. Soziales Faulenzen ist einer der Faktoren, die zum Ringelmann-Effekt beitragen. Der Entbehrlichkeitseffekt tritt auf, wenn die Gruppenmitglieder der Meinung sind, dass ihre individuelle Anstrengung nicht viel zum Gruppenprodukt beiträgt.
  • Wie kann ein Hidden Profile zu einer nicht optimalen Gruppenleistung führen?

    Lösung

    Ein Hidden Profile ist eine Entscheidungssituation in der Gruppe, bei der aufgabenrelevante Informationen unter den Gruppenmitgliedern auf eine Weise verteilt sind, dass kein individuelles Gruppenmitglied aufgrund der Informationen, über die es selbst verfügt, die beste Lösung finden kann. Die korrekte Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Gruppenmitglieder ihre Informationen teilen. Unter anderem weil Gruppenmitglieder dazu neigen, sich auf ihre eigenen Informationen zu verlassen, führen Hidden Profiles oft zu einer nicht optimalen Gruppenleistung.
  • Worin bestehen die wichtigsten Barrieren und Möglichkeiten für die Leistung, wenn Menschen in einer Gruppe zusammenarbeiten?

    Lösung

    Die tatsächliche Gruppenleistung weicht von der potenziellen Gruppenleistung aufgrund von Prozessverlusten und Prozessgewinnen ab. Prozessverluste sind Koordinationsverluste, Motivationsverluste und individuelle Fertigkeitsverluste. Prozessgewinne sind Motivationsgewinne und individuelle Fertigkeitsgewinne. Diese Prozesse stellen gruppenspezifische Einflüsse auf die Gruppenleistung dar.
  • Was können wir tun, um die Gruppenleistung systematisch zu optimieren?

    Lösung

    Prozessverluste können verringert und Prozessgewinne ermöglicht werden, wenn drei grundlegende Prinzipien des Managements der Gruppenleistung umgesetzt werden: Zusammensetzung von Gruppen im Einklang mit den Erfordernissen der Aufgabe, Synchronisierung der Anstrengungen der Gruppenmitglieder während der Zusammenarbeit und Ermöglichung von Gruppenlernen über mehrere Aufgabendurchgänge hinweg.
  • Wodurch wird Führung effektiv?

    Lösung

    Die Effektivität von Führung hängt von vielen Faktoren ab: von Persönlichkeitseigenschaften der Führungskraft, dem Führungsverhalten, situativen Faktoren (z. B. der Aufgabe, den Mitarbeitern, dem sozialen Kontext) und davon, ob die Beziehungen zwischen Führungskraft und Mitarbeitern transformational, transaktional oder nicht existent (Laissez-faire-Führung) sind. Beachten Sie, dass es unser Verständnis der Komplexität von Führung beeinträchtigt, wenn man sich nur auf die Führungskraft als zentrales Element der Führung konzentriert; denn Führung ist ein gegenseitiger Beeinflussungsprozess, der von den Gruppenmitgliedern auch gemeinsam getragen werden kann.
  • Wie kann Führung dazu beitragen, die Gruppenleistung zu verbessern?

    Lösung

    Bei Führung geht es um die soziale Beeinflussung von anderen zugunsten von Zielen des Individuums, der Gruppe und der Organisation. Abgeleitet aus den grundlegenden Prinzipien der Gruppenführung unterschieden wir im Hinblick auf eine hohe Gruppenleistung drei Kategorien wichtiger situativer Kontingenzen: Zusammensetzung (z. B. aufeinander Abstimmen von Gruppen- und Aufgabenstruktur), Synchronisierung (z. B. Umgang mit Informationen und Aktivitäten zur Verringerung von Prozessverlusten und zur Steigerung von Prozessgewinnen) und Gruppenlernen (z. B. Förderung der individuellen Entwicklung und der Gruppenentwicklung durch Unterstützung aller Lernprozesse innerhalb von Gruppen).
  • Was ist ein Vorurteil?

    Lösung

    Ein Vorurteil wird traditionell als eine negative Einstellung gegenüber einer Fremdgruppe definiert, aber es kann auch vorgeblich positive Aspekte einer Gruppe betonen. Ein Vorurteil dient im typischen Fall auf irgendeine Weise dem Vorteil des Wahrnehmenden, auch wenn es eine positive Wahrnehmung der Fremdgruppe beinhaltet.
  • Wie erklärt man ein Vorurteil?

    Lösung

    Ein Vorurteil kann auf unterschiedlichen Ebenen erklärt werden: auf der individuellen Ebene sowie auf der Gruppenebene. Auf der individuellen Ebene tragen Ansätze, die die Persönlichkeit und individuelle Unterschiede berücksichtigen, dazu bei, die Variation zwischen den Menschen im Bezug auf Ausmaß und Art von Vorurteilen zu erklären. Mit Erklärungen auf Gruppenebene lässt sich die soziale Natur von Vorurteilen gut erklären.
  • Gibt es eine vorurteilsbehaftete Persönlichkeit?

    Lösung

    Menschen, die gegenüber einer Fremdgruppe vorurteilsbehaftet sind, sind oft auch vorurteilsbehaftet gegenüber anderen Fremdgruppen. Zwei Persönlichkeitsdimensionen (rechter Autoritarismus und soziale Dominanzorientierung) sind mit der Ausprägung von Vorurteilen in Verbindung gebracht worden. Jedoch spielen auch soziale Normen eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Vorurteilen und individuelle Unterschiede werden ihrerseits durch den sozialen Kontext beeinflusst.
  • Wie lassen sich Vorurteile durch kognitive Prozesse erklären?

    Lösung

    Kognitive Prozesse können erklären, wie wir dazu kommen, Mitglieder einer sozialen Kategorie als ähnlich zueinander anzusehen, und wie sich möglicherweise vorurteilsbehaftete Überzeugungen herausbilden. Aber auch motivationale Prozesse können wichtig dabei sein, ein Vorurteil zu hemmen bzw. es zu verursachen.
  • Lassen sich durch Intragruppenprozesse Vorurteile gegenüber Fremdgruppen erklären?

    Lösung

    Es mag durchaus einen (evolutionären) Sinn ergeben, Mitglieder unserer eigenen Gruppe zu bevorzugen, aber für sich genommen liefert dies noch keine überzeugende Erklärung dafür, warum wir manchmal Fremdgruppen aktiv abwerten.
  • Können Interessenkonflikte auf der Intergruppenebene auf individuelles Eigeninteresse reduziert werden?

    Lösung

    Realistische Interessenkonflikte zwischen Gruppen bieten eine gute Erklärung für Feindseligkeit zwischen ihnen, aber Eigengruppenbegünstigung tritt auch in minimalen Gruppen auf, und durch Erwartungen der Reziprozität innerhalb der Gruppe kann man nicht erklären, warum Menschen bei der Zuweisung von Belohnungen den Unterschied zwischen Gruppen maximieren.
  • Welche (anderen) Bedrohungen der Gruppenidentität durch eine Fremdgruppe können dazu beitragen, Diskriminierung zu erklären?

    Lösung

    Zu den Bedrohungen der Eigengruppe gehören existenzielle Bedrohungen, Bedrohungen des Teils des Selbstwertgefühls, der auf der Zugehörigkeit zur Gruppe beruht, Bedrohungen der Werte der Gruppe und Bedrohungen der Gruppendistinktheit.
  • Sind also Vorurteile und Diskriminierung zwischen Gruppen unvermeidlich?

    Lösung

    Keineswegs. Intergruppenfaktoren können auch dazu beitragen, das Fehlen von Diskriminierung zu erklären (z. B. unter Bedingungen der Legitimität oder bei Beschränkungen durch die soziale Realität oder wenn Diskriminierung der Gruppennorm widerspricht und das Image der Eigengruppe bedrohen würde).
  • Inwieweit vertiefen Gruppenemotionen unser Verständnis von Vorurteilen?

    Lösung

    Gruppenemotionen spezifizieren die Bedrohungen für die Eigengruppe durch Einschätzungen davon, welchen Einfluss die Fremdgruppe auf die Eigengruppe hat. Und Gruppenemotionen spezifizieren entsprechende Reaktionen. Die Stärke der Identifikation mit der Gruppe trägt dazu bei, wie intensiv die Gefühle empfunden werden, und dies hilft, die interindividuelle Variation von Vorurteilen zu erklären. Gruppenemotionen (z. B. Verachtung, Schadenfreude) können auch dazu beitragen, extremere Formen von Vorurteilen zu erklären.
  • Wie lassen sich Vorurteile abbauen?

    Lösung

    Intergruppenkontakt ist eine der am häufigsten verwendeten Interventionen zum Abbau von Vorurteilen. Kontakteffekte generalisieren am ehesten auf die Fremdgruppe als Ganze, wenn die Gruppenmitglieder, denen man begegnet ist, typisch für die Fremdgruppe sind.
  • Werden durch eine Veränderung von Kategorisierungsniveaus Vorurteile abgebaut?

    Lösung

    Es wurden drei theoretische Modelle entwickelt, die zeigen, wie die Veränderung der kognitiven Repräsentation von Gruppen Vorurteile reduziert, aber auf unterschiedliche Weise (Dekategorisierung, Neukategorisierung und wechselseitige Differenzierung). Der Ansatz der dualen Kategorisierung, bei dem die ursprünglichen Kategorien und eine übergeordnete Kategorie salient gemacht werden, ist eine effektive Methode, um Vorurteile abzubauen und gleichzeitig die Fallstricke der Distinktheitsbedrohung zu meiden.
  • Können Vorurteile durch andere Interventionen außer direktem Kontakt abgebaut werden?

    Lösung

    Vorurteilsreduzierung kann auch durch andere Vorgehensweisen in Gang gesetzt werden, wie etwa durch Darbietung von Informationen, die dem Stereotyp widersprechen, durch erweiterten Kontakt sowie durch Induzierung von Empathie und durch Perspektivenübernahme.
  • Führt der Abbau von Vorurteilen zu mehr Gleichheit in der Gesellschaft?

    Lösung

    Neuere Befunde deuten darauf hin, dass das nicht notwendigerweise der Fall ist. Eine ironische Wendung ist, dass positive Kontakterfahrungen Mitglieder benachteiligter Gruppen dazu bringen können, sich der Intergruppenungleichheit _weniger_ bewusst zu werden und weniger bereit zu sein, an kollektiven Handlungen zugunsten ihrer eigenen Gruppe teilzunehmen.
  • Was ist Kultur, und warum sollten wir uns wissenschaftlich mit ihr beschäftigen?

    Lösung

    Eine Kultur ist ein soziales System, das durch die gemeinsamen Bedeutungen gekennzeichnet ist, die ihre Mitglieder Menschen und Ereignissen zuschreiben. Länder überall auf der Welt haben Kulturen, die so unterschiedlich sind, dass sozialpsychologische Studien an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Ergebnisse liefern können.
  • Was sind kognitive Stile, und wie hängen sie mit der Kultur zusammen?

    Lösung

    Analytische kognitive Stile kommen häufiger in individualistischen Ländern vor, während holistische kognitive Stile typischer für kollektivistische Kulturen sind. Umweltbezogene Anforderungen sowie die jeweiligen Sprachen und Normen tragen dazu bei, diese Unterschiede zu erzeugen und aufrechtzuerhalten.
  • Kann die Art und Weise, wie wir über uns selbst denken, kulturelle Unterschiede im Verhalten erklären?

    Lösung

    Auf der individuellen Ebene erhobene Maße zur independenten und interdependenten Selbstkonstruktion stellen eine fokussierte Methode dar, um Erklärungen für kulturelle Unterschiede im sozialen Verhalten zu überprüfen. Zu Beginn dieses Kapitels haben wir den Fall der Studierenden Wen Hua erörtert. Wenn wir ihre Selbstkonstruktion und ihre Wertvorstellungen erfassen würden, würden wir wahrscheinlich herausfinden, dass sie hohe Werte in Bezug auf Interdependenz hat und die Wertvorstellungen Eingebettetsein, Hierarchie und Umweltbeherrschung befürwortet.
  • Welchen Einfluss hat der kulturelle Kontext darauf, wie Menschen Beziehungen zu anderen Personen eingehen?

    Lösung

    Mitglieder kollektivistischer Kulturen geben langfristigen Beziehungen innerhalb der Eigengruppe Vorrang. Sie berücksichtigen bei ihrem Verhalten stärker die Art der jeweiligen Beziehung, als dies bei Mitgliedern individualistischer Kulturen der Fall ist. In einer kollektivistischen Kultur werden sogar intime Beziehungen zwischen Menschen gemäß ihrer Relevanz für die Gruppenidentitäten aufgebaut. Wen Hua empfindet es als schwierig, neue Beziehungen einzugehen, weil sie nicht mehr in Kontakt mit ihrer Eigengruppe steht.
  • Welchen Einfluss hat Kollektivismus auf das Gruppenverhalten?

    Lösung

    In einer kollektivistischen Kultur leitet sich die eigene Identität von den eigenen Gruppenmitgliedschaften ab. Um die Harmonie und die Integrität der Gruppe aufrechtzuerhalten, wird Wen Hua hart arbeiten, indirekt kommunizieren, den Status anderer Personen respektieren und sich konform verhalten. Unter Bedingungen der Unsicherheit bittet Wen Hua bei einer ranghöheren Person um Anleitung und zeigt Respekt, indem sie hart arbeitet und keine abweichende Meinung zum Ausdruck bringt.
  • Welchen Einfluss hat Kollektivismus auf Beziehungen zu Fremdgruppen?

    Lösung

    In einer kollektivistischen Kultur sind die eigenen Gruppenzugehörigkeiten nicht offen für Veränderung. Ein Individuum wird deshalb versuchen, das Ansehen der eigenen Gruppe zu verbessern, indem es nach Möglichkeiten sucht, wie der Vergleich der eigenen Gruppe mit anderen günstig ausfallen kann. Bei der Interaktion mit Menschen aus Fremdgruppen wird es die Ehre der eigenen Gruppe gegen jegliche Bedrohung verteidigen.
  • Bedeutet Globalisierung das Ende kultureller Unterschiede?

    Lösung

    Größerer Wohlstand und höhere Mobilität haben zu einem globalen Trend in Richtung auf postmoderne Wertvorstellungen geführt, aber die Unterschiede zwischen kulturellen Gruppen bestehen weiterhin. Akkulturation von Migranten und Ehen zwischen Einheimischen und Migranten führen dazu, dass es einen zunehmenden Anteil bikultureller Menschen gibt. Experimentelles Priming bikultureller Menschen zeigt auf, wie die Erforschung kultureller Unterschiede die Validität sozialpsychologischer Befunde unmittelbar bereichern kann.
  • Fertig!

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