Zusammenfassung

Persönlichkeitspsychologie für Bachelor

Inhalt

Kapitel 1: Persönlichkeit in Alltag, Wissenschaft und Praxis

Kapitel 2: Kurze Geschichte der Persönlichkeitspsychologie

Kapitel 3: Persönlichkeitsvariation

Kapitel 4: Persönlichkeitsbereiche

Kapitel 5: Persönliche Umwelt und Beziehungen

Kapitel 6: Persönlichkeitsentwicklung

Kapitel 7: Geschlechtsunterschiede

Kapitel 8: Kulturelle Unterschiede

 

Kapitel 1: Persönlichkeit in Alltag, Wissenschaft und Praxis

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Wir alle haben bereits eine ausgefeilte Psychologie der Persönlichkeit im Kopf, mit der wir unsere Mitmenschen und uns selbst immer wieder einschätzen. Hierzu benutzen wir hauptsächlich Eigenschaften wie z.B. intelligent, aggressiv, hilfsbereit, narzisstisch, verlässlich. Diese Alltagspsychologie der Persönlichkeit wird genauer beschrieben. Auf dieser Grundlage wird dann der wissenschaftliche Begriff der Persönlichkeit eingeführt, eine Definition der empirischen Persönlichkeitspsychologie geleistet und eine Übersicht über deren Anwendung in der Praxis gegeben – in der Personalführung, dem Marketing, dem Gesundheitswesen, in Beratung, Erziehung und Unterricht, Psychotherapie, Verkehrswesen, Rechtswesen und Kriminalistik.

Lernziele

  • Verwendung von Persönlichkeitseigenschaften im Alltag besser verstehen
  • Unterschiede zwischen dem Alltagsbegriff der Persönlichkeit und dem empirisch-wissenschaftlichen Konzept der Persönlichkeit benennen können
  • Einen ersten Überblick über Anwendungsmöglichkeiten der Persönlichkeitspsychologie in der beruflichen Praxis gewinnen

 

Kapitel 2: Kurze Geschichte der Persönlichkeitspsychologie

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Die heutige empirische Persönlichkeitspsychologie folgt sechs theoretisch-methodischen Ansätzen (Paradigmen), die unterschiedliche Fragestellungen mit jeweils typischen Methoden bearbeiten. Die historische Entwicklung dieser Paradigmen wird jeweils skizziert und in einer Gesamtübersicht der Geschichte der Persönlichkeitspsychologie integriert. Das Eigenschaftsparadigma versucht, Persönlichkeitseigenschaften zu beschreiben, zu klassifizieren und diagnostisch erfassbar zu machen. Das Informationsverarbeitungsparadigma beschäftigt sich damit, wie Eigenschaften unser Erleben und Verhalten mittels bestimmter Informationsverarbeitungsprozesse beeinflussen. Das dynamisch-interaktionistische Paradigma beschäftigt sich mit der Entstehung und der langfristigen Vorhersage von Persönlichkeitseigenschaften. Das neurowissenschaftliche, das molekulargenetische und das evolutionspsychologische Paradigma beschäftigen sich mit den biologischen Grundlagen von Persönlichkeitsunterschieden.

Lernziele

  • Konzept des Wissenschaftsparadigmas verstehen
  • Fragestellungen, Methoden und Entstehungsgeschichte der heutigen Paradigmen der empirischen Persönlichkeitspsychologie nachvollziehen
  • Bedeutende Beiträge zur heutigen Persönlichkeitspsychologie mit den beteiligten Wissenschaftlern verbinden und historisch einordnen können

 

Kapitel 3: Persönlichkeitsvariation

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Die empirische Persönlichkeitspsychologie erfordert, dass Persönlichkeitstypen von Beurteilern mit hoher Übereinstimmung eingeschätzt und Persönlichkeitseigenschaften quantitativ gemessen werden. Die entsprechenden statistischen Methoden zur Klassifikation von Personen und zur Messung von Eigenschaften werden allgemeinverständlich und unter weitgehender Vermeidung von Formeln dargestellt. Auf dieser Grundlage werden Methoden zur Klassifikation von Eigenschaften und Personen beschrieben: Faktorenanalyse, Persönlichkeitsprofile und Persönlichkeitstypologien. Ihre Anwendung führt zu fünf Hauptfaktoren der Persönlichkeit (die Big Five Extraversion, Neurotizismus, Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit) und drei Haupttypen (resilient, überkontrolliert, unterkontrolliert); pathologische Persönlichkeitsstörungen werden gemäß der WHO-Klassifikation ICD-10 beschrieben.

Lernziele

  • Beurteilerübereinstimmung zufallskorrigiert feststellen können
  • Eigenschaften auf Antwortskalen verschiedenen Niveaus messen können
  • Die Reliabilität und Validität von Eigenschaftsmessungen bestimmen können
  • Den Nutzen der Spearman-Brown-Formel verstehen lernen
  • Zusammenhänge zwischen Eigenschaftsvariablen mit Korrelationen beschreiben können
  • Den Nutzen von Faktoren(-analysen) kennenlernen
  • Die Ähnlichkeit von Persönlichkeitsprofilen und auf dieser Basis Persönlichkeitstypen bestimmen können
  • Eine Übersicht über Persönlichkeitsstörungen und ihre Erfassung bekommen

 

Kapitel 4: Persönlichkeitsbereiche

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Inhaltliche Ergebnisse der empirischen Persönlichkeitspsychologie werden zu sechs verschiedenen Persönlichkeitsbereichen dargestellt. Welche körperlichen Merkmale machen Menschen attraktiv? Wie unterscheiden sich Menschen in ihrem Temperament und Verhalten in der sozialen Interaktion? Wie unterscheiden sich Menschen in ihrer Intelligenz, Kreativität sowie in sozialen und emotionalen Kompetenzen? Welche unterschiedlichen Bedürfnisse, Motive, Interessen und Erwartungen steuern unser Handeln, und wie bewältigen wir Stress und Gefahrsituationen? Welchen Einfluss haben Einstellungen zu sozialen Gruppen oder Konsumgütern auf unser Verhalten und wodurch werden unser Selbstkonzept, unser Selbstwertgefühl und unsere Lebenszufriedenheit bestimmt? Wie lassen sich diese Persönlichkeitseigenschaften diagnostizieren und welchen Einfluss haben sie auf die Bildung, die Arbeitswelt und die Verarbeitung von Krankheiten und kritischen Lebensereignissen?

Lernziele

  • Den Einfluss der physischen Attraktivität auf die Persönlichkeitswahrnehmung besser verstehen
  • Die eigene Wahrnehmung entsprechend korrigieren können

 

Kapitel 5: Persönliche Umwelt und Beziehungen

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Der Blick wird hier von der individuellen Persönlichkeit erweitert auf die persönliche Umwelt und die sozialen Beziehungen, die einerseits Einfluss auf unsere Persönlichkeit haben, andererseits aber auch durch unsere Persönlichkeit mitbestimmt werden. Es wird gezeigt, wie man die persönliche Umwelt eines Menschen erfassen kann (z.B. durch Tagebuchstudien), wie man die persönlichkeitsrelevante Qualität sozialer Netzwerke und den soziometrischen Status in Gruppen beschreiben kann, welche Bindungstypen sich bei Kindern und Erwachsenen unterscheiden lassen und wie stabil Bindungstypen im Verlauf des Lebens sind, und ob Persönlichkeitseigenschaften und die Passung der Persönlichkeit der beiden Partner Risiken für unglückliche Partnerschaften und Trennung sind, wobei auch auf neue Formen der Partnerschaftsvermittlung wie Online Dating und Speed Dating eingegangen wird.

Lernziele

  • Verschiedene Methoden der Erfassung persönlicher Umwelten kennen und ihre Vor- und Nachteile für eine reliable und ökonomische Erfassung der persönlichen Umwelt gegeneinander abwägen können
  • Verschiedene Methoden der Erfassung persönlicher Beziehungen und Bindungen kennen und ihren Einsatz je nach Fragestellung gegeneinander abwägen können
  • Verschiedene Facetten der sozialen Unterstützung unterscheiden und in ihrer Funktion einordnen können

 

Kapitel 6: Persönlichkeitsentwicklung

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Dieses Kapitel befasst sich mit der Entstehung und langfristigen Veränderung der Persönlichkeit. Wie stabil sind Persönlichkeitseigenschaften über viele Jahre? Ist der IQ unveränderbar? Prägt unsere frühkindliche Persönlichkeit bereits unsere Persönlichkeit im Erwachsenenalter, oder finden auch später noch bedeutsame Persönlichkeitsveränderungen statt? Wann erreicht die Stabilität ihr Maximum? Kann man aus der Persönlichkeit im Kindesalter spätere Probleme im Bereich der Gesundheit, der sozialen Beziehungen und der Partnerschaft vorhersagen? Welchen Einfluss haben die Gene, die familiäre Umwelt und ganz persönliche Umwelteinflüsse auf die Persönlichkeitsentwicklung? Wie kann man den genetischen Einfluss auf Persönlichkeitseigenschaften indirekt durch Zwillings- oder Adoptionsstudien oder direkt durch Genomanalysen quantitativ bestimmen? Beruht der genetische Einfluss auf Persönlichkeitseigenschaften jeweils auf einigen wenigen Genen oder auf tausenden von Genen?

Lernziele

  • Übersicht über die langfristige Stabilität von Persönlichkeitsunterschieden gewinnen
  • Übersicht über die Vorhersagekraft der Persönlichkeit für die weitere Entwicklung gewinnen
  • Begreifen, was unter dem genetischen Einfluss auf die Persönlichkeit eigentlich zu verstehen ist
  • Korrelationen und Wechselwirkungen zwischen Genom und Umwelt an Beispielen belegen können
  • Dadurch ein tieferes Verständnis für diejenigen Entwicklungsprozesse bekommen, die die Persönlichkeit und ihre Umwelt stabilisieren aber auch verändern können

 

Kapitel 7: Geschlechtsunterschiede

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Nach einer kurzen Übersicht über die Entwicklung von Geschlechtsunterschieden auf genetischer, hormoneller, neuronaler und psychologischer Ebene wird eine Übersicht über die Größe der Geschlechtsunterschiede im Bereich des Erlebens und Verhaltens in westlichen und in anderen Kulturen gegeben. Auf dieser Grundlage werden dann drei Erklärungsansätze zur Entwicklung von Geschlechtsunterschieden diskutiert: Lerntheorien (Entstehung durch Bekräftigung und Nachahmung), kulturpsychologische Theorien (Entstehung durch Arbeitsteilung in Abhängigkeit vom ökologischen Kontext einer Kultur) und evolutionspsychologische Theorien (genetisch fixierte geschlechtstypische Präferenzen und Verhaltenstendenzen, die z.T. auch auf typische Umweltbedingungen unserer evolutionären Vergangenheit reagieren). Diese drei Erklärungsansätze stehen nicht in Widerspruch, sondern beleuchten unterschiedliche Aspekte der geschlechtstypischen Entwicklung.

Lernziele

  • Tatsächliche Größe psychologischer Geschlechtsunterschiede einschätzen können
  • Geschlechtsstereotype dementsprechend kritisch hinterfragen können
  • Die vielfältigen Prozesse, die zu Geschlechtsunterschieden führen, in ihrem Zusammenhang einordnen können

 

Kapitel 8: Kulturelle Unterschiede

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Obwohl die meisten Ergebnisse der empirischen Persönlichkeitspsychologie auf Studien in westlichen Kulturen beruhen, gibt es inzwischen auch kulturvergleichende Studien der Persönlichkeit. Lassen sich Persönlichkeitseigenschaften (z.B. der IQ) zwischen Kulturen überhaupt vergleichen? Wenn ja, wie stark variieren Persönlichkeitsunterschiede und ihre kulturelle Bewertung als erwünscht oder unerwünscht weltweit zwischen Kulturen? Diese Unterschiede können auf Unterschieden im Genpool oder auf Unterschieden in der Kultur beruhen. Genomanalysen zeigen, dass nur ca. 15% der genetischen Unterschiede zwischen Menschen auf Unterschieden zwischen Kulturen beruhen und dass Rasse (bestimmt durch Hautfarbe und Augenform) nur wenig zur Erklärung von Persönlichkeitsunterschieden beiträgt. Größeren Einfluss haben kulturelle Unterschiede in Individualismus und Kollektivismus; dieses Wissen lässt sich in interkulturellen Trainings nutzen.

Lernziele

  • Methoden kennen, wie Persönlichkeitsunterschiede auf derselben Dimension zwischen verschiedenen Kulturen vergleichbar gemacht werden können
  • Verschiedene Gründe dafür kennen, dass sich Persönlichkeitseigenschaften in ihrer Verteilung zwischen Kulturen unterscheiden
  • Den Begriff der Rasse kritisch hinterfragen
  • Unterschiede zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen benennen können